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Test: RANE ONE DJ-CONTROLLER

6. Mai 2021

Nur ein DJ-Controller oder der Gamechanger?

Rane One
RANE ONE

Mit dem RANE ONE bringt inMusic Brands einen vollmotorisierten 2-Kanal All-in-One DJ-Controller auf den Markt, welcher von der Performance bis hin zur Qualität zu überzeugen scheint. Für professionelle Scratch DJs und Turntablisten könnte der RANE ONE eine absolute Bereicherung darstellen, aber auch für Mixshow DJs bieten sich zahlreiche Möglichkeiten bei der Performance an. Aber lohnt sich die Anschaffung für jemanden, der schon DJ Equipment (Plattenspieler, Controller o.ä.) besitzt?
Ist es empfehlenswert, mit dem RANE ONE den Einstieg in die DJ Kultur zu wagen?
Unser Test wird euch helfen, einen Überblick vom RANE ONE zu bekommen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Also los geht’s, in: three, two, ONE!

Der RANE ONE im Überblick

RANE ONE
RANE ONE von oben

Beim Auspacken wird sofort wieder, klar warum RANE einen so guten Ruf in Bezug auf die Verarbeitung und die verwendeten Materialien genießt, und auch hier muss man mit keiner bösen Überraschung rechnen. Ein solider DJ Controller im familiären RANE Design, mit einem Gewicht von ca. 10 Kg. Um loslegen zu können, müssen hier nur noch die zwei 7-Zoll Plattenteller auf die Motoren gelegt werden, danach die Slipmats und die Acryl Discs oben drauf. Die Anordnung der Knöpfe, Regler und Potis scheint gut durchdacht zu sein; alles ist schön übersichtlich platziert und beschriftet.

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Was sofort auffällt, sind zum einen die vier großen und stabil wirkenden Füße des RANE ONE sowie das Gewicht der zwei Plattenteller, mit jeweils knapp 1 Kg pro Teller. Dies könnte bei der Performance – zum Beispiel beim Finger Drumming mit den Pads oder beim Scratchen mit der Acryl Disc – für eine enorme Stabilität sorgen! Doch dazu kommen wir dann etwas später.

Die Anschlüsse am DJ-Controller

test rane one
Anschlüsse des RANE ONE

Der Power Button im eleganten Chrom Design befindet sich hinten, neben dem 230V Anschluss des DJ-Controllers. Wie inzwischen üblich, sind auch hier zwei USB Inputs für Serato DJ Pro vorhanden und bieten einen Back to Back Wechsel zwischen zwei DJs. Master Out wird über XLR oder via Cinch gesendet, Booth Out ist über einen XLR Anschluss möglich. Außerdem besteht hier die Möglichkeit, zwei Decks (Line oder Phono) mit Cinch Kabeln anzuschließen, um den RANE ONE als Mixer zu nutzen. Zu guter Letzt haben wir zwei Mikrofon-Anschlüsse via XLR oder Klinke und ein Aux In via Cinch. Somit sind alle Anschlüsse für eine professionelle Beschallung im Club und den Hobby-Home-DJ am Start. Top! Des Weiteren befindet sich auf der Rückseite noch der Knopf für die Drehmoment-Regulierung des Motors; den stellen wir auf „High“.

Front Panel des RANE ONE DJ-Controllers

test RANE ONE
RANE ONE Front Panel

Auf der Vorderseite befinden sich die Steuerelemente für die beiden Mics; daneben sind die Deck Reverse Schalter sowie die Konturen-Regler für die Line- bzw. Crossfader. Die Kopfhörer können über einen 6,3 mm bzw. einen 3,5 mm Klinkenanschluss verbunden werden.

Die Performance Pads des Serato DJ-Controllers

test RANE ONE
RANE ONE Performane Pads

Die RGB Performance Pads fühlen sich, wie für RANE typisch, sehr weich an und sind angenehm zu drücken; hier braucht es nicht viel Kraftaufwand, um eine Aktion durchzuführen. Oberhalb der Performance Pads sind auch hier, wie bei den großen Brüdern RANE Seventy und RANE Seventy Two, die Pads, um in den Hot Cue / Pitch Cue, Saved Loop, Roll / Auto Loop, Sampler / Scratch Bank oder Slicer / Slicer Loop Modus zu wechseln. Diese sind unabhängig von einander ansteuerbar, und MIDI Mapping ist selbstverständlich auch möglich. Links neben den Performance Pads befinden sich die Start-Stop Buttons für die beiden Motoren. Diese lassen sich zwar auch leicht betätigen, aber im Vergleich zu den Pads, die man ganz leicht antippt, muss man den Start-Stop Button schon eher gezielt drücken. Was von großem Vorteil ist, denn wenn man bedenkt, wie nah Start-Stop, Performance Pads und Mode Buttons aneinander liegen, könnte es passieren, dass man in der Hitze des Gefechts den Motor stoppt. Apropos Stop: eine neue Funktion Namens Stop Time lässt sich beim RANE ONE mit einem Drehregler einstellen. Hiermit kann man die Bremszeit der  Motoren separat voneinander anpassen. Dies ging zuvor nur über die Voreinstellungen im Menü des Serato DJ Pro. Cool! Noch ein Wort zum Motor: Dieser lässt sich mit den Tasten „Shift“ + „Motor Off“ abschalten, die Musik läuft weiter und die Discs fungieren dann als Pitch Bend.

Die Fader-Sektion: Crossfader vs. Linefader

test RANE ONE
Die Fader Sektion des RANE ONE

Wenden wir uns nun einem der wohl wichtigsten Bestandteile der Turntablism-Welt zu, dem Line- bzw. dem Crossfader. Im RANE ONE befindet sich ein MAG FOUR XF Fader. Nun würde man denken, RANE verbaut im ONE auch für die Linefader den MAG FOUR, so wie im Seventy oder im Seventy Two MKII, wo überall derselbe gute MAG FOUR Fader verbaut ist. Pustekuchen! Warum RANE im ONE nur für den Cross Fader den MAG FOUR XF hergenommen hat und für die Linefader nicht, ist ein Rätsel; vielleicht nach dem Motto: „Was Pioneer DJ kann, können wir schon lange“?

Zunächst zu den beiden Linefadern. Für beide Fader gibt es zwei separat einstellbare Deck Reverse Kippschalter am Frontpanel des RANE ONE. Allerdings gibt es für beide Fader nur einen Konturenregler, womit die Steigung der Fader-Kurve für beide Fader gleichzeitig eingestellt wird. Eine kleine Einschränkung bei der Performance, aber damit lässt es sich leben.

Was mehr stören könnte ist, wie schwergängig die Linefader zu bedienen sind. Tatsächlich ist der Widerstand hier sehr hoch und lässt sich – anders als beim Crossfader – auch nicht mit einer Feststellschraube umstellen. Dies könnte für einige Nutzer eine weitere Einschränkung der Performance mit den beiden Linefadern im RANE ONE darstellen, aber für den reinen Mix-DJ ist das keine Hürde.

Der MAG FOUR Fader, der, wie bereits erwähnt, leider nur als Crossfader verbaut ist, lässt sich auf den individuellen Nutzer abstimmen. Wie gewohnt ist am Frontpanel der Regler, um die Kontur einzustellen. Die Cut-in Einstellung ist über die Serato DJ Pro Software einstellbar; ob der Fader aber auch bei der kürzesten Cut-in Einstellung für jeden User früh genug öffnet, ist schwer zu sagen, denn auch auf der kürzesten Cut-in Einstellung öffnet der Fader einen ganz kleinen wenig später als bei vergleichsweise anderen Top-Herstellern.
Um den Widerstand einzustellen, müssen die vier Schrauben der Faceplate so wie die drei Fader Caps gelöst werden; anschließend lässt sich mit der Schraube am MAG FOUR der Widerstand einstellen. Eine Möglichkeit, dies wie beim Seventy oder Seventy Two MKII am Frontpanel einzustellen, wäre hier wünschenswert gewesen. Fällt alles unter die Kategorie „Meckern auf hohem Niveau“, denn sind die Einstellungen erst einmal individuell auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt, gleitet der superleichte kontaktlose Magnetfader wie durch Butter, und die Cuts fliegen einem nur so um die Ohren!

Zeit für Effekte!

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Effekte und EQs des RANE ONE

Mit zwei sehr robusten Schaltwippen lassen sich die Effekte des DJ-Controlloers / der DJ-Software aktivieren und deaktivieren. Hier bietet sich die Möglichkeit, die Schalter nach oben zu kippen, wo sie einrasten, bis sie wieder in die Ausgangsposition gekippt werden. Man kann sie auch nach unten gedrückt halten, um einen Effekt nur temporär auszulösen. Die Schalter sind sehr solide und fühlen sich bei der Handhabung richtig stabil an. Hier könnte sich Pioneer eine Scheibe von abschneiden!

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Mit den FX Buttons eins bis sechs können die Effekte der Serato DJ Software ausgewählt werden; es können auch mehre Effekte gleichzeitig ausgewählt und mit den Schaltwippen aktiviert werden. Ausgewählt sind die Effekte für beide Kanäle: Es ist also nicht möglich, verschiedene Effekte pro Kanal auszuwählen. Depth und Beats lassen sich auch ganz einfach einstellen, jedoch wäre ein kleines Display, wie im RANE Seventy, nicht schlecht, um zu sehen, welche Effekte und Beatlängen ausgewählt sind. Da hilft dann nur ein kurzer Blick auf die Serato DJ Software.

RANE ONE Platter: Der „Plattenteller“

test RANE ONE
RANE ONE Controller Disc

Worauf kommt es jetzt an? Jetzt nehmen wir die beiden Decks unter die Lupe. Die Motoren machen einen unglaublich starken Eindruck; abgesehen von der Größe der Decks merkt man in der Praxis absolut keinen Unterschied zu den RANE TWELVE oder einem DJ Turntable mit Direktantrieb. Die beiden Decks und die Motoren des RANE ONE sind einfach überragend. Das Handling der Acryl Disc ist butterweich, der Motor ist saustark. Legt man seinen Finger leicht auf die Disc, dreht der Plattenteller verlässlich seine Runden; legt man seinen Finger mit mehr Druck auf die Disc, dreht der Plattenteller unbeeindruckt weiter seine Runden. Was für eine Power. Absolut fantastisch! Beim Mixen und Scratchen sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Scratch-Bewegungen mit den Discs werden haargenau an die Software übertragen, und der Pitch Fader reagiert millimetergenau. Wer lieber das Gefühl einer echten Vinyl unter den Finger möchte, kann wie beim RANE Twelve auch hier die Acryl Disc durch eine richtige 7“ Vinyl ersetzen. In der Praxis zeigen sich auch die Vorteile der vier großen Füße und des Gewichts: hier wackelt und klappert nichts, das Ding steht wie eine ONE!

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Fazit

Der RANE ONE ist ein absolutes Schlachtschiff, bestückt mit einem reichen Arsenal für den Turntablism DJ, bei dem die Technik seines Handwerks an erster Stelle steht. Aber auch für den reinen Mix DJ, der viel Wert auf sauberes Mixing und auf diverse Effekte legt, ist der RANE ONE ein effektiver DJ-Controller. Newcomer-DJs werden sich dank der Überschaubarkeit des Layouts und des Designs recht schnell in das DJ Game einleben können. Wer schon einmal mit anderen Produkten von RANE seinen Spaß gehabt hat, wird sich  auch hiermit pudelwohl fühlen. Abgesehen von den Linefader gibt es eigentlich nichts, was ein schlechtes Licht auf den RANE ONE wirft. Gute Qualität ist wichtig, aber für die gute Qualität darf die Performance eines DJs nicht leiden, und das tut sie auch nicht beim RANE ONE. Hinzu kommt noch die einfache Transportmöglichkeit: Wer möchte schon seine zwei Decks und einen Mixer mit zu einem Booking nehmen? Mit dem ONE ist auch das überhaupt kein Thema mehr. Der RANE ONE könnte den DJ-Controller Markt tatsächlich unter dem Motto „EINER für alle“ anführen. Der Kleine muss sich selbst vor den Großen nicht verstecken! Was ganz schön reinhaut, ist der Preis von rund 1500,- Euro, mit denen RANE in den Verkauf einsteigt. Für einen DJ-Controller mit zwei Kanälen ist das ein stolzer Preis, motorisierte Plattenteller hin oder her. Heißt: Man muss dies wollen und bereit sein, diesen Preis zu zahlen.

Plus

  • hochwertige Verarbeitung
  • motorisierte Decks
  • einfache Handhabung
  • für professionelle Beschallung geeignet
  • Serato DJ Pro und DVS Support
  • einfacher Transport
  • echtes Vinyl-Feeling

Minus

  • unterschiedlicher Technologie bei Cross- und Linefadern
  • kein Display
  • keine Hardware-Effekte
  • Preis

Preis

  • 1498,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    franzfarian

    kein Wort über die Soundkarte? Oder darüber, dass (und wie) der Rane auch mit DJ Pro und Virtual DJ läuft?

  2. Profilbild
    DJ Ronny  

    Intersantes Konzept, dein Test bitte das nächste mal ausführlicher. Wie gehen die Mikro Kanäle…
    Sonst ist das Teil doch vorwiegend für die Show im mobilen Bereich.
    Für Scratch DJ’s bestimmt nur ein Kompromiss. Ich bin keiner, also nur eine Vermutung.
    Für mich kein Gamechanger. Wann entwickelt mal ein Hersteller einen Controller wie den S8, der auch mit Vdj und Serato läuft. Ich brauche den Plattenteller Ersatz nicht.

    • Profilbild
      FLTRHND  

      Ich vermute Controller sind einfach Out. Die nächsten Jahre wird der Laptop aus dem Bereich verschwinden und durch Standalone devices ersetzt die mit irgendeinem Raspberry laufen. Denon hat die ersten Schritte dahin gemacht. Auch ein Grund weshalb NI seine Traktor Sparte loswerden möchte

      Aber ist nur meine Vermutung.

      • Profilbild
        Patzig

        Ich denke eher, dass Controller solange erhalten bleiben, solange du für Standalone Geschichten fast 1000 Euro bezahlen darfst, damit du einen vernünftigen standalone Controller hast.
        Gerade Einsteiger, die bereits einen Laptop haben, müssen so nur ein paar Hundert Euro in die Hand nehmen, um zu schauen, ob DJ überhaupt etwas für einen ist. Darunter gibts auch genug Leute, die keine Raspberry Bastler sind, sondern einfach erst einmal probieren wollen.

        • Profilbild
          Johannes Bollmann  RED

          Ich denke auch, und der Markt zeigt das ja auch in gewissen Teilen, dass der Controller als Gerät für zuhause oder den mobilen Einsatz noch länger erhalten bleibt – erst Recht mit Hinblick auf den Preis.
          Ein standalone Gerät wird sich kein Einsteiger erlauben können und nach wie vor möchten viele DJs ihren Laptop nutzen können. Verständlich, wenn man z.b. einen Abend lang eine Hochzeit beschallen möchte – warum dann auf den Laptop verzichten? Im Clubleben hat sich das alles schon komplett gedreht, da findest du einen Laptop nur noch bei Live- / Hybrid-Sets oder im HipHop/RNB-Bereich und teilweise aber selten noch bei den klassischen Club-Locations. Im Bereich elektronischer Musik ist das Thema Laptop und Controller durch. Da ist zusammen mit Native „verschwunden“.

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