Test: Arturia CMI V, Synthesizer-Plug-in des Fairlight CMI

3. Januar 2018

Back to the 80s Fairlight

Arturia überrascht uns zum Jahresende 2017 mit einer Software-Emulation des legendären Fairlight CMI-IIx Systems namens Arturia CMI V.

Das originale Fairlight CMI-IIx System war sozusagen die erste echte computerbasierte Audioworkstation, da sie sowohl Sampling, Klangsynthese als auch einen sehr umfangreichen Sequencer beherbergte. Mit einem Preis von damals ca. 32.000 US Dollar war das Gerät vornehmlich einem solventen Anwenderkreis und größeren Tonstudios vorbehalten.

Der Fairlight CMI IIx wurde im Zeitraum 1982 bis 1985 hergestellt und hat speziell in dieser Zeit sehr viele Produktionen und auch Sounds geprägt, die bis heute unvergessen sind. Namhafte Musiker und Bands wie z.B. Herbie Hancock, Trevor Horn, Peter Gabriel oder Depeche Mode setzen das Gerät in ihren Produktionen ein.

Im Vergleich zur heutigen verfügbaren Technik scheinen die damaligen Spezifikationen eher lächerlich zum aufgerufenen Verkaufspreis:

  • 8-stimmig, multitimbral
  • 128 kByte Sampling-RAM bei 8 Bit Auflösung
  • maximale Samplingrate von 32 kHz (max. 4 Sekunden Aufnahmezeit bei 32 kHz)
  • integrierter Synthesizer mit additiver Synthese
  • Resynthese aus gesampeltem Audiomaterial
  • umfangreicher Sequencer
  • graphische Benutzeroberfläche
  • Dateneingabe und Wellenformzeichnen über im Monitor integrierten „Lichtgriffel“

Einen ausführlichen BLUE BOX Artikel zum Fairlight CMI IIx gibt es übrigens HIER auf AMAZONA.de.

Fairlight CMI IIx als Replikat auf der Musikmesse 2015

Arturia versprechen mit ihrem neuen Produkt Arturia CMI V eben jenen klassischen Fairlight nachzubilden und haben zudem die folgenden neuen Funktionen hinzugefügt:

  • Sample-Import von WAV/AIFF-Sounds von Festplatte
  • 10 anstelle von 8 gleichzeitig verfügbaren Instrumenten
  • pro Instrument bis zu 32-stimmige Polyphonie
  • 1 bis 16 Bit Audioauflösung einstellbar
  • 2,1 bis 44,1 kHz Samplingfrequenz
  • maximale Länge pro Sample = 30 Sekunden
  • zusätzlicher „Spektralsynthese“-Modus
  • pro Instrument stehen individuelle Effekte (Delay, Reverb etc.) zur Verfügung
  • auf dem Masterausgang können auch Effekte angewendet werden

Erwirbt man mit dem Arturia CMI V nun tatsächlich einen kompletten Fairlight CMI IIx?

Nun, die Antwort lautet „Jein“, da folgende Komponenten nicht in der Software-Emulation verfügbar sind:

  • Page 9 „Keyboard Sequencer“ fehlt
  • Page C „MCL Composer” fehlt

Somit sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass der Arturia CMI V nur die Klangerzeugung des Fairlight CMI IIx sowie die Page R nachbilden kann, aber nicht den eigentlichen Sequencer-Modus des Originals. Für echtes Sequencing wird also weiterhin eine DAW benötigt und vor allem im Standalone-Betrieb lässt sich das Plug-in dadurch nicht als vollwertiger Sequencer nutzen. Da aber heutzutage fast jeder Nutzer über irgendeine Art Sequencer verfügen dürfte (DAW, Workstation Keyboards, Grooveboxen oder ganz Hartgesotten, die noch mit Atari ST Software arbeiten… ), fällt dies nicht so sehr ins Gewicht.

Schauen wir uns die Software also nun einmal genauer an …

Klangbeispiele
Forum
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    Atarkid  AHU

    Schöner, ausführlicher Test mit aussagekräftigen Klangbeispielen. Tolle Morgenlektüre! :) Jetzt frage ich mich aber, ob das Original in den Höhen auch so undifferenziert und „matschig“ geklungen hat. Ich kann’s mir fast nicht vorstellen.

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      Markus Harsani  RED

      @Atari Kid : Freut mich dass dir der Bericht gefallen hat – Vielen Dank ! Ja, ich habe mich das bei den Tests auch gefragt, ob Arturia die Hardware der Voicecards des CMI IIx auch richtig nachgebildet hat, oder lediglich die Bitrate und Abtastfrequenz angepasst hat. Bei den Drumloops kann man durchaus im Vergleich hören dass das Ergebnis immer etwas „muffig“ klingt. Mittlerweiel finde ich das aber irgendwie auch schon fast wieder „Charmant“, da die Samples so etwas „angestaubter“ und nicht mehr so clean klingen. Ich will das Plugin auf jedenfall nicht mehr missen, da die Sounds echt anders aus dem Rechner kommen als bei anderen Plugins, und das Arbeiten mit dem Arturia CMI-V geht schön flüssig von der Hand da einen das Plugin nicht mit zu viel „Schnickschnack“ ablenkt.

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      iggy_pop  AHU 1

      Peter Gabriel sagte mal in einem Interview Anfang der 1990er, dass der II in der Tat ziemlich muffig und dumpf geklungen haben soll; das wurde ihm zufolge wohl erst mit dem IIX verbessert. Allerdings dürften die Ingenieure damals sehr an den Höhen herumgedoktert haben, um das Störrauschen und sonstige Artefakte — die wir heute so toll finden — im Zaum zu halten.
      .
      Nette Library, voller alter Freunde.

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      LX@VM

      Der CMI klingt trotz seiner reduzierten Werte weder muffig, noch lasch, noch sonst irgendwie „schlecht“. Im Gegenteil, die Sounds werden auf eine interessante Weise „gehoben“ und aufwewertet. Wenn ich wirklich nur die alten Sounds abspielen will, würde ich einen „normalen“ Sampler (PlugIn) verwenden.

      Das Synclavier-PlugIn war jedenfalls recht nahe am Original, was ich hier nicht sehe – sorry :-/

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        psv-ddv  AHU

        Das Synlcavier V Plugin simuliert auch lediglich die Synthese-Stimmen und nicht den Sampler des Synclavier. Beim Fairlight wird ja nun gezwungenermassen Beides simuliert, da es im Fairlight keine separate Syntheseklangerzeugung gibt. Da muss man vorsichtig sein nicht Äpfel mit Birnen oder Synthese mit Sampling zu vergleichen. Vielleicht ist so ein alter Sampler einfach schwerer zu emulieren ;-)

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          LX@VM

          Ja, eh! Mein Kommentar bezieht sich eher auf die „ich will so klingen wie das Original“-Fraktion. Das schafft dieses PlugIn m.E. nicht. Im Gegensatz zum Synclavier II PlugIn, finde ich schon, dass es ziemlich gut gelungen ist.

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            Wellenstrom  AHU

            Vollkommen richtig. Man sollte diese Emulationen in erster Linie nur als Kreativtool und eigenständiges Instrument sehen, weniger Vergleiche anstellen. Dieser Test hier und die Diskussion hat mich jetzt auch wieder mal inspiriert, mit dem Synclavier was anzustellen. Und es ist schon fast gruselig, dass einem sofort Ideen kommen für Songs nach ein Paar Minuten FlächenFXGedöns Geschraube. Scheißegal, wie nah das Synclavier an das Original kommt – oder auch nicht. Hand anlegen und einfach machen. Das Dingen hat ’ne Magie – zumindest für Schrauber. Wie das für Presetuser ist, kann ich nicht beurteilen. Gehe mal davon aus, dass das hier bei dieser Emulation auch so sein würde. Vermutlich keine 1:1 Emulation in Perfektion, aber mit Sicherheit „magisch“.

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                Wellenstrom  AHU

                Ja, mit Sicherheit. Wenn man mal so die Trevor Horn Produktionen jener Jahre hört, dann erschließt sich einem sehr schnell die Magie der frühen digitalen Synths.

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                    Wellenstrom  AHU

                    keine Ahnung, was der gute Mann sich so reinpfeift….;-) aber die Produktionen unterschieden sich schon – auch aufgrund der verwendeten Synths – vom (Studio)Standard der damaligen Zeit. Hat sich im Laufe der Jahre dann natürlich wieder relativiert – der Vorsprung war weg.
                    Wo man das gut raushören kann im Vergleich sind die frühen Peel Session Aufnahmen von FGTH und dann die späteren Studioversionen.

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          phoenix

          Die Synthese im Synclavier V ist auch nicht so ganz gelungen, was aber am Funktionsprinzip moderner Soundkarten (feste Samplerate) liegt. Wenn man ohne Multisampling arbeitet, kommt es da schon bei reinen additiven Waves (bzw. beim CMI V bei Samples) zu untypischem inharmonischem Aliasing.

          Die zusätzlichen Bit / Rate Artefakte – und beim Synclavier V die Phasenmodulation – lassen dann viele Sounds in den höheren Lagen im atonalen Chaos versacken, während sie im Original noch definiert und knallig rauskommen, wenn auch weiß Gott nicht perfekt. Das nachzubilden ist nicht trivial, zumindest in der Praxis nicht.

          Den Unterschied kann man nun als Pedantentum werten und für den kreativen Einsatz ohne Geschichtsbuch ist das sicher ohne Belang. Aber da der Sound von Analogemulationen ja auch immer bis zur Ohrenschmalzdebatte zerlegt wird…

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            psv-ddv  AHU

            Das ist beileibe kein Pedantentum, sondern macht bei den Failight und Synclavier Simulationen einen riesen Unterschied. Insbesondere bei polyphonem Spiel bricht die Klangqualität auf der plugins regelrecht ein. Das ist bei den Originalen nicht im entferntesten der Fall. Da sehe ich einen Zusammenhang zu den von Dir geschilderten Fixed-Sample-Rate Problemen.

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      Markus Harsani  RED

      @elektrock – Ja, das Original ist schon eine Klasse für sich ! Dennoch würde ich mir eine solche Kiste nicht ins Haus holen, ausser ich hätte auch das Geld für die Reparaturen die an dem Gerät anfallen. Dann noch das Problem mit den Disketten usw. – Nein, da bleibe ich lieber bei der Plugin-Lösung, auch wenn es nicht 100% Original Klingt.

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    psv-ddv  AHU

    Super Plugin! Danke vielmals für den Test.
    Leider tummeln sich einige Fehlinformationen im Artikel: Der CMI IIx war quasi die 3. Version des Fairlight, bzw. ein Upgrade des CMI II. Der Vorläufer des CMI II, der Fairlight CMI war der erste kommerziell erhältliche Sampler der Welt. Die erste DAW war das Synclavier, da es schon vor dem Fairlight CMI einen Digitalsequencer mit Synthesefunktionen und Notendruck kombinierte. Depeche Mode haben nicht mit dem Fairlight sondern mit dem Synclavier und Emu Samplern gearbeitet.

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      psv-ddv  AHU

      Ach ja, die Resynthese war meines Wissens erst später auf dem Fairlight III möglich. Der CMI I und II (x) boten nur das manuelle Zeichnen oder Eingeben von Wellenformen und Amplitudenverläufen am Bildschirm und deren automatische Interpolation.

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        nativeVS  

        Meines wissens nach konnte man resynthetisieren sobald man auf die ‚Harmonic Envelopes‘ page eines Samples geht und eine der envelopes editiert.

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          psv-ddv  AHU

          Ja, aber da wird dann kein Sample analysiert, sondern die eingezeichneten additiven Wellenformen werden zu einem Klangverlauf ergänzt und daraus wird ein Mode 1 Sound erstellt, der mit dem Sampler wiedergegeben werden kann. Erst im CMI III kann man wie ursprünglich im Synclavier ein Sample mit FFT in eine Reihe additiver Wellenformen zerlegen und dann wiedergeben (Resynthese). Bin mir zu 90% sicher, habe aber leider, leider grad keinen CMI IIx zur Hand :)

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            iggy_pop  AHU 1

            Der IIX, den ich mal ausprobieren durfte, konnte das — „Music!“ reingesprochen und resynthetisieren lassen. War, glaube ich, über Page 5, aber das ist schon lange her.

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              psv-ddv  AHU

              Auf Page 5 kann man die Verhältnisse der additiven Obertöne zueinander per Slider einstellen. Steht auch im Bluebox Artikel. „Compute“ rechnet dann die Teiltonenvelopes drauf. Bist Du Dir sicher, dass es kein Series III war, den Du gehört hast? Ich hab irgendwo noch einen ausführlichen Testbericht zum IIx rumliegen. Den werde ich mir nochmal durchlesen.

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                iggy_pop  AHU 1

                Der Tag, an dem ich einen IIX nicht mehr von einem III unterscheiden kann, wird der Tag sein, an dem ich aufhöre, meine Umwelt mit musikalischen Absonderungen und unqualifiziertem Geblubber zu belästigen (einige drücken schon jetzt ganz fest die Daumen).

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                    iggy_pop  AHU 1

                    Guck in das Matthias Becker-Buch und sage mir, ob Du da einen IIX oder einen III siehst.
                    .
                    Vielleicht war ja auch der Becker doof und nicht ich?
                    .
                    Jedenfalls habe ich an diesem Fairlight gesessen und gebastelt, der seit gut 20 Jahren oder so nicht mehr beim Becker steht, sondern bei einem Kollegen im Keller.

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                      psv-ddv  AHU

                      Ja, das ist ein CMI IIx im Buch vom Becker.
                      Fragt sich nur, was genau Du da gehört hast?

                    • Profilbild
                      psv-ddv  AHU

                      Was Du gehört hast dürfte die Wavetable-Funktion gewesen sein. Da wird das Sample einfach in 128 Scheiben geschnitten, die sich dann lautstärke- und loopmäßig editieren- oder mit den Resultaten der additiven Engine kombinieren lassen. Resynthese ist das aber nicht. Dafür war die Kiste einfach zu langsam. Hätte Tage gedauert die Berechnung. Das Synclavier II und später das CMI III hatten ja ein Vielfaches an Rechenleistung.

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        LX@VM

        Der Fairlight kann seit der Serie 1 Resynthese. Hier wird das Sample in Segmente unterteilt, auf seine Obertonstruktur untersucht und dann neu synthetisiert. Die Tonhöhe wird nicht berücksichtigt, d.h. jedes Segment beinhaltet exakt eine Periode.

        Die Resynthesefunktion ist alles andere als perfekt, z.B. werden Sprachsamples mit modulierter Tonhöhe auf eine Tonhöhe niveliert. Das ist unter Anderem hilfreich um interessamte Computerstimmen zu generieren.

        Das PlugIn scheint recht nett gemacht zu sein, auch die Soundbeispiele klingen interessant. Trotzdem haben sie mit dem Fairlight wenig gemeinsam. Die additiven Sounds klingen beim CMI prägnanter und detailreicher, die Artefakte sind frei von lästigen Aliasing-Effekten, sondern werden nur mit dem Quantisierungsrauschen „ergänzt“ – was zur „Rauchigkeit“ beiträgt.

        Der eigentliche Schmäh der „Rauchigkeit“ beim CMI ist ja, dass die Samplingfrequenz ein gerades Vielfaches von der Tonhöhe ist. Deshalb hat das Quantisierungsrauschen immer einen harmonischen Zusammenhang zum Sample und gibt ihm eine interessante Obertonstruktur – sofern man das Filter weit genug öffnet.

        Es ist die Frage, ob die Arturia-Jungs das berücksichtigen oder einfach nur einen Bit-Crusher und Samplerate-Reduzierer ohne Rücksicht auf die Tonhöhe der Samples verwenden?

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          psv-ddv  AHU

          Vielen Dank für die Info zur Resynthese. Es war so gut wie unmöglich da detaillierte Info drüber zu finden. Du scheinst Dich auszukennen. Ich gehe mal davon aus, das die Verbesserung der Analysefunktion beim CMI III dann zusätzlich Phasenlage und Tonhöhe bei der Resynthese berücksichtigt. Kann man denn bei der Anlayse auf dem CMI II festlegen welche Frames analysiert werden sollen, oder werden immer alle vorhandenen Frames analysiert? Was passiert, wenn die Samplerate nicht mit der Grundfrequenz des Samples harmoniert, weil diese sich verändert. Erzeugt das dann Fehler in den Wellenformen?

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            LX@VM

            Nun, die „Frames“ entsprechen immer einem Segment. Erweitern kann man diese Analyse-Frames nicht. Wenn die Tonhöhe schwankt, dann wird trotzdem alles auf die Grundfrequenz runtergebrochen. Klingt dann etwa so, wie die Roboter-Wellensätze im MicroWave I. Besonders lustig ist dann, wenn man auf dieses analysierte Sample einen Slider auf den Sample-Loop-Start legt, die Looplänge auf 1 Segment stellt und dann das Sample auf und abfährt. Das wird dann wirklich wild. :-) Wie das der CMI III macht, kann ich leider nicht sagen, weil ich „nur“ mit dem CMIs I bis IIX arbeite.

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              psv-ddv  AHU

              Super, wieder was gelernt, danke!
              Auf die modulierbaren Looppunkte beim Fairlight bin ich als Synclavier User neidisch.
              Das bekommt man nur über einen Umweg hin. Da ich endlich mal einen Fairlight Experten am Wickel habe: Wie würdest Du den klanglichen Unterschied zwischen CMI (1) und CMI II beschreiben?

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                LX@VM

                Na ja, der Unterschied ist schon eher gravierend. Die CMI I Karten haben (abgesehen von der niedrigeren Sampling Rate) pulsbreitenmodulierte Filter (mit RC-Glied, das pulsbreitenmoduliert hochfrequent geschalten wird) und die CMI II Karten haben saubere SSM bzw. CEM Filter, je nach Revision.

                Die CMI I Karten klingen deutlich dreckiger und etwas muffig – wenn man sie in der Werkseinstellung verwendet. Wenn man allerdings das Filter öffnet, dann geht die Sonne auf – dann wird der CMI I großartig abstrakt!

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                  psv-ddv  AHU

                  Jo, danke für die Schilderung, hatte ich so ähnlich in Erinnerung. Muss jetzt nur noch einen CMI I finden ;-)

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                    LX@VM

                    Nein, besser einen CMI IIX und zusätzlich ein 8er Set alter Voice Cards. Dann kannst Du die räudigen Karten mit der neuesten Software und MIDI nutzen. Aber ernsthaft: Ein CMI IIX mit neuen Karten ist auch nicht zu verachten. Oder Du legst Dir einen Mirage zu, da bist Du dann auch in der räudigen Ecke…. :-)

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                      psv-ddv  AHU

                      :-)) Mirage räudig ist mir zu krass. Das weckt dunkle Erinnerungen bei mir. CMI räudig klingt da schon ein Stückchen mehr nach grosser Welt ;)
                      Jo, die Kompatibilität der Voicecards ist mir bewusst. Die Legende geht ja das Jarre diese Kombi am Start hatte…

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          iggy_pop  AHU 1

          Danke.
          .
          Was bin ich es leid, mich hier ständig rechtfertigen oder mir meine Kompetenz abreden lassen zu müssen…
          .
          Over and out.
          .

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      Markus Harsani  RED

      @psv-ddv : Vielen Dank für die konstruktive Kritik an meinem Artikel : Du hast natürlich völlig Recht dass es neben dem Fairlight auch noch das Synclavier und die anderen, älteren Fairlights gegeben hat.Offenbar gab es sogar vor dem Fairlight CMI I noch den „Quasar I“ der Mitte der 70er Jahre hergestellt wurde. Ich wollte einfach nicht so viel zur Historie des Gerätes erläutern, sondern mich mehr auf die eigentlichen Funktionen des Plugins konzentrieren. Darum auch der Link auf den
      Blue-Box Artikel des Fairlights in dem noch tiefer auf das Originalgerät eingegangen wird.

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        psv-ddv  AHU

        Hi Markus,
        klar, hast schon recht, es geht ja vor allem um das Plugin. Ich gehe nur davon aus, das einige Leser hier vielleicht zum ersten Mal von den alten Kisten hören, da ist es schon immer gut die historischen Fakten glatt zu ziehen, sonst entstehen Urban Legends ;-)
        PS: Der Quasar (es gab drei Versionen) war kein fertiges Serienprodukt sondern eher ein Forschungsprojekt. Das Teil war ein reiner digital Synthesizer und konnte nicht samplen. Die Fairlight Gründer haben einige der technischen Lösungen des Quasar unter Lizenz nutzen dürfen und auf dieser Basis den Fairlight CMI entwickelt.

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    psv-ddv  AHU

    Zum Klang des Plugins: Ich bin grundsätzlich begeistert, daß Arturia sich die Mühe gemacht hat dieses Plugin zu erschaffen. Offensichtlich ist auch viel Detailliebe in die Programmierung geflossen. Leider hat man sich beim Klang der Fairlight Emulation da wohl keine Mühe gegeben. Die Software ist, was den Klang angeht, meiner Meinung nach nicht auf dem Stand des derzeit Möglichen. Der CMIv hat leider nicht ansatzweise den brachialen Klang und die Durchsetzungsfähigkeit des Originals. Auch klingt es insbesondere beim mehrstimmigen Spiel schnell muffig und unsauber. Die Transpositionsartefakte erinnern auch nur ganz entfernt an den CMI. Schade. Vielleicht kann da noch nachgebessert werden. Das es besser geht hat man ja z.B. mit dem Buchla Easel oder dem Synclavier V bewiesen, die beide hervorragend klingen.

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    nativeVS  

    Als ich das letzte mal einen rohen Fairlight (IIx & III) gehoert habe fand ich die einfach viel dursetzungsfahiger als das was Arturia hier abliefert; das plugin klingt irgendwie ziemlich matschig.
    Auch das weglassen von MCL finde ich sehr schade.

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      Markus Harsani  RED

      @nativeVS : Mich würde auch brennend interessieren wie die echten Fairlights im Vergleich zum Plugin klingen – Wenn du jemanden kennst der einen CMI IIx oder CMI III besitzt, kann ich demjenigen gerne ein paar Samples zukommen lassen, um diese dann einfach roh und ohne Kompressornachbearbeitung aufzunehmen und als wav-File zur Verfügung zu stellen. Wäre wirklich mehr als interessant !

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            herw  

            oh schade; ich hatte ihn kurz ausprobiert, habe aber nur unscharfe Erinnerungen daran.

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              Wellenstrom  AHU

              Denke, irgendwann war der hin oder die haben da schlechte Erfahrungen gemacht und den dann nicht mehr angeschaltet. Sah zuletzt auch ziemlich mitgenommen aus. War aber auch das letzte mal vor 6 oder 7 Jahren da.

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        k.rausch  RED

        Vor einer Weile hatte ich das Vergnügen, einen Fairlight CMI IIx komplett abszusampeln, und zwar als exzessive Multisamples. Nur so besteht eine gewisse Chance, die ganzen Eigenarten des Originalinstruments halbwegs einzufangen. Nachdem ich die rund 4.500 Einzelsamples dann sorgfältig editieren musste, hatte ich dann doch ziemlich viele Details, die Peter Vogel himself als „Birdy Noise“ bezeichnet, gehört. Generell hat das Originalinstrument eine überraschende Wucht im Bassbereich, die aber nie unangehm klingt, sondern geradezu schmeichelt. Auffallend ist, dass beim Fairlight nur 2 Samples für den kompletten Tastenumfang benötigt werden. Über die Hoppel-Loops reden wir lieber nicht, die sind nicht charmant, sondern eigentlich eher lästig und man muss beim Spielen aufpassen, dass die irgendwie kaschiert werden. Natürlich habe ich alle WAVs davon im Archiv. Doch bevor jemand meint, die könne man ja mal mit dem Original vergleichen: Nur wenn man direkt vor dem Instrument steht. Übrigens steht da einiges davon im Fairlight Artikel, denn ich habe den Instrumentenbesitzer Stephan Schällmann dafür ja interviewt.

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    MichBeck   1

    So müssen Testberichte sein! Ausführlich und in die Tiefe gegangen. Super Markus ?. Ob ich das Teil brauche, weiß ich noch nicht …

    Und jetzt freue ich mich auf die Diskussion über den Klang im Vergleich zum Original, welchen ich eigentlich nur von den frühen Yello-Alben kenne.

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      Markus Harsani  RED

      @MichBeck : Vielen Dank dass dir der Bericht gefallen hat ! Habe mir auch die Frage gestellt ob ich mir das Plugin für 199 EUR kaufen würde – Nein, definitiv nicht, da muss man schon ein großer Fan des Originals sein… Dennoch ist es ein cooles Klangdesign-Tool welches doch seinen eigenen Sound hat. Da ich langjähriger Nutzer der V-Collection bin, und dieses Plugin nun auch mit enthalten ist, macht es eher mehr Sinn sich gleich die ganze V-Collection zuzulegen – Dann hat man neben dem CMI V noch zig andere Vintage Plugins gleich mit hinzu, für einen fairen Preis.

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    costello  RED

    Die SARARR-Pads klingen wie meine M-1. Vom besonderen Zauber des Fairlights höre ich in den Klangbeispielen nichts heraus. Da bleibt die Arturia-Software doch einiges schuldig. Den ausführlichen Test muss ich mir noch heute Abend in Ruhe reinziehen.

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      Markus Harsani  RED

      @Costello : Das habe ich mir bei dem SARARR Pad auch gedacht : Klingt irgendwie total Boring… Die Frage ist ob dieses Pad tatsächlich brachialer aus einem Fairlight CMI IIx klingt ? Keine Ahnung… Spannend ist aber am Arturia Plugin, dass viele „rohe“ Originalsamples des CMI IIX mit vorhanden sind, und wenn man diese lädt, und mit den Looppunkten sowie VIbrato herumspielt, kommt sofort dieser Klang auf wie man ihn auch aus vielen 80er Jahre Filmen kennt – Irgendwie immer ein wenig „moody“ und „rauchig“. Das SARARR Pad habe ich auch nur deshalb mit in die Klangbeispiele aufgenommen, da es ja einer der bekanntesten Klänge dieses Gerätes ist. Kaufen wird sich das Plugin aber hoffenltich niemand um nur diesen Sound haben zu können :-)

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    Marko Ettlich  RED

    Erstmal Danke für den ausfühlichen Test. Ich denke dass man mit der Software viel Spass haben kann. Gerade Soundtüftler haben ein super Baukasten zum erstellen von eigenen Klängen zur Auswahl. Allerdings muss ich den hier gehörten Sounds auch eine gewisse Belanglostigkeit im Klangcharakter bescheinigen. Das klingt alles sehr glattgebügelt. Vor ein paar Jahren hatte ich Möglichkeit mal ein fairlight IIx zu spielen, da war der Aha Effekt ein ganz anderer. Woran das liegt kann ich jetzt nicht genau sagen ,ob an der Software oder der Aufnahme/Konvertierung. Muss ich mal selbst testen.

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      psv-ddv  AHU

      Wenn Dich interessiert woran das liegt, schau mal in den Bluebox Artikel zum Synclavier, den es hier gibt. Da werden die technischen Ursachen des speziellen Klanges dieser frühen Digitalboliden ganz gut erklärt, finde ich. Was für das Synclavier gilt, gilt in ähnlicher Weise auch für den Fairlight. Ich glaube auch, dieser Sound lässt sich mindestens so schwer simulieren, wie der von guten analogen Synthesizern.

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    Wellenstrom  AHU

    Hab das Dingen auch seit einiger Zeit auf der Festplatte. Mit dem Upgrade von der V-Collection von 4 auf 5, für’n Appel und ein Ei.Auch sofort in einem Track verwurstet. Hat Spaß gemacht und durchaus zu inspirieren gewusst. Natürlich isses ein additiver Synth, der nach ’nem Hardwareboliden gestrickt ist. Die Authentizität spielt m.E. aber nicht so’ne tragende Rolle. Sehe das Dingen vielmehr als Farbkleckswerfer in einer Reihe von subtraktiven Synths, die man ansonsten verwendet – und da schlägt er sich gut. Da verzichte ich auch gern auf resonanzfähige Filter, wenn ich lange Soundverläufe „zeichnen“ kann mit viel Bewegung drin. Für 199 Euro hätte ich ihn mir auch nicht geholt, aber im Gesamtpaket ist er ja nicht so teuer. Definitiv eine Bereicherung in einem Gesamtarrangement. Die Presets hab ich bis heute noch nicht gehört – auch vollkommen uninteressant, wenn man selbst was auf die Beine stellen will. Keine Presetschleuder in meinen Augen.

  9. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    Und zum Thema resonanzfähige Filter…. den gibbet doch über ’nen kleinen, aber feinen Umweg… ist der Arturia Minifilter V nicht for free für Arturia User?
    Kann man doch als Effekt für den Synth verwenden.

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    Sudad G  

    Ein schöner und ausführlicher Test!
    Tja, einen „echten“ Fairlight zu emulieren traue ich mittlerweile eher den Leuten von Universal Audio, Brainworx oder Softube zu. Der Witz warum ein alter Fairlight einfach so cool klingt, liegt nicht allein in der reduzierten Samplingfrequenz und Bitrate – das können andere „Vintage Sampler“ aus den 80ern ja auch.
    Es sind vielmehr die ganzen analogen und digitalen Hardware-Schaltungen um die eigentlich Sampling-Engine herum, die den tollen Sound eines Fairlights ausmachen. Mit teils recht hochwertigen und teilweise analogen Komponenten (Filter, Verstärker, etc.) wurde versucht, die gruselige Sampling-Engine klanglich aufzuwerten und grob aufgelöste Wellenformen mittels Filter charmant zu glätten. Dadurch entstand konstruktionsbedingt ein teilweise recht eigenständiger, warmer und druckvoller Sound.
    Einfach nur das Bedien- und Synthesekonzept des Fairlights zu übernehmen und dabei Samplingfrequenz und Bitrate zu reduzieren – damit ist es einfach nicht getan. Denn am Ende durchläuft der Arturia CMI „nur“ eine aktuelle Soundkarte oder einen Standard-Wandler ohne diese ganzen o.g. Komponenten. Ob Arturia diese ebenfalls aufwendig emuliert hat, wage ich zu bezweifeln, da dies schon bei deren Synclavier-Remake nicht berücksichtigt wurde.
    Vielleicht haben sie sich aber diesmal die Mühe gemacht. Ein Anchecken macht also Sinn.

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    swissdoc  RED

    Hat jemand den Vergleich zur Fairlight Pro App auf dem iPad? Produziert die die nötige digitale Grütze?

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    phoenix

    Eine kleine Korrektur zum Testbericht, Seite 3: Die 3D Ansicht des Samples zeichnet nicht zusätzlich den Frequenzverlauf, sondern ist ebenfalls eine reine Schwingungsdarstellung. Die wird allerdings – anders als in der 2D Ansicht – nach jedem Segment in eine neue Zeile umgebrochen.

    Hintergrund: Der CMI IIx konnte nur Looppunkte an den Segmentgrenzen setzen. Also war es für „saubere“ Sounds wichtig, dass der Grundton ein ganzzahliges Vielfaches einer Segmentlänge war. Je weniger seitlich verschoben die Wellenzüge in der 3D Ansicht waren, desto besser war der Sound für knackfreies Loopen und das wavetableartige Durchfahren geeignet. „The nicer it looks, the better it sounds…“ oder so ähnlich. Jedenfalls nicht nur was für das damals obligatorische „Der CMI und ich“ – Foto, sondern ein sinnvolles Tool.

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