Blue Box: Oxford Synthesizer Company OSCar

9. Januar 2016

Vintage-Rarität aus Britannien

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Ein Rückblick

Als ich 2008 einen OSCar erwarb, lag dieser noch in anderen Preisregionen. Hier die Geschichte wie ich damals zu meinem erstem OSCar kam:

Mit dem OSCar tappe ich fast in eine Falle. Es fängt ganz harmlos an: Ein plötzlich auftretender Gedanke – DIESES Instrument möchte ich haben! Nun gut, schon wird bei einer deutschen eBay Auktion das Objekt der Begierde gesichtet. Stand der Dinge: 1200 Euro. Bald mehr, ich biete mit. Bei 1750 fängt mein linker Fuß zu zittern an, ich steige aus. Es wird dann eben doch ein Yamaha CS-40M, als Trost: ein schöner Synthesizer mit ungewöhnlichem Multimode-Filter und großen Holzseitenteilen. Zufällig hat jener CS-Verkäufer auch ein OSCar im Studio, so kommt das ursprüngliche Objekt der Begierde wieder ins Gespräch. Ganz begeistert sei er von der britischen Wunderkiste, meint der stolze Besitzer. Ich bekunde mein Interesse, doch nein – wer einen OSCar hat, gibt ihn nicht mehr her! Ist OK.

Wieder auf OSCar-Suche schienen mir damals Auktionen mit 2000 Euro Kaufpreis weiterhin keine tragbare Lösung. Ein Freund rät mir im Geburtsland des OSCar, in England, Ausschau zu halten. Zum Beispiel bei SoundOnSound … eine kurze interaktive Visite und schon stehen mir drei OSCar zur Auswahl! Ich entscheide mich für ein Exemplar und zahle – inklusive Porto – umgerechnet 1300 Euro. Mit Original-Manual, hoher Seriennummer und im Top-Zustand! Wenige Tage nach Erhalt des OSCar meldet sich der zuvor genannte CS-Verkäufer wieder: Sein OSCar wäre nun für 2200 Euro Sofortpreis zu haben. Ich lehne dankend ab und lächle.

OSCar Full 1

Heute, acht Jahre später, hat sich die Preisgrenze deutlich nach oben verschoben. Realistisch sind inzwischen eher 2.500 Euro, wobei die Anzahl der verfügbaren OSCars nochmals deutlich geschrumpft ist. Dreiste Anbieter versuchen auch schon Preise um die 3.000 Euro zu ergattern. Kommen wir nun aber zum Kern der Sache:

OSCar Logo

OSC – Oxford Synthesizer Company

Die Oxford Synthesizer Company wurde Anfang der 80er von Wasp/Spider-Entwickler Chris Huggett gegründet. Es war nach Electronic Dream Plant und Wasp Synthesisers LTD sein mittlerweilen drittes Unternehmen. Die Firma OSC entwickelte zwar einige Instrumente, in Serie ging jedoch nur der OSCar. Während einem Zeitraum von immerhin 4 Jahren (1983 bis 1987) wurden ca. 1000 Stück produziert. 250 ohne MIDI, die restlichen 750 mit MIDI. Seit seinem Erscheinen sorgt der OSCar für eine gewisse Aufregung – sei es seines (guten) Sounds, seines ungewöhnlichen Äußeren oder seiner (angeblich) mangelhaften Verarbeitung wegen.

Der OSCar gehört auch zu jenen Synthesizern, die einen wesentlich höheren Gebrauchtwert haben, als der Neupreis des Instruments bei Erscheinen betrug. So wurde der OSCar ab 1983 für 600 bis (in den letzten Produktionsjahren) 400 Pfund verkauft. Aktuell ist ein funktionierendes Exemplar kaum mehr unter 2.500 € zu bekommen.

OSCar diagonal

Subtraktiver Synthese-Aufbau

Der OSCar verfügt über 2 Oszillatoren, 1 LFO, 2 Filter, 2 Hüllkurven, Arpeggiator, Sequenzer, 36 Programmspeicher, 2 Wheels. Wir gehen die einzelnen Funktionsbereiche am Panel von links nach rechts systematisch durch, beginnend bei den …

OSCar OSC

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    der jim  RED

    Hach ja, der gute Oscar. Als ich seinerzeit für den Vergleich mit dem Imposcar-Plugin einen realen Gummiwulst-Synth organisieren wollte, sind mir defekte Modelle gleich reihenweise unter die Finger gekommen. Selbst die Exemplare von Frau Kruse, Herrn Kowalski und einem u.a. auf den Oscar spezialisierten Servicestechnikers ;) waren nur halb bis gar nicht funktionstüchtig. Die Verarbeitung muss man insgesamt doch eher als problematisch ansehen. Großes Glück wenn man einen voll funktionierenden Oscar findet. Aber auch dann sind die 2.500,- Durchschnittspreis definitiv zu viel. Wirklich schade bei dem satten Sound …

  2. Profilbild
    Gul Dukat

    Klasse Kiste, klingt einfach super. Man sagt Vince Clarke (Depeche Mode, Yazoo, Erasure..) hätte seinen Sohn nach diesem Synth benannt, muss ihn ganz schön beeindruckt haben ;-)

  3. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    der OSCar wird bestimmt nicht jedermanns
    Sache sein, dazu ist er zu speziell in der Bedienung wie im Klang.
    Fängt der IMPOscar den Soundcharakter insgesamt ein oder kann dieser das Gerät nicht gut vertreten?
    mfG

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