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Test: Roland JX-08 Synthesizer, JX-8P im Boutique-Format

1. Juni 2022

Roland JX-08, der JX-8P im Boutique-Formfaktor

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Wie aus dem Roland JX-8P der JX-08 wurde

Rolands Boutique-Serie hat in der ersten Auflage gemischte Reaktionen hervorgerufen. Die digitalen Rekreationen legendärer Roland Klassiker wurden auf einen einheitlichen Formfaktor verkleinert, die Bedienelemente und Optik weitestgehend übernommen, aber deutlich, haptisch kritisch, verkleinert. Fader-Wege von wenigen Zentimetern, Potis, die für Grobmotoriker herausfordernd waren. Im Inneren werkte stets eine einheitliche Hardware-Plattform. Bei der ersten Boutique-Serie wurde nach Angaben Rolands aufwändig das Schaltungsverhalten der Originale modelliert, weshalb die Prozessorleistung der Hardware beim JP-08 , also der Nachbildung des Jupiter-8, nur für vier Stimmen reichte.

Roland ist den Weg der Digitalisierung seiner analogen Klassiker konsequent weitergegangen. Im Gegensatz zu anderen Herstellern hat Roland das Revival der Analogtechnik samt der Begehrlichkeiten des Marktes ignoriert. Zen-Core wurde als neue Trademark eingeführt. Die Annäherung und nicht die komplexe digitale Simulation der analogen Klangerzeugung der Originale wurde als neuer Standard beworben, all das wurde plattformübergreifend verfügbar gemacht.

Die Klänge waren sowohl in Zenology-kompatibler Hardware wie Jupiter X oder Jupiter Xm abrufbar, konnten aber auch mittels der Roland Cloud Software mit dem Zenology Plug-in in der DAW auf PC oder Mac abgerufen werden.

JD-800 und JX-8P wurden von Roland auch als JD-08 und JX-08 im Boutique-Formfaktor präsentiert, wobei wir uns in diesem Test dem JX-08, also der digitalen Neuauflage des JX-8P widmen.

Die Feature-Liste  des JX-08 Synthesizers

Der JX-08 enthält neben den 32 originalen Patches des JX-8P 111 neue Presets und neben einer digitalen Rekreation des im JD-XP verbauten analogen Chorus 17 weitere Effekte wie z. B. Juno-106 Chorus, CE-01 Chorus, SDD-320 Reverb, Lo-Fi Compressor, Super Filter, Pitch Shifter und vieles mehr.  Die Bedienoberfläche enthält alle Funktionen des PG-800 Programmers. Gegenüber den 6 Stimmen des Originals kann der Prozessor des JX-08 bis zu 20 Stimmen errechnen, was zweifache Mulititimbralität aber auch Dual- oder Split-Mode möglich macht. Weiterhin ist ein polyphoner Sequencer mit zwei Parts inklusive Motion-Sequencing und ein Arpeggiator enthalten.

Die Stromversorgung erfolgt entweder über ein nicht mitgeliefertes Netzteil mit USB-C Stecker oder über mitgelieferte Batterien. Über die USB-C Buchse kann der JX-08 mit dem Computer verbunden und als Audio/MIDI-Interface betrieben werden.

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Eine Zeitreise zum originalen Roland JX-8P

Der JX-8P wurde von Roland 1985 auf den Markt gebracht und war Rolands letzter vollständig analoger Synthesizer. Der DX7 von Yamaha hatte 1983 eine Zeitenwende eingeleitet. Analoge Schlachtschiffe wie der Jupiter-8 waren preislich nicht mehr konkurrenzfähig. Die FM-Synthese war neu und frisch und das Maß der Dinge. Der JX-8P war eine Reaktion von Roland auf die Marktentwicklung. Die Oszillatoren waren analoger Natur, aber digital kontrolliert. Das erhöhte die Stimmstabilität und ermöglichte sparsameres Schaltungsdesign. Die 8 im Namen war dem Jupiter-8 geschuldet, der JX-8P war aber nur 6-stimmig polyphon. Die Folientasten des JX-8P waren bestenfalls ein Designzitat des Yamaha DX7. Immerhin gab es gegen Aufpreis die Möglichkeit, mittels des optionalen Programmers PG-800 den JX-8P über Fader zu programmieren und Klangverformungen in Echtzeit zu ermöglichen, also zu performen, was der DX7 in dieser Form nicht ermöglichte. Diese Philosophie hat Roland auch bei folgenden Produkten dieser Zeit wie zum Beispiel dem D-50 weiter verfolgt. Man könnte das aus heutiger Sicht aber auch als Fehlentwicklung betrachten. So wurde beim JD-800, der gerade ebenfalls im Boutique-Format wieder erschienen ist, der Programmer wieder mit dem Synthesizer zusammengeführt und die Bedienbarkeit über Fader wieder als Feature hervorgehoben.

Klein gegen groß – im Boutique JX-08 steckt mehr Power als in seinem großen älteren Bruder

In jedem Fall hat der JX-8P seinen Platz in der Geschichte der Synthesizer fix, ist er doch auf zahllosen Produktionen der 80er prominent vertreten. Einen umfangreichen Bericht über den JX-8P findet ihr hier:

Blue Box: Roland JX-8P Analogsynthesizer – AMAZONA.de

Nun aber zurück in das Jahr 2022 und zur Neuauflage im Boutique-Format:

Der erste Eindruck zum JX-08

Der JX-08 kommt in der bereits vertrauten stylischen und stabilen Boutique-Verpackung aus Karton. Die Verarbeitung ist wertig, die Frontplatte bestgeht aus Metall, das restliche Gehäuse aus stabilem Kunststoff. Potentiometer, Fader und Taster entsprechen der Qualität der bisherigen Boutique-Serie und sind entsprechend skaliert. Optisch erinnert der JX-08  eher an den PG-800 Programmer des JX-8P oder an einen SH-101 und weniger an den  JX-8P, aber wer hätte sich über die Folientaster des Originals gefreut?

Auch sind nicht alle Fader des PG-800 Programmers eins zu eins übernommen worden, das ist der Miniaturisierung der Boutique-Serie und somit dem stark reduzierten Platzangebot geschuldet. Die volle Funktionalität wurde aber durch Mehrfachbelegung der Fader umgesetzt.

Auf der Rückseite befindet sich ein Netzschalter, eine USB-C-Buchse, ein  Kopfhörerausgang, Stereo Out und Mix in (alle drei als Stereo-Miniklinke) und MIDI In und Out – diese aber erfreulicherweise im Standard-DIN-Format.

Digital kontrollierte Oszillatoren – DCOs

Roland hat die digital kontrollierten analogen Oszillatoren des JX-8P dem Original entsprechend modelliert. Schwingungsformen, Oktavlagen, Finetuning von Oszillator 2, Crossmodulations-Möglichkeiten und Hüllkurvenverhalten sind entsprechend umgesetzt. Die wählbaren Schwingungsformen sind Sägezahn, Puls, Rechteck und Rauschen. Eine Sinusschwingung des Oszillators sucht man hier nach wie vor vergeblich. Rolands konsequenter Ansatz ist aber hier, den Grundklangcharakter samt den vermeintlichen Defiziten identisch nachzubauen.

Die DCOs des Originals wurden eins zu eins nachmodelliert, auch die Schwingungsformauswahl ist Stand 1985

Filter – HPF und LPF

Auch die beiden analogen Filter des JX-8P wurden überzeugend nachgebildet. Wie beim Original ist das Highpass-Filter in drei Stufen regelbar. Beim originalen PG-800 Programmer war der Regelweg des Highpass-Filter-Faders kürzer gehalten, das wurde beim JX-08 trotz des knappen Platzangebotes der Bedienoberfläche nicht übernommen.

Der Klang des analogen Filters des JX-8P wurde überzeugend modelliert. Dass die Fader, die ursprünglich optional und teuer erkauft werden mussten, beim JD-08 unter dem Gebrauchtmarktpreis des Programmers PG-800 am Start sind, ist ein deutlicher Mehrwert.

LFO – leider konsequent modelliert

Wie beim Original steht nur ein LFO mit Sinus, Rechteck und Random zur Verfügung, statt der Fader beim Original-Programmer wird beim JX-08 mit Potentiometern geschraubt.

In der Mixer-Sektion werden DCO 1 und DCO 2 gemischt und die Lautstärke von DCO2 kann wahlweise von Hüllkurve 1 oder zwei moduliert werden.

Auch die zwei ADSR-Hüllkurven des JX-8P sind an Bord, allerdings sind die 4 Fader für Attack, Decay, Sustain und Release nur einmal am Bedienpanel des JX-08 abgebildet, zwischen den beiden Hüllkurven wird per Taster geschaltet.

Effekte, ein echtes Upgrade

Auf der Bedienoberfläche des JX-08 befinden sich nur 2 Taster für Chorus 1 und 2 und für Reverb, das alleine wäre schon eine Verbesserung gegenüber den 2 Chorusvarianten des JX-8P. Drückt man beide Chorus-Taster zugleich, kann man weitere Effekte abrufen. Insgesamt sind 17 Effektalgorithmen abrufbar, darunter gelungene digitale Emulationen des Juno-106 und CE-1 Chorus, diverse Delays, Drive und Sättigungseffekte, Bitcrusher, Phaser und Pitch-Shifter. Von klassisch vintage bis modern lässt sich der Sound damit gestalten und das in sehr guter Qualität. Über langen Druck auf den Reverb-Taster lässt sich auch dieser Effekt anpassen, nicht ganz so umfangreich wie die Modulationseffekte, aber immerhin gibt es 5 Progamme von Raum über Halle zu Plate.

Alle Effekt-Algorithmen des JX-08 samt der 4-stelligen Abkürzung im Display. Manches lässt sich mit nur 4 Zeichen leider schlecht abkürzen. Das ist eine klare Verschlechterung gegenüber dem Original.

Arpeggiator, Step-Sequencer und Note-Mode

Die rechts positionierten farbigen Buttons, die Arpeggiator, Sequencer und Note-Mode schalten, sind die augenscheinlichsten Design-Zitate des Vorbildes JX-8P, sind sie doch in denselben Farben wie beim Original gehalten.

Ein Arpeggiator und ein Sequencer als Zugabe sind heutzutage Standard. Der Sequencer des JX-08 ist dabei durchaus gelungen. Besser gesagt: die Sequencer. Zwei Step-Sequencer mit bis zu 64 Steps im Dual-Mode und auch unterschiedliche Pattern-Längen sind möglich. Erfreulich ist zudem, dass auch Parameterveränderungen in den Sequenzen aufgezeichnet werden können und zwar als Overdubs theoretisch unbegrenzt. Insgesamt können 2 Bänke zu 64 Patterns abgespeichert werden. In den Patterns werden auch die gewählten Patches mit abgespeichert. Auf diese Weise können zumindest Klangkombinationen mit abgespeichert werden, einen andere Möglichkeit Performances  abzuspeichern – einen Perfomance-Mode gibt es leider nicht.

Im Note-Mode kann man die ersten 13 Taster rechts des Displays als Keyboard mit einer Oktave Umfang verwenden.

Die Zuordnung der Taster zu Notenwerten im Note-Mode. Anschlagsdynamik gibt es da natürlich nicht. Um den aufgerufenen Sound zu prüfen oder um Sequenzen zu programmieren, ist das Feature aber trotzdem nützlich.

Das Display selbst ist leider nur eine vierstellige 7-Segment-Anzeige. Ein OLED-Display im Blaugrün des Originals hätte ich da eigentlich erwartet. So ist man auf die 4-stellige 7-Segment-Anzeige des JX-08 angewiesen, ein Rückfall in längst überwundene 80er Bedienkonzepte.

Klang, Performance und Bedienung

Zusammengefasst ist der kleine JX-08 im Gegensatz zu seiner Erscheinung ganz schön groß. Am Boutique-Formfaktor haben sich schon viele Rezensienten abgearbeitet, ich möchte aber trotzdem kurz meinen persönlichen Senf dazu abliefern. Ich bin kein Freund des Boutique-Formfaktors. Die Fader-Wege sind zu kurz. Natürlich kann man das über MIDI umgehen. Auch finde ich Mini-Klinkenausgänge in einer professionellen Studioumgebung und auf der Bühne fehl am Platz, ganz abgesehen von einem Netzteil mit USB-Anschluss. Dabei ist das, was aus den Mini-Klinkenbuchsen an Audioqualität herauskommt, sehr anständig. Der JX-8P ist seit dem 3er Update auch im wesentlich teureren Jupiter X und im Jupiter Xm als JX-08 Modell an Bord. Klanglich wäre mir da kein wesentlicher Qualitätsunterschied zum Boutique-Modell aufgefallen. Die analogen Audio-Schnittstellen sind bei Jupiter X und Xm aber eben  bühnentauglich und professionell. Das wiederum lässt sich Roland teuer bezahlen. Erfreulich hingegen sind die MIDI-Ein und Ausgänge beim JX-08 Boutique in vollem DIN Format.

Klanglich macht der JX-08 viel Freude. Die Emulation des 80er Sounds ist überzeugend, dank Dual-Modus samt zwei Step-Sequencern mit Parameter-Recording und den überzeugenden Effekten ist die musikalische Bandbreite deutlich größer als beim Original.

Im Gegensatz zum JD-800 ist der JX-8P derzeit noch nicht in der Roland Cloud und somit in der DAW verfügbar. Das ist aber wohl nur eine Frage der Zeit.

Abschließend noch ein Hinweis zu den Klangbeispielen: Alle wurden unter Verwendung des K-25m Keyboards live eingespielt. Ich bin zwar kein Fan von Keyboards mit verkleinerten Tasten, aber das K-25 lässt sich aus meiner Sicht im Rahmen der Möglichkeiten ordentlich spielen.

Der JX-08 on YouTube

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Und hier noch ein schöner Klangvergleich zwischen Roland JX-08 und JX-8P

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Fazit

Möchte man den JX-8P Sound in seinen Produktionen einsetzen und ist nicht Besitzer des Originals oder eines Jupiter X oder seines kleineren Bruders Jupiter Xm, ist der JX-08 eine Überlegung wert, zumal er trotz Boutique-Formfaktor besser bedienbar ist als das Original mit seinen Folientastern. Der zugehörige Progammer PG-800 ist rar und alleine teurer als der JX-08, der klanglich das Original überzeugend nachbildet.

Roland bewirbt Zen Core auch unter dem Aspekt, dass das Produkt den Austausch zwischen Hardware und Software, also der Roland Cloud und den neuen Hardware-Produkten möglich macht.

Alleine dass eine Übersicht erforderlich ist (Liste hier anklicken), zeugt davon, dass der Status aktuell sehr unübersichtlich ist. So bleibt für sich solitär betrachtet der JD-08 überzeugend, aber für Besitzer von Roland Cloud und aktueller Roland Hardware ist es derzeit wohl sinnvoller abzuwarten, ob und wie die JX-8P Software in der jeweiligen Hardware nutzbar sein wird – oder eben auch nicht.

Plus

  • Klang
  • Funktionen des PG-800 Programmers implemetiert
  • Neupreis unter dem Gebrauchtmarkpreis des PG-800 ohne JX-8P
  • bis zu 20 Stimmen gegenüber 6 des Originals
  • Dual-Mode, 2 Step-Sequencer mit Parameter-Aufzeichnung
  • umfangreiche Effektsektion

Minus

  • Boutique-Formfaktor
  • Stromversorgung über USB-C, Netzteil nicht mitgeliefert
  • unklarer Status, in welcher Form der JD-08 weiter in Cloud und anderer aktueller Roland Hardware verfügbar sein wird

Preis

  • 395,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Numitron AHU

    Kam nicht der jx10 und die rackversion nach dem jx8p? Zitat „Rolands letzter vollständig analoger Synthesizer“.

    Gut, dass dieses Modell mehr als 4 stimmig ist.
    Eventuell kommen ja noch 8 stimmige Juno 60/106 und Jupiter 8 Modelle.

  2. Profilbild
    pulpicon

    Der JX-8P ist doch schon lange als MODEL EXPANSION für Zenology (DAW Plugin) verfügbar, war seinerzeit sogar das erste erhältliche Model für Zenology. Kann man in der Roland Cloud Trial Phase dann sogar kostenlos testen.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Kollege Toneup meinte Standalone nicht für Zenology. So wie es das für D-05/D50, JX3P, XV gibt inklusive Laden der alten Patches vom Gerät. Was in Zenology nicht möglich ist.

      • Profilbild
        mudi2000

        Beim JD-800 kann man aber weder in der Zenology Model Expansion, noch im Standalone Plugin, noch in der Hardware alte Presets laden.

        Ich finde es auch sehr verwirrend. Was außerdem als Roland-Cloud User nervt ist, dass nach der JD-800 Expansion die es noch für Zenology Pro gab, mehrere Model-Expansions erschienen sind, die man anscheinend nur in der Hardware nutzen kann. Da es sich hier um ein Abo handelt würde ich auch erwarten, dass das auch hier kommt. Wenn da nichts passiert, bis das Abo abläuft werde ich es auch kündigen bzw auf das kleine für 3 EUR /Monat downgraden. (als Preset Synth ist Zenology für das Geld auch OK).

        • Profilbild
          TobyB RED

          Dem Ingenieur ist nichts zu schwör. https://bit.ly/3x7YZgf Da am Ende des Tages irgendwo SysEx Daten und HexStrings von A nach B fliegen, kann man diese so man die Regeln kennt, konvertieren. Ob man das nun in Apple Numbers machen muss sei dahingestellt. Wurde im KVR Forum auch schon für andere Geräte und Plugins von Roland diskutiert. Für XV und SRX Patches wurde das mit einem Python 3.2 Script erledigt.

  3. Profilbild
    mdesign AHU

    ich verstehe nicht, warum man ein plugin, das auch eine ipad-app sein könnte, in eine streichholzschachtel verpackt. worst of both worlds: teure hardware, trotzdem nicht wirklich bedienbar. und ein richtiger analoger mit knöpfen ist es ja trotzdem nicht.

    • Profilbild
      JohnDrum

      Das ist die traurige Entwicklung von Roland.
      Andererseits verstehe ich es: Wohnraum wird weltweit immer knapper. Also muss man auch bei der Größe der Instrumente sparen! Viele haben halt nur eine kleine Musikecke!

      • Profilbild
        toneup RED

        Ich persönlich habe einen Jupiter Xm, weil der aus meiner Sicht in Punkto Mobilität, Verarbeitungsqualität und Vielfältigkeit drei bis vier Boutiqes mindestens entspricht und daher vom Preis / Leistungsverhältnis mindestens ebenbürtig ist. Das gebrauchte D-05 so hohe Gebrauchtmarktpreise erzielen, verstehe ich persönlich nicht, da ist Key in der Cloud doch sinnvoller, oder?

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      Soundreverend AHU

      Die haben wahrscheinlich gemerkt das viele Menschen eher ein paar Hundert Euro ausgeben (können) als ein paar Tausend Euro. Und die Dinger gehen ja weg wie warme Semmeln wie es aussieht. Der D-05 wird auf eBay sogar schon höher gehandelt als der originale Preis. Krass.

      Ich war auch schon kurz davor mir den JD-08 zu holen, allerdings bin ich Roland Cloud User und denke dann für die 400 Euronen bekomme ich fast 2 Jahre volle Cloud finanziert und dann reicht mir auch das Plugin für ein bisschen JD Feeling. Vor allem weil der JD-990 noch im Rack hängt.

      Was mich bei der Roland Cloud allerdings richtig nervt ist, dass die einfach keinen Midi Program Change anbieten (wollen). Total daneben. Die Sounds mit der Maus oder Tastatur durchhören ist nervig.

      • Profilbild
        TobyB RED

        Welche der Roland Cloud Plugins meinst du? Die meisten können MIDi CC. Ich würde mal den MIDI Datenverkehr mitschneiden. Die MIDI Implementierung mit MIDI Learn zu dokumentieren, halte ich allerdings auch für ziemlich sportlich, Anfänger fallen da hinten runter und den Profi kostet das Zeit.

        • Profilbild
          Soundreverend AHU

          Naja alle 😃 midi Program Change ist ja kein CC. Ich würde gerne wie z B mit einem Integra ode sonst auch allen anderen HW synths die 128 Programme durchsteppen. Mit oder ohne Bank Select. Auf meinem guten alten MKB 300… habe das auch schon als Feature Request bei Roland angefragt, leider ohne Gehlr zu finden…

          • Profilbild
            TobyB RED

            MIDI CC#32 und aufwärts, die Frage ist, wurde das implementiert? In Logic könnte man das mit dem MIDI Eventlisten checken. Wenn ich am Rechner vorbeikomm check ich das.

            • Profilbild
              Soundreverend AHU

              Hm. Ich meine CC#32 ist doch für den Bank Select der zusätzlich zum PC geschickt wird?

              Ich hatte das schon mit Roland diskutiert und bei GearSpace gibt es einen Roland Mitarbeiter (Brian?) der schon bestätigt hat das es keinen PC gibt. Und es wohl „sehr kompliziert sein soll das zu implementieren“.

              Komisch weil das sogar bei vielen Freeware Plugins funktioniert. Vielleicht benutzen das viele User auch einfach gar nicht mehr und ich bin Old School.

              • Profilbild
                TobyB RED

                Also Programm Change wird tatsächlich nicht verstanden. Jedenfalls wenn man nach der MIDI SPEC geht. Habs grad in Logic mit dem Event Editor probiert. Es funktioniert nur in Verbindung mit entsprechender Hardware. D-05 steuert D50 und S1 und S8 ihre ACBs. Oder die JunosX/JupiterXm steuern ihre Modelle.

                Also Brians Argumentation kann ich so nicht nachvollziehen. Program Change ist recht einfach zu implementieren. Ich hab unten das MIDI Kompendium vom ZEM angefügt. Das Verfahren zum Program Change ist nun wirklich keine Raketenwissenschaft.

                https://bit.ly/3NNugKF

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            t.goldschmitz RED

            Das ist absolut richtig Soundreverend.
             
            Es gibt Synths/Geräte, die verstehen nur PC (MIDI 0xC0 – 0xCF für den Kanal , dann 0x00 – 0x7F für das Programm). Das sind dann 127 Programme pro Kanal (0x steht allgemein für Hexadezimalnotation).
             
            Beispiel: Programm 64 auf Kanal 1: 0xC0 0x80
             
            Wenn dann der Bank Select MSB dazukommt (die Grobeinstellung, MIDI CC 00), dann schickt man zuerst den Bank Select MSB und DANN den PC auf dem selben Kanal. Das gibt dann 16384 abrufbare Presets, also 127 hoch 2).
             
            Beispiel: Bank 32 von Programm 64 auf Kanal 1: 0xB0 0x00 0x40; 0xC0 0x80
             
            Kommt jetzt noch der Bank Select LSB (die Feineinstellung, MIDI CC 32) nach dem MSB und vor dem PC, dann hat man satte 2048383 (127 hoch drei) die man Ansprechen kann. Auf einem Kanal wohlgemerkt!
             
            Beispiel: Bank 1024 von Programm 64 auf Kanal 1: 0xB0 0x00 0x40; 0xB0 0x40 0x40; 0xC0 0x80
             
            Hoffe, ich konnte alle Klarheiten beseitigen. :P
             
            Über zwei Millionen mögliche Programme, die angesprungen werden können. Dafür bekommt man zwar keine Curt Cobain Gitarre, aber ich glaube da passen alle Roland-Cloud-Presets locker rein.

    • Profilbild
      wolftarkin AHU

      Und für Andere ist es Best of both worlds. Ich will nicht auf einer Äpp rumtatschen.
      Und bedienbar ist der Kleine sehr gut. Vielleicht nicht alle Boutiques, aber der und der Sh-01a auf jeden Fall. Schon ausprobiert? Mal davon abgesehen, daß das Original auch keine Knöpfe hatte. Die hat man jetzt, plus mehr Stimmen und sonstige Verbesserungen.
      Und „echte“ Analoge will ich gar keine, solange mich das Ergebnis überzeugt.

      • Profilbild
        Stephan Merk RED

        Naja, die preise sind schon gesalzen. Ich habe jetzt eine TR-08, JU-06A und D-05. SH-01A, JD-08 und JP-08 wären dann nochmal 1.200 Euro drauf, dann kosten mich alle Sechs mehr als ein vollausgestatteter moderner Synth mit Charakter. Und dazu brauchst Du dann ja noch Dock oder Keyboard, 5x Tastatur-Dock mit den Einschränkungen wären nochmal 500 Euro drauf. Finde ich alles schon sehr teuer. Ich blicke auch nicht, ob ich einen Vorteil hätte, wenn ich alle verkaufe und mir einen JUPITER-XM oder so hole, auch kann meine MC707 manche. Cloud lehne ich ab, 150 Euro für eine Software, die ich nur eingeschränkt bedienen kann, finde ich auch etwas unangemessen, also alles nicht ganz einfach. Und es geht am Ende um Sounds der 80er und 90er, nicht mal das Beste von Heute…::D

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          toneup RED

          Ich persönlich habe einen Jupiter Xm, weil der aus meiner Sicht in Punkto Mobilität, Verarbeitungsqualität und Vielfältigkeit drei bis vier Boutiqes mindestens entspricht und daher vom Preis / Leistungsverhältnis mindestens ebenbürtig ist. Das gebrauchte D-05 so hohe Gebrauchtmarktpreise erzielen, verstehe ich persönlich nicht, da ist ein Cloud Livetime Key doch sinnvolle, oder?

  4. Profilbild
    8 Bit Fighter

    Man hätte im Test erwähnen sollen, daß bei JX-08 im Vergleich zum Original Parameter wie Sync+ Cross, Filter Modulation durch Modwheel und Detune im Unisono fehlen.

      • Profilbild
        chardt

        Es sind nur fünf Verbastelungen der Typenbezeichnungen, beim Lesen fühlte es sich nach mehr an ;)

        „in diesem Test dem JD-08“ -> JX-08

        „Rekreation des im JD-XP verbauten“ -> JX-8P

        „der Prozessor des JP-08 bis zu 20 Stimmen“ -> JX-08

        „das wurde beim JD-08 trotz des“ -> JX-08

        „solitär betrachtet der JD-08 überzeugend“ -> JX-08

        Nichts für ungut, Carsten

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          toneup RED

          JD -08 – JX 8P
          D50- D05
          JD-Xa…ähm nix…
          ev. kommt man als Roland Power User seit über 30 Jahren mit den Modellbezeichnungen aufgrund der steten Wiederverwertung auch einmal durcheinander, ich hoffe es ist mir verziehen ;-)

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          Tyrell RED

          Vielen Dank, hoffe ich habe alle erwischt. Da hat unser Lektor offensichtlich geschlafen ;)

          • Profilbild
            chardt

            Bis auf den einen am Ende des Fazit hast Du alle erwischt, gut so ;)
            Es gibt normal Schlimmeres als Tippfehler, aber an ein paar Stellen musste ich doch erst mal überlegen, welcher jetzt wirklich gemeint ist.

  5. Profilbild
    audiolog

    „….wobei wir uns in diesem Test dem JD-08, also der digitalen Neuauflage des JX-8P widmen.“
    „…neben einer digitalen Rekreation des im JD-XP verbauten analogen Chorus 17 weitere Effekte…“

    Bonus:
    „…Gegenüber den 6 Stimmen des Originals kann der Prozessor des JP-08 bis zu 20 Stimmen “

    Ist nicht schlimm, die meisten Leser korrigieren das bestimmt unterbewußt während der Lektüre. Wollte nur ein wenig Spaß machen.
    ; )

  6. Profilbild
    louM

    Dies ist wohl der erste und letzte Synth, den Roland an Espen Kraft zum Review gesendet hat 🤣

  7. Profilbild
    LeSarrois

    Hab mir die Kiste sofort geholt und hatte das Glück sogar während Coronitis-Engpässen eine zu bekommen (THX SixandFour🤘). Ja, die Bedienung ist aufgrund des Formfaktors wirklich bescheiden. Und ja, warum macht Roland sowas? Ein bisschen mehr Plastikfläche kostet jetzt auch nicht die Welt.
    Aber ganz ehrlich, sobald der Sound aus den Monitoren strömt ist aller formatbedingter Unmut dahin. Die Kiste klingt wie sie soll. Fett, analog, 80iger. Mehr wollte ich nicht. Bin kein Fan des Rolandsounds ab Mitte 80iger. Aber alles davor ist wirklich super. Ein MKS 50 und dazu den JX-08 und die frühe 80iger Sonne geht auf😊
    Vielleicht eine Frage an den Tester: Mein Exemplar produziert in bestimmten Konstellationen ein hörbares Grundrauschen beim Tastenanschlag (nein, Chorus ist aus). Ist das bei Deinem Modell auch so?

    • Profilbild
      toneup RED

      Hallo, MKS-50….hmmm..ja schön…ds werden SCHÖNR Erinnerungen wach. Ein auffälliges Grundrauschen wäre mir nicht aufgefallen. Allerdings ist der Ausgangspegel des Boutique bauartbedingt bescheiden und ich musste am Pult schon die Eingangsvestärker bemühen.

    • Profilbild
      sonicbits

      Bei meinem JD-08 ist das auch so und liegt wohl am USB Anschluss. Wenn ich jedoch Batterien einlege und beim Einschalten die „Manual“ Taste halte, habe ich kein Rauschen mehr, die Speisung kommt dann nicht mehr vom USB.
      Ggf. ist es beim JX eine andere Taste, einfach mal im (online) Manual nachschauen.

  8. Profilbild
    FairlightCX

    Ich habe das Original gut 10 Jahre besessen und maße mir deshalb ein Urteil an: die sterilen Oszillatoren, das nasale Filter mit metallischer Resonanz und die schlappen Hüllkurven scheint Roland hier gut getroffen zu haben, es fehlen nur noch die Nebengeräusche und das hohe Grundrauschen. Im Ernst: ein echter JX8P lässt sich immer noch bezahlen und PG8X gibt es als VST umsonst, dafür aber mit mehr Möglichkeiten und vor allem mehr Stimmen. Plastikspielzeug mal wieder, welches an die goldene Ära der Firma erinnern soll.

  9. Profilbild
    Elokom

    Hallo, der üblichen Kritik promovierter Grobmotoriker würde ich widersprechen, aber irgendwie wird hier schon erkennbar, dass Roland da einen „Hit“ gelandet hat (am Anfang waren’s drei…), der nun gnadenlos ausgelutscht wird: alles Gute alter Zeiten wird nun in die Retroboutique gestopft. Das spricht gerade auch den Sammlerinstinkt an und das die Synths a.) in Summe ganz schön ins Geld gehen und b.) in der Cloud oder anderen Roland Produkten schon drin sind, fällt dann gar nicht mehr so sehr auf. Ich persönlich habe mir die drei, vier gekauft, die mich interessieren und gut is.

  10. Profilbild
    the_sequencer

    Hab jetzt im Roland Regal Ju-06A, SE-02, SH-01A & D-05, TB-03 da wär noch ein Platz frei..aber…..

    Wollte mir den JX-08 oder JD-08 Boutique holen….aber leider hatte mein Händer 7-8 Wochen wartezeit, da habe ich mich anders entschieden…….

    hab jetzt zum gleichen Preis Arturias V Collection bekommen, hatte vorher Analog Lab ……. Früher war ich mit VSTs auf Kriegsfuß aber mit nem Leistungsfähigen Rechner, läuft und klingts jetzt richtig gut……Bei den Boutiques ist schade das da keine Updates gemacht werden…..der D-05 kann immer noch keine Bank Selects und Program Memories beim Starten. Version 1.07 ist von Januar 2019! Ein externes programmieren ohne D-tronics DT-01 ist nahe zu unmöglich…..Die Roland Cloud hatte ich jetzt ein Jahr aber das dauernde ein und ausgelogge hat ziemlich genervt……hoffe das kriegt Roland mal besser hin….bei Korg und Arturia läuft das ja ohne Probleme……..
    Hab jetzt meinen alten Roland JV-1010 mal wieder eingeschaltet und wow der klingt ja auch richtig gut nach 80s, zwar nicht ganz so Hifi Mäßig wie der JV-5080 ( den hatte ich leider verkauft)…..
    hoffe Roland bringt auch mal ein gescheites Racksystem für die Boutiques gerade wenn man mehrere Hat, es gibt ja einige Bastellösungen, habe jetzt 5 von den Überteuerten DK-01 ständern gekauft….
    Finde die beiden neuen Boutiques klingen beide klasse….aber man kann auch gut ohne…..

  11. Profilbild
    Codeman1965 AHU

    ´< "…Bei den Boutiques ist schade das da keine Updates gemacht werden…" >

    Ist eine Unsitte, die aber nicht nur Roland betrifft.
    Bei manchen Herstellern hat man so das Gefühl, daß die mal eben ein, zwei „Alibi-Updates“ auf den Markt schmeissen, und dann zur Tagesordnung übergehen.

    Das ist ärgerlich, weil sich dadurch mitunter auch Hardware nicht mehr ohne Weiteres mit dem Rechner verträgt, bzw. Bugs oder vergrützte Features nicht behoben werden.

    Und weil eben viele Geräte heute halbfertig in die Läden kommen, hat das Ganze immer öfter was von Lotto-Spielen…

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