Die Top 10 der deutschen Verstärker-Bauer!

25. August 2019

Amp-Magie aus good ol' Deutschland!

Gitarrenverstärker Deutschland

Wir haben uns schon einmal den Herstellern hierzulande gewidmet – nur ging es um deutsche Gitarren-Hersteller, denen wir ein ausführliches Special widmeten. In Sachen deutscher Gitarren-Szene ist damit noch lange nicht alles getan. Technisches Fachwissen ist hierzulande weit verbreitet und zuletzt hat mit Kemper einer der wichtigsten Hersteller für (Modeling-) Amps die internationale Bühne auf den Kopf gestellt. Klar gibt es hierzulande in Sachen Gitarrenverstärker riesige Namen neben KemperFramus, ENGL und Hugh & Kettner gehören zweifelsohne zu den größten und bekanntesten Herstellern, die es in der deutschen Verstärker-Szene gibt. Anfang und Mitte der 80er, als ENGL und Hughes & Kettner gegründet wurden, stießen die beiden Hersteller mit ihrem Mut auf Gold und schafften es über die Jahrzehnte hinweg, in Sachen Klangqualität mit der internationalen Verstärker-Szene gleichauf zu ziehen.

Doch wer sich die deutsche Verstärker-Szene genauer hinsieht, dem dürfte ein bisschen die Kinnlade runterklappen: In Deutschland gibt es eine riesige Zahl an Herstellern von Verstärkern und Tüftlern für Gitarrenverstärker. Tatsache ist – bei all dem Kemper-Hype und den üblichen Verdächtigen aus deutschen Landen ist es durchaus angebracht, auch andere, nicht so häufig gehörte Namen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ähnlich wie bei unserer Übersicht in Sachen Gitarrenverstärker gilt auch hier: Die Aufzählung ist nicht streng hierarchisch gedacht, wobei natürlich bei dieser großen Anzahl an Namen auf bestimmte Aspekte geachtet wurde. Also ohne weiteres Drumherum – unsere Liste der Top 10 Namen deutscher Amp-Bauer – die ihr eventuell noch nie gehört habt!

 

10. Deutsche Gitarrenverstärker – Tonehunter

Den Anfang dieser Liste machen Tonehunter aus Köln. Hier handelt es sich ganz klar um ein persönliches Projekt aus Leidenschaft. Ralf Reichen hat die Schmiede ins Leben gerufen – ein selbstständiger Techniker, der als Service Manager für VOX, MXR, Jim Dunlop und viele andere Namen gearbeitet hat und sich im Rahmen dessen ein umfangreiches, technisches Know-how aneignete, das ihn dazu inspirierte, beispielsweise den legendären Petersburg P50 und P100 herzustellen. Aus der Selbstständigkeit wurde um 2000 herum Tonehunter. 

Gitarrenverstärker Deutschland

Was hier gilt und was es eben bei den großen Namen nicht gibt – echten, vollendeten Kundenservice. Will heißen: Alles ist Custom-made, jeder Wunsch um Material und tonale Modifikation wird berücksichtigt. Technisch ist so ziemlich alles drinnen: eingeschwungene Speaker, NOS-Parts, Röhrensockel aus Porzellan, High-End-Potis, serielle oder parallele FX-Wege – Ralf und sein Techniker Stefan wissen also genau, was sie tun. Handgefertigte Kondensatoren und Trafos, eigens entwickelte Schaltkonzepte – wer bei Tonehunter anklopft, hat bestenfalls also eine sehr konkrete Vorstellung davon, was er in seinem Amp sehen will. Darüber hinaus besitzen Tonehunter eine ansehnlich bestückte Pedal- und Pickup-Sparte.

In Sachen Authentizität stellen Tonehunter viele größere Namen in den Schatten – Randy Hansen schwört auf seinen Spirit 69 Signature Amp als beste Alternative zum authentischen Plexi-Sound der alten Marshalls. Und prinzipiell verstehen sich Tonehunter sehr gut darauf, Geschichte aufleben zu lassen – den California Tweed Tone im Crazy Horse Verstärker oder klassische Brit Power beim TNT 50.

 

9. Deutsche Gitarrenverstärker – Palmer

Palmer ist bei weitem kein unbekannter Name – den meisten hier bei AMAZONA.de dürfte die Tonschmiede, die seit dem Jahre 1980 existiert, ein Begriff sein. Und streng genommen handelt es sich auch nicht um ein Unternehmen, das auf Verstärker spezialisiert ist – Palmer können/machen so ziemlich alles unter der Sonne: DI-Boxen, Loadboxes, Summierer – und eben auch Gitarrenverstärker und Gitarrenboxen. Besonders beliebt sind zweifelsohne die Pocket-Amps, kleine, handliche Mini-Verstärker, die als DI-Box, EQ und Preamp funktionieren können, ästhetisch enorm ansprechend und praktisch sind.

Gitarrenverstärker Deutschland

Das Palmer EINS ist der vielleicht beliebteste dieser Mini-Verstärker. Ausgestattet mit 5 Watt ist er ein Tausendsassa unter den deutschen Amps und Preamps, den ich in den letzten Jahren immer wieder in Proberäumen gesehen habe. Das dürfte unter anderem an der Vielseitigkeit des Palmer EINS liegen – ein Röhrenverstärker mit integrierter Röhrensimulation, Loadbox und Hi-Z-Eingang. So kann der Anschluss direkt in ein Audiointerface erfolgen oder an einen Zweitverstärker. Ausgestattet mit einer ECC83 Vorstufenröhre und einer ECC82 Endstufenröhre hat er entsprechend Eigencharakter, kann aber auch mit anderer Bestückung geliefert werden. Die großen Monster findet ihr bei Palmer also nicht – sondern eher die kleinen Schweizer Taschenmesser unter den Amps für unterwegs. Durchdacht, preiswert und schön anzusehen – Palmer haben nicht ohne Grund einen gewissen internationalen Nimbus inzwischen.

  • Standort: Neu Anspach
  • Website: Palmer

8. Deutsche Gitarrenverstärker – Redstuff Amps

Redstuff aus Bergrheinfeld verstehen sich im digitalen Zeitalter des Modelings und Profilings als Bastion analoger Wärme – eingebettet in einem ganz eigenen Retro-Design, das in der Szene bereits als kultig gilt. Tatsache ist: Nicht wie beispielsweise Tonehunter, die sich in erster Linie auf Custom-Anfertigungen spezialisieren und in einem stetigen Dialog mit dem Kunden befinden, besitzen Redstuff Amps vor allem eine in sich geschlossene und stimmige Produktlinie. Beispiele gefällig?

Der Full Metal Jackett, ein 20 Watt Röhrenverstärker, zwischen 4 und 16 Ohms in Sachen Output angesiedelt, zwei 6P1P-EV Preamp-Röhren und wahlweise einer 6N2P-EV or ECC81 PI Röhre und integrierter Loadbox, mit reichlich Reglern (Gain, Bass, Mid, Mid-Sweep, Hi-Volume,
Low-Cut, HX-Boost, Deep, Ballsswitch) für absolute klangliche Flexibilität

Gitarrenverstärker Deutschland

Bekannter dürfte der Minotaurus sein, der mit seinen RY50 Octal Röhren und 77 Watt ordentlich einheizen kann. Zwei Channels mit je separatem EQ und Gain, einem parallelen und einem seriellen FX-Loop und vier 6N2P-EV oder ECC 83 Preamp-Röhren.

Dass das durchaus knallen kann und dabei regelrechte Begeisterungsstürme auslösen kann, ist nicht verwunderlich. Klar ist auch: Die vielen Regler (besonders auf die Spitze getrieben beim 1987 FAT) sind nicht jedermanns Sache. Aber speziell das 1987 FAT ist ein völlig einzigartiges Biest – 3 Preamp-Channels, integrierte Stereo-Effekte, Boost für den FX-Loop und Stereo.

  • Standort: Bergrheinfeld
  • Website: Redstuff

7. Deutsche Amps – Driftwood Amplifier

Klangqualität aus dem Osten – und zwar reichlich. Marek Drozdowski hat in Obergurig eine kleine Power-Schmiede gebaut. Die Driftwood Amps, speziell der Purple Nightmare mit seinem integrierten Tubescreamer, sind inzwischen auf einigen deutschen und internationalen Bühnen anzutreffen.

100 Watt, zwei Channels, Röhren-FX-Loop, MIDI-Kapazitäten und integriertem Noise-Gate – der Purple Nightmare ist ein umfangreich bestückter Power-Amp. Der Burn-Channel ist bekannt dafür, den Spagat zwischen präsentem Low-End und klarer Transparenz problemlos hinzukriegen, mit viel Atem und Sustain und Gain-Switch für den zusätzlichen Boost. Im Burn-Channel ist auch der Tubescreamer integriert, dessen Volume, Tone und Gain im Panel des Verstärkers zu sehen sind und eingestellt werden können. Ihr habt angriffslustige, aktive Tonabnehmer, die in höheren Gain-Regionen jegliche Transparenz flöten gehen lassen? Kein Problem – runter mit dem Tubescreamer-Volume, um das High-Gain abzuweichen.

Gitarrenverstärker Deutschland

Nach den Preamps kommt der Tubescreamer. Nach ihm befindet sich die Effektschleife, die ihr beliebig auffüllen könnt. Mit dem Sharp- und Rumble-Regler könnt ihr auf Master-Seite Bässe und Höhen zusätzlich einstellen. Vier 6L6 Röhren wohnen dem Purple Nightmare inne. Auch fein bei dem Purple Nightmare: Der 2-Watt Schalter, der die Power-Amps komplett ausschaltet und euren Nachbarn die Nachtruhe lässt, sollte euch die plötzliche Inspiration um zwölf Uhr nachts überkommen.

Für wen ist der Purple Nightmare gedacht? Nun, die High-Gain-Kapazitäten sind ein Brett für sich, das integrierte Noise-Gate und der Tubescreamer legen nahe, dass man bei härteren Metal-Gefilde mit dem Purple Nightmare Verstärker bestens bedient ist.

 

6. Deutsche Gitarrenverstärker – EICH Amplification

Eich Amplification stehe für Bässe, für tiefe Frequenzen, für deep tones – deutsche Handwerkskunst, in vollendeter Form, ausgerichtet für Bassisten eben. Lokalisiert in Herborn, ist die Firma seit nun mal über zwei Jahrzehnten mit der Herstellung, Konzeption und Vermittlung hervorragender Bass-Verstärker beschäftigt. Thomas Eich, der Kopf und Chef hinter dem Ganzen, ist Tüftler und Bassist zugleich, eine in dieser Position äußerst häufige Kombination, wie man oft merkt, wenn man sich die Historie solcher Firmen anschaut. Seit Mitte der Achtziger sind Eich auf den Musikmessen dieser Welt unterwegs und haben unzählige Bassisten dieser Welt mit Verstärker, Combos oder Cabinets ausgestattet.

Gitarrenverstärker Deutschland

Gibt es einen definitiven Hotseller? Schwierig, aber wenn man sich die Häufigkeit ansieht, mit der von den T-Modellen geschwärmt wird, lässt sich wahrscheinlich getrost sagen, dass es sich hierbei um ein definitives Aushängeschild handelt. Der T-1000 beispielsweise sieht nicht nur futuristisch und ziemlich großartig aus: Er ist extrem leicht, kann die 1000 Watt entweder auf 2 Outputs splitten oder auf einen ausrichten, besitzt einen Class-D Amplifier-Mode und zwei Channels A und B, ein Airflow-System, einen Boost für Höhen und Bässe und vieles mehr. Definitiv ein Tausendsassa, definitiv ein Vielkönner unter den Bassverstärkern – kein Röhrenverstärker, wohlgemerkt, sondern Solid State, dessen Full-Range-Filter zu den besten auf dem Markt gehören.

5. Deutsche Amps – Rutzen Amps

Rutzen Amps ist eine verhältnismäßig junge Firma – 2018 ging es los und man ging mit seinen Produkten an den Markt. Markus Rutzen, Gitarrist aus dem Raum Reutlingen, hatte ein paar Jahre an Vorlaufzeit, über fünfzehn Jahre, ehe er sich unter anderem mit seinem Beast Head, dem Interceptor und dem Hellfire an den Markt heranwagte.

Klar ist – ‚filigran‘ und fürs zarte Gemüt ist hier nichts. Der Beast Head beispielsweise bringt ganze 30 kg auf die Waage. Hardware und Optik sind aus V2 Edelstahl. Brutal große Trafos und viel Bedacht beim Einbau der Röhren – wenn man sich die immer zahlreicheren Klangbeispiele da draußen anhört, hat man zum Teil das Gefühl, von einem Panzer überfahren zu werden. Rutzen Amps dürften also die mit Abstand martialischste, neue Firma für Gitarrenverstärker darstellen. Clean Channel, Crunch Channel, Lead Channel. Bass, Middle, Treble, Mid Cut, Depth, Presence für jeden Channel sowie zwei Master-Volume-Regler für die Endstufe. In Sachen Röhren wird auch nicht an Hochwertigem gespart: Für die Vorstufe eine kleine Armada von 12AX7 und für die Endstufe 4 X EL34BHT – was das enorme Gewicht des Beast Head erklären dürften. Der Interceptor und der Hellfire sind nicht unähnlich – auch hier herrscht zusätzlich totale MIDI-Kompatibilität, wobei der Interceptor zusätzlich noch mit einem Super-Lead-Channel und einem digitalen Monitor daherkommt.

Was alle drei Amps ebenfalls gemeinsam haben: die eigens von Rutzen Amps entwickelte Kemper-Sperre. Ganz richtig gelesen: Der Rutzen besitzt eine integrierte Schaltung, die das Profiling durch ein Kemper-Gerät unmöglich machen soll. Das dürfte bald schon öfter anzutreffen sein. Hersteller von herkömmlichen Röhrenverstärkern werden sich auch in Zukunft zu schützen wissen vor, wie Rutzen es nennt – Sound klauen durch Kemper! Ob sich hier ein Ansatz junger Firmen anbahnt, um sich vor dem Profiling zu schützen, wird sich zeigen.

 

4. Bassverstärker aus Deutschland – Warwick Amplification

Unter dem Namen Warwick (und Framus) passiert eine ganze Menge: Vertrieb, Bässe, selbst akustische Bässe auf international höchstem Niveau. Wirklich unbekannt ist der Name hierzulande also definitiv nicht. Dass aber durchaus starke Amps und Cabinets und nicht nur Bässe im Hause Warwick gebaut werden, wird hierzulande gerne vergessen.

Gitarrenverstärker Deutschland

Der LWA 500 wurde uns bereits unter die Lupe genommen und dürfte vielen Lesern bekannt vorkommen. Ein Kanal, dafür aber 500 Watt Leistung, der kleine Bruder vom zweikanaligen LWA 1000 bringt knapp über 1 kg auf die Waage und ist ein ziemliches Brett. Die WCA-Boxen ergänzen die tonale Wärme und Differenziertheit des LWA 500 hervorragend. Kompressor ist mit an Bord, Effekt-Loop, Ausgang für Stimmgerät und Class-D Power Endstufe – eben ein saftiges Teil. Darüber hinaus haben Warwick die etwas mächtigere und martialischere WA 300 Bass-Reihe im Repertoire – Class-A, 300 Watt Power-Amp, 10 kg schwer, integriertem FX-Loop und mehr. In Sachen Combos haben Warwick mit der kleinen, aber feinen BC-Reihe einen kleinen Hotseller gebaut, den unzählige Bassisten nutzen.

  • Standort: Markneukirchen
  • Website: Warwick

3. Deutsche Gitarrenverstärker – Diezel Amps

Diezel Amps – die kennt man doch! Haben die was auf einer Liste mit eher unbekannten, deutschen Herstellern was zu suchen? Tatsächlich ist mir über die Jahre hinweg immer wieder aufgefallen, dass Diezel unzähligen Gitarristen und Amp-Nutzern kein Begriff sind. Und wenn, werden große Augen gemacht, wenn es heißt, sie wären deutsch. Dabei ist Peter Diezel ein anerkannter Meister seines Fachs und die Diezel Amps handgefertigte Wunderstücke.

Ein absoluter Klassiker ist zweifelsohne der VH4. „Best amp ever“ ist eine Bezeichnung, die man öfters hört – doch verdächtig oft im Zusammenhang mit dem VH4. 4 Vorstufen/Kanäle, Gain, Treble, Mid, Bass, Volume pro Kanal. 100 Watt, gepresst durch vier KT77 Röhren. Ein zusätzlicher Bright-Schalter für den Kanal 2 ist auch dabei sowie vier mögliche Loops. Ein deutscher Klassiker, wenn man so will, der sogar von Größen wie Adam Jones seit über fünfzehn Jahren gespielt wird.

Ganz so in Flaggschiff-Manier muss es nicht immer sein. Das Einstein-Topteil wird ebenfalls gut und gerne von vielen internationalen Musikern genutzt. Auch in meinem persönlichen Umfeld gibt es jemanden, der den Einstein Head nutzt – tatsächlich handelt es sich um einen der am besten klingenden Amps, die ich je gehört habe.

Gitarrenverstärker Deutschland

Die extrem gute, stabile Verarbeitung, die modernen, klugen Features (ein FX-Loop pro Kanal beispielsweise), MIDI, Tuner-Out und der unglaubliche Headroom gilt so ziemlich für alle Amps, die aus dem Hause Diezel kommen. Bekannt sind Diezel selbstredend nicht nur den Kennern – aber diese Liste hat sich ohne den Namen Diezel schlichtweg nicht komplett angefühlt.

2. Deutsche Amps – Ritter Amps

Tillman Ritter kommt aus Dresden und ist seit über zehn Jahren dabei. Seine Kollaboration mit BluesAmps hat dazu geführt, dass inzwischen in über zehn Ländern die Ritter Verstärker gespielt und genutzt werden. Custom made, direkt in der Schnittstelle zwischen digital und analog.

Die klassischen Röhrenverstärker im Sortiment sind entlang drei Produktklassen aufgestellt: Tweed, Blackface und Plexi. Californian Stratocaster Tweed, klassischer Fender Sound oder britischer Crunch und Overdrive. Zulieferer für die Bauteil bei Ritter Amps sind Mojo Tone und Tube Amp Doctor, in den Combos der Firma finden sich in Sachen Röhren Tad Mustard Cabs oder Orange Drops. Alle drei Produktklassen kommen in unterschiedlichster Ausführung, entweder als Head, 212er Combo, mit 18 W oder mehr.

Gitarrenverstärker Deutschland

Die Nachbau-Kunst von Ritter Amps ist beachtlich und kann getrost als inspiriert bezeichnet werden. Es ist stets klar, welche historischen Amp-Modelle Pate standen, doch die Princeton Ausführungen der Blackface Reihe beispielsweise erinnern an Fender Amps, ohne sie in dem Sinne zu kopieren – 12AX7 Röhren, Onboard-Tremolo und Jensen Speaker ergeben gemeinsam zweifelsohne einen eigenen Charakter.

Darüber hinaus haben Ritter Amps mit ihren Camplifiers zum Teil speziell für den Kemper zugeschnittene Module hergestellt. Eine Firma, die ihren eigenen Weg geht und dabei einen hohen Qualitätsstandard gewährleistet.

1. Deutsche Gitarrenverstärker – Reußenzehn Amps

Wie gesagt – diese Liste ist nicht hierarchisch, hier soll nicht der Eindruck vermittelt werden, dass das Konzept von Reußenzehn allen anderen Herstellern in irgendeiner Form überlegen ist. Die modernen Röhrenverstärker von Reußenzehn, handverdrahtet mit wohl überlegten Schaltungskonzepten, haben ihre Anfänge in den 70ern und bekamen Aufwind in den 90ern, als Antwort auf die Flut an Transistorverstärkern, die qualitativ mit dem Klang der Röhrenverstärker nicht mithalten konnten. Reußenzehn verstand sich in dieser Zeit als qualitatives Bollwerk, ohne zwangsläufig das Rad nicht neu zu erfinden, mit abgedrehten Schaltungskonzepten oder seltsam Features. Hier wurde einfach auf ein Prinzip vertraut, das seit Ende der 60er für grundsoliden Sound sorgt und seit den 70ern von Reußenzehn gekonnt umgesetzt wird. Ein Urgestein der deutschen Szene, wenn man so will – die Rodgau Monotone Amps Anfang der 80er und der Reu-O-Grande Stereo Combo waren bedeutsame Stationen seiner Geschichte.

Gitarrenverstärker Deutschland

True Tube Engineering – wo ist man da heute angekommen? Am Chicago Model 2, beispielsweise, mit drei 12 AX7 und vier EL 34 Röhren, stufenloser Spielbarkeit und (zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige) Geparden-Look. Dem Combo Leo verhalf Billy Gibbons zu einer gewissen Berühmtheit, weil der ZZ Top-Mann seit jeher für das gute Stück die Hand ins Feuer legt. Transparenz, ohne Matsch, auch in maximalen Gain-Regionen – dafür steht der Combo Leo und Thomas Reußenzehns jahrzehntelange Erfahrung mit Endstufen. Zuletzt ist das Chicago Model 3 rausgekommen – die finale Weiterentwicklung der Reu-o-Grande-Linie. Also auch hier gilt: Handarbeit aus Leidenschaft, geboren in Frankfurt am Main.

Forum
  1. Profilbild
    Hans-Jürgen Sauer

    Da waren ja doch ein paar dabei die ich noch nicht kannte und auch noch nie von denen gehört hatte. Aber einer der ganz großen fehlt: ENGL. Die haben ihren eigenen speziellen Sound. Können je nach Amp auch ganz tolle Clean und Crunchsounds liefern. Habe 2 Topteile, 1 Endstufe mit dem E530 Preamp und 1 Combo von ENGL. Und bin damit auch am Ziel auch wenn es sicherlich noch viele Amps gäbe die mich zufriedenstellen würden. Aber die Möglichkeit alles zu testen hat man ja nicht.
    Daß ENGl aber in der Liste vergessen wurde wundert mich doch sehr!

    • Profilbild
      dr noetigenfallz  

      Es steht doch in der Einleitung, dass er Engl mit Absicht nicht erwähnt, weil die sowieso jeder kennt. wobei das natürlich immer schwer ist einzuschätzen. Warwick oder Palmer zum Beispiel, dachte ich, sind so bekannt wie Engl und stehen trotzdem in der Liste wobei ich mir nicht sicher bin, ob Warwick überhaupt irgendwas an Amps in Deutschland herstellen. Sind deren Bass Amps nicht alle made in China?

  2. Profilbild
    bluebell  

    „Der Rutzen besitzt eine integrierte Schaltung, die das Profiling durch ein Kemper-Gerät unmöglich machen soll.“

    Wir haben hier ein gebrauchswertminderndes und den Nutzer gängelndes „Leistungsmerkmal“, das der Hersteller eingebaut hat und sich vom Kunden bezahlen lässt. Das ist der falsche Weg und würde mich abschrecken, selbst wenn ich 1000x keine Impulsantwort ermitteln will. Beschwichtigungen a la „im Alltag merkt man das gar nicht“ lasse ich nicht gelten, da der einzige Zweck dieser Schaltung ist, den Besitzer einzuschränken. Das Risiko einer Fehlfunktion wird erhöht, wenn sie meint, der Besitzer würde etwas tun, was er nach Meinung des Herstellers nicht tun soll – mal ganz abgesehen davon, dass das Erstellen einer Impulsantwort das gute Recht jedes Besitzers ist.

    Ich finde es gut, dass Ihr die Leser aufklärt, dass in den Rutzen-Amps Sabotagehardware eingebaut ist.

    Jeder, der sich solch ein Gerät kauft, ermutigt den Hersteller, seine kranken Ideen fortzuführen.

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