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Test: PreSonus Studio 2|6, Studio 6|8, USB-Audio/MIDI/CV-Interface


Klein und mit Schmackes

PreSonus hat mit dem PreSonus Studio 2|6 und Studio 6|8 ihre 192kHz USB2-Interfaces im Einstiegssektor aufgefrischt. Die Überschrift sagt es ja schon – auch die Kleinen haben gleichstromgekoppelte Ausgänge und können somit CV-Spannung erzeugen. Diese Info wurde nicht nur im Test ermittelt, sondern auch von PreSonus bestätigt und ist hiermit offiziell! Sehen wir uns aber weiter an, was die Kleinen zu bieten haben, denn es gibt noch mehr zu entdecken.

Ausgepackt

Studio 2|6


Das Presonus Studio 2|6 ist ein 192 kHz-fähiges klassenkompatibles USB2-Interface mit zwei Mikrofon-/Instrumenten-/Line-Eingangen, vier gleichstromgekoppelten, symmetrischen Klinkenausgängen, einem Stereokopfhörerausgang und einem MIDI-DIN Pärchen. Da das Gerät komplett über USB-Strom versorgt wird, ist es schon erstaunlich, dass es dabei auch 48V Phantomspeisung für Kondensatormikrofone liefern kann.

Das 2|6 kommt in einem handlichen Format von ca. 17 x 14 x 4,5 cm und ist für seine Größe recht schwer. Das Stahlblechgehäuse würde wohl locker Thilo Goldschmitzens „Mit dem Auto drüberfahren“-Test überstehen. Die Plastikkappen der Potis wirken da etwas deplaziert. Die vier Potis zur Aufhohl- und Lautstärkeverstärkung haben zwar einen angenehmen Drehwiderstand, aber der Abstand zwischen ihnen ist doch recht eng.

Studio 6|8


Das PreSonus Studio 6|8 ist ebenfalls ein 192 kHz-fähiges klassenkompatibles USB2-Interface mit vier analogen Mikrofon-/Instrumenten-/Line-Eingangen und ist 6 cm breiter als das 2|6, hat aber ansonsten die gleiche Gehäuseform. An analogen Ausgängen gibt es vier gleichstromgekoppeltn, symmetrische Klinkenausgänge und einen Stereo-Kopfhörerausgang. Zusätzlich bietet das 6|8 noch ein S/PDIF- und MIDI-DIN- Pärchen, die über das beigelegte Breakout-Kabel angeschlossen werden.

Das 6|8 benötigt zum Betrieb das beigelegte 12V/1A Netzteil, ohne das gar nichts läuft. Das Interface wird über einen Netzschalter an der Rückseite in Betrieb genommen, was leider deutlich hörbar im Audioausgang knackt. Das Geräusch ist aber nicht in einem boxenkritischen Pegelbereich.

Ein paar technische Daten:
DAC:
2|6: 114 dB Dynamik
6|8: 114 dB Dynamik

Mikrofon
2|6: +4,5 dBu max. Pegel, 110 dB Dynamik, 70 dB Gain
6|8: +16 dBu max. Pegel, 114 dB Dynamik, 70 dB Gain

Line-Eingänge
2|6: +19,5 dBu, 110 dB Dynamik, 70 dB Gain
6|8: +22 dBu, 113,9 dB Dynamik, 40 dB Gain

Line Ausgänge
2|6: Main: +10 dBu, 108 dB, 3/4: +10 dBu, 113 dB Dynamik
69: Main +18 dBu, 109 dB, 3/4: +18 dBu, 109 dB Dynamik

Kopfhörer
2|6: 104 dB Rauschabstand
6|8: 107 dB Rauschabstand

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  1. Profilbild
    fkdiy •••

    Schönes Interface in einem absolut übersättigten Markt.

    Wo bleibt mal eins zu erschwinglichen Preisen (<1000,- €) was auf die teuren Preamps verzichtet und dafür mal mehr als 8 mono Line-Eingänge bei guter Wandlung bietet?

    Vielleicht gibt ja etwas, was ich nicht kenne (Tipps sind herzlich willkommen), aber bisher scheint es ein ziemlicher Sprung zu sein, zwischen den großen Mittelklasse Interfaces wie einem Focusrite 18i20 einerseits und etwas wie dem Antelope Orion oder RME UFX andererseits, die gleich noch einmal 500,- € bis 1000,- € teurer sind.

    In Zeiten wo jeder Zweite "Beats macht" und der Hardwaresynthesizer Markt explodiert, muss es doch Käufer für sowas geben.

    Musste ich hier mal loswerden … ;)

    • Profilbild
      Markus Schroeder RED

      Hi fkdiy,

      nun ja CV-fähige Ausgänge sind jetzt nicht sooo häufig zu finden, da füllen Presonus hier schon eine ziemliche Lücke aus.

      Ansonsten Tascam US-20×20 oder Ferrofish Pulse16, der braucht aber genug ADAT ports.
      Mit 8 I/Os gibt natürlich noch mehr Optionen.

      greetz,
      :)

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      fkdiy •••

      Danke für die Tipps – insbesondere das Ferrofish hatte ich so gar nicht auf dem Schirm, was von Haus aus ja wirklich 16 Eingänge bietet. Wow!

      Ich bin auch etwas frustriert, da viele Hersteller meiner Meinung nach (die vermutlich nicht viele teilen werden) mit ihren Spezifikationen kurz davor sind unlautere Werbung zu betreiben.

      Wenn ich als Laie/Anfänger ein Interface erwerbe, dann gehe ich davon aus, dass ich bei 24 beworbenen Eingängen auch 24 Kabel in das Ding reinstecken kann – irgendwie.

      In der Realität werden dann aber XLR/Klinke Kombibuchsen als zwei Eingänge gezählt, und für die anderen 16 Inputs muss man erst noch weitere Kisten per ADAT anhängen.

      Wenn ein Autohersteller (okay richtig übles Beispiel ;) sagt, dass die Karre 100 PS auf die Straße bringt, dann bringt sie 100 PS auf die Straße und hat nicht nur die theoretische Möglichkeit, bis ich noch weiteres Zubehör von Drittanbietern einbaue, um die Leistung auch nutzen zu können.

      Wie gesagt, wenn man sich etwas auskennt ist das absolut normal und stört wohl keinen, aber ich würde mal gerne wissen, wer sich so alles eine USB-Zigarrenkiste mit 10 Eingängen kauft und dann nur die 2 direkten Inputs nutzt, die wirklich an der Kiste verbaut sind.

      Bei mir war es jedenfalls so. Aber vielleicht hatte ich ja nur eine zu lange Leitung … ;)

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        fkdiy •••

        Oh ganz vergessen: Ein Test des Pulse 16 wäre natürlich klasse. Scheint recht neu zu sein und ich finde dazu nichts bisher.

  2. Profilbild
    swellkoerper ••••

    Presonus hat Wort gehalten: alles Überflüssige wie DSP-Mixer etc. fliegt raus, dafür gehen die Latenzen runter. Well done. Ich bin zwar kein Elektriker, aber glaube mich zu erinnern irgendwo mal gelesen zu haben, dass es u.U. schädlich für das Interface sein kann, wenn man DC-gekoppelte, symmetrische Ausgänge mit einem einfachen unsymmetrischen Kabel benutzt. Korrekt wäre ein Insert-Kabel, an dessen zweiten Stecker liegt dann auch gleich das invertierte Signal bis -5V an.

    • Profilbild
      Markus Schroeder RED

      Das ist korrekt – Wenn man die Ausgänge als CV benutzt um analoges Gear zu beschicken.

      Da die Ausgänge symmetrisch sind
      ist T:+5v R: -5V und S: GND.

      Steckt man da einfach ein unsymmetrisches Kabel rein, wird -5V auf GND kurzgeschlossen, was, wenn Interface- und Gear-Hersteller da keine Schutzmechnismen eingebaut haben, nicht gut für ist.
      Folglich also also besser einen Stereosplitter verwenden.
      Dann hat man sogar auf einem Kanal das invertierte CV.

      Quelle: Expert Sleepers
      http://www.....ility.html

      greetz,
      :)

  3. Profilbild
    Pygman

    Lädt das 6/8er das iPad auch auf während es angeschlossen ist?

    Hat jemand mal zmors oder andere cv-apps auf dem ipad mit diesen Interfaces ausprobiert?

  4. Profilbild
    Ari-PreSonus

    Hallo Markus, dein Satz über CV-Funktionalität: „Studio One 3 unterstützt diese Funktion derzeit noch nicht. “ ist falsch. Selbstverständlich kann S1 mit entsprechender Hardware schon immer auch Hardwaresynths und Modularsysteme per CV steuern.

    Wie man das genau gestaltet, ist jedem selbst überallen. Da gibt es zb das sehr kryptische Plugin von Expert Sleepers „Silent Way“ oder das sehr moderne Modulationsplugin von „DialogAudio“. Selbst ohne 3rd-Party kann man mit boardeigenen S1-Plugins Signale zur Kontrolle von Modularsystemen erzeugen. Bspw. mit dem „Tone Generator“.

    Wichtig in diesem Artikel wäre lediglich, dass angefangen mit dem HiEnd-Interface QUANTUM, und den kleineren 2/6 und 6/8 von nun an alle künftigen PreSonus Interfaces DC-Funktionalität besitzen.

    Ich hatte dazu im April einmal ein kurzes Teaservideo gemacht. Modularsystem gesteuert und getriggert (ohne MIDI!) von Studio One und ausgegeben über den Quantum Prototypen einfach per Klinken-Patchkabel. https://www.youtube.com/watch?v=0RqmJ6txgDQ

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      Markus Schroeder RED

      Wenn Du das sagst.
      Ich habe Studio One nicht, sondern habe die Info vom deutschen Vertrieb. Das habe ich extra nochmal nachgefragt, weil ich über CV im Studio One Handbuch auch nichts gefunden habe.

      Aber um das nochmal klarzustellen: gemeint waren INTERNE Ansteuerungsmöglichkeiten für CV, wie z.B. in Bitwig oder die Reaktor CV-Blocks, die das auch ohne weitere Plug-Ins können.

      Dass es über Plug-Ins, von wem auch immer geht, ist wohl klar.

      Wenn das bei S1 also auch ohne Plug-Ins geht – more power to PreSonus! :)

      Auf alle Fälle Danke für die Infos!

      Markus

      • Profilbild
        Ari-PreSonus

        Ja da können wir dem Vertrieb keine Schuld geben, weil wir das, wie du erwähntest auch bislang gar nicht groß verkündet haben. Das ist eher eine nette Beigabe der Interfaces, dass die das nun auch können. Dass es in Medien momentan so analog überkocht, bemerkt die eigentliche Recording-Welt nicht so sehr. Ich will nur sagen, dass zb. ein Quantum jetzt nicht unbedingt als Zielgruppe die einfachen Modular-Verrückten hat. :) Aber wenn du sagst, Reaktor kann das auch ohne Plugins… nunja, bei mir ist NI Reaktor ein Plugin. Mit Software hat diese Funktionalität jedenfalls nichts dolles zu tun. Man kann als Modulationsquelle für zb modulare Filterkontrolle auch ein Drumloop benutzen und dessen Busausgang über den DC-Ausgang an ein Modularsynth schicken. Oder den Tone Generator Sinus mittels dem Bit Crusher plugin falten, um Wavefolding zu betreiben. Mit eigenen Studio One Mitteln. Alles schon gemacht hier. Vielleicht könnte ein Redakteur darüber mal ein Tutorial schreiben. :)

        • Profilbild
          Markus Schroeder RED

          Einspruch zu Reaktor. :) Das ist in erster Linie eine eigenständige modulare Umgebung die _auch_ als Plugin instanziiert werden kann. U.a. beim Live-Gig macht das schon sehr viel Sinn die Software standalone zu benutzen und beim Entwickeln auch.

          Mit Audio-Signalen oder mit CV-Signalen zu arbeiten ist schon ein Unterschied. Einen konstanten kontrollierten Ton wird man mit „Audiosignalen“ nicht hinbekommen.

          Bei Audiosignalen folgt z.B. die Oszillatortonhöhe eben dem Lautstärkeverlauf des Drumloops etc.

          Es ist def. kein Hexenwek das zu unterstützen um eine konstante „Lautstärke“ aka Spannung zu erzeugen, aber unterstützen muss man das halt trotzdem extra.

          Ein Tutorial dazu wäre sicher mal fällig, leider musste ich auch das 6|8 wieder zurückschicken. :D

      • Profilbild
        Amaros AHU

        Hallo Markus,
        der deutsche Vertrieb wusste aber auch nicht, dass die neue Plug-in Suite in jedem Studio One Artist funktioniert, auch wenn man nicht das VST-Plugin besitzt, um die VST-Funktionalität freizuschalten. Das haben die erst durch meinen Testbericht für die Tools4Music herausgefunden.

        Der Vertrieb kann nicht immer alles wissen.

  5. Profilbild
    swellkoerper ••••

    @Ari-PreSonus: Schön, dass du hier mit diskutierst. Wenn wir uns alle etwas wünschen können, wäre bei mir ein grosszügiges (mind. 16 I/O) Interface mit DC-Coupled-Ins ganz vorne dabei. Das muss doch möglich sein zu bauen! Mit zusätzlich zur Rückseite normalisierten 3,5mm Buchsen auf dem Frontpanel. Im Moment wird dieses Segment einzig von einer 1-Mann-Bude (Expert Sleepers) beackert, und der leistet auch noch sensationellen Support. Dass CV-Ins in Interfaces auch von grossen Firmen machbar sind, hat man an Rolands AIRA-Effekten gesehen (war wahrscheinlich ein unbeabsichtigter Unfall :-). Ich weiss, Modular-User sind keine grosse Zielgruppe, aber vielleicht kannst Du ja ein gutes Wort für uns einlegen.

    • Profilbild
      Ari-PreSonus

      Danke für die Anfrage. :) Aber ich bin eigentlich nur eingestiegen, weil ich da etwas Falsches über die Software gelesen hatte und das richtigstellen wollte. Denn ich stecke eher sehr tief in Studio One drin und die Hardware überlassen wir den amerikanischen Kollegen. Aber hättest du denn ein Beispielprodukt zu deinem Wunsch, was genau deinen Vorgaben entspricht?

      • Profilbild
        swellkoerper ••••

        Eben nicht! Niemand macht so etwas. Am ehesten noch das Expert Sleepers ES8 – zwei davon im Euro- oder 19″ Rackformat. Also viele Ein- und Ausgänge mit DC-Kopplung, möglichst geringe Roundtrip-Latenzen, kein Schnickschnack wie Displays, DSP-Mixer oder Effekte, leicht zugängliche 3.5mm Buchsen. AVB-Hostschnittstelle. Für soetwas würde ich auch entsprechend tief in die Tasche greifen, sagen wir 1000-1300€.

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Bewertung: Presonus Studio 2|6 <br /> Sterne

Presonus Studio 2|6

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