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Die berühmtesten Synthesizer-Klänge, Teil 2: Platz 12 bis 21

4. Juni 2022

Die berühmtesten Synthesizer-Sounds, Teil 2, noch mehr Presets und Sounds

Auch im zweiten Teil der kleinen Reihe über die „berühmtesten“ Presets und Synthesizer-Sounds sind wir wieder tief in die Archive gestiegen und haben diesmal 10 weitere Perlen gefunden, die man vermutlich so nicht mehr im Gedächtnis hatte. Wer Lust auf Platz 1 bis 10 hat, der möge HIER klicken.

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12. Prophet-5 – Clannad: Harrys Game

Der originale Sequential Circuits Prophet-5

Wir beginnen heute mit Clannad. Nun wird der geneigte Leser fragen: Clannad wer? Irisch Folk und Synthesizer. Ja. Hierzu gibt’s es einen interessanten englischen Artikel im Guardian.

Clannad befand sich damals in einer schwierigen Phase, zum einen irischer Folk war Anfang der Achtziger Jahre des letzten Jahrtausends ungefähr so hip, wie ein Flokati. New Wave war der letzte Schrei. Zum anderen war Enya auch ein Clan(nad) Mitglied, verließ mit Manager und Produzent Nicky Ryan die Band.

Clannad bekam nun das Angebot, für die TV Serie Harrys Game die Titelmusik zu schreiben. Innerhalb einer Woche war das Thema und der Text fertig.  Und hier kommt nun ein Prophet-5 ins Spiel.

Zitat: We’d just started using electronics and wrote the song on a Prophet-5 synth. We had the lyrics, harmonies and melody in a couple of hours, then came back the following evening and recorded a demo on a little cassette recorder. Yorkshire TV loved it.

Man muss es so sagen, dass diese Synthläufe und Klänge dem Song seinen Charakter geben und sie Moyas Gesang wohlfeil unterstützen. Das Thema, die Troubles in Nordirland, ist nun alles andere als fröhlich und genau das wird hier eingefangen und transportiert. Und so wundert es nicht, dass dieser Song später mit Unterstützung von Chicane und Moya Brennan als Remix auch ein Hit wurde.

Übrigens Clannad ermöglichten einer damals recht neuen und unbekannten Band aus Dublin U2 mit der Kollaboration „In a lifetime“ die Initialzündung für eine Weltkarriere. Denn Clannad waren zu dem Zeitpunkt schon Plattenmillionäre.

Über Enya werden wir uns später noch unterhalten und sie vorstellen. Und Clannad werden wir auch noch einmal hören. Aber erstmal geht’s ab in die Disco.

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13. Moog – Donna Summer: I feel love

Als Disco elektronisch wurde. Der Klassiker des Teams Giorgio Moroder/Faltermeyer/Donna Summer, dessen signifikante Bassline aus dem Moog Studiosynthesizer kommt.

Donna Summer war Mitte der siebziger Jahre mit ihren Hits „Love to love you baby“ und „I feel love“ berühmt geworden, bei denen sie das futuristische Moog Synthesizer-Getacker des Produzenten Giorgio Moroder mit hingehauchten Versen und lustvollem Stöhnen unterlegte. Diesem Ruhm sollte sie bis zu ihrem Tod nicht mehr entkommen. Ein Kritiker des Magazins „Time“ zählte nach, dass sie auf „Love to love you“ 22 Orgasmen simuliert habe, Plattencover zeigten sie im Nachthemd. „Ich fühlte mich wie ein Produkt“, erzählte Summer später. „Wie eine Flasche, auf die jemand ein Etikett geklebt hat.“ Wobei sie durchaus einen Beitrag zum Produkt geleistet hatte. Als ihr eines nachts die Zeile „Ich liebe dich zu lieben“ eingefallen war, rief sie Moroder an.

Hier muss man auch wissen, dass der Kollege Faltermeyer hier auch seine Finger im Spiel hatte. Aber lest selber in diesem AMAZONA.de-Interview nach.

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14. OB-X/OB-Xa, Van Halen: Jump

Und hier muss mit einer urbanen Legende aufgeräumt werden.

Zitat „Making of Jump“:

The Oberheim OB-Xa synthesizer was used in the video of “Jump”, and can be seen in video footage from their follow-up tour. However, it is a common misconception that it was used on the recording itself. The recording features its predecessor Oberheim OB-X, played through a Marshall amplifier stack. Even though it features a somewhat thicker sound than the OB-Xa, due to its discrete circuitry used instead of Curtis chips, it had a bad reputation of being unstable on the road.

Was aber nichts an der Einzigartigkeit dieses Riffs und des Sounds ändert. Wir haben ein breites Lead-Riff entwickelt, daa durch sanfte Verzierungen unterstützt wird und genau das macht das Riff und den Sound aus.

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15. MiniKorg 700S, Roland Jupiter-4,Roland System-100 – The Human League: Don’t you want we baby

“Don’t you want me baby“ ist sozusagen schon Inbegriff des Synthie-Pops und der New-Wave-Ära. Der Song strotzt jedenfalls nur so vor lauter Synth-Sounds: Sechzehntel-Arpeggiator, Polysynth und Pads lassen keine Wünsche offen. Gleich zu Beginn startet das charakteristische Synth-Riff, bevor die erste Strophe losgeht. Human League benutzten jedenfalls ein ganzes Synthesizer-Arsenal, das sich mit der Zeit veränderte. Klar ist allerdings, dass der charakteristische Bass-Sound lange Zeit aus einem MiniKorg 700S stammt. Außerdem wurden auch Roland Jupiter-4 und das Roland System-100 verwendet.

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16. ARP2600 – Summer Madness, Kool and the Gang

Report Tony Banks, ARP 2600

Wir achten bitte hier auf die aus dem ARP 2600 kommende Hookline. Kommt uns irgendwie bekannt vor. Richtig. Dieser Sound wurde später gesampelt von „Jazzy Jeff“ und wurde zusammen mit dem „Fresh Prince“ als Summertime auch wieder zu einem Hit. Allerdings befassen wir uns heute mit dem Original. Auch hier achten wir auf die Hook und den Lead-Sound. Der ARP 2600 schwingt immer höher und höher. Der perfekte Sound, um einen Sommer zu beschreiben.

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17. ARP 2600 – Edgar Winter Frankenstein

1973 waren Keyboard-Riffs so lang wie die Haare eines anständigen Rockers und kamen durchaus aus dem Keller und gingen bis aufs Dach. Edgar Winter setzt hier noch einen drauf. Und spielt den ARP 2600 mit einem umhängenden Controller-Keyboard. Allein diese Keytar Anmutung, noch bevor es Keytars gab, macht diesen Titel bemerkenswert. Wesentlich interessanter ist allerdings der Sound, der aus dem ARP 2600 tönt und Edgar Winters Spielweise.

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18. Fairlight CMI – Art of Noise: Moments in love

Fairlight CMI

Der Fairlight CMI war der erste digitale Synthie mit Sampling-Technik

Endlich ZTT und Orchester-Hits. Yikes! Propaganda hatten wir gerade, also Art of Noise. Das Line-up von Art of Noise muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, Anne Dudley, J. J. Jeczalik, Gary Langan, Trevor Horn, Paul Morley, Lol Creme.  Interessanterweise war Moments in love streng genommen nur ein Abfallprodukt, das während der Produktion zu YES „90125“ entstand. Die hier verwendeten Samples, Hits, Loops entstanden nebenbei.

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19. OB-Xa, OB DMA, OB-DMX – Rod Stewart: Young Turks

Rod Stewart hatte zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichungen eigentlich schon eine Karriere hinter sich. Wenn man die Small Faces und Faces als eine Phase zählt. Sein Beitrag zum New Wave des Britpop würde in dieser Playlist fehlen, wenn hier nicht zwei Punkte zusammenkommen würden. Zum einen die Produktion, der komplette Song besteht, bis auf das fällige Gitarrenriff, aus Oberheim Geräten. Durchaus ein Prototyp für Band in the box. Der zweite Grund ist der souveräne Vortrag einer, Verzeihung, flachen Nummer.

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20. Roland D-50 – Enya: Orinoco flow

Kult: Das Original, der Roland D-50 von 1987

Die beiden Rausschmeißer -ounds kommen heute von Enya und dann auch wieder Clannad. Nun verbindet mich mit Enya wenig musikalisch. Aber tatsächlich war ich in jungen Jahren, also vor Gandalf dem Grauen und 9-11, von Enya doch sehr angetan. Enya als Elfenkönigin des New Age zu bezeichnen oder als Kate Bush der der Folkmusik, wird ihr nicht gerecht. Wenn wir ihren Weg und eben auch den von Clannad betrachten, haben wir irische „traditional“ Musiker, die frischen Wind in ihre Genre brachten und das fernab klischeehafter Batik und Symbolik. Enya kann für sich mit Orinoco Flow und anderen Titeln in Anspruch nehmen, ein Weltstar geworden zu sein. Ihre Titel und der Einsatz von Synthesizern sind sicherlich nicht immer über jeden Zweifel erhaben. Aber darum geht es hier nicht. Letztlich eröffnet sich über Enya ein Klangkosmos der in Summe größer ist als die einzelnen Teile.

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21. Roland JD-800 Clannad: I will find you

Der originale Roland JD-800 von 1991

Clannad hatten in den Achtzigern mehreren Künstler entscheidende Impulse für ihren Karrierestart gegeben. Die beginnenden Neunziger Jahre stellten das Pop-Business ziemlich auf den Kopf. Clannad war etabliert, aber der Einsatz von Synthesizern war nichts Neues mehr in der Musikwelt. Neben dem Ton wurde nun auch das optische Element wichtig. Also streckte die Musikindustrie die Fühler nach Hollywood aus. „I will find you“ ist so ein Beispiel. Dieser Titel ist neben anderen insofern ein Meilenstein, ein Track trägt den ganzen Film und ohne diesen Titel und den Sound des JD-800 würde heute weder jemand „Der letzte der Mohikaner“ kennen. Hier hören wir auch, wenn man ein Preset sparsam und kompositorisch sorgsam einsetzt, gibt es dem Song die richtige Richtung. Clannad haben diesen Song bis heute in ihrem Live-Set, allerdings ohne den JD-800. Red Glue lässt grüssen. Ebenso wurde der tiefe Synthbass mittlerweile durch einen Kontrabass ersetzt.

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Weil es schwer ist, nicht immer die Titel und Songs anzuführen, deren Airplay ehedem schon durch die Decke geht, werden wir im abschließenden dritten Teil uns genau diesen Airplay-Hits widmen.

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Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Danke für die kleine Zeitreise – na gut bis auf Jump, den Sound fand ich schon immer fürchterlich nervig

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      Filterpad AHU

      interessant! Denn für mich, bis auf das bekloppte Video, einer der besten Rocksongs aller Zeiten. Ansonsten danke Tobi für den Artikel den man persönlich tatsächlich schon früher gebraucht hätte. Als man noch forschte, welche Synthesizer für welche Songs verwendet wurden und man im Netz eher magere Informationen fand, was sich in meinen Augen nicht mal sehr geändert hat. Es ist in der Branche der elektronischen Musikgenres noch immer ein kleines Geheimnis, was man so benutzt. Warum auch immer.

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        TobyB RED

        Das Video zu Jump ist halt MTV Stil. Big Hair Day. Also, für die Siebziger/Achtziger ist das nicht so schwierig rauszufinden, was für Synths eingesetzt wurden. Teilweise waren auf den Alben komplette Gearlisten abgedruckt. Im Zweifelsfalle hilft auch Who sampled o.ä. Oder dabei sein ;-) Bei der Aufzeichnung von „I will find you“ sitz ich im Publikum. Achte mal auf den AKAI VX 73. Vielleicht fällt dir der Fehler auf.

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      k.rausch AHU

      Natürlich haben diese Typ Fanfare Synthsounds das Potential abzunerven, wenn sie zu dolle eingesetzt werden. Andererseits eine klare und durchsetzungsstarke Ansage, wenn man sie mal braucht. Wie ein dicker Eddingstrich landet das bei passender Line auch noch als Ohrwurm beim Publikum. Wenn man sich also Gehör verschaffen will, dann liegt man damit ganz gut. Europe mit dem TX816 und Eddie griff zum OB-Xa. Musikalisch also ganz schön nützlich? Ja, und genau deshalb voll legitim. Aber nicht dauernd, denn das Schild „Don’t Jump“ hatte seinerzeit in US Musikläden seine Berechtigung :)

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    CDRowell

    Danke für die informativen Zeilen.

    Besonders durch die eigenen Erlebnisse mit bestimmten Synthesizern die beschrieben wurden konnte ich an vergangene Tage Erinnert werden. Super!

    Noch ein Lob: Wenn die schwarzen Krümel beim Header-Bild mit dem Prophet 5 mit Absicht platziert wurden, dann ist es, wie ich finde, eine geniale Idee. Ein Detail, das es wirklich zum Hingucker macht!

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    swissdoc RED

    15. Im Text und Titel Roland System 100, im Bild aber ein Roland System-100M. Ein kleiner aber feiner Unterschied.

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          TobyB RED

          Wart mal ab bis die Stranger Things Generation das Geld für den OB-X8 zusammen hat. Wenn Kate Bush mit „Running up that hill“ , 2022, wieder in die Charts kommen kann, wird irgendwann Big Hair und Big Synth auch wieder stylisch werden ;-) Die Skinny Jeans aka Röhren Jeans ist ja auch wieder hip am Mann :-D

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            Nik Elektrik

            Geht alles klar von Stranger Things bis Skinny Jeans. Nur mit Big Hair wird‘s bei mir nimmermehr… 🔜👨‍🦲
            Obwohl einer meiner Schüler (14) tatsächlich großer Van Halen Fan ist (Songs UND Frise). Und er ist großer „Auf Achse“ Fan (mit Manfred Krug!!!).
            …all is not lost. 😂

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    Alphafrau

    Schöner Artikel und danke für die vielen Hörbeispiele. Jetzt kann ich die mir bekannten Sounds alle endlich mal richtig zuordnen.

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      TobyB RED

      Danke Alphafrau, wir kratzen an der Oberfläche. Eine Folge gibts noch und dann muss das reichen ;-)

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        Filterpad AHU

        Und dann gerne mehr von den digitalen Synthesizern der 90er, die die Clubmusik geprägt haben. :) Eurodance, Rave etc.

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          jan1973

          Dann darf das hier nicht fehlen ;-)

          https://bit.ly/3mkxucQ

          In einem der Kommentare bestätigt er, dass er mit dem JX-1 richtig lag:

          „I Spoke with felix and confirmed it, couldn’t afford the big powerful synths and yet scored a massive hit“

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          OscSync

          Ja genau! Ich hoffe auch noch auf eine Erwähnung des Yamaha SY22, wie zu hören auf zahllosen Songs von Moby.

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    dilux AHU

    good ol‘ rod…als ich anfang der neunziger als best boy bei berlins größtem konzertveranstalter jobte, gab es ein open air mit rod stewart in der waldbühne. am abend des event fuhr die limousine mit rod in den backstagebereich, hielt an, die tür ging auf, rod stolperte auf ein gebüsch zu, kotzte in selbiges, stolperte zurück ins auto und die limo verließ den backstage; anschliessend durfte peter schwenkow 22000 fans erklären, daß rod stewart aufgrund von „magenproblemen“ nicht auftreten könnne….

    young turks ist tatsächlich im popbereich einer meiner absoluten lieblingssongs, wobei ich mich schon immer gefragt habe, warum der song so heisst, denn wenn ich nicht den absoluten knoten im ohr habe, singt rod doch „young hearts“….ist young turks vielleicht so eine art geflügeltes wort im englischen? oder warum sollte rod über junge türken singen?

    in sachen synthiesounds und van halen gefällt mir why can’t this be love deutlich besser….

    • Profilbild
      OscSync

      Wikipedia erklärt den Hintergrund des Titels gut: “ The term young Turk, which originates from the early 20th-century secular nationalist reform party of the same name, is slang for a rebellious youth who acts contrary to what is deemed normal by society.” Passt zum West Side Story-inspirierten Gang-Video.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Rod Stewart ist immer für eine Überraschung gut :-D Würfelhusten als Magenprobleme zu verkaufen, dazu gehört schon ein gesundes Nervenkostüm…

      Young Turks sind in UKI junge Revoluzzer, denen die Monarchie hintenrum abgeht. Ob Rod Stewart als CBE nun da noch als Vorbild taugt sei dahingestellt. Allerdings sollte man in UKI gucken, wo und wem man den Young Turk an den Kopf wirft. In Schottland und Wales kannst das gefahrlos in jedem Pub machen. In Nordirland und England würde ich erstmal gucken, ob irgendwo royalistische und unionistische Symbolik vorhanden ist. ;-)

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    St@rex

    Vielen Dank für die Zusammenstellung! Immer wieder spannend, welche Synths bei bekannten Stücken verwendet wurden.

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    Max Van Allen

    im Bezug auf die Sache mit Donna Summer bedarf es einiger Korrekturen. Da stimmt nämlich wenig bis nichts. Berühmt in Sachen Moog wurde die Basslinie von „I feel love“. „Love to love you baby“ hingegen ist nicht bekannt für Synthesizer. Daher passen die Ausführungen zu letzterem Song auch irgendwie nicht zu diesem Artikel.

    Die Basslinie von „I feel love“ entstammt auch keinem der abgebildeten Moogs, sondern dem Moog IIIp Modularsystem von Eberhard Schoener. Gernau dieses Exemplar steht mittlerweile im Deutschen Museum München. Spannend in dem Zusammenhang ist dieses Video:

    https://bit.ly/3NmPUWk

    Ein Team „Giorgio Moroder/Faltermeyer/Donna Summer“ gab es meines Wissens nicht. Jedenfalls hatte Faltermeyer mit „I feel love“ nichts zu tun. Das war schon eher das Team Moroder/Schoener/Wedel/Summer. So richtig klar ist nach wie vor nicht, wer diese Basslinie nun tatsächlich geschreiben hat. Ich würde jedenfalls nicht ausschließen, dass das Zutun von Moroder über ein Danebensitzen und Zuschauen nur wenig hinausging. Er hatte Glück, war am richtigen Ort zur richtigen Zeit und kannte die richtigen Leute.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Hallo Max,

      das Bild ist tatsächlich nicht korrekt. Ich war 2015 auf der RB MA anwesend und Moroder führte in einem Panel aus wie „I feel love“ entstanden ist. Er hat explizit gesagt, dass diese Basslinie in Zusammenarbeit mit Faltermeyer entstanden ist.

      • Profilbild
        Max Van Allen

        ja, das kann ich mir schon vorstellen. Der redet viel, wenn der Tag lang ist. Allerdings hatte Faltermeyer in Wahrheit nichts mit „I feel love“ zu tun. Das ergibt sich auch aus dem von Dir verlinkten Artikel über Harold Faltermeyer. Darin wird Faltermeyer zitiert:

        „Midnight Express“ war mein erstes wirkliches Projekt, das ich mit Giorgio gemacht habe“.

        Ich habe mich mal mit der Entstehungsgeschichte beschäftigt. Und je intensiver ich mich damit beschäftigte, desto mehr drängte sich auf, dass es nicht Moroder war, der diesen Sound of the Future erfand, sondern das Ganze auf Schoener zurückgeht. Wer’s nicht glaubt möge sich mal „Why don’t you answer?“ von Sting und Schoener anhören. Das war ebenfalls dessen Moog IIIp und auch vor „I feel love“.

        • Profilbild
          TobyB RED

          Mag alles richtig sein. Alle drei bis fünf werden es verschmerzen können, wer nun der Erste war der DISCO elektronisch machte. Der Sound of Munic hatte nun mal viele Väter und Mütter. Musikalisch sind zwischen beiden Pattern schon noch Unterschiede. Am wenigsten dürfte Donna Summer profitiert haben.

    • Profilbild
      MartinM.

      Die Streitfrage über die Basslinie könnte eine dieser schönen „Tracks“-Reportagen auf Arte mal geklärt haben. Ich weiß nicht mehr, ob es um elektronische Musik oder die Geschichte der Discomusik ging, aber es haben sich dort sowohl Moroder als auch der damals beteiligte Bassist zu „I feel love“ geäußert. Der Bassist hatte zuvor einen eher unauffälligen Track eingespielt — ich meine, mit einer gewöhnlichen Bassgitarre — der Moroder zu lahm erschien. Dann kam ein Keyboarder — also nicht Moroder selbst — mit einem per Delay gedoppelten Synthbass, und der Bassist war raus aus dem Spiel. Schieß mich tot, ob das Faltermeyer, Schoener oder wer anderes war.
      Wer jemals mit einem Keyboard und einem Delay rumprobiert, kommt wohl zwangsläufig darauf, dass man mit einer einzigen, gut getimten Wiederholung und zwei Fingern so einen Arpeggio-artigen Lauf hinbekommt. So sensationell finde ich die Basslinie gar nicht. Dass auf „I feel love“ auch die Drums mit dem Moog Modular erzeugt wurden, finde ich wesentlich stilbildender. Sonst gab’s eher akustische Drums (z.B. „Magic Fly“) oder Klopfgeist (wie auf „Oxygene“, beides noch im gleichen Jahr 1977),

  8. Profilbild
    costello RED

    Hi Toby, bei Human League kam sogar ein besonders fettes Modular-System von Roland zum Einsatz: das System 700, das Produzent Martin Rushent stellte, wie auch die Linn Drum und den Roland MC-8 MicroComposer. Auf der Rückseite von Dare sind alle Instrumente aufgelistet: Neben den eben erwähnten der Yamaha CS15, zwei Casios, der Korg Delta Stringsynthesizer und der Roland Jupiter 4. Der Korg Synthesizer ist sogar (laut Cover) ein 770. Den hatte ich in meinem Making of-Artikel auch mit dem 700er verwechselt, der ja von „Being boiled“ noch in bester Erinnerung ist.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Das ist korrekt Costello :-) Phil Oakey ist ja auch so ein Synth Nerd. Mit einer Wahnsinns Sammlung. Das System 100/100m war Martyn Ware. Der hat das noch komplett funktionsfähig, nebst Korg 700/770. Hat er mitgenommen, als die „Spannungen“ hatten. Bei den Electronauten in der Elphi gab „Being Boiled“.

  9. Profilbild
    Joerg

    EUROPE „The final countdown“ aufem Roland JX-8P

    … ob man das mag oder nicht: die verdienen damit jedes Jahr an Silvester immer wieder nen Haufen Kohle

  10. Profilbild
    PaulusS

    Von Oberheim hatte ich den OB-SX in 6-stimmig. Allerdings nur für kurze Zeit, da er mir zu abgespeckt war. Ach ja, da gab es ja noch den reparaturbedürftigen Four Voice. Den Verkauf befreue ich am meisten. Rudi Linhardt hätte ihn bestimmt auf Vordermann gebracht, auch wenn er eigentlich immer nur von Moog überzeugt. Beim Synthex hat er schon gestöhnt 😉

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