Blue Box: Roland SH-101 Analogsynthesizer, Teil 2

26. Juni 2010

Legendärer Vintage-Synthesizer - Das Original.

Vorwort der Redaktion:

Für den Klassiker ROLAND SH-101 haben wir in unserer BLUE BOX Serie gleich ZWEI Beiträge. Neben diesem Beitrag gibt es auch von unserem Autor Alexander Rothenberg HIER einen ebenfalls sehr ausführlichen Beitrag, der andere Teilaspekte des Klassiker beleuchtet und ebenfalls sehr empfehlenswert ist.

Der Roland SH-101 und seine Geschichte

So könnte man den heute als „Klassiker“ zu bezeichnenden letzten Spross der SH-Serie nennen. Eigentlich war die SH-Serie bei seinem Erscheinen schon abgemeldet. Alle folgenden Synthesizer mit dem Namen SH fanden erst viel später im Schatten diverser Reanimierungsversuche statt und sind in einem ganz anderen Sternenbild zu suchen. Zuletzt war der Gaia mit dem Zusatz SH01 versehen worden, denn konzeptionell gibt es viele Anknüpfpunkte, klanglich jedoch wenig bis gar keine. Klanglich und strukturell wird dieser Artikel daher eher Bezug auf die historischen SH-Synthesizer nehmen. Der SH-101 wurde als Batterie-betreibbarer Umhängesynthesizer konzipiert.

Immerhin schrieb man das Jahr 1982, und einige träumten damals von „neuen Klängen“ und litten doch an ähnlichen Problemen bei Elektronikmusik, der Performance und dem Auftreten im Vergleich zu dem damals üblichen Rock-Szenario. Zunächst zögerlich und mit vielen Bedenken einerseits aber mit fortschreitender Zeit andererseits waren Synthesizer in immer mehr Videos und Auftritten zu sehen. Zeigte man sich in den späten Siebzigern noch mit altem Instrumentarium, durfte es nun auch mal ein Synthesizer sein. Die Rock-Attitüden blieben zunächst und wichen erst mit der Emanzipation im Pop-Bereich neuen Formen des Auftretens auf Bühnen und in Videos. Synthesizer an sich waren einfach nun auch akzeptierter, und nicht jede Band musste zunächst Fragen über Elektronik oder Computer auf der Bühne beantworten. NDW und New Wave hatten das Eis gebrochen, und die ersten deutlich kommerzielleren Synthpopbands versuchten, sich mit dem neuen Instrument zu zeigen. Es dürfte wohl kaum eine Zeit geben, in der so viele Synthesizer in Musikvideos gezeigt wurden wie in der Mitte der Achtziger Jahre.

Die Bühne mochte aber auch seltsam hüpfende Menschen mit Gitarren. So verfügte der Roland SH-101 als Sonderzubehör über einen Griff mit Modulationsmöglichkeiten mit Gitarrenanmutung. Heute ist dieser Synthesizer recht gefragt, man sieht aber kaum Musiker mit dem SH-101 um den Hals auf einer Bühne. Man kann jedoch sagen, dass Roland mit dem SH-101 damals ein neues Marktsegment zu etablieren versuchte, er aber eher wegen anderer Eigenschaften wirklich ein gefragtes Instrument wurde. Hierzulande in Synthpopland (Mitteleuropa) fand man ihn deshalb als kleinen Bühnensynthesizer und als eine Art Analogdrum-Erzeuger (Stil: John Foxx, Dreciya, LFO und weitere Acts), da er sich recht einfach über diverse Drummachines triggern lässt.

Wie gut man sich an SH101 „Rock-Soli“ bei Nena erinnert, lasse ich einfach offen im Raume stehen. Der Sequencer und Arpeggiator machte ihn zusätzlich zu einem kompakten Werkzeug für die zu diesem Zeitpunkt immer beliebter werdende „automatische Musik“. Kaum eine Band kam ohne ein Stück mit dem Titel „Automatic“ aus. Die Beliebtheit stieg allerdings nicht „über Nacht“, sondern über gut anderthalb Jahrzehnte. So dauerte es von New Wave über Techno/Acid oder „Elektro“ bis zu den ersten Warp-Produktionen, um ihm den heutigen und unzweifelhaften Ruf als gern gesehenen, begehrten und leicht zu bedienenden Mobilsynthesizer zu verschaffen.

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Einem Korg Poly 800 oder irgendwelchen „Umhängekeyboards“ wurde dies nie wirklich zuteil, sicherlich auch wegen des universellen Roland-Sounds, der einfach besser passte. Bedeutend stieg sein Stern zur Technozeit wegen eben dieser Eigenschaften. Man ging da viel weniger nach Namen als nach Machbarkeit und konnte lange Zeit für gute 300-400 DM so ein Instrument auf dem Gebrauchtmarkt erwerben. Später wurden Synthesizer mit ähnlichen Eigenschaften deutlich teurer, da man nun „auch so klingen wollte“. Roland hatte als Marke bald einen magischen Ruf und gehörte damit zur ersten Garde der elektronischen Musikinstrumente im Pop- und Techno-Genre im weiteren Sinne. Jetzt wurde der SH-101 ohne den Griff verwendet und damit der zentrale Gedanke des Umhängesynthesizers nicht weiter verfolgt.

Das verbindet den Roland SH-101 und die TB-303, denn beide wurden vom Hersteller bekanntlich für eine andere Interessentengruppe konzipiert als jene, die sie tatsächlich einsetzten. Das erkannte man bei Roland und entwickelte vor einigen Jahren die MC-303, heute den Gaia, spezielle Instrumente, die auf Grund ihrer Ausstattung und Arbeitsweise besonders für die „moderne Musikproduktion“ geeignet scheinen.
Die Maschinen der späten 70er und frühen 80er Jahre sind heutzutage zudem beliebt, vielleicht weil sie eben einfach und effektiv sind und nahezu jede Parameter-Einstellung gut klingt, auch etwas, was Roland Geräte von je her ausgezeichnet hat. Und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die kleineren Synthesizer der SH-Serie wie z.B. der SH-09, dieser im Gegensatz zum SH-101 jedoch ohne Sequencer und Arpeggiator, auch heute noch in vielen Studios im Einsatz sind. Der Klang lässt sich leichter integrieren als so mancher schwer und breit klingende Moog, und unabhängig davon funktioniert er auch im heute üblichen Soft-Umfeld. Immer mehr Produktionen werden schließlich auf diese neue Bandbreite ausgelegt, und man muss selten zum Equalizer greifen.

Software fällt jedoch in Kombination mit Moogs und Oberheims klanglich auch heute noch etwas zurück, während die Integration des Roland Sounds in einen musikalischen und ästhetischen Gesamtzusammenhang dem Anwender weniger abfordert. Das ausgewogene Klangbild ohne Überbetonungen im Bass- und Höhenbereich dürfte möglicherweise für diese Akzeptanz mitverantwortlich sein.

... und manchmal auch blau

… und manchmal auch blau

Dabei ist der Roland SH-101 durchaus ein Spätentwickler. Sein kleiner computerisierter Bruder MC-202 brachte ein Jahr später gedanklich eine Kategorie von Synthesizer-Sequencer-Kombinationen ins Spiel, die man heute wohl als Groovebox-Vorläufer bezeichnen würde. Die Klangerzeugung ist sehr nahe an der des SH-101, ebenso das noch etwas weniger bekannte CMU-810 Modul, welches als Computermusik-Klangerzeugermodul gedacht war, jedoch seiner Zeit so weit voraus war, dass sich die CMU-Serie vor MIDI nicht durchsetzen konnte. Das kam erst Ende der 80er wirklich in Fahrt. Ebenfalls bereits 1982 gab es schon im Juno und Jupiter 6/8 Polyphonie mit eben diesem Roland-Sound, welcher besonders damals schneller Freunde fand. Speziell die Junos hörte man sehr bald in sehr vielen Produktionen, und die Monophonen hatten jetzt keine große Chance mehr bis „Techno“. Sie waren schließlich bezahlbar und polyphon.

Technisch ist der SH-101 deshalb der Letzte seiner Art, jedoch brachte er den neu ersonnenen Arpeggiator und Sequencer mit ein und half enorm bei der Produktion mit weniger „Zusatzgelumpe“ drum herum. Es war einfach, und viele ganz neue Musikertypen konnten sich nun solche Instrumente leisten. Die SH-Serie war mit dem SH-7 eigentlich schon ad acta gelegt worden und in Form des SH-09 weitgehend sowas wie bewährt gewesen. Wer die technische Seite des SH-101 noch nicht kennen sollte, bekommt jetzt alle nötigen Informationen, alle anderen können dies überlesen.

Aufbau des Roland SH-101

Der SH-101 ist ein Ein-VCO-Synthesizer mit Suboszillator mit einfachem Aufbau aber einigen freundlichen Details. Der Hauptoszillator reicht von 16′-2′. Für die Sägezahn- und Pulsschwingungsformen gibt es separate Fader für das Lautstärke-Mischverhältnis. Die Symmetrie der Pulsschwingung lässt sich justieren und modulieren. Das gibt dem Klang mehr Gewicht und wird darüber hinaus durch einen Suboszillator unterstützt, der 1 oder 2 Oktaven unterhalb der Frequenz des VCOs schwingt. Beim Suboszillator kann auch eine festgelegte nicht symmetrischen Pulsbreite angewählt werden, um sich klanglich von dem Rechteck-Hauptoszillator zu unterscheiden.

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Diese Möglichkeit ist dann vorgesehen, wenn er zwei Oktaven unterhalb des Haupt-VCOs liegt. Rauschen ist ebenfalls stufenlos zumischbar. Die Fader bieten immer eine gute Übersicht über den eingestellten Klang, auch dies ist vergleichsweise auffällig pädagogisch wertvoll konstruiert. Die schon erwähnte Pulsbreitenmodulation kann durch den LFO oder die Hüllkurve erfolgen. Egal welche Schwingungsform man am LFO wählt, die Pulsbreite wird stets durch das Dreieck moduliert. So lassen sich die PWM-Schwebungen auch bei Modulation des Filters durch einen Rechteck-LFO harmonisch andicken. Die anderen Ziele des LFOs sind Filter oder die Tonhöhe des Oszillators (MOD genannt). Der Suboszillator übernimmt diese Modulation ganz brav mit.

Der LFO ist einfach gestrickt. Aber er hat neben Random (getakteter Zufall / Sample & Hold) auch eine Noise-Einstellung, die etwas wilder ist und ein Mittelding zwischen reinem Rauschen und einem schnell schwingenden LFO mit Zufallsschwingungsform ist, ist jedoch nicht wirklich „getaktet“. Die Geschwindigkeit des LFOs hat in diesem Falle wenig Einfluss. Diese ist übrigens durchschnittlich, lässt sich aber durch einen einfachen Eingriff „tunen“, das bringt weitere Klangmöglichkeiten. Eine Besonderheit des LFOs ist, dass er die Hüllkurve auslösen kann. Außerdem ist er auch der Antriebsmotor für den Arpeggiator und Sequencer und macht den SH-101 zu einem sehr spontanen Spaßgerät. Die Triggerbuchse betrifft nicht den LFO, sondern synchronisiert nur die Sequencer/Arpeggiator-Abteilung.

Auch dies kann man als weise Entscheidung begrüßen. Die Hüllkurve versorgt das 24 dB/Oktave Tiefpass-Filter und/oder die Lautstärkensteuerung. Ganz freundlich und auch notwendig ist, dass die Lautstärke auch von der ADSR-Hüllkurve abgekoppelt werden kann und einfach ein simples Orgel-Gate akzeptiert. Der Nachteil mag ein fehlender Ausklang nach Loslassen der Tasten sein, bringt aber den beliebten Punch in viele Sounds. Das Filter klingt frei nach den Worten einigen Nutzer „unschuldig analog“ und ist heute Inbegriff für einen Sound. Wer mit „Unschuldigkeit“ in Zusammenhang mit Klängen nicht viel anfangen kann, sei ein Vergleich mit den Konkurrenten Moog und ARP nahegelegt. Der stark in angenehme harmonische Verzerrung reichende Moog oder der etwas analytischere aber zuweilen auch härtere ARP-Sound klang stets weniger neutral.

Etwas, was man bei wirklich guten Software-Synthesizern auch kennt. Keine Bassanhebungen oder künstliche Scheinverbesserungen trüben das Klangbild, aber auch keine Aggressivität. Mit etwas Geduld hätte es vielleicht früher Menschen an die kleinen Moogs erinnert, wenn wir eine Zeitreise machen würden. Zumindest bei nicht resonanten Einstellungen. Interessant ist da schon eher die Verwandtschaft mit dem System 100 und sogar der TB-303. Der nasale Charakter der 303 ist sicher im SH-101 nicht ganz so ausgeprägt, jedoch spielen hier auch leichte technische Abweichungen durch mangelnde Selektion der Bauteile zwischen verschiedenen Geräten eine Rolle. Der Nasalität eines MS-20 entspricht dies jedoch nicht, es bleept und clongt mehr, es ist nicht „industrial“. Das ist der Roland Sound oder Teil dessen.

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Nein, es klingt noch konform genug, um weit weg von „trashig“ zu sein. Es ist als wohlklingend und gut justiert gut beschrieben, auch in den hochresonanten Bereichen, so wie alle Rolands noch lange nach der SH-Serie mit Ausnahme des Jupiter 6, der mehr bei hohen Resonanzwerten ausdünnt als die meisten anderen, jedoch sonst alle genannten Attribute ebenfalls hat. Der SH ist etwas frecher als beispielsweise die etwas organischeren Junos. Das Filter hat eine Selbstresonanzfähigkeit und ist dank des Keytrackings auch tonal spielbar. Da die Hüllkurve auch schön zackig ist, bietet das eine gute Grundlage für Bassdrums, Elektro-Perkussion oder Bässe. Vielleicht war der SH-101 schon immer die bessere 303? Ok, hier betritt man den religiösen Teil der Veranstaltung. Deshalb schauen wir doch lieber die restlichen drei Dinge an, die noch nicht erwähnt wurden.

Automatik – Automatik

Der Arpeggiator ist einfach, er lässt die Aufbrechung der gespielten Akkorde in Einzeltöne nach oben, unten oder die abwechselnde Abspielrichtung zu und bleibt sonst in der gespielten Oktave. Das entspricht bis auf die Random-Betriebsart dem Standard. Seine „Clock“ holt er sich vom LFO. Das macht auch der Sequencer so. Auch er ist super einfach, fast schon primitiv gestrickt. Aber diese zwei kleinen Taster haben schon so vielen Musikern ein Grinsen ins Gesicht gezeichnet, denn man benötigt eben kein extra Gerät, was man auf eine Session mitzuschleppen hat. Ideen sind schnell ausprobiert und benötigen kein Studium. Er beschreibt sich als Step-Sequencer am besten.

Man spielt die benötigten Noten und drückt die Pause-Taste, wenn es stattdessen still sein soll in der gleichen Folge, wie sie später erscheinen sollen. Die hundertste Note ist auch die letzte, da hier der Speicher bereits erschöpft ist. Das reichte schon für einige Hits vollkommen aus. Wenn zwar die Eurythmics mit anderen SHs und Junos gearbeitet haben, lassen sich die frühen Hits damit recht gut reproduzieren. Netterweise transponiert die eingespielte Sequenz auch anhand der gespielten Note und kann über eine Hold-Funktion festgehalten werden. Eine grundsätzliche Transposition gibt es übrigens auch, was für Synthesizer dieser Art ebenfalls neu war. Man kann nicht oft genug betonen, wie sehr diese Dinge dazu einluden, einfach „eben mal“ ein Stück zu basteln. Spiel mich. Zusammengefasst: automatisch, ohne aufdringlich zu sein, und Abitur not required. Super!

Räder und Hebel

Bleibt noch etwas über die Modulationsabteilung zu sagen, die allen Bühnentieren unter uns gefallen wird und im fliegenden Wechsel einzustellen sind. Ganz neu und nach der Jupiter/Juno Serie in jedem Roland zu finden war der Bender nun auch mit einer Modulations-Funktion versehen. Selbst der aktuelle Gaia hat die gleiche Konstruktion, und der SH-101 war die Premiere dieser Idee.

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Die anderen SHs oder der Jupiter-4 mussten nur mit dem Bender allein auskommen, die Jupiters und Junos haben hier nur eine Taste, die sich nicht ganz so feinfühlig spielen lässt und einfach nur das Vibrato auslöst. Der Hebel ist stufenlos und somit die bessere Lösung. Bei allen Rolands der Zeit konnte der Bender auch das Filter steuern, und alle Hebel waren schnell umzuregistrieren. Der Modulationshebel tut auch im SH101, was man seinerzeit von ihm erwartete, nämlich die Stärke des LFOs auf die Tonhöhe zu bestimmen (Vibrato). Das Portamento ist nicht nur ein/ausschaltbar, sondern hat eine Legato-Aktivierung an Bord, die Roland damals „Auto-Bending“ nannte. Auch diese Idee erhielt in viele Techno-Tracks als „Slide“ Einzug.

Der Roland SH-101 hat sehr gute Voraussetzungen für die Arbeit mit anderen Analogen, denn die Steuerspannungen vom und zu ihm sind vollständig und serienmäßig vorhanden. Sie folgen dem  üblichen Volt-pro-Oktave und Spannungstrigger Standard. Auch für die Hold-Funktion gibt es einen externen Anschluss. Deshalb ist er auch recht einfach zu MIDIfizieren. Es gibt übrigens Lösungen, die in das Gehäuse eingebaut werden und daher recht elegant sein können.

Nachdem der SH-101 sechs Babys gefressen hat, läuft er auch mal ohne seine übliche 9 Volt Nahrung, die sich der possierliche Nager dann aus einem externen Netzteil holt. Die Batteriegröße „Baby“ ist gemeint, es ist keine Gefahr für Mensch und Tier zu erwarten. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und ist relativ robust, jedoch deutlich weniger stabil als die sonstige SH-Serie. Selbstverständlich ist das eine Folge der Idee, den SH umhängen zu können. Besonders die Netzbuchse muss man hin und wieder pflegen, da sie mit der Zeit durch den Zug etwas wackelig werden kann. Eine Austauschbuchse ist allerdings heute nur ein Cent-Artikel. Die Fader und Knöpfe sind insgesamt angenehm zu verwenden und sehr übersichtlich. Heutige SHs sollten dennoch wegen des Alters beim Kauf ausgiebig geprüft werden. Die Tastatur ist nicht all zu anfällig für Doppeltrigger, weshalb auch hier nur die übliche Vorsicht gilt. Nicht oft gespielte Exemplare können durch großen Gebrauch auch wieder zum Leben „gespielt“ werden. Alternativ kann man sie auch reinigen. Die 2 1/2 Oktaven sind kein Hindernis, da der Oktavschalter gut zu erreichen ist.

Mods zum Roland SH-101

Durchaus zahlreich sind die möglichen Modifikationen für den SH-101. Die wohl bekannteste ist die von Philip Pilgrim stammende Novamod. So richtig erhältlich ist sie allerdings nicht mehr, allerdings gibt es heute andere Anbieter, die genau diese Veränderung vornehmen. Deshalb wird man über eine simple Suche im Netz nach Modification SH-101 auch heute schnell fündig. Sie brachte eine analoge Filtersteuerung durch einen eigenen Eingang, einen 3-Stufen-Schalter für die LFO-Geschwindigkeit (normal, schneller, superschnell) und eine Möglichkeit, externe Audiosignale durch das Filter zu schicken.

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Es gab zudem einen Clock-Input für den LFO (ein solcher existiert bereits ab Werk für den Sequencer/Arpeggiator). Eine Filterverzerrung namens Filter Overdrive und Filter-FM durch den VCO war ebenso möglich, was sehr viele neue Klänge ermöglichte, die nicht mehr ganz so „unschuldig“ und lieb klingen. Der SH ist mangels eines zweiten Oszillators für solche Sounds sonst nicht bekannt. Auch bekam die Pulsbreitenmodulation einen eigenen Schalter, um die Schwingungsform des LFOs nun frei wählen zu können, unabhängig von den anderen Modulationen des LFOs. Diese Idee hat übrigens Yamaha in der CS-Serie noch mehr perfektioniert und war vielleicht Inspirationsquelle. Auch die von Roland üblicherweise „gesweetspotteten“ Parameter wurden wieder etwas zurückjustiert.

So sind mit der Novamod auch extreme Unterschiede im Tastverhältnis der Rechteckschwingung von 0:100 möglich. Das mag kein häufig gefordertes Feature sein, aber es geht. Andere Modifikationen bieten eine kleine AD- oder AR-Hüllkurve an, die den VCA steuern kann oder eine FM mit einem eigenen weiteren Oszillator anbietet. Die Möglichkeiten sind über die lange Existenz und Popularität des Instruments eher gewachsen. Auch SH-101s mit 7-Segmentdisplay wurden schon gesichtet und speichern mehrere Sequenzen. Manche Mods offerieren verschiedene Schwingungsformen für die FM (Filter/VCO/PWM). PW-Modulation durch einen VCO ist beispielsweise Andromeda-Nutzern geläufig. Sie ist etwas subtiler als andere schnelle Modulationen, aber nicht weniger interessant.

Und was bringt das? Metallische und glockenartige bis böse verzerrte Klänge oder subtile Unterformen davon, ein sehr viel weitreichenderes Angebot an Obertonkontrolle und vieles mehr. Es gab „Mod“-Namen wie „Borg“ oder „Analog Solutions“ je nach Anbieter, die diese Mods anbieten. Auch versierte Reparaturwerkstätten können diese vornehmen. Sogar ein Ringmodulator wurde gesichtet (mit eigenem Oszillator), sowie jede Menge kleine Schalter in der Nähe der Schwingungsformen des VCO bis zur kompletten Modularisierung und Herausführung. Wegen des fehlenden Platzes findet man weitaus seltener so viele Möglichkeiten für den MC-202, sie sind aber vergleichbar und technisch ähnlich umzusetzen.

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Unmodifiziert sind jedoch die Farben. Es gab Grau, Rot, Blau – ebenso waren die Griffe farblich ausgeführt. All zu lohnenswert mag er nicht sein, wenn man den SH-101 liegend verwenden will. Der Griff ist nicht viel mehr als ein Ersatzdrehpoti für den Modulations/Bend-Bereich. Die Anschlüsse dazu sind jedoch durchaus für Bending-Zwecke zu missbrauchen und lassen indirekt die Filtersteuerung über diesen Umweg zu. Wer ihn dennoch „braucht“, wird eine Weile suchen müssen. Und da wären wir auch bei der dummen Überlegung zum Thema Geld. Heute kostet der SH-101 durchaus eine Stange Geld. Nur echte Fans des Roland Sounds sollten zuschlagen, da die Vintage-Maschinen auch eine Art Vintage-Luxussteuer einfordern, nun mal alt sind und alle alten Rolands immer noch einen sehr guten Ruf haben. Heute darf man ab 450 Euro von einem Glückstreffer sprechen und bei ca. 550 Euro auch noch nicht glauben, dass es nach oben keine Grenzen gäbe. Manche Ebayer bieten ihn sogar um und oberhalb von 800 Euro an. Dies sollte man jedoch nicht einmal ignorieren.

Alternativen zum SH-101

Der SH-101 ist ein einfacher, solider und sehr musikalischer Kerl, der auch auf der Club-Bühne Platz hat. Die MIDIfizierung ist aufgrund der schon vorhandenen Anschlüsse zumindest leicht umzusetzen oder einzubauen. Alles ist schnörkellos und aufgeräumt und kann sogar als Steuerkeyboard für andere Analoge im Set dienen oder selbst gesteuert werden. Allerdings ist so etwas immer noch recht gefragt, und man bezahlt den ganzen „Vintage-Roland-Kult“ mit. Sei es wegen „Acid“, „Electro“ oder auch „New Wave“, es spielt dabei keine Rolle. Gegenüber dem günstigeren MC-202 ist er doch teuer, gegen ein System 100 Keyboard (101) aber leistungsfähiger.

Der MC-202 ist ohne Rauschgenerator dem SH-101 etwas unterlegen, und wählbaren LFO Schwingungsformen hätte er auch nur ein Delay-Fade-In entgegenzusetzen. Auf einen Arpeggiator und glatte Glides muss man jedoch beim MC-202 verzichten , da dieser eher Glissandi erzeugt (chromatisches Durchspiel aller Töne anstatt fließendem Glide).

Die Nähe zur TB-303 diskutiert sich wie immer schwer. Das liegt daran, dass es Puristen gibt, die sehr genau hinhören und mit Recht einige Unterschiede bei Bleeps und Clongs vernehmen. Außerdem gibt es noch einige weitere überzeugende oder zumindest gute Alternativen zu 303. Vorsichtig ausgedrückt ist für nicht all zu große Originaltreue und Extrempuristen das Lager einiger SHs, der MC-202 in jedem Fall eine denkbare und wirklich edle und würdige Alternative.

Klein und oho ...

Klein und oho …

Andere werden eine 303 ohne den eingebauten Sequencer ohnehin als unvollständig bezeichnen, denn Slides gehören genau so dazu wie etwa die leicht nasal-quäkige Resonanz. Es ist jedenfalls eine mögliche sehr gute Alternative, auch wirklich große Acid-Puristen. Definitiv kann man von Warp bis Acid eine Menge mit beiden Instrumenten anstellen, die 303 kann hingegen ihren Job aufgrund ihrer Beschränktheit nicht so weit ausbreiten und ist ohnehin immer noch teurer.

Sollte es einen „generischen Standard-Synthesizer“ geben, der kaum noch nach unten zu korrigieren ist, dann ist es wohl der SH-101. Das könnte auch das Geheimnis sein, weshalb er wirklich so gern gesehen wird. Synthesizer wie der Moog Prodigy oder andere ohne Schnörkel, die einfach gut klingen und kein Gramm zu viel können und sicher Wünsche offen lassen, jedoch den musikalischen Grundgedanken hinter jedem Song übertragen können, gibt es sicher noch mehr, aber aktuell und neu muss man so etwas bisher noch suchen. Mit diesen eher universellen Worten wird man es einem Klassiker wohl mehr gerecht als der klein karierten Antwort, wie gut „Moogbässe“ oder 303-Acidlines imitiert werden können oder andere Schatten aus der alten Zeit. Die meisten Musiker haben mit dem SH-101 unvoreingenommen etwas machen wollen, und vielleicht findet sich noch heute ein Stück Musik mit dem SH, welches ausreichend Eigencharakter hat.

Für den Job ist er sehr gut und passt in nahezu jede musikalische Ecke und ist der wahre „Allrounder“. Man kann ihn bestenfalls etwas zu gewöhnlich finden. Der Klang ist gut, passt irgendwie immer und ist nicht so „brutal“ wie Promars oder Jupiter-4, eher unschuldig-freundlich wie LFO oder Erasure oder einige Acid-Produktionen, die netten Melodien von einigen Aphex Twin oder sogar Boards of Canada Alben ließen sich sicher ebenfalls gut umsetzen. Roland ist nicht so überdominant und fett wie die Moogs. Popmusik und Clubsound wird damit gut funktionieren. Zumindest funktional/musikalisch und bei der Frequenztrennung. Wer extravagante Klänge sucht, ist hier natürlich falsch. Und aufgrund der vielen Musikstücke mit ihm hat er auch die vielversprechende Patina, die den Ruf eines Klassikers ausmachen. Die SH-Serie wird immer etwas Magie behalten, weil Roland damals wenig falsch gemacht hat und sogar einiges klarer und eindeutiger als dies ARP, Moog oder andere getan haben.

Wer möchte, kann eine ganz andere individuelle Haltung mit Acid-Schwerpunkt zum SH-101, MC-202 hier auf Amazona lesen, um sich eine weitere Meinung einzuholen. Es grüßt ein bekennender Roland Fanboy.

Hardware-Klone zum Roland SH-101

Behringer MS-101

Eine ernstzunehmende Alternative bietet seit 2019 auch der Hersteller Behringer, mit seinem Klon MS-101, den wir ausführlich HIER getestet haben.

Aber auch Roland hat seinen Klassiker geklont. Einmal als Plug-Out-System (Plug-IN plus Hardware, die auch Standalone funktioniert) unter der Bezeichnung Roland System-1. Für Test bitte HIER KLICKEN.

Ein einziger Druck auf den System-1-Button und die eigene Klangerzeugung lässt sich malträtieren.

Und als Boutique-Klon unter der Bezeichnung Roland SH-01A. Diesen Test finden SIE HIER.

Alle drei Varianten sind ernstzunehmenden und gut klingende Synthesizer mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Möglichkeiten.

 Alle Bilder des SH-101 mit freundlicher Genehmigung von knobexploit / Ernst Hill)

Der Roland SH-101 on YouTube

Fazit

Der SH-101 ist ein echt analoger, handlicher Synthesizer mit stark ausgeprägtem eigenen Klangcharakter. Man darf sich auf keinen Fall durch die geringen Abmessungen oder die Plastikummantelung abschrecken lassen. Der SH-101 hat sich seinen Kultfaktor hart erkämpft und wohl verdient. Dank CV/Gate lässt sich der SH-101 auch heute noch unkompliziert in moderne Setups integrieren und stellt so manchen aktuelle Analogen locker in den Schatten. Besonders bei der Mix-Problematik.

Plus

  • guter und klassischer Sound
  • sehr einfache Bedienung
  • CV-Gate leicht einzubinden (V/Okt)
  • Batteriebetrieb
  • Arpeggiator und Sequencer mit drin, prima für live, sehr spontan
  • Ausmaße

Minus

  • Kunststoffgehäuse

Preis

  • Gebraucht ca. 800 bis 1.000 Euro (Syntacheles Juli 2016)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Manche sagen, der 101 klingt nach Plastik. Nun wenn sie damit diesen klischeehaften Hackepeter-Bass-Sound meinen, dann mag das teilweise stimmen. Das ist hier kein Moog! Aber der 101 kann weitaus mehr. Mit etwas Geschick lassen sich wunderschöne, melancholische Lead-Sounds aus der Kiste zaubern, die an die früheren Vangelis und Kitaro Platten erinnern. Der 101 kann mächtig Druck machen ohne das Arrangement mit Fettheit zuzukleistern. Arpeggiator und Sequenzer sind einfach gestrickt und deshalb ideale Ideenlieferanten. Die Kiste macht einfach Spass! Leider wird der 101 auch immer teurer.

      • Profilbild
        TB303

        oh,toll. ich sage die Sh 101. wie viele andere auch. na und? das man das immer thematisieren muss. hat was oberlehrerhaftes,der mit dem rotstift durchs leben zieht…
        toller synth. und der trigger sequenzer sehr geil.nutze DIE !! analogkiste ausserdem als cv mastertastertur für diverse module.. perfektes teil.

  2. Profilbild
    network-909  

    Die gute alte 101… Schwer sich von dieser Kiste zu trennen, selbst bei den überzogenen Preisen heutzutage. Dazu klingt die Maschine einfach zu gut =)

  3. Profilbild
    phil_dr110  

    hatte ewig lange die mc- 202. sehr schönes teil. heutzutage benutze ich gerne den desktop- evolver für solche sachen. geht wunderbar, auch wenn es eine ganz andere maschine ist ;)

  4. Profilbild
    Alex_KIDD

    Hallo an die Gemeinde,

    sehr schöner Test.
    Weil hier die MC-202 erwähnt wurde, die scheint
    ja eine echte Alternative zu sein (kenne beide Geräte nicht)

    Ist denn bei der 202 die MIDI-Anbindung auch so problemslos oder gibts da Anzulänglichkeiten?

    Zurück zum SH101: Vom Sound her hätte ich ihn nicht erkannt, aber hängt sicher von der
    Art von Musik ab. Ob er nun ein „Musthave ist“
    muss ja jeder selbst wissen. Was gibt es sonst noch für Alternativen im preislich niedriger angesiedelt? (BraintecBass oder Deep-nine?)

    Weil jetzt in Ebay welche sind, meine Frage
    die Schieberegleraufsätze sind die selben wie
    bei der TR-707, oder irre ich da?

    freundlicher Gruß

    • Profilbild
      moogulator  RED

      Ja, der MC202 hat auch CV-in und ist damit auch MIDIfizierbar. Allerdings gibt es chromatisches Glissando über den Sequencer (quantisiert). Er ist mehr so das kleine Teil, was man mit TR606 und Co mitnimmt, wenn man Retro-Sound machen will.

      Roland-Sound in der Art gibt es nicht so viele, aber 303Clones natürlich EINIGE. Die meisten davon sind aber auch nur gebraucht zu bekommen.

      Faderkappen: sind andere als 707. Breiter.

      SH101 Sound muss man natürlich mögen oder nicht, schon ihn zu beschreiben ist nicht so einfach. Bei zu hohen Preisen: Vogel zeigen und abwarten.
      Der Charakter ist zB bei LFO „Frequencies“ ziemlich typisch. Im Forum nennt man das inzwischen „Liep™“. Es ist so wahnsinnig unschuldig.

      Roland hat noch nicht so viele Cloner gefunden. Aber was einigermaßen mittig klingt wäre schon mal gut. Mittig mischen ist zzt wegen Software kein Exotentum mehr. Einer der ersten, der das gemacht hat dürfte Robert Babicz sein.

      Einen SH101 habe ich nocht außerhalb der Roland-Familie nicht wirklich gefunden. Einige 303 Clones klingen aber ganz gut, sogar die alte Bass-Station ist gar nicht so übel diesbezüglich. Aber alles relativ. Für die SE (ATC Xi zB) Synthesizer gibt es ein 303 Filter, aber SE ist auch nicht grade billig zu nennen.
      Das blaue System von SMS ist ganz nett aber auch ein paar andere. Meist je nach dem, was man eigentlich damit erreichen will und ob es funktional/frequenzmäßig oder musikalisch identisch sein soll oder sogar komplett emuliert werden soll.

      Die Frage der klanglichen Ähnlichkeit muss man idR. selbst für sich beantworten.

  5. Profilbild
    Tyrell  RED 1

    Meine SH war ziemlich wackelig im Tuning. Da musste ich alle 30 Minuten nachstimmen. Auf Dauer hat das so genervt das ich sie wieder abgegeben habe. Ich bin mit dem Freebass (ist die MAM MB33 MKII in der UK Ausführung mit Orange/Silberner-Frontplatte) als TB und SH-Clone sehr glücklich. Klingt sehr gut, ist voll analog und kostet gebraucht nur 100,– Euro. Logo – mit Midi!!

    • Profilbild
      network-909  

      Das wackelige Tuning kommt bei der 101 oft durch einen verschmutzten Power-Schalter. Klingt ulkig, merkt man aber sofort, wenn man bei so einer 101 leicht auf dem Power-Schalter rumdrückt, während man eine Note spielt, ohne dabei aber den Powerschalter ganz durchzudrücken und die Kiste auszuschalten. Dabei verstimmt sich die Kiste sofort ganz heftigst. Da braucht wahrscheinlich nur eine Fliege kurz drauf landen und die Kiste muss nachgetuned werden.
      Abhilfe schaffte bei mir: Powerknopf abziehen (ist nur draufgesteckt) und kräftig Kontaktspray rein (ohne hier die beliebte Diskussion wieder anzufangen, was man am besten in verschmutzte Schalter sprüht – von mir aus auch Haarspray :-).
      Alternativ hilft auch manchmal : Kiste ausschalten und Powerknopf ca. 10 Minuten lang ein- und ausschalten…

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      AMAZONA Archiv

      ein bekanntes Problem des korrodierenden Einschaltknopfes. Ich hatte meinen kurzgeschlossen. Seitdem war das Tuning stabil. Leider hab ich den SH 100 irgendwann verkauft.

  6. Avatar
    AMAZONA Archiv

    SH 101 war schon cool. Vor allem in Sync mit einer 909. Da konnte man tolle Basslines programmieren und die Resonanz voll aufdrehen. Das ergibt einen Sound, den ich so von keinem anderen Synth jemals gehört habe.

  7. Profilbild
    olivgrau

    So, nun zwitschert auch ein SH 101 bei mir. Ich hoffe ich bleibe von den hier geschilderten Problemen verschont! Hab‘ ihn für 800 aus der Bucht. :-D
    Parallel dazu stehen ja meist Angebote bei 1.299,- drin. Na, die haben einen langen Atem!

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    Flying C  

    Was soll man zu diesem Gerät noch sagen? Zu seiner Zeit (1982) der billigste Synthesizer den man für Geld bekommen konnte, knapp unter 700 DM – das sind ca. 350 €. Bis heute in Zahllosen Titeln verwendet. Die Maschine mit der ich das „Handwerk“ erlernt habe. Unheimlich breites Klangspektrum, perkussiv, bassig, wabernd, vokal, heftige Reso…und immer so warm. Den unvermeidbaren Moog-Vergleich lassen wir mal weg. Roland. Roland Filter. Roland Sound. [Jaja, auf der Moog-Kaskade basierend ;) ] Bauteilbedingt kann der Sound verschiedener Modelle SEHR unterschiedlich sein, von „piepsig-brav“ bis „bassig böse“ und zurück ist alles dabei (à la 303) – ich weiss das auch nur, weil ich vor Jahren 3 101en zur Verfügung hatte. Auch in der Gegenwart benutze ich den SH-101 in nahezu allen (Acid-) Produktionen, dieser Synth ist -auch nach Jahren- immer wieder wieder für eine Überraschung gut!
    Das synthetische „Lachen“ im folgenden Track ist z.B. ein SH-101…(bei ca. 1:33, 2:35, etc.) Der MC-202 besitzt weitestgehend die klangerzeugung des SH-101, aber das ist eine andere Geschichte.

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    Son of MooG  AHU

    Ich hatte leider nie die Gelegenheit, günstig an einen SH-101 ran zu kommen und musste mich viele Jahre mit einem MS-10 begnügen (dessen Verkauf ich nie bereut habe). Mein MC-202 hätte sich bestimmt über einen 101 als Partner gefreut (für den zweiten Sequencer-Kanal). Allerdings gibt es doch heute genug Alternativen, wenn man es nicht so puristisch sieht. So bin ich sehr zufrieden mit meinen Dark Energy Mk I und Microzwerg Mk II, die sich dazu noch wunderbar in mein Modular-System einfügen lassen. Auch den Urenkel SH-201 mag ich; liefert er mir Flächen-Sounds, die unverkennbar Roland sind.

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    Everpure  

    Das tollste an solchen Artikeln (nach dem Spaß, den es macht, sie zu lesen) ist, wie sehr Preisangaben Schnee von vorgestern sind. Aktuelle Angebote für SH-101 bei Ebay heute: 1500€ Vollkommen irre.

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      moogulator  RED

      inzwischen gibt es 2 Alternativen: Roland SH01A – polyphon bzw Unisono oder Behringer MS101

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    Hyboid

    Bei mir war es Liebe auf den zweiten Blick. Ich hatte vor einem Jahr die Gelegenheit, einen blauen SH-101 zu einem sehr fairen Preis zu kaufen, der nur ein paar kleinere unproblematische Reparaturen benötigte. Seitdem läuft er wunderbar. Ich habe anfangs den Fehler gemacht, ihn mit seinem Quasi-Vorgänger, dem SH-09 zu vergleichen, den ich schon seit vielen Jahren habe und in- und auswendig kenne. Da musste er in einigen Kategorien ganz schön einstecken, weil der SH-09 einfach viel satter und wuchtiger klingt. Nach und nach habe ich allerdings den teils etwas dünnen und plastikmäßigen Sound des SH-101 zu schätzen gelernt. Er lässt sich einfach wunderbar einfach im Mix unterbringen.
    Außerdem habe ich ihn mit der SH-1oh1 Mod von Tubbutec.de ausrüsten lassen, das wertet den SH-101 noch einmal gehörig auf. Dank SH-1oh1 Mod verfügt der SH-101 nun nämlich über 37 (statt im Original einer einzigen) Sequenze, die man dann im Songmodus ganz einfach aneinanderreihen kann. So produziere ich meine Tracks. Ich steuere ihn übrigens fast ausschließlich per analogem Clocksignal aus meiner E-RM Multiclock an. Das Timing ist so tight, besser geht’s nicht!

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