Test: Keith McMillen K-Mix, USB-Audio/MIDI-Interface

McMillen k-mix-top2-fin

Die Fader fühlen sich rauer und härter an als die Taster, sind aber auch besonders berührungs- und druckempfindlich. Vertikale Krafteinflüsse auf die Fader werden sauber erkannt. Jedoch führen auch direkte seitliche Anstöße des Silikonkörpers zu einer Werteänderung bzw. -sprung und zwar an die Stelle, wo er angestoßen wurde. Aber wenn man den Silikonkörper von oben trifft, sorgen die Spurrillen dafür, dass der Finger auch auf dem Fader bleiben.

Das Arbeiten mit den Fadern ist zuerst gewöhnungsbedürftig. Besonders die Sache mit der Druckempfindlichkeit, denn der K-Mix ist kein Touchscreen. Das Gefühl ist vergleichbar mit den Gummi-Pads diverser Drum-Machines und -Controller wie bei MPCs, Launchpads und dergleichen. Wer damit klar kommt, kommt auch mit der Haptik des K-Mix klar.

Wobei die K-Mix Fader noch mindestens einen Vorteil gegenüber normalen Fadern haben: einen Fine Modus, mit dem die Fader um +/-2,2 dB justiert werden können und die Encoder-Pads zwei „Umdrehungen‟ für den vollen Parameterdurchlauf benötigen.

Ich will nicht zurückhalten, dass die Fader-Bedienung nicht zu 100% optimal ist, kommt aber sehr nahe ran. So „haken‟ sich die Fader im Grob-Modus gerne bei bestimmten Werte ein, wie z.B. + 4,27, +1,07, -1,07, -2,44, -6,37, -10,84 und -16,23. Ich sehe das aber nicht als Problem. Das Einhaken hat live sogar den Vorteil, wenn man gleiche Lautstärken über den Kanälen haben will, dies auch ohne diskrete Werteanzeige nur mit der LED-Anzeige hinzubekommen.

Im Feineinstellungsmodus (über „Fine‟) lassen sich dafür Werteänderungen im Bereich von 0,01 dB vornehmen, wenn auch nur mit etwas Übung. Dazu sollt man den Finger fest aufsetzen und nach dem Gleiten schnell im rechten Winkel nach oben wegziehen. Damit lassen sich auch im groben Modus Werteänderungen im Bereich von ca. 0,3 dB vornehmen. Das Problem ist dabei, dass die LEDs als Anzeige dafür zu grob sind, man eigentlich nur am Editor überprüfen kann, ob der exakt gewollte Wert erreicht ist. Das ist aber bei normalen Mixer mit 7-stelliger LED-Kette auch nicht anders, eher noch ungenauer. Kontinuierliche Fades lassen sich auf diese Weise aber stufenlos bewerkstelligen.

Es gibt noch eine sehr praktische Funktion, um einen Eingangskanal auf 0 dB zustellen: einfach „Bypass‟ gedrückt halten und den entsprechenden Fader drücken.

Ein anders kleines Detail ist, wenn man die Fader auf Null ziehen will. Denn die LED-Kette ist ab dass -54,95 dB aus, aber der Kanal nicht 100% stumm. Hier sollte man also ein wenig darauf achten, mit dem Finger ganz über die erhöhte Stoppnoppe zu fahren, um „-INF‟ zu erreichen.

Keine Frage, man muss sich erst daran gewöhnen und es wird so manche Anhänger von herkömmlichen Schiebepotentiometern geben, die damit gar nichts anfangen können. Nun ja, zum schnellen Rubbeln sind die Fader des K-Mix definitiv nicht geeignet, soviel steht fest. Ob diese Technologie Schule machen wird, bleibt abzuwarten. Wenn man aber die Anzahl der „Nacheiferungen‟ betrachtet, die es von McMillen-Produkten gibt, halten sich die Firmen da eher zurück. Im Gegenstatz zu den vielen Iterationen von MPCs und Launchpads.

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Die Anzeigen der acht Eingangskanäle beginnt bei -54,95 dB, werden bei -9 dB gelb und ab 0 dB rot. Die Eingänge können auch einiges ab und vertragen eine Eingangsspannung von +28 dBu (26 dBV) und sind damit auch für professionelle Signalgeber geeignet.

Eine Verbesserung der Bedienung des K-Mix wäre wirklich nur durch eine 4-stellige
LED-Anzeige möglich. Eine einzige würde schon reichen. So muss man sich halt ausschließlich auf seine Ohren verlassen oder sich was mit MIDI basteln.

Die Ausgangspaare Main, Aux 1 bis 3 und Kopfhörer regulieren die Lautstärke digital. Die Fader-Anzeige beginnt bei -56 dBFS bis 0 dBFS an. Möchte man also den vollen 110 dB Dynamikumfang, sind die Ausgänge auf Maximum zu stellen und die Eingänge entsprechend anzupassen. Ob man das machen sollte ist eine ganz andere Frage.

Die Signalverschlechterung bei der digitalen (vor dem DAC) Lautstärkekontrolle bei 24 Bit-Ausgabe ist um ein Vielfaches geringer als bei Consumer-Level-Geräten mit analoger Lautstärkeregelung, sei es mit (Schiebe-) Potentiometern, Widerstandskaskaden oder sonstigen elektronischen Bauteilen. Nicht umsonst sind professionelle analoge Mischpulte, Verstärker und Boxen, die bei der Signalabschwächung nicht auch die Signalqualität (zu sehr) in Mitleidenschaft ziehen, schweineteuer. Digitale Lautstärkekontrolle hat dafür andere Probleme. Wenn aber schon das Grundrauschen des Endverstärkers und der Wirkungsgrad der Boxen nicht mitmacht, braucht man sich über abgeschnittene bzw. geditherte Bits nicht den Kopf zu zerbrechen.

Routing – Mixbusse

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K-Mix Editor AUX-Busse (1 von 3)

Die Ausgänge des K-Mix sind in vier Stereobusse zusammengefasst – den Kopfhörerausgang lassen wir mal außen vor. Da wären Main (1&2), Aux1 (3&4), Aux2 (5&6) und Aux3 (7&8). Über die entsprechenden Taster am Gerät werden die Busse ausgewählt. Die Ausgangslautstärke wird dann jeweils mit dem Master-Fader geregelt.

In diese Busse kann nun jeder analoge Eingangskanal bzw. USB-Audiokanal geschickt werden. Mit einer Panoramaeinstellung von 100% links oder rechts wird dann der Eingang auf dem entsprechenden Kanal des Aux-Busses ausgegeben, bei Center auf beiden. Die Ausgangslautstärke kann jedoch nur für beide (Stereo-) Aux-Känale zusammen geregelt werden.

Post- und Pre-Fader

Die analogen Eingänge können individuell auf Post- oder Pre-Fader in einen Aux-Bus geschickt werden, das lässt sich am Gerät einstellen. Den Aux-Bus auswählen und die Nummerntaste des gewünschten Kanals gedrückt halten, bis sich die Farbe ändert (grün= Post, rot= Pre).

Die Pre- und Post-Einstellungen der acht bidirektionalen USB-Audiokanäle zwischen Computer und K-Mix können nur im Editor vorgenommen werden.

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K-Mix – USB – davor oder danach

Sind die USB-Eingänge zum Computer auf „Pre‟ geschaltet, lassen sich Signale von den analogen Eingänge des K-Mix in der DAW aufnehmen. Bei „Post‟ lassen sich die Signale an den analogen Ausgängen (Post-DSP-Effekte) des K-Mix aufnehmen.

Bei den USB-Ausgängen vom Computer zum K-Mix werden in der „Pre‟-Einstellung die Signale vom Computer an die Eingänge des K-Mix geschickt und damit auch durch die DSP-Effekte. Bei „Post‟ werden die Signale vom Computer direkt an die Ausgänge des K-Mix geschickt.

Der K-Mix wäre intern recht einfach gestrickt, die Post- und Pre-Einstellungen eröffenen aber eine Unmenge neuer Möglichkeiten, ohne so ins Unendliche zu driften wie beispielsweise bei iConnectivity oder MOTU.

Forum
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    ctrotzkowski  

    Interessantes Gerät, schön geschriebener Testbericht. Ich habe eine kleine Schwäche für Multifunktions-Taschenmesser :-)

    Einziger Kritikpunkt: Dass beim Stand-Alone-Mixer keine Mute Funktion im direkten Zugriff ist, finde ich schon etwas seltsam. Wenn man (z.B. in der Pause, oder zum Mikrofon-anstöpseln) die Kanäle muted, will man ja eben nicht ersatzweise alle Fader runterziehen, da man ja sonst neu mischen muß, wenn’s denn weitergeht…

    Sollte m.E. in der Zusammenfassung auch unter „Minus“ erwähnt werden.

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      Markus Schroeder  RED

      Hi ctrotzkowski,

      ja, kann absolut nachvollziehen. Aber ich hatte das „Mute-Problem“ eher bei plötzlichen Lautstärkespitzen gesehen, was bei mir öfter vorkommt (Feedback etc.), und da sind 2 Hände langsamer als eine.

      Wenn Du aber gezielt und ohne Dringlichkeit einen Kanal mal stumm schalten willst, so wie Du es beschreibt, also beim Setup und beim Mixen, kann ich dir versichern, dass Du spätestens nach einer Woche gar nicht mehr über den Mehraufwand zwei Tasten drücken zu müssen nachdenkst.

      Grüße,
      Markus :)

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      8-VOICE  AHU

      Habe zuerst nur den Preis auf der letzten Seite gesehen, da es aber noch ein Audiointerface hat, ist der Preis wohl doch gerechtfertigt.

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      chain  AHU

      nach ner Nacht drüber schlafen, gibts dann doch diesen „Habenwolleneffekt“ , behalte ich im Auge. Danke, das es sowas überhaupt gibt.

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    Odal

    Find den durchaus intereressant. Wenn aber mit schnellem rubbeln der fader gemeint ist, das man keine schnelle „faderfahrt“ machen kann, ist er ja zum liveeinsatz/jammen eher ungeeinet oder?

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Odal,
      mit „rubbeln“ hab ich tatsächlich nur dauerhaftes rubbeln gemeint. Ich wollte damit nur darauf aufmerksam machen, das hier aufgrund des Silicons Kontaktreibung im Spiel ist, die Wärme und Abrieb erzeugt und wenn an das zu heftig macht, auch spürt im Gegensatz zu Schiebepoties, oder auch Touchscreens.

      Es hat sich aber auch schon so mancher mit einer Gitarre die Finger blutig gespielt. ;)

      Als „Battlemixer beim Extrem-Faden“ wäre der K-Mix deshalb nicht meine erste Wahl.

      Häufige, schnelle Faderfahrten beim Mixen und Live sind aber kein Problem. Die Bedienung erfolgt verzögerungsfrei.

      M. :)

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    Odal

    Hey vielen dank für die rasante antwort, also ich hoffe das ich das teil mal in echt sehen/fühlen kann.

    Bin mir bei solch einer „Eierlegenden Wollmichsau“ etwas unsicher, grade auch wegen den fehlenden Schiebereglern.

    Allerdings überlege ich ein neues interface anzuschaffen, zudem würde ich gerne einen Plattenspieler anschliessen und in hoffentlich naher zukunft mir ein live setup erstellen.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, würde sich das ja nahezu anbieten. Oder doch lieber seperate Hardware wie interface, Analog Mischer?, Phonovorverstärker.

    Bin da etwas überfordert^^ Eventuell mag ja nochmal jemand was dazu sagen.

    Gruß Tobi

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Tobi,

      Paragidmenwechsel sind immer kritisch und die Skepsis diesen gegenüber verständlich, vor allem bei dem Preis.

      Ob Du mit einem Kompaktgerät glücklich wirst, oder eher mit einem Gerätepark kann ich Dir leider nicht sagen.

      Kompaktgeräte, geben einem halt eine bestimmte Arbeitsweise vor, das ist generell dem Design geschuldet, wenn viele Funktionen in einem Gehäuse zusammen kommen und damit muss man auch klar kommen.

      Ein optimierter Gerätepark bedeutet halt rumschleppen und verkabeln.

      Ich kann nur sagen, das ich jetzt seit ca. 4 Wochen mit dem Teil arbeite und ich hab „echte“ Fader bisher nicht vermisst und es läuft wie es soll.
      Ich trete Live nur mit iPad und ein paar analogen Effektengeräten und etwas MIDI auf. Der K-Mix ergänzt das ganz wunderbar. Ich bin aber auch erst noch am Üben und Ausprobieren, schließlich gab es bis hierhin nichts vergleichbares, aber bis jetzt ist das Teil einfach nur genial. Klein, absolut robust und flexibel.
      Das ist bisher meine Erfahung mit dem K-Mix.

      Falls sich die Chance zum Antesten ergibt, kann ich das nur empfehlen.

      M. :)

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    Jim

    Kann mir jemand sagen wie gut die Qualität der Preamps im Vergleich zu z.B. Apogee oder Focusrite ist?
    Ich finde das ist in dem Test nicht wirklich rausgekommen.
    Oder habe ich da was überlesen?

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi Jim,

      Ist etwas schwierig zu beantworten, da das Abhören der Aufnahmen mit den MicPres ja üblicherweise über dasselbe Interface geschieht und dieses ja seine eigene DAC-Charakteristik in die Aufnahme mit einbringt.

      Ohne eine dritte superneutrale Abspielreferenz lassen sich eigentlich _gar_keine_ Aussagen über die Qualität der Eingänge machen. Man kann höchsten beurteilen, ob einem die Gesamtheit der Signalkette zusagt oder nicht. Deswegen mache ich nicht so gerne
      Aussagen über die Qualität der Eingänge. Da hast Du nichts überlesen, das stimmt schon.

      Unter dieser Premisse:
      also Apogee klingt schon noch ein Stück besser, jetzt mal vom Quartet ausgehend und mit einem entsprechend guten Mic.

      Bei Focusrite, ich würde mal sagen on par, hat aber eine andere Ästhetik. K-Mix klingt neutraler und transparenter. Focusrite Clarett kllingt generell wärmer und direkter, aber nicht so transparent.

      Wenn Du also Aufnahmen nicht so sehr nachbearteiten willst ist Focusrite wahrscheinlich die bessere Wahl.

      Wenn Du hingegen noch stark am Klang schrauben willst, haben klare, neutrale Aufnahmen die Nase vorn.

      Aber da spielt, wie gesagt, schon einiges von der Charakteristik der Ausgangstufen des Interfaces mit.

      Grüße
      M.

      • Profilbild
        Jim

        Hi Markus,
        vielen Dank für deine Antwort. Das hilft mir schon weiter.
        Wenn die Focusrite Preamps wärmer klingen, wie klingen denn dann die von Apogee?
        Ich brauche ein kleines mobiles Interface und schwanke gerade zwischen dem Scarlett 2i2, dem K-Mix und dem Duet..

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          Hi Jim,

          nun ja, wenn Dir Wandler- und Pre-Qualität (Im allgemeinen vereint Apogee die Wärme mit der Offenheit.) am wichtigsten sind und I/O-Anzahl, nur Apple-Unterstützung und Preis nicht, dann ist das Duet 2 eindeutig der King.

          Der K-Mix ist die 1. brauchbare Eierlegendewollmilchsau überhaupt und bietet professionelle Qualität, für einen sehr fairen Preis.

          2i2 (2nd Gen) bei dem Preis kann man egentlich nichts falsch machen kann. Es sei denn man mag den Focurite-Sound (wie gesagt sehr 2D) nicht. Bei den 2nd Gen-Geräten gibt es aber z.Z. noch Probleme mit dem Windows-Treiber.

  5. Profilbild
    markmark

    Moin,

    Ist es möglich die einzelnen Mixerfunktionen (Faderwege, Routings usw) über midi cc’s im Standalonebetrieb zu steuern?
    Das wäre fantastisch!

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi markmark,

      Du kannst die Mixer-Funktionen über einen USB-Host steuern der MIDI-Ports ansprechen kann, also entweder Desktop, iPad etc.
      Ein einfacher USB-MIDI-Kontroller reicht dafür nicht (da kein USB-Host).
      Dafür hat der K-Mix den Audio Control-MIDI-Port. Im PDF-Handbuch ab Index 4.3.3 (S.87) findest Du alle Informationen dazu.
      Du kannst sogar die Presets per MIDI wechseln.

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