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Der Synthesizer in der Rockmusik der 60er und 70er Jahre

9. Mai 2019

Synthesizer 60er & 70er in Psychedelica und Synthedelica!

Der Synthesizer in der Rockmusik der 60er und 70er Jahre

Der Synthesizer in der Rockmusik der 60er und 70er Jahre

Rockmusik ist bekanntlich ein dehnbarer Begriff. Gitarre, Bass und Schlagzeug mögen vielleicht die Anfänge ausgemacht haben, die diesem Genre zur Geburt verhalfen, aber dabei ist es nicht geblieben. Rock ’n‘ Roll ist ein rebellischer Akt – nicht zu verkopft, aus dem Bauch heraus. Welche Instrumente dabei zum Einsatz kommen, ist dabei fast nebensächlich. Wichtig ist der Blick auf die Dinge, die Angriffslust, die Kampfansage an das Establishment – was auch immer dieses „Establishment“ sein mag.

In Zeiten grenzenloser künstlerischer Freiheit (zumindest im Westen) ist ein echter, subversiver Akt jedoch schwierig geworden. Klar – der Staat macht noch immer Probleme. Klar – sozialen Brennstoff gibt’s genug, Themen, die angerissen und besungen werden wollen, sowieso. Nur richten sich die Repressalien selten gegen die Kunst als solche. „Rock is dead“ – sagt wer? So ziemlich alle Größen, die die 60er und 70er Jahre überlebt haben. Und wenn man sich beispielsweise Greta Van Fleet anschaut, die zwar 1 zu 1 dem Klangbild von Led Zeppelin entsprechen, aber nichts von deren rebellischem Geist transportieren, ist man versucht zuzustimmen: Alles weichgespült. Irgendwie. Ein bisschen.

Wenn heutzutage etwas in Mark und Bein fährt, spielen Gitarren irgendwie … nur eine zweitrangige Rolle. Siehe Death Grips. Siehe Battles. Es gibt sie noch – „rebellische“ Bands, aber die wenigsten schaffen es noch, mit den alten Stilmitteln Akzente zu setzen. Spricht man von der Rolle, die Synthesizer heutzutage in der Rockmusik spielen, lässt sich klar sagen: Sie haben das Klangbild erneuert und der eingestaubten Stilrichtung neues Leben eingehaucht!

Dabei sind sie schon seid Anbeginn Teil des Rock ’n‘ Roll. Lässt sich das Mellotron aus den 60ern wegdenken? Wohl kaum. Insgesamt ist die Geschichte des Synthesizers im Rock auch eine Frage nach dem „Was wäre, wenn ..?“, eine Frage nach dem Weg der amerikanischen Musikgeschichte, die speziell in den 60ern in der Schnittmenge von Synthesizer und Rockmusik eine ungemeine kreative Explosion erfuhr – die irgendwie nie ihren krönenden Abschluss fand. Noch bevor MIDI 1982 alles revolutionierte und den Stammbaum der elektronischen Musik maßgeblich erweiterte, spielten in den 60ern und 70ern Synthesizer eine ganz besondere Rolle in der Rockmusik.

Synthesizer in der Rockmusik – Synthedelica?

Den ersten Synthesizerimpuls in der Rockmusik zu lokalisieren, ist nicht einfach, aber ein denkbar günstiger Ausgangspunkt ist zweifelsohne der Psychedelic Rock – und wie gesagt, eine Zeit vor MIDI. Wir müssen nicht soweit zurückgehen und nachvollziehen, wie der CSIRAC in den 50ern die ersten elektronisch erzeugten musikalischen Klänge zum Besten gab – auch wenn das streng genommen historisch richtig ist.

Der Synthesizer in der Rockmusik Moog

Das erste vielfach genutzte Instrument, das für die Klangerzeugung Oszillatoren nutzte, war das Theremin, das die Position eines Festkörpers in einem Magnetfeld lokalisierte und dabei diese charakteristischen Frequenzschwingungen erzeugte. Denkt man an die Science-Fiction-Klassiker der 50er Jahre, ist das Klangbild des Theremin sofort präsent. In den 60er Jahren, als es für die ersten Psychedelic Rock Bands ins Studio ging, verliebten sich nicht wenige Musiker in den sehnsuchtsvollen und leicht verträumten Klang des Mellotrons. Bald schon war es omnipräsent, dieses polyphone Tastengerät, das mit Magnetbandstreifen die Klangerzeugung leistete. Doch unter der Oberfläche brodelte es: Fernab vom Psychedelic Mainstream und der zunehmenden Politisierung dieser Musikrichtung gingen einige Bands vor allem Mitte und Ende der 60er Jahre ein Risiko ein – und dachten die Rolle von Synthesizer im Rock radikal anders. Die Inspiration hierfür? Der Geist des Psychedelica.

Joseph Byrd, einer der Pioniere des amerikanischen Psychedelica und Kopf der „United States of America“, brachte es veranschaulichend auf den Punkt: Es ging darum, eine „radikale Erfahrung“ zu vermitteln – in Abgrenzung zu den konventionellen Klangebenen, die der Psychedelic Rock bislang bot. Der klassisch ausgebildete Komponist ist die vielleicht bekannteste Figur einer der vielleicht interessantesten Strömungen der amerikanischen Musikgeschichte, die eine ganz eigene Liebesbeziehung zur „künstlichen Klangerzeugung“ hatte. Er vermischte Arrangements der Klassik mit elektronischen Texturen und nutzte das Rock-Format lediglich als Vehikel für seine persönliche Vision – etwas, was sich damals nicht viele trauten. Man muss sich klar machen: Wir schreiben das Jahr 1968. Es war nicht gängig, Drums mit Pickups zu versehen, sich Ringmodulatoren oder Oszillatoren selbst zu bauen.

Also: Wie in jeder Ära spielte sich besonders Interessantes vor allem in den geschichtlichen Fußnoten ab – vielen dürfte Fifty Foot Hose aus Nordamerika kein Begriff sein. Oder die kanadische Gruppe Syrinx. Tatsache ist – wenn es darum ging, Synthesizer in der Rockmusik eindrucksvoll zum Einsatz zu bringen, ist vor einem halben Jahrhundert diesen Gruppen aus Nordamerika und Kanada etwas Bahnbrechendes gelungen, das seiner Zeit weit voraus war. Psychedelica – die besonders abstrakten Klangexperimente des Psychedelic Rock – hatten hier mehr oder minder ihr synthetisches Pendant.

Wer waren Fifty Foot Hose? Diese Gruppierung rund um Louis Marcheshi irgendeiner Strömung definitiv zuzuordnen, ist alles andere als leicht. Sie waren jedoch, genauso wie Syrinx oder Tontos Expanding Head Band, eine der Gruppierungen, die sich in ihrer Einstellung zu Synthesizern radikal von denen ihrer Zeitgenossen unterschied. Anstatt jede zweite Bassmelodie mit einem Mellotron zu begleiten oder ein Bridge-Segment für eine kleine Soloeinlage mit dem Theremin zu öffnen, sprich – anstatt diese elektronischen Instrumente auf Begleitelemente zu reduzieren, versuchten Marcheshi und Konsorten, Synthesizer als integralen Part ihrer Rockmusik zu begreifen.

Der grundlegende Charakter von Fifty Foot Hose erinnert ein wenig Jefferson Airplane, beflügelter Acid-Rock – doch im Fundament, in den Grundfesten der Musik, passierte eine Menge bis dato Ungesehenes: Modulierende Bleeps und Bloops, auf die mit den herkömmlichen Instrumenten in Echtzeit reagiert wurde – so entstand eine äußerst organische Melange. Und dass hier keine Moogs zum Einsatz kamen, sollte auch erwähnt werden: Marcheshi baute sich Ringmodulatoren selbst, arbeitete mit Tape-Loop-Reverbs und dem Theremin. Ein Prinzip, das auch Intersystems im selben Jahr verfolgten – man schrieb das Jahr 1967 und der erste Minimoog war noch ein paar Jährchen entfernt. Improvisation war also gefragt.

Psychedelica, und die Suche nach experimentellen Klängen, ist also fast so alt wie der moderne Rock selbst – spätestens als dann die Beatles mit ihrer No.9 viele Hymnenfans vor den Kopf stießen. Und während speziell auch Fifty Foot Hose von Kritikern zum Teil zerrissen wurden – mit dem Verweis, sie seien zu sperrig und schlichtweg bizarr – gelang es dem kanadischen Trio Syrinx, eine kompositorisch ausgereiftere Form der Synthesizer Psychedelica auf Band zu brennen.

Für die heutigen Verhältnisse mag das unspektakulär wirken – doch man muss sich vor Augen führen, dass hier vor 50 Jahren versucht wurde, im Kontext von „Rock Musik“, statt Gitarren Moog-Synthesizern und einem ARP 2500 die zentrale Rolle zukommen zu lassen. Raus kam ein kompositorisch komplexes und dynamisches Klangbild – garniert und zusammengehalten vom „Voodoo-Drumming“ von Alan Watts. Die nordamerikanische Acid Rock Psychedelica war also streng genommen das erste Laboratorium und die erste Musikszene, die sich radikal mit dem Potenzial der Synthesizer in der Rockmusik auseinandersetzte.

Die Rückbesinnung des amerikanischen Rock auf seine bluesigen Wurzeln verhinderte vielleicht, dass ein echter amerikanischer Kraftwerk-Ableger entstand und sorgte dafür, dass die amerikanische Electronica, in dieser Ära zumindest, nicht über ihre Kinderschuhe hinaus kam. Das war vielleicht vor allem dem politischen Klima geschuldet: In einer Zeit, wo Amerika um seine Identität rang, entsprachen explorative Experimente eben nicht mehr dem Zeitgeist. Eine (ästhetisch aktualisierte) Rückkehr zu alten Wurzeln wurde von der Presse eher belohnt und auch wenn die 70er viele Experimente wagten, kehrte niemand mehr so richtig zu jenen potenziell radikalen Impulsen zurück.

Synthesizer in der Rockmusik – portable Revolution?

Der Synthesizer in der Rockmusik 3

Jap. So sah er ungefähr aus – der erste Moog. Als Studio-Flaggschiff für die damaligen Könner ein kleiner Schrein, doch für die Masse an Rockbands eine nicht zugängliche Ressource. Es musste dauern, bis 1970 der erste Minimoog auf den Markt kam und Rockbands anfangen konnten, leistungsfähige Synthesizer in ihr Tour-Equipment aufzunehmen. Bis es jedoch so weit war, ließen sich The Monkees nicht von der Größe des ersten Moog abschrecken, kauften ein solches Schlachtschiff, verfrachteten es in ihr Studio und bauten das gute Stück in ihr Album Pisces, Aquarius, Capricorn & Jones Ltd. ein. Ungefähr glleichzeitig brachten The Doors Strange Days auf den Markt, das ebenfalls einen Auftritt der ersten Moog-Reihe aufwies. Für die „Großen“ also, Bands wie die Beatles oder The Doors, waren diese Schlachtschiffe zugänglich. Auf deren Alben Ende der 60er, sei es eben Strange Days oder Abbey Road, feierten Moog ihren Einstand. Der Rest musste warten – bis die ersten Minimoogs auf den Markt kamen.

Für den Progressive Rock der 70er Jahre war der Charakter des Minimoogs also von prägender Bedeutung. Das charakteristische LFO-indizierte Vibrato findet sich auf den frühen Platten von Pete Townshend oder Electric Light Orchestra. Außerdem dürfte es wohl kaum ein Intro, Outro oder experimentelle Segment eines 70er Jahre Prog Rock Songs gegeben haben, das ohne den Rauschgenerator des Minimoogs auskam. Sowohl die White- als auch Pink-Noise Fähigkeiten des Minimoogs kamen in den frühen 70ern fast inflationär zum Einsatz. Und Visionäre wie Brian Eno gingen darüber hinaus und erschufen mit den Oszillatoren des Minimoogs Ohrwurm-Melodien, genauso wie Vangelis oder Keith Emerson. Die Klangästhetik des New Age kündigte sich an.

Stand die Rolle des Synthesizers in den 60ern also noch unter einem schwierigen Stern, wurden diese Klänge durch die Portabilität-Revolution in den 70ern ein allgegenwärtiges Stilmittel. Ein weiterer Pionier, der in seiner Platte aus dem Jahre 1974 flächendeckend Synthesizer und auch Drumcomputer zum Einsatz brachte, war der japanische Musiker Osamu Kitajima. Mitte der 70er begannen dann die zahlreichen Musikströmungen, ihr Klangbild mithilfe von Moog und ARP Instruments (allen voran des ARP Odyssey) zu erweitern. Selbst Puristen des Punk, wie die amerikanische Band Suicide, erschufen in New York mithilfe von Drummachines und Minimoogs ein ganz eigenes Sound-Monster, das seine britische Entsprechung in den Industrial Pionieren Cabaret Voltaire und Throbbing Gristle fand. Und das amerikanische Mysterium Devo ließ sich maßgeblich bis zum Ende der 70ern durch die synthetische Klangwelt zu immer abstrakteren Klangideen hinreißen.

Bis es also 1982 mit der MIDI-Revolution und der angehenden Digitalisierung von Sound zu einem elektronischen „Flächenbrand“ kam und der Synthie-Pop alles veränderte, war das Verhältnis von Rock zu Synthesizern von einem seltsamen Pioniergeist geprägt, der einen zum Teil obskuren Charakter entfaltete. Es wundert nicht, dass diese Periode nach wie vor große Faszination ausübt: Es gab kein definierendes Genre. Schubladendenken war quasi nicht vorhanden und jeder suchte seinen ganz eigenen, individuellen Zugang zum Potenzial der synthetischen Klangbildung. Und diesen Pioniergeist, wie ihn Ende der 60er viele Psychedelica-Bands an den Tag legten, gab es in dieser Art danach leider nur noch selten in der Rockmusik.

Forum
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    Marcel Halbeisen  

    Danke für den tollen, aber für mich zu kurzen Artikel. Da steckt doch sicher noch mehr Wissen aus der Zeit drin, mehr Bands die was „zu sagen“ hatten. Die grundtiefe Kenntnis wird ja am Anfang mit tollen – mir zum Teil total unbekannten – Bands belegt, von solchen Tipps hätte ich gerne noch mehr. Vielleicht kommt ja noch was, auf jeden Fall hat der Artikel eine irre Neugier bei mir geweckt…
    Danke :-)

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    volcarock  

    Klasse Bericht, besonders die Band Fifty Foot Hose mit ihrem 67er Album haben es mir angetan! Da is echt alles dabei, von Jeffeson Airplane Hippie Feeling bis early Black Sabbath Riffs!
    Danke für den Tip!

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      krautkopf  

      ja, fifty foot hose ist schon lange eine meiner spät 60er lieblings LPs! GENIAL!!! Von hit (red the sign post) bis abschuß (cauldron) alles dabei! :)

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    Rick Sanchez

    Gute Tips, danke dafür, aber in der Reihe darf „White Noise – An Electric Storm“ von 1969 nicht fehlen, ein psychedelischer Meilenstein innerhalb der elektronischen Musik.

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    Willemstrohm  

    „Amerikanischer Kraftwerkableger“…“In einer Zeit, wo Amerika um seine Identität rang, entsprachen explorative Experimente eben nicht mehr dem Zeitgeist. Eine (ästhetisch aktualisierte) Rückkehr zu alten Wurzeln wurde von der Presse eher belohnt und auch wenn die 70er viele Experimente wagten, kehrte niemand mehr so richtig zu jenen potenziell radikalen Impulsen zurück.“
    Ein spannendes Thema, bei dem man durchaus us-amerikanische Impulsgeber für Krautrock und deutsche Elektronik jener Zeit vermuten kann. Ganz direkt meine ich das bei dem 2 Mann Projekt „Silver Apples“ zu erkennen. Eine kleine Sensation an der amerikanischen Ostküste Ende der 60er. Viel Kritikerlob, sehr innovativ und vielleicht auch ein direkter Ideengeber für die deutsche Band CAN (aber auch andere).
    An diesen Beispielen/Vergleichen evtl. erkennbar: Silver Apples https://bit.ly/2He1ZOd
    CAN https://bit.ly/2LygdNT
    Die Silver Apples – im Prinzip nur noch bestehend aus dem mittlerweile 80 jährigen Simeon Coxe kämpfen sich wieder und immer noch durch den Musikdschungel.
    Seit einigen Jahren geistert dieser zeitlose Track hier vom Debütalbum der Silver Apples aus dem Jahre 1968 u.a. auch durch Dokumentationen oder Fernsehserien. Ein Meisterwerk und hypnotischer Vorläufer späterer Elektronik. Oscillations
    https://bit.ly/2jdqnDl

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        Willemstrohm  

        Da gäbe es einiges, was bemerkenswert an diesen Alben,der Band und den Performances ist.
        1. Simeon Coxe konnte/kann kein Tasteninstrument spielen. So ziemlich alles, was man zu hören kriegt, ist pure Oszillatorendreherei, keine Synthesizer im herkömmlichen Sinne. Das Zeugs aus dem 2. Weltkrieg kaufte er für ’nen Appel und ein Ei.
        Im Prinzip ist er dabei geblieben:
        https://bit.ly/2PWSPIs
        2. Der Drummer und Mitsongschreiber der Band, Dan Taylor, war ein guter Kumpel von Jimi Hendrix. Spielten mal in der gleichen Band. ’69 spielten sie mit Hendrix auch eine Jamsession, genauer gesagt Coxe am „Bassoszillator“ und Hendrix an der Klampfe. Wurde mitgeschnitten. Dan Taylor nahm das Band mit und wollte wohl noch Drums dazu beisteuern, aber dazu kam es nie.
        https://bit.ly/2LxFKXy
        3. John Lennon soll ein Fan der Band gewesen sein. sah in dieser Band wohl so’n bissken die Zukunft des Pop. Ähnlich verhielt es sich bei Lennon übrigens später mit den B52s, die ihn Jahre später sogar dazu inspirierten, sein letztes Album aufzunehmen.
        4. Das Rear Cover und Inlay des Albums bereitete der Band Schwierigkeiten, weil es sie an einer Absturzstelle zwischen Wrackteilen eines Airliners musizieren. PAN AM klagte dagegen. Das war das vorläufige Ende der Karriere der Silver Apples. Coxe zog sich für über 20 Jahre aus dem Business zurück und verdiente seinen Lebensunterhalt stattdessen als Eiswagenfahrer. In den 90ern relaunchte er das Projekt. Später sagte er mal in einem Interview zu der PAN AM Geschichte, dass er die PAN AM ja tatsächlich überlebt habe.
        5. Performten bei einer offiziellen Veranstaltung 69 mit Bürgermeister und so zur Mondlandung in ’nem New Yorker Park (Central Park?)

  5. Profilbild
    Sintetizador

    Meines Erachtens war das Problem mit dem Einsatz des Synthesizers im Rock der 60er und 70er, dass man ihn damals regelrecht „unreflektiert“ einsetzte. Darüber hinaus waren die Geräte technisch einfach noch nicht so weit. Das klingt aus heutiger Sicht einfach sehr krude – gut, das kann man nun auch als eine ganz spezielle Art der Ästhetik bezeichnen, aber auf die meisten Menschen wirkt es befremdlich. Durchaus schöne Beispiele für den Einsatz des Synthesizers aus der damaligen Zeit finden sich, so denke ich, auf dem Album „Turnstiles“ (1976) von Billy Joel und dem ersten Album von Fleetwood Mac mit Buckingham und Nicks an Bord (1975). Zum Beispiel in den Songs „Summer, Highland Falls“ von Billy Joel und in „Crystal“ von Fleetwood Mac. Das klang schon irgendwie organisch ohne skurril und aufgezwungen zu sein.
    https://www.dolphinboats.net/de

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    dAS hEIKO  

    Ich hab überhaupt erst den Zugang zu Rockmusik über Stücke mit Synthesizern gefunden: Mit Sachen von Saga, Manfred Mans Earth Band, ELO oder Journey. Einer meiner Favourites ist
    „Frankenstein“ von Edgar Winter
    – sowohl der 84er Mix als später auch das 73er Original. Als ich EdGuys „King of fools“ das Erste Mal hörte, dachte ich unweigerlich an Van Halens „Jump“. Und Rammstein ohne Synth wäre nicht Rammstein. Der Synthesizer gehört fest ins Repertoir – das tut den Stücken Ohne Synth ja keinen Abbruch. Hauptsache es endet nicht wie beim Saxophon mit einem Perma-Ban obwohl ein Titel wie Urgend ohne Sax-Solo zwar möglich, aber unsinnig ist.

    Danke Dimi, für den netten Artikel.

      • Profilbild
        dAS hEIKO  

        Mitte-Ende der 70er gab es bestimmte Geräte, die auf fast jeder Bühne standen.
        Ich denke vom Klang her sollte der e-Pianosound im Intro (auch bei „for you) von einem Yamaha CP-70 o.ä. stammen. Eine irgendwie geartete Hammondorgel war schon bei den ganz alten MM-Sachen immer dabei. Und fürs Solo tip ich mal schwer auf einen Mini aus dem Hause Moog.

        Derweil geraten: Wer mehr weiß als wie ich, darfs gerne hier kundtun.

  7. Profilbild
    Aljen

    Klasse Artikel, inhaltlich vollgepackt und kurzweilig wie ein Kurzweil. Danke!

    Meine Musik ist zwar das alles nicht unbedingt, bis auf die zuletzt genannten Suicide, Devo, CV und TG, aber meinen Respekt haben jene Pioniere auf alle Fälle. Persönlich vermisse ich im Text noch The Residents, wobei deren Blütezeit doch eher in den frühen 1980er liegt.

    Da wären wir aber beim Thema: Jetzt wäre es spannend, da anzuknüpfen, wo der Artikel endet, siehe meine Aufzählung oben – Teil 2 mit Punk, New Wave, DAF, frühem Tuxedomoon, 4AD und auch (warum nicht) dem ganzen Quatsch von Geri Reig, NDW und ähnlich respektlosem Umgang mit der Elektronik :-) Gerade die ersten New Wave-Produktionen waren eine kleine Offenbarung, wenngleich nicht immer auf den ersten Blick. Alles irgendwie schräg und brachial statt wie früher verträumt und auf LFO-schwingen schwebend.

    Leider habe ich nicht genug Sachkenntnis, um solch einen Artikel selber zu schreiben. Außer es wäre eine persönliche Prosa-Impression.

    viele Grüße

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