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Tour-Tagebuch: Mad Max on the Road – Teil 1

18. August 2018

Rock-Tagebuch: Einmal quer durch Deutschland

 

Vorwort der Redaktion

Die Band Mad Max steht derzeit in den Amazon Hardrock-Charts ganz oben mit ihrem neuen Album. Da erinnerte ich mich daran, dass wir vor vielen Jahren einmal einen Report zu einer Live-Tour von Mad Max veröffentlicht haben.

Aktuelles Album „35“ von Mad Max (2018)

Ein Blick ins verstaubte Archiv und tatsächlich, da ist es, ein Rock-Tour-Tagebuch unseres ehemaligen Autors Kai Lünnemann, der damals Tag für Tag von seinen Erfahrungen als Live-Keyboarder von der Tour berichtet hat. Aus vielen kurzen Einzelteilen haben wir nun einen Zweiteiler erstellt. Nun, fast 10 Jahre später, feiert dieses Tagebuch sein Comeback. Ich hoffe, ihr habt beim Lesen denselben Spaß wie ich bei der Überarbeitung ;-)

Euer Peter Grandl

Das Mad Max-TOUR-TAGEBUCH – von Kai Lünnemann

Tourdauer: 10 Tage, vom 12. – 21. Juni 2009
Kai war als Keyboarder bei der Band MADMAX und als Bassist bei Support CRUSH, ZAC, BEGG AND A FRIEND zu bestaunen. Rock-Alltag in Deutschland – also der ganz normale Wahnsinn. Die einen lieben es, die anderen bevorzugen einen geregelten Arbeitstag. Und eines ist schon mal klar, geregelt ist hier gar nichts – auch wenn es am Anfang einer Tour immer den Anschein hat ;-)

Mad Max Tour-Tagebuch Teil 1

Tag 1: Donnerstag, 11.06.2009, 08:00 Uhr (ja … morgens) – Die Ruhe vor dem Sturm

Kai schließt letzte Vorbereitungen ab. Eine letzte Probe mit der Band, noch einmal schön essen und noch einmal vernünftig schlafen.

Nach nunmehr 3 Wochen der intensiven Vorbereitung und 3 Tagen des Sachen-Packens (das kann ja so was von dauern, das ganze Office kofferfertig zusammen zu packen …) geht’s nun endlich los – 11 Tage Nightliner-Tour durch die Republik mit zwei Abstechern nach Holland (Kerkrade) und in die Schweiz (Uster/Zürich) stehen bevor. Draußen tobt ein Unwetter nach dem nächsten und die Fahrt zu den letzten Rehearsals in der Nähe von Venlo hätte ich besser mit ’nem Schlauchboot meistern können.

Die Band vor Beginn der Tour

Crush vor dem Proberaum

Mit 45 Minuten Verspätung gehen die finalen Proben für „Crush, Zac, Begg and a friend“ dann aber endlich los und das Programm steht kurze Zeit später – dann lecker essen und alles noch mal im Zusammenhang durchspielen, für mich eine gute Übung, damit ich auch die Bass-Grooves tight genug rüberbringe, denn Bass-Spielen habe ich in den vergangenen Jahren ja doch gewissermaßen vernachlässigt. Nichts für ungut. Es läuft ja, und die gute Stimmung innerhalb dieser Oasis- und Neil Young-inspirierten Alternative-Combo lässt erahnen, dass die nächste Zeit amüsant wird. Kurze Pause und schon stehen die Jungs von MadMax in der Tür. Das heißt für mich umbauen auf Keyboard und mein nagelneues S90ES von Yamaha startklar machen. Es ist weniger die Angst vor falschen Tönen, sondern vielmehr die logistische Herausforderung, alle Fader und Presets rechtzeitig zu bedienen, was mich noch ein bisschen nervös macht für die nächsten Tage. Aber Rock ’n‘ Roll – Hauptsache die fetten, verzerrten Orgelsounds fegen durch den Gehörgang und ich bin mit meiner neuen Anschaffung letztlich ziemlich gut zufrieden. Es rockt das Haus und auch „Lotus“, der Hund unseres Drummers, nickt zustimmend vor der Fensterfront.

Lotus der Hund hat etwas entdeckt

Na ja – Hund ist untertrieben. Lotus ist ein „Boerboel“ (spricht sich: „Burbul“)-Kraftprotz, der ca. 75 kg wiegt und dessen Kreuz ungefähr so breit ist wie der Stamm einer ausgewachsenen Eiche. Ungefähr ähnlich stabil steht dieses herzensgute und liebenswerte Wesen dann auch in der Gegend rum und begeistert mich durch die Kombination aus Lässigkeit und purer Kraft und ich hoffe, mir für die nächsten Tage ein Stück davon abschneiden zu können. Die Proben laufen super und sind schnell geschafft. Nächste Station: das Mövenpick-Hotel in Münster (sehr zu empfehlen), das mir noch ein letztes Mal ein angenehmes Gefühl von Luxus und Räumlichkeit vermittelt. Ich ahne schon jetzt, dass die nächsten 10 Nächte weniger komfortabel werden könnten. Drei leckere Cocktails später geht’s dann ins große, gemütliche Bett. Noch mal richtig lang machen und dann wird’s auch schon dunkel.

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