Test: PreSonus Studio 2|6, Studio 6|8, USB-Audio/MIDI/CV-Interface

16. Oktober 2017

Klein und mit Schmackes

PreSonus hat mit dem PreSonus Studio 2|6 und Studio 6|8 ihre 192kHz USB2-Interfaces im Einstiegssektor aufgefrischt. Die Überschrift sagt es ja schon – auch die Kleinen haben gleichstromgekoppelte Ausgänge und können somit CV-Spannung erzeugen. Diese Info wurde nicht nur im Test ermittelt, sondern auch von PreSonus bestätigt und ist hiermit offiziell! Sehen wir uns aber weiter an, was die Kleinen zu bieten haben, denn es gibt noch mehr zu entdecken.

Ausgepackt

Studio 2|6


Das Presonus Studio 2|6 ist ein 192 kHz-fähiges klassenkompatibles USB2-Interface mit zwei Mikrofon-/Instrumenten-/Line-Eingangen, vier gleichstromgekoppelten, symmetrischen Klinkenausgängen, einem Stereokopfhörerausgang und einem MIDI-DIN Pärchen. Da das Gerät komplett über USB-Strom versorgt wird, ist es schon erstaunlich, dass es dabei auch 48V Phantomspeisung für Kondensatormikrofone liefern kann.

Das 2|6 kommt in einem handlichen Format von ca. 17 x 14 x 4,5 cm und ist für seine Größe recht schwer. Das Stahlblechgehäuse würde wohl locker Thilo Goldschmitzens „Mit dem Auto drüberfahren“-Test überstehen. Die Plastikkappen der Potis wirken da etwas deplaziert. Die vier Potis zur Aufhohl- und Lautstärkeverstärkung haben zwar einen angenehmen Drehwiderstand, aber der Abstand zwischen ihnen ist doch recht eng.

Studio 6|8


Das PreSonus Studio 6|8 ist ebenfalls ein 192 kHz-fähiges klassenkompatibles USB2-Interface mit vier analogen Mikrofon-/Instrumenten-/Line-Eingangen und ist 6 cm breiter als das 2|6, hat aber ansonsten die gleiche Gehäuseform. An analogen Ausgängen gibt es vier gleichstromgekoppeltn, symmetrische Klinkenausgänge und einen Stereo-Kopfhörerausgang. Zusätzlich bietet das 6|8 noch ein S/PDIF- und MIDI-DIN- Pärchen, die über das beigelegte Breakout-Kabel angeschlossen werden.

Das 6|8 benötigt zum Betrieb das beigelegte 12V/1A Netzteil, ohne das gar nichts läuft. Das Interface wird über einen Netzschalter an der Rückseite in Betrieb genommen, was leider deutlich hörbar im Audioausgang knackt. Das Geräusch ist aber nicht in einem boxenkritischen Pegelbereich.

Ein paar technische Daten:
DAC:
2|6: 114 dB Dynamik
6|8: 114 dB Dynamik

Mikrofon
2|6: +4,5 dBu max. Pegel, 110 dB Dynamik, 70 dB Gain
6|8: +16 dBu max. Pegel, 114 dB Dynamik, 70 dB Gain

Line-Eingänge
2|6: +19,5 dBu, 110 dB Dynamik, 70 dB Gain
6|8: +22 dBu, 113,9 dB Dynamik, 40 dB Gain

Line Ausgänge
2|6: Main: +10 dBu, 108 dB, 3/4: +10 dBu, 113 dB Dynamik
69: Main +18 dBu, 109 dB, 3/4: +18 dBu, 109 dB Dynamik

Kopfhörer
2|6: 104 dB Rauschabstand
6|8: 107 dB Rauschabstand

Installation

Da die beiden Interfaces USB-klassenkompatibel sind, benötigen sie unter macOS 10.8.5+ keine Treiber. Unter Windows 7+ wird der ASIO- und WDM-Treiber über die PreSonus UC-Software (Universal Control) – die man von der PreSonus Homepage laden muss – bereitgestelllt. Zusätzlich werden auch etwaige Firmware-Updates über diese Software aufgespielt.

iOS

Da beide Interfaces USB-klassenkompatibel sind, lassen sich sich auch am iPad und iPhone betreiben. Dazu muss der Lightning nach USB3-Adapter (A1619) am Ladeport, einem Netzteil oder einem USB-Ladeakku angeschlossen sein. Ansonsten muss ein stromversorgter USB-Hub dazwischen sein.

Da das 6|8 generell ein Netzteil benötigt, bedarf es keiner zusätzlichen USB-Hubs.
Die beiden kleinen PreSonus sind erstklassige Interfaces für iOS-Musiker und wurden sofort vom System bzw. den Apps wie AUM von Kymatika erkannt.

Softwareseitig

Da die beiden Interfaces keine komplexeren Eigenschaften haben, lässt sich mit der UC-Software, außer Einstellen der Sample-Rate, der Clock-Quelle sowie einem eventuellen Firmware-Update, nichts machen. Entsprechend ist auch die Anwendung des Apps auf iOS /Android-Tablets einigermaßen sinnfrei.

PreSonus legt seinen Interfaces einen Aktivierungscode für die hauseigene DAW Studio One Artist bei. Die DAW war vielleicht eine der interessanteren DAW Neuzugänge der letzten Jahre, aufgrund der großen Vereinfachung in der Bedienung gegenüber den älteren Konkurrenten. Mit der hier beigelegten Version Studio One Artist kann man schon alle wesentlichen Features anwenden und auch produzieren, muss jedoch auf VST/AU-Plug-ins von Drittherstellern verzichten. Die Unterstützung gibt es erst bei Kauf des „VST and AU and Rewire Support‟-Add-Ons im PreSonus Shop für 89,32 Euro, je nach Dollar-Kurs. Es kann natürlich auch ein Upgrade auf die Vollversion durchgeführt werden.

Zur Abhilfe der fehlenden Plug-in-Unterstützung sind 20 DAW-eigene Effekte integriert, die alle wichtigen Werkzeuge von Channelstrips bis Phasenmeter abdecken. Die Hälfte des deutschprachigen PDF-Handbuchs ist im Übrigen der Einführung in die Studio One Software gewidmet.

Neu hinzugekommen ist die Studio Magic-Plug-in-Suite. Nach der Registrierung seines PreSonus Interfaces auf einem kostenlosen PreSonus-Konto erhält man folgende Plug-ins kostenlos:

• Mäag EQ2 (Equalizer)
• Lexicon MPX-i (Reverb)
• Eventide H910 (Harmonizer)
• Eventide 2016 Stereo Room (Reverb)
• SPL Attacker (Transienten Designer)
• Brainworx bx_opto (Kompressor)
• Arturia Analog Lab Lite (Software-Synthesizer)

Das ist schon mal ein superstarkes Paket mit absolut hochwertigen und vor allem vollwertigen VST-, AAX- und AU-Plug-ins. Nur Lexicon und Arturia sind abgespeckte Versionen.

Bedienung

PreSonus Studio 2I6 und 6I8 bedienen sich identisch und da auch beide keine internen Routing-Möglichkeiten haben, werden alle Verkabelungen über die DAW erledigt. Bleibt lediglich die Funktion der vier blauen Schalter an der Vorderseite zu erklären.

„Line“ schaltet die Klinkeneingänge 1/2 zwischen Line- und Instrumenten-Pegel um. Folglich werden alle Mikrofone über die XLR-Buchse angeschlossen

„48V“, wie sollte es anders ein, schaltet für die Eingänge 1/2 die Phantomspeisung ein.

„Mon“ bestimmt die Überblendungsart der Monitor-Quelle. Ist der Taster deaktiviert, liegen am Kopfhörer und den Hauptausgängen nur die Signale, die vom Computer kommen, an.
Ist er aktiviert, liegen am Kopfhörer und den Hauptausgängen die Signale von Computer und der Eingänge des Interfaces an.

Über Cue „A/B“ wird das Eingangssignal für den Kopfhörer gewählt. Ist die Taste inaktiv, liegen am Kopfhörer die Signale von Ausgang 1/2 an. Bei aktiven Schalter die Signale von Ausgang 3/4. Die Funktionen „Mon“ und „A/B“ lassen sich kombinieren.

Die Potis regeln die Lautstärke an den Eingängen, den Hauptausgängen (1/2) und am Kopfhörerausgang.

DC-Coupled Interface – Steuerspannung für anloge Synthesizer

Bis auf ein Nebenkommentar in einem YouTube-Video von SonicState zur Berliner Superbooth 2017 gab es keine Hinweise darauf und PreSonus bewirbt das auch bisher mit keinem Wort.

Gemeint ist der Umstand, dass sowohl der 6|8 als auch das PreSonus Studio 2|6 CV-Spannungen erzeugen können, da auch sie gleichstromgekoppelte Ausgänge besitzen, wie das bei MOTU der Fall ist. Damit ist es möglich, +5 Volt CV-Spannungen für analoge Synthesizer zu erzeugen. Eine besondere Einstellung gibt es dafür nicht, nur die Software, wie z.B. Reaktor CV-Blocks, MOTU Volta oder Bitwig muss es unterstützen. Studio One 3 unterstützt diese Funktion derzeit noch nicht. Beide Interfaces können an allen symmetrischen Ausgängen, also 1, 2, 3 und 4, CV-Spannungen ausgeben.

Das funktionierte im Test auch wunderbar. Steuerspannung wurden sauber generiert. Da nur sehr wenige Audiointerfaces DC-gekoppelte Ausgänge verwenden, sind das PreSonus Studio 2|6 und das 6|8 nun ganz heiße Kandidaten für die Anbindung an analoge Klangerzeuger. Ich denke, wenn PreSonus das kommunizieren würde, könnten sie ein Zigfaches an Einheiten absetzen.

Latenzen und Frequenzen

Gleichzeitig mit dem PreSonus Studio 2|6 und 6|8 durfte ich das Thunderbolt-Interface Quantum von PreSonus testen, der Test folgt in Kürze. Vergleichen konnte ich alle drei während des Tests.

Audio:
2|6 und 6|8

Wie beim Quantum erscheinen die im Roundtrip aufgenommenen Audiosignale einige (bis zu 38) Samples vor dem Original unter Reaper 5.51 und macOS 12.6. Unter Windows 7 gäbe es zwar keine negativen Latenzen, aber 36 Samples sind trotzdem unrealistisch.

MIDI
2|6:

Die im Roundtrip aufgenommenen MIDI-Signale erscheinen einige Samples vor dem Original unter Reaper 5.51 und macOS 12.6.

6|8:

44k: 33 Samples, 1 ms
192K: 144 Samples, 1 ms

PreSonus Studio 2|6

2|6 – Sinus 20 – 20 kHz @ -3,1 dBFS

2|6 Grundrauschen – Gain -3,3 dBFS

2|6 Weißes Rauschen -20 dBFS

2|6 Weißes Rauschen -20 dBFS Spektrum

2|6 THD Sinus 1 kHz @ -0,2 dBFS Ein

2|6 THD Sinus 1 kHz @ -0,4 dBFS Aus

Die dBFS-Werte geben die Schwelle an, ab der die harmonischen Verzerrungen merklich ausreißen.

PreSonus Studio 6|8

6|8 Sinus-Sweep 20 – 20 kHz @ -2,8 dBfs

6|8 Grundrauschen Instrumenteneingang -3,3 dBFS

6|8 Weißes Rauschen -20 dBFS

6|8 Weißes Rauschen -20 dBFS Spektrum

6|8 THD Sinus 1 kHz @ -0,0 dBFS Ein

6|8 THD Sinus 1 kHz @ -0,0 dBFS Aus

Die dBFS-Werte geben die Schwelle an, ab der die harmonischen Verzerrungen merklich ausreißen. Hier scheint das 6|8 wesentlich robuster zu sein als das 2|6 und das PreSonus Quantum.

Klang

Generell lässt sich feststellen, dass die Klangqualität des PreSonus Studio One 2|6, 6|8 und auch das PreSonus Quantum sehr nahe beieinander liegen. Das 2|6 ist das leiseste von allen, mit einem Ausgangspegel von +10 dBu (symmetrisch) was wohl auch der alleinigen USB-Strom Versorgung geschuldet ist. Das 2|6 klingt aber im Vergleich zu den anderen beiden Interfaces irgendwie etwas muffig und verwaschen. Die Detailauflösung und Luftigkeit ist hier hörbar geringer, wenn auch lange nicht nicht so viel, dass es im kritischen Bereich wäre.

Das 6|8 ist hingegen nicht nur in der Lautstärke mit dem Quantum auf gleicher Höhe, was sich technisch mit +18 dBu (symmetrisch) ausdrückt, sondern auch im Gesamteindruck hörbar überlegen. Der Klang, besonders der Bass, aber auch der Rest des Spektrum sind einfach definierter. Das machte sich u.a. bei meinem Standardteststück „We’re in this together‟ von Nine Inch Nails bemerkbar, bei dem die HiHats im Refrain deutlich akzentuierter dargestellt werden als beim Quantum. Während das 2|6 hier ein wenig überfordert ist.

Deswegen komme ich auch immer wieder auf dieses Stück zurück, denn „Fragile“, das zugehörige Album, klingt nur auf wirklich guten Anlagen (Wandler / Monitor-Kombo) gut. Auf mittelmäßigen Anlagen und darunter gibt es nur krachigen Soundbrei.

Ob diese ganzen Nuancen – und ich möchte hiermit noch mal explizit festhalten auf welchem mikroskopischen Niveau wir uns bewegen – jedoch auch Hörern auffallen, die diese drei Interfaces nicht direkt gegeneinander vergleichen können, wage ich zu bezweifeln.

Fazit

Der Presonus-Klang ist auch bei den kleineren Interface PreSonus Studio 2|6 und 6|8 positiv neutral und ehrlich, trotz leicht nasaler Betonung. Und sie liefen stabil und reibungslos im Test.

Ob ich aber nach dieser Erfahrung das 2|6 noch für analytischen Aufgaben und Mastering benutzen würde? Ich denke nicht. Das 2|6 macht aber dennoch als Kontroll- und Mixing-Interface eine gute musikalische Figur und mit der Fähigkeit, Steuerspannung an vier Ausgängen auszugeben, bleibt es eine erstklassige mobile Option zur Anbindung an das analoge Studio. Im Verhältnis zum 6|8 kommt das PreSonus Studio 2|6 aber nur auf zwei Sterne. Allein für sich und mit Bedacht auf die Preisklasse und mit den CV-Ausgängen finde ich aber drei Sterne dennoch für absolut gerechtfertigt.

Klanglich ist das 6|8 definitiv der Testsieger, noch vor dem Quantum und dem 2|6. Das wurde durch direkte A/B-Vergleiche ermittelt. Das zusätzliches Netzteil und die Kabelpeitsche anstatt ein paar gescheiter Ports sind nicht optimal, aber kein kritikwürdiger Punkt und die Ausgabe von CV-Spannung an vier Ausgängen entschädigt dafür allemal. Der Aufpreis von 100,- Euro für das Presonus Studio 6|8 rechnet sich also absolut und es ist damit der absolute Sieger unter den dreien.

Plus

  • Klang
  • gleichstromgekoppelte Ausgänge
  • iOS-kompatibel
  • Verarbeitung

Minus

  • Potikappen aus Plastik
  • Potis zu eng beieinander

Preis

  • Ladenpreise:
  • Presonus Studio 2|6: 199,- Euro
  • Presonus Studio 6|8: 299,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    fkdiy  

    Schönes Interface in einem absolut übersättigten Markt.

    Wo bleibt mal eins zu erschwinglichen Preisen (<1000,- €) was auf die teuren Preamps verzichtet und dafür mal mehr als 8 mono Line-Eingänge bei guter Wandlung bietet?

    Vielleicht gibt ja etwas, was ich nicht kenne (Tipps sind herzlich willkommen), aber bisher scheint es ein ziemlicher Sprung zu sein, zwischen den großen Mittelklasse Interfaces wie einem Focusrite 18i20 einerseits und etwas wie dem Antelope Orion oder RME UFX andererseits, die gleich noch einmal 500,- € bis 1000,- € teurer sind.

    In Zeiten wo jeder Zweite "Beats macht" und der Hardwaresynthesizer Markt explodiert, muss es doch Käufer für sowas geben.

    Musste ich hier mal loswerden … ;)

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi fkdiy,

      nun ja CV-fähige Ausgänge sind jetzt nicht sooo häufig zu finden, da füllen Presonus hier schon eine ziemliche Lücke aus.

      Ansonsten Tascam US-20×20 oder Ferrofish Pulse16, der braucht aber genug ADAT ports.
      Mit 8 I/Os gibt natürlich noch mehr Optionen.

      greetz,
      :)

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      Mick  AHU

      Schau doch mal nach dem Presonus Studio 192 mobile. Preis/Leistung hört sich echt interessant an!

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      fkdiy  

      Danke für die Tipps – insbesondere das Ferrofish hatte ich so gar nicht auf dem Schirm, was von Haus aus ja wirklich 16 Eingänge bietet. Wow!

      Ich bin auch etwas frustriert, da viele Hersteller meiner Meinung nach (die vermutlich nicht viele teilen werden) mit ihren Spezifikationen kurz davor sind unlautere Werbung zu betreiben.

      Wenn ich als Laie/Anfänger ein Interface erwerbe, dann gehe ich davon aus, dass ich bei 24 beworbenen Eingängen auch 24 Kabel in das Ding reinstecken kann – irgendwie.

      In der Realität werden dann aber XLR/Klinke Kombibuchsen als zwei Eingänge gezählt, und für die anderen 16 Inputs muss man erst noch weitere Kisten per ADAT anhängen.

      Wenn ein Autohersteller (okay richtig übles Beispiel ;) sagt, dass die Karre 100 PS auf die Straße bringt, dann bringt sie 100 PS auf die Straße und hat nicht nur die theoretische Möglichkeit, bis ich noch weiteres Zubehör von Drittanbietern einbaue, um die Leistung auch nutzen zu können.

      Wie gesagt, wenn man sich etwas auskennt ist das absolut normal und stört wohl keinen, aber ich würde mal gerne wissen, wer sich so alles eine USB-Zigarrenkiste mit 10 Eingängen kauft und dann nur die 2 direkten Inputs nutzt, die wirklich an der Kiste verbaut sind.

      Bei mir war es jedenfalls so. Aber vielleicht hatte ich ja nur eine zu lange Leitung … ;)

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        fkdiy  

        Oh ganz vergessen: Ein Test des Pulse 16 wäre natürlich klasse. Scheint recht neu zu sein und ich finde dazu nichts bisher.

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    swellkoerper  AHU

    Presonus hat Wort gehalten: alles Überflüssige wie DSP-Mixer etc. fliegt raus, dafür gehen die Latenzen runter. Well done. Ich bin zwar kein Elektriker, aber glaube mich zu erinnern irgendwo mal gelesen zu haben, dass es u.U. schädlich für das Interface sein kann, wenn man DC-gekoppelte, symmetrische Ausgänge mit einem einfachen unsymmetrischen Kabel benutzt. Korrekt wäre ein Insert-Kabel, an dessen zweiten Stecker liegt dann auch gleich das invertierte Signal bis -5V an.

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      Markus Schroeder  RED

      Das ist korrekt – Wenn man die Ausgänge als CV benutzt um analoges Gear zu beschicken.

      Da die Ausgänge symmetrisch sind
      ist T:+5v R: -5V und S: GND.

      Steckt man da einfach ein unsymmetrisches Kabel rein, wird -5V auf GND kurzgeschlossen, was, wenn Interface- und Gear-Hersteller da keine Schutzmechnismen eingebaut haben, nicht gut für ist.
      Folglich also also besser einen Stereosplitter verwenden.
      Dann hat man sogar auf einem Kanal das invertierte CV.

      Quelle: Expert Sleepers
      http://www.....ility.html

      greetz,
      :)

  3. Profilbild
    Pygman

    Lädt das 6/8er das iPad auch auf während es angeschlossen ist?

    Hat jemand mal zmors oder andere cv-apps auf dem ipad mit diesen Interfaces ausprobiert?

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    Ari-PreSonus

    Hallo Markus, dein Satz über CV-Funktionalität: „Studio One 3 unterstützt diese Funktion derzeit noch nicht. “ ist falsch. Selbstverständlich kann S1 mit entsprechender Hardware schon immer auch Hardwaresynths und Modularsysteme per CV steuern.

    Wie man das genau gestaltet, ist jedem selbst überallen. Da gibt es zb das sehr kryptische Plugin von Expert Sleepers „Silent Way“ oder das sehr moderne Modulationsplugin von „DialogAudio“. Selbst ohne 3rd-Party kann man mit boardeigenen S1-Plugins Signale zur Kontrolle von Modularsystemen erzeugen. Bspw. mit dem „Tone Generator“.

    Wichtig in diesem Artikel wäre lediglich, dass angefangen mit dem HiEnd-Interface QUANTUM, und den kleineren 2/6 und 6/8 von nun an alle künftigen PreSonus Interfaces DC-Funktionalität besitzen.

    Ich hatte dazu im April einmal ein kurzes Teaservideo gemacht. Modularsystem gesteuert und getriggert (ohne MIDI!) von Studio One und ausgegeben über den Quantum Prototypen einfach per Klinken-Patchkabel. https://www.youtube.com/watch?v=0RqmJ6txgDQ

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      Markus Schroeder  RED

      Wenn Du das sagst.
      Ich habe Studio One nicht, sondern habe die Info vom deutschen Vertrieb. Das habe ich extra nochmal nachgefragt, weil ich über CV im Studio One Handbuch auch nichts gefunden habe.

      Aber um das nochmal klarzustellen: gemeint waren INTERNE Ansteuerungsmöglichkeiten für CV, wie z.B. in Bitwig oder die Reaktor CV-Blocks, die das auch ohne weitere Plug-Ins können.

      Dass es über Plug-Ins, von wem auch immer geht, ist wohl klar.

      Wenn das bei S1 also auch ohne Plug-Ins geht – more power to PreSonus! :)

      Auf alle Fälle Danke für die Infos!

      Markus

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        Ari-PreSonus

        Ja da können wir dem Vertrieb keine Schuld geben, weil wir das, wie du erwähntest auch bislang gar nicht groß verkündet haben. Das ist eher eine nette Beigabe der Interfaces, dass die das nun auch können. Dass es in Medien momentan so analog überkocht, bemerkt die eigentliche Recording-Welt nicht so sehr. Ich will nur sagen, dass zb. ein Quantum jetzt nicht unbedingt als Zielgruppe die einfachen Modular-Verrückten hat. :) Aber wenn du sagst, Reaktor kann das auch ohne Plugins… nunja, bei mir ist NI Reaktor ein Plugin. Mit Software hat diese Funktionalität jedenfalls nichts dolles zu tun. Man kann als Modulationsquelle für zb modulare Filterkontrolle auch ein Drumloop benutzen und dessen Busausgang über den DC-Ausgang an ein Modularsynth schicken. Oder den Tone Generator Sinus mittels dem Bit Crusher plugin falten, um Wavefolding zu betreiben. Mit eigenen Studio One Mitteln. Alles schon gemacht hier. Vielleicht könnte ein Redakteur darüber mal ein Tutorial schreiben. :)

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          Markus Schroeder  RED

          Einspruch zu Reaktor. :) Das ist in erster Linie eine eigenständige modulare Umgebung die _auch_ als Plugin instanziiert werden kann. U.a. beim Live-Gig macht das schon sehr viel Sinn die Software standalone zu benutzen und beim Entwickeln auch.

          Mit Audio-Signalen oder mit CV-Signalen zu arbeiten ist schon ein Unterschied. Einen konstanten kontrollierten Ton wird man mit „Audiosignalen“ nicht hinbekommen.

          Bei Audiosignalen folgt z.B. die Oszillatortonhöhe eben dem Lautstärkeverlauf des Drumloops etc.

          Es ist def. kein Hexenwek das zu unterstützen um eine konstante „Lautstärke“ aka Spannung zu erzeugen, aber unterstützen muss man das halt trotzdem extra.

          Ein Tutorial dazu wäre sicher mal fällig, leider musste ich auch das 6|8 wieder zurückschicken. :D

      • Profilbild
        Markus Galla  RED

        Hallo Markus,
        der deutsche Vertrieb wusste aber auch nicht, dass die neue Plug-in Suite in jedem Studio One Artist funktioniert, auch wenn man nicht das VST-Plugin besitzt, um die VST-Funktionalität freizuschalten. Das haben die erst durch meinen Testbericht für die Tools4Music herausgefunden.

        Der Vertrieb kann nicht immer alles wissen.

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    swellkoerper  AHU

    @Ari-PreSonus: Schön, dass du hier mit diskutierst. Wenn wir uns alle etwas wünschen können, wäre bei mir ein grosszügiges (mind. 16 I/O) Interface mit DC-Coupled-Ins ganz vorne dabei. Das muss doch möglich sein zu bauen! Mit zusätzlich zur Rückseite normalisierten 3,5mm Buchsen auf dem Frontpanel. Im Moment wird dieses Segment einzig von einer 1-Mann-Bude (Expert Sleepers) beackert, und der leistet auch noch sensationellen Support. Dass CV-Ins in Interfaces auch von grossen Firmen machbar sind, hat man an Rolands AIRA-Effekten gesehen (war wahrscheinlich ein unbeabsichtigter Unfall :-). Ich weiss, Modular-User sind keine grosse Zielgruppe, aber vielleicht kannst Du ja ein gutes Wort für uns einlegen.

    • Profilbild
      Ari-PreSonus

      Danke für die Anfrage. :) Aber ich bin eigentlich nur eingestiegen, weil ich da etwas Falsches über die Software gelesen hatte und das richtigstellen wollte. Denn ich stecke eher sehr tief in Studio One drin und die Hardware überlassen wir den amerikanischen Kollegen. Aber hättest du denn ein Beispielprodukt zu deinem Wunsch, was genau deinen Vorgaben entspricht?

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        swellkoerper  AHU

        Eben nicht! Niemand macht so etwas. Am ehesten noch das Expert Sleepers ES8 – zwei davon im Euro- oder 19″ Rackformat. Also viele Ein- und Ausgänge mit DC-Kopplung, möglichst geringe Roundtrip-Latenzen, kein Schnickschnack wie Displays, DSP-Mixer oder Effekte, leicht zugängliche 3.5mm Buchsen. AVB-Hostschnittstelle. Für soetwas würde ich auch entsprechend tief in die Tasche greifen, sagen wir 1000-1300€.

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    MiLe

    moin,

    ich habe mir das Studio 6/8 unter Anderem aufgrund des Tests gekauft und bin im Großen und Ganzen auch sehr zufrieden damit.
    Aufgefallen ist mir noch, dass an den Front-Eingängen 1 und 2 Mikrofon und Instrument gleichzeitig möglich sind, Mikrofon und Line jedoch nicht. Sobald Line aktiviert wird, schaltet das Mikrofon stumm.

    Was mich besonders irritiert: Die Frequenzgänge bei den höheren Samplingraten werden stark beschnitten. Bei 192 KHz geht es schon ab 30 KHz steil abwärts bei 96 KHz ist es minimal besser.
    Es scheint auch ein Hochpass zu existieren, selbst 20 Hz werden schon nicht mehr linear übertragen, darunter gehts steil abwärts. Ich benötige diese Frequenzen für Messungen, hören tue ich die auch nicht ;)

    Falls es im Bereich der günstigen Interfaces heute normal sein sollte, das FGänge derart beschnitten sind, ziehe ich meinen „Einspruch“ zurück. Ich kenne es halt bisher anders und hatte mir über diesen Punkt keine Gedanken gemacht.

    Im Support scheint Presonus übrigens auch nicht die allerschnellste Truppe zu sein: Im Support-Forum seit 10 Tagen keine Antwort, das Support-Ticket seit 4 Tagen unbeantwortet. Schade :(

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Wie wärs mit einem USB-Oszilloskop stattdessen. Das scheint mir wesentlich angebrachter für Deine Zwecke.

      Mich würde auch interessieren, von welchen Audiointerfaces mit „unbeschnittenem“ Frequenzgang Du sprichst.

      Selbst ein RME UFX II ist mit 2Hz bis 92kHz bei 192kHz „beschnitten“.

      :)

      • Profilbild
        MiLe

        Ich will ja nicht über die letzten 5 KHz streiten, aber ein cut oberhalb von 30 KHz scheint mir bei 192 KHz samplerate schon etwas deftig. Selbst mein Messmikro geht mit +/- 0,5 dB bis 50 KHz – das hätte ich mir dann sparen können ;)
        Meine Schleifenmessungen kann ich natürlich gerne zur Verfügung stellen – witzigerweise ist 96 KHz noch deutlich besser als 192 KHz.

        Die letzten Jahre hatte ich eine PCI-Karte Infrasonic Quartet genutzt. Asymetrisch 4 in/4 out, symetrisch 2in/2 out. Von der Hardware her schein die mir top. Linealglatte FGänge bis an die Grenzen, geringer Klirr, geringes Rauschen, guter Mic-Pre mit 48V und per Jumper 3fach schaltbarem PAD…….
        Leider hinkt die (ansonsten extrem flexible) Software hinterher, seit Jahren gibts keine aktuellen Treiber mehr und somit häufig Ärger unter Win10/64. Vom Routing her war mit der Karte alles nur denkbare möglich – mit speicherbaren Presets. Kostete um die 200.- €.

        Für manche Dinge wäre so ein Oszi sicher angebrachter, aber die Studio 6/8 mit linearen FGängen mindestens bis 40/80 KHz wäre für mich halt die eierlegende Wollmilchsau ;)

        Und dass es auch im unteren Preisbereich möglich ist, zeigt ja die alte PCI-Karte. Eine ESI Maya 44 war in der Hinsicht auch kaum schlechter, in einigen Features war die Infrasonic für mich aber noch besser geeignet. (Mic-Pre z.B.)

        Eine Schande, dass der Hersteller – so es ihn überhaupt noch gibt (Infrasonic/Sims Audio), so ein feines Stück Hardware untergehen lässt.

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          Markus Schroeder  RED

          Mit der Thematik hab ich mich bisher gar nicht beschäftigt, außerhalb von Videoelektronik.

          Vielleicht Tascam UH-7000 macht bis 80kHz. Für €419 noch nicht zu teuer
          Burr Brown Wandler sind auch nicht zu verachten, oder das US 20×20 (und nur das).

          Das RME Babyface macht auch von 5Hz bis 80kHz. Gebraucht auch einigermaßen günstig. , Das Pro geht von 2Hz bis 92Khz.

          Mehr kann da, glaube ich leider nicht zu beitragen. :)

          • Profilbild
            MiLe

            Danke für die Alternativen :)
            Vielleicht haben die Hersteller ja in den letzten Jahren gemerkt, dass die weitreichenden FGänge in der Audio-Praxis kaum benötigt werden und deshalb ihr Augenmerk eher auf andere Schwerpunkte bei den Interfaces gerichtet.
            Technische Gründe scheint es kaum zugeben, nachdem knapp 10 Jahre alte Interfaces im unteren Preisbereich das schon/noch konnten.
            Dennoch habe ich den Eindruck, dass hier eher Software als Hardware „schuld“ ist und einfach unnötig tief gekappt wird. Mal sehen ob – und falls ja – was der Presonus Support dazu meint.

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