13. Oktober 2015

Probleme mit Kopierschutz für Musik-Software nervt.

Kopierschutz

Probleme mit Kopierschutz bei Eurer Musik-Software?

Beim Schreiben dieses Artikels frage ich mich, was will ich eigentlich bezwecken. Vielleicht möchte ich nur auf meine persönlichen Schwierigkeiten aufmerksam machen, auch könnte ich mir vorstellen, eine Revolution anzuzetteln, die alle Musiker weltweit dazu bringt, auf Kauf-Software zu verzichten. Natürlich wird das nicht funktionieren, aber es wäre der einzige Weg, die Hersteller von ihrer Gängelungs-Taktik abzuhalten. Einerseits wäre dann die Software günstiger, denn die Käufer könnten sich die Mehrkosten für Kopierschutztechniken sparen, andererseits könnte die Angst vor Softwarepiraterie bei den Herstellern nicht nur ein theoretisches Problem werden. Ausgangspunkt ist, dass nach der Neuinstallation meines Musik-Computers durch Windows 10 ich nun geschlagene eineinhalb Tage damit verbringe, die zahlreichen kleinen Instrumentchen auf die ebenso verschiedenen Weisen aktivieren zu wollen. Sofern sie mich lassen bzw. auch der Sinnlosigkeit wegen: Was muss beispielsweise die MPC Software aktiviert werden, wenn doch eine MPC Renaissance am Rechner hängt? Und genau diese habe ich nun zu oft aktiviert. Das stimmt: Einmal auf ein Ultrabook, das ich längst nicht mehr habe, dann auf auf dem PC das erste Mal und als ich den neu aufsetzte und das mit einer anderen Windows-Edition war das der zweite Versuch, der Umbau auf Windows 10 erforderte nun die dritte – eigentlich vierte Aktivierung. Und jetzt ist Schluss mit Lustig und wie ich den AKAI-Support kenne, dauert es jetzt einige Wochen bis zur Freischaltung. Gott sei Dank muss ich mit dem Quatsch kein Geld verdienen, hätte ich ein Studio – nicht auszudenken…

„Too much activations, you now have paid fort he trial…“

Die kontroversen Diskussionen Hard- vs. Software gelangen auch irgendwann genau an diesen Punkt der Aktivierung. Und dabei kann sich fast kein Hersteller davon freisprechen. Anfangs habe ich auch Produkte vermieden, die mit iLok oder anderen Techniken aktivierbar sein wollen, mich aber dann doch dazu hinreißen lassen. Versehentlich den günstigen Kauf von Loom durchzuführen war nach der KORG Legacy Collection der Anfang und diese war eine absolute Ausnahme. Die Waldorf Edition kaufte ich auch aus diesem Grund, keine aufwendige Aktivierungs-Prozedur. Als ich den Test zu PPG v3.0 las, kaufte ich genau diesen aus obigem Grunde nicht.

Dann kam alles wie es kommen musste, ich ließ mich dann doch dazu hinreißen, Drummica, dann hing ich plötzlich an Native Instruments und installierte das Players-Trio und weiter ging es. Da der Mensch ja schnell vergisst und diese Aktivierungen dosiert zum Kaufzeitpunkt erfolgten, fiel mir das alles nicht auf. Aber spätestens jetzt weiß ich, dass ich diese Erfindung nicht mehr durch meine Kaufkraft fördern werde.

Natürlich kommt man um manche Aktivierungen nicht herum, Microsoft versteht auch was davon, verhält sich aber kollegial. Telefonaktivierung ist möglich und das Produkt läuft dann notfalls mit etwas Aufwand wieder. Reaper und einige Focusrite-Produkte arbeiten mit Lizenzschlüsseln, nach dem Einlesen wird die Software personalisiert. Auch KORG Legacy funktioniert, wenn auch nicht so trivial und so muss man einen Code auf der KORG_Users Website eingeben und erhält einen Gegencode. Das geht offenbar auch häufiger, denn besonders diese Instrumente installierte ich testhalber auf mehreren Maschinen.

Warum Aktivierung? – Diese Frage ist zu beantworten, bleibt Trotz der Antwort der Verhinderung von Software-Piraterie als fassungslose Frage weiter bestehen. Als ob es auch nur einen einzigen Kopierschutz gäbe, für den es kein Gegenmittel bereitgestellt wurde. Und auch ich gehöre zu denen, die in der Vergangenheit anstatt des kommunikationsunwilligen Software-Anbieters gleich einen Crack eingesetzt haben. Das ist eine Grauzone, denn immerhin kann ich ja eine Lizenz nachweisen. Nur ich mag es nicht, dem Hersteller einerseits durch meinen Kauf diese Techniken zu finanzieren, andererseits gleichermaßen von ihm gegängelt zu werden. Es geht ja auch nicht um Apps für ein paar Euro, manche Software ist ja wesentlich kostspieliger.

In der Zukunft frage ich mich aber auch, wie sich das verändern wird. Denn neben dem Schutz der Software gibt es auch Firmen, die genau mit solchen Technologien Geld verdienen. Und irgendwie erinnert mich das an die aktuelle Diskussion über Werbeblocker: Diese blocken Werbung, nun gibt es Anbieter, die entblockieren Werbung und die Blocker müssen nachlegen. Genau wie bei Trojanern und Viren und auch in der Pharma-Industrie findet man gleichartige Strukturen. Nur wir als Konsumenten haben es in der Hand und solche Erlebnisse lassen mich künftig in meine ursprüngliche Denkstruktur zurückfallen: Denn der Kopierschutz einer Hardware ist das Stromkabel. Und geht das verloren, kauft man eben eines nach – so einfach ist das… – selbst interne Netzteile lassen sich irgendwie ersetzen. Natürlich mag das jeder anders beurteilen, aber für mich als Sehbehinderter mit nicht barrierefreien Lizenzmodulen umgehen zu müssen, die mir nicht alle Informationen zugänglich machen, ist noch eine Nummer härter. Wer das nachvollziehen möchte, möge die Bildschirmlupe aktivieren und/oder eine ungeputzte Brille verwenden.

Fazit
Ich werde wohl in mein altes Muster zurückfallen und auf Software verzichten bzw. den Kauf vom Kopierschutz abhängig machen. Und hier wäre eine Selbstverpflichtung der Hersteller zweckdienlich, die mir unmissverständlich vor dem Kauf klar machen, auf welche mitbezahlte Technik ich mich einzulassen habe. Mit diesem Gedanken mache ich mich nun weiter daran, die unzähligen Aktivierungs-Features zu durchlaufen.
Forum
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    WOK  

    Genau aus dem Grunde kaufe ich wenn es sich irgendwie vermeiden lässt keine Software mit Online-Aktivierung (außer Windows selbst).
    Es sei denn, die Aktivierung lässt sich in Form einer Datei o.ä. sichern.
    Seriennummer per Mail oder so = OK. Ansonsten hat man plötzlich durch Systemneuinstallationen oder Hardware-Wechsel seine „erlaubten Aktivierungen“ verbraucht oder die Firma existiert nicht mehr oder pflegt das Produkt einfach nicht mehr etc.pp.

    Die Diskussion ist allerdings schon alt. („Benutzer von Cracks habens einfacher als die ehrlichen Kunden“…..)

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      Stephan Merk  RED

      Hallo Zusammen,

      ich habe gar nicht mit einer so schnellen Freischaltung gerechnet und erst recht nicht mit zustimmenden Kommentaren. In der heutigen Zeit hätte ich etwas erwartet wie: Guck mal was die Plug-INs kosten im Vergleich zu Hardware, stell dich nicht so an, du kannst doch einfach ne Mail schicken etc. – Ich muss auch sagen, im Falle AKAI bzgl. MPC-Software hat das keine Stunde gedauert, großartig. Auch habe ich offenbar jetzt alles aktiviert und das System lässt sich ja auch über ein Image sichern. Trotzdem denie ich, dass hier mal Impulse kommen müssen und man nicht oft genug diesen Unmut laut werden lassen kann. Es wäre schön, wenn sich ein super duper PLug-In-Synth mal aus eben diesem Grund schlecht verkauft, toller Test aber alle schreiben. Würde ich mir kaufen, aber… Nur da wird es zu viele geben, welche diese Umstände in Kauf nehmen und das muss ja auch jeder selbst für sich entscheiden.

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    Jaguar

    Ja eben. darum bin ich noch immer auf OSX 10.6 auf meinem MacPro, obwohl ich schon Lust hätte die teure Mülltonne zu erwerben.
    Aber allein die Vorstellung, alles neu zu installieren und zu registrieren treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn.
    Ja- ich verdiene Geld mit meiner Musik.
    Das Risiko ist mir einfach noch zu groß.
    Lang lebe meine Käsereibe!

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    AMAZONA Archiv

    Interessante Diskussionsgrundlage :) Seit ich angefangen habe, von Reason auf Hardware + ein paar Plugs umzusteigen, hab ich explizit darauf geachtet, dass ich mir keinerlei Software mehr kaufe, die einen Dongle benötigt! Der Grund dafür ist so trivial, dass ihn die meisten Software-Entwickler offenbar übersehen: Ich habe nur 2 USB-Ports an meinem MacBook Pro und mit Hub’s hab ich in der Vergangenheit eigentlich nur negative Erfahrungen gemacht. Also wo soll ich denn bitte schön einen Dongle reinstopfen, wenn in Port 1 der Virus steckt und an Port 2 bald die Maschine angedockt wird? :) Na und für Audio muss ich mir schon das RME Fireface 800 besorgen, weil da schon Port 3 fehlen würde. Und der Dongle? Selbst wenn ich jetzt nicht so ein ‚Arsenal‘ an externen Geräten hätte, wäre ein Dongle trotzdem extrem unpraktisch! Wenn man bspw. mal im Zug abjammt und man eckt, mal ungünstig am Dongle an, kann man schon mal Blau sehen :D Wieso kann eigentlich U-he alles mit Lizenznummern machen und die meisten anderen Hersteller nicht? Ist ja nicht so, als ob Urs und sein Team nur von Almosen leben, oder??

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    Markus Schroeder  RED

    Bravo! Guter Bericht!

    Ich gehe ja auch in meinen Tests immer auf den Kopierschutz ein und bin auch sehr kritisch was die Methoden angeht.

    Und dass wirkt sich auch darauf aus, welche Plug-Ins ich privat benutze.
    Außer Korg Legacy Collection und Native Instruments benutze ich keine Online-Aktivierte Software.

    Ich darf jedoch auch hinzufügen, dass iLok mir in über zehn Jahre kein einziges Problem bereitet hat.

    Aber natürlich, je weniger Kopierschutz desto besser. Ich bin Kunde und kein Krimineller.

    Wie man seine Kunden mit Respekt behandelt zeigt z.B. das Computerspieleportal http://www.GOG.com

    Grüße
    M :)

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      Stephan Merk  RED

      Hallo Markus, siehst Du und iLog ist für mich persönlich eine Katastrophe: Keine Accessibility, mehr als beschissene Kontraste selbst bei Farbumkehr und Meldungen werden nicht richtig angezeigt. Und da packt mich manchmal echt die Wut, muss alles hauptsache irgendwie geil aussehen, Usability scheißegal. Und das sogar bei einer Aktivierung und der Trend geht da hin. Bei Apps für ANdroid/iOS packt mich das Grausen wenn einer schreibt: Design sieht ja langweilig aus. Na super, dafür haben aber auch Blinde/Sehbehinderte ihren Spaß dran. Und diese Klientel ist derzeit absolut am Rande interessant, aber wirklich nur da. Und das war7ist ja auch mein Ziel hier, hin und wieder mal genau darauf aufmerksam zu machen. Denn die Entwickler denken verständlicherweise daran gar nicht. Nur ich bin dann der Dumme, der sich mit dem Leid des Augenschmauses herumplagen muss. ;-)

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    Filterpad  AHU

    Top – Auch wenn Amazona eine „Instrumenten-Page“ ist , finde ich es wichtig, dass solche „Probleme“ angesprochen werden. Kurz und knapp erzähle ich dzbgl. meine Story: Ich – Cubase mit Dongle – mein Bro: Dasselbe Cubase installiert. Jetzt verwende ich zu 99 Prozent den Dongle denn mein Bro wollte mehr oder weniger die DAW nur mal ausprobieren. Wenn er recorden wollte, haben wir halt den Dongle getauscht. Im selben Haus auch kein Thema. Jetzt ist er weggezogen (Studium), hat Cubase auf dem Rechner und kann es nicht verwenden denn den Dongle habe ich! Verkehrte Welt, oder? In dem Fall gibt es nur die Lösung, mal ein schönes Päckchen zu gestalten. Inhalt: Der Cubase-Dongle! ;)

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      Everpure  

      Na jaaa… Also, ich weiß zwar nicht, wie genau die Lizenzvereinbarung bei Steinberg aussieht, aber genau das wäre so ein Fall, bei dem ich spontan denke: Das ist legal nur gedeckt, indem ihr euch zwei Lizenzen kauft.

      Viele Hersteller (besonders bei Musiksoftware, aber mittlerweile auch immer mehr in anderen Branchen, zum Beispiel Microsoft Office oder Adobe Produkte) gehen ja mehr und mehr dazu über, mehrere Installationen pro Lizenz zu erlauben. Aber ganz sicher noch lange nicht alle.

      Ableton zum Beispiel erlaubt explizit, dass eine Live Lizenz auf mehreren Computern installiert werden darf, aber eben nicht gleichzeitig benutzt. Bei Reason geht es ähnlich: man kann eine Installation per USB-Dongle authorisieren, eine zweite, indem man den Rechner registriert und eine dritte per Online-Authorisierung bei jedem Programmstart.

      Oder man macht es wie Apple und bietet Logic Pro im Apple App Store an und bindet die Lizenz letztendlich (aber für das Benutzererlebnis in dem Moment vollkommen nahtlos und unsichtbar) an das Benutzerkonto, mit dem man sich im App Store angemeldet hat. Da kann man dann so oft neu installieren, wie man will. Die Logic Installation kommt immer wieder neu aus dem App Store.

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        Stephan Merk  RED

        Was mir gerade einfällt: Gab es bei Apple nicht eine Änderung der Nutzungsregeln, die eine Maximalinstallation auf fünf Geräten oder so vorsieht? Ich meine das mal irgendwo gelesen zu haben, als ich unüblicherweise doch mal vorsichtshalber vor dem Akzeptieren querlas. Ich kann mich irren bzw. gilt das möglicherweise nur für iOS. Auch mag das mitunter eine Art Vorsichtsmaßnahme sein, die praktisch nicht umgesetzt wird. Nur so wäre das ja ein ziemlicher Fallstrick, zumal die meisten ja nicht lesen, was sie akzeptieren.

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        gaffer  AHU

        „Na jaaa… Also, ich weiß zwar nicht, wie genau die Lizenzvereinbarung bei Steinberg aussieht, aber genau das wäre so ein Fall, bei dem ich spontan denke: Das ist legal nur gedeckt, indem ihr euch zwei Lizenzen kauft.“

        Wenn es einen guten Grund FÜR Dongles gibt, dann genau diesen, denn jede einigermassen vernünftige Firma erlaubt die Nutzung auf mehreren Rechnern, wenn sie nicht gleichzeitig erfolgt. Und genau das ist ja durch den Dongle verhindert.

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    Everpure  

    Hallo Stephan M. Ich finde deine Gedanken zum Thema sehr nachvollziehbar. Es gibt haufenweise unfassbar benutzer-un-freundliche Methoden, Softwareprodukte zu „schützen“. Ich arbeite selbst in der Softwareentwicklung und kann daher auch gut die andere Seite verstehen. Wenn man so etwas richtig professionell macht, und nicht seine Arbeitsleistung unentgeltlich dzum Beispiel der Open Source Community zur Verfügung stellt, dann kostet sowas wie Cubase, Logic, Maschine oder Komplete einfach richtig viel Geld und Aufwand.

    Ob die Preise für das eine oder andere grundsätzlich gerechtfertigt sind oder nicht, darüber lässt sich bestimmt lange diskutieren. Aber auch ein Urs Heckmann muss letztendlich einen ganzen Betrieb am laufen halten und mehrere Leute ernähren.

    Ich habe grundsätzlich überhaupt nichts gegen Kopierschutz als solchen. Aber unbedingt mit einem möglichst schmerzfreien Benutzererlebnis. Ich finde, Apple ist da relativ weit vorn, und irgendwelche Seriennummern bei der Installation neu einzutippen ist ein relativ vertretbarer (aber letztlich auch völlig nutzloser und insofern obsoleter) Vorgang. Dazu kommt, dass man bei Seriennummern gerne immer nochmal eine Kopie der Bestätigungs-Email ausdrucken sollte, wenn man nicht 100%ig sicher ist, dass einem nie Emails verloren gehen…

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    Everpure  

    Aber ganz generell kann man ja auch als Benutzer versuchen, die Schmerzen so gering wie möglich zu halten. Warum zum Beispiel hast du Windows 10 nicht über die vorhandene Windows-Installation installiert? War es zwingend nötig, den Computer komplett neu zu installieren? Das letzte mal, dass ich OS X von Grund auf neu installiert habe, muss ungefähr 10 Jahre her sein – und ich hatte nie irgendwelche Probleme… Naja, und wenn man dann noch bestehende Installationen von einem Backup wiederherstellen kann…

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      Stephan Merk  RED

      Das ist eine sehr berechtigte Frage und genau das habe ich sogar gemacht. Vorteil war dann eine optimierte EFI-Firmware und man muss MS zu Gute halten, dass die Update-Prozedur inzwischen sogar funktioniert. Nur in meinem Fall gab es mehr oder weniger nachvollziehbare Schwierigkeiten, die dazu führten, dass sämtliche Apps nicht mehr funktionierten. Der Neuinstallation gingen nämlich zwei Tage erfolglose Reparaturzeit voraus, zumal ich das Backup des alten Systems entfernt habe, der tückische Fehler war leider nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Auch nach dem Upgrade forderten manche Plug-Ins auch ihre Neuaktivierung ein, so dass ich diesen Umstand nicht auf dem Schirm hatte. Im Ergebnis hat sich das für die Systemperformance absolut gelohnt, weil auch alter Treiber-Ballast nun verschwunden ist. Inzwischen läuft ja alles wieder und jetzt gibt es auch ein neues Backup. ;-)

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    Stephan Merk  RED

    Nehmen wir mal ein anderes Beispiel: Bildschirmleser und -Vergrößerung. Für mich essenziell und teuer. Ein solches wollte ich aktivieren, aber die maximale Rechneranzahl war erreicht. Als Händler muss ich notfalls auch mal einen Fremdrechner bedienen (damals war Accessibility noch nicht in Systemen integriert) und mit dieser Firma hatte ich zusammengearbeitet. Ich erhielt dann eine Kopie vom CEO, dass ich die Software ja offenbar an Freunde und Bekannte verteilen würde. Das war für mich Grund genug, einen Produktwechsel durchzuführen und die Zusammenarbeit mit denen sofort zu beenden. Seitdem habe ich dazu auch ein etwas differenziertes Verhältnis: Käufer und Bittsteller in einer Person, oder Raubkopierer. Und wer eine Software nicht kaufen will, tut das egal ob mit oder ohne Kopierschutz, da ist ein Code oder Key wirklich die schmerzfreiste Lösung. Notfalls soll das Programm die Installation melden und der Anbieter kann mich ja anrufen und fragen, was passiert ist, wäre ich auch mit einverstanden. Arbeitsverweigerung geht meiner Ansicht nach aber gar nicht.

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    TobyB  RED

    Hallo Stephan,

    Klasse Story, geht ebenso als Realsatire durch. Ich habe aus diesem Grund vor ca.4 Jahren alles was iLok, eLicencer und Co mitbrachte radikal deinstalliert, nachdem mir eine unglückliche Kombination aus Software Unverträglichkeit und Betriebsystemupdate von Mountain Lion mir meine Benutzerordner geschrottet hat. Ich denke, das es hierzu weitaus bessere Verfahren gibt, siehe Everpures Ansatz. Zertifikatsbasierende Authorisierungen o.ä. sind da sicher wesentlich einfacher. Auch im Verbund mit verschiedenen Betriebssystemen. Es gibt da diverse Verfahren die das einfacher machen könnten. Sowohl für die Entwickler als auch für die User.

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      Stephan Merk  RED

      Danke Tobby, so war das ja auch teilweise von mir beabsichtigt. Generell müsste ein Schutz so möglich sein, dass er auch autarg funktioniert. Was ist denn in sagen wir 20 Jahren, wenn ich meine Legacy Collection in einer virtuellen Maschine nutzen möchte? Klar zerfällt Hardware mit der Zeit auch irgendwie, aber da kann jeder dran rumschrauben. Software disassemblieren ist hingegen verboten. Ziel müsste es sein, eine Aktivierung wirklich so hinzubekommen, dass sie auch ohne Hersteller gelingt. Bei Spielen hatte ich es auch schon, dass die Aktivierung nur möglich war, wenn man seine persönlichen Daten nebst Geburtsdatum angegeben hat, das geht mir entschieden zu weit. Auch E-Mail ist ein Problem, so nutzen manche Anwendungen noch alte Mailadressen, die ich gar nicht mehr nutze. Übrigens, was ist eigentlich, wenn Apple wieder mal gen Insolvenz gehen bzw. sich von iOS in 20 Jahren verabschieden würde? … Android ist ja Open Source.

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        TobyB  RED

        Hallo Stephan,

        Eine Firmeninsolvenz ist eine andere Baustelle. Aber du hast recht. Das forken den Android würde mir mehr Sorgen bereiten, aus Sicht eines Entwicklers ist das wie Pest und Cholera zusammen. Also 20 Jahre alte und ungepflegte Software ist betriebswirtschaftlich wie technisch pokern.

        Zur Aktivierung und Registrierung, in einem homogenen Netzwerk, sagen wir MS Active Directory mit Win2012 als Domänencontroller und Win7 als Clients geht das über die Zerfikartsstruktur via PKI und X.509v3 und durch Softwaremanagementsysteme, Altiris, MS Application Virtualization Client/Server

        Apple hat sowas „ähnliches“ mit Testflight am Start. Das ist zwar zum Betatesten gedacht, aber ohne Testflight und Zertifikat geht nichts zum testen.

        Das DRM des iTunes und Mac App Store arbeitet auf ähnliche Weise, die App ansich ist mit irgendeinem Mechanismus belegt. Selbst kostenlose Apps. Das Recht auf Benutzung ist an den User gekoppelt. Ich hab mir das aber noch nie näher betrachtet.

        Für Linuxe gibt es auch Lösungen die das alles ermöglichen. Android auch.

        Plattformübergreifend gibt es das auch.

        Wie gesagt Everpures Ansatz vertrete ich auch, mach es dem User einfach und ich weiss definitiv das es Werkzeuge gibt die dies ermöglichen. Plattformunabhängig, Backup resistent und Userfreundlich.

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          Stephan Merk  RED

          Hm, da bin ich zu sehr Anwender und kenne die Strukturen nicht aus der Praxis. Aber ich kenne mehrere Aktivierungsprozeduren aus der Hilfsmitteltechnik. Beschriebenes Beispiel von der Firma mit der unmöglichen Aktivierung, hier wurde versprochen dass Aktivierungen alle sechs Monate zurückgesetzt werden sollen. Technisch kriegten die das nicht auf die Kette und reagierten den Kunden noch kaltschnäuzig. Gut, englisches Unternehmen, die fahren auch aus Prinzip links. ;-) Man muss bei dem ganzen Aktivierungskram auch immer im Hinterkopf haben, dass eine Maschine mal ausfällt und durch fehlende Startmöglichkeit des Betriebssystems Schlüssel weg sind. Und die großen Frimen machen uns das doch vor, Aktivierung durch Deaktivierung eines Geräts. XLN Audio mal als Positivbeispiel: Der Manager aktiviert, installiert und aktualisiert, auf der Webseite einloggen und Geräte rausschmeißen reicht. So konnte ich meine XLN-Produkte auch verkaufen, weil mir die Bedienung zu schwer fiel. Also, es geht doch! U-he kenne ich, habe aber kein Produkt und kann dazu wenig schreiben. Klingt aber sympatisch.

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            TobyB  RED

            Hallo Stephan,

            ich kenne zumindestens die Seite unter Windows in Netzwerken ;-) Und bin auch gerne mal Anwender. Es ist ja nicht nur bei Musiksoftware so. Wie oben schon gesagt, es gibt andere Wege seine Anwendung vor unberechtigter Nutzung zu schützen. Das verdongeln der Maschine ist schon drastisch, zu mal ich im Ausfall der Maschine nicht mal eben von a) nach b) umziehen kann. Ok unter MacOS X geht das über die iCloud. Aber nicht jede Anwendung macht das mit und nicht jeder hat einen Mac. Wie schon geschrieben, ich setze keine gelockte Software mehr ein, weil mir das Risiko eines Datenverlustes größer erscheint. Trotz Backup.

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    Elias57

    Guter Beitrag.
    Dass es auch anders gehen kann, zeigen Firmen, wie G-Force, u-he und „damals“ auch Camel-Audio (personalisierter Installer von Alchemy), sowie einiger „kleinen“ Firmen, vermutlich nur Ein-Mann-Buden, die ein Key bereitstellen, den man auf seiner Platte kopiert. MixBus funktioniert ebenfalls nach so einem Prinzip.
    Ich musste mein MBP dieses neu aufsetzen und neben der Installationsarie der Libraries kam eben noch die Aktivierung der Software. Halt! Es gibt sogar Software, wo ich vor dem Neuaufsetzen daran denken muss, die Lizenz erstmal wieder in die Cloud zu schieben.

    Gut iLok und Co. sind hier im Vorteil, aber es gibt eine zusätzliche Abhängigkeit z.B: in Bezug auf Treiber oder schlicht mechanische Absentz. Ausserdem behindert es mich, wenn ich von Home auf Mobile wechsle, davon mal abgesehen, dass so ein Dongle auch seinen Platz am Gerät finden muss.

    Ausser meiner DAW, sortiere ich bei der Nutzung so nach und nach alle Software aus, die per C/R oder Dongle kopiergeschützt ist. Es bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig, aber ich habe keine Lust mehr auf diesen Schutzwahn, der mich in die gleiche Ecke stellt, wie einen Kriminellen.

  11. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    „Als ob es auch nur einen einzigen Kopierschutz gäbe, für den es kein Gegenmittel bereitgestellt wurde.“
    – Was ist mit dem Kopierschutz für Emulator X2? Der funktioniert so super, dass man legal gekaufte Software auf neueren Windows-Systemen gar nicht mehr aktivieren kann :) Umgehung: Fehlanzeige.
    Richtig spannend dürfte es allerdings werden, wenn große Firmen wie Native Instruments, Steinberg oder Ableton schließen müssen (alles gar nicht so unwahrscheinlich, angesichts des schrumpfenden Marktes für Musik… ) oder Microsoft kein kompatibles Windows mehr produziert :)

    Trotzdem finde ich Kopierschutz eine tolle Sache – ich will ja als Musiker auch nicht, dass mir meine Musik geklaut wird.

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      Stephan Merk  RED

      Dein letzter Satz ist ein wunderbar passendes Beispiel: Als Microsoft mit Windows Vista den Systemkern mit DRM-Features so vollstopfte, dass sogar die Performance darunter litt, hoffte man auf Zuspruch der Medienindustrie. Weit gefehlt, denn der Trend ging bei Musik weg von DRM hin zu MP3 mit Wasserzeichen mit dem Ergebnis, dass Microsoft bei Windows 7 von Vorne anfangen musste. Das zeigt doch, dass man mit einer generellen Abneigung der Masse die Industrie zum Umdenken bewegen kann. Und das Ende vom Lied ist doch, dass Musiker heute sicher am Wenigsten um ihre Einnahmen fürchten müssen, zumal ja Streaming-Dienste hier eine Menge ableisten. Da entscheidet auch langsam mal wieder, was gute Musik ist und nicht, was uns die Industrie als gut verkaufen will.

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        TobyB  RED

        Hallo Stephan,

        ich halte das für eine gewagte These, dass Musiker heute sicher am Wenigsten um ihre Einnahmen fürchten müssen… Du kennst die Vergütungssätze für Streaming? Fakt ist, das Künstlern seit Streaming die Einnahmen massiv wegbrechen. Ich habe mit meiner letzten Single z.b. für knapp 1000 Streams 1,32€ Umsatz generiert. Und ich bin noch in der glücklichen Position keinen Labelsplit von 60:40 o.ä zu haben. Streaming nützt nur den Rechteverwertern. Der Kunde wird hierbei unmündig und alles wird in einen DRM Rechtecontainer auf dem Smartphone gepackt. Spätestens bei der Kündigung des Streamings ist die Mietmusik wieder weg. Der zweite Nutzniesser sind die Mobilfunkprovider in Deutschland, deren Netze ausgelastet werden und natürlich auch die Volumenkontingente der Kunden, welche dann gerne mehr Volumen buchen. Wer Musik liebt kauft sie und/oder hört Radio. Denn nebenbei ist Streaming ein Frontalangriff aufs Radio ;-) Stell dir einfach vor, dank TTIP und Co. müsstest du keine Haushaltsabgabe für öffentlichen Rundfunk mehr zahlen. Wer würde dann diesen Betrag gerne haben wollen ;-)

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          Stephan Merk  RED

          Hi Toby, da könnte man sicher bei einem Bier stundenlang diskutieren. Deine Argumente sind natürlich richtig, aber sieh das mal anders: Als Napster Ende der 90er an den Start ging, habe ich nahezu jahrelang keine CDs/Musik mehr gekauft, warum auch sollte man Sampler für gesuchte 80er-Hits kaufen, wenn man mit Try and Error eben mal 2000 Titel runterlädt und zugleich weitergibt? Da sehe ich Streaming als notwendiges Übel und durch Social-Medien haben doch endlich auch mal kleine Künstler eine Möglichkeit, bekannt zu werden und das ohne GEMA und Co. Dann sind dann noch einmalige, nicht kopierbare Gigs. Und der Streamer denkt auch nicht daran, die Musik zu behalten, das ist eine ganz andere Denke, die ich als Musikfreund so auch nicht teile. Aber ich kenne Teens, die haben nicht eine einzige CD, geschweige denn einen CD-Player. Und wenn ich sehe, was der Künstler bekommt (die c’t hatte das vor einiger Zeit mal durchgerechnet), da möchte ich nicht davon leben müssen.

  12. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Stephan,

    man könnte. Da ich aber auch zu der Gattung Musiker und Kostenstellenverantwortlicher gehöre. Seh ich das anders. Ich würde das anders sehen, wenn die Vergütungssätze anderes wären. Betriebswirtschaftlich ist Streaming für mich eine kanibalisierende Opportunity. Der Weg über Social Media ist ein teurer Weg, da du unternehmerisch betrachtet Zeit und/oder Geld investierst. Die GEMA ist im Prinzip nichts weiter als das Inkasso der Komponisten/Textdichter ggü. Verwertern. Verwerter sind hier Syndikation auf Tonträgern, Airplay, Konzert und andere Formen. Bervor die GEMA für dich das Clearing und Inkasso übernimmt, steht erstmal das Abenteuer Aufnahme als Mitglied und das überweisen des Mitgliedsbeitrages fällig, 2 Pseudonyme sind hier inklusive. Ebenso wichtig Fristen und Termine beachten ;-)

    Bevor wir ganz Offtopic werden, meine Korg Legacy Plugins mit eLicencer laufen nicht mehr unter MacOS X 10.11 El Capitan. Gut das ich noch eine M1 und eine T3 habe.

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    Pflosi  

    Never change a running system. Einfach keine OS Updates mehr machen. Ja, unter Umständen muss man halt einen separaten extra-Rechner nur für die Musik / DAW / usw. haben. Neue Soft Synths o.Ä. erwünscht? Muse Receptor oder ähnliche Plugin Players schaffen Abhilfe.

    Von einer TR808 erwartet schliesslich auch niemand, dass man mit ihr die Steuern machen, Katzen-Videos anschauen, Kommentare auf Amazona schreiben und die aktuellsten News checken kann…

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    Stephan Merk  RED

    Naja, andererseits würde aber ein Aufschrei durch die Musiker-Branche gehen, wenn beim Wechsel der Steckdose auf dem Display eine Meldung erscheint, dass das Gerät zum weiteren Betrieb erst durch einen Roland-Mitarbeiter autorisiert werden muss, da ein Standordwechsel nur zweimal geduldet wird. Ich für meinen Teil sehe nicht ein, zu Gunsten eines ungewollten Kopierschutzes einen Rechner nicht auf dem aktuellen Stand zu halten. Und wenn gewollt ist, dass der Computer nur für Musik zu nutzen wäre, sollte man auch einen eigenen Unterbau erzeugen. Daher steht das so ein Bisschen im Widerspruch zur realistischen Nutzung – ein PC ist nunmal ein Multitasking-Gerät und eine TR-808 ist ein Instrument. Und es geht ja auch anders, siehe Android und iOS, da macht man auch Updates – muss man sogar.

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      Pflosi  

      Es ist nun mal die einzige „gute“ Lösung. Dass Du einen PC nicht als „Instrument“ auffasst, sagt ja schon alles, oder?

      For the record, ich möchte hier diese Praktiken nicht verteidigen, im Gegenteil! Ich benutze selbst meine DAW nur als Multitracker und zum Abmischen, und nur interne Plugins. Drum hab ich das Problem kaum. Wenn ich massiv viele Dritt-Plugins benutzen würde, würde ich mir aber auf jeden Fall eine extra Musik-Kiste zulegen.

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        Stephan Merk  RED

        Deinen ersten Satz verstehe ich nicht, was sagt das denn aus? – Warum sollte ein PC als Emulationsplattform für Instrumente als Solches gesehen werden? Ein Instrument ist ein Produkt, das irgendwas in irgendwelche akustischen Informationen umwandelt, ob mechanisch oder elektronechanisch bzw. elektronisch. Vermutlich hast Du auch nicht verstanden, was ich mit meinem Beitrag ausdrücken wollte, der übrigens so auch in einem Spiele- oder Office-Forum hätte stehen können. Es ist ein generelles Problem und das mit der persönlichen Schwierigkeit, dass ich wohl oder übel mit kaum Sehrest nur einen Bruchteil der Leistung nutzen kann. Dieser Produktivitäts-Hemmer nervt mich schon, da will ich nicht durch vermeidbare Software-Fesseln noch weiter gegängelt werden, zumal jede eine eigene Sprache spricht. Mehr wollte ich gar nicht damit aussagen. Immerhin habe ich mich ja durch meinen Kauf teilweise zu diesem Unsinn hinreißen lassen. Nur bei einem Hardware-Produkt mit Software-Beigabe muss man das eben schlucken. Und man kann es nutzen, muss es aber nicht gut finden und dann darf man das auch schreiben oder?

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    Pflosi  

    Hi Stephan

    Erstmals, vermutlich sind meine beiden Kommentare etwas harscher rübergekommen, als das intendiert war – sorry dafür. Ich finde Deine Kritik durchaus berechtigt und natürlich darf und soll sie geäussert werden!

    Allerdings finde ich die Sichtweise des Artikels einfach etwas naiv. Du wusstest ja von dem Problem und hast lange nichts mit dem Risiko gekauft (iLoks usw.). Dann hat aber das GAS eingesetzt und Du hast den Grundsatz über Bord geworfen. Und nun wundert man sich, dass genau das eingetreten ist, was immer vermieden werden sollte? Sorry, aber in meinen Augen ist das naiv. Was machst Du, wenn Native Instruments bankrott macht (und somit kein Support für neue Betriebssysteme mehr möglich ist)? Dann stehst Du wahrlich mit unbrauchbaren Produkten da.

    Meiner Meinung nach ist die einzige Lösung dafür, eben einen PC speziell für Musik aufzusetzen und ihn dann in Ruhe zu lassen und auch für nichts anderes zu benutzen. Den PC also ähnlich wie ein anderes Standalone-Instrument zu behandeln. Das wollte ich damit aussagen. Deine Definition widerspricht sich übrigens, denn auch ein PC wandelt „irgendwas in irgendwelche akkustischen Informationen“ um, er emuliert das nicht nur. Diese Haltung schwingt mit bei dieser Diskussion, finde ich.

    Hoffe ich konnte das etwas klären und sorry nochmals, wenn ich etwas aggressiv rübergekommen bin!

    LG

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      Stephan Merk  RED

      Ich bin ganz sicher nicht naiv, dafür aber hochgradig sehbehindert und muss daher gewisse Risiken eingehen. Man sieht vorher weder, ob eine Software barrierefrei ist, noch wie sie aktiviert wird. Dass die MPC-Software eine Aktivierung Trotz eindeutig zuortbarer Hardware einfordert, steht nicht auf dem Karton. Auch erläuterte ich, dass die Aktivierung in Dosen nicht so ins Gewicht fällt, aber die Neuinstallation mir diesen schleichenden Prozess wieder vermittelt hat. Und es ist sicher nicht meine Naivität, dass die Hersteller zum Einen weder barrierefrei programmieren, zum Anderen noch ganz unmissverständlich über die Konsequenzen informieren. Im Gegenteil wäre es ziemlich dumm, ein Artikel über Software-Aktivierungen zu schreiben, wenn man diese nicht aktiv genutzt hat.

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        Pflosi  

        „Dass die MPC-Software eine Aktivierung Trotz eindeutig zuortbarer Hardware einfordert, steht nicht auf dem Karton.“

        Auf dem Karton nicht, aber eine Google Abfrage nach „MPC software activation“ bringt (nach den offiziellen Instruktionen von Akai) eine ganze erste Seite mit Posts von Leuten, die damit Probleme hatten. Eine kleine Recherche, bevor man etwas kauft, ist immer hilfreich. Und wenn etwas einen iLok benötigt ist die Sache ja wohl sofort klar…

        Wie gesagt, mir ist bewusst, dass es sich um ein sehr nerviges Problem handelt – insb., wenn man gleich komplett alles neu aufsetzen muss. Aber eben, die Hersteller werden sich nicht einfach so ändern, da können wir noch so viele Blogeinträge drüber schreiben – vote with your money. Wie Du es erst ja gemacht hattest. Ansonsten bleibe ich dabei, dass der beste Schutz vor diesem Problem ein dedizierter Musik-PC ist. Was hindert Dich denn an letzterem?

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          Stephan Merk  RED

          Es gibt sehr viele Menschen, die können alles und wissen alles. Krankheiten und Leid kennen sie nur aus dem Fernsehen. Aber es gibt da noch den Spruch „besser spät als nie“. Denn auch ohne Empathie, sich in andere Menschen hinein setzen zu können, werden sie irgendwann alle alt. Sehen schlecht, werden unmobil und stehen plötzlich vor dem Problem, nichts mehr alleine zu können. Ich würde mir wünschen, dass manch einer den einseitigen Kram, den er dann vor 60 Jahren geschrieben hat, mal wieder zu Gesicht bekommt und sieht sich vielleicht mit einer ganz anderen Denkweise konfrontiert. – Wenn man wie ich nicht mal so eben ein Gerät kaufen kann, mal so eben 100 Seiten querlesen kann und darauf angewiesen ist, dass das gekaufte Gerät auch kompatibel zu den eigenen Einschränkungen ist, helfen derart linear-oberflächliche Gedanken ohne die Fähigkeit, sich in den anderen hineinsetzen zu können, herzlich wenig. Also, was diskutieren wir herum? Du wirst meine Lage nie verstehen können oder wollen und ich werde Dich nicht zu einer anderen Denkweise bringen können. Aber das Alter kommt bestimmt…

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            Stephan Merk  RED

            PS: Es würde schon helfen, den ersten Satz meines Artikels gelesen und verstanden zu haben um zu begreifen, in welche Richtung ich hin wollte. Das nur noch so am Rande.

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              Stephan Merk  RED

              Vielleicht noch ein Nachsatz, denn meine obige Antwort war vielleicht etwas zickig. Aber ich muss sagen, habe diese pauschalen Antworten auf Alles in Foren inzwischen richtig satt. Manch einer erklärt alles mal so eben und mit einer Selbstverständlichkeit, als ob es weder Kriege, noch Krankheiten oder Tod gäbe. Das ist ja alles so erklärbar und wer nicht so handelt, ist naiv, dumm oder kann einfach nichts. Nur so einfach ist die Welt nun mal nicht zu erklären und gerade in einer aufgeklärten Gesellschaft ist es traurig, dass man immer wieder auf solche Beiträge stößt. Betrachte ich die Antwort (Naivität) und meinen ersten Satz des Themas, passt die Antwort so überhaupt gar nicht dazu. Und wenn selbst Erläuterungen meinerseits nicht fruchten, fällt mir auch nicht mehr viel ein.

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                Pflosi  

                Ich nehme Deinen Post und die ersten Sätze sehr ernst! Dass ich die Kritik berechtigt finde, habe ich ja betont. Du schreibst auch von einer Revolution, auf die Kaufsoftware zu verzichten. Ziemlich genau das befürworte ich ja auch, bzw. sich eben ein möglichst optimales System einzurichten und das dann in Ruhe zu lassen.

                War wirklich nicht böse gemeint, sorry nochmals. Viel Erfolg beim Einrichten!

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                  Stephan Merk  RED

                  Nene, alles gut, ich habe Dir das auch absolut nicht übel genommen. Nur auf dies „is doch alles kein Problem, gibt ja ne Lösung“ bin ich inzwischen etwas zickig, weil wenn das so wäre, gäbe es keine unglücklichen Menschen. ;-) Und eben diese Bemerkung, man solle verzichten, ist auch nicht naiv gemeint, sondern wäre der einzige Ausweg, die Hersteller zum Umdenken zu bringen. Das hat bei der Musikindustrie auch gefruchtet, bei der Filmindustrie leider noch nicht. Nur es ist auch nicht immer möglich, ein System so stehen zu lassen, wie es ist, gerade wenn man mit Screenreadern arbeitet. Weil gerade die Open Source-Projekte irgendwann nicht mehr ältere Anwendungen unterstützen, weil man die Energie in aktuelle Software steckt. In meinem Fall wäre es jetzt eine Frage der Zeit gewesen, hätte ich nicht jetzt umgestellt, dann in drei Jahren (dann aber nicht kostenlos). und dann waren da noch technische Probleme mit der EFI-Firmware, die nur so beseitigt werden konnten. Denn abgesehen von der Aktivierung sind einige Hardware-Probleme jetzt beseitigt und die Kiste läuft runder. Aber das tat ja nichts zur Sache, weshalb ich das im Beitrag auch nicht erwähnt habe.

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    AMAZONA Archiv

    Warum kann sich nicht ein Musikhaus Thomann(5 Millonen Kunden) als globaler Verwalter für diverse Hersteller anbieten?

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      Stephan Merk  RED

      Guter Einwand, so ist es ja bei Download-Portalen, Steam für Spiele und anderen Händlern auch. Aus Wettbewerbs-Sicht finde ich es problematisch, wenn ein Händler diese Aufgabe übernimmt. Globale Lizenzierungssysteme gibt es ja auch schon, wie beispielsweise iLok. Hier wäre ein Quasi-Monopol-Gedanke aus meiner Sicht eine Vereinfachung. Wie das gehen kann, zeigt der Microsoft, iTunes und Play Store doch in erfolgreicher Manier. Angesichts Deiner Bemerkung würde ich sogar soweit gehen und aktuelle Lizenzierungs- und Aktivierungssysteme als rückschrittlich bezeichnen. Kleines Beispiel aus der Praxis: Nach dem letzten großen Windows 10-Upgrade durfte ich meine Legacy Collection wiederum erneut aktivieren.

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        AMAZONA Archiv

        Mich täten ja mal Zahlen zu dem wirtschaftlichen Schaden intressieren und wie die Entwicker das sehen.
        Und zwar die von Synth1/Charlatan etc. über Uhe/Synapse bis zu NI Maschine/Spark/Push. Also von Freeware über payware bis hin zu Software mit playable,,Dongle´´ ;)

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