Test: Arturia CMI V, Synthesizer-Plug-in des Fairlight CMI

Die „Sound-Edit“ Page im „Sampling”-Modus

Wir befinden uns immer noch im „Sampling“-Modus und durch einen Klick auf den „Edit“-Reiter am oberen Bildschirmrand wechseln wir zu einer weiteren Ansicht, die es ermöglich, den Klang des Samples maßgeblich zu beeinflussen.

arturia_cmi_sampling_edit

Sample Edit Parameter für Reverse, Bitrate und Abtastfrequenz

In dieser Page prägen wir dem Sound nun seinen „Vintage-Character“ auf.

Im oberen Bildschirmabschnitt wird nun immer noch das Sample dargestellt, aber im mittleren Abschnitt werden nun drei neue Sektionen sichtbar:

  • Edit
  • Sampling Options
  • Convert to Synthesis

 

Die EDIT-Sektion

arturia_cmi_sample_edit

Sample Edit mit Reverse, Gain und Bitrate

In der Edit-Sektion lässt sich das Sample über die folgenden Parameter beeinflussen:

  • REVERSE: Ist diese Funktion aktiviert, wird das Sample rückwärts wiedergegeben
  • INVERT: Die Phasenlage des gesamten Samples wird invertiert
  • GAIN: Die Lautstärke des Samples lässt sich im Bereich -30 bis +18 dB anheben bzw. absenken. Bei voll aufgedrehtem Gain kommt es zu einem Clipping bzw. Übersteuern des Samples, was auch direkt in der Wellenformanzeige dargestellt wird.
  • BITDEPTH: Hier wird die Quantisierung des Samples im Bereich von 1 bis 16 Bit eingestellt. In der Default-Einstellung steht dieser Parameter immer auf 8 Bit und repräsentiert so die originale Sampling-Auflösung des Fairlight CMI IIx, was den Samples an dieser Stelle den gewissen „Vintage“-Character einhaucht. Durch ein Verändern der BITDEPTH kann man die Qualität des Samples drastisch verändern und erreicht insbesondere bei Einstellungen im Bereich 1 bis 8 Bit sehr „trashige“ Ergebnisse – eben wie bei einem Bitcrusher-Effekt.

 

Die SAMPLING OPTIONS-Sektion

Die Sampling Options-Sektion erlaubt es, die Sampling-Frequenz des Samples nachträglich zu verändern und bei Bedarf ein starres Hoch- und Tiefpassfilter nachzuschalten.

arturia_cmi_sampling_options

  • SAMPLE RATE: stufenloses Einstellen der Sample-Rate von 2,1 bis 44,1 kHz. Ein Experimentieren mit der Sample-Rate führt auch teilweise zu recht interessanten Ergebnissen, wobei speziell der Bereich von 2,1 bis 32 kHz zumindest für mich die besten Resultate gebracht hat.
  • AUTO-SET: Ein Drücken dieses Buttons analysiert das aktuell geladene Sample und passt daraufhin die beste passende Sample-Rate auf das Sample an. So richtig erschlossen hat sich mir diese Funktion noch nicht wirklich. Ich drehe lieber selbst an der SAMPLE RATE solange herum, bis es für meine Ohren „vintage“ klingt.
  • FILTER LOW: Auf Wunsch zuschaltbares Tiefpassfilter mit einem Regelbereich zwischen 18 und 294 Hz
  • FILTER HIGH: Auf Wunsch zuschaltbares Hochpassfilter mit einem Regelbereich zwischen 0,9 und 12 kHz

Die Hoch- und Tiefpassfilter habe ich bei meinen Versuchen mit dem Plug-in gerne als Equalizer eingesetzt, um gewisse Höhen oder Tiefen zu entfernen, mehr lässt sich damit aber an dieser Stelle auch nicht machen.

Alle geladenen Samples und Loops klingen in jedem Fall immer ein wenig Lo-Fi, ohne aber wirklich trashig zu wirken – im Gegenteil: Es liegt wie ein sanfter Schleier über den Klängen, die eben den 80er Charme ausmachen. Hierzu einfach das letzte Klangbeispiel mit dem Drumloop Vergleich anhören. Zuerst kommt das Original in 16 Bit 44,1 kHz und dann aus dem Arturia CMI V mit 8 Bit und 32 kHz.

Richtig krasse Ergebnisse ergeben sich natürlich bei extrem niedrigen Sampleraten, wobei die Resultate dann sehr verzerrt und verrauscht sind, aber auch das kann dann durchaus den gewünschten Effekt bringen, sofern man auf derartige Sounds steht.

Die CONVERT TO SYNTHESIS Sektion

An dieser Stelle wird es nun für alle Synthetiker wieder interessant, da sich jedes Sample mittels dieser Funktion in seine harmonischen Bestandteile auflösen lässt, die sich dann mittels der „Time Synth“ Synthesefunktionen im Einzelnen modifizieren lassen.

arturia_cmi_convert_to_synthesis_function

Sample Resynthese

Was genau bewirkt denn nun ein Ausführen dieser Funktion?

Der französische Mathematiker Jean Baptiste Joseph Fourier hat bereits im Jahr 1822 erkannt, dass sich jede beliebige Schwingungsform in Reihen von Sinusschwingungen unterschiedlicher Frequenz und Amplitude zerlegen lassen. Generell gilt: Je größer die Anzahl der einzelnen Sinusschwingungen ist (also idealerweise unendlic) und man diese addiert, umso exakter lässt sich ein beliebiger komplexer Kurvenverlauf beschreiben.

Die „Convert to Synthesis“ Funktion arbeitet genau nach diesem Prinzip:

Über eine sogenanne FFT (Fast Fourier Transformation) Analyse wird ermittelt, aus wie vielen Sinusschwingungen unterschiedlicher Frequenz und Amplituden das originale Audiomaterial besteht und wird dann in seine Einzelteile zerlegt.

Der Fairlight CMI IIx wie auch das Arturia CMI V Plug-in können nur maximal 32 dieser Sinusschwingungen repräsentieren, weswegen das Resultat dann nie wie das Ausgangsmaterial klingen kann und wird.

Aber genau diese Ungenauigkeiten führen dazu, dass durch diese Resynthese sehr interessante, meist metallische Klänge entstehen, die sich dann weiter bearbeiten lassen, um wiederum neues Audiomaterial zu erzeugen.

Ein Klick auf den „Convert to Synthesis“ Button erzeugt also nun ein harmonisches Abbild unseres Orginal-Samples und schaltet den Arturia CMI V direkt in den sogenannten „Time Synth“ Modus, dem additiven Synthesemodul des Plug-ins.

Es lässt sich zusätzlich noch ein Filter parametrieren, das dafür sorgt, dass besonders hohe Töne von der Analyse ausgeschlossen werden können. Es lassen sich Werte von 0 bis 7 einstellen und jede EInstellung führt zu unterscheidlichen Ergebnissen nach der Resynthese.

Letztlich lässt sich noch auswählen, ob man den linken, rechten oder beide Stereokanäle in die Analyse mit einbeziehen möchte.

Der „Time Synth“ Modus für additive Synthese

Wie bereits erwähnt, stellt der „Time Synth“ Modus einen additiven Synthesizer innerhalb des Arturia CMI V dar, der auch schon im originalen Fairlight CMI IIx zur Verfügung stand.

arturia_cmi_sound_control_page_timesynth

Der „Time Synth“-Modus

Dieser Modus lässt sich über zwei Wege aktivieren:

  • Direkt über den „Time Synth“-Button auf der „Sound Control“ Page.
    Steigt man über diesen Weg ein, kann man seine eignen additiven Sounds „From Scratch“ also von Null ab selbber gestalten.
  • Über die „Convert to Synthesis“-Funktion des Sampling-Bereichs. In diesem Fall nutzen wir bereits vorhandenes Audiomaterial, um uns die harmonischen Daten errechnen zu lassen. Über diese Methode muss man die Klänge nicht von Grund auf neu zeichnen, sondern man hat bereits eine gute Ausgangswellenform, die man nun anpassen kann.

Die „Sound-Control“-Page im „Time Synth”-Modus

Schaut man sich die “Sound-Control“-Page im „Time Synth“-Modus an, so erkennt man zunächst keinen Unterschied zur Sampling-Page – es gibt auch keinen!

Klarer wird dieser Umstand, wenn wir einen Klang im „Time Synth“-Modus von Null ab erstellen. In diesem Fall sehen wir im Sample-Window zunächst überhaupt keine Wellenform. Das ist der Tatsache geschuldet, dass wir dem Arturia CMI V noch keine Info darüber gegeben haben, was für eine Wellenform wir eigentlich darstellen wollen.

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„Time Synth“-Modus ohne Obertondaten

Hierzu müssen wir zunächst die Länge der Wellenform definieren, die wir erzeugen wollen, und aus wie vielen Obertönen diese bestehen soll.

Dies setzen wir nun in der Page „Sound -Edit“ um.

Die „Sound-Edit“-Page im „Time Synth”-Modus

Im oberen Teil des Bildschirms sehen wir einen Hüllkurveneditor und darunter 32 Kästchen, die repräsentativ für die 32 Harmonischen stehen, die wir nun editieren wollen.

arturia_cmi_timesynth_edit_empty

„Time Synth“Modus ohne Obertöne

Für jeden Oberton können wir eine eigene Hüllkurve für den Lautstärkeverlauf zeichnen. Bevor wir dies umsetzen, muss zunächst gewählt werden, aus maximal wie vielen Stützstellen die Hüllkurve bestehen soll.

Dies wird im mittleren Bildschirmsegment über den Parameter „Segments“ festgelegt. Hier lassen sich Werte von 1 bis 7999 eingeben, wobei die Standardeinstellung bei 128 liegt.

arturia_cmi_timesynth_edit_segments

Einstellung der Segmentanzahl (Stützstellen für Hüllkurve)

Belassen wir es bei einem Wert von 128, bedeutet dies, dass wir eine Lautstärkehüllkurve für jeden Oberton mit insgesamt 128 Stützstellen erzeugen können. Jeder Wert hat die Länge von 1 Sample, wobei dann 128 Stützstellen = 128 Samples ergeben. Unsere erzeugte Schwingungsform wird also eine Länge von 128 Samples haben.

Klingt komplizierter als es ist – am besten zeichnet man einfach einmal darauf los, wobei sich dann z.B. das folgende Bild ergibt:

arturia_cmi_timesynth_control_128point_harmonics

Editierung der Obertöne und Lautstärkehüllkurve

Schaltet man nun wieder auf die „Sound-Control“-Ansicht um, so können wir unsere nun neu erzeigte Wellenform mit einer Länge von 128 Samples als Resultat sehen und auch auf dem Keyboard spielen:

arturia_cmi_timesynth_control_128point_harmonics_result

Ergebnis nach Editierung der Oberton-Amplituden und Hüllkurve

Wie bereits im „Sampling Mode“ erläutert stehen dieselben Klangbearbeitungsfunktionen wie Hüllkurven, Filter, Loops usw. auch im „Time Mode“ zur Verfügung und lassen sich über die Function-Generators modulieren.

Der „Wavetable Voice“-Parameter

Ein weiterer Parameter für drastische Änderungen in der Klangformung stellt die „Wavetable“ Voice dar, da man mit ihr festlegt, auf welcher Schwingungsform die 32 harmonischen Obertöne basieren sollen.

arturia_cmi_timesynth_edit_wavetable_voice

Wahl der Wavetable Voice

Standardmäßig ist immer eine Sinusschwingung (wie beim originalen Fairlight CMI IIx) ausgwählt, aber Arturia bietet im CMI V noch die folgenden zusätzlichen Schwingungsformen mit an:

  • 12 Bit Sine
  • 4 Bit Sine
  • 8 Bit Sine
  • Saw
  • Sine
  • Square
  • Metalizer
  • PWM
  • Square Cutoff
  • Ultrasaw

Ändert man diese Schwingungsform, so klingt das Resultat der additiven Synthese gänzlich anders als bei der Einstellung „Sine“ und erlaubt es, ein unglaublich großes Spektrum an neuen Klängen zu erzeugen.

Leider ist es nicht möglich, die Schwingungsformen der „Wavetable Voice“ mit eigenen Sounds zu laden – das wäre mal wirklich noch der Wahnsinn gewesen! Es wäre super, wenn Arturia diese Funktion noch in einem Update nachlegen würde.

Die „Wave Envelope“-Parameter

Um nicht jedes Mal Hunderte von Stützstellenpunkten neu zeichnen zu müssen, kann man mit diesen Funktionen bereits gezeichnete Hüllkurven per Copy & Paste auf andere harmonische Obertone übertragen. Zudem kann man hier auch die gesamte Hüllkurve resetten, wenn einem diese doch nicht zusagen sollte und man nicht jeden einzelnen Punkt mit der Maus wieder löschen will.

arturia_cmi_timesynth_edit_wavetable_envelope

Komfortfunktionen für Stützstellenparametrierung

Der „Convert to Sample“-Parameter

Ist man nun mit seiner neu generierten Schwingungsform zufrieden, so kann man diese auch wieder in ein Sample umwandeln und im „Sampling Mode“ mit dessen zur Verfügung gestellten Parametern bearbeiten.

arturia_cmi_timesynth_edit_wavetable_converttosample

Erzeugung von Samples aus additiver Synthese

Kurzes Zwischenfazit zum „Time Synth“-Modul

Auf jeden Fall DIE Funktion, um Depeche Mode ähnliche Sounds zu erzeugen – hiermit habe ich wirklich einige Stunden verbracht und in Verbindung mit der Resynthese-Funktion echt interessante Sounds erzeugen können.

Es ist aber nun nicht so, dass aus diesem Modul sofort ein Wahnsinns-Sound herauskommt – viele werden hier sicher anfangs enttäuscht sein. Man muss schon mit den einzelnen Slots (von denen es ja 10 an der Zahl gibt) arbeiten, Sounds layern, verstimmen, modulieren usw., damit auch wirklich etwas „Dickes“ aus den Speakern kommt. Im reinen Betrieb ohne Layer oder Effekte klingt das Ganze sonst eher nach einem Roland Boutique A01 oder sonstigen 8-Bit Hupen.

Kurz mal hinsitzen und dein paar Buttons drücken ist nicht – man sollte schon ein wenig Zeit mitbringen, wenn man hier schöne Resultate (Pads, Drones usw.) haben möchte.

Wer allerdings auf rohe, rotzige und digitale Sounds steht, hat mit dem „Time Synth“-Modul sicher seine wahre Freude, wenn es „schnell“ gehen muss. Es klingt eben immer „Instant dirty“!

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Atarkid  AHU

    Schöner, ausführlicher Test mit aussagekräftigen Klangbeispielen. Tolle Morgenlektüre! :) Jetzt frage ich mich aber, ob das Original in den Höhen auch so undifferenziert und „matschig“ geklungen hat. Ich kann’s mir fast nicht vorstellen.

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      Markus Harsani  

      @Atari Kid : Freut mich dass dir der Bericht gefallen hat – Vielen Dank ! Ja, ich habe mich das bei den Tests auch gefragt, ob Arturia die Hardware der Voicecards des CMI IIx auch richtig nachgebildet hat, oder lediglich die Bitrate und Abtastfrequenz angepasst hat. Bei den Drumloops kann man durchaus im Vergleich hören dass das Ergebnis immer etwas „muffig“ klingt. Mittlerweiel finde ich das aber irgendwie auch schon fast wieder „Charmant“, da die Samples so etwas „angestaubter“ und nicht mehr so clean klingen. Ich will das Plugin auf jedenfall nicht mehr missen, da die Sounds echt anders aus dem Rechner kommen als bei anderen Plugins, und das Arbeiten mit dem Arturia CMI-V geht schön flüssig von der Hand da einen das Plugin nicht mit zu viel „Schnickschnack“ ablenkt.

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      iggy_pop  AHU

      Peter Gabriel sagte mal in einem Interview Anfang der 1990er, dass der II in der Tat ziemlich muffig und dumpf geklungen haben soll; das wurde ihm zufolge wohl erst mit dem IIX verbessert. Allerdings dürften die Ingenieure damals sehr an den Höhen herumgedoktert haben, um das Störrauschen und sonstige Artefakte — die wir heute so toll finden — im Zaum zu halten.
      .
      Nette Library, voller alter Freunde.

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      LX@VM

      Der CMI klingt trotz seiner reduzierten Werte weder muffig, noch lasch, noch sonst irgendwie „schlecht“. Im Gegenteil, die Sounds werden auf eine interessante Weise „gehoben“ und aufwewertet. Wenn ich wirklich nur die alten Sounds abspielen will, würde ich einen „normalen“ Sampler (PlugIn) verwenden.

      Das Synclavier-PlugIn war jedenfalls recht nahe am Original, was ich hier nicht sehe – sorry :-/

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        psv-ddv  AHU

        Das Synlcavier V Plugin simuliert auch lediglich die Synthese-Stimmen und nicht den Sampler des Synclavier. Beim Fairlight wird ja nun gezwungenermassen Beides simuliert, da es im Fairlight keine separate Syntheseklangerzeugung gibt. Da muss man vorsichtig sein nicht Äpfel mit Birnen oder Synthese mit Sampling zu vergleichen. Vielleicht ist so ein alter Sampler einfach schwerer zu emulieren ;-)

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          LX@VM

          Ja, eh! Mein Kommentar bezieht sich eher auf die „ich will so klingen wie das Original“-Fraktion. Das schafft dieses PlugIn m.E. nicht. Im Gegensatz zum Synclavier II PlugIn, finde ich schon, dass es ziemlich gut gelungen ist.

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            AMAZONA Archiv

            Vollkommen richtig. Man sollte diese Emulationen in erster Linie nur als Kreativtool und eigenständiges Instrument sehen, weniger Vergleiche anstellen. Dieser Test hier und die Diskussion hat mich jetzt auch wieder mal inspiriert, mit dem Synclavier was anzustellen. Und es ist schon fast gruselig, dass einem sofort Ideen kommen für Songs nach ein Paar Minuten FlächenFXGedöns Geschraube. Scheißegal, wie nah das Synclavier an das Original kommt – oder auch nicht. Hand anlegen und einfach machen. Das Dingen hat ’ne Magie – zumindest für Schrauber. Wie das für Presetuser ist, kann ich nicht beurteilen. Gehe mal davon aus, dass das hier bei dieser Emulation auch so sein würde. Vermutlich keine 1:1 Emulation in Perfektion, aber mit Sicherheit „magisch“.

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                AMAZONA Archiv

                Ja, mit Sicherheit. Wenn man mal so die Trevor Horn Produktionen jener Jahre hört, dann erschließt sich einem sehr schnell die Magie der frühen digitalen Synths.

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                    AMAZONA Archiv

                    keine Ahnung, was der gute Mann sich so reinpfeift….;-) aber die Produktionen unterschieden sich schon – auch aufgrund der verwendeten Synths – vom (Studio)Standard der damaligen Zeit. Hat sich im Laufe der Jahre dann natürlich wieder relativiert – der Vorsprung war weg.
                    Wo man das gut raushören kann im Vergleich sind die frühen Peel Session Aufnahmen von FGTH und dann die späteren Studioversionen.

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          phoenix

          Die Synthese im Synclavier V ist auch nicht so ganz gelungen, was aber am Funktionsprinzip moderner Soundkarten (feste Samplerate) liegt. Wenn man ohne Multisampling arbeitet, kommt es da schon bei reinen additiven Waves (bzw. beim CMI V bei Samples) zu untypischem inharmonischem Aliasing.

          Die zusätzlichen Bit / Rate Artefakte – und beim Synclavier V die Phasenmodulation – lassen dann viele Sounds in den höheren Lagen im atonalen Chaos versacken, während sie im Original noch definiert und knallig rauskommen, wenn auch weiß Gott nicht perfekt. Das nachzubilden ist nicht trivial, zumindest in der Praxis nicht.

          Den Unterschied kann man nun als Pedantentum werten und für den kreativen Einsatz ohne Geschichtsbuch ist das sicher ohne Belang. Aber da der Sound von Analogemulationen ja auch immer bis zur Ohrenschmalzdebatte zerlegt wird…

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            psv-ddv  AHU

            Das ist beileibe kein Pedantentum, sondern macht bei den Failight und Synclavier Simulationen einen riesen Unterschied. Insbesondere bei polyphonem Spiel bricht die Klangqualität auf der plugins regelrecht ein. Das ist bei den Originalen nicht im entferntesten der Fall. Da sehe ich einen Zusammenhang zu den von Dir geschilderten Fixed-Sample-Rate Problemen.

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      Markus Harsani  

      @elektrock – Ja, das Original ist schon eine Klasse für sich ! Dennoch würde ich mir eine solche Kiste nicht ins Haus holen, ausser ich hätte auch das Geld für die Reparaturen die an dem Gerät anfallen. Dann noch das Problem mit den Disketten usw. – Nein, da bleibe ich lieber bei der Plugin-Lösung, auch wenn es nicht 100% Original Klingt.

  2. Profilbild
    psv-ddv  AHU

    Super Plugin! Danke vielmals für den Test.
    Leider tummeln sich einige Fehlinformationen im Artikel: Der CMI IIx war quasi die 3. Version des Fairlight, bzw. ein Upgrade des CMI II. Der Vorläufer des CMI II, der Fairlight CMI war der erste kommerziell erhältliche Sampler der Welt. Die erste DAW war das Synclavier, da es schon vor dem Fairlight CMI einen Digitalsequencer mit Synthesefunktionen und Notendruck kombinierte. Depeche Mode haben nicht mit dem Fairlight sondern mit dem Synclavier und Emu Samplern gearbeitet.

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      psv-ddv  AHU

      Ach ja, die Resynthese war meines Wissens erst später auf dem Fairlight III möglich. Der CMI I und II (x) boten nur das manuelle Zeichnen oder Eingeben von Wellenformen und Amplitudenverläufen am Bildschirm und deren automatische Interpolation.

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        nativeVS  AHU

        Meines wissens nach konnte man resynthetisieren sobald man auf die ‚Harmonic Envelopes‘ page eines Samples geht und eine der envelopes editiert.

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          psv-ddv  AHU

          Ja, aber da wird dann kein Sample analysiert, sondern die eingezeichneten additiven Wellenformen werden zu einem Klangverlauf ergänzt und daraus wird ein Mode 1 Sound erstellt, der mit dem Sampler wiedergegeben werden kann. Erst im CMI III kann man wie ursprünglich im Synclavier ein Sample mit FFT in eine Reihe additiver Wellenformen zerlegen und dann wiedergeben (Resynthese). Bin mir zu 90% sicher, habe aber leider, leider grad keinen CMI IIx zur Hand :)

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            iggy_pop  AHU

            Der IIX, den ich mal ausprobieren durfte, konnte das — „Music!“ reingesprochen und resynthetisieren lassen. War, glaube ich, über Page 5, aber das ist schon lange her.

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              psv-ddv  AHU

              Auf Page 5 kann man die Verhältnisse der additiven Obertöne zueinander per Slider einstellen. Steht auch im Bluebox Artikel. „Compute“ rechnet dann die Teiltonenvelopes drauf. Bist Du Dir sicher, dass es kein Series III war, den Du gehört hast? Ich hab irgendwo noch einen ausführlichen Testbericht zum IIx rumliegen. Den werde ich mir nochmal durchlesen.

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                iggy_pop  AHU

                Der Tag, an dem ich einen IIX nicht mehr von einem III unterscheiden kann, wird der Tag sein, an dem ich aufhöre, meine Umwelt mit musikalischen Absonderungen und unqualifiziertem Geblubber zu belästigen (einige drücken schon jetzt ganz fest die Daumen).

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                    iggy_pop  AHU

                    Guck in das Matthias Becker-Buch und sage mir, ob Du da einen IIX oder einen III siehst.
                    .
                    Vielleicht war ja auch der Becker doof und nicht ich?
                    .
                    Jedenfalls habe ich an diesem Fairlight gesessen und gebastelt, der seit gut 20 Jahren oder so nicht mehr beim Becker steht, sondern bei einem Kollegen im Keller.

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                      psv-ddv  AHU

                      Ja, das ist ein CMI IIx im Buch vom Becker.
                      Fragt sich nur, was genau Du da gehört hast?

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                      psv-ddv  AHU

                      Was Du gehört hast dürfte die Wavetable-Funktion gewesen sein. Da wird das Sample einfach in 128 Scheiben geschnitten, die sich dann lautstärke- und loopmäßig editieren- oder mit den Resultaten der additiven Engine kombinieren lassen. Resynthese ist das aber nicht. Dafür war die Kiste einfach zu langsam. Hätte Tage gedauert die Berechnung. Das Synclavier II und später das CMI III hatten ja ein Vielfaches an Rechenleistung.

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        LX@VM

        Der Fairlight kann seit der Serie 1 Resynthese. Hier wird das Sample in Segmente unterteilt, auf seine Obertonstruktur untersucht und dann neu synthetisiert. Die Tonhöhe wird nicht berücksichtigt, d.h. jedes Segment beinhaltet exakt eine Periode.

        Die Resynthesefunktion ist alles andere als perfekt, z.B. werden Sprachsamples mit modulierter Tonhöhe auf eine Tonhöhe niveliert. Das ist unter Anderem hilfreich um interessamte Computerstimmen zu generieren.

        Das PlugIn scheint recht nett gemacht zu sein, auch die Soundbeispiele klingen interessant. Trotzdem haben sie mit dem Fairlight wenig gemeinsam. Die additiven Sounds klingen beim CMI prägnanter und detailreicher, die Artefakte sind frei von lästigen Aliasing-Effekten, sondern werden nur mit dem Quantisierungsrauschen „ergänzt“ – was zur „Rauchigkeit“ beiträgt.

        Der eigentliche Schmäh der „Rauchigkeit“ beim CMI ist ja, dass die Samplingfrequenz ein gerades Vielfaches von der Tonhöhe ist. Deshalb hat das Quantisierungsrauschen immer einen harmonischen Zusammenhang zum Sample und gibt ihm eine interessante Obertonstruktur – sofern man das Filter weit genug öffnet.

        Es ist die Frage, ob die Arturia-Jungs das berücksichtigen oder einfach nur einen Bit-Crusher und Samplerate-Reduzierer ohne Rücksicht auf die Tonhöhe der Samples verwenden?

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          psv-ddv  AHU

          Vielen Dank für die Info zur Resynthese. Es war so gut wie unmöglich da detaillierte Info drüber zu finden. Du scheinst Dich auszukennen. Ich gehe mal davon aus, das die Verbesserung der Analysefunktion beim CMI III dann zusätzlich Phasenlage und Tonhöhe bei der Resynthese berücksichtigt. Kann man denn bei der Anlayse auf dem CMI II festlegen welche Frames analysiert werden sollen, oder werden immer alle vorhandenen Frames analysiert? Was passiert, wenn die Samplerate nicht mit der Grundfrequenz des Samples harmoniert, weil diese sich verändert. Erzeugt das dann Fehler in den Wellenformen?

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            LX@VM

            Nun, die „Frames“ entsprechen immer einem Segment. Erweitern kann man diese Analyse-Frames nicht. Wenn die Tonhöhe schwankt, dann wird trotzdem alles auf die Grundfrequenz runtergebrochen. Klingt dann etwa so, wie die Roboter-Wellensätze im MicroWave I. Besonders lustig ist dann, wenn man auf dieses analysierte Sample einen Slider auf den Sample-Loop-Start legt, die Looplänge auf 1 Segment stellt und dann das Sample auf und abfährt. Das wird dann wirklich wild. :-) Wie das der CMI III macht, kann ich leider nicht sagen, weil ich „nur“ mit dem CMIs I bis IIX arbeite.

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              psv-ddv  AHU

              Super, wieder was gelernt, danke!
              Auf die modulierbaren Looppunkte beim Fairlight bin ich als Synclavier User neidisch.
              Das bekommt man nur über einen Umweg hin. Da ich endlich mal einen Fairlight Experten am Wickel habe: Wie würdest Du den klanglichen Unterschied zwischen CMI (1) und CMI II beschreiben?

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                LX@VM

                Na ja, der Unterschied ist schon eher gravierend. Die CMI I Karten haben (abgesehen von der niedrigeren Sampling Rate) pulsbreitenmodulierte Filter (mit RC-Glied, das pulsbreitenmoduliert hochfrequent geschalten wird) und die CMI II Karten haben saubere SSM bzw. CEM Filter, je nach Revision.

                Die CMI I Karten klingen deutlich dreckiger und etwas muffig – wenn man sie in der Werkseinstellung verwendet. Wenn man allerdings das Filter öffnet, dann geht die Sonne auf – dann wird der CMI I großartig abstrakt!

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                  psv-ddv  AHU

                  Jo, danke für die Schilderung, hatte ich so ähnlich in Erinnerung. Muss jetzt nur noch einen CMI I finden ;-)

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                    LX@VM

                    Nein, besser einen CMI IIX und zusätzlich ein 8er Set alter Voice Cards. Dann kannst Du die räudigen Karten mit der neuesten Software und MIDI nutzen. Aber ernsthaft: Ein CMI IIX mit neuen Karten ist auch nicht zu verachten. Oder Du legst Dir einen Mirage zu, da bist Du dann auch in der räudigen Ecke…. :-)

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                      psv-ddv  AHU

                      :-)) Mirage räudig ist mir zu krass. Das weckt dunkle Erinnerungen bei mir. CMI räudig klingt da schon ein Stückchen mehr nach grosser Welt ;)
                      Jo, die Kompatibilität der Voicecards ist mir bewusst. Die Legende geht ja das Jarre diese Kombi am Start hatte…

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          iggy_pop  AHU

          Danke.
          .
          Was bin ich es leid, mich hier ständig rechtfertigen oder mir meine Kompetenz abreden lassen zu müssen…
          .
          Over and out.
          .

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      Markus Harsani  

      @psv-ddv : Vielen Dank für die konstruktive Kritik an meinem Artikel : Du hast natürlich völlig Recht dass es neben dem Fairlight auch noch das Synclavier und die anderen, älteren Fairlights gegeben hat.Offenbar gab es sogar vor dem Fairlight CMI I noch den „Quasar I“ der Mitte der 70er Jahre hergestellt wurde. Ich wollte einfach nicht so viel zur Historie des Gerätes erläutern, sondern mich mehr auf die eigentlichen Funktionen des Plugins konzentrieren. Darum auch der Link auf den
      Blue-Box Artikel des Fairlights in dem noch tiefer auf das Originalgerät eingegangen wird.

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        psv-ddv  AHU

        Hi Markus,
        klar, hast schon recht, es geht ja vor allem um das Plugin. Ich gehe nur davon aus, das einige Leser hier vielleicht zum ersten Mal von den alten Kisten hören, da ist es schon immer gut die historischen Fakten glatt zu ziehen, sonst entstehen Urban Legends ;-)
        PS: Der Quasar (es gab drei Versionen) war kein fertiges Serienprodukt sondern eher ein Forschungsprojekt. Das Teil war ein reiner digital Synthesizer und konnte nicht samplen. Die Fairlight Gründer haben einige der technischen Lösungen des Quasar unter Lizenz nutzen dürfen und auf dieser Basis den Fairlight CMI entwickelt.

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    psv-ddv  AHU

    Zum Klang des Plugins: Ich bin grundsätzlich begeistert, daß Arturia sich die Mühe gemacht hat dieses Plugin zu erschaffen. Offensichtlich ist auch viel Detailliebe in die Programmierung geflossen. Leider hat man sich beim Klang der Fairlight Emulation da wohl keine Mühe gegeben. Die Software ist, was den Klang angeht, meiner Meinung nach nicht auf dem Stand des derzeit Möglichen. Der CMIv hat leider nicht ansatzweise den brachialen Klang und die Durchsetzungsfähigkeit des Originals. Auch klingt es insbesondere beim mehrstimmigen Spiel schnell muffig und unsauber. Die Transpositionsartefakte erinnern auch nur ganz entfernt an den CMI. Schade. Vielleicht kann da noch nachgebessert werden. Das es besser geht hat man ja z.B. mit dem Buchla Easel oder dem Synclavier V bewiesen, die beide hervorragend klingen.

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    nativeVS  AHU

    Als ich das letzte mal einen rohen Fairlight (IIx & III) gehoert habe fand ich die einfach viel dursetzungsfahiger als das was Arturia hier abliefert; das plugin klingt irgendwie ziemlich matschig.
    Auch das weglassen von MCL finde ich sehr schade.

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      Markus Harsani  

      @nativeVS : Mich würde auch brennend interessieren wie die echten Fairlights im Vergleich zum Plugin klingen – Wenn du jemanden kennst der einen CMI IIx oder CMI III besitzt, kann ich demjenigen gerne ein paar Samples zukommen lassen, um diese dann einfach roh und ohne Kompressornachbearbeitung aufzunehmen und als wav-File zur Verfügung zu stellen. Wäre wirklich mehr als interessant !

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          AMAZONA Archiv

          Soweit ich das in Erinnerung habe, steht der Fairlight da zwar rum, ist aber nicht in Betrieb.

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            herw  RED

            oh schade; ich hatte ihn kurz ausprobiert, habe aber nur unscharfe Erinnerungen daran.

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              AMAZONA Archiv

              Denke, irgendwann war der hin oder die haben da schlechte Erfahrungen gemacht und den dann nicht mehr angeschaltet. Sah zuletzt auch ziemlich mitgenommen aus. War aber auch das letzte mal vor 6 oder 7 Jahren da.

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        k.rausch  RED

        Vor einer Weile hatte ich das Vergnügen, einen Fairlight CMI IIx komplett abszusampeln, und zwar als exzessive Multisamples. Nur so besteht eine gewisse Chance, die ganzen Eigenarten des Originalinstruments halbwegs einzufangen. Nachdem ich die rund 4.500 Einzelsamples dann sorgfältig editieren musste, hatte ich dann doch ziemlich viele Details, die Peter Vogel himself als „Birdy Noise“ bezeichnet, gehört. Generell hat das Originalinstrument eine überraschende Wucht im Bassbereich, die aber nie unangehm klingt, sondern geradezu schmeichelt. Auffallend ist, dass beim Fairlight nur 2 Samples für den kompletten Tastenumfang benötigt werden. Über die Hoppel-Loops reden wir lieber nicht, die sind nicht charmant, sondern eigentlich eher lästig und man muss beim Spielen aufpassen, dass die irgendwie kaschiert werden. Natürlich habe ich alle WAVs davon im Archiv. Doch bevor jemand meint, die könne man ja mal mit dem Original vergleichen: Nur wenn man direkt vor dem Instrument steht. Übrigens steht da einiges davon im Fairlight Artikel, denn ich habe den Instrumentenbesitzer Stephan Schällmann dafür ja interviewt.

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    MichBeck  

    So müssen Testberichte sein! Ausführlich und in die Tiefe gegangen. Super Markus ?. Ob ich das Teil brauche, weiß ich noch nicht …

    Und jetzt freue ich mich auf die Diskussion über den Klang im Vergleich zum Original, welchen ich eigentlich nur von den frühen Yello-Alben kenne.

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      Markus Harsani  

      @MichBeck : Vielen Dank dass dir der Bericht gefallen hat ! Habe mir auch die Frage gestellt ob ich mir das Plugin für 199 EUR kaufen würde – Nein, definitiv nicht, da muss man schon ein großer Fan des Originals sein… Dennoch ist es ein cooles Klangdesign-Tool welches doch seinen eigenen Sound hat. Da ich langjähriger Nutzer der V-Collection bin, und dieses Plugin nun auch mit enthalten ist, macht es eher mehr Sinn sich gleich die ganze V-Collection zuzulegen – Dann hat man neben dem CMI V noch zig andere Vintage Plugins gleich mit hinzu, für einen fairen Preis.

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    costello  RED

    Die SARARR-Pads klingen wie meine M-1. Vom besonderen Zauber des Fairlights höre ich in den Klangbeispielen nichts heraus. Da bleibt die Arturia-Software doch einiges schuldig. Den ausführlichen Test muss ich mir noch heute Abend in Ruhe reinziehen.

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      Markus Harsani  

      @Costello : Das habe ich mir bei dem SARARR Pad auch gedacht : Klingt irgendwie total Boring… Die Frage ist ob dieses Pad tatsächlich brachialer aus einem Fairlight CMI IIx klingt ? Keine Ahnung… Spannend ist aber am Arturia Plugin, dass viele „rohe“ Originalsamples des CMI IIX mit vorhanden sind, und wenn man diese lädt, und mit den Looppunkten sowie VIbrato herumspielt, kommt sofort dieser Klang auf wie man ihn auch aus vielen 80er Jahre Filmen kennt – Irgendwie immer ein wenig „moody“ und „rauchig“. Das SARARR Pad habe ich auch nur deshalb mit in die Klangbeispiele aufgenommen, da es ja einer der bekanntesten Klänge dieses Gerätes ist. Kaufen wird sich das Plugin aber hoffenltich niemand um nur diesen Sound haben zu können :-)

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    AMAZONA Archiv

    Erstmal Danke für den ausfühlichen Test. Ich denke dass man mit der Software viel Spass haben kann. Gerade Soundtüftler haben ein super Baukasten zum erstellen von eigenen Klängen zur Auswahl. Allerdings muss ich den hier gehörten Sounds auch eine gewisse Belanglostigkeit im Klangcharakter bescheinigen. Das klingt alles sehr glattgebügelt. Vor ein paar Jahren hatte ich Möglichkeit mal ein fairlight IIx zu spielen, da war der Aha Effekt ein ganz anderer. Woran das liegt kann ich jetzt nicht genau sagen ,ob an der Software oder der Aufnahme/Konvertierung. Muss ich mal selbst testen.

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      psv-ddv  AHU

      Wenn Dich interessiert woran das liegt, schau mal in den Bluebox Artikel zum Synclavier, den es hier gibt. Da werden die technischen Ursachen des speziellen Klanges dieser frühen Digitalboliden ganz gut erklärt, finde ich. Was für das Synclavier gilt, gilt in ähnlicher Weise auch für den Fairlight. Ich glaube auch, dieser Sound lässt sich mindestens so schwer simulieren, wie der von guten analogen Synthesizern.

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    AMAZONA Archiv

    Hab das Dingen auch seit einiger Zeit auf der Festplatte. Mit dem Upgrade von der V-Collection von 4 auf 5, für’n Appel und ein Ei.Auch sofort in einem Track verwurstet. Hat Spaß gemacht und durchaus zu inspirieren gewusst. Natürlich isses ein additiver Synth, der nach ’nem Hardwareboliden gestrickt ist. Die Authentizität spielt m.E. aber nicht so’ne tragende Rolle. Sehe das Dingen vielmehr als Farbkleckswerfer in einer Reihe von subtraktiven Synths, die man ansonsten verwendet – und da schlägt er sich gut. Da verzichte ich auch gern auf resonanzfähige Filter, wenn ich lange Soundverläufe „zeichnen“ kann mit viel Bewegung drin. Für 199 Euro hätte ich ihn mir auch nicht geholt, aber im Gesamtpaket ist er ja nicht so teuer. Definitiv eine Bereicherung in einem Gesamtarrangement. Die Presets hab ich bis heute noch nicht gehört – auch vollkommen uninteressant, wenn man selbst was auf die Beine stellen will. Keine Presetschleuder in meinen Augen.

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    AMAZONA Archiv

    Und zum Thema resonanzfähige Filter…. den gibbet doch über ’nen kleinen, aber feinen Umweg… ist der Arturia Minifilter V nicht for free für Arturia User?
    Kann man doch als Effekt für den Synth verwenden.

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      AMAZONA Archiv

      also mit der hauseigenen Kombi Synclavier & Minifilter lässt sich durchaus Brauchbares schrauben. Hab mal hier recht moderate „Filterfahrten“ bzw. Stepfiltermodulationen durchgeführt.

      http://bit.ly/2lQJhQz

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    Sudad G  

    Ein schöner und ausführlicher Test!
    Tja, einen „echten“ Fairlight zu emulieren traue ich mittlerweile eher den Leuten von Universal Audio, Brainworx oder Softube zu. Der Witz warum ein alter Fairlight einfach so cool klingt, liegt nicht allein in der reduzierten Samplingfrequenz und Bitrate – das können andere „Vintage Sampler“ aus den 80ern ja auch.
    Es sind vielmehr die ganzen analogen und digitalen Hardware-Schaltungen um die eigentlich Sampling-Engine herum, die den tollen Sound eines Fairlights ausmachen. Mit teils recht hochwertigen und teilweise analogen Komponenten (Filter, Verstärker, etc.) wurde versucht, die gruselige Sampling-Engine klanglich aufzuwerten und grob aufgelöste Wellenformen mittels Filter charmant zu glätten. Dadurch entstand konstruktionsbedingt ein teilweise recht eigenständiger, warmer und druckvoller Sound.
    Einfach nur das Bedien- und Synthesekonzept des Fairlights zu übernehmen und dabei Samplingfrequenz und Bitrate zu reduzieren – damit ist es einfach nicht getan. Denn am Ende durchläuft der Arturia CMI „nur“ eine aktuelle Soundkarte oder einen Standard-Wandler ohne diese ganzen o.g. Komponenten. Ob Arturia diese ebenfalls aufwendig emuliert hat, wage ich zu bezweifeln, da dies schon bei deren Synclavier-Remake nicht berücksichtigt wurde.
    Vielleicht haben sie sich aber diesmal die Mühe gemacht. Ein Anchecken macht also Sinn.

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    swissdoc  RED

    Hat jemand den Vergleich zur Fairlight Pro App auf dem iPad? Produziert die die nötige digitale Grütze?

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    phoenix

    Eine kleine Korrektur zum Testbericht, Seite 3: Die 3D Ansicht des Samples zeichnet nicht zusätzlich den Frequenzverlauf, sondern ist ebenfalls eine reine Schwingungsdarstellung. Die wird allerdings – anders als in der 2D Ansicht – nach jedem Segment in eine neue Zeile umgebrochen.

    Hintergrund: Der CMI IIx konnte nur Looppunkte an den Segmentgrenzen setzen. Also war es für „saubere“ Sounds wichtig, dass der Grundton ein ganzzahliges Vielfaches einer Segmentlänge war. Je weniger seitlich verschoben die Wellenzüge in der 3D Ansicht waren, desto besser war der Sound für knackfreies Loopen und das wavetableartige Durchfahren geeignet. „The nicer it looks, the better it sounds…“ oder so ähnlich. Jedenfalls nicht nur was für das damals obligatorische „Der CMI und ich“ – Foto, sondern ein sinnvolles Tool.

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