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Patches & Sounds: MOOG Matriarch Synthesizer

Patches für den MOOG Matriarch

20. Mai 2023
Patches für den MOOG MATRIARCH

Patches für den MOOG MATRIARCH

Patches und Sounds für den MOOG MATRIARCH sind nicht mal eben gemacht. Patching und Synthese gehören zu einem Prozess. Die Synthese erfolgt in der Auswahl der Klangerzeuger; beim MOOG MATRIARCH sind dies vier Oszillatoren mit vier Standardschwingungsformen Dreieck, Sägezahn und symmetrischem und asymmetrischem Rechteck. Dazu gibt es noch einen Rauschgenerator. Eventuell kann man die beiden Filter zur Eigenschwingung bringen und so zusätzliche Sinustongeneratoren hinzufügen. Ansonsten beeinflussen die beiden Filter wie üblich den Gesamtklang. Doch ein semimodularer Synthesizer bietet mehr; MOOG MATRIARCH basiert auf den Schaltungen der klassischen MOOG Modular-Synthesizer. Mit 90 Patch-Punkten lässt sich der Signalweg vielfältig umgestalten und so zu einem vollmodularen Synthesizer „umfunktionieren”.

Ich könnte nun ganz trocken möglichst viele Patches ohne viel Kommentar abbilden und abspielen. Das entspräche einer Preset-Schleuder. Natürlich möchte man als User möglichst viele Patch-Beispiele sofort ausprobieren. Daher gibt es auch einige davon. Ich möchte allerdings auf mehrere Patches näher eingehen, um grundlegende Patch-Techniken zu erklären. MOOG MATRIARCH bietet sich hierfür geradezu an.

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Beim Erstellen eines Patches trifft man Entscheidungen, ebenso beim Spielen des Patches, dann durch temporäre Eingriffe.
Ein guter Patch zeichnet sich dadurch aus, dass er beide Entscheidungsebenen in sich vereint.
Er muss ausdrucksstarkes Spiel ermöglichen z. B. durch Drehen an Knöpfen, Fadern, der Tastatur und Sequenzen, kurz, er sollte Ideen, also die eigene Kreativität unterstützen.

Der MOOG Matriarch Trailer

Patch-Diagramme sind statisch. Insofern soll diese Sammlung unbedingt dazu anregen, Änderungen vorzunehmen, Inspiration und Ideen fördern. Hören wir zunächst das folgende Audio an und legen wir Hand an:

Trailer

Trailer

Im Trailer variiert ein wenig das Arpeggiator-Tempo; das gibt ihm Lebendigkeit: Der Ausgang des LFO 1 (gelbes Patch-Kabel) moduliert sowohl die Sequencer-Rate (schwarz), als auch den Envelope-Amount ENV AMT (rot) des Filters. Ein Abschwächer (gelb und grün) verringert die Amplitude des LFOs. Ich spiele nur drei- oder vierstimmige Akkorde im langsamen Wechsel mit der linken Hand und zwirble etwas an den Filter- und Hüllkurven mit der rechten Hand.


Tipp: Wenn ihr diesen oder die anderen Patches ausdrucken wollt, dann klickt auf das jeweilige Diagramm und kopiert die Großansicht (MacOs: [control] + Mausclick]), WINDOWS: [Win]+[Umschalt]+[S]) in ein Grafikprogramm zum Ausdruck.


MOOG Matriarch, paraphoner Signalverlauf

MOOG MATRIARCH ist ein paraphoner Synthesizer.
Auffällig ist in vielen Patches, dass man nur wenige Patch-Kabel benötigt, um einen wohl definierten Klang zu erzeugen, deshalb mal wenige grundsätzliche Worte zum paraphonen Signalverlauf.

Im Gegensatz zu einem reinen Modular-System, besitzt ein semimodularer Synthesizer einen intern vorgegeben Patch, also nicht sichtbare Verbindungen zwischen den „Modulen”, die man auf der Frontseite sieht. Ich empfinde hier die farbigen Unterteilungen durchaus hilfreich. Man möge also den unten abgebildeten vereinfachten Signalfluss immer im Kopf behalten. Auch wenn es sich um eine durchgehende Front handelt, werde ich hier trotzdem von Modulen sprechen:

Paraphoner Signalfluss des MOOG MATRIARCH

Paraphoner Signalfluss des MOOG MATRIARCH

Typisch für einen paraphonen Synthesizer ist die gemeinsame Nutzung der Klangquellen hinter einem Mixer durch Filter, VCAs und Effekten. Der vorgegebene Signalweg hinter dem Filter ist stereophon.

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MOOG Matriarch, Orion

MOOG MATRIARCH Orion

MOOG MATRIARCH Orion

Patchkabel am MOOG MATRIARCH machen ihn zu einem modularen Synthesizer

Patch-Kabel am MOOG MATRIARCH

Modulationen

Jetzt wird es ernst:
Wir entfernen vorübergehend vor unserem ersten Experiment das rote Patch-Kabel zum CV-Eingang des Attenuators 3 und das violette Kabel, das von dort zum Rate-Eingang von LFO 1 führt.

Wir drücken die mittlere Keyboardtaste C2 und hören einen schrecklich eiernden und nervigen Klang.

  • Damit wir die Hände frei haben, aktvieren wir am Keyboard die HOLD-Taste und spielen nun C3 und C4.
  • Wir drehen im Modul DELAY den Mix auf 11.00 Uhr und erhöhen nun die Frequenz RATE von LFO 1 auf ca. 16:00 Uhr.
  • Nun verändern wir den Amount des Attenuators 1 auf 15:00 Uhr und regeln die RATE langsam wieder herunter auf 10:30 Uhr. Vom Schrabben geht es wieder in einen stark eiernden Klang herunter.
  • Wir verringern die Amplitude von LFO, indem wir den Attenuator fast ganz schließen auf die Position 12:05 Uhr ;) ! Wir nehmen den DELAY-Mix wieder heraus (auf 7:00 Uhr) und deaktiveren die HOLD-Taste.

Aftertouch

Wir belassen den Attenuator 1 bei 12:05 Uhr und spielen einige Töne: ok – sehr nervig. Insbesondere stört das ständige Vibrato.

  • Wir verbinden nun das violette Kabel vom Ausgang des Attenuators 3 mit dem RATE-Eingang von LFO und siehe da, die Frequenz des LFOs verändert sich mit der Stärke des Tastendrucks, während wir den Ton halten : AFTERTOUCH. Das klingt schon besser.
  • Nun stört aber noch, dass die Eierei im unteren Tonbereich stärker ins Gewicht fällt als bei den höheren Tönen.
  • Deshalb stöpseln wir das rote Kabel vom Ausgangs KB CV Out auf der Rückseite mit dem CV-Eingang des Attenuators 3.
  • Wir spielen C3 und drücken mit Kraft. Die Frequenz des LFOs ist nun höher. Wir halten die Taste mit hohem Druck und stöpseln einige Male das rote Kabel aus und wieder ein.
  • Wir spielen einige Töne und bemerken, dass nun das Vibrato stärker in der oberen als der unteren Tonlage wirkt.

Das Ergebnis

Wir stellen Attenuator 1 fast ganz auf 12:00 Uhr und fügen die Oszillatoren 3 und 4 im Mix hinzu. Delay Mix erhöhen wir auf ca. 11:00 Uhr.

Der MOOG Matriarch, Triller

links: Die Modulationen wirken auf alle Oszillatoren; rechts: Die Modulationen wirken nur auf Oszillator 2.

Links: Die Modulationen wirken auf alle Oszillatoren, rechts: Die Modulationen wirken nur auf Oszillator 2

Eine kleine Variante:
Wir entfernen die grünen Patch-Kabel zu den Eingangsbuchsen LIN FM IN der Oszillatoren 1 und 2 und verbinden den Ausgang des Attenuators 1 direkt mit dem Pitch-Eingang von Oszillator 1. Wir nehmen die Oszillatoren 3 und 4 aus dem Mix zunächst heraus.

  • Der Attenuator 1 wird auf 13:00 Uhr gestellt.
  • Wir hören wieder den schrecklichen Eierton. Doch nun wechseln wir die Schwingungsform des LFOs auf Rechteck und siehe da: Es ertönt ein Triller! Mit dem Attenuator kann man ihn nach Gehör auf eine Oktave stellen (ca. 13:00Uhr).
  • Im Unterschied zu den anderen Schwingungsformen ist der Rechteck unipolar. Die Werksvorgabe ist bipolar. Aber mit den weiter unten erläuterten globalen Einstellungen ist dies leicht umzustellen. Für meinen Geschmack ist dies auch sinnvoll, da dann der gespielte Originalton erhalten bleibt.
  •  Spielt man nur schwarze Tasten und fügt ab und an ein F hinzu, dann klingt es asiatisch, mitunter auch nach Dudelsack, wenn man die Amplitude des LFOs verringert.

Eine Besonderheit gilt für die Pitch-Eingänge. Sie sind normalisiert.

Nach etwa 36 Sekunden nehme ich den Oszillator 1 aus dem Mix heraus. Obwohl der Oszillator 1 nun nicht mehr zu hören ist, empfängt der andere Oszillator 2 die Modulationssignale, die Pitch-Eingänge der VCOs sind normalisiert, d. h. intern sind sie verbunden. Belegt man einen davon, dann erhalten alle höherzähligen entsprechenden Eingänge dasselbe Signal. Ich belege nun an Stelle des Eingangs von OSC 1 denjenigen von OSC 2, überprüfe, dass die Modulation nicht mehr auf den ersten Oszillators wirkt und mixe die anderen Oszillatoren nach und nach hinzu.

Moog Matriarch
Moog Matriarch
Kundenbewertung:
(35)

Das Modulationssignal wirkt also zusätzlich auf die Oszillatoren 3 und 4, auf OSC 1 dagegen nicht. Möchte man ein Modulationssignal nur auf OSC 2 wirken lassen, dann muss man in den Eingang für OSC 3 ein offenes Patch-Kabel in den Eingang PITCH IN stecken. Siehe obiges Foto rechts.

Globale Einstellungen am MOOG Matriarch

Unipolare Rechteck-Schwingung des LFO 1


Achtung: Da MOOG MATRIARCH seine globalen Einstellungen (siehe Anleitung in der Bedienungsanleitung S. 54 ff) nicht in einem Display anzeigt, sollte man sich genau vergewissern und aufschreiben, welche Einstellung man ändert.


Der LFO wird im Modus bipolar betrieben, d. h. er liefert null-symmterische Ausgangsspannungen.
Für den Spezialfall einer Rechteckschwingung ist dies eventuell unerwünscht.

globale Programmierung

Globale Programmierung

Beim Triller möchte man nicht eine Änderung der Tonhöhe nach unten und oben, sondern nur nach oben (oder unten). Dazu muss das Rechtecksignal auf unipolar umgestellt werden.

  • Wir aktivieren die globalen Einstellungen durch gleichzeitiges Drücken der Taster SHIFT und SYNC ENABLE. Wir halten beide Taster so lange, bis SYNC ENABLE blinkt.
  • Wir drücken nun die siebte schwarze Keyboardtaste von links; das ist D#1.
  • Mit einem Tipp auf die unterste weiße Taste C0, was der unipolaren Ausrichtung entspricht (S. 55 Abschnitt 0.7) schalten wir auf unipolar um.
  • Wir bestätigen die Umprogrammierung durch nochmaliges Drücken des Tasters SYNC ENABLE und hören uns das Resultat an.

Möchte man die Einstellungen wieder rückgängig machen, so folgen wir der obigen Anleitung und drücken im dritten Abschnitt anstelle der Taste C0 nun D0 (Werkseinstellung). Die anderen Schwingungsformen bleiben übrigens von diesen Änderungen unbetroffen.

Das Stereo-Filter des MOOG Matriarch

Drei Filteranordnungen des Doppelfilters im MOOG MATRIARCH

Drei Filteranordnungen des Doppelfilters im MOOG MATRIARCH

Das Filtermodul besteht aus zwei Filtern. Filter 1 kann als Hochpass (HPF) oder Tiefpass (LPF) arbeiten, während Filter 2 fest als Tiefpass dient.

In der Schalterstellung seriell und parallel werden die Ausgangssignale zwar auf zwei Kanäle geführt, jedoch sind diese vom Klang her gleich, also eigentlich monophon. Nur im zweiten Modus stereo sind die Signale wirklich unterschiedlich.

Filtermoden seriell, stereo und parallel

Hinter dem Filtermodul ist der Signalweg zweikanalig bis zum Ausgang.

MATRIARCH ist semimodular, also kann man, wie wir noch sehen werden, einzelne Signalwege aufbrechen und wieder zusammensetzen. Alle drei Modi können in vielfältiger Weise individuell moduliert und im Klang beeinflusst werden. In der Schalterstellung seriell wirken sie wie ein Bandpass, im Modus Stereo LP-/LP- haben wir einen echten Stereo-Signalweg.

Schließlich im Parallel-Modus mit HP- und LP-Filter wirken beide als Notch-Filter oder Bandsperre.

Wir haben im Parallel-Modus die Möglichkeit, auf beide Filterarten Highpass und Lowpass einzeln zuzugreifen:

  • Wir schalten also den Modus auf parallel um.
  • Damit nur Filter 1, das Hochpassfilter, zu hören ist, belegen wir den Eingang CUTOFF 2 IN mit einem Leerkabel (a).
  • Belegen wir dagegen CUTOFF 1 IN mit einem Leerkabel, dann hören wir nur noch das Lowpassfilter (b).

Mit dem obigen Patch haben wir also die Möglichkeit des direkten Zugriffs auf beide Filter.

Das Filtermodul des MOOG Matriarch

Der folgende Videoausschnitt von Tim Shoebridge erläutert sehr anschaulich und – wie ich finde – eindrucksvoll den Einsatz des Filtermoduls.
Ich empfehle, seinen Ausführungen zwischen 10:40 min und 16:42 min auch aktiv zu folgen.

Daher ergänze ich seine Patches zu Beginn und zum Ende seiner Erläuterung:

Tim Shoebridge: Patch bei 10:40 min

Tim Shoebridge: Patch bei 10:40 Minuten

Damit wir die Hände frei haben, wählen wir im Output den Modus DRONE.

Tim Shoebridge: Patch bei 15:52 min

Tim Shoebridge: Patch bei 15:52 Minuten

Wer nicht der englischen Sprache mächtig ist, der möge in den YouTube-Einstellungen „Untertitel mit der Übersetzung ins Deutsche” aktivieren. Manchmal ergeben sich herrliche Übersetzungsmissverständnisse, aber damit kann man leben.

Tim Shoebridge ab 10:40 bis 16:44

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Der persönliche MOOG Bass

MOOG

Kann der auch Lambada? Natürlich nicht! Aber von jedem MOOG Synthesizer erwartet man den MOOG Sound, insbesondere den MOOG Bass. Was macht ihn eigentlich so typisch? Nun, man muss wissen, dass monophone „kleine” Synthesizer wenigstens zwei Oszillatoren mit den Grundschwingungsformen besitzen sollten. Ein satter Grundsound ergibt sich durch die Summe einer Rechteck- und einer Sägezahnschwingung, wobei der typische originale MOOG Sägezahn-Klang kein exakter ist, etwas abgeknickt, eher eine Summe aus Dreieck- und Sägezahnschwingung. Der Moog Matriarch kann diesen Klang nachbilden:

Ich habe hier mal vier zusätzliche Varianten erstellt: Damit die Summe aus Dreieck und Sägezahn immer phasengleich ist, habe ich OSC 1 und OSC 2 bei annähernd gleicher Frequenzrate synchronisiert.

Ich starte im Mixermodul mit OSC 1 für den Sägezahn bei 15:00 Uhr und füge in den nachfolgenden vier Bildern den synchronisierten Dreieck (OSC 2) hinzu.

MOOG Sägezähne von links nach rechts Mix 2:7:00 - 9:00 - 12:00 - 15:00 - 15:30 Uhr

MOOG Sägezähne von links nach rechts Mix 2: 7:00 – 9:00 – 12:00 – 15:00 – 15:30 Uhr

Offenbar hebt der Dreieck in der Mitte des Sägezahns den Knick an.

Unsynchronisert wandert die Dreiecksspitze im Sägezahn und liefert einen leicht schwebenden Klang:

Sägezahn und Dreieck ohne Snychronisation

Sägezahn und Dreieck ohne Snychronisation

Welchen Klang man bevorzugt, hängt dann vom persönlichen Geschmack und dem Filter Envelope Amount (s. u.) ab.
Ich richte mir den MOOG MATRIARCH nach meinem Geschmack ein (siehe Patch-Bild oben): Der Arpeggiator hilft, wenn man einen Klang ausprobieren und einstellen möchte: Ich aktiviere die HOLD-Taste neben dem Keyboard und spiele als Vierklang C0-G0-C1-B0. Der Arpeggiator merkt sich diesen Vierklang und startet mit Aktivierung der Taste PLAY.
Fett wird dieser Sound erst durch einen Rechteck-Suboszillator, der eine Oktavlage tiefer gestimmt ist, gerne auch etwas verstimmt, damit es zu Schwebungen kommt. Soweit meine Theorie, mal sehen, ob es auch klappt:

Wir fahren für den Sägezahnklang des OSC 1 den Filter-Cutoff von 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr durch und wieder zurück auf 13:00 Uhr, dann fügen wir leicht den Dreieck des zweiten Oszillators hinzu. Nach einer Minute bringen wir den Filter-Amount ins Spiel und erhöhe von 12:00 Uhr (kein Einfluss auf den Klang) auf ca. 13:30 Uhr. Man hört das kräftige Zupacken des 24 dB Filters. Ab hier rede ich von einem typischen Moog Bass. Die Hüllkurven kann man nach Geschmack und Spielgeschwindigkeit verkürzen oder verlängern.

Ab 1:20 Minuten regele ich das SPACING. Das Filtermodul besitzt im Stereomodus zwei Lowpassfilter. Mit Spacing verschiebe ich den Filtercutoff des ersten Filters nach unten oder nach oben und bekomme so ein richtiges Stereobild. Da ich mit dem Spacing den Filtercutoff des ersten Filters verändere, habe ich diesen mit einer höheren Resonanz belegt, damit der Effekt gegenüber dem 2. Filter deutlicher hervortritt. Zum Schluss wird der Klang wie gewünscht durch einen Rechteck (OSC 4 mit Oktavlage 16′ ab 1:44 Minuten) angedickt. Wer mag, kann auch noch etwas Rauschen hinzufügen.

Bass- und Leadstimme im Duett

Das folgende Duett besteht aus dem obigen Bass und einem fast identischen Patch: Es wurden nur beide Sustain-Regler auf ca. 4,5 (von 7) gestellt, damit der Ton gehalten werden kann, und Glide auf 10:00 Uhr.

Ich swirble kräftig am LFO 2, der das Filter-Cutoff 2 moduliert. Der Effekt am Ende des kurzen Stücks basiert auf dem Bass-Part, dessen Delay-Zeit zwischenzeitlich auf 14:00 Uhr gedreht wurde mit einem Feedback von ebenfalls 14:00 Uhr. Nach dem Stoppen der Basssequenz habe ich lediglich die Delay-Zeit auf 7:00 Uhr heruntergeregelt und das Feedback weggenommen.

MOOG Matrairch, subharmonisch

Subharmonisch mit Hilfe eines Mollakkordes

Subharmonisch mit Hilfe eines Mollakkordes

Der Patchname „subharmonisch” ist eher unkorrekt, aber er zielt in die gewünschte Richtung. Die subharmonische (unnatürliche) Tonreihe basiert auf Teilerfrequenzen, die in den ersten Untertönen einen Molldreiklang ergeben. Ich habe hier einfach den zweiten Oszillator auf eine kleine Terz des OSC 1 nach Gehör eingestellt. Die Oszillatoren 3 und 4 wurden durch deren Frequenzregler auf eine Quinte gesetzt, allerdings in einer höheren Oktave. Eine Subharmonicon (MOOG) setzt dagegen auf echte Teilfrequenzen.

Patch für Sequencer und Modulationen

Die Besprechung des folgenden Patches gliedert sich in drei Abschnitte: Aufnahme einer Sequenz, Hard-Synchronisation der Oszillatoren und Filter-Modulationen und -Resonanz.

Der Sequencer am MOOG Matriarch

Um die Finger frei für Reglerbewegungen zu haben, erstellen wir eine kleine Sequenz. Wir beschäftigen uns im Wesentlichen mit der linken Hälfte des MATRIARCH, dem Haupt-LFO und der Synchronisation der Oszillatoren. Als Grundlage für alle drei Abschnitte dient der fogende Patch:

Achtung Aufnahme

Zunächst nehmen wir eine Sequenz auf:
a1 | c2 | e2 | c2 𝄁 g1 | h1 | d2 | h1 𝄁 a1 | c2 | e2 | c2 𝄁 d2 | c2 | h1 | g#1 𝄁
Ich habe mal für die Notenkundigen die Noten aufgeschrieben, aber um eine Oktave nach oben transformiert.

einfache Sequenz

Zum Aufnehmen setzen wir den Schalter ARP/SEQ-MODE auf REC.

MODE-Schalter auf Record

MODE-Schalter auf Record

Wir spielen die Notenfolge (auch unbeholfen) ein und schließen sie ab, indem wir den MODE-Schalter wieder in die SEQ-Stellung zurücklegen! Spiele die Sequenz mit dem Keyboard-Taster PLAY ab.

Eine allgemeine Kurzanleitung für das Erstellen von Sequenzen folgt weiter unten.

Hard-Synchronisation des MOOG Matriarch

Wir konzentrieren uns im folgenden Abschnitt auf die linke Hälfte des Matrtiarch.

  • Wir stellen im Mixer OSC 2 und 3 auf stumm (7:00 Uhr) und stellen den Filter-Cutoff auf 12:00 Uhr.
  • Wir öffnen die Filter, indem wir den Hauptregler Cuoff des Filter-Moduls auf 15:00 drehen.
    Wir hören nun mehr Obertöne.
  • Nachdem wir Cutoff wieder auf 12:00 Uhr zurückgedreht haben, mischen wir OSC 2 hinzu und hören den typischen Klang eines hard-synchronisierten Oszillators. Durch die Hard-Synchronisation wird die Tonhöhe von OSC 1 übernommen. Von Hand regeln wir die Oszillatorfrequenz  von OSC 2 und bemerken eine Zunahme bzw. Abnahme der Obertöne je nach Drehrichtung.
  • Öffnen wir nun den CUTOFF der Filter, dann wird der Klang aggressiver (bei 1:28 min im Audio).
  • Wir mischen OSC 3 hinzu und bemerken, dass er nun ebenfalls synchronisiert wird. Er übernimmt die Tonhöhe von OSC 2, was in der Regel der von OSC 1 entspricht.
  • Wir regeln beide von Hand und enden mit den Einstellungen für deren Frequenz etwa bei 14:30 Uhr.
  • Nun bringen wir den LFO 1 ins Spiel und setzen den  Attenuator 1 auf 12:30 Uhr. Die Modulationsfrequenz RATE des LFO 1 drehen wir von 9:00 Uhr auf 11:00Uhr – automatisierte Hard-Synchronisation.
  • Wir erhöhen extrem auf sehr hohe Modulationesfreqeunzen (bei 2:20 min im Audio) und spielen ein wenig mit den Frequenzreglern der Oszillatoren OSC 2 und 3 und enden auf den Positionen 12:00 bzw. 14:30 Uhr.
  • Wir regeln LFO auf 12:00 und rasten die Synchronisation für OSC 2 aus. OSC 2 wird nun nicht mehr zu OSC 1 synchronisiert, aber es bleibt diejenige von OSC3 durch OSC 2.
  • Wir regeln die Frequenz des LFO herunter auf 11:00 Uhr. Mit einer schnellen Drehung erhöhen wir die Frequenz von OSC 2 auf 17:00 Uhr. Dadurch klingen nun OSC 2 und damit auch OSC 3 um eine Quinte über OSC1.
  • Als Abschluss fügen wir etwas Glide hinzu (11:00 Uhr) und lassen die Sequenz ausklingen.

Mit LFO und verschiedenen Modulationen der Hard-Synchronisation lässt sich schon eine Menge anstellen.

Filter-Modulation und Resonanz

Wir benutzen als Ausgangspunkt wieder den Patch Sequenzer und konzentrieren uns nun auf die rechte Hälfte des Matriarch.

Wir erhöhen das Tempo des Sequencers auf 13:00 Uhr

 

Die roten Zeitangaben in Minuten hinter den einzelnen Schritten beziehen sich auf das obige Audiobeispiel.

  • Wir beginnen mit Filter CUTOFF = 13:00 Uhr – 0:14
  • Attenuator 3 → 13:00 Uhr
  • LFO 2 → 12:30 Uhr – 0:30
  • ENV 1 RELEASE → 7:00 Uhr
  • dann LFO 2 → 15:00 Uhr – 0:44
  • offenes rotes Patchkabel in VCF 1 IN (siehe Foto), man hört nur VCF 2 (rechter Kanal) – 0:55
  • LFO 2 → 9:00 Uhr – 1:07
  • RESONANCE 2 → 15:00 Uhr, deutlich hört man die Eigenresonanz – 1:27
  • Wir stecken das offene Kabel um, wir hören das Signal des linken Kanals (über Filter 1)
  • offenes Patchkabel in VCF 2 IN, obwohl VCF 2 nun kein Signal mehr erhält, hört man doch noch die Eigenschwingung von VCF 2 – 1:44
  • Wir erniedrigen RESONANCE 2 vorübergehend auf 12:00Uhr, die Eigenschwingung verschwindet – 1:58
  • SPACING auf 9:00 Uhr, wir hören noch so gerade das Ausgangssignal
  • Wir öffnen VCF 1, indem wir SPACING auf 11:00 stellen. – 2:11
  • kurzfristig kontrollieren wir die Eigenschwingung des VCF 2, indem wir mal RESONANCE 2 wieder auf 15:00 Uhr und zurücksetzen – 2:25
  • Erhöhung der RESONANCE 1 langsam auf 17:00 Uhr 
  • Wir bringen VCF 2 wieder in Eigenschwingung RESONANCE 2 → 15:00 Uhr
  • Wir entfernen nun das offene Kabel und hören beide Kanäle – 3:10
  • Wir verändern den Grundton der Sequenz und erhöhen den DELAY-Mix langsam auf 12:00 Uhr
  • Feedback des Delays langsam auf 15:00 Uhr bis die Sequenz nach und nach weiter verschwimmt und stoppen sie, indem wir HOLD deaktivieren.
  • Der Effekt klingt nach, bis wir FEEDBACK zurück regeln.

MOOG Matriarch: Erstellen einer Sequenz

Als Service habe ich die englische Anleitung zur Sequencer-Programmierung ins Deutsche übersetzt:

Programmierbeispiel zum Sequenzers

Programmierbeispiel zum Sequencer

Beachtet, dass das Sequencer-Tempo niedrig ist und die Hüllkurven kurz sind, sonst geht das Ratcheting unter.

Präludium für den wohltemperierten MOOG

Ich konnte nicht widerstehen. Beim Patchen des Sequencers kam mir ein Jahrzehnte alter Jugendwunsch in den Sinn: Spielen wie Wendy Carlos.

Gesagt – getan, das Präludium für das wohlemperierte Klavier von Bach bot sich an, da es einstimmg gespielt werden kann, „nur” ca. 560 Noten umfasst, aber doch relativ leicht einzugeben ist, da bei der Eingabe keine Eile geboten ist.

Einzige „Schwierigkeit” ist, dass eine Sequenz im MOOG MATRIARCH jeweils nur 256 Steps speichern kann. Also muss ich das Stück auf drei Sequenzen verteilen und im Live-Spiel rechtzeitig, neben den Klangänderungen, die Sequenzen mit dem passenden Grundton ändern. Natürlich hätte ich auch über die DAW MIDI-Noten einspielen lassen können, aber da hat mich doch der Ehrgeiz gepackt. Eine sterile Sequencer-Aufnahme kann niemals gegenüber einem dynamischen Live-Spiel am Flügel oder Klavier bestehen; es kam mir darauf an, Live-Eingriffe während der Sequenz aufzuzeigen. Die Sequenz  wurde gegenüber dem Originalspiel (viel zu) langsam abgespielt, um genug Zeit für die Klangveränderungen zu haben. Ein wenig Wind habe ich zu Beginn und am Ende eingefügt. ;) und Bassnoten nachträglich und schmucklos in einem zweiten Track ergänzt. Natürlich klingt es im Gegensatz zu Wendy Carlos herzlos. Hier ist das Ergebnis:

Bevor ich noch einige Patches vorstelle, gebe ich drei Vorlagediagramme für den Eigenbedarf an:

Patch-Vorlagen für MOOG Matriarch

InitPatch

… damit man immer zum Start-Patch findet,

MOOG MATRIARCH Init

MOOG MATRIARCH, Init

Leere Patch-Vorlagen

… für einen Ausdruck in Farbe …

MOOG MATRIARCH Patchvorlage, farbig

MOOG MATRIARCH Patch-Vorlage, farbig

… und ohne:

MOOG MATRIARCH Patchvorlage

MOOG MATRIARCH Patch-Vorlage

Ringmodulation am MOOG Matriarch

Die Ringmodulation basiert auf der Multiplikation zweier Schwingungen. Dadurch ergeben sich zwei Schwingungen mit so genannten Seitenbändern. Eine ausfühliche Abhandlung gibt es im Artikel Synthesizer-Workshop: Modular-Patches 3.

Das gelbe Kabel lassen wir zunächst weg. Der Ausgang des OSC 1 führt über das grüne Kabel zum Attenuator 1, derjenige von Oszillator 2 dagegen über das rote Kabel zum CV-Eingang. Dadurch kommt es zu einer Multiplikation. Der Regler bleibt auf 12:00 Uhr. Der Attenuator-Ausgang führt über das violette Kabel zum Mixer-Eingang 2. Die interne Verbindung zwischen OSC 2 und dem Mixer wird dadurch getrennt.

Basisschwingungen

  • OSC 2 auf ca 15:45
  • Wir probieren verschiedene Schwingungsformen für die Oszillatoren 1 und 2 aus:
    Dreieck/Dreieck, Sägezahn/Sägezahn, Rechteck/Rechteck und wieder Dreieck/Dreieck

Die Schwingungsformen Sägezahn und Rechteck bringen viele Obertöne hinzu und geben dem Klang eine viel schärfere Note, traditionell eher uninteressant, aber vielleicht für Experimente? Ich beschränke mich in den nächsten Beispielen auf den Dreieck, optimal wäre eigentlich Sinus/Sinus im theoretisch-analytischen Sinn.

Oktavlagen

Deutliche Klangfarbenänderungen ergeben sich dadurch, dass wir verschiedene Oktavlagen wählen. Ich stelle nacheinander für OSC 1 und 2 folgende Oktavlagen ein: 8’/8′, 16’/8′, 16’/4′, 16’/2′ und wieder 8’/8′

Basismix

In dem oben erwähnten Artikel beschreibe ich, wie bei der Ringmodulation zwei Seitenbänder entstehen. Um trotzdem in der Tonhöhe zu bleiben, ergänzt man oft zusätzlich den Grundton von OSC 1. Ich erhöhe Mix 1 bis auf  12:00 Uhr und mehr, je nach Geschmack.

Klangfarben

Verändert man die Tonhöhe von OSC 2, dann entstehen sehr unterschiedliche Klangfarben.

Echte Ringmodulation am MOOG Matriarch

… erhält man, indem wir den Pitch-Bereich durch einen Attenuator stark erweitern. Ich lege dazu vom Attenuator 3 das gelbe Patch-Kabel in den Pitch-Eingang von OSC 2. Belegt man den Attenuator-Eingang nicht mit einem Kabel, dann gibt er eine konstante Spannung heraus, je nachdem, wie weit man ihn öffnet.

Die folgenden drei Patches basieren auf dem MATRIARCH Exploration Patchbook, das es mal früher als Beilage zum MATRIARCH gab. Für diejenigen, die die Patch-Auswahl selbst ausprobieren möchten und Ideen brauchen, gebe ich mal den nach einiger Recherche gefundenen Link an (Dank an Moog Europe): MATRIARCH Exploration Patchbook

MOOG Matriarch: Dancing Bells

Damit die Glöckchen tanzen, darf man nicht zu schnell spielen. Um dem Klang im Audiobeispiel etwas mehr Fülle zu geben, habe ich OSC 1 in die Fußlage 8′ gesetzt.

MOOG Matriarch: Swirling Stereo

Vierfache Paraphonie mit einem melancholischem Ausdruck, tragend zu spielen. Bei jedem Akkordwechsel öffne ich ein wenig den Filter-Cutoff bis ca. 13:00 Uhr und fahre ihn nach und nach wieder zurück.

MOOG Matriarch: Rubber Bass

Warnung: Dieser Patch macht süchtig. Man aktiviere die Hilfstasten PLAY und HOLD! Startpunkt ist der Zweiklang [G0 D1]. Der Arpeggiator spielt stur beide Töne abwechselnd. Ich drehe den Cutoff auf 12:00 Uhr.

Im Wesentlichen variiere ich klanglich auf diesen beiden Tönen. Damit aber für den genervten Zuhörer eine Abwechselung wiedererkennbar ist, folgen ab und an einfache Dreiklänge G-Dur, F-Dur, E-Moll, D-Moll, E-Moll und F-Dur. Der Arpeggiator ist ein idealer Partner!

Am Anfang führe ich es mit halber Geschwingigkeit vor, danach sollte man es schneller probieren und sich austoben. Einfache Änderungen aller Parameter im Filtermodul machen zunehmend mutiger.

Übrigens kann man auch mal einen Wechsel von Filter-Mode Stereo zu Parallel vornehmen. Unbemerkt geschieht dies in der Grundstellung des Patches mit dem CUTOFF auf 12:00 Uhr und dem  SPACING auf 17:00 Uhr.

Ausprobieren sollte man unbedingt den Wechsel der Oktavlagen der Oszillatoren 2 und 3 und diese hard-sychronisieren mit Veränderung der Frequenz von OSC 2.

Tim Shoebridge: Thoughts on the MOOG MATRIARCH
Lisa Bella Donna: Exploratory Patches
Martin Stürtzer: MATRIARCH und Sub 37
Braintree56: MOOG MATRIARCH Patching Idea with Explanation
Detroit-Berlin: Moog Matriarch Sequenzer

Danksagung

Ich bedanke mich bei der Firma Moog Europe GmbH aus Berlin, die mir diesen wundervollen MOOG MATRIARCH über mehrere Wochen zur Verfügung gestellt hat. Es ist ein wirklicher MOOG, ein MOOG, ein MOOG, ein MOOG …


„Mensch sein, ganz und gar Mensch, bedeutet, Musik ebenso zu brauchen, wie wir unsere Nahrung brauchen. Es bedeutet, in der Musik, die man hört, Befriedigung zu finden. Was ihr mit unseren Instrumenten macht, hilft uns ebenfalls dabei, noch mehr Mensch zu sein und dafür möchte ich euch allen danken.“
– Dr. Robert Moog –


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Fazit

Der Moog Matriarch ist ein semimodularer Synthesizer, aber mit der Betonung auf modular. Ohne Patch-Kabel bekommt man auch typische MOOG-Klänge, doch nur mit Patch-Kabeln entfaltet dieser Synthesizer erst seine wahren inneren Werte, seine Stärken.
Ich kann nur empfehlen, das Handbuch mehrfach abschnittsweise zu lesen, sich also mit einem Teilaspekt oder auch „Modul” zu beschäftigen. Die Tipps, die dort gegeben werden, sind äußerst aufschlussreich und praxisbezogen – ein rundum gelungenes Instrument – bravo MOOG.

Preis

  • 1.999,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Viertelnote AHU

    Hervorragend geschrieben, vor allem für jede/n verständlich.
    Ja der Matriarch, ebenso die Grandmother, sind Instrumente, vor denen Mann /Frau
    vor Ehrfurcht stehen bleibt.
    Die Patches sind nachvollziehbar und nicht zu schwer.
    Mein Matriarch wird viel zu selten gespielt, weil ich Bedenken habe, ihm wehzutun:-)
    Ich beginne erst noch modular zu forschen und das wird immer spannender.
    Man ist immer wieder begeistert, daß ein Moog eigentlich nie schlecht klingt.🙂

    freundlich netter Gruß

  2. Profilbild
    Softwaver

    Ein riesen Dankeschön für diesen wunderbaren Workshop
    und die ganze Arbeit, die Du Dir hier gemacht hast.
    Mit viel Liebe bis ins Detail geschrieben –
    Für Einsteiger und Fortgeschrittene viel dabei –
    und dann noch diese ganzen schönen patches, WOW 🫶🏻

    Da hast Du mir und bestimmt ganz vielen hier eine große Freude bereitet 👏🏼

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    krawallo

    Super klasse Arbeit. Lieben Dank. Auch für nicht Matriarchale interessant.

    Toll wären Patches für andere Synths.

    Pro 3, Matrixbrute, Odyssey, Barp- Korg 2600, etc.

    Vermutlich zu aufwändig ?

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      herw RED

      @krawallo „Vermutlich zu aufwändig ?”

      ja; allein nur das Erstellen einer Leer-Vorlage für die Patches, also ohne Kabel und konkrete Schalterstellungen, hat mich vier Tage gekostet. Ursprünglich habe ich 120 Layer angefertigt und konnte diese dann auf 80 reduzieren. 😈
      Als Ideengeber habe ich die offiziellen Patchvorlagen genommen, aber Schalter und deren Positionen musste ich selbst erstellen und anpassen.
      Dann eine noch geeignete Auswahl an Videomaterial auswählen und sichten: Erkennen von Patcheinstellungen anhand mehrerer Momentaufnahmen, und natürlich auch das Studieren und Kennenlernen eines für mich unbekannten Synthesizers.

      Sechs Wochen intensiver Arbeit ist auch nicht jedermanns Sache, jeden Tag mehrere Stunden.

      Für mich hat es, wie immer bei den Tests, viele neue Erkenntnisse gebracht. Die Patchideen sind auch so allgemein gehalten, dass man versuchen kann, sie auf das eigene Equipment zu übertragen oder wenigstens anzunähern.

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    Nvelope 11

    Auch wenn ich an diesem Wochenende keine Zeit finden werde, diese Patches auszuprobieren – die hier vorgestellte Arbeit und der Bericht hierüber sind wirklich exzellent und werden sehr gerne in die Tat umgesetzt werden, sobald ich die Zeit dazu finde.
    Bestens beschrieben und bebildert … sowie perfekt illustriert auf den Diagramm-Karten, in den statischen Einstellungen und auch den Variablen, die die Sounds modifizieren.
    Hervorragender Beitrag zu diesem hochinteressanten Gerät – meinen Dank an ‚herw‘ – mein Matriarch wird sich riesig freuen!!

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    AMAZONA Archiv

    Super Klangbeispiele! Meine Katze hatte aufgehört zu mauzen und mich dabei groß angeschaut. Wozu so ein Matriarch gut sein kann? 😂😉

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    Tyrell RED

    Sagenhaft. Exzellenter Workshop!!! Will mir nun auch einen Matriarch zulegen :)

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      AMAZONA Archiv

      @Tyrell Bei aller Begeisterung, es ist m.M.n. schwer den Matriarch modern klingen zu lassen. Sobald es Richtung 80er geht oder die Hörgewohnheiten generell moderner sind, dann wird es schwer. Das Gerät ist ganz bestimmt kein kompletter Sweetspot, sondern jeder Sound muss vorsichtig ertastet und evtl. auch verworfen werden, weil es anderswo besser geht. Wer solche Patch-Artikel gut findet, der sollte sich die Videos von Anthony Marinelli auf YT anschauen, er programmiert dort einige Sounds zu Michael Jacksons Thriller-Album auf ARP 2600 und Minimoog nach, wirklich interessant das Programming live zu hören und wie wichtig das ist, da helfen auch keine Patchbooks. Das mag jetzt wie eine Steilvorlage für den Matriarch klingen aber der ist kein Minimoog und erst recht kein 2600.

      • Profilbild
        Filterpad AHU

        Kazimoto: Es ist meiner Ansicht nach in der Regel eine Sache des Mixes, ob so ein Sound passt oder nicht. Ein Gareth Emery ist (britischer) Trance/EDM DJ und benutzt den Matriarch auf der Bühne. 🙂

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          AMAZONA Archiv

          @Filterpad Ja sicher, sieht auch gut aus und irgendwas muss ja auf der Bühne stehen. Der Rest sind Sylenth, Virus TI, Omnisphere und Ableton.

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      herw RED

      @Tyrell @ Peter (Tyrell): „Will mir nun auch einen Matriarch zulegen :)”

      Kann ich dir nur dringend empfehlen. MATRIARCH ist grundlegend für die Patches eines Semimodularen.

  7. Profilbild
    Filterpad AHU

    Der langersehnte Artikel ist nun da. Vielen Dank. Die Zeit wird wie im fluge vergehen beim lesen und probieren. Erst heute habe ich eine eigens kreierte Bassline aufgenommen. Nach wie vor ein cooles Teil für Synthesizerfreunde.

  8. Profilbild
    Robby

    Ich besitze zwar keinen, Aber jetzt kann ich mir vorstellen, was man mit dem Matriarch alles machen kann, Danke für den tollen Beitrag.

  9. Profilbild
    Flowwater AHU

    Hui … wieder sehr schön. Ich besitze zwar auch keinen »Moog Matriarch« … aber wie ich beim »Neutron« schon schrieb (Beitrag siehe hier): Man kann sich bei solchen Beispielen auch immer gut Inspirationen holen und diese dann versuchen auf seine eigenen Geräte zu übertragen (bei mir wäre das als Hardware der »Taiga« und als Software der »TAL-Mod«). 🙂

  10. Profilbild
    costello RED

    Ein Superartikel lieber herw! Die Soundbeispiele sind ganz großes Kino. Ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen, obwohl ich keinen Matriarch besitze und mich bei den festverdrahteten Synthesizern mehr zu Hause fühle.

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      herw RED

      @costello Das freut mich, dass dein Interesse geweckt wurde. Ich würde ihn antesten.

  11. Profilbild
    xooloox

    Vielen Dank für diesen Workshop. Ich besitze auch einen Matriarch und stöpsle die Kabel in den verschiedensten Versionen. Ich werde mir ausgiebig Zeit nehmen und den Workshop Stück für Stück durchgehen und freu mich schon darauf, auch einmal andere Verbindungen auszuprobieren. Für mich wäre es auch Interessant, ein Modularsystem einzubinden. Da bin ich aber absoluter Neuling. Vielleicht gibt es ja auch dazu einmal einen kleinen Workshop, was so möglich ist, wo man am besten anfängt, wo die Grenzen sind. Würde mich sehr freuen. Danke nochmals …😁

    • Profilbild
      herw RED

      @xooloox Hallo xooloox,
      es freut mich, dass dich mein Workshop zum Nachmachen anregt. In der Tat war der MATRIARCH äußerst faszinierend. Da ich aber schon ein relativ großes Modularsystem besitze, habe ich ihn schweren Herzens wieder an MOOG zurück geschickt.

      Wie ich im Artikel beschrieben habe, empfinde ich ihn für einen anschließenden Einstieg in die Modularwelt äußerst inspirierend und sinnvoll.
      Da die Ausgänge Eurorack-kompatibel sind, steht dem nichts mehr im Weg. 🎹
      Ich würde den MATRIARCH erst einmal ausgiebig ausprobieren; vor allem der Arppegiator hat mich als Spielhilfe stark fasziniert. Dann kannst du ja weiter denken und entscheiden.
      Für eine Musikaufnahme solltest du auch eine passende DAW ins Auge fassen (Ableton live oder Logic Pro).

      • Profilbild
        xooloox

        @herw Cubase ect. benutze ich schon seit langem. Seit dem Matriarch habe ich jedoch ein wenig die Lust an einer DAW verloren. Es macht einfach weitaus mehr Spass, sich direkt mit einem Synthesizer zu beschäftigen. Sicherlich die teurere Variante. Für meine Ohren klingt einfach ein analoges Gerät anders und man hat einen besseren Zugriff. Schlichtweg, es musiziert sich anders als mit einer DAW. Daher mein Wunsch über einen Workshop über eine Anbindung an ein Modularsystem, Steuerung verschiedener Synthesizer, Sequenzereinbindungen. Einfach mal weg von der DAW.

        • Profilbild
          herw RED

          @xooloox Du sollst ja auch nicht eine DAW benutzen, um mit Softsynths den Matriarch zu ersetzen!
          Im Stück MOOG MATRIARCH Moog Duett (s.o.) nehme ich zwei Patches auf. Zuerst habe ich die Bassline erstellt und dann mit der Leadstimme darauf improvisiert; das ist echtes Livegefühl.

    • Profilbild
      Bave the Dutcher

      @xooloox ich kann dir das make noise maths empfehlen. kann vieles das den Matriarch unterstützt. dann das doppelte Filter von XAOC devices, und eine Zerre von touell skouarn, am besten die Röhrenzerre. da geht dann schon recht viel. Ein 12 DB/oct Filter ( ms20 und oder Sem Style) bringt auch nochmal ordentlich Klangpotential. Doepfer Quad adst und Quad lfo/vco haben sich auch bewährt bei Modulationsfetischisten ;) und ein paar vcas und attenuatoren. und Mixer. das kleinzeug halt. 😇

      • Profilbild
        xooloox

        @Bave the Dutcher Vielen Dank für die Infos, werde ich mir einmal etwas näher ansehen.👍

  12. Profilbild
    Bave the Dutcher

    Wenn ich hier lese dass derMatriarch nicht modern klingen kann muss ich leise schmunzeln. Das kann nur jemand sagen der noch nicht dran gesessen ist. Allein die Möglichkeiten im Bereich Overdrive/Saturation/Feedback blasen generische Softsynthpresets sowas von gegen die Wand… dann noch die Patchmöglichkeiten und der Kontakt zur Eurorackperipherie… Danke für den schönen Workshop! Ein Instrument das sicher nie wieder mein Studio verlässt.

  13. Profilbild
    Jens Hecht RED

    Hut ab, da spürt man ganz viel Leidenschaft! Obwohl ich selbst keinen Matriarch besitze hat das Lesen und Hören extrem Bock gemacht! :) Bei einer befreundeten Produzentin bin ich schon paar mal in den Genuss gekommen und bei der nächsten Session werde ich ihr den Artikel mal empfehlen.
    Vielen Dank für deine Mühe!

  14. Profilbild
    Dirk E. aka Xsample RED

    Vielen Dank für diesen umfangreichen und inspirierenden Workshop. Auch wenn man keinen Matriarch zu Hause stehen hat, kann man die vielen Tipps und Tricks auch an anderen Synths und im Modularsystem gut nachvollziehen, da Du das Prozedere sehr anschaulich rüberbringst. Die Klangbeispiele sind wieder einmal ganz großes Kino! Bitte an die Redaktion, schickt bitte dem Herw mal den Arp 2600 M von Korg für solch einen Workshop – Danke! :)

    • Profilbild
      herw RED

      @Dirk E. aka Xsample Lieber Dirk,
      vieen Dank, dein persönlicher Kommentar ist mir immer wichtig.

      hmm, der ARP macht mich im Gegensatz zum MATRIARCH sicherlich nicht an. Das ist rein subjektiv: die Schieberegler, das Fehlen eines Sequenzer/Arppegiators, die verständliche Erwartungshaltung der User.
      Für die Wiederholung eines Workshops reicht allemal mein großes Modularsystem, um eine Fortsetzung der Patchreihe Modular-Patches zu schreiben.
      Außerdem plane ich einen Workshop in diese Richtung mit einem ganz anderen Klanggeber. Da ich dafür mehrere Monate Zeit investieren werde, habe ich also keine Zeit für einen Einschub – sorry.

      • Profilbild
        Dirk E. aka Xsample RED

        @herw Kein Ding! Nach diesem tollen Workshop hatte ich nur so die fixe Idee im Kopf: Was würde Herw wohl aus dieser Allerweltskiste für geile Sounds zaubern? Ich bin schon gespannt auf Deine nächsten Workshops. :)

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