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Wie plant man ein Eurorack-Synthesizer-Modularsystem?

Gedacht, gepatcht, gedreht - grundsätzliche Betrachtungen zu modularen Systemen

12. März 2022
Wie plant man ein Eurorack-Synthesizer-Modularsystem?

Wie plant man ein Eurorack-Synthesizer-Modularsystem?

Ich lasse mich bei meiner Arbeit gerne von Presets inspirieren, die ich dann entsprechend anpasse. Vielleicht war ich deswegen lange skeptisch betreffend des Einsatzes von Modular-Systemen in meinem Setup – Stichwort Speicherbarkeit – auch haben mich einige Freunde, natürlich Besitzer von Modular-Systemen, vorgewarnt: Achtung, Ressourcengrab! Andererseits bin ich ein großer Freund analoger monophoner Synthesizer. Die Möglichkeit, sich aus einzelnen Modulbausteinen einen den eigenen Bedürfnissen angepassten Synthesizer oder eine Signalbearbeitungskette zusammenzustellen, klingt verlockend. Warum also nicht doch einmal in die Welt der modularen Synthese hineinschnuppern?

Das Angebot an Cases, Modulen und Zubehör ist seit der (Wieder-) Einführung  der modularen Synthesizer vor allem durch Doepfers A-100-System geradezu explodiert, die Möglichkeiten schier endlos, man sollte daher vor der Planung und dem Kauf grundlegende Überlegungen anstellen.

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Modularsystem planen Eurorack

Ein umfangreiches Modularsystem will gut geplant sein

Eine Sache des Formates

Zunächst zu betrachten ist da einmal die Wahl der Baugröße des Systems und die Frage der Aufstellung. Im Studio ist Zoll eine maßgebliche Einheit, 19 Zoll die Standardbreite von Rack- Geräten. Auch bei Modular-Systemen gibt es Standardabmessungen, allerdings haben sich da zwei Formate im Laufe der Zeit etabliert, das Eurorack-System und das 5 HE System. Das 5 HE System basiert von den Abmessungen her auf dem klassischen Moog Modular-System und ist aufgrund der größeren Bauweise auch angenehmer zu bedienen. Die Auswahl der möglichen Module ist jedoch deutlich geringer und es ist generell hochpreisiger. Zum Einstieg in die modulare Welt der Synthesizer ist das Eurorack-System besser geeignet.

Auch die Abmessungen des Eurorack-Formates sind genormt, Eurorack-Module sind für gewöhnlich drei Höheneinheiten hoch, wobei eine Höheneinheit 4,7 cm entspricht. Die Breite von Eurorack-Modulen wird in TE (Teileinheit) angegeben, eine TE entspricht 5,08 mm Breite. Viele Fertiggehäuse orientieren sich da wieder am 19 Zoll Studiostandard, ein solches Gehäuse kann 84 TE an Modulen aufnehmen.

Ein Doepfer Standardgehäuse. 2x 84 TE zu je 3 HE lassen sich darin unterbringen

Da die Module üblicherweise in zwei oben und unten befindliche Metallschienen geschraubt werden, die man auch als Meterware erwerben kann, kann man sich Gehäuse von beliebiger Breite und Höhe bauen, solange man den fix vorgegebenen Abstand der Metallschienen zueinander berücksichtigt.

Mit dem Doepfer A-100 DIY-Kit werden Selbstbau-Gehäuse realisierbar

Für den Einstieg empfehlenswert sind fertige Gehäuse. Diese gibt es als Pultgehäuse samt Stromversorgung, einige Hersteller bieten auch gleich integrierte Anschlüsse zur Außenwelt an, was gerade Einsteigern das Leben erleichtert und wertvolle Teileinheiten spart.

Exemplarisch möchte ich hier 4 Möglichkeiten vorstellen, die ich persönlich beurteilen kann, der Markt bietet ein Vielfaches davon.

Besonders für Einsteiger geeignet und preiswert ist das Nifty-Case des Herstellers Cre8Audio, es ist ein 84 TE breites kompaktes Blech-Tischgehäuse mit integrierter Stromversorgung und 10 Busanschlüssen für Module, MIDI In und Thru samt USB, 2x CV/Gate Out und einem Mono-Audioausgang.

Das Nifty-Case bietet zum Einsteigerpreis bereits alle notwendigen Schnittstellen zur Außenwelt

Auch MIDI to CV Wandlung von DIN und USB ist bereits an Bord

Ein Beispiel eines Standgehäuses für Einsteiger ist das Arturia RackBrute Gehäuse. Das kann in zwei Reihen 176 TE aufnehmen und bietet eine Busverkabelung für 32 Module. Das Gehäuse ist vom Design her deutlich ansprechender und lässt sich in der Neigung verstellen. Zu beachten ist, dass die Stromversorgung über ein 2 TE breites Modul erfolgt und keinerlei integrierte MIDI- und Audiobuchsen vorhanden sind.

Im Arturia RackBrute ist die Stromversorgung schon an Bord, allerdings in Form eines Moduls. Über den cleveren Aufstellbügel lassen sich auch zwei Gehäuse kombinieren-

Wer sein Modular-System lieber ins Studiorack schrauben möchte: Ein  Klassiker in 19 Zoll Rack Bauweise ist der 19 Zoll Einbaurahmen A-100G6 von Doepfer, ein 6 HE hohes Aluminiumchassis mit integriertem Netzteil und 84 TE Breite und Bussteckern für 28 Module.

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Der Klassiker in zeitloser Aluminium-Optik mit hochwertigem Ringkerntrafo: das Doepfer A-106 19 Zoll Gehäuse

In dieser subjektiven Vorstellung sind bereits die Stichworte Spannungsversorgung und Busverkabelung gefallen.

Es wird spannend: CV, Gate, Trigger, Clock

Eurorack-Module werden über ein Bussystem mit Spannung (+12 V, -12 V und +5 V) versorgt. Jedes Modul bezieht über den genormten Busstecker die jeweils benötigte Versorgungsspannung. Das Netzteil des Gehäuses muss daher die Summe der einzelnen Verbraucher (Module) samt Reserve bewältigen können. Weiterhin über den Bus geleitet werden CV- und Gate Signale, wenn das angeschlossene Modul diese Funktion unterstützt. Zum Thema Bussystem und Stromversorgung gibt es auf AMAZONA.de einen ausführlichen Workshop, diesen findet ihr hier: https://www.amazona.de/eurorack-modular-workshop-bussystem-und-stromversorgung

CV steht für Control Voltage und für den Spannungswert, mit der Parameter gesteuert werden können. Das ist zunächst einmal die Tonhöhe der Oszillatoren, aber zum Beispiel auch Filter-Cutoff und Lautstärke. Je nach Hersteller haben sich diese Spannungen im Lauf der Entwicklungsgeschichte von -5 V bis +5 V bzw. 0 V bis +10 V bewegt. Das ist jedoch nur für die Einbindung von externen (Vintage-) Synthesizern in das Eurorack-System von Bedeutung, hier ist der Standard für diese Spannung +5 V.

Es gibt Module, die CV empfangen und Module, die CV senden. LFOs und Hüllkurvengeneratoren sind Beispiele für Module, die CV senden. Mittels Patch-Kabel oder dem Routing über das Bussystem werden Steuerspannungen von und zu den einzelnen Modulen geleitet.

Das Bussystem versorgt die Eurorack-Module mit Strom, aber auch Steuerspannungen können hier an die Module geleitet werden, ohne dass gepatcht werden muss

Gate- und Trigger-Signale senden ebenfalls eine Steuerspannung, aber keinen variablen Spannungswert, sondern ein On-Off-Signal. Ein gutes Beispiel zum Verständnis eines Gate-Signals bei einem analogen Synthesizer ist eine gedrückte Keyboard-Taste. Wird die Taste gedrückt, wird die Steuerspannung (im Normalfall 5 V) aus der Gate-Out-Buchse gesendet (das „Gate“ ist also offen), wird die Taste losgelassen, fällt die Spannung wieder auf Null ab. Ein Trigger-Signal sendet dagegen einen kurzen Impuls, der gleich wieder auf Null absinkt.

Auch hier gibt (gab) es unterschiedliche Formate: Bei V-Trig (Voltage-Trigger) besteht das Trigger-Signal aus einem positiven Spannungsimpuls, bei S-Trig (Shortening-Trigger) wird das Signal bei Auslösung des Triggers quasi kurzgeschlossen. S-Trig ist nur bei Einbindung von Vintage-Synthesizern von Bedeutung, der heutige Standard ist V-Trig.

Trigger-Signale werden verwendet, um Hüllkurven auszulösen, LFOs zurückzusetzen oder zum Ansteuern von Drum-Sounds.

Achtung Suchtgefahr: Modularsysteme haben die Angewohnheit zu wachsen

Clock-Signale sind Trigger-Signale, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Clock-Signale werden zur Synchronisation von Sequencern und Arpeggiatoren eingesetzt. Die maßgebliche Einheit für die Clock sind ppqn (Pulses per quarter Note), wobei auch hier bei der Einbindung von externem Equipment unterschiedliche Herstellernormen zu beachten sind. Roland DIN-Sync arbeitet mit 24 ppqn, während z. B. Korg mit 48 ppqn arbeitet. Diese Auflösungen haben sich auch als Quasi-Standard durchgesetzt. Kleine Helferlein im Modulsystem sind da Clock-Divider-Module, die  ankommende Clock-Signale teilen oder multiplizieren.

Schnittstellen zur Außenwelt

MIDI, Clock und schon wieder Steuerspannungen

Natürlich kann ein Modular-System im Prinzip auch komplett autark betrieben werden, wenn es zum Beispiel über ein Sequencer-Modul angesteuert wird. Doch auch hier wird die Synchronisation zu anderem Equipment schnell freudlos, weil die Geräte zwangsläufig auseinanderlaufen werden. Daher muss sich der geneigte Modular-System-Anwender Gedanken zur Einbindung in die Studioumgebung machen.

MIDI-to CV- und Trigger-Konverter sind hier erforderlich, sofern man nicht wie zum Einstieg beschrieben ein Gehäuse mit integrierter Lösung anschafft. Hier gibt es Module in allen Preislagen, die Doepfer A-190e Serie und das Behringer CM1A sind günstige Einstiegslösungen.

Doepfer und Behringer bieten günstige MIDI-to-CV-Module an

Aber vielleicht ist ja besagter Konverter auch schon im Studio vorhanden. Diverse aktuelle Synthesizer mit MIDI und CV/Gate-Ein- und Ausgängen lassen sich als MIDI-to CV/Gate Converter „missbrauchen“. Es ist erfreulicherweise mittlerweile ein Wunsch vieler Nutzer, auch „herkömmliche“ Synthesizer in das Modularsystem einbinden zu können und die Hersteller haben darauf reagiert.

Ein externes Clock-Signal bekommt man über MIDI-to Clock-Converter in das Modular-System, der Doepfer MSY2 kann das und konvertiert auch zu DIN-Sync für Roland Drumcomputer.

Hat man ein Audiointerface mit genügend Audioausgängen im Studio, kann man sich aus einem kurzen impulsiven Signal (z. B. Rimshot) einen Clocktrack basteln, den man an das Modular-System senden kann.

Auch Steuerspannungen anderer aktueller Hardware lassen sich einspeisen, so verfügt der ASM Hydrasynth über Pitch/Gate , 2x Mod und Clock Outs, der Waldorf Iridium hat neben diversen CV-Eingängen immerhin Clock Out, die diversen Behringer Klone haben ebenfalls umfangreiche Patch-Möglichkeiten.

Der ASM Hydrasynth bietet CV/Gate-Ein- und Ausgänge zur Einbindung in modulare Systeme

Wenn man das Modular-System über MIDI ansteuert und die Notenwerte in der DAW aufzeichnet, wäre es natürlich cool, wenn man über die DAW auch Steuerspannungen an das Modular-System senden könnte. Damit wären Hüllkurven, LFOs und andere Steuerspannungsgeneratoren und Manipulatoren in der DAW als Plug-ins denkbar und damit automatisierbar und speicherbar. Gibt’s nicht? Doch!

CV-Tools für Ableton Live, Motu Volta auf der MAC-Plattform und Expert-Sleepers Silent-Way auf Windows machen das möglich. Es gibt da Hardware-technisch einige Dinge zu beachten, so müssen z.B. die Ausgänge der verwendeten Audiointerfaces gleichspannungsgekoppelt sein. Die Möglichkeiten, die sich da ergeben, sprengen den Rahmen dieses Artikels bei Weitem, erwähnenswert ist es allemal, es ist ja nicht das erste Mal in der Geschichte der Synthesizer, dass Oszillatoren analog aufgebaut sind und die Hüllkurven und LFOs digitaler Natur sind.

Expert Sleepers silent way ist ein Plug-in, mit dem man Steuerspannungen über Audiointerfaces aus der DAW an modulare Systeme senden kann

Nachdem wir uns um das Gehäuse, die Stromversorgung und um die Schnittstellen, also um die Grundlagen gekümmert haben, geht es daran, die Module auszuwählen.

Um einen grundsätzlichen Eindruck zu gewinnen, empfiehlt sich sehr der auch auf der Doepfer-Homepage verlinkte Workshop über modulare Patches, diesen findet ihr hier: https://www.doepfer.de/a100_man/a100_patch.htm

Der Rest der Geschichte ist schlicht subjektiv und dem jeweiligen Anwender überlassen. Wie sind die Vorstellungen über den Klang der Oszillatoren, welche Art soll es sein. Der Markt bietet alles von analog bis digital, selbiges gilt für die Filter. Analoge Nachbauten berühmter diskreter Vorbilder, Filter unter Verwendung legendärer Chips der 80er, auch digitales.

Um sich unter dieser ungeheuren Menge an Möglichkeiten zu orientieren zu können, empfiehlt sich die Verwendung von Planungstools.

Planungstools und Software

Man findet im Netz einige Planungstools, die es ermöglichen, Racks am Rechner durchzuplanen.

Das umfangreichste Planungstool im Netz ist modulargrid.net . ist eine umfassende Datenbank von real verfügbaren Modulen mit Suchmaschine und der Möglichkeit, eigene Racks zusammenzustellen und einer sehr aktiven Community, die ihre virtuellen Racks publiziert und sich untereinander austauscht. Die Möglichkeiten sind so umfangreich, dass es auf AMAZONA.de einen eigenen Workshop zu dem Thema mudulargrid.net gibt, diesen findet ihr hier:

https://www.amazona.de/workshop-modulargrid-onlineplaner-fuer-modularsynthesizer/

modulargrid.net ist die erste Anlaufadresse für Planung von Modular-Systemen im Netz

Eine weitere Möglichkeit, in die Welt der Modular-Systeme hineinzuschnuppern, sind Software-Emulatoren. VCV und Softube Modular emulieren dabei existierende Hardware und ermöglichen es so, auf dem Rechner Racks zusammenzustellen und Patches zu erstellen, die man dann in reale Hardware umsetzen kann. Die Möglichkeiten sind umfangreich und klanglich überzeugend, total Recall ist ein wesentlicher Punkt für die Emulationen im Rechner. Wer jedoch jemals selbst am Modular-System gepatcht, gegrübelt und gedreht hat, dem wird hier Essentielles fehlen.

VCV ist eine umfangreiche Software, die Modular-Systeme und Module emuliert.

Genau das haptische Erlebnis und natürlich die Optik mit all den blinkenden LEDs machen das spezielle Erlebnis eines Modular-Systems aus, eine Modulationsmatrix im dritten Untermenü ist eben nicht sexy. Mit der systembedingten Arbeitsweise eines Modular-Systems macht man im Produktionsalltag keine Meter, Zeitdruck und Modular-System passen nicht zusammen. Genau das ist aber auch das Schöne daran, dass man sich eben Zeit nehmen muss, um dann in neue Klangwelten abzutauchen zu können – genau so, wie man sich Zeit nehmen sollte, um das Basissetup seines ganz persönlichen Modular-Synthesizers durchzudenken, denn größer wird das System erfahrungsgemäß sowieso.

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Fazit

Wenn man sich grundlegende Gedanken über die Einbindung ins vorhandene Setup gemacht hat, ermöglichen es aktuelle Planungstools komfortabel, das Wunschsystem am Rechner zusammenzustellen und in Teilbereichen sogar klanglich zu simulieren. Es war noch nie so einfach, in die modulare Welt einzusteigen. Come on in!

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Forum
    • Profilbild
      toneup RED

      Hallo und danke, wie auch im Leben lernt man bei Modularen Systemen nie aus. So habe ich bei einem Kollegen bewundert, wie er mit der Motu Volta Software Steuerspannungen von der DAW in sein Modularsystem schickt und dieses damit steuert und moduliert – und schon wieder hat sich eine neue Ebene eröffnet – Volta ist leider Mac only, aber es gibt auch entsprechendes am PC. Das ist eines meiner nächsten Projekte, das auszuprobieren.

      • Profilbild
        TobyB RED

        Fruity Loops kann das auch und unterstützt mehr als eine Systematik, Trigger und Clock gehen auch. Das große Besteck wäre Reaktor. Von Expert Sleepers gibts noch Silent Way. Letzteres kann auch CVs aufzeichnen. Als Interface reicht ein günstiges DC coupled Audiointerface. Man kann entweder eine ESI Gigaport HD+ modden oder kauft sich eine Lösung von der Stange. Ich nutze das um Hauptsächlich FX aus der frühen MIDI und Prä MIDI zu steuern. Einige Rolander, Yamahas und BOSS haben CV/Gate und Trigger Eingänge.

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        TimeActor AHU

        Hat Bitwig out of the box auch. Man braucht aber bei all diesen Dingen also CV aus dem Rechner ein DC coupled Audio Interface.

        • Profilbild
          TobyB RED

          Das ist klar. Welche Interfaces DC gekoppelt sind, lässt sich ja rausfinden. Meiner Erfahrung nach sollten es aber schon mehr als 2 Kanäle sein. Motu Volta kostet halt auch eine Stange Geld. Deshalb sind Alternativen durch aus sinnvoll. Für Quick und Dirk tut es auch ein Korg SQ1 via USB, so wandelt der auch und gibt CV / Gate aus.

  1. Profilbild
    hejasa AHU

    Eine Ergänzung meinerseits, bei Rack Cases sollte vor dem Kauf von Wunschmodulen unbedingt die Einbautiefe beachtet werden. Skiff Cases eignen sich nicht für alle Module und auch bei dem gezeigten Arturia Rack Brute passen nicht alle Module in die obere Leiste, z.B. Doepfer 111-2 VCO, einer meiner Lieblingsvcos.

    Ansonsten super Artikel, ich weiß noch, wie ich gegrübelt habe wegen der vielen zu beachtenden Aspekte, bevor ich mich für die Anschaffung eines Euroracks entschieden habe.

  2. Profilbild
    moinho AHU

    Jup, die Einbautiefe ist nicht nur bei Skiff-Cases ein Thema. Gerade ältere (Doepfer-)Module, und leider auch ein paar besondere „One-of-a-kind“-Highlights sind recht tief. Beispiel: A-108 mit 75mm. Der erwähnte A-100G6 ist dabei komplett „safe“ (da lt. spec 140mm tief, und die A-100-Spec sieht maximal 100mm vor) aber ansonsten gilt für die meisten (nicht-Doepfer-)Cases: im Zweifelsfall vorher schauen. In das Moog-Case paßt ein Disting Mk4 so gerade eben rein, ein Synthrotek DualLPG schon nicht mehr…

    Den Rackbrute hab‘ ich selber nicht und in der Herstellerbeschreibung nix dazu gefunden, aber 1) schaut es größer aus und 2) behauptet modulargrid, daß das Spannungsversorgungsmodul 5TE (nicht 2TE) breit ist.

    Apropos TE: die heißen im englischsprachigen Raum HP (für horizontal partitions), die HE dann logischerweise NICHT HP sondern HU ;).

    • Profilbild
      hejasa AHU

      Ich habe Rackbruts, das Spannungsversorgungsmodul ist wie modulargrid angibt 5 HP breit. Die Einbautiefe in der oberen Leiste reduzieren sich, weil dort die Spannungsversorgungsanschlüsse liegen. Ansonsten bin ich mit den Racks sehr zufrieden, sie tun, was sie tun sollen, seit Jahren. Selbst mit Stromfressern wie einigen digitalen Modulen habe ich nie ein Problem gehabt. Ich müsste aber selbst nachsehen, wieviel Ampere sich aus dem Rack ziehen lassen. Letzteres wäre ein weiterer Hinweis für den Artikel.

    • Profilbild
      hejasa AHU

      Fazit meinerseits, bevor sich jemand für ein Rack entscheidet, erst nach den gewünschten Modulen und deren Volumen schauen!

  3. Profilbild
    SynthUndMetal

    Vielen Dank für den interessanteren Artikel.

    Als ein 19“ Rack-Fan hatte ich mich für ein solches von TipTop Audio entschieden und dazu günstig ein weiteres Rack aus der IT-Abteilung eines bekannten Online-Elektronikanbieter dazu bestellt. Das war allerdings erst einmal eine schlechte Entscheidung, da die Schrauben nicht kompatibel waren. Letztendlich habe ich dann aber die richtigen Schrauben gefunden und alles eingebaut bekommen was ich mir so zusammengekauft habe. Vorteil ist, dass es damit keine Limitierungen wegen der Einbautiefe gibt.

    Die Module habe ich mir dann basierend auf meinen musikalischen Ideen gekauft, die aber eher im Bereich der Anwendung als Effektgerät als im Nachbau einen Synthesizers wurzeln. Als Klangquelle halten dann auch eher externe Quellen her, wie Gitarre oder andere Hardware-Synthesizer.

  4. Profilbild
    herw RED

    Vielen Dank für die schöne Einführung und Übersicht :)

    Bei der Software MOTU Volta (für macOs) ist zu beachten, dass sie als 32-bit-Software nur auf dem sehr alten Betriebssystem macOs 10.8 läuft. Besser ist hier sicherlich ein Modul von Expert Sleepers.

    Beim Rack sollte man neben der Einbautiefe auch sehr genau schauen, wie viele Module man anschließen kann. Die Modulbreiten schrumpfen in den letzten Jahren immer mehr und es macht schon einen Unterschied, ob nur zehn oder 22 Module in einer Reihe Anschluss finden.

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich bin _so_ kurz davor, haha. Verfolge seit den 90ern das Geschehen und Dieter Doepfer ist mir so grundsympathisch :-) Dennoch gab es immer irgendwas anderes bzw. ich dachte dass man ja nicht nur mit einer Hand voll Module starten braucht, um das x-te StandardSubtraktivSyntheseSystem zu haben. JETZT bin ich in Anbetracht der schier unendlichen Auswahl von Modulen völligst verwirrt und handlungsunfähig 🤣 was den Start angeht. Das fängt schon beim Gehäuse an…

    Gerade habe ich gesehen, dass die Firma Doepfer auf https://doepfer.de/home_d.htm neben ganz vielen anderen Anleitungen auch die KOMPLETTE A-100 Anleitung kostenfrei als PDF zur Verfügung stellt. Satte 732 Seiten sind es #StandHeute und es ist wirklich lesenswert.

    📖 https://doepfer.de/a100_man/A100_Anleitung_komplett.pdf 📖

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      gs06

      Das Buch Patch & Tweak von Kim Bjorn empfinde ich als eine ideale Einstiegslektüre, um quasi mit einem „Bilderbuch“ einen ersten Einstieg zu bekommen. Man lernt dabei auch viel über Synthese und die Gestaltung ist wirklich wunderschön.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Das stimmt! Steht in meinem Bücherregal direkt neben „Push Turn Move“, auch von Kim Bjørn. Habe eben gesehen, dass es davon eine aktualisierte Auflage gibt 🤓

    • Profilbild
      herw RED

      Ich bin damals (2007) tatsächlich auch mit der Anleitung eingestiegen und habe mir anschließend Doepfers A100-G6 gekauft (und kaufe sie bis heute). Die Einbautiefe und große Zahl an Anschlüssen ist ein wichtiges Entscheidungsmerkmal. Natürlich ist der Einstieg in ein neues Hobby mit ca. 2000€ schon eine Hausnummer, wenn man nicht weiß, ob man bei dem Hobby und damit auch Mehrausgaben bleibt.
      Ich habe es nicht bereut. Der Sprung ins kalte Wasser will gewagt sein. Ich denke aber, dass die ewige Warterei einen nicht ruhen lassen wird. Ansonsten musst du dir selbst versprechen, niemals mehr über ein Modularsystem nachzudenken und dir stattdessen Fertigmusik kaufen, bzw. bei deinem jetzigen Stand zu bleiben. Hardware- oder Software-Synthesizer mit (angeblichen) Analog-Presets sind nur bedingt eine Alternative. Das Patchen und direkte Eingreifen mit Reglern ist etwas ganz Anderes. Ein Modularsystem steht aber auch oft nicht allein. Eine Kombination mit „normalen” Synthesizern ist durchaus sinnvoll.
      Du musst dir im Klaren sein, dass es auch andere zusätzliche Überlegungen gibt:
      – Liegt schon anderweitiges Studio-Equipment vor: Mischpult, Audiointerface, Laptop zur Aufnahme etc. in einer DAW.
      – Nebenüberlegungen wie zukünftiger Platz (man hört nicht auf zu erweitern)
      – gute Kabel sind auch nicht preiswert und man braucht immer mehr :)
      – Keyboard mit CV-, Gate- und Clockausgängen vorhanden?
      – …

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        AMAZONA Archiv

        Ja, darüber bin ich mir bewusst. Ich finde die Trennung in Modular- und Fertigmusik etwas harsch. Am Ende zählt für mich das Ergebnis. Dem einen gefällt der ab Werk eingestellte Klang eines Steinway B, die andere präpariert sofort drauf los als ob es kein Morgen gäbe. Beides ist völlig okay.

        Mischpult nebst Peripherie habe ich, CV/Gate könnte der Dark Energy liefern, Trigger Outs hätte ich ungenutzt bei der 808. Zum Glück ist mein Platz begrenzt, haha. Insofern muss ich mir mal wirklich bewusst werden, was ich möchte. Interessante Klänge, abseits vom vorhersagbaren. Sowas in der Art.

        Ich habe keinerlei Problem mit der Nutzung von Presets. Auch da gilt „es ist der Indianer und nicht der Pfeil.“ Lieber höre ich Musiker wie Greg Phillinganes oder David Paich beim kreativen Spielen mit Presets als das x-te generische Rumgenoodle der 2022er Hipsterfraktion aus Berlin.

  6. Profilbild
    ollo

    Der beste Weg ist wahrscheinlich wirklich mit VCV & Co erstmal virtuell zu basteln, eventuell reicht das ja schon aus. Und ansonsten ist sowas wie der Behringer Neutron (und die kommenden Modelle wie Proton) der beste Einstieg, mehr Synth mit so vielen Patchpunkten für weniger Geld gibts nicht. Und den kann man dann als Grundlage super erweitern.

    Und auch wenn die Artikel-Serie schon älter ist, wirklich immer noch sehr empfehlenswert: https://www.amazona.de/workshop-doepfer-dark-energy-eurorack-teil-1/

    • Profilbild
      Kazimoto

      VCV kann schnell frickelig werden und immer wenn ich mich dran setze bin ich schnell unzufrieden. Klanglich ist VCV nicht besonders und die Integration in die DAW habe ich auch noch nicht zufriedenstellend hinbekommen. Für mich gehört ein Eurorack in Hardware und einfache wie gute Module erhöhen den Spaß immens. Ein kleines Rack mit günstigen Erica Pico oder was gutes vom Gebrauchtmarkt halte ich persönlich für den perfekten Einstieg. Ich mag z.B. Doepfer nicht und finde die teils überbewertet aber das ist nur meine persönliche Meinnung.

      • Profilbild
        ollo

        Ja, VCV Rack braucht man schon in der Pro Version, damit man es in der DAW als VST nutzen kann und dafür war es mir dann zu teuer. Ich nutze von Cherry Audio deren Voltage Modular und Reaktor von NI hätte sogar auch ein richtig fettes System mit deren Blocks, muss ich eigentlich auch mal ausprobieren.

        • Profilbild
          Kazimoto

          Haben wir doch alles. Bei Cherry Audio muss ich den ASIO-Buffer von 128 auf 512 anheben, sonst kommt es zu heftigen Aussetzern. Der Mercury von CA läuft z.B. ohne Probleme und Diva mit 4 Instanzen und mehr ebenfalls. Ist auch egal, mein kleines Hardwarerack hat noch keinen geeigneten Ersatz gefunden und NI kommt mir nicht auf die Platte. Jetzt wo ich das schreibe fällt mir ein, daß ich etliche Max for Live Instrumente noch nicht habe. Da gibt es einige Dinge die sehr genial sind. Oscillot (Modular), CV-Tools aber auch Granulator, Dub Machines und PitchLoop89.

    • Profilbild
      gs06

      Mit einem Neutron und dann weiteren „semimodularen“ Geräten aus dem Hause Behringer habe ich mich letzten Sommer auch an ein kleines Eurorack-System gewagt (zunächst überwiegend mit Modulen der Behringer System-100-Nachbauten, dann ergänzt um einige Module aus dem Hause Döpfer, Expert Sleepers, Rides in the Storm, Waldorf etc.). Mittlerweile nenne ich es liebevoll mein „Geräusch-System“, denn musizieren fällt mir mit herkömmlichen Synths oder Software erheblich leichter. Aber es war mir eigentlich auch vorher schon klar, dass ich damit eher ein persönliches Education-Projekt als einen musikalischen Durchbruch starte. :-)

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Na das liest sich doch prima! Sowas möchte ich auch haben, für genau diesen Zweck 🙂 Etwas abseits der bekannten Pfade herumwandeln…

      • Profilbild
        paulraabe

        Ich habe auch mit dem Neutron begonnen aber irgendwie war es für mein Verständnis besser einzelne Module zu haben wo ich keinen Signalpfad aufbreche. Deshalb musste er wieder gehen.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Prima Artikel, aber es gab dann nur diese eine Ausgabe, oder? Einen Dark Energy habe und mag ich. Dann starte ich einfach mit so einem Minicase 🤩

  7. Profilbild
    Mops58

    Danke für den tollen Bericht von Euch. Sehr hilfreich und informativ. Habe ich mir auch schon überlegt.

  8. Profilbild
    St@rex

    Vielen Dank für den Beitrag! Noch habe ich mich nicht auf Terrain der Module vorgewagt – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und ja – ich sehe da auch eine gewisse Suchtgefahr :-)

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