Test: MOTU M2, M4, USB-Audiointerfaces

16. Dezember 2019

Kann MOTU auch Low Budget?

motu m2 m4

MOTU M2, M4, USB-Audiointerfaces

Mit dem M2 und dem M4 stößt MOTU in den unteren Preisbereich vor, der auch von illustren Mitbewerbern bestens bedient wird. Wo können die beiden Interfaces da punkten und wie können sie sich platzieren?

Ich möchte vorausschicken, dass ich seit der ersten Version des MOTU 828, das ich sehr lange benutzt habe, eine Affinität zu der Firma habe. Grund: Das Uralt-Interface ließ sich ewig nutzen, da MOTU die Treiber Updates lange anpasst. Aktuell läuft das Ding immer noch an meinem Macbook mit OS X 10.12.6., d. h. es wird seit mindestens 15 Jahren unterstützt. Das ist alles andere als selbstverständlich. Aber gehen wir mal völlig unvoreingenommen an die Geräte heran.

M2 und M4 im Überblick

Das M2 ist ein schlichtes 2 In / 2 Out Interface. Die Eingänge sind an der Vorderseite als Kombibuchsen ausgeführt und vertragen so neben Mikrofonen auch Line- und Instrumenten-Signale. Pro Kanal steht ein Gain-Poti, Phantomspeisung und ein Knopf für Direct-Monitoring zur Verfügung.

Das M2, Vorder- und Rückseite

Ausgangsseitig gibt es ein großes Poti für die Lautstärke, mit einem kleinen Drehregler wird die Kopfhörerlautstärke separat angepasst. Die zugehörige Buchse sitzt ebenfalls gut erreichbar auf der Vorderseite.

Blickfang ist das farbige LC-Display, das Ein- und Ausgangspegel anzeigt. Auch das Anschalten der Monitorfunktion wird hier parallel zum hintergrundbeleuchteten Taster nochmals illuminiert.

Auf der Rückseite befinden sich die Ausgänge als symmetrische Klinken- und unsymmetrische Cinch-Buchen. Sie können auch gleichzeitig betrieben werden, eine getrennte Lautstärkeregelung ist allerdings nicht vorgesehen.

Die Verbindung zum Rechner erfolgt über eine USB-C-Buchse, ein entsprechendes ca. 1 m langes Kabel ist Teil des Lieferumfangs. Dieses endet in einem USB-A-Stecker, also bitte nicht täuschen lassen! Das M2 ist kein USB-C-Interface, sondern arbeitet mit USB 2. Mehr ist bei dem Funktionsumfang aber auch nicht nötig.

Auch ein MIDI-Pärchen und ein Power-sSchalter sind mit an Bord, dafür gibt es einen Sonderapplaus. Ein Netzteil braucht das Motu nicht, es wird über USB mit Strom versorgt. Auch die Möglichkeit eines standalone Betriebs ist gegeben, dafür wird dann einfach ein handelsübliches Standard-Netzteil verwendet.

Das M4, Vorher- und Rückseite

Etwas umfangreicher ist das M4 ausgestattet, denn es ist als 4×4 Interface konzipiert d.h. zusätzlich bietet es ein Line-Eingangspaar, die Buchsen dafür liegen auf der Rückseite. Auch ausgangsseitig ist ein weiterer Stereoausgang vorhanden, der als Line-Ausgang aber keine Lautstärkeregelung am Gerät besitzt. Wie auch beim M2 sind die Ausgänge doppelt als Klinke und Cinch vorhanden.

Ein weiteres Feature des M4 ist der Input-Monitor-Mix. Über das Poti lässt sich die Lautstärke vom Playback aus der DAW und den Eingängen anpassen. Das Direct-Monitoring lässt sich für Kanal 1-2 und 3-4 zuschalten.

Das MOTU M4 verwendet dasselbe LC-Display mit einer Auflösung von 160 x 120 Pixeln. Da nun doppelt so viele Pegel angezeigt werden, sind die Farbbalken einfach halb so breit, so passt das wieder.

Beide Interfaces sind in einem schwarzen, sehr stabilen Metallgehäuse untergebracht. Für Rutschfestigkeit sorgen Gummifüße, die verschraubt angebracht sind und somit auch nicht verlorengehen können. Die Potis laufen sauber mit dem nötigen Widerstand, die Knöpfe sind aus Aluminium gefertigt und durch eine Riffelung sehr griffig. Die Taster für 48 V und MON sind hintergrundbeleuchtet, das Display hell und optimal ablesbar.

motu m2 m4

Während das M2 mit 190 x 118 x 45 mm durchaus als kompakt zu bezeichnen ist, schafft es das M4 bei erweiterter Ausstattung gerade mal in der Breite um 20 mm zuzulegen, ohne dass der Bedienkomfort geschmälert wird.

M2 und M4 – das Bonusmaterial der Interfaces

Nach einer Registrierung sind die Audiointerfaces mit einem umfangreichen Software-Paket kombiniert. Mit dabei sind die Lite-Versionen von MOTUs eigener DAW Performer und Ableton Live 10 mit diversen Instrumenten und Plugins. Hinzu kommt noch ein Sample-Pack mit über 6 GB Loops von MOTU, Big Fish Audio, Lucidsamples und Loopmasters. Das ist doch eine nette Zugabe, da lässt sich gleich loslegen.

Das Software-Paket ist mit dabei

USB-Interfaces: M2 und M4 – die technischen Werte

Die M-Interfaces können mit 24 Bit und bis zu 192 kHz aufzeichnen. Als Betriebsysteme werden sowohl macOS ab 10.11 als auch Windows 7, 8 und 10 in der x64 Version unterstützt. Auch class-compliant für iOS-Geräte ist gegeben.

Für Windows wird ein Treiber benötigt, die Apple Geräte laufen grundsätzlich ohne Treiberinstallation. Allerdings ist ein Mac-Treiber optional verfügbar, der die Latenz senkt und die Loopback-Funktion freigibt.

Als Wandler bedient sich MOTU der ESS Sabre32 Ultra-DAC Technologie, die sich schon in den hochwertigen AVB-Interfaces des Herstellers bewährt haben. Die XLR-Eingänge liefern eine Verstärkung von 60 dB und erreichen einen Dynamikumfang von 115 dB sowie einen Maximalpegel von +10 dBu. Für die Klinkeneingänge sind für diese Punkte 114 dB, 57 dB und +16 dBu angegeben, die Line-Eingänge des M4 erreichen ebenfalls einen Dynamikumfang von 115 dB und einen max. Level-In von +18 dBu.

motu m2 m4

Die Ausgänge erreichen eine Dynamik von 120 dB bzw. 119 dB beim Cinch-Out und einen maximalen Level-Out von -16 dBu.

Das sind alles ganz anständige Werte. Nun können die Interfaces im Praxistest zeigen, was sie daraus an Performance hervorzaubern.

M2 und M4 in der Tonstudiopraxis

Für den Test nutze ich mein Macbook Pro mit macOS 10.12.6. und starte mit dem kleineren M2. Es wird sofort erkannt und kann in Logic benutzt werden.

Eine gute Kombi, M2 und Macbook

Mein erster Punkt ist ein Test der Ausgänge. Die spielen sowohl auf die Speaker als auch mit dem Kopfhörer sauber auf. Auf den lege ich erst einmal das Hauptaugenmerk.

Der Kopfhörerausgang spielt ordentlich laut, mein Abhör-Kopfhörer Audio Technica ATH M50x kommt bei Maximalpegel schon ans Zerren. Alle meine anderen Kopfhörer geben etwas leiser aus, da passt es perfekt. Auch bei den Monitorausgängen gibt es keine Klagen. Zum Vergleich nehme ich mein UA Apollo Twin heran, mit dem ich auf dem Hauptrechner arbeite. Da geben sich beide Interfaces in der Lautstärke nichts. Das Universal Audio ist in den Höhen etwas differenzierter und in den Bässen straffer, wir sind hier aber auch in einer anderen Preiskategorie. Also nichts zu meckern am MOTU, soweit alles in Ordnung.

Da ich gerade schon am Vergleichen bin, kommen jetzt die Mikrofoneingänge dran. Das M2 bietet den bekannten MOTU Sound, recht ausgeglichen mit einem Schuss zusätzlichen Druck in den Mitten. Hier lösen die Universal Audio Preamps in den Höhen etwas besser auf, klingen dafür aber im unteren Bereich ein wenig dünner. Hier gibt es kein besser oder schlechter, das MOTU liefert den druckvolleren Sound, das UA ist neutraler.

Nun möchte ich die erzielbare Latenz überprüfen. Dazu stelle ich Logic auf 44,1 kHz mit einer 24 Bit Aufnahme. Als Puffergröße wähle ich praktikable 64 Samples. Damit kann ich eine Latenz von 7,1 ms Roundtrip und 2,8 ms am Ausgang erreichen. Das sind schon ganz gute Werte. Noch besser wird es, als ich den speziellen MOTU Treiber installiere. Dieser steht nach einem Neustart zur Verfügung. Nun haben sich die Werte auf starke 4,0 ms Roundtrip und 2,0 ms Ausgang reduziert. Damit lässt sich doch auch ohne Direct-Monitoring arbeiten. Diese Option ist aber natürlich auch vorhanden und so können empfindlichere Naturen die Eingänge ganz ohne Latenz abhören.

Schön ist, dass alle Einstellungen direkt am Interface vorgenommen werden können, es gibt keine Bediensoftware dafür. Das ist gerade am Laptop, wo der Bildschirmplatz ja eher etwas beengt ist, sehr praktisch und intuitiv.

Nächster Punkt, Gitarre einspielen. Auch hier keine Probleme, das Signal klingt rund und sauber. Mit Guitar Rig macht das richtig Spaß.

Überall Gitarre spielen und aufnehmen

Für den weiteren Verlauf wechsle ich nun auf das M4. Hier habe ich zwei zusätzliche Line-Eingänge auf der Rückseite. Da kommt nun mein kleines Yamaha QY70 dran. Der könnte zwar etwas mehr Pegel liefern, trotzdem arbeitet der Miniklinkenausgang gut mit den MOTU Eingängen zusammen. Praktisch ist nun am größeren Interface die zusätzliche Input/Playback-Regelung, so muss das nicht in der DAW gemacht werden und liefert somit einen weiteren Bedienvorteil.

Das M4 bietet mehr Ein- und Ausgänge

Da lässt sich doch gleich noch die implementierte MIDI-Schnittstelle testen. Funktioniert, die MIDI-Verbindung wird mit einem kleinen grünen Punkt im Display angezeigt und ist so zu kontrollieren. Wenn auch wohl inzwischen die meisten MIDI-Anschlüsse über USB laufen, schön, dass MOTU die beiden bekannten Buchsen nicht wegrationalisiert hat.

Kommen wir noch zur Loopback-Funktion. Hier kann direkt ein Audiostream aufgezeichnet werden, wenn das MOTU Interface in den Systemeinstellungen als Gerät angemeldet ist. Die Eingänge sind in Logic einfach als 3-4 beim M2, bzw. 5-6 beim M4 bezeichnet. Nun kann z. B. ohne Umwege der Ton eines YouTube-Videos in der DAW aufgezeichnet werden. Etwaige Kommentare lassen sich dabei gleichzeitig mit aufnehmen. Diese Funktion steht allerdings erst nach Laden des MOTU Treibers zur Verfügung.

Das war’s nun für die beiden schwarzen Kisten. Die eingangs gestellte Frage nach der Platzierung am Markt beantwortet nun das Fazit.

motu m2 m4

Fazit

Mit den neuen USB-Audiointerfaces M2 und M4 unternimmt MOTU den Versuch im unteren Preisbereich Fuß zu fassen. Und das gelingt auf Anhieb.

Die beiden Interfaces sind sehr gut und roadtauglich verarbeitet und bieten Ein- und Ausgänge, die das Zeug zum Klassenprimus haben. Neben dem Klang beeindrucken die kurzen Latenzen und eine übersichtliche Bedienung, die ganz ohne Bediensoftware auskommt.

Durch die Stromversorgung am Rechner bieten sich M2 und M4 sehr gut als mobile Interfaces am Laptop an. Dabei ist das M4 durch zusätzliche Ein- und Ausgänge und den Input-Monitor-Mix das flexiblere Gerät, was nur mit geringem Aufpreis und minimal größerem Platzbedarf zu bezahlen ist.

Plus

  • gute Soundqualität
  • prima Verarbeitung
  • erstklassige Bedienung
  • sehr geringe Latenzen
  • MIDI an Bord
  • Power-Schalter

Preis

  • M2: 199,- Euro
  • M4: 259,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    defrigge  

    Für mein iPad Pro 12.9 mit Cubasis habe ich immer auf ein passendes USB-powered MOTU-Interface der letzten Generation gehofft: nun ist es da.
    Da ich extrem zufrieden sowohl mit meinem Hauptinterface von MOTU im Homestudio (828ES) und dem am Zweitrechner (Micro Mk4) bin, freue ich mich, vergleichbare Soundqualität auch für’s mobile Aufnehmen mit dem M4 auf dem iPad zu bekommen. Und mit Din-Midi, Mikrofon-Phantom-Speisung und vier Eingängen ist das dann ein extrem gut einsetzbares mobiles Aufnahme-Studio zu einem sehr attraktiven Preis.
    Danke für den sehr guten Überblick!

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    Marco Korda  AHU

    Vielen Dank für den Test, der sehr gelungen ist. Eine für mich offene Frage ist, ob die Phantomspeisung trotz USB-Strom seine erforderliche Leistung erbringt. Mitunter gibt es da bei anderen Schwierigkeiten. Das wäre vielleicht noch eine Recherche wert.

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      Armin Bauer  RED

      Hi Marco,

      ich hatte als meine Standard Routine mein AKG C414 B-ULS und das Audio Technica AT4041 dran, keine Probleme.

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    Hectorpascal  AHU

    Mir persönlich fehlt ein einfacher SPDIF der 44.1khz ausgibt. Es scheint als ob alle Interfaces dieser Klasse aus demselben Werk kommen weil es kaum noch Unterschiede gibt wie früher. Erst ab 460€ kann das ein Audiofuse. Dabei ist es so praktisch diese zusätzliche I/O zu haben um z.B. vom Laptop in das Hauptinterface zu gehen. Auch billige PC USB-Interfaces haben meist nur optical und fixe 48khz. Heute gibt es zwar hunderte Interfaces aber wo unterscheiden die sich noch? Da muß man Arturia wirklich mal ein Lob aussprechen! :)

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      Armin Bauer  RED

      Die Unterscheidung liegt wohl vorwiegend in den Bereichen Sound, Bedienung und Latenz.
      Da können die MOTU M2/M4 liefern.
      Wer noch Digitalanbindung benötigt muss sich anderweitig orientieren.
      Das ist dann eine andere Geräteklasse, die entsprechend zu bezahlen ist.
      Bei den MOTU M2/M4 zu diskutieren, ob SPDIF 44,1 oder 48 kHz angebracht wäre, wo keine digitale Schnittstelle vorgesehen ist, macht wenig Sinn.

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        Hectorpascal  AHU

        Früher war mal SPDIF an jedem billigen Interface und PC-Mainboard weil es quasi so mitgenommen werden konnte als günstige Schnittstelle die keinen großen Aufwand braucht. Bei so viel Konkurrenz in dem Segment ist zu hoffen dass die Hersteller, wie geschehen beim kleinen Audiofuse, wieder mehr auf Alleinstellungsmerkmale setzen. Für knapp 200€ mehr ein kompaktes Interface mit Midi, Kontrolleinheit (Monitor/Mixer), Digitalschnittstellen (SPDIF/ADAT 8Ch.-IO), Phono-Anschlüssen, Wordclock und Inserts zu bekommen, stellt mich persönlich vor eine leichte Wahl. Die Treiber sollen auch 4-6ms Roundtrip machen und so bleiben nur wenig Argumente für den Motu. Mir liegt es übrigens sehr fern hier Werbung für Arturia zu machen. ;)

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        Stephan Merk  RED

        Jeder DAC bietet werkseitig die Möglichkeit der rein digitalen Ausgabe, das muss man nur verdrahten und wäre mit ein paar Euro gelöst. Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass sich die Hersteller natürlich selbst konkurrieren und man günstige von teureren Produkten irgendwie abgrenzen muss, weil diese ja auch die geringeren Margen der Einsteigerprodukte abfangen müssen. Dies aber technisch zu rechtfertigen, ist nicht mehr als ein Marketing-Trick. Es gibt so viele USB-Soundkarten unter 20 Euro, zwar grottig verarbeitet, aber mit S/PDIF-Schnittstelle. Davon abgesehen könnte der Sabre-Chip sogar beidseitig nativ DSD de- und encodieren, was man vermutlich aus gutem Grund auch nicht freigeschaltet hat, ebenso wie die Filtersteuerung. Wenn man hier das Interface pimpen könnte, würde sich auch die Hochtonabbildung verändern. Ich möchte sogar behaupten, dass subjektive Hörunterschiede bei DACs, wenn man weiß, welches Interface man gerade hört, im Blindtest ganz anders ausfallen würden. Vor Allem, wenn man beim Hersteller bleibt (ESS, AKM, TI). Da unterscheiden sich die analogen Baugruppen und Schallwandler wesentlich deutlicher voneinander.

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    pol/tox  

    Als ehem. Nutzer eines 24I/O und 828 frage ich mich seitdem eher ob Motu auch High End kann?
    AD von RME und Steinberg klang immer besser.
    Noch besser sogar, wenn RME und Steinberg von meinem damaligen Forssell MADC-2 geclocked wurden.

    Mir persönlich ist Motu maßlos überteuert.

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      dr noetigenfallz  

      Also ich habe eine MOTU 1248AVB, davor arbeitete ich mit einem Steinberg UR824. Ich fand den Sound von MOTU um einiges besser als Steinberg.
      Die AVB Interfaces benutzen ja auch bessere Wandler im Vergleich zu deinem ehemaligen 828, daran wird es vielleicht liegen.
      Abgesehen davon war die Latenz auf meinem System bei MOTU ums dreifache schneller als beim Steinberg und auch die Software wesentlich ausgereifter.
      Also, wie gesagt, ich finde MOTU besser. (Wobei ich weiss, dass MOTU früher, gerade bei Windows-Systemen, Probleme machte – aber dazu kann ich nichts aus eigener Erfahrung sagen)

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        defrigge  

        Das kann ich alles aus meiner Sicht nur genauso nur bestätigen. Ich finde MOTU im Preis-Leistungs-Vergleich mit RME und Steinberg weder überteuert, noch an den aktuellen Wandlern der letzten Generation das Geringste auszusetzen und bin der Ansicht, dass weder die Steinberg Wandler noch die RME-Wandler auch nur einen Deut besser klingen.

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          Armin Bauer  RED

          Antwort an pol/tox, den Dr. und defrigge:
          Alle drei genannten Hersteller arbeiten eher im Mid Bereich, wobei RME noch am Ehesten Richtung HiEnd tendiert.
          Der MOTU Sound ist aber von der Preamp Seite durchaus färbend. Das ist so gewollt, auch bei externen Preamps gibt es Neutral oder Charakter.
          Hier war aber nicht die Fragestellung, ob MOTU HiEnd kann, sondern wie schlagen sie sich im unteren Preissegment. Und da kann ich nur konstatieren: guter Sound, gute Hardware, super Bedienung, super Treiber. Deshalb für mich als Laptop Interface ganz weit vorne.

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            defrigge  

            Diese „Färbung“ (ich setze das in Anführungszeichen, weil sie minimal ist, den Klang nicht nennenswert aus der neutralen Balance holt und bei mir ausschließlich angenehme analoge Erinnerungen weckt) ist neben der erstklassigen Funktionalität genau das, was ich am Motu Interface so schätze.
            Auch RME hat für mich eine leichte Färbung, in den Höhen, die ich aber vergleichsweise weniger mag.
            Die einzige (aber auch nur in Grenzen) bevorzugte Alternative zu einem erheblich höheren Preis wären für mich aktuelle UAD Apollos (ich benutze ohnehin UAD Plugins und Karten). Und alles, was dann preislich noch höher in der sogenannten High End Liga läge, lohnt sich für meine Ohren(!) nicht wirklich und würde mir für den Luxus Preis kein nennenswertes Vergnügen bereiten. Das überlasse ich ohne jedes noch so kleine Neidgefühl gern hauptberuflichen Profi-Spitzohren.

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      gaffer  AHU

      Zwei Dinge pol/tox: bei der langen Treiberuntrstützung kann ich Armin nur beipflichten. Gerade die aktuellen Interfaces sind nicht nur absolut praxisorientiert gemacht, sondern haben in mehreren Testberichten gerade bei den Wandlern sehr gut abgeschnitten. Ja, ich habe den Sound nur gelesen und nicht gehört, aber gerade 828 es finde ich ein Interface, das ich soundmässig ganz oben erwarte. Von den Schnittstellen auch äusserst weit gedacht.

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        pol/tox  

        Hallo alle,
        und sorry für die späte Antwort.

        Die Einschätzung eines Wandlers hängt ja auch vom Raum ab, und meiner war zu Motu-Zeiten weit weg von toll klingend.

        In Erinnerung habe ich noch, dass das 24I/O bei 96kHz für mich bedeutend besser geklungen hat als bei 44.1/48kHz. Der Unterschied war für meine Ohren im besagten Raum ausgeprägter als bei RME/Steinberg.
        Ich habe allerdings die Motu Interfaces nur für Aufnahmen verwendet.

        Da ich mit meiner Motu-Meinung scheinbar in der Minderheit bin bleibe ich offen und würde gerne mal ein neues Motu-Interface hören!
        Meinungen sind ja bekanntlich ähnlich viel wert wie ein aus der Hose gebeutelter Furz, daher finde ich es schade, wie polemisch mein Eingangspost geraten ist…

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    DerNeils

    Vielen Dank für den ausführlichen Test! Ich habe das Interface seit zwei Wochen daheim und kann mich dem „best buy“ nur anschließen.

    Eine kleine aber feiner Ergänzung hätte ich noch:
    Die Ausgänge der Interfaces sind DC-coupled, heißt, sie können Steuerspannungen (CV) ausgeben, die an modularen Systemen genutzt werden können.
    Bei meinem M4 habe ich dafür bereits erfolgreich die Ausgänge 3-4 genutzt, um Signale der Ableton CV-Tools oder des VCV-Rack an einen 0-Coast zu senden. Funktioniert absolut problemlos.
    Beim M2 müsste man dafür natürlich sämtliche Audioausgänge opfern. Ist also eher eine Spielerei, aber zumindest möglich :-)

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      Armin Bauer  RED

      Hi DerNeils,

      danke dir für die Erweiterung.
      Ich hatte es nicht erwähnt, da mir in meinem Setup der Praxisbezug und damit der Test nicht möglich war.

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    swift  

    Dem „Plus“ stimme ich bis auf „erstklassige Bedienung“ zu, leider gibt es auch zu „Minus“ etwas zu schreiben: Was fehlt ist ein Netzstecker wie z.B. beim SPL Crimson , wer möchte zwischen Standalone- und DAW-Betrieb ständig umstecken? Außerdem wäre es schön, die Kanäle 3 und 4 aussteuern zu können. Beim Stereolink (Kanäle 1 und 2) müssen beide Kanäle (dann L und R) einzeln ausgesteuert werden. Das ist sehr mühsam und nicht durchdacht.

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    Jörg Hoffmann  RED

    Ich denke, dass die Motus für Ihre Zielgruppe wirklich sehr gute Interfaces sind. Allerdings bin ich bei Stromversorgung über USB immer skeptisch. Für unterwegs und Laptop – OK, aber wenn man mehr Ansprüche an Dynamik und stromfressende Bassläufe hat, der sollte darauf achten, dass mit 9V oder 12V Netzteilen (oder idealerweise internem Power Supply) gearbeitet wird. In so einer Box ist ja nicht nur ein Wandler, sondern auch ein (oder mehrere) Preamp(s).

    • Profilbild
      Vati  

      Hallo Jörg,
      was hat Dynamik mit Stromversorgung zu tun?
      Bassdrum und Basslauf leeren den USB Port?
      Hier geht es um mA und nicht um Ampere für eine PA. USB 3.0 ist für fast 1000mA ausgelegt.
      Nach dem Wandler ist alles digital !
      Man braucht keine dicken Kabel, große Stecker oder eigenes Kraftwerk mehr.
      Grüße

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        Jörg Hoffmann  RED

        Hallo Vati, ich habe das schon hier beschrieben:
        https://www.amazona.de/test-native-instruments-komplete-audio-6-mk2-usb-audiointerface/

        1) Ein USB 2 Port liefert 5 V bei 0,5 A
        2) Ein Audiointerface ist im Prinzip ein Vorverstärker

        Aus 1) folgt, dass der Native Instruments mit 2,5 Watt leben muss (im besten Fall), denn die Leistung P = U (Spannung) x A (Strom) und 0,5 x 5 = 2,5 VA (Watt).

        Aus 2) folgt, dass das Komplete Audio 6 das Eingangssignal auf ein Niveau verstärken muss, damit ein Pärchen Aktivmonitore, zwei weitere Line-Out-Signale und zwei Kopfhörer mit genügend Leistung versorgt werden. Dieses Eingangssignal muss dazu noch im schlimmsten Fall mit 2x 48 V Phantompower „gewürzt“ werden.

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          microbug  

          Du kannst davon ausgehen, daß die Hersteller an dieser Stelle vorgesorgt haben, gerade MOTU, denn das erste MicroBook war da wirklich ein Wackelkandidat. Inzwischen werden da aber entsprechende Pufferschaltungen bzw Stepup-Wandler verbaut, die solche Spitzen abfangen.
          Ich war da auch lange skeptisch, aber die kleinen Behringer UMCs und mein Audient ID4 haben mich da durchaus eines Besseren belehrt.

  8. Profilbild
    microbug  

    Schöner Test, danke dafür. Sieht so aus, als würde schon Design und Form sagen, welchen Geräten hier Konkurrenz gemacht werden soll – als ich die Dinger das erste Mal sah, dachte ich, daß der Designer von Focusrite jetzt für MOTU arbeitet.

    Im Text steht folgendes:
    „Auch die Möglichkeit eines standalone Betriebs ist gegeben, dafür wird dann einfach ein handelsübliches Standard-Netzteil verwendet.“

    Dieser Satz ist verwirrend, denn es gibt ja keinen Anschluß für ein solches Netzteil, oder sind welche mit USB-C inzwischen handelsüblich und ich bin nicht auf dem aktuellen Stand? Handelsübliches Netzteil heißt für mich immer noch Hohlstecker in verschiedenen Größen und umschaltbar.

    • Profilbild
      Armin Bauer  RED

      Hi Dietmar,

      erstmal danke für das Lob.
      Mit handelsüblichem Netzteil meinte ich ein USB Netzteil, das Kabel USB-C auf USB-A liegt dem Interface ja schon bei. Geht auch an USB Buchsen einer Steckdosenleiste.

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