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Test: Access Virus B, OS 4.02, VA-Synthesizer


Analog goes Virtual

Access Virus B / Version OS 4.02

1_Virus Top.jpg

 BIOLOGIE

In der Biologie wird ein Virus als „Krankheitserreger von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung“ bezeichnet, gegen den es „kein Medikament gibt“. Das mag in gewisser Art und Weise auf den roten (mittlerweile auch silbernen) Synthesizer der deutschen Firma Access zutreffen. Wer nämlich einmal vom Virus befallen wurde, für den gibt es keine Rettung mehr…

Was 1997 auf der Musikmesse als Achtungserfolg begann ist mittlerweile zu einer der erfolgreichsten Synthesizerserien weltweit geworden. Gerade ist neben dem umwerfend edlen DesignmeisterstückVirus Indigo auch wieder eine neue Betriebssoftware (OS 4.0) erschienen. Also genau der richtige Zeitpunkt, einen etwas intensiveren Blick auf den „Krankheitserreger“ zu werfen.

Zuerst wurde der Virus als virtuell-analoger Klangerzeuger auf den Markt geworfen, wo er sich aufgrund seiner klanglichen Überzeugung und intuitiven Bedienbarkeit schnell zum Verkaufsschlager entwickelte. Da im Virus eigentlich nichts anderes als ein Computerprogramm abläuft, war es möglich die interne Software via kostenloser Updates einfach um neue Features zu erweitern. So fanden nach und nach neue Funktionen wie zum Beispiel zusätzliche Effekte den Weg in das Gerät. Dieser Aspekt war und ist mitverantwortlich für die Beliebtheit des Virus, da so auch schnell kleine Programmfehler (Bugs) beseitigt werden konnten.

SCHICHTWECHSEL

Als der „alte“ Virus A seine Leistungsgrenzen erreicht hatte, trat sein Nachfolger Virus B den Siegeszug an. Aufgrund des schnelleren Prozessors bot dieser mehr Stimmen, Effekte und Platz für weitere Innovationen. Der Virus A ist seitdem nicht mehr erhältlich. Mittlerweile gibt es den Virus B auch als Keyboardversion (kb) und in der eingangs schon erwähnten Nobelfassung Indigo. Selbst ein TDM-Plug In für Digidesigns Protools-System ist erhältlich.

HARDWARE

Doch zunächst ein paar Fakten, was Hard- und Software so alles draufhaben.

Der Virus ist ein 24 stimmiger Synthesizer und kann bei Bedarf bis zu 16 Parts auf verschiedenen MIDI-Kanälen gleichzeitig wiedergeben. Die internen Sounds sind in 256 ROM-Presets und 256 überschreibbare RAM-Speicherplätze aufgeteilt. Neben 32 Reglern gibt es 30 Taster zur Bedienung und Programmierung. Damit erreicht der Virus zwar nicht die Zugriffsmöglichkeiten eines Waldorf Q oder einer Novation Supernova, aber eine Beschränkung auf die wesentlichen Parameter machen die Bedienung trotzdem relativ einfach. Ich hätte mir aber eine etwas logischere Regleranordnung speziell im Filterbereich gewünscht.

2_Virus Display.jpg

Das zweizeilige Display mit informiert ständig über Parameteränderungen und zeigt zusätzliche Menüseiten zur Einstellung an. Beim Virus Indigo erstrahlt dieses in einem satten Blau, ebenso die 53 LEDs, die bei den anderen Modellen einen gelblichen Schimmer verbreiten.

Alle Viren besitzen sechs Audio-Ausgänge (wahlweise 6x mono oder 3x stereo) sowie zwei Audio-Eingänge zur Einspeisung externer Signale in den Syntheseweg. Natürlich darf das obligatorische MIDI-Trio nicht fehlen. Alle Viren sind robust gestaltet und sauber verarbeitet, was ihrer Livetauglichkeit zugute kommt.

6_Virus Back.jpg

KLANGAUFBAU

Der Virus ist vom Signalaufbau her ein klassischer Synthesizer mit subtraktiver Synthese. Drei Oszillatoren (zwei vollwertige und ein Suboszillator) dienen der Klangerzeugung. Beim Einsatz des Suboszillators als unabhängigem Oszillator müssen allerdings sechs Stimmen eingebüßt werden und die Einstellung desselben ist auch etwas umständlich. Dafür stehen aber die wichtigsten Parameter für Oszillator 1 und 2 als dedizierte Regler zur Verfügung.

 

Neben den klassischen Wellenformen Sägezahn und Rechteck (mit Pulsbreitenmodulation) gibt es noch 64 Spektralwellenformen, die im Ansatz an Wavetablesynthese a la Microwave erinnern, aber lange nicht so flexibel sind.

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