ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Behringer Brains Multi-Engine Oscillator Eurorack Modul

11. August 2021

Monster-Klangvielfalt fürs Eurorack

Test: Behringer Brains Multi-Engine Oscillator Eurorack Modul

Test: Behringer Brains Multi-Engine Oscillator Eurorack Modul

Das Behringer Brains Eurorack Modul stellt 20 verschiedene Synthese-Algorithmen auf Digitalbasis zur Auswahl und unterstützt dabei den User mit einem kleinen Oszillator-LED-Display. Nicht nur eine große Auswahl an Synthesizermodellen, sondern auch Schlagwerk- und Drum-Algorithmen sind Bestandteil des Moduls. Die Basis, also die Software für dieses Modul, wurde von Behringer nicht selbst entwickelt, sondern aus dem Modul Plaits von Mutable Instruments übernommen.

Zum Original, dem Mutalbe Instruments Plaits, findet Ihr HIER EINEN TEST von meinem Kollegen Herwig.

ANZEIGE

Im Plaits sind jedoch nur 16 Synthesen implementiert. Das Behringer Modul liefert also vier Programme mehr. Ich glaube, es ist nur fair zu erwähnen, dass die französische Firma sehr große Anerkennung und Erfolge mit diesem Modul gefeiert hat. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war spektakulär und die Klangausbeute enorm. Ob und inwieweit Behringer das Konzept modifiziert und fortgeführt hat und ob das so sinnvoll ist, wird dieser Test veranschaulichen. An so mancher Stelle komme ich dann auch nicht umhin, den einen oder anderen Vergleich zu ziehen, denn das MI Plaits Modul ist fester Bestandteil meines Eurorack-Setups. Viel Spaß beim Lesen!

Erster Kontakt mit dem Oszillator-Modul

Das 16 Einheiten breite Modul wird aus der allseits bekannten bunten Behringer Verpackung gehoben. Dabei sind das Ribbon-Kabel für den Strom und schwarze Rack-Schrauben. Eine 11-sprachige gefaltete Mini-Anleitung der Bedienelemente inklusive Übersicht der Algorithmen in Tabellenform nebst Reglerbelegungen liegt bei. Diese informiert aber auch nicht vollständig über so manche Funktion. Das ist schade! Hier hätte man mit gleichem Aufwand dem User mehr an die Hand geben können. Das vermiest dem Newbie eventuell den Einstieg in das Modul. Dazu später mehr. Das mit 45mm tiefe Modul macht einen hochwertigen Eindruck und auch der Blick auf die Rückseite zeugt von ordentlicher Verarbeitung. Behringer_Brains_sideviewBehringer_Brains_backAuf dem kleinen Display ist noch eine Schutzfolie aufgebracht. Das Frontpanel ist sehr übersichtlich bedruckt und unterstützt die Übersicht. Überrascht bin ich vom dem frontseitigen USB-Anschluss. Die Ein- und Ausgänge sind, wie bei jedem Behringer Modul, nicht mit dem Panel verschraubt. Nach dem Einschalten durchläuft das Modul eine Einschaltsequenz auf dem Display und die LED-Kette der Algorithmen. Das ist Show, soweit klar! Danach leuchten die beiden Taster BANK und MODEL blau unterlegt und die zuletzt ausgewählte Engine ist aktiv und tönt, wenn man das Modul angeschlossen hat. Die vier größeren Drehregler (TIMBRE, HARMONICS, FREQ, MORPH) sind glatt und lassen sich leicht drehen. Aufgrund der sehr glatten Oberfläche benötigt man aber alle drei Finger, um die notwendige Griffigkeit zu erreichen. Soweit mir bekannt ist, drehen Eurorack-Nutzer sehr gerne und ausgiebig, ja sogar manchmal nur mit einem kleinen Finger an einem Regler. Hier wäre eine andere Beschaffenheit der Regler (Gummierung, Riffelung?) sinnvoller gewesen. Die vier kleinen Attenuatoren, die für das TIMBRE, den FM-Anteil und das MORPHing zuständig sind, haben die bekannte Riffelung, sind aber so schwer zu drehen, wie ich es bisher noch nicht erlebt habe. Man denkt, die Regler seien festgefahren, lassen sich aber mit viel Kraft dann doch drehen. Warum nur!Behringer_Brains_display
Oben links befindet sich, wie schon erwähnt, der USB-Anschluss! Dieser dient bisher einzig und allein dazu, dem Modul System-Updates mit der Behringer Verwaltungssoftware aufzuspielen. Das ist weise gedacht und weckt Hoffnung auf zukünftige Verbesserungen und Neuerungen.
Das Audiosignal wird mono am OUT 1 ausgegeben. Der OUT 2 Ausgang bietet bei jeder Engine eine Soundalternative zum gewählten Klang. Es lässt sich nicht verallgemeinern, was am AUX ausgegeben wird. Das ist bei jedem Algorithmus anders. Mal ist es ein Suboszillator, mal Variationen der Synthese, mal ein ungefiltertes Signal oder auch gänzlich ein alternativer Drumsound, wie zum Beispiel bei der Snare-Engine oder der HiHat. Die Zuordnung kann man der in der Anleitung dargestellten Tabelle entnehmen.
Tipp: Beide Audioausgänge in einem Mixer simultan abgreifen und die beiden Signale zusammenmischen oder im Stereo-Panorama verteilen.

Die Algorithmen des Behringer Brain

Im Modul befinden sich 20 Klang-Algorithmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Diese können nur einstimmig gespielt und als Mono-Audio ausgegeben werden. Organisiert werden die Programme in zwei wählbaren Bänken (A und B). Bank A ist grob für die Synthesizer-Klänge und Bank B ist für die Noise- und Percussion-Sounds zuständig. Acht Oktaven sind der spielbare Bereich und das Modul bleibt, da es digital ist, auch im Tuning. Natürlich ist auch Bank B tonal spielbar und kann teilweise auch Synthesizer-typische Klänge generieren. Wichtig zu erwähnen: Es kann immer nur eine Engine aktiv sein, es sei denn, man nutzt den MODEL-Eingang und füttert diesen mit einem CV-Signal, dann werden die Algorithmen im Modul je nach CV-Werte umgeschaltet. Die Auswahl ist vielfältig und bietet so ziemlich alles an Oszillatoren, was man sich nur wünschen kann. Hier ist die Auflistung der Algorithmen. Hier bleibt kein Auge trocken, aber es ist alles rein digital!

Bank A

  • Virtuell Analog
  • Waveshaping
  • FM2 Operators
  • Grains
  • Additive
  • Chords
  • Speech
  • Karplus Strong
  • Super Saw (neu hinzugefügt)
  • Wavetable Oscillator

Bank B

  • Rain
  • Noise
  • Dust
  • Modal Strings
  • FM Drum (neu hinzugefügt)
  • Bass Drum
  • Snare Drum
  • Hi-hat
  • Cowbell (neu hinzugefügt)
  • Toms (neu hinzugefügt)

    Behringer_brains_engines

    Die Zuordnung der Parameter zur jeweiligen Engine (bitte anklicken)

Klangeditierung am Brain

Für die Klangeditierung stehen jeweils vier Regler mit fest zugewiesenen Parametern der Engine zur Verfügung (Ganz genau! Das steht in der Tabelle). Dazu gesellen sich noch die zahlreich vorhandenen CV-Eingänge. Der FREQ-Regler wird durch den V/OCT- (Pitch) Eingang gesteuert, der TIMBRE-Regler durch den darunterliegenden Attenuator mit CV-Spannung. Der HARMONICS-Knopf wird durch den ebenfalls darunterliegenden Eingang angesprochen und das MORPH-Poti hat auch einen Attenuator. Damit lässt sich schon allerhand im Klanggebilde verändern. Zusätzlich gibt es selbstverständlich einen Trigger-Eingang und einen LEVEL-Eingang (VCA), um die Lautstärke ebenfalls zu modulieren. Auch an einen FM-Modulator wurde gedacht, der den Oszillator negativ oder positiv bearbeiten kann. Dieser Aufbau ist mit dem ursprünglichen Modul PLAITS von Mutable Instruments identisch. Einzig die Anordnung der Regler ist komplett vertauscht und die Ein- und Ausgänge wurden etwas anders platziert. Die Funktionen sind identisch.
Das Display stellt die Schwingungsform der Engine optisch anschaulich dar. Änderungen der Regler werden auf dem Display etwas zeitverzögert umgesetzt. Bei schneller Editierung von Klängen kommt das Display nicht hinterher. Langsame Reglerbewegungen werden jedoch schön dargestellt. Die Ansicht selbst ist in keinster Weise zu ändern und es werden keine numerischen Werte oder ähnliche Hinweise angezeigt. Trägt das Display zur Klanggestaltung oder zum Workflow bei? Nein, es dient alleine der hippen Optik und ist mehr als cooles Gadget zu sehen.

Hidden Functions: VCA/Decay und Pitch

Behringer_brains_hiddenfunction

Die LED-Leiste wird zweigeteilt und zeigt dann VCA und das Decay

Auf drei äußert wichtige Funktionen, die den maßgeblichen Spaßfaktor des Modules erhöhen, die aber in der Behringer Anleitung gar nicht aufführt werden, muss ich wie schon eingangs erwähnt explizit hinweisen. Oft höre ich von Anwendern der PLAITS Module, dass diese Funktion gar nicht bekannt ist, weil es hierzu keine dedizierten Regler gibt und nur eine Tasten/Regler-Kombination durchgeführt werden kann. Es gibt eine Decay- und eine VCA-Funktion, die den Sound, vornehmlich der Bank A, regeln kann. Hierzu hält man dauerhaft den BANK A Knopf und dreht den TIMBRE-Regler, um den VCA voll zu öffnen oder eben zu schließen, was sich zusätzlich auf die Obertöne auswirkt. Mit dem MORPH-Regler kann man das Decay von kurz auf lang einstellen. So kann man fließend von kurzen, sanften und dumpfen Sounds zu lauten, kräftigen, langen Klängen wählen, ganz ohne ein zusätzlichen Envelope oder VCA Modul hinter den Behringer Brains zu schalten. Das Brains kann also völlig als autarke Klangquelle ohne weitere Module dienen. Hierfür existiert die LED-Kette für die Darstellung der gewählten Engines als optisches Hilfsmittel.
Als dritte versteckte Funktion besteht die Möglichkeit, den Oktavbereich (8) auszuwählen. in dem sich der FREQ-Regler bewegt. Auch hierfür dient dann die LED-Kette in Gänze für die gewählte Oktave. Wenn alle LEDs leuchten, dient der FREQ-Regler für das komplette Einstellen über alle Oktaven. Ansonsten ist er nur für einen Teilbereich zuständig. Das klingt alles ziemlich verwirrend, geht aber schon nach mehrmaligem Nutzen ins Blut über. Diesen Funktionen findet man im unten verlinkten Video gut präsentiert.

Ansteuerung des Brains

Auch wenn ein USB-Anschluss einen anlächelt, gibt es keine MIDI zu USB Anbindung. Er dient nur zum Aufspielen von Updates. Nur durch ein Trigger-Signal am TRIG-In und durch Pitch-CV-Werte am V/Oct wird der Klang aktiviert. Eingangs wird der Klang dann melodisch. So werden alle Programme in beiden Bänken angesprochen. Das Behringer Brains kann aber auch ohne jegliche Ansteuerung z. B. als Drone gespielt werden, denn sofort nach dem Einschalten erklingt der gewählte Algorithmus und kann mit den Regler eingestellt werden. Auch das Weiterschalten zu anderen Programmen funktioniert und der Sound erklingt. Es ist also nicht zwangsläufig ein Trigger-Signal notwendig, jedoch machen die Drum- und Percussion-Klänge hier teilweise eine Ausnahme, denn hier geht ohne ein „Play“-Signal nichts. Ist aber auch logisch!
Tipp: Einfach ein Multieffekt mit guten Hallprogrammen mit dem Ausgang des Brains speisen und schon hat man Klanggebilde und kann diese in Echtzeit mit den Reglern verändern.

Klangliche Qualität und Ausbeute des Eurorack-Moduls

Behringer_Brains_vs_Plaits

Original-Modul MI Plaits vs. Neuauflage Behringer Brains

Die klangliche Bandbreite und Ergiebigkeit ist enorm. Die Audioqualität ist identisch mit dem originalen Plaits Modul und lässt keinen Anlass zur Kritik aufkommen. Mit den relativ wenigen Reglern und Parametern, die einem zur Verfügung stehen, gelingen einem im Handumdrehen wortwörtlich immer wieder neue Sounds und das dauerhaft. Das Brains Modul ist ein richtiger Tausendsassa. Durch den zweiten Audioausgang verdoppelt sich auch noch die Ausbeute, er bietet teilweise anders klingende Derivate des gewählten Klanges.
Die 4 neu hinzugekommenen Engines Super Saw, FM Drum, Cowbell und Toms bieten einen echten Mehrwert im Vergleich zum originalen Plaits Modul. Die Super-Saw kommt aufgrund des Monoausgangs zwar nicht an das Original wie im Roland JP8000 heran, ist aber im Kontext des Moduls eine echte Bereicherung. Rauschen oder generelle Störgeräusche sind mir nicht aufgefallen.

Verschenktes Potential?

Behringer hat jedoch etwas Potential bei dieser „Neuauflage“ verschenkt. Da der Programmcode sowieso bearbeitet werden musste, um die vier neuen Programme einzubinden oder das Display und den USB-Anschluss anzusprechen, wären Hinweise zu Parametern oder die Einstellungen des gewählten Pitch-Bereichs oder des Decays/VCA als Balken oder Zahlen im Display nicht viel mehr Aufwand gewesen. Zumindest der Name des gewählten Programms wäre hilfreich. So hat das Display nicht wirklich einen sinnvollen Nutzen! Besser noch: Zwei kleine eigene Regler für DECAY und den VCA verbessern das Modul in der Handhabung und der Übersicht und das Klangdesign ist direkter im Zugriff.

Bug oder nicht Bug, das ist hier die Frage

Manchmal kam es mir so vor, als ob ein Parameter beim Klangschrauben einfach abfiel und verstummte oder sich zeitlich fangen musste, um die Reglerbewegung intern zu verarbeiten. Das erfolgt sporadisch und ist nicht genau zu definieren oder nachzuvollziehen. Im nachfolgenden Videobeitrag zu diesem Artikel sollte man das auch bemerken können, aber nur wenn man konzentriert das Geschehen verfolgt. Zumindest kann ich sagen, dass mir das beim Plaits Modul so noch nicht passiert ist. In die Wertung fließt das nicht mit ein, da es nicht genau geortet werden kann und nur sehr selten auftritt und den Spielfluss nicht hindert. Ich möchte nur darauf hinweisen!

ANZEIGE

Im Videobeitrag habe ich sämtliche Engines angespielt und sämtliche Funktionen dargestellt. Gegen Ende wird das Behringer Brains auch noch als Drone mit verschiedenen Programmen und Reverb verwendet. Ebenso gibt es einen kleinen Vergleich, ob das Behringer Brains identisch wie das Mutable Instruments Plaits klingt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

P.S: Für das Fazit lasse ich firmenpolitische und moralische Kriterien außen vor und bewerte nur das Modul.

ANZEIGE
Fazit

Das Brains ist eine gelungene Adaption und ein Tausendsassa, auf Neu-Deutsch ein No-Brainer für das Eurorack, sowohl was die Engines für Synthprogramme als auch Noise und Percussion-Programme angeht. Ob als (Bass-) Synthesizer, Drum-Lieferant, Drone-Generator oder einfach nur als Ergänzung im Rack, weil es so vielseitig ist, das Angebot ist für diesen Preis immens und geht mit einer sehr guten, identischen Klangqualität einher. Egal in welchem Musikstil man sich bewegt, im Brains findet man immer das Passende. Das Modul inspiriert und macht Spaß zu erforschen. Das Hinzufügen von vier weiteren Programmen auf nun ganze 20 Engines bietet einen enormen Mehrwert. Alleine aufgrund dieser vier neuen Programme lohnt sich der Kauf. Das Display hat zum jetzigen Zeitpunkt keine bedienungsrelevante Funktion. Es wurde hier Potential verschenkt, welches aber hoffentlich mit dem ein oder anderen Update nachgeschoben wird! Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für das Gebotene jetzt schon spektakulär. In diesem Fall kann es nur ein Best Buy geben.

Plus

  • 20 Klangpramme (4 neue Sound-Engines)
  • Klangqualität
  • unendlich viele Klangmöglichkeiten
  • einfachste Bedienung
  • nie dagewesenes Preis-Leistungs-Verhältnis für einen "Plaits"-Nachbau
  • USB-Anschluss für Updates

Minus

  • Display ist träge
  • verschenktes Potential zur Nutzung des Displays
  • VCA- und Decay-Funktion fehlen in der Anleitung

Preis

  • 149.- Euro
ANZEIGE
Forum
  1. Profilbild
    tantris  

    Die Klangerzeugung dieses Oszillators erfolgt auf digitaler Basis, und über den USB Anschluss sind Firmware Updates möglich. Wozu noch ein analoges Rack aufbauen, mit Kabelsalat, wenig Stimmen, kaum Speichermöglichkeiten und Gefummel an kleinen Bedienelementen? Ein entsprechendes Plugin weist solche Nachteile nicht auf.

    • Profilbild
      Eisenberg  

      Da musste ich auch gerade drüber nachdenken. Ich würde mich in dem Ding völlig verlieren und keine Musik machen sondern flüchtige Klänge zaubern. Klar, hat auch was, aber warum nicht speicherbar? Der Delta Cep geht da sehr sinnvoll weiter. Den kann ich mir aber leider nicht leisten 🙃

    • Profilbild
      Henrik Fisch  AHU

      Ja, habe ich auch mal gedacht. Und das folgende schreibt jemand, der sich ganz bewusst von Euroracks und Zeugs fern hält, weil er

      a) befürchtet, auch von diesem Virus befallen zu werden
      b) schlichtweg kein Geld dafür hat
      c) Angst hat, dann gar keine Musik mehr zu machen

      Dieses voraus geschickt antworte ich mal ganz keck … auf die Frage »Warum also Eurorack?«:

      Weil’s affengeil ist! 😁

      Etwas längere Antwort: Das physische Herumstecken am Eurorack, schon das Zusammenbauen und Gestalten des eigenen Systems, die Planung des Ganzen oder auch einfach nur das Experimentieren mit Modulen ist unglaublich kreativ und macht einfach Spaß ohne Ende. Was wiederum die Quelle von nie gehörten Klangkreationen sein kann, auf die man per Mausgeschubse nicht kommt. Es ist ein »bewussterer« Umgang mit seinen Ressourcen. Klar kann man das auch mit VCV-Rack, Reaktor und Konsorten machen … aber meistens macht man es nicht.

      • Profilbild
        SkandinAlien  

        +1

        kann a/b/c nur voll unterschreiben, ist bei mir genau so. Deswegen fang ich erst gar nicht damit an am besten.

        Ich find Modular super spannend und bin immer wieder begeistert was mit den Dingern möglich ist, aber… das ist (im besten Sinne!) noch mal eine höhere Stufe von „bekloppt“ und Mikrokosmos. Ich käme vor schrauben und samples aufnehmen zu nix anderem mehr.

        Besser nicht 😅

        • Profilbild
          fanatic  AHU

          Ja, bei Eurorack sitzen Engelchen und Teufelchen eng zusammen. Viele Beispiele auf yt schrecken ab anstatt für Modular zu werben. Da ist oftmals nur noch wenig “Struktur“ zu erahnen sondern es reagiert das pure Chaos. Anarchie in der Musik ist toll aber die wahnsinnige Menge der Möglichkeiten lässt dann schnell jegliche Zurückhaltung vergessen. Man verliert sich im Klang. Für einen selbst eine schöne Sache, für den Zuhörer oft nicht:)
          Ich halte mein eurorack gepflegt klein und nutze es für spezielles. Auch schön

          • Profilbild
            Henrik Fisch  AHU

            Das ist bisher genau mein Eindruck. Ich »weiß« – so rein intellektuell – dass man da Tolles heraus holen kann, aber auf YouTube habe ich erst wenig vernommen. Entweder ist es moogartiges Berliner Sequencer-Gezumpel, oder es sind Bass-Sounds – für beides brauche ich nun eher kein Modular-System – oder es ist schlichtweg irgendwie … äh … Krach.

            Und dann verfolge ich gebannt die Videos vom Ricky Tinez, der mit seinem Mini-Modular-System auf Basis eines kleinen Intellijel-Gehäuses und wenigen ausgesuchten Modulen sehr witziges zustande bekommt. Wenn denn dann, dann wäre das mein Weg. Wobei, wie gesagt, im Moment lieber nicht.

            Aber unabhängig davon bringt es natürlich Laune ohne Ende. Das sei unbenommen. 😁

            • Profilbild
              Jovigak

              Ich glaube, das ist alles eine Frage der Übung. Selbst mit großen Eurorack-Systemen schaffen es einige Auserwählte, noch den Überblick zu behalten und „im Flow“ zu bleiben.
              Das beste mir bekannte Beispiel ist „Ströme“. Die schaffen das auch mal 200 Minuten am Stück: https://youtu.be/g1_Nus0bSEw

            • Profilbild
              t.goldschmitz  RED

              Weiß nicht ob Du -State Azure- kennst,
               
              https://bit.ly/37zIhIW
               
              aber hier finde ich mal, das jemand die Meisterschaft des Modularen erlangt hat. Sieht nicht nur gut aus – klingt auch so!
               
              Wir planen im Herbst ein Interview.

          • Profilbild
            fanatic  AHU

            Danke @ Jovigak
            Danke @ t.goldschmitz

            Beides tatsächlich interessante Beispiele. Gefällt.
            Wie gesagt, wer Zurückhaltung beherrscht und dann noch ganz genau weiß was er da macht, hat schonmal einen ordentlichen Vorsprung.
            Möchtegern-Aphex Twin kann imho mit Modular jeder.

      • Profilbild
        Herr von W.  

        Ha! Genau die Argumentation, die ich innerlich mit mir selbst führe 😂

        Dennoch wird das der Weg werden, aber wie der Rest meines Setups wird ganz genau ausgewählt, was dazukommen darf. Eine SH-101 ist mir schon zu groß, insofern werde ich wohl mit einem Atlantis von Intellijel nebst Metropolix starten.

        Die hier beschriebene/getestete Firma kann und werde ich natürlich aus ethisch-moralischen Gründen nicht unterstützen. Dennoch ist ja die originale Idee toll, das könnte was sein. Also das Plaits-Modul. Das ist ja total günstig sehe ich gerade!

        • Profilbild
          Codeman1965  

          Muss ja nicht Behringer sein, Alles nachzvollziehbar.

          Aber verabschiede Dich besser von der Idee, daß Du Dein System klein halten wirst.

          Das wirst Du nicht… ;-)

      • Profilbild
        padbell  

        Ein Fuchs, der auf die Beute ging,
        fand einen Weinstock, der voll schwerer Trauben
        an einer hohen Mauer hing.
        Sie schienen ihm ein köstlich Ding,
        allein beschwerlich abzuklauben.
        Er schlich umher, den nächsten Zugang auszuspähn.
        Umsonst! Kein Sprung war abzusehn.
        Sich selbst nicht vor dem Trupp der Vögel zu beschämen,
        der auf den Bäumen saß, kehrt er sich um und spricht
        und zieht dabei verächtlich das Gesicht:
        Was soll ich mir viel Mühe nehmen?
        Sie sind ja herb und taugen nicht.

      • Profilbild
        Codeman1965  

        @ Henrik
        Meine ersten Erfahrungen dazu:

        Geh mal vorerst NICHT davon aus, Du würdest mit einem Modularsystem effizient arbeiten… :-)

        Du liegst richtig, wenn Du von Spaß und Kreativität schreibst.
        Dazu kommen noch Geschichten wie Ausprobieren, Patchkabel nachkaufen (Du wirst mit Sicherheit nicht genügend davon haben!), Module im Rack umarrangieren, dann nochmal umarrangieren, dann nochmal usw…, überlegen, Dir Data Sheets wie Anno Dunnemals zu erstellen, weil Du Dir die besten erstellten Klangwelten gar nicht alle merken kannst.
        Du wirst Dir vornehmen, einen bestimmten Sound zu basteln, und nach einer Stunde GANZ woanders landen undsosachendingeundgeschehnisse…

        Das ist (erst einmal) nicht wirklich effizient.
        Aber der Spaß, die Emotion und das „Abtauchen“ ist schon ’ne großartige Sache.
        Das ist zwei, drei Stunden Urlaub im Sitzen…

        So ist es zumindest bei mir.

        Ich weiss noch nicht, ob ich Modulares für meine Zwecke mal gewinnbringend einsetzen kann. Aber es gibt nicht Vieles, was mich innerhalb weniger Minuten derart einnimmt wie das Kabel-Stöpseln.
        Hätte ich selber so nicht erwartet…

        • Profilbild
          Henrik Fisch  AHU

          Das sind so ziemlich genau die Eindrücke, von denen ich auch überzeugt bin, dass sie einen überwältigen, wenn man an einem Modular-System sitzt. 😄

          Aber im Moment: Echt, nee, erst einmal nicht. Weil …

          … das damit zu tun hat, dass ich einen lange gehegten Wunschtraum in Erfüllung hab‘ gehen lassen: Gestern ist mein gebraucht gekaufter Dave Smith Instruments Pro 2 hier bei mir eingetrudelt … und auch noch in perfektem Zustand (vielen lieben Danke noch mal an Patrik, sollte er das hier zufällig lesen). Ich habe ja schon ewig – auch hier in den Kommentaren – davon gesprochen, dass ich diesen Synthesizer obergeil finde. Und jetzt bin ich ein stolzer und sehr sehr glücklicher Besitzer dieses Instruments.

          Ich schwebe gerade auf Wolke sieben. 🥰🥰🥰

          Ich glaube, ich schreibe dazu mal was in den »Leserstories«.

          • Profilbild
            fanatic  AHU

            Offtopic;

            Glückwunsch Henrik, habe jetzt auch das Glück einen Pro2 hier stehen zu haben seit ein paar Tagen. Hatten wir das abgesprochen?;)
            Bin auch ziemlich geflasht. Da geht so einiges. Die anderen Geräte hier sind beleidigt und das Gerücht geht untereinander rum das irgendwer gehen muss……:()

            • Profilbild
              Henrik Fisch  AHU

              Dir auch Glückwunsch! :)

              Ich glaube, einen »Swing« gibt es intern tatsächlich nicht. Die Presets machen das – glaube ich, ist im Moment nur geraten – mit den Effekt-Delays oder mit dem alten Trick, die Lautstärke eines Steps zu verändern. Es gibt aber die Möglichkeit, dass der Sequencer pro Tastendruck »eins weiter« geschaltet wird. Vielleicht kann man damit was machen.

    • Profilbild
      Gamma Noize  

      Naja, es lässt sich ja super mit analogen Modulen kombinieren und bringt Klänge mit, die man analog nur schwer bis gar nicht hinbekommt.
      Ich behaupte mal digitale Klangquellen sind heutzutage so gut, dass sie sich nicht mehr vor analogen Klangerzeugern verstecken müssen.
      Bei Filtern, Verzerrern oder anderen Waveshapern haben die analogen Module mMn. noch die Nase vorn. In Kombination ist das in meinen Augen dann unschlagbar.

      Mein Rack ist hybrid aufgebaut, ganz einfach weil es die Klangpalette um so ein Vielfaches erweitert, dass ein Verzicht auf die digitalen Module fast schon dumm wäre. ^^

      • Profilbild
        Codeman1965  

        Ich weiss noch nicht, wie ich mein bisheriges Setup (Behringer 100er Module) erweitere.
        Die ARP-Nachbauten finde ich sehr interessant, vielleicht auch System80-Module.

        Deine Aussage betr. Klangpalette ist natürlich auch ’ne Überlegung wert. :-)

        Ich habe (für mich) nur die Befürchtung, daß Teile wie das Brains vielleicht schon ZU vielseitig sind.
        Nicht, weil ich’s nicht in den Griff bekäme, sondern weil das „Angebot“ einfach zu groß wäre.
        20 Engines sind ’ne Ansage.

        Vielleicht muss ich mal mit meinem Chef reden. Reduzierung der Arbeitszeit und so… :-)

  2. Profilbild
    Findus  

    Jedenfalls wäre zu erwarten, dass Herr Behringer seine SW-Adaption von MI Plaits als alternative Firmware für Plaits zur freien Verfügung stellt – wie das in der Open Source Community Usus ist.

    • Profilbild
      JensBee  

      Nein, es ist nicht Usus das jemand der ein Projekt forked es dann wieder für andere Systeme zurückportiert. Warum auch.

      Ggf. muss Behringer seine zusätzlichen Synthese Modelle wieder im Quellcode freigeben.
      Auf Plaits umsetzen muss das jemand anderes.

  3. Profilbild
    smoo  

    In einem der Kommentaren kommt das Wort flüchtig vor. Genau das ist es. Und einer der Gründe warum Produzieren mit Eurorack oder Modularsynths so viel Spass macht. Patcht man etwas „Gutes“ dann muss man es einfach auf aufnehmen. Damit wird Produzieren stark beschleunigt weil man zu Aufnahmen kommt und Entscheidungen treffen muss. Hat mann dann die Spur mit allen potentiellen Modulationen in der DAW (oder OTB Daw) dann ist schon oft die Grundlage fürs Weitermachen gelegt. Diese Modularspuren fördern dann meine Kreativität. Oft ist bei mir die erste aufgenommene Spur die kreativste. Das und die Klangqualität machts aus für mich. Seit ca 1995.

  4. Profilbild
    herw  RED

    Die erste Leserbewertung, die hier aufgeführt wurde, war „ungenügend”. Auch wenn man kritisch gegenüber Klons der Firma Behringer eingestellt ist; das gehört hier nicht hin. Ich berwerte mal mit „gut”, denn Klons gibt es auch von anderen Firmen. Und was aus dem Gerät heraus kommt, ist doch nicht schlecht, sondern eher gut. Die Verarbeitung (keine Frontplattenverschraubung der Drehrregler und auch teilweise Schwergängigkeit der kleinen Regler) sind sicherlich ein Manko und wurden hier in meinen Augen korrekt bemängelt. Dass das Display nur show ist, hatte ich mir schon gedacht. Auf Dauer kommt man nicht um ein Oszilloskop herum, wenn man sich dafür interessiert. Trotzdem liefert es doch eine sehr interessante Klangpalette. Die vier zusätzlichen Klänge finde ich eher uninteressant, aber das ist persönlicher Geschmack.Ich bin mit dem Kauf von Plaits ausgesprochen zufrieden, auch wenn es etwas mehr kostet.

    • Profilbild
      SynergyMan  AHU

      Ich nicht ! Man sollte niemanden verbieten zu bewerten, wie sie/er/es möchte. In der Regel gibt es auch dafür gute Gründe, warum jemand ein Finger weg vergibt. Es ist unnötig, hier Redaktionspolizei zu spielen, zu mal es ja genügend Leute bisher gab, die zu einem anderen Urteil gekommen sind – auch ohne sich zu rechtfertigen.

  5. Profilbild
    Br  

    Zunächst einmal ist der Mutable Sourcecode sehr sauber programmiert. Der beschriebene Bug ist vermutlich aufgrund der schnellen Implementierung in einer quick an dirty Programmierungsumgebung entstanden. In solchen sind u.a. vorgefertigte Bibliotheken für das Abgreifen von Reglerzuständen mit Mikroprozessoren enthalten, welche aber nicht immer die effizienteste Art der Umsetzung in Punkto Geschwindigkeit darstellen müssen.

  6. Profilbild
    lightman  AHU

    Das Modulardings ist wie früher Modelleisenbahn, hier noch ein Häuschen, dort noch eine Weiche, da ein Wägelchen, und alle paar Jahre oder in schweren Fällen auch Monaten wird alles neu auf- und umgebaut.

    Ich habe seit Jahren ein Doepfer-Minirack mit drei Modulen aus gleichem Hause (LFO, Wasp Filter, Multiples), die gute Arbeit leisten, verspürte aber nie den Drang, daraus ein richtiges Modularsystem zu bauen. In den letzten 20 Jahren habe ich immer mal wieder mit solchen Systemen gearbeitet und war von den klanglichen Möglichkeiten stets begeistert, den Weg dorthin mit all dem Kabelgeknödel fand und finde ich aber eher anstrengend. Außerdem kostet der Spaß auch viel Geld.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE