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CURiOS #12: Phonem, Mini-Synthesizer, fluXpad, Rotor


Das IOS-Magazin: #12 November 2016

CURiOS-2016-editorial
Zurück aus einer langen, arbeitsreichen Sommerpause, mit der Ausgabe CURiOS #12 am Start, die es nicht versäumt die vergangenen Monate aufzuarbeiten.

Das Editorial widmet sich trotzdem einem aktuellen Thema: iOS 10 oder genauer gesagt iOS 10.1. Was Apple wieder alles tolles eingebaut hat, verkommt zur völligen Nebensache, angesichts einer „Warnung‟, die seit iOS-10.1 umgeht:

curios12-editorial

„[Dieses App] verlangsamt dein iPad möglicherweise‟.

Diese Warnung bezieht sich auf „alte‟ 32-Bit Apps die den iTouch verlangsamen könnte, also Software, die für Geräte konzipiert wurde, die mehr als zehn mal langsamer sind, als ein aktuelles iPhone. Doch die Geschwindigkeitseinbußen sind nicht das Problem und die Formulierung ist irreführend. Das wahre Drama läuft mal wieder im Verborgenen ab. Es betrifft nämlich genau wieder die SOHO-Kleinentwickler, die nicht auf Gewinnbasis arbeiten.

Apple hat allein diesen Oktober ca. 47.300 „alte“ und „unzulässige“ Apps aus dem AppStore entfernt. Die Frage aber, ab wann eine App als „veraltet“ betrachtet wird, lässt Apple, wie vieles andere auch (z.B. API-Dokumentationen), unbeantwortet im Raum stehen. Wird ein App von Apple als „veraltet“ eingestuft, haben die Entwickler 30 Tage Zeit es zu updaten, ansonsten wird es aus dem AppStore entfernt.

So trifft es mal wieder Entwickler, die nicht in Apples Marktökonomie passen, weil sie mit ihrem App nicht genug verdienen, um es wirtschaftlich vertretbar mit permanenten Updates zu pflegen, damit sie mit der Geschwindigkeit mithalten können, mit der Apple neue Gimmicks in seine Betriebsysteme pumpt. Auf jeden Fall dürfen wir uns auch hier mal wieder von einer Reihe vertrauter Apps verabschieden.

Das betrifft nicht nur Apps, die eh keiner haben will. Es betrifft eine Reihe von coolen Music-Apps und z.B. das TouchArcade App. TouchArcade ist eines der ältesten, wichtigsten und letzten überlebenden Online-Magazine für die iOS-Spielekultur, die mit der App gar keinen Gewinn machen und mit der Website gerade mal so, weil sie sich nicht von Werbeeinnahmen abhängig machen wollen. Stattdessen gehen sie lieber mit den Lesern in direkten Kontakt über die Finanzierungsplattformen Patreon. Leider mit mäßigem Erfolg und das obwohl die Spiele die größte Sparte im AppStore darstellen.

Die Tragik dabei ist, dass diese Entwickler sehr wahrscheinlich gar nicht in diese „Notlage‟ gekommen wären, würde Apple – und ja hier wiederhole ich mich mal wieder – bezahlte Updates im AppStore zulassen würde. So aber können Apps nur neu gekauft werden, was etliche Stammkunden vergrault, weil sie keine Lust haben (nur) dafür zu bezahlen, dass Apple schon wieder ihre APIs ändert. Oder die Apps werden durch In-App-Käufe zerstückelt, was den meisten Kunden mindestens mal die Stimmung vergrämt. Oder ganz neu, als monatliches Abonnement angeboten werden, was für viele App-Nutzer ein komplettes No-Go ist.

Persönlich hätte ich ja den Vorschlag Spenden-Buttons, also Consumable-Käufe, in die Apps einzubauen. Das hilft vielleicht nicht viel, wäre aber ein Anfang. Ich hatte schon öfter das Bedürfnis nach einem Gig, als Dank für ein App, das diesen Gig ermöglichte, dem Entwickler „ein Bier“ zu spendieren. In der iOS-Welt, auch wenn die größeren Unternehmen nachziehen, kommen die meisten und innovativsten Music-Apps immer noch aus SOHOs, also Kleinstunternehmen. Bei Support-Anfragen hat man in 99,9% der Fälle den Entwickler selbst in der Leitung und da können aus E-Mail-Kontakten auch schonmal (E-Mail-) Freundschaften werden.

Apple stellt mit der Kuration des AppStore bestimmt die richtige Frage, gibt aber, wenn überhaupt, eine falsche Antwort. Hier nun im ÜBerblick die Inhalte der CURiOS #12 Ausgabe:

Inhalt CURiOS #12:

  • NEUE HARDWARE:
    – iPhone 7, iPhone 7+ von Apple
    – iXR USB Audio/MIDI interface von Tascam
    – Distortion Pedal Positive Grid
    – iCtrl-R mini von daelectronics
  • APP UPDATES:
    – Cubasis 2.0, von Steinberg 1. Platz iOS-DAWs
    – Elastic Drums 1.9, 1. von O-G-SUS 1. Platz iOS-Drum-Sequenzer
    – Tonestack V3.0 1. von Yonac
 1. Platz iOS-Effekte
    – 

FL Studio Mobile 3 von Image-Line
  • NEUE APPS:
    – Moebius Lab von Amazing Noises
    – AC Sabre von Air Craft
    – Poison-202 von Dmitrij Pavlov
    – Dhalang MG von Joel Kivela
    – SwarPlug, AUv3 von Swar Systems
    – Soft Drummer von Luis Martinez
    – Phasemaker, AUv3 von Bram Bos
    – MIDIMan von Felix Nievelstein
    – Swinging Mathilda von Ulrich Halfter
    – RF-1 von Kai Aras
    – 6144 EQ von DDMF
    – Focusrite Control von Novation
    – MidiRotator von tingjing.com
    – Lattice Harmony von Adam Kleczewski
    – Apogee Control for Element Series Interfaces von Apogee Electronics Corp
    – Jussi – Vocal Synthesizer, AUv3 von Klevgränd
    – Tines von Klevgränd
    – Haaze, AUv3 von Klevgränd
    – VoxSyn von VirSyn
    – Addictive Pro von VirSyn
    – n-Track Studio 8 Pro Mehrspurrekorder von n-Track
    – Spider Remote von Line 6
    – Frum von TORICO Inc
    – Just Intonation App von Haye Hinrichsen
    – Tessitura Pro von Ariel Ramos
    – ODDYSSEi / Lexington,
    – iWavestation von Korg ()
    – Hook von Retronymes
    – PdParty
  • iM FOKUS
    – Phonem AUv3 von Wolfgang Palm
    – Mini Synthesizer von Electro Harmonix
    – fluXpad von MoMinstruments
    – ROTOR von Reactable- Live Set Export-SDK von Ableton
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    Chick Sangria ••••

    Fantastische Kolumne, vielen Dank!
    An die Redaktion: Könnte man evtl. eine „auf einer Seite anzeigen“-Option einrichten? Dann kann man leichter durch die Browsersuche etwas nachschlagen (sonst muss man die Seitensuche benutzen, was ich etwas aufwendiger finde).

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      swellkoerper ••••

      Ich finde auch, dass bei amazona die einzelnen Seiten der Stories etwas länger sein dürften. Das käme dem Lesefluss sehr entgegen.
      Tolle Kolumne übrigens, Wahnsinn wie viel Arbeit da drin stecken muss!

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      Markus Schroeder RED

      Hi ctblaze,
      die App kam am 6. November raus.
      Es gibt einen Zeitraum, in dem ich aufhören muss nach neuen Apps zu scannen, um die Ausgabe zu schreiben und dem Veröffentlichungstermin. Das sind ca. 2-3 Wochen. Alles was dazwischen rauskommt und keine iWavestation ist fällt durch und kommt (sehr wahrscheinlich) in die nächste Ausgabe. Weil ich immer von dort weiterscanne, wo aufgehört habe.

      Falls Du der Entwickler bist oder den Enwickler kennst, lass uns das bitte wissen.

      greetz,
      M.

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    Everpure ••

    Erstens ist es „die“ App und nicht „der“ App (wo kommt das denn bitte her?) und zweitens sollte es jeder Softwareentwickler, der auch nur ein wenig Selbstrespekt hat, hinbekommen haben, seine Applikationen seit Sommer 2013 (iOS 7!) auf 64-Bit aktualisiert zu haben. Wer das nicht schafft, bei dem kann es auch nicht so wichtig sein. Also, bitte erst recherchieren, bevor losgetrollt wird. Das könnt ihr besser bei amazona.

    Und was fragen wie zum Beispiel die Preisgestaltung angeht: Da ist bestimmt nicht alles super, aber irgendwie bekommen es ja andere auch besser hin, da muss es doch also möglich sein, sich inspirieren zu lassen.

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      TobyB RED

      Hallo everpure,

      es besteht aber nicht immer die Notwendigkeit eines Code Refactoring von 32 Bit auf 64 Bit. Und nur weil Apple das möchte, ist das nicht einfach mal ein Compilerlauf in XCode und ausserdem noch immer nicht sinnvoll.
      Ausserdem schliesse ich dann wieder bestimmte Nutzer aus und zwinge sie zum Neukauf eines iOS Devices.

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        Everpure ••

        Mir ist klar, dass es nicht mal eben zwischen zwei Folgen Big Bang Theory erledigt ist, eine App von 32- auf 64-bit zu portieren. Da ist einiges mehr an Test und nochmal Test und sicherlich auch möglicherweise grundlegende Codeänderungen zu tun.

        Das ist aber nicht mein Punkt. Mir geht es eher darum, dass im Editorial der Eindruck erweckt wird, dass Apple hier böse, böse die armen Entwickler gängelt und einfach mir nichts dir nichts Apps aus dem Store entfernt.

        Das ist meiner Meinung nach nicht der Fall, sondern man sollte die Angelegenheit vielleicht etwas differenzierter betrachten:

        Erstens: Der Übergang von 32- zu 64-bit wurde im Sommer 2013 mit iOS 7 vollzogen. Als professioneller iOS Entwickler (und als solchen betrachte ich jeden, der eine App zum Verkauf im App Store anbietet – egal ob 10.000.000$ oder 10€ Umsatz) hat man in der Regel Zugang zu iOS Betaversionen bis zu 6 Monate vor offiziellem Release, was also Anfang 2013 wäre. Jetzt haben wir Ende 2016 – also fast vier Jahre, in denen man den Übergang auch in der kleinsten Softwareschmiede hätte vollziehen können.

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          TobyB RED

          Hallo Everpure,

          danke für die Antwort. Das wollte ich alles gar nicht wissen. Es ging darum ..“es besteht aber nicht immer die Notwendigkeit eines Code Refactoring von 32 Bit auf 64 Bit. Und nur weil Apple das möchte, ist das nicht einfach mal ein Compilerlauf in XCode und ausserdem noch immer nicht sinnvoll.“… Und das hat erstmal nichts mit Ökonomie zu tun, sondern mit Nachhaltigkeit des Lösungsansatzes. Mehr nicht. Und ich sehe es schon als Gängelung, das es eben auch andere professionelle Entwickler gibt. Und von wegen Apple schliesst keine User aus, ich habe ein Ipad 3, mit 9.3.5 ist Schluss. Und wenn es einem Entwickler gefällt, setzt der 2 Flags und ich bin aussen vor. Schlußendlich, was machen denn die professionellen Anwender? Leasingverträge für iPad laufen 36/48 Monate. Die können zwar mit Certifikaten und MMC die iPads verwalten aber wir sind wieder bei XCode 32/64bit. Und ein Kostenstellenverantwortlicher würde dich fragen ob es dir noch gut geht? Und dann „Budget“ sagen.

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            Everpure ••

            Hallo Toby,
            wie es aussieht, können wir uns vielleicht darauf einigen, dass wir uns in diesem Punkt wohl eher nicht einig sein werden. ;)
            Worin wir uns aber bestimmt einig sein können ist, dass es da einiges an Verbesserungspotenzial gibt – sowohl für Entwickler als auch für die Kunden.
            Aber solange Apple nicht grundlegend etwas an diesen Prozessen ändert, bleibt die Situation wie sie ist und wir müssen als Verbraucher und als Anbieter damit umgehen. Und ich denke, das bei aller Kritik trotzdem extrem viel Potential in der iOS Plattform steckt, wie ja allein die Liste an Apps beweist, die in dieser Ausgabe von curiOS behandelt werden.

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              TobyB RED

              Hallo Ever,

              100 % Zustimmung. Ich sehe das halt als Entwickler, dessen App auf Managed Devices landen. Und da ticken die Uhren anders. Und bei den „Profis“ hat Apple fette Baustellen, MDM, Apple Configurator, Automatisierung. Da ist noch viel zu viel Handarbeit drin.

              :-)

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        Everpure ••

        Zweitens: Die letzten iOS Geräte, die nur 32-bit unterstützen sind iPhone 5 und 5C, iPad 2, iPad Mini (1. Generation) und iPod Touch 5G. Aus Herstellersicht (also Apple) ist es nur verständlich, dass man irgendwann aufhört, bestimmte Gerätegenerationen zu unterstützen. Apple ist da schon immer radikaler gewesen als andere Hersteller (im guten wie im schlechten für die Kunden,also unter anderem uns). Aber wie man hier https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_iOS_devices sehen kann, unterscheidet Apple auch genau zwischen Obsolete, Discontinued und Current – und hat das bisher auch immer offen kommuniziert. Punkt: Als Softwarehersteller möchte ich einerseits natürlich auch ältere Geräte unterstützen (um eine potentiell größere Kundschaft anzusprechen), aber andererseits auch neue Features und Möglichkeiten anbieten (um das Produkt attraktiv zu halten). Wenn ich letzteres nicht tue, laufen mir früher oder später die Kunden weg. Das ist okay, wenn ich als Einzelperson mal irgendeine App gebaut habe. Dann darf man sich aber nicht beschweren, dass die dann auch irgendwann weggeräumt wird.

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        Everpure ••

        Drittens: Ich als Softwareanbieter zwinge niemals irgendjemand zum Neukauf eines iOS Gerätes. Die alte Software läuft doch auf meinem alten Gerät bis in alle Ewigkeit! Nur weil Apple eine App aus dem Store entfernt heißt ja nicht, dass die App nicht mehr auf meinem Gerät läuft. Das heißt nur, dass niemand sie mehr neu kaufen kann – und möglicherweise, dass ich sie nicht mehr herunterladen kann, falls ich sie von meinem alten Gerät gelöscht habe und dann doch wieder neu installieren will. Mal ganz abgesehen davon, dass es realistischerweise doch sowieso so ist, dass man irgendwann sein 6 Jahre altes iPad weggibt und sich ein neues kauft. Ja, ich weiß, nicht alle tun das. Aber Apples Verkaufszahlen zeigen ja deutlich, dass die breite Masse das tut. Dass es immer wieder Einzelfälle gibt, bei denen das ärgerlich ist – nun ja, Apple baut die Dinger ja nicht für jeden einzelnen von uns…

        Viertens: Ja, Apple hätte wahrscheinlich den Übergang von 32- zu 64-bit attraktiver für Kunden und Entwickler gestalten können (mich hat es damals auch irre genervt, dass ich für Intuas Beatmaker 2 den Preis einer neuen App zahlen musste…) Aber auch das ist wahrscheinlich eher dem mangelhaften Apps-nicht-wie-Desktop-Programme-updaten-können Konzept geschuldet, mit dem sich ja auch schon größere Anbieter wie Native Instruments bei iMaschine herum geschlagen haben.

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        Everpure ••

        Langer Rede kurzer Sinn: Viel Gejammere um nichts, weil es zu nichts führt, solange man nicht Apple direkt kontaktiert (zum Beispiel als Entwickler) oder die Reichweite von großen „mainstream“ Medien hat. Und das nervt und ist unproduktiv.

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        Everpure ••

        I stand corrected, wie der Engländer sagt. Dass „App“ auch Neutrum sein kann, war mir nicht bewusst. Dass es aber keinen Sinn ergibt, weil App nunmal die Kurzform von (die) Applikation ist, scheint es mir nur logisch, wenn „das App“ keine weite Verbreitung findet…

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Markus Schroeder CURiOS

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