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Test: the t.bone BC500, Broadcast Studiomikrofon

6. Dezember 2021

Fetter Radio-Sound zum Einstiegspreis

the tbone bc500 test

the t.bone BC500, Broadcast Studiomikrofon

Jeder kennt ihn, den typischen Radio-Sound: direkt, kräftiges Low-End und immer durchsetzungsfähig. Auch dann, wenn über Musik gesprochen wird. Auch bei der Produktion von Hörbüchern oder den aktuell angesagten Webcasts ist ein spezieller Sprachklang gefragt. Forscht man nach geeigneten Mikrofonen, stößt man stets auf das Shure SM7B. Mit dem the t.bone BC500 bringt das Musikhaus Thomann nun einen Vertreter auf den Markt, der dem Shure SM7B nicht nur zum Verwechseln ähnlich sieht, sondern eben genau diesen speziellen Stimmen-Sound liefern soll.

Die Firma the t.bone

Längst schon sind die Produkte der Thomann Eigenmarke the t.bone unter Musikern und Tontechnikern bekannt. Das erstklassige Preis-Leistungs-Verhältnis und der oftmals erstaunlich gute Klang machen diese Produkte aus. Ob als Einstieg oder Ersatz-/Alternative für ein teureres Fabrikat, die „the t.bone“-Produkte machen einen guten Job.

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the tbone bc500 test

Das Produktrepertoire umfasst mittlerweile eine große Palette an Mikrofonen drahtloser wie kabelgebundener Form sowie einige Spezialisten, zu denen auch das the t.bone BC500 gehört.

the t.bone BC500 – was bietet das Broadcast-Mikrofon?

Das the BC500 ist wie sein Vorbild SM7B ein dynamisches Mikrofon. Das Gehäuse hat die Form eines Zylinders und die Kapsel ist unter einem Schaumstoffüberzug verborgen. Die Richtcharakteristik ist die einer Niere und somit ist das Mikrofon an seiner Rückseite recht unempfindlich.

Der Frequenzbereich wird von Thomann mit 50 Hz bis 16.000 Hz angegeben. Der maximale Schalldruckpegel beträgt satte 135 dB. Damit kann das Mikrofon auch vor sehr lauten Schallquellen wie zum Beispiel einer Trompete verwendet werden. Die Empfindlichkeit liegt bei -58 dB. Das ist nicht viel und bedarf einer ordentlichen Verstärkung. Die Impedanz liegt bei 200 Ohm (@1 kHz). Das Mikrofon und auch die Verbindung zum Mikrofonstativ sind mit schwarzer Farbe lackiert. Mit einem stolzen Gewicht von 0,73 kG bringt das the t.bone BC500 genauso viel auf die Waage wie das Vorbild Shure SM7B.

bc500 the tbone test

 

Betrachten wir die Rückseite. Auch hier ähnelt das the t.bone BC500 dem Shure SM7B dahingehend, dass eine schaltbare Bassabsenkung (Low-Cut) sowie ein Mitten-Boost vorhanden sind. Über kleine „DIP-Switches“ lassen sich beide getrennt voneinander einstellen. Beim Original sind diese versenkt angebracht. Die Schalter des BC500 lassen sich hingegen auch ohne Hilfsmittel bewegen, der Fingernagel reicht.

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Das berühmte Shure SM7B dürfte Pate für das the t.bone BC500 gestanden haben

Es gibt jedoch auch Unterschiede: Während das Shure SM7B über eine Aufhängung in einer Gabel verfügt, in der auch die XLR-Buchse zum Anschluss des Mikrofonkabels untergebracht ist, ist die Halterung des the BC500 nur einseitig am Mikrofon angebracht. Die XLR-Buchse befindet sich an der Rückseite des Mikrofons. Das gefällt mir gut, denn das kurze, recht dünne und fest mit dem Mikrofon verbundene Kabelstück zur XLR-Buchse des Shure SM7B ist zugleich eine Schwachstelle. Wird es beschädigt, ist eine aufwändige Erneuerung fällig.

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Das the t.bone BC500 Broadcast Mikrofon besitzt eine integrierte Stativhalterung mit Schwenkbügel

Die Bassabsenkung des BC500 setzt unterhalb von 200-250 Hz ein. Die Mitten und Höhen werden durch das Präsenzfilter bei 2 kHz, 6 kHz und 9 bis 10 kHz geboostet, legt man den zweiten DIP-Schalter auf der Rückseite um. Beide Bearbeitungen können auch kombiniert werden. Auch dies ähnelt dem Präsenzfilter des Shure SM7B stark.

Einsatzgebiete des the t.bone BC500

Das BC500 ist wie sein Vorbild Shure SM7B kein Allround-Mikrofon. Das muss es aber auch gar nicht sein. Es will vielmehr ein Spezialist sein für alles, was mit Sprache zu tun hat.

Beim Radio begegnen uns vielfach sehr wuchtige, voluminöse Sprecherstimmen, die sich trotz ihrer manchmal schon fast wummernden Bässe selbst bei lauten Fahrgeräuschen im Auto spielend über diese hinwegsetzen. Dieser durchsetzungsfähige und doch warme und voluminöse Klang ist es, der dem Shure SM7B zu Eigen ist und auch das BC500 als Abkömmling prägt. Doch auch im Studio wird das Vorbild häufig eingesetzt. So sieht man bei mancher Studio-Dokumentation gerade Rocksänger mit einem Shure SM7B vor dem Mund anstelle eines teuren Kondensatormikrofons. So zu sehen zum Beispiel in der Studio-Dokumentation zum letzten Springsteen Album „Letter to you“.

Aufgrund des hohen möglichen maximalen Schalldruckpegels eignen sich Vorbild und Nachbau auch sehr gut für Instrumente wie Trompete, die einen sehr hohen Pegel im Abstand bis 1 m produziert. Auch der Bass-Amp, der Gitarren-Amp und, als Geheimtipp, das Saxophon lassen sich prima mit SM7B oder the t.bone BC500 mikrofonieren. Immer wieder begegnet man dem Vorbild auch an Bassdrum oder Standtom. Aufgrund der großen Ähnlichkeit bietet es sich also an, das BC500 auch an diesen Instrumenten einmal auszuprobieren.

the tbone bc500 test

Auf der Rückseite befinden sich die beiden Miniaturschalter für das Lowcut- und Präsenzfilter sowie der XLR-Ausgang

Praxis – Verstärkung notwendig

Vor dem Kauf des the t.bone BC500 sollte man einen Blick auf das Datenblatt des Mikrofonvorverstärkers werfen. Liefert dieser weniger als 60 dB Verstärkung, ist unbedingt ein adäquater Verstärker mit mehr Gain erforderlich.

Getestet habe ich das the t.bone BC500 mit Vorverstärkern eines iConnectivity iConnectAudio 2 Interfaces und am Behringer X32 Rack. In beiden Fällen mussten die Gain-Regler für eine ausreichende Verstärkung bis zum Anschlag aufgedreht werden. Also Achtung bei sehr günstigen Mikrofon-Preamps! Viele günstige Preamps rauschen im letzten Viertel des Regelweges recht deutlich. Das möchte man natürlich nicht mit auf der Aufnahme haben.

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Bereit für den Test: Das the t.bone BC500 Broadcast Mikrofon

Eine Alternative zum Neukauf eines Preamps ist beispielsweise die Anschaffung des Cloud Microphones Cloudlifter CL-1 Mic Activator, der einen Pegelschub von 25 dB für passive Mikrofone und Bändchenmikrofone liefert. Der Cloudlifter kommt aus den USA und wird einfach zwischen Mikrofon und Vorverstärker geschaltet. Die aktive Elektronik wird per Phantomspeisung versorgt. Für Besitzer eines Shure SM7B gehört der Cloudlifter schon fest zum Alltag. Mehr dazu erfahrt ihr im Test des Cloudfilter CL-ZI.

Ein beliebtes Hilsmittel zur Unterstützung schwachbrünstiger Mic Preamps: Cloudlifter CL-1

Eine günstigere Alternative findet man im Thomann FetAmp, der gleichzeitig eine Impedanzanpassung vornimmt und eine Verstärkung von 28 dB bietet. Verwandt ist dieser mit dem Vorbild von TritonAudio, dem FetHead. Kostenpunkt: 69,- Euro. Noch günstiger geht das mit dem Klark Teknik Mic Booster CT1, der um 25 dB verstärkt und gerade einmal 25,- kostet.

the t.bone BC500: Test im Tonstudio

Für den Test habe ich zunächst Sprachaufnahmen ohne weitere Bearbeitung gemacht. Genutzt wurden lediglich die am Mikrofon zur Verfügung stehenden Filter. Das Ergebnis kann sich bereits hören lassen. Allerdings ist das Signal durch die mangelnde Verstärkung sehr gering. Aus diesem Grund musste ich für die Klangbeispiele normalisieren, was natürlich das Rauschen in den Sprachpausen weiter anhebt. Der Klang ist bereits ohne weitere Bearbeitung druckvoll und gefällt mir sehr gut. Er erinnert mich deutlich an das Shure SM7B. Insbesondere die Präsenzanhebung schiebt bei Bedarf die Stimme schön weit nach vorne.

the tbone bc500 test

Nach diesem ersten positiven Test soll das Mikro beweisen, dass es den typischen Radiosprecher-Sound auch tatsächlich beherrscht. Ein Voiceover über einen schnell zusammengebastelten Track soll aufgenommen werden. Die mit dem the t.bone BC500 aufgenommene Stimme wird kräftig komprimiert und mit einem EQ weiter bearbeitet. Dabei booste ich vor allem im Bassbereich, um den typischen dröhnenden Bass der Radiosprecher noch stärker herauszustellen. Viel ist gar nicht mehr nötig, denn schon der Kompressor verleiht der Stimme eine ungeheure Wucht. Mit dem EQ dazu geht es dann ohne lange Experimente in die richtige Richtung. Nun drücke ich den Musik-Track mit einem eigenen Kompressor und per Sidechaining beim Einsetzen der Sprache etwas in den Hintergrund und schon kommt echtes Radio-Feeling auf. Toll!

Ich schaue noch einmal auf das Preisschild des Mikrofons und muss sagen: Testet diese Mikrofon selbst. Es passt bestimmt nicht zu jeder Stimme und auch nicht zu jeder Situation. Für seinen speziellen Anwendungszweck jedoch ist es der Hammer und vom Original nicht allzu weit entfernt. Das gesparte Geld kann man dann in einen passenden Preamp investieren, den man auch beim Shure SM7B zwingend benötigt.

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Fazit

Was das Musikhaus Thomann hier unter dem Dach der Eigenmarke the t.bone auf den Markt gebracht hat, ist unglaublich. Für schlappe 79,- Euro erhält man ein mehr als brauchbares Mikrofon für Sprachaufnahmen und auch das eine oder andere pegelstarke Instrument.

Die Verarbeitung ist prima und der Sound ist es auch. Das Vorbild Shure SM7B will das the t.bone BC500 auch gar nicht verleugnen. Leider konnte ich keinen 1:1 Vergleich starten, habe das Shure SM7B aber noch gut in Erinnerung, zumal man es fast täglich im Radio neben seinem Kollegen EV RE20 hört. Ob Webcasting, Sprachproduktion für Hörbuch und Co oder eben Instrumente, mit dem the t.bone BC500 macht man erst einmal nichts falsch. Der Sound steht sofort und ist ziemlich unverwechselbar nah am Original. Was will man mehr?

Plus

  • Verarbeitung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Sound
  • Effizienz der Filter

Minus

  • benötigt viel Gain

Preis

  • 79,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Da hat der Hans vom Uli schon einiges gelernt….

  2. Profilbild
    kinsast

    „Leider konnte ich keinen 1:1 Vergleich starten, habe das Shure SM7B aber noch gut in Erinnerung“…

    Beides ergibt keinen Sinn, wie schwierig kann es sein das überall erhältliche SM7 zu bekommen – sich auszuleihen..? Thomann fragen?

    Zum anderen: einen Klang den man ‚gut in Erinnerung‘ und das in ganz anderen Situationen/Raeumen ist nicht möglich.

    Leider fehlt In diesem Bericht eindeutig was.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      Es war kein Vergleich geplant, sondern ein Test des Thomann Produkts, welches an das Shure SM7B optisch und auch klanglich angelehnt ist. Hätte hier zufälligerweise eines herumgelegen, hätte ich einige vergleichende Hörbeispiele erstellt. Da man das SM7B aber fast täglich irgendwo hört und ich es auch schon vor der Nase hatte, ist mir der grundlegende Klangcharakter durchaus vertraut. Und Thomann hat ja keine 1:1 Kopie gebaut, sondern im Stile von. Da reicht das m. E. aus.

    • Profilbild
      Tarause

      Ich kann die ständige Leier der „bitte alles Vergleichen!“ nicht nachvollziehen. Sie sind völlig sinnlos.
      Erstens haben Käufer später dann oft nur ein Mikro in ihren Homestudio in Gebrauch. Zweitens kommen solche Vergleiche oft noch aus Hifi-Kreisen, wo mit geschwurbelten Worten und Satzkreationen versucht wird, irgendetwas an „Klang“ zu beschreiben. Drittens, die viel zu bequeme und faulen Anhängerschaft solcher „Klangvergleiche“, die sich dann auch noch allzugern auf so etwas verlässt, weil ja irgendeine klangvergleichende „Expertise“ bereits ausreichend zu sein scheint.

      Fünftens und das ist meiner Meinung nach der wichtigste Aspekt, versagt in blinden Hörtests regelmäßig unser Gehör. Wenn wir nicht wissen, was wir optisch oder wissend vor uns haben, hören wir: sehr wenig. Man weiß noch nicht einmal, welche Bearbeitung einer Aufnahme genau widerfahren wurde.

      Daher vielen Dank an Markus Galla, ich sehe diesen Test eben so, bitte selbst zu testen. So habe ich es immer gemacht und habe bereits einige Favoriten kennengelernt, die manche „Expertise“ gar nicht erst bemerkt hat und andere „Rohrkrepierer“, die von Expertisen hochgelobt werden.

      Vergleiche muss man selbst machen, man kommt einfach nicht daran vorbei. Wer sich dabei auf andere verlässt, hat es nicht kapiert. Egal wie teuer ein Gerät ist, Klang MUSS selbst im eigenen Umfeld beurteilt werden.

      • Profilbild
        Created Dreams

        Das sehe ich etwas anders. Hier geht es ja um ein Produkt, was sich als Alternative zu einem bereits existierenden aber teureren Produkt sieht. Meiner Meinung nach ist bei einem Test also ein Vergleich Pflicht. Dabei geht es mir nicht um das subjektive Klangvermögen sondern darum, ob möglichst mit Daten eine Vergleichbarkeit gegeben ist oder nicht. Ob es am Ende für die Wertung ausschlaggebend ist, halte ich dann aber für eine andere Frage. Wenn ich als Hersteller aber definitive Assoziationen zu einem anderen Produkt wecke, muss ich es mir auch gefallen lassen damit verglichen zu werden.

        • Profilbild
          Tarause

          Wissen manche denn immer noch nicht, dass sogenannte „Alternativen“ zu bestimmten Mikrofonen eben nicht gleich klingen und schon gar nicht die gleichen Daten haben? Gerade wenn sie nur ein Bruchteil kosten?

          Wofür also ist das nützlich? Das ist doch Quatsch, sich dann immer noch auf einen „externen“ Klangvergleich zu verlassen.

          Alleine die Datasheets der einzelnen Mikros sagen doch schon alles aus, dass es eben grundverschiedene Mikrofone sind:

          Thomann:

          https://images.static-thomann.de/pics/atg/atgdata/document/gettingstarted/501460_c_501460_quick_start_guide_en_online.pdf

          Shure:

          https://www.shure.com/de-DE/produkte/mikrofone/sm7b

          Das Shure hat bereits komplett andere technische Fakten zu bieten, die das Thomann bei Weitem nicht erreichen kann.

          Das wissen professionelle Tonschsaffende sofort einzuordnen.

          • Profilbild
            Markus Galla RED

            Schon die Produktbezeichnung verrät, dass man es nicht in erster Linie mit einem Klon zu tun hat, auch wenn die optische Erscheinung es vermuten lässt (bis auf kleinere Details bezüglich des Anschlusses und der Halterung). Hier wurde ein Produkt „im Stile von“ vorgestellt und auch der Klang ist eben genau so zu sehen. Es ist ein Produkt, das eben den berühmten Radiomoderator-Sound zu liefern vermag, den man von einem Shure SM7B oder auch dem „dickeren“ Vertreter EV RE20 kennt. Das Einsatzgebiet ist also ähnlich und gerade Podcaster und YouTuber werden sich über den günstigen Preis freuen. Das gesparte Geld kann dann vielleicht in einen Preamp mit ausreichend Gain investiert werden. Und mal ganz ehrlich: Bei dem Preis ist das doch ein No Brainer, oder? Da muss gar nicht lange verglichen werden.

            • Profilbild
              AMAZONA Archiv

              Man kann ja nicht auch noch eins zu eins die gleiche Bezeichnung verwenden…. Tolles Argument…..

      • Profilbild
        Atarkid AHU

        Seh ich genauso. Man muss wissen was das Gerät zu leisten vermag, den Rest macht man besser in gewohnter Umgebung. Monitor und Mikrofone, da bestimmt der Geschmack ja auch mit. So gesehen ist das hier wieder ein super Test, der mich auf jeden Fall mal neugierig gemacht hat. Eins noch, Der Markus ist keine Labertasche. Seine Testberichte waren bisher immer fundiert, soweit es möglich war, objektiv.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Also Vergleichstests von verschiedenen Geräten brauche ich auch nicht. Bei Klonen ist das aber was ganz anderes meiner Meinung nach. Denn wenn das geklonte Gerät nur aussieht wie das Original und nicht so klingt, was macht das dann für einen Sinn?
        Ich finde Vergleiche wie zB von den ganzen Neve-Nachbauten a la golden age oder warm audio zum Original top.
        Sogar die Behringervergleiche finde ich spannend…
        Das ist dann alles HiFi? …

        • Profilbild
          Tarause

          Das Thomann-Mikrofon ist kein KLON.
          Es ist ein typischer Marketing-Versuch, auch etwas vom derzeit gehypten SM7B-Kuchen abzuzapfen, wie es momentan viele andere machen. Dass es dabei weniger um die Erhaltung des Originals geht, sollte jedem einigermaßen professionell ambitionierten Homerecordlern doch längst klar sein, gerade wenn es wie hier um erhebliche Preisunterschiede Geht.

          Es ist eine typische False Balance:

          Nur weil ein billiges Mikro die 7, das „M“ im Namen und ein zudem ähnliches Aussehen hat, hat, muss es nicht gleich auf die gleiche Stufe des Originals mithilfe eines Vergleichstest befördert werden.

          Wenn jemand doch der Meinung ist, würde ich es tatsächlich mit „Hifi-Habitus“ erklären. Sowas ist dort üblich.

          • Profilbild
            AMAZONA Archiv

            „ Mit dem the t.bone BC500 bringt das Musikhaus Thomann nun einen Vertreter auf den Markt, der dem Shure SM7B nicht nur zum Verwechseln ähnlich sieht, sondern eben genau diesen speziellen Stimmen-Sound liefern soll.“
            Für mich ist das quasi die Definition von einen Klon.
            Jetzt würde mich interessieren, was für dich ein Klon ist?
            Laut deiner Begründung sind dann die B-Geräte also auch keine Klone?

            Zu deinem obigen Argument bezüglich der Kosten, hier ein alter Kommentar von mir: „ Wenn man etwas kopiert und unter solchen Bedingungen produziert, ist es doch klar, dass es billiger wird. Man darf einfach keine Moral kennen….“

            • Profilbild
              Markus Galla RED

              Na ja, ein Klon sieht exakt gleich aus und erhebt den Anspruch, alles genauso gut zu können wie das Original, weil er im Prinzip „genetisch“ gleich ist. Das ist das, was Behringer viele Jahre lang gemacht hat. Heutzutage sind auch die Behringer-Produkte eher „im Stile von“ produziert und bekommen deshalb zurecht auch bessere Kritiken. Man legt nämlich jetzt andere Maßstäbe an. So sehe ich das auch beim diesem Mikrofon. Es bietet einen Sound und ein Design „im Stile von“, erhebt aber nicht den Anspruch exakt wie das Original zu sein. Deshalb muss es auch nicht 1:1 verglichen werden. Wird da der aktuelle Hype genutzt? Sicherlich. Aber macht das nicht jeder (auch außerhalb der MI)?

              • Profilbild
                AMAZONA Archiv

                Nach deiner Definition gibt es dann keinen Klon. Mir ist zumindest kein Gerät bekannt, dass EXAKT gleich ist und ALLES genau so gut macht.
                Kannst du mir vielleicht ein Beispiel nennen?

                • Profilbild
                  Markus Galla RED

                  Das ist doch genau das, was Hersteller vor allem in den 90ern und zu Beginn der 2000er gemacht haben. Reverse Engineering gehörte zum Alltag. Nicht umsonst haben sich einige Firmen teure Gerichtsverfahren gegönnt. Und da war es auch üblich, dass Hersteller frech behauptet haben, dass ihr Gerät alles genauso gut kann wie das Original. Und Beispiele gibt es viele: Man denke nur mal an die vielen Klone des 1176 Limiters (alte wie neue). Das Neumann U67 ist ebenfalls so ein Mikrofon, das ständig geklont wurde (wobei die Kopien stets schlechter waren). Dann haben die Chinesen in den 1990ern so ziemlich alles nachgebaut, was sie irgendwie finden konnten: Mikrofone, Vorverstärker, Kompressoren. Beliebtes Opfer war damals auch das Rode NT2, das einen guten Ruf besaß. Und ein Behringer Model D oder ein Roland SE-2 sind für mich halt schon eine andere Sache. Ich empfinde sie eher als „im Stile von“, weil sie teils auch mehr Möglichkeiten bieten als das Original, aber doch in Anlehnung daran konstruiert wurden. Noch extremer beim Deepmind, der trotzdem den Juno 106 als Vorbild nicht verleugnen kann, aber eben kein Klon ist.

                  • Profilbild
                    AMAZONA Archiv

                    Zumindest beim Deepmind bin ich bei dir. Das ist eher eine Anlehnung als Klon. Ähnlich wie der Super 6.
                    Ansonsten kommen wir wahrscheinlich nicht auf den gleichen Nenner.
                    Viele B-Sachen sind für mich, so wie auch für weite Teile der Netzgemeinde, Klone.
                    Wenn auch sehr schlechte…
                    Nichtsdestotrotz kann ich deine Argumentation nachvollziehen.

  3. Profilbild
    tonetopf

    Ist das nicht etwas schwierig, wenn ein Thomann-eigenes Musik-Magazin eine Thomann-eigene Mikrofonmarke reviewt? ;-) Dürfte meinem Geschmack nach etwas transparenter kommuniziert werden.

    • Profilbild
      Tyrell RED 1

      Das wirst du jetzt nicht hören wollen, aber wir sind redaktionell vollkommen unabhängig. Du wirst auf AMAZONA.de jede Menge Verrisse von Thomann-Artikeln finden. Wer uns kennt, weiß das – und wer die Autoren kennt, ebenso. Es gibt keine Beeinflussung von Seiten Thomas oder durch die Chefredaktion, welche Artikel getestet werden oder wie die Tests auszufallen haben. Grüße, Peter

      • Profilbild
        tonetopf

        Naja, doch – genau das wollte ich hören ;-) Weil wenn das so ist, dann ist ja alles super!

        Es ist mir nur kürzlich erst (durch Zufall) aufgefallen, dass Amazona zu Thomann gehört, was man m.e. aber nur sieht, wenn man aktiv ins Impressum schaut. Da komme ich dann als Leser erstmal ins Zweifeln, wenn Hauseigene Produkte bewertet werden – zumal es ja recht Gängig ist, dass Hersteller ihre Produkte per Video im „Review-Style“ bewerben.

        Das wär z.B. durch einen kurzen Hinweis am Anfang eines solchen Artikels (=Transparenz) verhinderbar.

        Mein Kommentar war also nicht schnippisch, sondern mehr als konstruktives Feedback gemeint.

        Lese eure Produktbewertungen oft und gerne :-)

        Liebe Grüße

        • Profilbild
          Markus Galla RED

          Da wir die Thomann-Artikel tatsächlich komplett unabhängig bewerten, erübrigt sich m. E. auch ein Kommentar zu Beginn des Artikels. Das ist das Schöne an Amazona: Es gibt keinen Maulkorb, selbst dann nicht, wenn der Produktmanager anruft :-)

          • Profilbild
            tonetopf

            Kein Ding, das glaub ich euch.
            Ich würde mir als Leser einfach nur dieses bissen mehr Transparenz wünschen. Könnte man einfach als konstruktives Feedback annehmen.

    • Profilbild
      TheTick123

      Verwechselst du evtl. Amazona mit Bonedo? Denn letztere sind ja tatsächlich ein Magazin von Thomann.

      • Profilbild
        MarlonStrobel

        Stimmt auch nicht @TheTick123. Bonedo ist ein eigenständiges Unternehmen des Remise 3 Medienservice GmbH und in keiner rechtlichen Form mit Thomann verbunden, lediglich durch Zusammenarbeit (Graphikgestaltung und Websdesign soweit ich weiß). Nichts für ungut, aber bevor man Halbwissen verbreitet bitte einfach mal im Netz recherchieren.

        • Profilbild
          TheTick123

          Ich war tatsächlich überzeugt davon, dass es korrekt ist, sonst hätte ich es recherchiert. Aber du hast recht, es gehört nicht zu Thomann.

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