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Luftrum Sounddesign: Vangelis für Omnisphere 2, Xenon für DIVA

Luftrum Sounddesign: Interview & Test

13. September 2022

Als eingefleischter Vangelis-Fan wurde ich kürzlich auf die oben gezeigte Werbeanzeige eines mir bis dahin unbekannten Soundanbieters aufmerksam: „Luftrum“. Wie sich später herausstellte, steckt hinter der Firma der dänische Sounddesigner Soren Hybel, der nur mir nicht geläufig war, der in der Branche aber einen sehr guten Ruf besitzt und u.a. Presets für zahlreiche Softwaresynthesizer und Hardwaresynthesizer erstellt hat. (Dazu mehr im Interview mit Soren weiter unten).

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Ich nahm also Kontakt zu ihm auf und liess mir zwei seine Soundsets schicken. Natürlich besagtes Vangelis-Set für Omnisphere und ein cinematic Set namens XENOS für den U-He-Synthesizer DIVA:

Vangelis für Spectrasonics Omnisphere 2

Das Vangelis-Set für Spectrasonics Omnisphere 2 enthält 89 Sounds und 25 Multis. Mit aktuell 395,-€ gehört Omnisphere in die Luxusklasse moderner Synthesizer-Plug-Ins, strotzt aber auch mit Synthese-Möglichkeiten und vielseitigen Klangwelten, die kaum ein Wettbewerber in einem Plug-In vereint. Hinzu kommt eine gigantische Soundlibrary, die seit bald 20 Jahren wächst und wächst (rechnet man die Phase hinzu, in der das Produkt noch Atmosphäre hieß).

Download und Installation sind vollkommen unkompliziert. Im Browser von Omnisphere tauchen die Sounds dann im User-Speicher auf. Manche Soundtitel beziehen sich auf konkrete Musik- und Albumtitel von Vangelis, die meisten aber sind freie Interpretationen von Klängen, die wohl auch vom Meister stammen könnten – zumindest suggeriert einem das die Luftrum-Webseite.

Ganz ehrlich, ich war sehr skeptisch – und dachte zunächst, die Klänge wären auf Basis von Samples generiert worden. Anders konnte ich mir nicht vorstellen, dass man die Klänge authentisch nachahmen hätte können. Zu oft habe ich mit anderen Synthesizern versucht, gerade die Sequenzerklänge des CS-80 zu reproduzieren. Wohlgemerkt – vergeblich. Während es die berühmten Chariots- oder Blade-Runner-Fanfaren-Klänge inzwischen in erstaunlich guter Qualität für jeden zweiten Synthesizer gibt (egal ob Hard- oder Software), habe ich besonders die Zupf-artigen Klänge, wie sie in Antarctica (Sound Antarctica Lead) oder  Hymne (Sound Hymne 1 und II) vorkommen,  bislang auf noch keiner Library in authentischer Version entdeckt.

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Bis jetzt, den Soren Hybel ist dieses Kunststück gelungen – mit Omnisphere und und hauptsächlich mit der Synth-Engine des Plug-ins. Aber auch der Solo-Sound Blade Runner Blues zum Beispiel ist einfach nur episch. Selbst die CS-80 Plug-ins von Arturia und anderen Anbietern können hier nicht mehr mithalten. Ehrlich gesagt, jedesmal wenn ich Soren-Klänge anspiele, sitze ich mit offenem Mund vor dem Screen, höre und staune.

Und auch die „inspired-by“ Sounds sind von hoher Qualität – auch wenn hier der Wow-Effekt verständlicherweise etwas geringer ausfällt. Für gerade mal 39,- € ist dieses Set einfach ein MUST HAVE für alle Omnisphere-User. Selbst mein geliebter Deckards Dream hat keine Chance, Sorens  Vangelis-Klängen in Sachen Authentizität das Wasser zu reichen.

Xenon für U-He DIVA

Aus dem umfassenden Angebot von Luftrum habe ich mir noch ein zweites Set zum Testen  ausgesucht. In diesem Fall XENONN, weil ich ein großer Fan von U-Hes DIVA bin.

An Xenon hat mir schon die englischsprachige Beschreibung gefallen, mit der das Set im Webshop von Luftrum beworben wird:

„Xenon for Diva sizzles with electric light, tracing an illuminated path through city streets inhabited by sword wielding heroines, cybernetic villains and rogue AI. Taking its cues from Japanese Manga and Anime, it pushes virtual analog to the razors edge.“

Wirklich kaum zu übersetzen, deshalb im Original belassen :)

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Die Erwartungen waren also hoch. Die Klänge sind wirklich sehr sphärisch und sicher für jede SciFi-Streaming-Serie von hohem Gebrauchswert. Man sollte sich aber vor dem Kauf unbedingt vergewissern, ob das Set für die eigene Musik auch wirklich einsetzbar ist. Denn Xenon klingt zwar toll, aber eben auch speziell.

Unter den 150 Presets ist kein Lückenfüller. Und bezieht man das wieder auf den erstaunlichen Preis, ist das Set jeden Cent seiner 39,- € wert.

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Interview mit Soren Hybel von Luftrum

Es versteht sich von selbst, dass ich bei so viel Begeisterung die Chance nutzte und Soren persönlich zum Interview gebeten habe:

Peter:
Hallo Soren, ich habe lange überlegt, was Euer Firmenname LUFTRUM bedeuten könnte. Im Deutschen gibt es beide Silben als eigenes Wort. Aber sicher liege ich falsch.

Soren:
Die Frage bekomme ich ab und zu. Luft bedeutet auf Dänisch dasselbe wie auf Deutsch, es bedeutet Luft. Und Rum bedeutet Raum, also bedeutet Luftrum übersetzt Luftraum, der nicht nur ein territorialer Raum ist, sondern auch als Zufluchtsort angesehen werden kann – ein Ort, den man aufsucht, wenn man etwas Platz zum atmen braucht, um seine Batterien aufzuladen.

Peter:
Du hast Luftrum 2008 gegründet. Warum erst so spät? Nein, im Ernst, wie kam es dazu?

Soren:
Nun, ich kann nicht sagen, dass ich in einem Haus voller analoger Synthesizer aufgewachsen bin, oder dass meine Eltern einen musikalischen Hintergrund hatten; auch habe ich meine Kindheit nicht in einem Tourbus verbracht!
Meine Leidenschaft für das Erstellen von Sounds entstand Mitte der 80er Jahre am Computer meines großen Bruders, einem Amiga 500, und einem frühen Software-Synthesizer; Aegis Sonix , glaube ich, hieß er? Ich konnte ein paar Dinge auf dem Bildschirm optimieren, eine Taste auf der Amiga 500-Tastatur drücken und einige Sounds kamen heraus. Ich wusste nicht, was ich tat, aber es war kreativ und hat Spaß gemacht!

So ist das Leben, und erst 2008, als ich luftrum.com gründete und mein erstes kommerzielles Soundset veröffentlichte, nahmen die Dinge ernstere Formen an. Von diesem Zeitpunkt an begann es langsam zu wachsen. Ich veröffentlichte hin und wieder ein Soundset und machte mir einen Namen in der Branche, und langsam baute ich mir dadurch einen Kundenstamm auf. Schließlich arbeitete ich für Unternehmen wie Camel Audio, bevor sie von Apple gekauft wurden.

Camel Audio war sozusagen mein erstes professionelles „Mentoring“-Team. Ich war tief in viele ihrer Produkte involviert und liebte es, mit ihnen zu arbeiten – eine erstaunliche Gruppe von Menschen. Großartige Unternehmensethik, fantastische Produkte, und der Kundendienst gehörten zu den besten der Branche. Ich schaue immer noch zu dem auf, was sie waren (nicht zu dem, was sie geworden sind!), und ich glaube, ich habe einige ihrer Vorgehensweisen übernommen. Ihre Sounddesigner-Richtlinien bilden die QA-Basis dafür, wie ich heute Synthesizer-Presets erstelle.

Ich kam 2019 an einen Punkt, an dem der Nebenverdienst aus meinem Hobby hoch genug war, um die Rechnungen zu bezahlen, also baute ich mir ein richtiges Studio und beendete meine Schichtarbeit. Um ehrlich zu sein, war es nie mein Ziel, daraus einen Fulltime-Job zu machen. Eigentlich habe einfach nur das fortgeführt, womit ich 1986 auf dem Amiga 500 angefangen habe: Drehe ein paar Knöpfe auf einem Bildschirm, drücke eine Taste und einige Geräusche kommen heraus, hahaha, der einzige Unterschied ist, dass ich heute weiß, was ich tue, und dass die Sounds –  hoffentlich – dass die Sounds viel cooler geworden sind!

Peter:
Könntest Du beschreiben, auf welche Art von Sounds sich Luftrum spezialisiert hat?

Soren:
Ich konzentriere mich auf Synthesizer-Presets für Software- und Hardware-Synthesizer. Die Presets, die ich erstelle, zielen typischerweise auf die sanftere Seite der elektronischen Musik, auf zeitgenössischen Pop, Ambient und Cinematic ab.

Ich entwickle auch Sample-basierte Instrumente, die ich bisher auf der Kontakt-Plattform von Native Instrument veröffentliche. Ich habe im Moment zwei Instrumente: Lunaris und Bioscape. Lunaris ist ein Instrument, das nur auf Pads basiert, ich liebe Pads! Es ist meine Lieblingsart von Sound. Es ist die erste Art von Sound, die ich auf jedem neuen Synthesizer erzeuge, den ich entdecke. Bioscape ist ein Instrument, das von meiner Leidenschaft für Fieldrecording inspiriert ist; es basiert vollständig auf realen Mikrofonaufnahmen und eigen erzeugten Klängen. Viele Jahre lang hatte ich überall einen Field-Recorder dabei.

Diese Sample-basierten Instrumente erfordern viel mehr Zeit und Investitionen als ein einzelnes Synthesizer-Soundset. Sie beginnen mit einer konzeptionellen Idee und einem Design, einigen sorgfältig und gründlich erstellten Klangquellen, die kicken, dann einem Grafikdesign-Team, um die Benutzeroberfläche zu erstellen und ein KSP-Scripter-Assistent, um alles zusammenzufügen. Aber es macht allen Spaß! Im Moment ist Lunaris 2 in Arbeit und es ist „so“ kurz vor dem Beta-Test und dem Preset-Design.

Peter:
In Deinem Studio befinden sich kaum Vintage-Synthesizer, aber einiges an neuen Analogsynthesizer. Entstanden damit die Sounds für die Vangelis-Library?

Soren:
Hast du meinen Jupiter-8 da drüben nicht entdeckt? Nur ein Scherz. Nun, die meisten meiner Veröffentlichungen sind sowieso für Software-Synthesizer; das neueste Hardware-Set, das ich erstellt habe, war Luftrum 25 für das Waldorf Iridium, das zweifellos im Moment wahrscheinlich mein Lieblings-Hardware-Synthesizer von allen ist. So vielseitig, sooo tief. Ich liebe es!

Peter:
Es ist wirklich faszinierend, wie extrem nah du dem Original-Vangelis Sounds gekommen bist. Magst Du uns beschreiben, wie es Dir gelang, die Klänge so authentisch zu reproduzieren? 

Soren:
Das Vangelis-Set wurde vollständig mit dem Plug-In Omnisphere hergestellt. Die Hälfte der Patches im Set wurden nur mit der Synthesizer-Engine von Omnisphere kreiert. Die Synthesizer-Engine von Omnisphere ist erstaunlich! Stark unterschätzt. Die anderen Presets werden mit einer Mischung aus Oszillatoren, einigen meiner eigenen Samples sowie Samples erstellt, die mit Omnisphere ausgeliefert werden.

Peter:
Wie genau gehst Du bei der Emulation vor?

Soren:
Die Methode, die ich verwende, um Klänge nachzubilden, willst Du wissen? Wenn ich einen bestimmten Sound nachahme, zerlege ich alles in kleine Teile und beginne mit dem Reverse Engineering von dem, was ich höre. Von der Klangfarbe bis zu den Hüllkurven, den Filtern, Modulationen und Effekten. Ich höre mir den Referenzsound immer wieder an, hin und her, während ich den Sound am Synthesizer in kleinen Schritten gestalte.

Welche Amp-Hüllkurveneinstellungen haben wir hier? Anpassen. Welche Klangfarbe höre ich? Anpassen. Welcher Filter wird verwendet und bei welcher Grenzfrequenz? Anpassen. Beeinflusst eine Hüllkurve den Filter? Anpassen. Gibt es Vibrato, Panning oder andere Modulationen? Anpassen. Welche Effekte höre ich? Usw.

Ich setze diesen Prozess fort und überprüfe alle Teile des Klangs immer wieder, um für jedes Element die bestmögliche Übereinstimmung zu finden, bis ich das Gefühl habe, dass es endgültig ist. Irgendwann gelange ich dann zu minimalen Details, 1 Cent hier angepasst, eine kleine Kerbe dort oben, 0,1 dort unten usw., und plötzlich ist es ein Wrap mit einer Million Entwurfs-Presets, die während des Prozesses gespeichert werden und am Ende einen Preset-Namen haben wie „Antarctica Lead 17 alt 5 v2“

Es ist viel Trial-and-Error erforderlich, aber weißt du … wenn du es schaffst, ist es so lohnend, aber auch sehr zeitaufwändig. Manchmal steckt ein ganzer Arbeitstag in einem einzigen Synth-Preset.

Peter:
Wieso wurde die Vangelis-Library für Omnisphere produziert? Schränkt das nicht die Verbreitung ein?

Soren:
Omnisphere war für diesen Zweck sehr gut geeignet. Es hat eine großartige Synthesizer-Engine und eine riesige Sample-Bibliothek, aus der man sich bedienen kann. Es ist das Beste aus beiden Welten, mit einer großen Benutzerbasis. Warum also nicht Omnisphere ?

Peter:
Wir haben uns auch das Soundset XENOS für Diva angehört. Wirklich sehr außergewöhnlich. Nach welchem Kriterium sucht ihr euch die Plug-Ins aus, für die ihr Sounds produziert?

Soren:
Xenon wurde von meinem langjährigen Freund und Mitarbeiter Stephan Baer (Sonic Underworld) entwickelt. Er ist ein großartiger Sounddesigner, der sich darauf spezialisiert hat, diese phänomenalen, cineastischen Synthesizer-Presets zu erstellen. Wir arbeiten oft zusammen, und er veröffentlicht viele seiner Soundsets in meinem Haus. Hin und wieder veröffentliche ich diese kuratierten Sets von anderen Sounddesignern wie Echo Season, Michael Oakley, Arksun usw. Es ist eine großartige Möglichkeit, den klanglichen Horizont zu erweitern und das Geschäft am Laufen zu halten zwischen den Releases meiner eignen Luftrum-Veröffentlichungen.

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Die Synthesizer, an denen ich mich entscheide zu arbeiten, sind normalerweise nur diejenigen, die auf irgendeine Weise bei mir Klick machen, ich habe keine spezifischen Kriterien. Wenn es gut klingt und meine Kreativität anregt, dann ist es auf meinem Radar. Sei es Wavetable, granular, subtraktiv, was auch immer.

Aber das Erstellen eines Soundsets ist nur die halbe Miete. Dahinter steht ein Team großartiger Demo-Autoren, und ein Großteil des Verdienstes für den Erfolg eines Soundsets liegt in den Demo-Tracks, die das Set präsentieren. Erwähnt seien Typen wie Keith Hersch ( Amphilium ), Torley , Martin Stürtzer , State Azure, Bina & Ju, Antal Nusselder, Chris Bryant, Arksun, Jonathan van der Wijngaarden und alle, die ich vergessen habe. Keine meiner Veröffentlichungen wäre dasselbe ohne ihre Demos.

 

Peter:
Du bist sicher nicht nur Sounddesigner. Wie sieht dein musikalisches Betätigungsfeld aus?

Soren:
Nun, ich bin tatsächlich in erster Linie „nur“ Sounddesigner. Ich mache das Vollzeit, 40 Stunden die Woche, mehr oder weniger. Mein Arbeitspensum wird durch die vielen Hüte, die ich trage, ausgefüllt. Ich bin mein eigener Buchhalter, Webdesigner und SEO-Analyst, PR-Manager, Grafikdesigner, IT-Ninja und Kundenbetreuer und mehr. Dahinter steckt viel Verwaltungsarbeit.

Ich schätze, 80 % eines typischen Tages sind Verwaltungsaufgaben und 20 % sind kreativ. Früher war es umgekehrt, 80 % kreativ und 20 % administrativ. Das Erstellen von Sounds treibt meine Energie an, die Admin-Arbeit weniger, insbesondere nicht, wenn es um Steuern und Mehrwertsteuer geht, igitt!

Ich finde ehrlich gesagt selten Zeit, um Musik zu produzieren, aber wenn ich zwischen den Sessions dazu komme, ist es oft im Ambient- und Dub-Techno-Bereich, aber ich bin zu selbstkritisch, um es zu veröffentlichen, also ist es nirgendwo verfügbar.

Peter:
Jemand, der so hervorragende Vangelis-Sound macht, ist doch sicher auch Vangelis Fan. Ich war wirklich geschockt, als ich von seinem Tod erfuhr. Wir hatten geplant, uns im Sommer ’22 nochmals zu treffen für ein weiteres Interview. Ich konnte es einfach nicht fassen. Wie war das bei Dir?

Soren:
In jeder Luftrum -Veröffentlichung steckt ein bisschen Vangelis. Er ist immer noch die größte Inspirationsquelle für mich. Seine Art, Emotionen in die von ihm komponierte Musik zu transzendieren, ist etwas, das ich immer in die Erstellung meiner Synthesizer-Presets einfließen lassen möchte. Die Ausdruckskraft, die Tiefe, das Gefühl.

Es war eine schreckliche Nachricht, als er starb. Ich war auf einem Speyside-Whisky-Trip in Schottland, als die Nachricht hereinkam. Ich war geschockt. Ich werde nie vergessen, wo ich an diesem Tag war.

Hast du Journey to Ithaka gesehen? Es ist eine Vangelis-Dokumentation. Ich habe es auf DVD, aber Du kannst es wahrscheinlich irgendwo auch online finden. Es ist wirklich sehenswert.

Vangelis war nicht nur ein einzigartiger Komponist, sondern auch ein großer Philosoph mit Selbstbewusstsein, der über die besonders Fragen des Lebens nachdachte, wie Schönheit, Chaos und den Kosmos. Oder auch darüber, wie die Musikindustrie ihn beeinflusste, und ihre Forderungen, sich zu wiederholen, bis du selbst zum Produkt wirst, was wiederum die kreative Freiheit behinderte usw. Er war ein weiser Mann. Es war wirklich faszinierend, ihm zuzuhören. Ich hätte mich gerne mit ihm zusammengesetzt und mit ihm geredet, überhaupt nicht über Musik, sondern einfach über das Leben.

Ich liebe dieses Zitat, das er einmal in einem Interview gab:

„Du hast die Musik und du hast den Komponisten. Wer treibt wen an? Wenn die Musik den Komponisten antreibt, wird das Ergebnis ehrlich und gesund sein. Wenn der Komponist die Musik vorantreibt, ist das Ergebnis unehrlich und Plattengeschäft …“

Peter:
Welches sind Deine Lieblingsalben von Vangelis

Soren:
Ich habe viele. Schwierig, nur einen auszuwählen. Natürlich Blade Runner, aus offensichtlichen Gründen, aber ich denke, L’apocalypse des Animaux , Antarctica und Opera Sauvage sind meine vier Favoriten. Rêve von Opera Sauvage ist mein allerliebster Vangelis-Track. 12 Minuten reine Glückseligkeit.

Peter
Hast Du vielleicht vor, die Sounds von weiteren legendären Elektronik-Künstler zu produzieren? Ich denke da zum Beispiel an die frühen Alben von Tangerine Dream. Da würde ich sofort schwach werden.

Soren:
Nun, ich habe ein von Kraftwerk inspiriertes Soundset für U-He Diva gemacht. Luftkraft ist der Titel (AirPower), und es besitzt eine Reihe von Presets, auf die ich sehr stolz bin. Einer meiner persönlichen Favoriten. Die Menge an Zeit, die ich in dieses Set investierte, war absolut verrückt!

Kraftwerk Sounds von Luftrum

Ich weiß nicht, was es mit Luftkraft auf sich hat, aber es scheint auch eine Lieblingswahl zu sein; wenn einige der größten Grammy-preisgekrönten Produzenten von Zeit zu Zeit eine Bestellung in meinem Shop aufgeben, wählen sie Luftkraft. Ich weiß nicht, ob es ein Zufall ist oder ob sie miteinander reden, hahaha … aber es beweist meine Gefühle über das Set, weißt du.

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Kurz bevor Vangelis starb, dachte ich darüber nach, eine Hommage an Klaus Schulze zu machen, ich fing an, an einem Set zu arbeiten und hatte ein paar Presets erstellt, aber mehr wurde es nie, und jetzt ruhen die Presets nur noch auf meiner Festplatte.

Aber absolut, es könnte Spaß machen, in die Handschrift anderer Künstler wie Jean-Michel Jarre , Tangerine Dream, Royksopp , Vince Clarke, Klaus Schulze usw. einzutauchen. So viele Künstler, so wenige Stunden am Tag.

Peter:
Ich bedanke mich vielmals für das Interview und hoffe auf noch viele tolle Sounds von euch.

Soren:
Gern geschehen, es war mir eine Freude, mit Dir zu sprechen.

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Fazit

Soren Hybel hat unter dem Label Luftrum mit seinem Vangelis Soundset für Omnisphere ein absolutes Top-Produkt abgeliefert. Gäbe es den Oscar für das beste Soundset des Jahres, 2022 hätte ihn mit Sicherheit Soren Hybel verdient.

Und auch die anderen Soundsets aus der dänischen Soundschmiede sind ganz großes Kino – oder besser gesagt, für großes Kino.

Plus

  • Hohe Qualität zum günstigen Preis
  • Keine Sample-Libary

Preis

  • Vangelis für Omnisphere 2 39,- USD
  • Xenon für U-He DIVA 39,- €
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Forum
  1. Profilbild
    Robby

    Danke Peter, weil mein Herz für Bintagemusik dieser Art schlägt, kann um doese Preise nichts falsch machen. Toll

  2. Profilbild
    Thomy

    Vielen Dank für dieses schöne Interview!

    Mein erstes Soundset von Luftrum orderte ich 2016 und bin bis heute von der Feinfühligkeit, mit der Soren Hybel die Sounds erstellt, begeistert. Seine Liebe und Sensibilität zum Detail ist hörbar und im gewissen Sinne auch „spürbar“.
    Zudem kommt Herr Hybel in dem Interview sehr offen und sympathisch rüber. Das gefällt!

    • Profilbild
      Luftrum

      Vielen Dank für deine Unterstützung und deine lieben Worte Thomy. Ich freue mich zu hören, dass die Details und die Ausdruckskraft von denen, die meine Presets spielen, wahrgenommen und geschätzt werden – das ist das schönste Kompliment, das ich bekommen kann.

  3. Profilbild
    Flowwater AHU

    Ich kenne Luftraum von »Biosphere«, mit dem Martin Stürtzer einmal ausgiebig und höchst eindrucksvoll experimentiert hat:

    Martin Stürtzer: Bioscape Ambient Imrovisation
    https://www.youtube.com/watch?v=03KZguxowF4

    Da zuckte bei mir öfters mal der SAS-Finger zum Kaufbutton. Allerdings habe ich im Moment auch deshalb so viel Spaß am Musik machen, weil ich meine Pads alle selber schraube. Bei mir ist das quasie »sound driven production«. Und trotzdem: Schick isses schon! 😀

    Übrigens werde ich garantiert auch mal bei »Omnisphere« schwach. 🙂

  4. Profilbild
    twrstudio

    Luftrum sagt mir schon länger was aber als ich das Vangelis Set für den Omni gesehen und gehört habe musste ich es sofort haben.

    Hatte an diesem Abend eigentlich was anderes vor und bin dann aber 5 Stunden dran hängen geblieben !

    Das Set ist fantastisch !!!

    Gruß
    Thomas

    • Profilbild
      Luftrum

      Danke! Freut mich zu hören, dass dir die Sounds so gut gefallen haben, dass du ein paar Stunden am Soundset hängen geblieben bist, dann ist meine Mission erfüllt!

    • Profilbild
      0gravity

      Habe gestern Abend auch noch zugeschlagen und mir ging es genauso. Bin begeistert.
      Was mir speziell bei diesem Soundset aufgefallen ist, ist wie außergewöhnlich gut der Hall in Omnisphere klingt.

  5. Profilbild
    Örli

    Ich hab mir schon seit Jahren vorgenommen Omnisphere anzuschaffen. Jetzt ist ein weiterer Anreiz hinzugekommen. Danke für die Berichterstattung und das gelungene Interview mit dem sympathischen Søren Hybel!

  6. Profilbild
    0gravity

    Luftrum verfolge ich schon eine Weile.
    Allerdings ist Omnisphere so umfangreich, dass ich mir bisher noch keine Drittanbieter Library dafür zugelegt habe, weil ich selbst bei der Werkslibrary bisher nur an der Oberfläche gekratzt habe.
    Vangelis wird aber wohl trotzdem hier Einzug halten.

  7. Profilbild
    Phoenix

    Also als eingefleischter Vangelis-Fan seit Jahrzehnten muss ich sagen – die Sounds sind wirklich klasse gemacht und für den Preis sicherlich ein No-Brainer!

    Aber:
    diese gefühlt 100. Auflage dem Sound des Meisters noch näher zu kommen wirkt auf mich langsam ermüdend. Es mag legitim sein, sich im Wohnzimmer zuhause einmal so richtig wie Vangelis zu fühlen, während man in die Tasten haut – nur was Eigenes kommt dabei nicht raus!

    Seine Musik inspiriert sicherlich – aber dann sollte man auch die eigenen Ideen (und Sounds) einfließen lassen, sonst mutiert man zur blassen Kopie eines Genies, den man nie erreichen wird.

    • Profilbild
      Luftrum

      Ich verstehe, was Sie meinen. Aber ich denke auch gerne, dass Presets ihren eigenen Platz haben – besonders wenn Sie anfangen, sie mit kleinen Änderungen zu modifizieren, wie einem anderen Oszillator oder einem anderen Filter, und plötzlich ist es ein völlig anderer Sound – deinen eigenen Klang. Passgenau angepasst. Und ich kann mir vorstellen, dass viele die Klänge so verwenden werden.

  8. Profilbild
    Michael Bereckis

    Als intensiver Omniphere-Nutzer sind Soren Hybel (Luftrum) und Mat Bowdler (The Unfinished) mit Abstand meine größten Sounddealer.

    Ich liebe besonders die komplexen Sounds und kaufe ihre Bibliotheken wie ein Drogensüchtiger im Prinzip blind.

    Ich vermute, dass die meisten Kunden aus der Filmmusikindustrie kommen? Vielleicht kann Soren dies noch beantworten?

    Von Soren sind auch Biophere und Luftrum sehr zu empfehlen, weil es beide sehr eigenständige Produkte sind.

    Mit Freuden nehme ich zur Kenntnis, dass bald Lunaris 2 kommt.

    Ich selber bin recht vielseitig, kann z.B. Sounds selber programmieren und auch Filme schneiden. Aber immer wieder unterschätze ich den Aufwand und bin mit dem Ergebnis am Ende nicht wirklich zufrieden.

    Meine wenige Zeit nutze ich lieber als Musiker und Komponist und bin froh, dass es gute Dienstleister gibt.

    PS. Die Vangelis-Sounds sind wirklich gut, aber noch mehr liebe ich seine eigenen individuellen Soundproduktionen.

  9. Profilbild
    T_L_A_B

    Hallo Zusammen :-)

    also von Luftrum habe ich schon so Einiges (Lunaris, Sounds No.9 for Diva + Omnisphere 18 etc.)

    Ich bin Hobbymusiker und ein Eigenbrödler (Fantom7, Iridium, Kyra, Moog Soundstudio, Elektron Duo=Rhytm+Analog Four MKII und die übliche Pallete an SoftSysth mit MOTU 624+8A + LogicPro ….

    Gestern bin ich durch Euren Artikel auf die Luftrum Vangelis Soundbank gestoßen. Diese Vangelis Soundbank haut wirklich mich um !

    Die „Blade Runner Main Titles“ aus der Demo …. Ich beschreibe nach dem erneuten Hören heute mal so: ich weiß nicht wie es Euch geht – Aber es gibt alle 10-15 Jahre mal Sounds, die bei mir eine Gänsehaut und tränende Augen erzeugen – Eine unglaubliche Soundbank! Gerade gekauft.

    Danke für den Artilel !!!

    Ab Morgen habe ich ein par Tage Urlaub und ich werde auch in Gedenken an den Meister versinken ….

    Viele Grüße
    Torsten

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