ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Lieber Vintage-Gear oder aktuelle Synthesizer kaufen?

Lohnt sich der Kauf von Vintage Synthesizern

30. Juli 2022

Yamaha SY77

Vintage oder neu, das ist hier die Frage

Eine sehr bedeutende Glaubensfrage in der Synthesizer/Gear-Szene wurde schon unzählige Male diskutiert, nämlich die Frage „Hardware vs. VST“. Einer sicher nicht weniger geradezu ideologischen Frage möchte ich mich heute widmen: Was macht glücklicher, neues Gear oder Vintage-Gear? Oder rationaler gefragt: „Womit realisiere ich meine Musikvorstellungen besser, mit dem neuesten, zumindest aktuellen Material oder mit Vintage-Synthesizern, Effekten und Drumboxen?

ANZEIGE

Dennoch: Es gab in den letzten Jahren noch nie so viele Neuerscheinungen und vor allem Ankündigungen auf dem Synthesizer-Markt. Es ist wirklich für jeden etwas dabei, für jedes Genre, jeden Geldbeutel, für kleine Bedroom-Studios sowie für große Studios ohne jeglichen Platzmangel. Warum beschäftigen wir uns dann noch mit der Frage, ob man altes, gebrauchtes Material noch braucht und vor allem ob man damit vernünftig Musik machen kann.

Roland JX-3P

Ein paar Gedanken vorab

Ich möchte hier gleich mehrere Aspekte und Thesen anführen:

  • Der fast schon maßlose Wettstreit von Ankündigungen und Neuerscheinungen führt zu einer Übersättigung und einem Preiskampf, den sich nur die größten Hersteller und Händler unter sich entscheiden.
  • Viele Ankündigungen werden nicht realisiert, was sicher vor allem mit der Lieferkettenproblematik und dem weltweiten Chip-Mangel sowie dem allgemeinen Preisanstieg bei Produktions- und Logistikkosten zusammenhängt.
  • Am Ende geht es doch ums Musikmachen und den Spaß am Spielen. Neue Geräte suggerieren, dass man bessere Musik macht und schneller zu Ergebnissen kommt. Das ist aber ein Trugschluss, denn die Kreativität des Nutzers und was er aus dem Instrument für sich herausholt, ist entscheidend.
  • Die Frage muss bei der Neuanschaffung doch lauten: „Welches Instrument inspiriert mich und weckt neue Kreativität in mir?“
  • Ist es nicht auch möglich, dass einem nostalgische Gefühle und wenige Funktionen mehr inspirieren, manche Limitierung sogar mehr Kreativität fördert als die reinen Specs-Daten von den aktuellsten Instrumenten?

Roland JV-80

Vintage-Gear als Aktien für Spekulanten und Sammler?

Wenn ich mir die letzten Jahre so den Markt von Vintage-Gear anschaue, verhält sich dieser wie Börsenkurse. Langfristig steigen trotz gewisser Schwankungen die Gebrauchtpreise von Vintage-Gear vollkommen irrational und bilden jedenfalls bei manchen Kultinstrumenten nicht mehr den wirklichen musikalischen oder auch technischen Wert ab. Trotz temporärer Höhen und Tiefen scheint es auf lange Sicht noch kein Ende der Preisentwicklung zu geben, zumindest bei so manchen Klassikern. Hieran ändern paradoxerweise auch diverse Klone und Nachbauten nichts, im Gegenteil. Die Preise von SCI Prophet-5 Rev. 3 steigen weiter, obwohl man mit dem Rev. 4 einen (zumindest in vielerlei Hinsicht nahezu gleichwertigen oder sogar noch deutlich weiterentwickelten Ersatz hat). Fast alles, was vintage ist, wurde in unterschiedlicher Qualität geklont und es gibt keinen Grund mehr, für den Sound eines Klassikers, sich genau diesen zu beschaffen. Dennoch beflügeln gerade diese Nachbauten, so echt und gelungen sie auch sein mögen, den Markt der Klassiker.

Somit scheint es, als ob es zwischenzeitlich zwei Kategorien von Gear-Käufern gibt: Musiker und Sammler. Wenn man es ganz vereinfacht betrachten will, kaufen Sammler gut erhaltende Klassiker, die sie für viel Geld optisch und technisch überholen lassen und sodann vielleicht mal am Feierabend damit ein bisschen rumklimpern, die ernsthaften Musiker beschaffen sich neue Instrumente, etwa Klone der Klassiker oder gleich was komplett neu Entwickeltes und Eigenständiges, um sie für deren originäre Bestimmung einzusetzen, nämlich der Produktion von Musik oder zum Spaß am Schrauben von Sounds. Wenn man bedenkt, dass manche für die Überholung allein des Holzgehäuses eines Minimoog Model D einen drei- bis vierstelligen Euro-Betrag hinblättern, mag hieran was dran sein. Die Werkstätten für Synthesizer-Reparaturen und Überholungen genießen Hochkonjunktur wie nie.

Kurzweil K250

Vintage-Gear als echte günstige Alternative zu modernen und aktuellen Instrumenten?

Doch es gibt heute nach wie vor Vintage-Gear, das unterschätzt, bezahlbar und meiner Meinung nach, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, oftmals mehr zu bieten hat als das neueste Material. Es muss übrigens auch nicht immer analog sein und man braucht auch nicht immer Knöpfe. Aber jetzt will ich nicht noch die Diskussion „analog vs. digital“ lostreten. Ich muss aber zugeben, dass schlechterer Bedienkomfort, gewisse Unzulänglichkeiten, manchmal sogar kleinere Reparaturarbeiten und eine längere Einarbeitungszeit, will man echt was rausholen, in Kauf genommen werden müssen. Dafür bekommt man aber oft für wenig Geld technisch hervorragende Qualität. Wenn ich mir nur mal einen Roland XP-80 (den ich fast 20 Jahre lange live im Einsatz hatte) gegen einen System-8 aus demselben Haus hinstelle, brauche ich nicht mehr weiterzureden. Diejenige, die beide Kategorien von Synthesizern kennen, wissen, wovon ich spreche.

Ich komme nachher noch auf das Thema zurück und möchte aus meiner Erfahrung auch ein paar Tipps für unterschätzte Synthesizer geben. Zu empfehlen ist an dieser Stelle der YouTube Kanal Bad Gear von Audiopilz, der vermeintliche „Krücken“ zum Kultfaktor verhilft.

Somit muss also nicht zwingend altes Gear nur für Sammler sein? Meine Antwort lautet eindeutig „ja“, vor allem, wenn man nicht nur die legendären Kultinstrumente wie eine TB-303 oder TR-909 im Blick hat, sondern sich auch mal ein paar digitale Kisten aus den 90er-Jahren bis um die Jahrtausendwende anschaut.

Kawai K1m

Persönliche Präferenzen

Am besten erzähle ich ein wenig von mir. Ich war früher vor dem Einstieg ins Berufsleben und der Familiengründung musikalisch relativ aktiv, hatte in diversen Bands gespielt und Anfang der 90er-Jahre mit den ersten digitalen Synthesizer und einem Atari ST zahlreiche eigene Songs gebaut. Auf die Idee, dass man seinerzeit für das Geld eines Korg M1 gleich zwei gebrauchte Jupiter-8 bekommen konnte, brachte mich leider niemand. Die Preise des Jupiter-8 habe ich seit ca. 2005 beobachtet und mir erschien es, 3.000,- Euro hierfür hinzulegen, maßlos. Irgendwann kam ich Glücklicher dann doch zu einem, den mir meine Frau einfach so zu Weihnachten geschenkt hat, vielleicht weil sie mein ständiges Geschwärme um diesen Kult-Synth nicht mehr hören konnte. Mein anfängliches Geschimpfe gegen dieses übertriebene Geschenk und der Geldverschwendung verstummte schnell, als sich der Gebrauchtpreis in kürzester Zeit mehr als Verdreifachte.

ANZEIGE

Zwischenzeitlich würde ich mich als Hobbymusiker und auch bekennender Sammler bezeichnen. Ein solches Coming-Out darf heute ruhig sein, auch wenn man dafür in Foren gerne sein Fett weg bekommt. Ich spiele zugegebenermaßen viel lieber auf altem Material. Ich bin der schlechteste Kunde bei Thomann und Co. und kaufe da allenfalls Zubehör und Studioequipment. Der Rest wird gebraucht beschafft, was übrigens auch für aktuelle Geräte gilt (ganz selten überkommt es auch mich), die bei mir aber nie lange bleiben. So schön diese sind, so toll man damit Musik machen kann, der Funke springt nicht über. Dagegen freue ich mich wie ein kleiner Junge, wenn ich immer mal wieder irgendwo eine alte Gurke auftreibe und wenn es nur ein Korg 01/Wd ist, der m. E. richtig gut klingt und so manchen virtuell analogen Synth, was Wärme und Kraft angeht, alt aussehen lässt – vorausgesetzt, man fuchst sich etwas rein und lässt die Presets beiseite. Wenn die Teile dann hier stehen, habe ich Spaß am Tastenbleichen, Batterietausch, Display-Wechsel und Putzen der alten Schätze. Immerhin spielt mein Lieblingskeyboarder Tony Banks heute noch einen Korg 01/Wd auf der Bühne.

Oberheim OB-X8

Oberheim OB-X8

Kundenbewertung:
(3)

Kurzum, wenn man Spaß an dem alten Zeugs hat, die alten Jahre einem zudem musikalisch geprägt haben, ist es eine kindliche Freude, die Synthesizer der 80er und 90er Zuhause zu haben und zu spielen. Als junger Spund bin ich täglich ins Musikhaus und habe den JD-800 gespielt (bis ich als notorischer Nichtkäufer Hausverbot erhielt). Preislich war der einfach unerreichbar, bis er letztens als günstige Anschaffung mit Red Glue-Befall Einzug in meine Werkstatt und danach in mein Studio gefunden hat. Die Freude an diesen Schätzen, die Nostalgie, die Erinnerung an alte Zeiten und alte Musik bringt es einfach und inspiriert auch beim Musizieren.

Zum Glück habe ich die kultigsten Synthesizer noch beschafft, als sie erschwinglich waren. Bei manchen entsteht eine regelrechte Hassliebe, sie bringen mich um den Schlaf und rauben mir die gute Laune. Wenn der OB-Xa mal wieder Zicken macht, man dann aber schnell feststellt, es sind nur mal wieder Kontaktprobleme, ist die Freude und Erleichterung umso größer. Warum tut man sich das an? Die Nachteile liegen auf der Hand: Eine professionelle Überholung frisst einem die Urlaubskasse leer, die Reparatur der Waschmaschine ist ein Klacks dagegen, die Geräte können jeden Tag den Geist aufgeben, sie sind oft umständlich in die Studioumgebung einzubauen, haben wenn überhaupt nur rudimentäres MIDI und sind, wenn man sie heute erst kaufen will, nur noch mit dicker Brieftasche erschwinglich. Man könnte jetzt auch fragen: Warum verknallt er sich ausgerechnet in diese Frau? Richtig: Mit rationalen Erwägungen kann man das nicht beschreiben. Wie gesagt, vintage heißt aber nicht unbedingt analog und unbezahlbare Klassiker.

Nichtsdestotrotz, es ist einfach dieses Lebensgefühl, was diese Kisten einem vermitteln, was kein neues Instrument auch nur ansatzweise ersetzen kann. Wenn man darauf steht und einen das glücklich macht, kommt man nicht drum rum. Zu meinem Prophet-5 und OB-Xa kam ich übrigens dadurch, dass ich meinen Prophet-6 und OB-6 nach nur wenigen Monaten verkauft habe, weil ich diesen Vibe und diese besondere, diese enorme Mächtigkeit im Grundsound und den Duft des alten Holzes und der alten Elektronik dort nicht bekommen habe, obwohl suggeriert durch die Werbung und des Erscheinungsbilds ich genau das gesucht habe. Dabei waren der Prophet-6 und OB-6 mit die besten Instrumenten, die ich je hatte und ich habe damit seinerzeit tolle Sachen aufgenommen. Dennoch vermisse ich sie nicht und ich bin froh, dass ich diesen Tausch damals vorgenommen habe.

Zuletzt kommt noch ein weiterer Vorteil dazu: Alles, was ich an altem Gear gebraucht kaufe, verkaufe ich, wenn es mir nicht gefällt, fast niemals mit Verlust. Vorausgesetzt, ich finde etwas zu guten Preisen, investiere etwas Zeit in optische und technische Überholung (etwa Tastenkontakte, Austausch Taster, Batterie etc.). Somit ist es quasi immer ein risikoloser Kauf. Wenn ich ein aktuelles Instrument neu kaufe, werde ich es fast immer mit Verlust verkaufen müssen (abgesehen von derzeit irrationalen Steigerungen der US-amerikanischen Synthesizer wegen Dollerkurssteigerung oder der britischen Synthesizer wegen des Brexits).

Ensoniq ESQ-1

Ein paar unterschätzte und erschwingliche Synthesizer aus meiner persönlichen Liste

Zuletzt darf ich aus meiner persönlichen Sammlung noch ein paar Beispiele nennen und auch Tipps geben, wann es sich heute noch lohnt, Ausschau nach alten Instrumenten zu halten, wobei diese Liste auf meine persönlichen Erfahrungen beruht und daher alles andere als vollständig ist:

  • Ensoniq ESQ-1: dieser Hybrid-Synthesizer mit drei Oszillatoren, digitalen Schwingungsformen und analogen Filtern ist heute für ca. 600 bis 700,- Euro erhältlich und für das Gebotene preislich der Knaller. Das ist einer der vielfältigsten und bestklingendsten Hybrid-Synthesizer, die je gebaut wurden. Für die atemberaubende Ausstattung ist der Preis heute mehr als attraktiv, zumal die Bedienung logisch und einfach ist, es aber zudem einen guten iPad-Controller gibt.
  • Yamaha SY77: Diesen Synthesiozer bekommt man mit etwas Glück um die 200,- Euro und ich muss sagen, wer noch echtes FM haben will, muss hier zuschlagen, zumal die Mischung mit der AWM-Synthese unbegrenztes Potential bietet und den DX7 auf das nächste Level gebracht hat. Die Bedienung ist komplex, aber es gibt auch hier einen gratis iPad-Editor. Die Rack-Version des TG-77 hat keinen Sequencer, den man nicht braucht, dafür Einzelausgänge. In diesem Zusammenhang darf ich auch den Yamaha EX5/7 erwähnen, der gleich vier Synthesearten miteinander kombiniert.
  • Roland JV-80/880: Diese Synthesizer kosten nicht viel mehr als 100,- Euro und ich finde, sie sind klanglich die besten JVs. Der 80er hat sogar Fader, auf die die Parameter zugewiesen werden können. Klanglich sind sie – was Wärme und Druck angeht – auf dem Niveau von JD-990/800, dafür nicht ganz so komplex.
  • Korg 01/Wd oder noch besser Wavestation: Kann man mit Glück für unter deutlich unter 200,- Euro bekommen. Klanglich hat er mich wirklich überrascht, insbesondere wegen der Prophet VS Schwingungsformen ist er interessant, man kann irrsinnig warme und schwebende Pads kreieren und Sounds, die nah an den VS kommen.
  • Kurzweil K 2500 R: diesen Synthesizer bekommt man heute für ca. 400,- Euro. Ich habe ihn mit einer SD-Karte aus den USA mit 6 GB Samples aufgerüstet. Das ist die absolute Fundgrube an megageilen Samples und Synthsounds, die man bis zur Rente genießen kann.
  • Kawai K1: Den habe ich als Desktop-Variante für für ein Taschengeld gekauft. Es gibt keine Filter, aber unfassbare kultige und abgefahrene Lofi-Sounds, die einem immensen Spaß für fast lau bescheren.
  • Roland JX-3P: Diesen Synthesizer findet man heute noch für ab ca. 500,- Euro, wobei die Preise leider schnell steigen, das aber zu Recht. Der JX-3P beherbergt denselben Filterchip, der auch im Jupiter-4 und im Jupiter-8 sowie Roland-6/60 enthalten ist. Der Klang ist abgesehen von der fehlenden PWM nahezu ebenbürtig. Dafür gibt es zwei Oszillatoren und einen triggerbaren feinen Sequencer, der gleich mehrstimmige Phrasen abfeuern kann.

Hartmann Neuron

Dann habe ich noch Exoten, bei denen aber Kult- und Individual-Faktor überwiegen:

  • Kurzweil K 250: Dieses Monstrum war der erste echte Rompler oder besser gesagt, sogar die erste Workstation, d. h. Rompler, Sampler und Sequencer on board. Ich habe ein sehr gut erhaltendes Instrument mit allen vier Sounderweiterungen und allen Handbüchern für 1.200,- Euro gefunden. Ob das jetzt zu teuer oder ein Schnapper ist, weiß ich nicht und ist mir auch egal. Welchen Sinn ergibt es, so etwas Platzraubendes zuhause rumstehen zu haben? Es sind m. E. die wohl immer noch besten Orchester- und Natursounds, die selbst einen Yamaha Motif uralt aussehen lassen, und den Korg M3, den ich diesbezüglich lange Jahre in der Band nutzte, aber für die Natursounds verachtete, um Längen stehen lässt. Hinzu kommt die geniale Holztastatur, deren Tasten rund 50 cm lang sind. Für mich ist es ein absolut gigantischer Edel-Controller und Lieferant von extrem warmen Streichersounds. Zugegeben, hier überwiegt aber der Kultfaktor, wenn man bedenkt, dass der Erstbesitzer, ein Arzt aus Frankfurt, Anfang der 80er laut der Originalrechnungen, die mir vorliegen, mit allen Ausbaustufen und Software-Erweiterungen rund DM 60.000,- hinblättern durfte. Weiß jemand, was DM 60.000,- 1982 heute in Euro sind? Ich denke besser nicht drüber nach.
  • Hartmann Neuron: Den habe ich mit viel Glück günstig und defekt erhalten, aber wieder zum Leben gebracht und irrsinnig experimentelle Sounds hervorgebracht, vor allem wenn man eigene Modelle bastelt und mit viel Mühe in die Kiste reinjagt. Hier sind wir wieder beim Thema umständliche Bedienung und Frustfaktor. Aber das ist es ja gerade, was einem Emotionen bietet, die man mit neuem Kram nie hat.
  • Kawai K 5000 S. Hier hatte ich ansatzweise überwältigende Sounds hervorgebracht. 500,- Euro muss man ca. berappen, bekommt dafür aber einen Synthesizer mit additiver Synthese, die man heute so nirgends neu kaufen kann. Wer den Ehrgeiz und die Zeit hat, sich reinzufuchsen, wird mit nie gehörten Sounds belohnt, die weit weg von Juno und Minimoog sind und ausgetretene Pfade verlassen.

Die letzten Beispiele, Hartmann Neuron oder Kawai K 5000, selbst Yamaha SY- oder EX-Serie zeigen, dass es diese Synthesearten in der Form und Kombination heute nicht mehr neu zu kaufen gibt. An der Stelle möchte ich auch noch den Roland V-Synth erwähnen, der allerdings preislich nicht mehr zu den Schnäppchen zählt, aber mein Studio nicht verlassen wird!

Nachtrag durch die Redaktion: Alle Fotos in diesem Artikel wurden vom Autor selbst beigesteuert.

ANZEIGE
Fazit

Was ist nun besser, alt oder neu? Diese Frage muss jeder für sich persönlich beantworten und vor allem ist sie nicht absolut. Die Kombination aus alt und neu macht erst Recht den Reiz aus. Viele professionelle Künstler haben in ihren Studios aktuelle Synthesizer und den einen oder anderen Klassiker, etwa einen Roland Juno-106 oder Oberheim Xpander.

Das Leiden und Jagen um alte Synthesizer, mit oder ohne Kultfaktor, sei dahingestellt, die Freude, wenn man ihnen Leben einhaucht, sie hegt und pflegt, Sounds entlockt, die Kindheitserinnerungen wecken und die einem eine musikalische Zeitreise in längst vergangene Pionierzeiten bieten, haben ihren eigenen Reiz. Rational betrachtet kauft man sich mit neuen Synthesizern z. T. für überschaubaren Kurs (Modal Argon, ASM Hydrasynth, Behringer-Geräte, Korg Modwave etc.) sicher sehr gute Instrumente. Dass man damit hervorragend Musik machen kann, steht außer Frage. Wenn der Fokus aber mehr darin liegt, frühere Synthesetechniken für sich zu entdecken, insbesondere alles andere als additive Synthese und zu den Nostalgikern gehört, wird sich der eine oder andere sicher in meinen Ausführungen wiederfinden.

ANZEIGE
Forum
  1. Profilbild
    Codeman1965 AHU

    Sehr, sehr schöner Artikel, Obie!
    Da hast Du so ziemlich alle Denkansätze ins Gespräch gebracht. Und abgesehen vom „Spekulations-Gedanken“ kann ich für mich auch alle nachvollziehen.

    Ich bin auch von der „Oldtimer“-Fraktion, solange sie für mich im bezahlbaren Bereich liegen. Dabei geht es nicht darum, mit einem Gerät eine möglichst breite Soundpalette abzudecken. Beim Musikmachen bin ich nicht rationell, es geht nicht um Effizienz.

    Es geht um die „Vibes“, (verklärte?) Erinnerungen, Nostalgie.
    Wer die alten Geräte nicht kennt, kann es schlecht nachvollziehen. Wer sie kennt und sagt „Gott sei Dank gibt es die neuen Sachen“ liegt auch nicht verkehrt.
    Jeder entwickelt ja seine eigene Strategie, was er braucht oder möchte, ob es ihn weiterbringen oder zurückbringen soll.
    Vintage Gear kann beides. Natürlich ist nicht Alles gut, nur weil es alt ist. Auch in den Achzigern und danach gab es genug Gurken, die heute Keiner mehr geschenkt will.

    Aber wer die Möglichkeit hat, z.B. eines der von Dir gelisteten Geräte einmal selbst zu begriffeln, sollte sich die Zeit nehmen. Es findet sich immer etwas, was man SO noch nicht gehört hat…

    • Profilbild
      Obie69 RED

      Vielen Dank für die tollen Denkansätze und die Blumen zum Artikel. Du hast vollkommen recht, es müssen nicht immer die Kultgeräte sein. Es gibt so viel unentdecktes und dazu noch bezahlbar. Wenn man nur mehr Zeit hätte, man könnte sich wochenlang einschließen und sich mit den Sachen beschäftigen. Meine letzte Anschaffung war der Yamaha SY 77 und ich hab mir dazu ein gedrucktes Handbuch in deutscher Sprache bestellt (kann zwar englisch) aber das ist für mich die perfekte Urlaubslektüre.

  2. Profilbild
    Kazimoto AHU

    Sehr schöner Artikel! Nennt man es nun Vintage Vibe oder Old School? Man kann darin baden und viele Stunden damit verbringen aber….. Die dunklen Seiten offenbaren sich mit zunehmenden Alter. Die Frau redet nicht nicht mehr mit einem und wendet sich ab. Der Sohn fragt wer dieser Mann ist, der ganzen Tag in diesem diesem Zimmer hockt? Kollegen auf der Arbeit fragen nach den Terminen nächste Woche aber du surfst den ganzen Tag Kleinanzeigen ab. Die Konsequenzen können hart sein und wenn dann plötzlich alle Dämme brechen und der Familienurlaub gegen einen Jupiter 4 antreten muss? Dann Familienurlaub in Holland aber du fährst alleine nach Amsterdam zu deinem Vintage-Shop, weil da ein OB-1 steht, den du unbedingt antesten wolltest. Es bedarf keiner Fantasie was dieses Hobby für Risiken birgt und Musik machen fällt zuletzt auch noch hinten drüber. Wer all dies heil überlebt und dieser Zeitvernichtung ein Ende gesetzt hat und die verbliebenen Lebensjahre mit echtem Leben füllt, dem kann ich nur gratulieren. Es ist wie kalter Entzug, die „letzte“ Zigarette aber dahinter wartet das gute Leben. Eine zweite Chance, alte Freunde, Familie (oder dessen Nachfolgekonstrukt), Kollegen, schöne Urlaube und ein Sohn der dich wieder Papa nennt. Ich freue mich wenn ich auf ein leeres Rack schaue und mich nur noch gelegentlich an den Kawai K4 setze, mein erster Synth. Er kostete damals 2000DM……

    • Profilbild
      Killnoizer

      … immer gut wenn man rechtzeitig die Kurve kriegt und vorrangig Geräte kauft die man auch wirklich benutzt. Ich bin dem vintage Virus auch schon ewig verfallen, inclusive der Leidensfähigkeit die Technik auch immer wieder reparieren zu lassen. Allerdings sind in den letzten Jahren auch tolle fabrikneue Instrumente aufgetaucht , da kann man schön mischen.

    • Profilbild
      Obie69 RED

      So schlimm ist es bei mir Gott sei dank nicht, allerdings muss ich zugeben, dass so Geschichten, wie Familien Urlaub und Kleinanzeigen Markt in der Nähe abgrasen auch schon vorkam. Da musste man auch schon mal einen kleinen Umweg machen, um irgendwo ein Gerät mitzunehmen. Oder man sagt: „Kinder, in dieser Stadt gibt es einen wunderbaren Freizeitpark, wollen wir da heute nicht mal hin?“ Während der Fahrt stellt sich raus, dass man noch mal kurz irgendwo vorbeifahren muss. Da bin ich Gott sei Dank drüber weg und das Familienleben ist nicht mehr belastet.

  3. Profilbild
    PaulusS

    Ich habe in der ersten Hälfte der 90er Jahre auch eine umfangreiche Liste an Vintage Equipment ausprobiert, was einem zum Teil hinterhergeworfen wurde. Es war eine tolle Zeit. Gerade, als ich das als junger Mensch entdecken durfte.

    Aber es zeichnete sich damals schon eine leichte Trendumkehr ab, denn mit fast jedem Instrument das ich über Kleinanzeigen zum ausprobieren erworben hatte, konnte ich anschließend gewinnbringend verkaufen. So konnte ich im Laufe der Zeit immer höherpreisigere Instrumente erwerben und antesten.

    Man muss allerdings die nötige Zeit dafür haben. Seitdem ich in meinem Job als selbständiger stecke und viele andere Dinge um die Ohren habe, steht nagelneues und teilweise teures Equipment komplett ungenutzt im Case im Eck meines Zimmers. Ja noch nicht einmal eingeschaltet wurde ein Instrument für über 4000 Euro.

    Man muss Zeit und Muße dafür haben. Aber ich lese und verfolge die Entwicklung auch heute noch gerne.

    • Profilbild
      Obie69 RED

      Ja, das gewinnbringend verkaufen ist natürlich auch so eine Sache. Wenn ich alles behalten hätte, was ich zwischenzeitlich verkauft habe, wäre …. .

      • Profilbild
        amyristom AHU

        Das ist so mein Problem (zumindest bei Synths, nicht bei sonstigem Outboard Gear): Ich kann mich von nichts trennen, auch wenn ich einiges nicht mehr (Waldorf Pulse, Korg Wavestation als Hardware – das Plugin ist soviel besser und bedienbarer) oder kaum mehr (Roland JP8000, Yamaha EX5) einsetze. Aber das Herzchen hängt halt dran.

    • Profilbild
      Karsten Döring

      Das Dilemma mit dem Selbständig und wenig Zeit für die Musik kenne ich seit Beginn der Pandemie auch. Man muss wohl schon Zeit mit sich selbst und dem Studio buchen … aber wer weiß ob einen in dem Moment dann die Muse küsst. Deshalb trage ich mich grad mit dem Gedanken das genaue Gegenteil an Hardware zu kaufen und z.B. im Urlaub einen Polyend Tracker oder einen Elektron Syntakt mitzunehmen.

  4. Profilbild
    olduser

    Schöner Artikel und ich finde das toll , wie Du das machst!

    Mir geht es anders: Wurlitzer Rhodes 79 und Prophet 5 Juno 60 waren meine Ausflüge in die Vintage Welt, alles verkauft und nie bereut.

    Nord Grand deckt die Rhodes und Wurlitzer gut ab und zusätzlich kann das Grand ganz andere Klangfarben, als mein Kawai GL 30 Flügel, der natürlich einmalig für mich ist.

    P10 PXL Take 5 und Pro 3, Polybrute, Matriarch, Voyager und Iridium Keyboard etc. lassen keine Wünsche offen , wenn ich verkaufe mache ich Verlust, ja aber ich nutze die Geräte meistens lange und dann ist normal, die Vintage Welt tickt anders, aber sie interessiert mich nicht mehr und ein alter JD 800( den ich schon mal 4 Jahre hatte) käme mir nicht ins Haus. Nein ich kaufe mir einen Fantom 06 für den Garten:-)
    Und ich mochte den Geruch von meinem 79 Rhodes nie ebenso wenig den des Prophet 5, so unterschiedlich ist das Leben halt

    • Profilbild
      Obie69 RED

      Absolut, wenn man Musik macht und die Sachen wirklich nutzt, ist man mit neuem und aktuellem Equipment, wegen Work Flow etc. besser bedient. Und das, was Du hier erwähnst, ist erste Sahne. Den Juno 60 Verkauf hätte ich allerdings bereut. Ich hatten in meinem Leben bereits 4 Juno 60. Nach dem verkauf des ersten war die Reue so extrem, dass ich gleich drei gekauft und den besten behalten habe. Der kann nicht allzu viele Sounds, aber er passt genau zu dem Style, den ich sehr mag, nämlich 80er angehauchter Pop a la Aha, One Republic, Keane, Killers, Coldplay etc.

      Wie schon geschrieben, ist bei mir das Vintage Hobby eher kaufen, pflegen, Sounds aus dem Netz ziehen, bisschen spielen und experimentieren, und ehrlich gesagt, gar nicht so sehr Musikstücke produzieren.

      • Profilbild
        gaffer AHU

        Sehr schöner Beitrag, Obie69. Ich sehe es ähnlich, es gibt Sammler und Musiker. Die können sich auch überschneiden. Ich habe absolut nichts gegen Sammler, ist bestimmt ein schönes Hobby, kommt nur für mich nicht in Frage. Wer sich das von der Investitionsseite betrachtet, ist sicher sehr sinnvoll, verspricht gute Renditen und ist mir auch deutlich sympathischer als das Sammeln von Autos oder Uhren.

        Viele Instrumente, die du genannt hast, sind alleine schon wegen der Ausstattung interessant. In den Achtzigern hatten sogar Billigschleudern wie K1 5 Oktaven, Velocity, 2 Wheels und Aftertouch. Einige noch mehr als ein Pedal und Schwellereingang. Also schon als Masterkeyboard zu empfehlen.

        Ich habe gerade ein Interview eines meiner Top5 Gitarristen gelesen, Robert Fripp. Er sagte, dass er alles andere als GearNerd wäre. Er hätte ein Konzert mit Corea und Hancock besucht, die tauschten die Plätze und damit die Instrumente, trotzdem klang jeder noch nach sich selbst. Der Musiker macht den Sound nicht das Instrument. Daraus folgt natürlich, dass ich meist virtuelle Instrumente den real vorhandenen vorziehe. Ich verstehe es, wenn jemand sagt: ich spiele mit diesem Instrument besser. Absolut nachvollziehbar. Nur eines werde ich nie akzeptieren, dass es Situationen gibt, in denen nur ein bestimmtes Instrument geht.

  5. Profilbild
    Emmbot AHU

    Es braucht nur Zeit.

    Dann ist der aktuelle auch Vintage.

    Wegen der Reparierbarkeit nehme ich eher aktuell.

    • Profilbild
      Obie69 RED

      Ja, das Thema Reparatur ist mitunter katastrophal, weshalb ich mir keine großen Geräte mehr kaufe, abgesehen davon, dass die jetzt unerschwinglich sind und eigentlich nur noch für Sammler geeignet. Drum meine eher bescheidene Empfehlungsliste.

      • Profilbild
        Robin Fly

        @ Obie69…bei Vintage Synths ist es meiner Meinung nach wie bei Old bzw. Newtimer oder anderem Secondhandzeugs. Bist du „Schrauber“ dann “ go for it“ und viel Spass…oder du hast alternativ Kohle zum rausschmeissen bzw. bist Glücklicher im Lotto und erwischst ein problemloses Teil. Was da ua. so auf dich zukommen kann, wird da unten im interessanten YT- link ( Synth Talk Thursdays – Used Synths to AVOID! (Teil 1+2von3 ) erzählt.

        https://www.youtube.com/watch?v=4e-Mlr_4dxo

        https://www.youtube.com/watch?v=R2S72acE24c

  6. Profilbild
    toneup RED

    Yamaha EX5-R, V Synth XT, alles toll klingende Geräte! Zum Hartmann Neuron: Den gibt es als VST mit Controller. Für Mac sogar als Freeware. Betreibe ich über ein altes Windows Notebook und binde ich über die Vienna Ensemble Software über LAN in die DAW ein. So ein grosser Neuron wäre.natürlich schontoll, alleine der Controller wegen. Ist halt.nicht mehr zu bekommen, und heikel auch. Das PC Motherboard das verbaut ist, gibt es natürlich auch schon lange nicht mehr. Es gibt aber zumindest eine Hompage mit Images der Festplatteninhalte. Darf man fragen was kaputt war und wie er wieder zum Leben erweckt wurde?

    • Profilbild
      Obie69 RED

      Zum Yamaha EX-5 R habe ich alle Original Disketten und noch ca. 30 weitere mit extrem amtlichen Sounds von Peter Kirschner etc. Der EX-5 schlägt vom Sound her die Motifs bei weitem, ich hatte schon Motif XF und MO6 im Bandkontext relativ intensiv genutzt, weshalb ich das glaub beurteilen kann. Als Workstation ist er aber untauglich. Da ist das Betriebsystem zu anfällig und zu schwach. Beim Neuron war die BIOS Batterie leer, dann war das Netzteil defekt, was ich aber fixen konnte und beim Mothterboard habe ich ein ähnliches gefunden, was man hinkonfigurierten kann. Es gibt dazu einige Infos bei FB. Beim Neuron kann man eigentlich alles ersetzen bis auch die D/A Wandler.

      • Profilbild
        toneup RED

        Ok, das klingt eigentlich weniger schlimm, als gedacht. Das heisst, wenn man weiß wie es geht, kann man einen Neuron auch längerfristig erhalten. Dann wäre davon auszugehen das gilt auch für einen korg oasis, da ist ja eigentlich auch ein PC drinnen, zumindest ist der piepton beim aufdrehen sehr vertraut. Klingt exakt wie ein älterer PC der bootet.

  7. Profilbild
    Flowwater AHU

    Mich scheuen bei so richtigen Vintage-Schlachtschiffen – zum Beispiel Xpander, CS-60, OB-8 – ganz knallhart die Reparaturkosten und noch globaler die Gefahr, dass man so ein Gerät gar nicht mehr reparieren kann. Obendrein langen mir die meisten Emulationen – bei meinen Beispielen die von Arturia – völlig aus.

    Meine Korg M1 wird aber sofort wieder in Betrieb genommen, wenn die aus der Reparatur wieder da ist; und zwar durchaus mit selbstgebastelten Sounds. Der Korg EX8000 sowieso. Auf dieses Gespann freue ich mich schon tierisch (und ich finde, die M1 hat auch eine tolle Tastatur, so dass man diese auch super als Master-Keyboard einsetzen kann). Einen Korg Z1 wird auch wieder angeschafft und ich habe auch irgendwie einen Blick auf einen Waldorf Q geworfen (bei dem aber nicht akut, leider bekommt man die Plus-Variante so gut wie nicht). Und dann schwebt mir so ganz Latent noch ein Korg 01 R/W (also die Rack-Version) vor. Ich bin also Vintage-Kram nicht abgeneigt. Mir kommt es aber so ganz grundsätzlich eher auf »Spezialitäten« an, als 08/15-Subtraktiven Kram. Aus dem Grund habe ich auch an aktuellen Geräten wie »Prophet 5/6/10«, »OB-6« usw. kein Interesse. Ich will das Zeug ja nutzen und nicht sammeln oder damit gar spekulieren. 🙂

    • Profilbild
      Obie69 RED

      Den Z1 hatte ich auch mal, macht sehr interessante Sounds und das Physical Modelling ist sehr cool. Allerdings war er dann doch nicht mein Ding. Der Grundsound war mir zu scharf. Vor allem das Filter hat mich nicht angesprochen. Da gefällt mir der EX5 wesentlich besser.

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        Genau dieses Physical Modeling ist es, was mich bei der Kiste anmacht. Und wenn ich den Test von Peter Gorges damals in der Keyboards noch richtig im Kopf habe, dann soll wohl auch der Arpeggiator etwas Besonderes sein. Und ein XY-Pad ist aus Performance-Gründen immer gerne genommen. Bei mir wird zudem immer alles in die DAW geschoben, wo dann die Klänge noch einmal, je nach Bedarf, heftigst nachbearbeitet werden. Vor einem scharfen Grundklang habe ich also keine Angst. 🙂

    • Profilbild
      Karsten Döring

      M1 … 01 R/W … Wunderbare Erinnerungen … vor allem wenn man die Sounds auf dem Amiga gesampled hat, um sie dann in einem Tracker zu nutzen. Großartig 🙂

  8. Profilbild
    monument.mc

    Das mit um den Schlaf bringen kenne ich auch. Ich hab ca 1991 einen Jupiter 8 für schlappe 1000 DM gekauft, mit Speichererweiterung und Grooves Midi. Er müsste mal zu Überholung. Das wird teuer. Es gibt mittlerweile gute Emulationen, aber die alte Liebe und die Haptik bügeln das aus. Tja da verkaufe ich lieber einiges an Equipment und die Überholung zu Finanzieren. Haltet mich für verrückt, aber der wird mich erst verlassen, wenn ich nicht mehr bin, lach

  9. Profilbild
    Kazimoto AHU

    Eine Ergänzung: Alte digitale Synths wie Kawai K4/K1, JV-80, Yamaha TG33 und Korg von M1 bis Wavestation/01W finde ich wesentlich interessanter als analoge Synths. Die Dinger durch schöne Effektketten können wirklich schöne Stimmungen erzeugen. Meine 3 Synths für die Insel wären K4, JV-80 und Wavestation EX. Kleine Anekdote: Mein Verkäufer bekniete mich damals NICHT den JD-990 zu nehmen, weil der JV-80 so viel besser klänge. Er hatte recht auch wenn der JD-990 zusammen mit der Wavestation so etwas wie der Omnisphere der 90er waren. Ich wollte schon immer mal einen Workshop zum K4 machen. Er ist so verkannt wie kaum ein anderer Synth. Lofi, Vintage, Prophet VS, PPG, big vintage Jupiter-8, 303 und ganz kranke Modulationen mit AM und fixen Pitch-Settings. Es geht unendlich viel. 4 Parts/Oszillatoren wo alleine das Phasenverschieben zweier gleicher Wellenformen über den Delayparameter für Überraschungen gut ist. Na ja, irgendwann. Meine analoge Experience war so: Jupiter-8 Wahn in Träumen ausgelebt. Dann auf der Suche nach einem Yamaha DX11 ein Besuch bei einem Vintage-Sammler in Düsseldorf. Alles war da, ich konnte alles probieren aber nichts konnte mich klanglich überraschen oder schräg anfixen. Ich war geheilt und sang ein Loblied auf meinen JP-8000 (ist auch weg), der klanglich wesentlich abgefahrener war. Heute sind noch bei mir K4, K1rII, BassStation MK1 und etwas Eurorack.

    • Profilbild
      Mac Abre

      „Alte digitale Synths wie Kawai K4/K1, JV-80, Yamaha TG33 und Korg von M1 bis Wavestation/01W finde ich wesentlich interessanter als analoge Synths.“
      Geht mir bei vielen Geräten auch so. Bräuchte ich z. B. einen Juno, würde ich den Juno-X den analogen Originalen vorziehen.

      Aber den K4 möchte ich nicht mehr anfassen. Ich hatte den damals leihweise für eine Aufnahme bekommen. Das Ergebnis war nicht mehr wiederzuerkennen. Die an sich schönen Streicher klangen im Mix wie billige Tröten, die anderen Sounds kamen auch nicht viel besser rüber.

  10. Profilbild
    Stratosphere

    Ich kaufe fast nur noch Gebraucht von vintage bis aktuell. Wenn mir das Gerät dann doch nicht gefällt, kann ich es zum ähnlichen Preis wieder verkaufen. Das macht schon Spass und ist zudem nachhaltig.
    Persönlich mag ich eher einfache Geräte die spezifische Klänge liefern um damit relativ schnell Ideen umzusetzen ohne stundenlang editieren zu müssen.

  11. Profilbild
    Filterpad AHU

    Also bevor man ein Vintage-Gerät kauft für sehr viel Geld und danach nur Frust durch Alterserscheinungen hat, dann lieber ein neues Gerät. Der Markt ist wie schon im Beitrag erwähnt vorhanden. Auch gegen manchen Klone habe ich nichts. Was war das für eine Offenbarung, im Netz nicht mehr Preise für eine Original 303 um die 2000-4000€ lesen zu müssen, sondern eben die gleichwertige Behringer TD-3 für 99-150€. Das neue Geräte nicht mehr inspirieren ist meiner Ansicht nach falsch. Ein Moog Matriarch inspiriert mich wie nichts zuvor. Gut das auch Moog wieder Synthesizer erstellt für absolut jeden Geldbeutel: Vom Mavis bis zum ONE.

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      > […] Gut das auch Moog wieder Synthesizer erstellt für absolut jeden Geldbeutel […]

      Jepp, ganz genau. Wenn ich keinen Pro2 besäße, dann stünde durchaus auch ein Subsequent 37 auf der HWL (Haben wollen Liste).

    • Profilbild
      RalfT

      Kann ich unterstreichen, der gesamte Markt bietet mittlerweile so viele Möglichkeiten, dass es fast schon erschreckend ist. Ich habe mittlerweile mein Vintage Gear auf das für mich Wesentliche reduziert, u.a. auch wegen des Wartunsgaufwandes.

      • Profilbild
        Cavestudioschweiz

        Das kann ich nachvollziehen. Mir ging es gleich. Auch wenn ich selber noch mit einem Lötkolben umgehen kann ist es trotzdem manchmal teuer und mühsam. Manche Ersatzteile gibt es auch nicht mehr oder nur sehr teuer. So steht hier nur noch mein Synthex und ein paar monophone Kollegen aus den 80er Jahren neben Microwave, Wavestation,SY-99, JV-1080 etc. Ich denke ich habe immer noch genug Geräte hier. Wichtig ist nur die Synths zu finden, die zu einem passen und die Kreativität unterstützen. Persönlich inspiriert mich ein MS-20 oder ARP-2600 manchmal mehr als mein Waldorf Iridium. Eigentlich verrückt.

  12. Profilbild
    PaulusS

    Ja, die Haptik und das Optische. Man weiß ja auch, dass entsprechende musikalische Größen damit gearbeitet haben. Aber letztendlich war ich am kreativsten, als ich einen PC mit FLStudio und ein paar Plugins für mich entdeckt hatte. Korg hatte sich damals auch noch die Mühe gemacht, schöne Plugins anzubieten. So einfach und mit so geringem Aufwand sofort loslegen zu können. Das hat mich damals fasziniert. Klar sah das MIDI-Keyboard von der Verarbeitung her jämmerlich im Vergleich zu den Qualitätsprodukten aus der Vergangenheit aus. Da wusste ich sofort – das Ding wird keine Jahrzehnte überdauern. Aber das Ergebnis war nicht schlecht dafür, dass es auch noch komplett im Rechner erzeugt wurde.

    Aber es ist schon lustig, wie man sich dann doch wieder einredet, dass man unbedingt die physische „Ware“ braucht. Das muss dann auch alles wieder erlernt und ins Setup integriert werden 😁

  13. Profilbild
    Soundreverend AHU

    Ich habe ein paar alte Synths, Jupiter 6, Juno 60, Emax, DX etc. fast alle in den 80ern gekauft und die funktionieren auch noch *klopf auf Holz* Diese Musikinstrumente sind auch echt toll und ich schalte sie nur ab und zu ein, immer mit der Sorge da kommt ne Rauchwolke raus und Feierabend. Daher würde ich mir auch keine alten Kisten mehr kaufen. Bei den beiden Rolands würde ich mir eine Reparatur überlegen wenns soweit wäre. Gerade jetzt wo es bald ein neues ROM für den JP6 gibt.

    Es gibt aber heute auch wirklich schöne neue Geräte, leider sind die noch nicht auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen, ein Sequential OB 6 zum Beispiel fände ich sehr spannend, 3300 Euro ist halt zu viel Kohle (auch wenns wirklich gerechtfertigt ist) OB8 mit 5500 ganz zu schweigen, da finde ich den Prophet 5 schon besser (vor allem weil man in Etappen upgraden kann) 😁

  14. Profilbild
    mdesign AHU

    sehr schöner artikel, der die wesentlichen aspekte anspricht, ohne zu polarisieren. ein lob.

    ich habe in den 80ern mit einigen klassikern aufgenommen (minimoog, polysix, OBXa, OB8, jupiter 6, jupiter 8, PPG system ua), und ich bekomme immer noch nostalgische gefühle, wenn mir einer dieser synths begegnet. allerdings sind das dinosaurier, die ich nicht mehr selbst besitzen möchte. moderne geräte und klone sind mir da lieber – günstiger, flexibler, zuverlässiger, vielseitiger. meine einzigen echten oldtimer sind ein roland JV1010 und ein korg 05rw, die hab ich für kleines geld ins rack geschraubt. spannend, dass die klassiker immer noch der maßstab sind, an dem sich auch moderne synths messen lassen müssen.

    • Profilbild
      gaffer AHU

      Ja, den 05 RW würde ich dem hier öfter genannten 01W auch vorziehen. Klein, kann glaub ich nicht alles vom grossen Vorbild und günstig zu bekommen. Und ich selbst habe den 01 oft gespielt, nie besonders gefunden, aber vielleicht habe ich ihm auch keine reelle Chance gegeben. Da hat KORG für mein Empfinden auch die M1 Kuh ein paar mal zu oft geschlachtet. Schon T hat mich nicht mehr gepackt. Und die Begeisterung für EX, @Obie69 hat mich komplett erstaunt. Würde der mir irgendwo angeboten, würde ich weiterlesen. Vielleicht jetzt nicht mehr ;)

  15. Profilbild
    lunatic AHU

    Guter Artikel, schwieriges Thema…
    Auf jeden Fall ein schönes SY77 Foto. Muss den unbedingt mal wieder nutzen.

    • Profilbild
      gaffer AHU

      Ja, der lohnt sich immer mal wieder. Steht über meinem PC 88 als Zweittastatur. Klappert zu laut, das nervt mich etwas, aber 3 Räder, 3 Fader und FootController allein sind schon interessant. Breath habe ich nicht mehr.

  16. Profilbild
    Karsten Döring

    Manchmal ist auch allein der nostalgische Grund ausreichend. Ich habe erst kürzlich einen SY99 erstanden und mich damit an den Tag versetzt, als ich von einem Schulfreund im Alter von 14 zu einem Bekannten mitgenommen wurde und ich zum ersten mal an einem echten Synthesizer saß und nicht mehr nach Hause gehen wollte. Daraus wurde 3 Jahre später dann der erste eigene Synth (SY77) und damit begann die Odyssee. Jetzt steht er bei mir, wird sicherlich demnächst mal komplett gecheckt und restauriert und dann wird er einfach nur als Symbol meiner Liebe zur Musik mein kleines Studio erhellen und aufwerten, egal ob ich ihn jemals in Produktionen mit einsetzen werde.

  17. Profilbild
    Phoenix

    Oh man…! spätestens nach diesem Artikel geraten nun die letzten Schnäppchen-Synths in die Preisspirale😁…! (Spaß)

    Spaß beiseite – ich bezeichne mich auch als Vintage-Schnäppchenjäger, der fast täglich auf dem Gebrauchtmarkt stöbert und seit einigen Jahren die (steigenden) Preise beobachtet. Aber: ich beobachte auch, dass gerade die teuren Vintage Synths (Jupiter, PPG, Oberheim…) momentan wie Blei auf dem Gebrauchtmarkt liegen – da wurden in vielen Anzeigen schon einige Male die Preise gesenkt und trotzdem nicht verkauft! Ganz anders im unteren (unter 1000€) Preissegment – das ist auich mein Terrain und da muss man schnell sein! Beispiele meiner Schnäppchen: Poly61: 150€, Ensoniq SD1 32 Voice: 300€, Supernova Rack: 350€, KingKorg: 230€, AccesVirus KB: 500€…

    Die bringen alle Freude und sind angesichts des Preises No-Brainer. Und ja – ich spiele und liebe sie alle, incl. kleiner Reparaturen. Nichts wird verkauft und somit wird auch großer Platz langsam eng (abgesehen von den rollenden Augen meiner Frau …“schon wieder so`n Ding?“🙄
    Auch aus Platzgründen ist die Wavestation oder MonoPoly nun als VST bei mir.

    Am meißten Spaß beim antesten hatte ich jedoch mit dem Korg micro-x, eine 180€ günstige Plastik-Kiste ohne hochtrabenden Anspruch, aber vollgestopft mit Gages. Ich habe selten so gelacht beim spielen. Musik soll aus Spaß machen und nicht immer ernsthaft sein!

  18. Profilbild
    amyristom AHU

    Hmm ich muss gestehen, dass ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht wirklich sicher bin, was mir der Autor mit seinem Artikel eigentlich unterm Strich sagen will. Die von ihm selbst aufgeworfene Eingangsfrage, Zitat: „Einer sicher nicht weniger geradezu ideologischen Frage möchte ich mich heute widmen: Was macht glücklicher, neues Gear oder Vintage-Gear? Oder rationaler gefragt: „Womit realisiere ich meine Musikvorstellungen besser, mit dem neuesten, zumindest aktuellen Material oder mit Vintage-Synthesizern, Effekten und Drumboxen?“ beantwortet der Artikel nämlich überhaupt nicht. Insofern: Setzen, Thema verfehlt. Stattdessen bekomme ich unterm Strich eine „Mein Haus, meine Yacht, meine…“ Auflistung des Vintage Gears des Autors und eine Liste an noch preiswertem und empfehlenswerten alten Geräten. Aber um die eigentliche selbst aufgeworfene Frage drückt sich der gesamte Artikel erfolgreich herum.
    Dabei ist die Antwort eigentlich recht einfach: Sammler ausgenommen, so hat doch jeder Musiker eine Vorstellung der Sounds, die er idealerweise in seiner Musik einsetzen möchte. Und dann sucht man sich eben die Geräte zusammen, die diese Sounds für einen am besten umsetzen können. Ob das dann Vintage Geräte oder neue Geräte sind, ist am Ende doch egal. Oder anders: Möchte ich DEN Minimoog Sound haben, kaufe ich einen (oder den Behringer Nachbau) und keinen Yamaha Motif.

    • Profilbild
      Codeman1965 AHU

      < " Insofern: Setzen, Thema verfehlt " >

      Finde ich nicht.
      Wie man hier bei den Kommentaren sieht, lässt sich diese Frage eben nicht allgemeingültig beantworten. Das ist alles höchst subjektiv.

      Auf die Frage „Was schmeckt besser: Gurke oder Tomate?“ wirst Du wohl auch keine abschliessende Antwort erhalten.

      Ich (persönlich) sehe das eher nach dem Motto „Thema angestoßen, Diskussion läuft, Vieles richtig gemacht“…

      • Profilbild
        amyristom AHU

        Nun naja wie gesagt, der Artikel wirft zu Beginn eine Frage auf (siehe obiges Zitat in meinem Kommentar) und verspricht sich dieser Frage zu widmen. Tut es dann aber nicht. Würde der Artikel lauten „Preiswertes und dennoch empfehlenswertes Vintage Gear“ (oder so ähnlich) wäre dem dann folgenden Textinhalt wesentlich mehr gedient.
        Btw: Ich habe nichts gegen Vintage Gear, habe hier selbst einiges (von Wavestation über einen EX5 und selbst ein JP8000 ist ja mittlerweile Vintage…). Aber wie gesagt, ich bin mir halt nach wie vor nicht wirklich sicher, welche Message mir dieser Artikel eigentlich gemessen an seinem Eingangsabsatz am Ende vermitteln möchte.

        • Profilbild
          Moogfeld

          Ich sehe den Artikel sehr positiv und möchte hierzu auch Danke sagen! Grundsätzlich ist das mal ein ganz anderer, frischer Stil-Ansatz als üblich, der doch vieles anspricht, was Synth-Nerds (wie wir es doch alle irgendwie sind) immer wieder mal durch den Kopf geht.
          Da jeder jedoch zwangsläufig eine unterschiedliche Vorstellung von „was ist das Ziel“ und „wie ist der Weg dort hin“ haben wird, kann zu den Fragen letztendlich auch kein abschließender Königsweg aufgezeigt werden. Der Artikel hat sehr gute Fragen gestellt ohne jedoch zu polarisieren und die Antworten dazu muss sich letztendlich jeder selbst geben, was doch auch schön ist und am Ende niemanden einengt…..für mich ist das ok.

          Die Liste der interessanten und noch bezahlbaren Vintage-Synths möchte ich gerne noch ergänzen:

          Ensoniq ESQ1/80 bin ich voll mit dabei.

          Mit rein muss jedoch noch:

          Korg DW 6000 und DW8000

          JX3P ist ok, aber wo ist der für 500€ noch zu haben, dann fahr ich nämlich gleich sofort los?
          Und den JX8P würde ich auch noch reinpacken, auch wenn dessen Preis in letzter Zeit auch teilweise durch die Decke geht.

          Und auf der Digitalen Seite:

          Casio CZ 1 / 3000 / 5000 und wenn es was kleines sein soll der 101er.

          Und falls die überhaupt schon Vintage sind:

          Novation Nova/Supernova

          Und den JD800 setze ich auf jeden Fall auch noch auf meine Liste.
          :-)

          • Profilbild
            lunatic AHU

            Boah, ja, logo die DW-Brüder müssen rauf… aber wenn wir schon dabei sind, muss ich den DSS-1 anpreisen. Der fetteste Synth/Sampler aus Fernost bis jetzt…(immerhin ca. 35 Jahre alt)
            Den würde ich tatsächlich erst rausrücken wenn mir jemand einen Emulator II vor die Tür stellt. Der Vergleich hinkt, da die Synth-Funktionen des DSS-1 fantastisch sind. Aber den E-mu wollte ich immer haben…….

            Zum eigentlichen Kern zurück: ein gutes Stück Korg DWGS bekommst du im DSS-1!
            Durch die Samplingfunktion würde ich die Abstriche gegenüber dem Vollsynth in Kauf nehmen🪩🎹🎤

            • Profilbild
              Cavestudioschweiz

              Kann ich nur bestätigen – den DSS-1 würde ich auch nie hergeben. Ein richtig toller und fetter Synthesizer, der noch Sampling beherrscht. Ein DW8000 ist da ein Tretroller dagege. Meiner funktioniert noch 1A inklusive dem Diskettenlaufwerk

          • Profilbild
            Mac Abre

            Interessant, die Liste hätte fast von mir sein können. Mit dem Unterschied, Korg DW-6000 und CZ-3000 besitze ich, von Novation reicht mir auch die Mininova, die ebenfalls bei mir steht. Den Wunsch nach dem JD-800 habe ich nicht mehr, da zu sperrig, durch JD-08 einigermaßen ersetzbar (ich komme mit kurzen Fadern gut zurecht, und dass der Sound nicht identisch ist, ist mir egal, v. a. da ich einen JV-1080 besitze).

            Ich würde die Liste noch um den SY22 oder seine verbesserte Desktopvariante TG33 erweitern. Meiner Meinung nach eines der am meisten unterschätzten Instrumente der Synthesizergeschichte.

            • Profilbild
              Moogfeld

              Hi Mac Abre,
              nett dass wir da so eine schöne, gemeinsame Schnittmenge haben 🙂
              Was die Novas und Supernovas anbelangt, so bin ich diesbezüglich bekannterweise natürlich etwas befangen….ich hatte zu der Serie auch schon mal einen umfassenden Testbericht/Leserbericht auf Amazona über die Nova Desktop verfasst und meine Liebe hierzu offen bekundet.
              Die Ultranova habe ich auch, allerdings ist zwischen Ultranova/Mininova und den alten Nova/Supernovas doch noch ein hörbarer Unterschied. Die neuen klingen da ein Stück klinischer und etwas weniger organisch-warm, darüber hinaus sind die Oldies mit ihren Multilayer- und Multi-Arpeggiatorfunktionen einfach eine andere Hausnummer.
              Dürfte ich nur drei Synths mit auf eine einsame Insel nehmen, wäre meine Nova II (auf Platz drei) auf jeden Fall mit dabei.

              TG33: hatte ich auch mal, aber das nicht vorhandene Filter hat mir da irgendwie mit der Zeit gefehlt und die Bedienung…..naja, intuitiv ist was anderes.

              Ich wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag!

      • Profilbild
        Obie69 RED

        Vielen Dank, genau das war mein Ansatz. Auch wollte ich nicht mit meinen Synths prahlen. Ich habe einen YouTube Kanal, auf dem ich immer mal wieder Synths präsentiere und die Consumer sind dankbar, dass sie Infos bekommen. Der Hinweis auf die Dinos diente nicht dazu, dass man die braucht oder kaufen sollte, sondern allein dazu, dass die echt ein Geldgrab werden können. Darum war der Artikel zweitgeteilt, einmal in die Frage, was den Reiz an alten Synths ausmacht, dies aufgeteilt in teure Legenden und eher erschwingliche oder unterschätzte Synths, sowie ein persönlicher Erfahrungsbericht, welche der unterschätzen oder auch selteneren und speziellen Synths meiner Erfahrung nach heute noch interessant sind, was man aktuell so nicht bekommt. Den Anspruch, die Eingangsfrage objektiv zu beantworten, hatte ich nie, da dies sehr persönlich ist, fast wie die Frage ob mal lieber einen roten Wagen fährt oder einen schwarzen.

        • Profilbild
          Everpure AHU

          Ich finde, dass es vollkommen okay ist, dass du deine Eingangsfrage gar nicht (objektiv) beantworten wolltest. Dann wäre es aber auch schön, wenn du das auch gleich klarstellst. Denn sonst werden zumindest bei einigen Leser/innen Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden. Insofern kannst du dir und allen Leser/innen mit diesem kleinen Trick ein „besseres“ Erlebnis garantieren. :)

  19. Profilbild
    SynthUndMetal

    Vielen Dank für einen wirklich sehr interessanten Artikel. Aus meiner Sicht sind die alten Synthesizer immer noch interessant und zusammen mit aktueller Hardware komplementär nutzbar. M1R und K4 haben sich bei mir genauso in meine Songs hereingemogelt wie eine Hydrasynth oder ein Pro-1.

    • Profilbild
      Kazimoto AHU

      Den einzigen M1 Sound den ich jemals benutzt habe war der Peitschenhieb aus dem Drumset. Kommt gut mit ein wenig Noise und Filterspielchen dazu. Der K4 hingegen hat so eine affengeile klare Struktur, das macht teilweise mehr Spaß als an Potis zu drehen. Für mich perfekt! Es lohnt mit dem zu experimentieren, ein sehr ergiebiger Prozess.

  20. Profilbild
    wrywindfall

    Oh, wie gut kenne ich das Thema. Habe selbst über einhundert Kisten und bin manchmal mehr Sammler als Musiker.
    Teilweise haben die sich so angesammelt, teilweise habe ich aus Nostalgiegründen meine ersten Kisten wiederhaben wollen, dann bin ich auch Fan der elektronischen Musik der 70er. Ein Waldorf STVC klingt gut und ist inspirierend, aber ein Solina String Ensemble oder ein Elka Rhapsody ist einzigartig. Die neuen Teile haben oft tausende Presets, die mich erschlagen. Da mag ich wieder die „einfacher“ aufgebauten alten Kisten. Diese in allen Nuancen entdecken, finde ich viel spannender.
    Hätte ich damals mit mehr Zeit die Möglichkeiten von heute gehabt…

  21. Profilbild
    Sensimood

    Bin auch vintage liebhaber und hab einiges rumstehen. Man muss aber ganz klar dazusagen, dass man einen guten erfahrenen Techniker an der Hand haben sollte um die deutlich in die Jahre gekommenen Geräte ordentlich revidieren und warten zu lassen. Häufig wird breiter vintage Sound und Charakter mit teilweise defekten und schwer verstimmten Geräten verwechselt!
    Das ist wie mit Oldtimern, man sollte bei unrevidierten Synths im Schnitt ein fünftel des Kaufpreis für professionelle Revision miteinplanen. Je nach Zustand kann das auch mehr oder weniger sein. Habe das Glück das ich meine Vintageleidenschaft mit einem pensionierten Elektrotechniker teile. Ohne ihn hätte ich kein sauber funktionierendes vintage-Gear!
    Aber auch neues Zeug macht Spass, Eurorack ist bei mir ein stetiger Quell der Kreativen Freude!

  22. Profilbild
    Obie69 RED

    Zunächst einmal herzlichen Dank für die vielen anregenden Kommentare. Darüber freue ich mich sehr, weil genau das habe ich beabsichtigt. Mein Beitrag soll gerade nicht polarisieren, er ist zwar sehr persönlich und zeigt meine Sichtweise, es gibt aber keine ausschließlich harten Argumente für das eine oder andere, da Emotionen eine große Rolle spielen und auch die persönlichen Vorlieben und Herangehensweise ans Musikmachen. Ich habe bewusst die großen klassischen Synthesizer nur gestreift, zumal es heute kaum noch sinnvoll ist, jedenfalls aus musikalischer Sicht, sich solche Dinosaurier anzuschaffen, es sei denn man ist in erster Linie Sammler und sieht das als Wertanlage. Auch wenn die großen Geräte zwischenzeitlich preislich stagnieren, so sind sie langfristig denke ich schon „krisensicher“. Aber hierauf kommt es ja nicht an, sondern mir war wichtig, noch ein paar bezahlbare Synthesizer insb. aus den neunziger Jahren vorzustellen, die wirklich sehr gut gebaut und verarbeitet sind, damals relativ teuer waren und auch heutzutage, wenn man mal von der substraktiven Synthese absieht, ein paar Alleinstellungsmerkmale bieten und somit durchaus sehr interessant sind, um sich damit intensiver zu beschäftigen. Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag und ich werde sicherlich zu dem einen oder anderen Kommentar auch noch mal was schreiben.

  23. Profilbild
    Anthony Rother AHU

    Danke für den schönen Artikel.
    Ich schaue auch täglich überall brav nach Gear obwohl ich keinen Platz dafür habe.

    Jedesmal wenn etwas defekt ist nehme ich mir vor die Geräte nach der Reparatur zu verkaufen und auf einen Klon umzusteigen oder nur noch Digitalgeräte zu verwenden damit ich mich nicht mehr ärgern oder traurig sein muss. 😂

    Ich bin gerne Nerd bereue es aber immer dann wenn etwas defekt ist.
    Wenn es dann repariert ist geht es fröhlich weiter bis zum nächsten mal. 😂

    Bereue auch öfters den Verkauf von so manchem Vintage Synth obwohl ich weiß dass es rational die richtige Entscheidung war. 😂

    Muss über mich selbst lachen als ich diese Zeilen schreibe.

    • Profilbild
      gaffer AHU

      Nein, nicht lachen, absolut deiner Meinung. Ich stehe auch gerade wieder vor einer Entscheidung, brauche ich einen TS 12? Nee, brauche ich nicht, obwohl ich den immer gerne mal angespielt und damit gedudelt habe. Er ist aber bei keinem Stück dabei, das über eine Grobskizze hinaus ging. Und dafür ist er zu groß. Also überholen, verkaufen.

  24. Profilbild
    BouncyHunter

    Schöner Beitrag,und wohl dem,der so eine Frau hat😀.
    Ich bin,Schande über mein Haupt,im Laufe der Jahre immer mehr dazu gekommen zu verkleinern und digitalisieren.Das geschah sowohl aus Platzgründen aber auch der Bequemlichkeit wegen.Laptop aufklappen,loslegen.
    Trotzdem freue ich mich ab und zu z.B.in anderen Proberäumen ein altes Schlachtschiff zu sehen,so ganz ohne Nostalgie geht es dann eben doch nicht.

  25. Profilbild
    d_eric

    Ach, die Zeit…
    Die Ressource, um die meine Frau und ich am meisten zackern, seitdem wir Eltern sind. Deshalb ist es für mich utopisch, auch nur an Vintagegear zu denken. Es bleibt mir ja kaum Zeit, mich in meine neuen, eher wartungsarmen Instrumente einzuarbeiten. Klassische Synthesizer lösen bei mir aber auch eine riesige Faszination aus, ich bin regelmäßiger Zuschauer von Bad Gear und als Vangelis Fan würde ich ja so gerne mit dem Yamaha CS 80…
    Ich kann von daher beide Seiten – die, die Einfachheit, schnelle Verfügbarkeit und lange Feature-Liste der neuen Geräte für das A und O halten und die, die sagen, dass erst der Aufwand, den man mit den alten Schätzen hat, zu echter Zufriedenheit und Wertschätzung führt – mit allen Zwischenpositionen sehr gut verstehen.
    Ein Punkt ist noch wirklich wichtig: Wer gebrauchte, ältere Geräte kauft, instandhält und nutzt betreibt aktiven Umweltschutz. Jedes Gerät, das nicht produziert werden muss schont unseren Planeten. Dies vergessen G.A.S. – Befallene (wie ich) schon einmal gerne und dann stehen mit wertvollen Ressourcen produzierte Gerätschaften häufig ungenutzt herum und werden im Zweifel aus Faulheit irgendwann weggeworfen. Von daher hat die Vintage-Fraktion ein starkes Argument auf ihrer Seite

    • Profilbild
      Obie69 RED

      Absolut, allerdings verbrauchen die alten Monstren auch mächtig Strom. Bei sehr vielen habe ich ein sparsames und sicheres Netzteil von Synthtaste nachrüsten lassen. Mein K250 verbraucht fast soviel Strom wie ein Kühlschrank 😂

  26. Profilbild
    the_sequencer

    Hab 1977 eine Hohner Bonanza zu Weihnachten bekommen … ….später kam dann als erster Sampler ein W-30 & Wavestation SR zum Atari, hatte dann einen kleinen Hit und vom Vorschuß der Plattenfirma einen Roland S-760, (Speichererweiterung 32MB damals 1200DM) und Cubase dazu erworben….Hatte dann irgendwie die Lust am ganzen verloren durch die dauernde Updaterei, Programm gedongle bei Cubase…und der folge Hit blieb auch aus….einige Jahre später bekam ich durch eine Studio Auflösung für kleines Geld an ein Komplett Paket: Moog Rogue/Korg Polysix/JV5080/D50/JU106/Supernova/AccessVirus/JP8000/MOTIX Rack XS/PC88…bis ich endlich alles verkabelt & funktionierend hatte war der Polysix & Rogue & PC88 mittlerweile nur noch am Kratzen….hatte mehrere Reparutur stellen angefragt, aber der Reparatur preis wäre höher als die Gesamt investition.
    Aufgrund der negativ Erfahrungen mit meinen alten Analogen würde ich mir zZt keinen mehr dazu kaufen…Hatte in Interviews meiner Synth Idole gelesen das einige Ihren HarwarePark verkauften und auf VSTs umstiegen…aber irgendwie wurde ich mit meinen alten Rechnern mit VSts nicht glücklich…
    2022 kam ein MacMini & Aturia V Collection /Diva /VPS Avenger / KORG VST Wavestate seit dem funktionierts …habe den ganzen Hardware kram schon lange nicht mehr angemacht, aber noch nicht verkauft …Sehs aber als schöne Buy & Hold Anlage…

    • Profilbild
      Obie69 RED

      Ja, eine Überholung lohnt wirklich nur bei den sehr teuren Kisten. Die günstigen Digitalsynths versucht man besser selber zu fixen, wenn es irgend wie geht.

      • Profilbild
        the_sequencer

        Übrigens sehr schöner Artikel…Hab immer noch als Zukunftsvision ein kleines MiniSynth Museum zu haben…evtl gibts die Reparaturen ja mal billiger…deswegen habe ich sogar die Hohner Bonanza behalten ( mehr Analog geht nicht haha) …Jupiter 8 war mal 😎ein traum….heute wäre es eher ein Steinway D & Cembalo und eine Kirchenorgel und eine Villa dazu a la Palau Guell von Gaudi in Barcelona….naja in ner 3zi Stadtwhg gehts auch mit MacBook & Vsts…und Gaudi fototapete…

        • Profilbild
          the_sequencer

          Übrigens der Gebrauchtpreis einer Hohner Bonanza liegt zwischen 1€ und 20€…ok sie klang schon immer krauslich und wiegt gefühlt 50kg ohne MIDI und mono…für den Preis wollte ich sie aber noch nicht aus dem 3.Stock runtertragen….

          Irgendwie häng ich aber noch an meinen ganzen Synth Sammlung, würde mir heute eher was Originelles dazu holen , was es nicht als VST gibt a la JVC KB700 „Compucorder“. Mich wundert nur das einige meiner Uralt Digital geräte (Speziell Roland…) noch problemlos funktionieren ZB: der S-760, der W-30, Juno 106 & D50 (hab die beide auch als Boutique), JV5080 (klingt fetter als die Roland die Cloud) und lädt die Roland Sample CD Roms, Technics KN2000 (30 Jahre alt kein Kratzen und immer noch guter Sound,), Roland M-VS1, Access Virus, JP8000. Das mit dem brutzeln beim Polysix scheint aber ein teurer Spaß zu werden , liegt nicht an der Batterie, hatte Ihn schon auf….Generalüberholung soll 1200€ kosten, das wärs mir nicht wert…🎹

          • Profilbild
            Phoenix

            Vor zwei Jahren hatte ich einen JVC-KB 800 für 50€ erworben. Aber ich konnte das Gerät einfach nicht in mein Set integrieren. Zudem klang er mir dann doch etwas zu sehr nach „Homekeyboard“. Also hab ich ihn für 100€ wieder hergegeben.
            Die Roland- JV 3080/5080 Module sind sicherlich auch ihr Geld wert und auch in aktuellen Sets eine Bereicherung (und platzsparend!)
            Ensoniq habe ich mir letztlich wegen des polyphonen Aftertouch zugelegt. Wer dies günstig sucht sollte sich die Ensoniq Reihe (Test hier bei Amazona!) genauer ansehen!
            Letztlich ist alles Marketing – vieles wird irgendwie als „neu erfunden“ angepriesen, ohne das gesagt wird, dass es dies schon vor 20 Jahren auf dem Markt gab – und nicht viel schlechter. Heute wird man mit Features erschlagen – wenn ich da an mein Kronos 2 denke, habe ich bislang wohl nur 30% seines Potentials ausgeschöpft🙄

            • Profilbild
              the_sequencer

              Gerade das macht den JVC-KB800 ja etwas kultig, da er so schön cheesy klingt, passt gut zu meinen diversen Casio Mini Keyboards (SK-1 ect die sind auch noch in meinem Key&Synth Studio Museumszimmer und nehmen nicht viel Platz weg…)
              Ensoniq Feeling SQ80 hab ich in der V Collection & spiel mit einem NovationSL49MK3 mit Aftertouch (Ensoniq Mirage war unser erster Sampler in den 80s)…Hab zum JV-5080 jetzt noch für 50€einen alten JV-1010 & ein SE-70 bekommen, Batterien getauscht und funktioniert…..Zu Korg hab Nautillus angespielt und irgend wie wirkt das klapprig im Vergleich zum Kronos…wär mir etwas zu fummelig trotz der Möglichkeiten….cheers

  27. Profilbild
    Tomtom

    Oh wow! Die alten Kisten nur aus Nostalgie. Ich habe mir beispielsweise meine ersten Synths aus den 80ern genau aus diesem Grund wieder angeschafft. Mein erster Synth war der Casio CZ-230S Exot. War schwierig den in akzeptablem Zustand zu finden. Aber in der Bucht in Lettland fündig geworden. Bin sehr zufrieden. Und einen Roland D-10 habe ich für 110 Euro inkl. Versand bekommen. Sieht aus wie neu. Habe ich also auch nicht bereut. Allerdings klimpere ich nur gerne darauf herum, in meinen Workflow passen sie heutzutage nicht mehr. Da gebe ich gerne jüngeren Jahrgängen den Vorzug.

  28. Profilbild
    LeSarrois

    Vieles im Artikel kann ich selber gut nachvollziehen. Allerdings bin ich mittlerweile soweit, einfach eine bezahlbare Mischung von alt und neu zu behalten. Einen MKS50 würde ich niemals hergeben. Genau so bleibt die Triton Extreme hier, da für mich der Sound druckvoller als der des Kronos ist. Ein PC3K7 steht aus SammlerGAS hier, genau wie ein Microwave 1, oder zwei Matrix 6. Der Cobalt klingt dagegen nicht so mächtig, dafür aber fein und spannend. Ein Matrix 1000 als Backup bleibt auch am Start und einen TG77 habe ich mir wieder zugelegt, nachdem ich den SY77 vor einigen Jahren verkauft hatte. Mit den DW oder dem XP80 wurde ich soundmäßig nie warm, die mussten gehen. Auch ein DSS1 war schon mal hier. Den Verkauf habe ich nie bereut. Was aber aktuell hinzukam sind zwei E-MU Ultras. Damit muss ich mich unbedingt beschäftigen. Conclusio: Es macht einfach Spaß, manche Geräte im Musikzimmer zu wissen, ähnlich wie andere sich Uhren kaufen, die sie auch nie tragen.

  29. Profilbild
    paolostylo

    Toller Artikel!
    Ich hab‘ mich vor langer Zeit von allen Hardware-Klangerzeugern verabschiedet und produziere ausschließlich „In The Box, aber ich kann obie69 absolut verstehen, begeistert an den besagten Kultgeräten zu schrauben und dieses „Feeling“ zu erleben.
    Der nachfolgende Satz löste übrigens eine unschöne Erinnerung aus:
    „Auf die Idee, dass man seinerzeit für das Geld eines Korg M1 gleich zwei gebrauchte Jupiter-8 bekommen konnte, brachte mich leider niemand.“
    Im Musikladen hab‘ ich 1989 immer betont, dass ich elektronische Musik machen möchte.
    Ich kann mich daran erinnern, als wäre es gestern gewesen, daß dort jede Menge dieser merkwürdig bunt anmutenden Synthesizer mit Holzseitenteilen lieblos an die Wand angelehnt waren.
    Preise: Vielleicht zwischen 150 und 350 DM…
    Ich fragte damals „Was sind das für olle Kästen?“
    Der Verkäufer:
    „Aaaaach…. Das sind riiiiiiichtig alte Gurken. Glaub‘ mir, die willst Du nicht“.
    Ja, nee, is‘ klar… Ich heul‘ immer noch… :-(((
    Was bekam ich also als absolut unwissender Neuling empfohlen??
    Einen Yamaha SY22 mit einem QY10…
    Erst (leider viel) später, als die analogen schon sehr teuer waren, hatte ich neben einem Atari 1040ST und einem S900 zunächst einen Poly-800, mit dem ich Sounds schraubte…
    Fazit für mich:
    Der Sound mit Plugins ist für mich ok, aber das „Gefühl“ mit den alten Geräten ist unerreicht!

  30. Profilbild
    AntonAmazona

    Vielen Dank für den Artikel. Die besten beiden Sätze sind:

    „Neue Geräte suggerieren, dass man bessere Musik macht und schneller zu Ergebnissen kommt. Das ist aber ein Trugschluss, denn die Kreativität des Nutzers und was er aus dem Instrument für sich herausholt, ist entscheidend.“

    Und die Antwort auf die Frage „Lohnt sich der Kauf von Vintage Synthesizern“ ist für mich: NEIN, denn ein Hobby muss sich nicht „lohnen“. Egal ob man in einer Band spielt, fürs stille Kämmerlein Musik produziert, oder sich einfach nur beim herumklimpern an den interessanten Klängen erfreut…Es muss Spaß machen !

    • Profilbild
      ozzardofwhizz

      recht hast du – wenns keinen spaß macht lohnt es sich nicht
      für mich macht ein anderer maßstab als – macht es freude macht es glücklich – für die frage ob sich ein instrument lohnt keinen sinn

  31. Profilbild
    Malte Krug

    Bin ich also doch nicht der Einzige, der altes Gerät hortet, selbst repariert und spielt. Ich hatte Glück mit dem Timing der meisten meiner Anschaffungen, die ich besorgte, als der Hype anders lief. In den 90ern arbeitete ich zusätzlich in einem Musikgeschäft, so dass auch manches Auslaufmodell günstig direkt bei mir landete. Der FS1R zB. für DM750,-
    Ich benutze nicht permanent jeden Synth für meine Musik, aber gehe regelmäßig durch die Geräte, um Inspiration zu tanken für neue Songideen. Selbst Hardwaresequenzer werde aktiviert, wenn mir das Mausgeschubse auf den Keks geht.

  32. Profilbild
    astral_body

    Super Artikel. Ich hatte viel Spaß beim Lesen.

    Und eigentlich ist doch die Kernaussagen universell: wenn’s einen glücklich macht, dann ist doch okay.

    Manche freuen sich über Vintage Gear, manche über Apps oder VSTs oder sonst was.

    Ehrlich gesagt, kann ich alles nachvollziehen

    Ich freue mich aktuell über meine spontan Kauf Darbuka für 30 EUR vom lokalen Dealer auf der ich ausgesprochen schlecht zu gestreamter Musik mein mangelndes Talent demonstriere ;)

    Es geht doch nur um den Spaß. Und mir geht es beim Musikmachen fast nur noch um den Prozess und weniger um das Resultat. Nachdem ich das für mich beschlossen habe, habe ich übrigens noch mehr Spaß

    • Profilbild
      Obie69 RED

      Vielen Dank, schönes Kompliment! Ja genau das ist der Ansatz. Jedem das Seine. Und selbst, wenn man nicht Musik macht und einfach nur nerdig ist, Hauptsache man hat Spaß.

  33. Profilbild
    xtront

    Ich liebe eigentlich ältere Kisten. Mir z.B. Korg Electribe EA & ER zu holen ist preislich und vom Platz her kein Problem für mich, aber mittlerweile sind die Teile auch über 20 Jahre alt und werden dadurch nicht besser. Echte Retroschätzchen wie ein Juno 60 oder eine TR-808/909 finde ich altersbedingt schwierig, dazu kommen die größtenteils heftigen Gebrauchtmarktpreise. Daher bin ich froh und dankbar, das Firmen wie Din Sync, Michigan Synth Works oder Behringer den geilen „alten Kram“ neu auflegen, seit dem habe ich endlich Retro-Classics (RE-909, 606, 303, MSW-810, K-2); Roland’s Boutique Reihe konnte mich einfach nicht überzeugen, Behringer bei den Drums allerdings auch nicht so sehr.

    Von meinem sehr gut erhaltenen Alpha Juno habe ich mich vor wenigen Jahren getrennt, weil ich einfach keine Lust habe mich mit teuren Reparaturen und schwer verfügbaren Ersatzteilen befassen zu müssen.

  34. Profilbild
    mucsnd

    Hab mir aus Nostalgie-Gründen meinen „ersten Synth“ Roland D10 gebraucht und sehr günstig gekauft. Beim durchhören der Sounds sind viele alte Erinnerungen wieder aufgetaucht. Allein aus diesem Grund hat sich der Kauf des Vintage-Nostalgie-Synths schon gelohnt. ;-))

  35. Profilbild
    Flowwater AHU

    Und ich habe mir jetzt, am letzte Wochenende, einen Vintate-Synthesizer gegönnt, der mir aus mir unerfindlichen Gründen seit Anfang des Jahres in der Nase steckte: der »Korg 01/W«, genauer gesagt in der Rack-Variante »01R/W«, weil ich hier bei mir kaum Platz habe. Ich habe wirklich keine Ahnung, warum es ausgerechnet der sein musste. Und außerdem habe ich im Moment gar keine Zeit, mich damit ausgiebig zu befassen, weil ich endlich mein nächstes Album fertig machen will. Aber dann … ha! Ick freu mir! 😁

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Politische Inhalte und Statements werden durch die Redaktion gelöscht.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

X
ANZEIGE X