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Feature: Welchen Wert hat Musik heutzutage?

16. Januar 2022

Alles nur noch Hobby?

Alles nur noch Hobby? Die Definition eines Hobbys ist im Prinzip ganz einfach. Man nimmt eine Tätigkeit, die sich aus aufgewendeter Zeit und investiertem Geld zusammensetzt. Ist der finanzielle Gewinn höher als das Investment, spricht man zumindest im steuerlichen Sinn von einer professionellen, respektive gewerblichen Ausrichtung, ist das persönliche Investment höher als der erzielte Gewinn, hat man ein Hobby, respektive man betreibt Liebhaberei. Ist diese heruntergebrochene Definition wirklich so einfach und vor allem, welchen Wert hat Musik heutzutage noch?

Der Wert Der Musik Feature

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Die Magie der Vergangenheit oder der verklärte Blick zurück …

Die ewigen „früher war mehr Lametta“ Sprüche haben, wenngleich sie auch mittlerweile sehr ermüdend wirken, leider zuweilen etwas sehr Wahres an sich. Ein Kollege von mir wurde unlängst von seinem Sohn gefragt, warum Musik aus den Sechzigern heutzutage teilweise immer noch präsent ist und mannigfach in der Werbung, bei Events oder sogar im Radio gespielt wird. Seine Antwort war: „In den Sechzigern wurde Musik geschaffen, um Emotionen zu generieren, die heutige Musik wird geschaffen um Clicks zu generieren.“ Im Gegenzug könnte man fragen, hätten die Musikschaffenden vor 6 Dekaden die gleichen technischen Möglichkeiten wie heute gehabt, hätten sie nicht den gleichen belanglosen Mist produziert, der heute größtenteils die Streaming-Plattformen überflutet? Mit Sicherheit hätten sie! Oder anders gefragt, hat die Begrenzung der Künstler durch die Technik dazu geführt, dass man sich gezwungenermaßen mit seinem kreativen Handwerk auseinandersetzen musste, um den Fan zu erreichen?

Jede Musikepoche hat neben ihrem meist technisch vorgegebenen Sound eine ganz eigene Art der musikalischen Darbietung, sowohl was die Orchestrierung, das Arrangement und die musikalische Umsetzung angeht. Ganz zu Anfang der Aufnahmetechnik gab es eine live spielende Band, bei der man mit einem oder vielleicht zwei Mikrofonen versuchte, den Live-Sound einigermaßen einzufangen und im Direktmitschnitt auf Platte zu pressen. Verzockt, Text vergessen, in die Kartoffeln gegriffen? Neue Aufnahme oder den Fehler drauf lassen. Entsprechend fit mussten die Musiker an ihrem Instrument sein. Unterschiedliche Lautstärken? Das jeweilige Instrument nach vorne oder nach hinten im Raum rucken, fertig! Mit einfachsten Mitteln galt es, Stimmungen aufzubauen, denn „wir hatten ja nichts“.

Mit der Mehrspurtechnik konnte man nun nicht nur die Instrumente einzeln abnehmen, sondern durch Overdubs mehr erschaffen, als was die Band in ihrem natürlichen Konstrukt zu leisten im Stande gewesen wäre. Endgültig im „artificial“ Bereich angekommen war man dann durch die Drop In/Out Methode, die insbesondere von Sängern und Solisten als der heilige Gral gefeiert wurde, schaffte man es doch erstmals, einzelne Passagen zu kombinieren, um das Maximale aus den handwerklichen Fähigkeiten des Künstlers im Studio herauszuholen, wenn auch zum Teil Live nicht mehr umsetzbar. Der Anfang vom Ende. Warum? Ich habe zufällig vor ein paar Wochen ein Live-Konzert von Supertramp aus den Siebzigern im TV gesehen. Bis auf die Tatsache, dass es etwas mehr Raumhall auf den Mikrofonen gab und der Saxophonist einige wenige Mal in der Intonation daneben lag, war das Konzert eine 1:1 Abbildung der jeweiligen Plattenaufnahmen. Nicht nur die Instrumentalpassagen klangen identisch, nein auch der Gesang war nicht zu unterscheiden. Kaum zu fassen in der jetzigen Zeit, wo man zumindest im Rockbereich schon mehr als dankbar ist, wenn der Sänger es auch nur ansatzweise schafft, die Studioaufnahmen zu reproduzieren.

Ja und dann kam das HD-Recording und mit ihm wurden die feuchtesten Träume aller Produzenten Wirklichkeit. Alles, wirklich alles, vom dem man Jahrzehnte lang geträumt hatte, lies sich plötzlich umsetzen, was gerade in den Achtzigern teilweise zu gigantischen Produktionen führte, die nichts mehr mit einer „klassischen“ Bandkonstellation zu tun hatten. Gebremst wurde man wenn überhaupt noch durch die Rechenleistung der Macs/Ataris und die Speicherkapazität der jeweiligen Peripherie, ich sage nur AKAI Sampler 16 MB (MB, nicht GB!). Diese Grenze wurde in den letzten Jahren endgültig niedergerissen, da die aktuellen DAW nahezu keine Begrenzung mehr in Sachen Spuren, Plug-ins und Automation kennen und das alles für einen Preis, für den man vor 4 Dekaden gerade mal zwei amtliche Preamps im 19 Zoll Format bekommen hat.

Wer bis hierhin gelesen hat, fragt sich bestimmt, warum die ganze Aufzählung, alles bekannt, alles schon gehört. Nun, es soll dir zeigen, warum die Situation so ist, wie sie ist.

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Der Wert an sich …

Um den Wert irgendeiner Aktion oder eines Gegenstandes zu ermitteln, begeben wir uns einmal kurz in „die Welt des Bösen“, sprich wir schauen uns kurz die Finanzbranche mit all ihren Aktien, Anleihen, Derivaten, P2P Krediten und Kryptowährungen an. Eine Wertermittlung ist sehr einfach, alles was unter großem Aufwand herzustellen oder nur in geringer Stückzahl vorhanden ist, ist wertvoll, egal ob es Oldtimer, Whisky, Kunstgegenstände oder Bitcoins sind. Alles, was man schnell, ohne große Leistungen und in beliebiger Stückzahl produzieren kann, ist vergleichsweise wertlos. Oder anders ausgedrückt Bitcoin, auf 21 Mio. Stück. begrenzt, lässt sich nicht weiter vermehren und wird mit hohem Energieaufwand zur absoluten Fälschungssicherheit erzeugt und steigt langfristig immer mehr im Wert. FIAT Geld wie z. B. der US-Dollar wird gerade in Krisenzeiten nahezu unbegrenzt vermehrt (jeder dritte Dollar, der z. Zt. im Umlauf ist, wurde in den letzten drei Jahren gedruckt), heizt die Inflation an und verliert ständig an Wert.

Übertragen auf die Musikbranche heißt dies, dass alles, was man leicht im Heimstudio erzeugen kann, keinerlei Wert mehr besitzt. Als bestes Beispiel lassen sich Orchesteraufnahmen herannehmen. Noch vor einigen Jahren war die Aufnahme eines großen Symphonieorchesters mit riesigem logistischen, handwerklichen, räumlichen und finanziellem Aufwand verbunden. Heute schmeißt man eine hochwertige Library an und kann, die Arrangement-technischen Fähigkeiten vorausgesetzt, Hans Zimmer Kompositionen am Fließband in seinem Schlafzimmer erzeugen. Ergebnis: Niemand horcht mehr bei einem orchestralen Part in einem Film, einem Videospiel oder einer Komposition auf, während man sich bei dem Soundtrack von Star Wars noch die CD gekauft hat, um sich die exzellente Arbeit von John Williams zu Hause anzuhören.

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Der monetäre Aspekt …

Was für den Hobbymusiker zum Teil eine große Bereicherung darstellt, erweist sich für den Berufsmusiker in vielen Fällen als Todesstoß. Da nahezu jeder Hobbymusiker seine Kreativität veröffentlichen möchte und dies in Zeiten von Spotify und Kollegen auch für jeden Menschen zu einem sehr günstigen Kurs ermöglicht wird, wird die Musikwelt stündlich mit Tausenden von Veröffentlichungen zugemüllt, die teilweise außerhalb des persönlichen Freundeskreises niemals wahrgenommen werden.

Heutzutage ist es zum Beispiel selbst mit GarageBand problemlos möglich, vorgefertigte Loops mit entsprechender Instrumentierung zusammenzukleben, ohne auch nur ansatzweise zu wissen, was man da tut, geschweige denn ein Instrument zu beherrschen. Wenn ich heute selbst Gitarristen in Fb frage, was sie so musikalisch machen, bekomme ich in 90 % aller Fälle die Antwort: „Lerne gerade mein Homestudio aufzubauen und arbeite an meiner ersten CD.“ Das Beherrschen eines Instruments hat sich still und leise von Platz 1 der persönlichen, musikalischen Lebensplanung entfernt und ist nur noch Mittel zum Zweck, um „Musik aufzunehmen“. Band gründen? Wozu, ist zu anstrengend! Band am Leben halten? Lohnt sich nicht!

Auf gut Deutsch, Newcomer haben keine Chance mehr, sich in der Flut der Veröffentlichungen durchzusetzen und Profis werden nicht mehr benötigt, da die Technik sie nahezu komplett ersetzt hat, von der Corona Katastrophe will ich erst gar nicht anfangen. Wo es Verlierer gibt, gibt es aber auch immer Gewinner, wer also profitiert von der aktuellen Entwicklung? Man mag es kaum für möglich halten, aber es sind die etablierten Hersteller und die großen Musikkaufhäuser.

Spätestens seit Corona hat sich der Absatz von Instrumenten der unteren und untersten Preiskategorien vervielfacht. Schon im mittleren Preisbereich endet der Hype, da viele Musiker nicht den Sinn hinter einem hochwertigeren, aber auch klanglich besseren Instrument verstehen, zumal sich bei ihnen der Klang der Aufnahme bei einer 300,- Euro oder 3.000 Euro teuren Gitarre identisch anhört, warum also mehr als nötig ausgeben?

Der Wert Der Musik Feature

Ein Blick in die Glaskugel …

Wie wird die Zukunft aussehen. Ich werde wahrlich nicht so anmaßend sein, hier ein finales Statement diesbzgl. zu treffen, aber mit nunmehr knapp über 40 Jahren Erfahrung als prof. Musiker kann ich zumindest eine Entwicklung als gegeben ansehen. Musik wird in Zukunft weiterhin noch mehr „konsumiert“ als je zu vor, ohne dass der „Konsument“ auch nur einen Hauch von Interesse am Interpreten, dem Songtitel oder einer Geschichte zum Song hat. Jeder Song wurde im Prinzip schon geschrieben und wird letztendlich nur noch in leicht abgewandelter Form als neuer Titel wiedergegeben.

Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, wobei meines Erachtens die AI (Artificial Intelligence) verstärkt zunächst im „Pro“-Geschäft und dann auch im Consumer-Bereich Einzug halten wird. Als Produzent wirst deine gewünschte Stilrichtung eingeben, einen Interpreten als Vorbild wählen und die AI komponiert dann für dich den Titel, mischt ihn und evtl. hat sie auch ein API zu deinem Digitalvertrieb, der den Titel umgehend bei Spotify etc. einstellt, d. h. noch mehr Titel in noch kürzeren Abständen ohne jede Interpreten. Sollte man diese doch einmal für das Cover oder Playbackshows etc. brauchen, suchst du dir entsprechende Models aus dem Katalog aus und buchst sie stundenweise. Übrigens, dies hier ist kein Zynismus, ich bin mir sicher, dass es in diese Richtung gehen wird. Erste Ergebnisse kannst du z. B. hier hören:

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Nein, es ist nicht Hendrix, es ist eine AI! Bis auf den Gesang wurde alles von Rechner geschaffen …

Es wird immer noch Bands geben, die nach Feierabend im Hobbykeller zum Bier eine gute Zeit haben und vielleicht auch ein bis zwei Shows pro Jahr in der örtlichen Kneipe spielen (sofern diese Corona überlebt hat …), aber eine lebendige Szene von Musikern, die sich mit ihren Instrumenten treffen, um ohne Backingtracks vor Leuten zu spielen und dabei ernsthaft Geld verdienen, wird es in dieser Form nicht mehr geben.

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Forum
  1. Profilbild
    Jesus

    „Auf gut Deutsch, Newcomer haben keine Chance mehr, sich in der Flut der Veröffentlichungen durchzusetzen“

    Würde mich über einen Artikel zu dem Thema freuen, WIE man sich trotzdem noch irgendwie durchsetzen kann. Aber bitte nicht nur „erstelle auf allen sozialen Plattformen Accounts“ ;)

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      @Jesus

      wie gerne würde ich einen solchen Artikel schreiben, glaube mir, nichts würde ich lieber tun.

      Aber wie der Titel sagt „Alles nur noch Hobby“, ich persönlich bin der Meinung, dass man sehr viel persönliche Freude mit der Musik haben kann, aber die medien-technische Zustände bis auf ganz, ganz seltene Ausnahmen in Zukunft keine Möglichkeit mehr bieten, mit selbst kreierter Musik Erfolg zu haben.

      P.S. Aber frag mal einen Schauspieler, wie sehr die von CGI bedroht werden, da ist der Zug ebefalls abgefahren.

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        Joerg  

        So ist es!
        Volle Zustimmung.
        Schade eigentlich drum, denn die jungen Leut können das nicht mehr erleben.
        Aber ob die das auch wollen
        Wenn man nur noch schnell konsumiert…

      • Profilbild
        Django07  

        War es jemals anders? Schon immer war es eine verschwindend kleine Gruppe, die tatsächlich erfolgreich wurde.

        Der kleine Unterschied ist aus meiner Sicht, dass immer mehr Musiker älter werden und länger aktiv sind. Gerade bei Musikrichtungen, in denen die Band ihr Material i.d.R. selbst verfasst, ist das eine Hürde für die „Neuen“. Die müssten (vor allen Dingen Live) besser sein als das „Original“ – viel Spaß!

        Wie viele der 80er/90er Metal-Bands ist immer noch aktiv und veröffentlichen neues Material? Heute scheinen die alle einen Band-Arzt zu haben – grauhaarige Kerle, die sich von der Nachfolge-Generation nicht die Butter vom Brot klauen lassen.

        Deshalb muss man sich etwas Neues einfallen lassen und nicht denken, dass man als Semi-Cover-Band irgendjemanden beeindrucken kann. Warum passiert das nicht? Weil sich wahrscheinlich keiner mehr traut Sachen zu machen, die andere nicht „Liken“ Dann kommt natürlich nichts neues um die Ecke.

        Definition Semi-Cover-Band:
        – „Wir klingen wie Cannibal Corpse…“
        – „Wir klingen wie Mayhem“
        – „Wir machen Bay Area Metal“
        – „Wir klingen wie Sodom“ (OK, das hört man seltener)

        Gilt auch für Elektronik:
        – „Mache Berliner Schule im Stil von Klaus Schulze“
        – „Lasse mein Modular-System vor sich hindudeln“

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  AHU

      Selbst gute Newcomer haben heute kaum eine reelle Chance auf Erfolg, denn es gibt einfach zu viele Veröffentlichungen, um aus der gigantischen Masse der Mittelmäßigkeit herauszustechen.

    • Profilbild
      Django07  

      Durchsetzen kann man sich als Komponist mit RICHTIG GUTEN Songs, die sich den Zuhörern ins Gehirn brennen.

      Durchsetzen als Musiker kann man sich, wenn man sowohl sein Instrument beherrscht UND ein hervorragender Unterhalter ist. Wobei man als guter Unterhalter eher mit weniger Talent am Instrument weiterkommt als wenn man der Gitarrenheld ist, seinen Blick aber nicht vom Griffbrett abwenden kann… Gilt auch am Synth: Wenn man manisch auf blinkende Pads starrt und ab und an ein Poti dreht wird es schwer.

      Perfekt ist es, wenn man beide Dinge miteinander kombiniert.

      Dann – dann kann damit Geld verdient werden und es kommen Leute aus den dunkelsten Ecken, die wiederum ihr Geld damit verdienen, dein Produkt an den Kunden zu bringen. Wenn die kein Interesse haben, dann ist einer der obigen Punkte (guter Song, guter Musiker, guter Entertainer) wahrscheinlich nicht erfüllt…

      • Profilbild
        liquid orange  AHU

        „ RICHTIG GUTEN Songs, die sich den Zuhörern ins Gehirn brennen.“
        Also bei mir sind das dann eher die Songs die nerven, die so genannten Ohrwürmer. Wer will schon einen Wurm im Ohr haben? Aber ich gebe zu, damit kann man Kohle machen. Wie McDonalds, das mögen auch viele, aber ist es deswegen gut?

        • Profilbild
          Moulin

          Entschuldige mal!!! Du hast gerade mal eben Schlager beschrieben. Es gibt da noch jene tausenden von Songs… wo soll ich anfangen…? Life On Mars? Suzanne? Harvest Moon? Elenor Rigbey? Personal Jesus? Hurt? … whatever float ones boat….

      • Profilbild
        Wolfram Draht

        Ich denke, durchsetzen tut man sich vor allem mit Marketing. Und zwar UNMENGEN davon.

        Es wird jeden Tag hochwertigste Musik produziert, die von allen Beteiligten krasse Skills erfordert. Und sicher werden auch jeden Tag ein paar hundert richtig fies gute Ohrwürmer bei Spotify veröffentlicht.

        Über den Erfolg entscheidet all das nicht. Alles, was nicht komplett scheiße ist, kann mit Glück und/oder Marketing ein Erfolg werden. Das wenigste wird es.

  2. Profilbild
    Joerg  

    Oh je, das hört sich nicht gut an.
    Allerdings sehe ich es ebenso und habe mich in meinen musikalischen Kosmos zurück gezogen als Konsequenz.
    Keine Band mehr (die Letzte ging 10 Jahr vor diesem Beitrag zu Grunde) , nur noch zuhause im stillen Kellerlein.
    Alles hat seinen Grund – ich hab meinen.
    Ich bin zufrieden, denn man lässt mich in Ruhe.
    Machen und hören.

    Allerdings behaupte ich, dass ich in den Achtzigern meine Instrumente ( Giarre, Keys/Synthis) wirklich erlernen musste.
    Ich war gefordert, ich wurde von den Teilen „herausgefordert“ 😀
    Ohne Finger keinen Ton. Friss (lerne) oder stirb (Du kannst nix).
    Oh Mann, ich habe Platten zerschreddert, weil ich immer die gleichen Stellen abgespielt habe bis ich das auf der Klampfe endlich irgendwie drauf hatte.
    Bin ich der Trottel, der bei jedem Song und Spielweise darüber Gedanken gemacht hat, wie und warum der Typ das so gespielt hat?
    Ich denke: ja, der bin ich.
    Ich Trottel hab mich auf Pfade der Musiktheorie und Musikgeschichte begeben.
    Ich hoffe inbrünstig, einiges verstanden zu haben!
    Bin ich der Depp, der LPs von hinten bis vorne über Kopfhörer mehrfach durch gehört hat und (zugegeben, ja) heute gleiche MP3s am PC mit Kopfhörer über HIFI-Anlage (hä, wat is datt denn?) immernoch und immerwieder hört?
    Hui, ich bin unflexibel, denn ich mag gewisse Musikrichtungen.
    Richtungen und deren Vertreter heute keiner kennt

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      @Filterpad

      Der Wert der Kunst besteht darin, was der „Konsument“ ihr zubilligt und ist unabhängig von der handwerklichen Leistung. Ein Wert lässt sich ganz einfach in Zahlen messen, wenn man nicht bereit ist, für eine Leistung einen Obolus zu entrichten, hat das Produkt keinen Wert, egal wie gut es einem selber gefällt.

      Ein Rembrandt z. B. ist High End Handwerk, aber wenn du siehst was die Leute für ein Jackson Pollock Bild hinlegen … ok, der Rembrandt ist noch teurer … :-)

      • Profilbild
        Stephan Merk  RED

        Naja, der Wert lässt sich glaube schwer beziffern, seitdem über 70 Mio. Titel zum Pauschalpreis ständig verfügbar ist. Die 10 besten Alben und prägendsten Titel wird ein heute 15jähriger vielleicht in 50 Jahren nicht mehr nennen können. Für mich ist Musik individuell, ob ein Titel platziert oder bekannt ist, spielt für mich keine Rolle. Er muss mir gefallen, da wäre das Ding mit dem Individuellen, ich kaufe ja auch noch Vinyl, aber zugegeben weniger.

        Eine Veränderung habe ich an mir selbst erkannt. In den 80er Jahren hatte ich relativ wenige Kassetten, die dudelten wochenlang immer rauf und runter. Als ich dann später CDs hatte und über die 100 kam, wurden manche Alben gar nicht mehr gehört. Seit Napster Ende der 90er Jahre wuchs das Archiv stetig an, bei Google Play Music und iTunes kaufte ich gut und gerne Alben im Angebot. Heute sind es digital um 90.000 Titel, zumeist gekauft oder eingelesen und auch von Vinyl kopiert, die es im Streaming nicht gibt. Da verliere ich auch den Überblick und diese Masse ist auch irgendwo lähmend. Sie hat auch mein Bezug zum Musikschaffen verändert, genauso den Wert eines Titels. Da wird sich alleine durch den Konsum schon heute massiv was verändert haben, gerade auch durch soziale Medien.

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          Na ja, ich habe mir in den 90ern gut 500 CDs gekauft, die ich auch reichlich gehört habe. Die sind allerdings mittlerweile nutzlos und auch für mich wertlos (und noch dazu eine Umweltsauerei), weil ich die alle lossless gerippt habe. Wirklichen Wert für mich haben dagegen meine 150 Vinylplatten, ansonsten höre ich vorwiegend High Res. Ich verweigere Streaming.
          Axel hat schon recht, wenn er sagt, die Werte-Bemessung läge beim Konsumenten. Bei mir führt das dann dazu, dass ich gezielt Vinyl von z.B. P.J. Harvey oder Nick Cave kaufe, weil ohne die und ihre künstlerische Vision (Fehltritte inklusive) die Welt wirklich ärmer wäre.

          • Profilbild
            Wolfram Draht

            Ich kaufe auch CDs. Und ich kenne viele Leute, die CDs kaufen. Aber alle Leute, die ich kenne, die CDs kaufen, sind selber MusikerInnen. Und das ist ja nicht die Lösung, denn wenn NichtmusikerInnen keine CDs oder Downloads kaufen, dann ist ja nix verdient, da könnten wir MusikerInnen genauso unsere CDs kostenlos tauschen untereinander. Würde wenigstens keine Mehrwertsteuer kosten!

        • Profilbild
          dAS hEIKO  AHU

          Ich war auch gespannt, wie Axel Ritt die Kurve bekommen möchte WAS Musik wert ist. Aber er möchte es ja auch nicht. Aber erklärt klar und unmissverständlich wann sie NICHTS wert ist. Und das liegt am Konsumenten.

          Früher bist Du „gezwungenermaßen“ auf Tour gegangen um ein Album zu vermarkten. Heutzutage finanziert man die Vermarktung mit Konzerten… wenn man kann.

          Schwieriges Thema, weil zweischneidiges Schwert. Mit „is heutzutage eben anders“ ist da auch ncht geholfen. Und dennoch ist es so. Der Mensch neigt dazu die Büchse (#pandora) immer und immer wieder zu öffnen. Und während er merkt, dass der Total Recall Mix, die Samplingtechnologie, Virtuelle Instrumente und Pitchshifting doch nicht so das wahre sein können und heftigst überlegt wird, was noch Neues hinzukommen soll, hat sich die reale Welt um einen schon wie bis zur unkenntlichkeit verändert.

          Was unterm Strich dennoch erstaunlich ist, ist, dass sich trotzem immer jemand ne Klampfe schnappt, singt, oder auf ner leeren Bühne tanzt oder mit ner einfachen Kamera und echten Darstellern eine Geschichte erzählt – einfach nur weil man bock drauf hat und es am Besten auch kann. Und das sind die Dinger, die werden auch in 1000 Jahren noch gehen.

          Musikalisch heißt das? Immer dranbleiben, üben, neues dazulernen altes begreifen und einfach scheiß gute Musik machen. Und ganz wichtig: mit Liebe!
          Das wußten die Beatles schon.

      • Profilbild
        bluebell  AHU

        Dass Musik heute kaum noch einen Wert besitzt, zeigt sich auch darin, dass kaum noch jemand einen Titel zu Ende hört (geschweige denn ein Album), wenn er nicht nach ein paar Sekunden gemäß der Aufmerksamkeitsökonomie eingefangen wurde.

        Wer wagt es noch, einen Song langsam zu steigern? Eben. Das muss sofort knallen.

        Ausnahmen bestätigen die Regel.

        • Profilbild
          dAS hEIKO  AHU

          Zu Ende hören wär ja schon Level 2. Ich hab mal in einem TV-Beitrag gesehen, wie schnell die durchschnittliche SongSkipDauer bei jungen Menschen unter 25 ist. Die Journalisten nahmen einen (inzwischen ebenfalls veralteten) MP3 Player mit einer Who-is-who-Playlist der vergangen 30-40 Jahre.
          Zu Anfang dachte ich noch:“Naja, diese „ruchlose Jugend“ wird eh nach 7-28sekunden wegzappen.“ Ich wurde auf die schlimmste Art und weise eines (schlimm-)besseren belehrt. 2 Sekunden entspricht da quasi schon einer seeligsprechung. Mit sinkendem Alter wurde teils unter 1 sec geskippt.

          demnach würden
          Bohemian Rhapsody als Alte Männer Chor
          In the Air tonight als Synthballade
          Black on Black (Dalbello) als Kirchenchor und
          Snaps the Power als sowjetische, gesprochene Einbauanleitung
          …erkannt werden. Der 1minütige Konsum von „Baba O’Riley“ würde dazu führen, dass man das Abspielgerät wegen Defekts zurückschickt.

          Und jetzt kommts: Selbst mein Sohn (er knapp 30/ich 50) sagte mir letztens, als ich ihm nen bestimmten Song vorspielen wollte „Vadda, jetz lass halt mal laufen“.

          Es grassiert, wenn man nicht aufpaßt.

          • Profilbild
            lunatic  AHU

            Das Skiphead-Phänomen. Spannendes Thema. Das der Industriestandard für glattbügeln, weichspülen und bis zum Äußersten kürzen sorgt, ist mir klar und lässt sich nachvollziehen. Warum der Nachwuchs Titel nach einem 100stel Bruchteil der Laufzeit weiterskippt ist mir ein komplettes Rätsel. Das es leider so ist wurde festgestellt, die Frage nach dem Warum finde ich aber verdammt spannend.

        • Profilbild
          RainerJ45  

          Der Titel „Father of day, Father of Night“ von Manfred Man‘s Earthband (falls Dunes kennst) wurde mal von einem Radiomoderator wie folgt gefeiert „Mann ist das ein Gedicht“.

          Das ist ein Beispiel für so einen Song, der heute nicht mehr gehen würde.
          Ich spreche also von echten Kompositionen und nicht von Software.

          ALLERDINGS. Es gibt immer noch viele gute junge und alte Bands, die einfach ins Studio gehen und ohne viel Overdubs ihre Songs aufnehmen.

          • Profilbild
            bluebell  AHU

            Es gab auch Radiosendungen, die ganze Alben gespielt haben, z.B. Pop Shop Spezial vom – damals hieß er noch – SWF.

            Dort habe ich mit dem Kassettenrecorder aufgenommen:
            – ELP „Tarkus“
            – YES „Going for the One“
            – Klaus Schulze „Mirage“

            Kaum zu glauben, was in den 70ern möglich war.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Vermutlich ist Musik ganz einfach auserzählt. Ich habe schon seit längerer Zeit das Problem, jede angeblich neue und aufregende Band schon mal irgendwann in anderer Form gehört zu haben (was dann auch tatsächlich neu und aufregend war).
    Seit Techno ist auch der 13jährige Zyklus weg, mit der die Musikkultur sich vorher immer schubweise teilweise erneuert hat.
    Den Einwand, Musiker könnten den Mehrwert einer teuren Gitarre nicht mehr sehen und würden sich deswegen eine 300-Klampfe vor den Bauch hängen, kann ich so nicht teilen. Viele teure Gitarren sind drastisch besser verarbeitet und vor allem Dingen einstellbar, das merkt man beim Spielen doch recht schnell.
    Nur wollen viele eben nicht eine Gitarre für 2000 Euro, sondern kaufen sich dafür lieber 10 Harley Bentons. Den Schuh kann sich Amazona anziehen.
    Ich habe mir Anfang der 90er eine Tele von Blade gekauft, Made in Japan und 2200 DM teuer. Ich spiele die immer noch und gemessen über die Jahre ist das eine preiswerte Investition gewesen.
    Meine Hobbymusik nehem ich selbt nicht besonders ernst, mich interessiert auch das Veröffentlichen nicht. Alle paar Jahre schicke ich mal einen Song an meine Freunde. Mir ist das Spielen an sich viel wichtiger.
    Der AI-Hendrix ist natürlich lustig, in den Charts regiert ja schon die Autotune-AI.

    • Profilbild
      Joerg  

      „Meine Hobbymusik nehem ich selbt nicht besonders ernst, mich interessiert auch das Veröffentlichen nicht“
      Jepp, da können wir uns zusammentun :-)
      Aber es macht Spaß!

      Und all die teuren Gitarren im Laufe der Jahre…ts ts ts… :-)

    • Profilbild
      RainerJ45  

      Holz ist eben nicht gleich Holz.
      Allerdings wird man mit einer Gibson LP Marc Knopfler für 6000 € auch nicht wie Knopfler klingen.

    • Profilbild
      Lambrusco Ali

      Man wenn man euer Gejaule über die heutige Musik hört?! Heute kann jeder ohne Notenkenntnisse Musik machen…..ist das nicht das was auch der Studiotechnik und den Leuten einen Riesengewinn gebracht hat? Stattdessen jammert und heult ihr über Sachen die gerade mal Max. Eure Lebensspanne betreffen.

      So wie jetzt ist, ist es gut ….seht mal nach vorn.

  4. Profilbild
    wolf gang

    Es ist gut, sich einmal nicht über das „womit“ des Musikmachens zu unterhalten, sondern über dessen Folgen und das „warum“.

    Nur hat der Artikel mit seinem Titel „Wert von Musik“ doch eher wenig zu tun, denn nur im Mittelteil wird auf den Wert der Musik eingangen, allerdings mit zwei der Wirtschaft entliehenen Begriffen: Produktionskosten und Verfügbarkeit. Warum diese Beschränkung auf außermusikalische Messgrößen erfolgt, bleibt unklar, aber der Autor kann so „leicht im Heimstudio“ hergestellter Musik jeglichen Wert absprechen.

    Eine weitere Beschränkung ist die Rolle der Musikproduzierenden in dieser Entwicklung. Zwar bemerkt der Autor, dass die Produktionsmittel für wichtiger gehalten werden als wie sie genutzt werden, aber woher dieses fragwürdige Verhalten kommt, warum Sie und ich so anfällig dafür sind, wie wir dieser Entwicklung begegnen können, und welche Rolle dabei Websites wie diese als verlängerte Arme der Vertriebsstrukturen der im Artikel als Profiteure ausgemachten Musikinstrumentindustrie spielen, das bleibt leider im Dunkeln.

    So bleibt mir dieser Artikel als die begründete Sorge eines Berufsmusikers um die Zukunft des eigenen Berufsstand und als Nachdenken über mögliche Ursachen in Erinnerung.

    Nichtsdestotrotz hoffe ich auf weitere Artikel zum Thema.

  5. Profilbild
    Jens Barth  

    Die grundsätzliche Tendenz ist sicher richtig, so traurig es auch ist.

    Klar ist dann aber auch, daß es dann in Zukunft keine, zumindest gute, handgemachte Musik mehr geben wird. Im Grunde genommen sehen wir das ja schon, seit den 90ern beherrscht EDM den Mainstream, für mich hat das mit Musik wenig zu tun.

    Andererseits würde es wohl auch bedeuten, daß Leute in Zukunft keinen Jazz mehr hören, keine klassische Musik mit echten Musikern in Opern und Theatern. Das will ich nun wahrlich nicht hoffen.

    Und was AI betrifft: Ich kann mich nicht für ein emotional gespieltes Gitarrensolo begeistern, wenn ich weiß, daß es letztlich aus dem PC kommt. Und hier wird es, denke ich, auch noch lange einen Unterschied geben. Will auch auch nicht einer Welt leben, in der wir jeden Tag zu McDonalds gehen.

    Letztlich liegt es in unserer Hand, in der Hand der Konsumenten.

    P.S. Jeder Song ist schon geschrieben? Das ist ja ja ganz was Neues)))

    • Profilbild
      dflt  

      was für ein verbitterter kommentar eines rockers/jazzers/was weiß ich, was für „handgemachte“ musik… glaubst du, nur weil jemand synthesizer spielt, tut er das nicht mit den händen (und wir reden hier nicht von menschen, die fertige loops aneinanderreihen)? was ist also „handgemachte“ musik?
      mir ist ein guter elektronischer song (orbital, moderat etc.) 1000 mal lieber als irgendein altbackenes rock- oder jazz-gedudel. ganz zu schweigen von den emotionen. ein gitarren-solo löst bei mir alles aus nur keine emotionen.
      sorry, das musste nur raus. wenn alle rocker/jazzer so denken ist es mir lieber, mit der musik geht’s bergab.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Das ist lustig. Du beschwerst dich hier über „irgendein altbackenes Rock- oder Jazzgedudel“ und machst Reklame für altbackenes elektronisches Gedudel (Orbital, Moderat).

        • Profilbild
          dflt  

          wo mache ich reklame? ich hab lediglich beispiele gebracht, die ich altbackenem rock- und jazz-gedudel vorziehe. und moderat ist nun ja wirklich nicht sooo alt. klar, geschmäcker sind verschieden, aber immerhin spreche ich jazz- und rockmusik nicht ab musik zu sein im gegensatz zu jens barth der dies pauschal für elektronische musik tut..

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        Jens Barth  

        Respekt, was für eine Offenbarung. Ein Kommentar der McDonalds – Fraktion, aber offensichtlich nicht von denen, die reingehen und mit ihren Händen Essen holen, sondern vom Drive – in))).

        Es ist schön, daß es unterschiedliche Geschmäcker gibt und uns so offensichtlich nichts vereint, nicht mal die Liebe zur Musik.

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          dflt  

          also mit jemandem, der mich so arrogant als „mcdonalds-fraktion“ (da hab ich noch ganz andere abneigungen, aber die gehören hier nicht hin) bezeichnet, muss mich nichts vereinen. gegen „handgemachte“ typen wie dich musste ich leider schon in den 90ern argumentieren. es hat sich nichts geändert.
          aber herzlichen glückwunsch, du bist der beste beweis, weshalb ich gegen diese musik (und oft vor allem ihre hörer) so eine abneigung habe…

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    Django07  

    Eigentlich ist es genauso wie „früher“ (19XX):

    Es gab abertausende Bands und jeder dritte Teenager machte seine Mucke. Von denen waren auch früher 99,9% grottenschlecht. Die haben trotzdem ein Demotape gemacht – von dem dann halt 8 Kopien in den Umlauf gingen. Auch gab es schlechte Hobby-Produzenten – die hatten einen Tascam.

    Es war manchmal einfach Glück, wenn irgendein A&R-Manager meinte, mit denen könnte man Geld verdienen.

    Heute gibt es abertausende Bands und jeder dritte Teenager macht seine Mucke. Immer noch 99,9% schlecht. Es wird ein Demo gemacht und bei einer Plattform hochgeladen. Vielleicht 8 Klicks, wenn man die eigenen nicht mitzählt. Der Hobby-Produzent hat heute seinen Rechner – das war es auch schon.

    Heute ist es einfach Glück, wenn man auf irgendeiner Playlist landet oder die Suche von YT denkt, dass dies hörenswert ist.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Schlechte Songs sind heute noch schwieriger an den Mann zu bringen – da nützt auch eine tolle Produktion nichts. Das kann mittlerweile jeder.

    Sorgen mache ich mir um Live-Musik. Sorgen, weil noch Hoffnung da ist.

    Um die Geldquelle „Verwertung von Kopien“ mache ich mir keine Sorgen – der Zug ist abgefahren. Da haben aber auch jene Musiker ihren Anteil zu beigetragen, die meinen, Organisationen wie GEMA seien böse – hat ja YT gesagt…

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    AMAZONA Archiv

    Als weiteres Argument, WO sollen Nachwuchsbands denn heute Live-Praxis ergattern, wenn nach und nach alle niederschwelligen Musikbühnen dicht machen?

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      Django07  

      Bericht von „Damals, als alles besser war“:

      Wir waren ein Kreis begeisterter und zugleich untalentierter Metal-Musiker. In meinem Bekanntenkreis waren es mindestens 20 Bands. Zwei hatten glaube ich sogar mal einen Plattenvertrag… Egal

      Da kein Veranstalter, der bei Trost war, uns gebucht hätte, haben wir unsere eigenen „Festivals“ auf irgendwelchen Äckern mit Strom vom Bauern gemacht. Oder haben uns mit einem anderen Demo auf irgendwelche „Band-Contests“ eingeschmuggelt und dann unser Metal-Zeugs gespielt.

      Kurz: DIY! So wie es die Punk-Bands in den 70ern gemacht haben – die wollte nämlich auch kein Wirt in seinem Pub sehen…

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    wolf gang

    P.S. Weiterführende Gedanken zum Umgang mit dem durch die Demokratisierung der Produktionsmittel verursachten Überangebot an Musik finden sich in dem über 30 Jahre alten Artikel „Überall ist Abbey Road“ von Wieland Samolak, erschienen in der KEYS 3/1990 (PPVMEDIEN GmbH) – leider nur noch gebraucht erhältlich.

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    RainerJ45  

    Durchdigitalisierung/Automatisierung des Lebens führt in Teilen zu intellektueller Armut und produziert armselige Kunst mit einer Halbwertszeit, die dem Kurzzeitgedächtnis einer Fliege entspricht.

    In der Verhaltenspsychologie gibt es den wissenschaftlichen Begriff der digitalen Demenz.

    Die fängt im Jugendalter an.

    Wo die Ursache liegt wissen wir glaube ich irgendwie alle.
    In dem pathlogischen Zwang, jegliches Produkt immer effizienter herzustellen … auch Profitsucht genannt.

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    growl  

    Zu Live Musik kann ich nichts sagen, aber ich bin relativ überzeugt, dass es immer zwischen 50 und sagen wir mal vorsichtig 500 Leute gibt, die sich ein Tape oder eine 7″, 12″ oder LP kaufen, wenn die Musik darauf gut ist. Aber dazu muss sie wirklich besonders sein, also besonders gut, besonders gaga oder was auch immer. Einfach nur Müll oder Durchschnitt funktioniert nicht (außer es geht grad so eine Hype Retro Welle um, in der irgendwelche Newbies meinen, zb alles kaufen zu müssen, wo zb „Berliner Schule“ oder was auch immer grade pseudo en vogue ist). Aber egal ob guter Prog, eine richtig schöne Techno oder Jungle Scheibe, Endlosrillen oder ein freaky Experimental Projekt, davon wird man immer genug verkaufen, im besten Fall sogar mal nachpressen (Kosten niedrig halten, kein Schnickschnack!). Den Grund, warum man darauf sitzen bleibt, hat Django07 ja auch gut erklärt, ich sehe das genau so.Ich höre mir wirklich sehr viele neue Vinyls/CDs/Tapes durch und auch da – obwohl Quali grundsätzlich höher als bei Digital: viele Leute wollen einfach nicht wahrhaben, dass ihre Musik nicht gut genug ist.

    Ein beliebiges Beispiel für hochwertige Musik ohne Schnickschnack: SND – „4,5,6“ (selbst herausgegebene triple 12″) . Sowas ist innerhalb von Tagen vergriffen. https://www.discogs.com/de/release/1302994-Snd-456

  11. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ja ja , der alte Traum vom (dollarschweren) Rockstar…
    Wie lange gibts den jetzt eigentlich schon, seid Elvis?
    Sind wir doch mal ehrlich, die meisten sog. Rock od. Popstars
    haben sich verkauft ohne wirklich was abzuliefern.
    Ich meine eine wirklich künstlerische inspirative Bereicherung
    (auch wenn die Produktionen machmal etwas avantgardistisch daherkamen) waren sie (in den meisten Fällen) nicht. Wer zettelt mit seiner Muke schon noch ne Revolution an (muss dabei gezwungener maßen an Ton-Steine-Scherben denken ;-)?
    Wobei doch gerade das Medium Musik alle Voraussetzungen dazu bietet
    emotional aufgeladen wichtige Inhalte rüberzubringen, so dass sie auf fruchtbaren Boden fallen und die Menschen erreichen.
    Aktuell sind wir ja wieder an so einem Punkt in der Geschichte angelangt wo es was zu sagen gäbe. Ein Musiker der weiß um was es geht der zumindest etwas Bildung besitzt
    und nicht nur aufs Geld aus ist und sich vom Konsumwahn steuern lässt weiß was ansteht.
    Ja er muss nicht mal besonders gut sein, er muss nur authentisch sein mit dem was er bringt dann kommt er auch an , wird begeistern und auch „Erfolg“ haben sofern ihm das wichtig ist.
    Ich meine, wen ich Musik mache um berühmt zu werden bin ich sowieso auf dem Holzweg. Wenn ich Musik mache weil ich was zu sagen habe werde ich IMMER befriedigt sein.

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    Braincorporation  

    Die besten und langfristig erfolgreichsten Musiker waren schlussendlich jene die ein oder mehrehre Instrumente blind beherrscht haben und begnadete Songwriter waren.
    Auch wenns nicht meinen Musikgeschmack trifft denke ich da an F.Mercury, D.Gilmoure,J.Lennon, etc.
    Aus meinem Genre gibt es eigentlich nur einen einzigen der alle überragt: Laurent Garnier.

    Meine Produktionen die ich im Kellerstudio mache sind dann ein Erfolg wenn ich Gänsehaut bekomme und nicht mehr am Sessel sitzen kann weils so geil groovt.

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      Filterpad  AHU

      @Braincorporation: Gilt nicht immer! Die erfolgreichste und berühmteste Sängerin auf diesen Planeten: Madonna: Singt falsch, kann nix und ist nix. Das aber seit 40 Jahren. ^^ Auch eine Billie Eilish kann nix und fast jeder kennt sie. Ich mag beide trotzdem. :)

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      AMAZONA Archiv

      DAW für alle = noch mehr schlechte Musik. Ich wäre ja mehr für verpflichtendes Musizieren in der Schule (Instrument/Gesang). Dummen Straßenköter-Hip-Hop können die Kids dann immer noch zuhause machen.

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    Archivicious  

    Ich kann den im Artikel beschriebenen Niedergang nachvollziehen und bestätigen, ich frage mich jedoch, ob es nicht vielmehr ein Schrumpfen auf Normalmaß ist und die Szene sich (in Hinblick auf die Frage Profession/Hobby) nicht vielmehr langsam auf den Stand von vor der Pop-Explosion zurück entwickelt.
    Das Pop-/Rockstartum mit der Unmenge an Kohle, die da zu verdienen war, ist einfach nicht mehr aktuell. Die Strahlkraft ist verblasst und das Geld wird jetzt von den Kunden für andere Dinge ausgegeben. Das ist natürlich nicht schön für jemanden, der es mal anders erlebt und davon profitiert hat, aber an sich ein normaler Vorgang.

    Es spielen in Deutschland übrigens auch Millionen Leute (organisiert) Fußball – die Anzahl derer, die davon leben kann, dürfte unter 1% liegen. Nur ist es hier natürlich schon in erster Linie die „handwerkliche“ Qualität, die über den Erfolg entscheidet. Die anderen machen das aus Spaß, wie vermutlich auch ein Großteil der Leute, die heutzutage Musik machen.

    Auch der oben vom Autor erwähnte Rembrandt ging übrigens (trotz seines handwerklichen Könnens) insolvent und starb verarmt.

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      AMAZONA Archiv

      In diesem Zusammenhang müsste man auch mal Videospiele anführen, denen gerade jugendliche Konsumenten vermutlich mindestens soviel Platz reinräumen wie Musik und auch entsprechend viel investieren. Die meisten werden eher Mainstream-Sachen spielen, aber man sollte nicht unterschätzen, wie kunstvoll und gut erzählt gerade Spiele aus dem Inide-Bereich oft sind. Das kann dann ähnlich aufregend sein, wie die erste Platte von Hüsker Dü in den 80ern.

  14. Profilbild
    edeling

    Der Beitrag spricht mir aus der Seele, einer der besten Artikel, die ich in den letzten 10 Jahren gelesen habe!
    Die Sinnlosigkeit des Musikmachens nagt schon länger an mir: Wozu? Geld wollte ich mal verdienen damit, meine Kunst nach draussen bringen. Wozu alles? Für Nüsse, nach heutiger Sicht. Bude voller Instrumente, jede Menge Produktionen…doch: Wer will das hören? Wie setze ich das (gewinnbringend) ab? Heutzutage? Wohl nicht mehr.
    Früher wurde Musik als Hardware verkauft, auf Platte oder CD, für 20 DM, 3 DM flossen zurück zum Musiker. Bei 10.000 verkaufen Einheiten waren das schon mal 30.000 DM. Konnte man schon eine Zeitlang von leben. Heute? An Vertriebswege zu kommen? Unmöglich. Geld verdienen? Höchstens noch mit Cover-Live-Mukke.
    Doch wer will wasausser dieser hören, wer bezahlt für einen Auftritt?
    Das A&O hierbei ist, das die Zuhörer fast nur noch Livemusik hören wollen, die man tunlichst kennt, vielleicht aus dem Radio. Keine neuen, interessanten Sachen mehr, es sei denn, von „Superstars“. Und die kommen heute auch sogar vom Ballermann. Mit Ihren Saufanimationsnummern mehr Erfolg als ein künstlerisch gehaltvolles, einmaliges Konzept. Nachgespielt und aufgespielt: In Kneipen, auf Stadtfesten, etc. – zum Bier, zum Mitgröhlen…
    Fortsetzung folgt….

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    Henrik Fisch  AHU

    Ein Gegenpol

    Ich höre seit 15 Jahren kein Radio mehr. Warum? Weil’s immer der selbe Müll ist. Mir wird übel, wenn ich die gleichgeschalteten weichgespülten auf Massenkompatibilität ausgerichteten Musikstücke höre. Ich kann es NICHT MEHR ERTRAG! Stillstand ist der Tod. Deswegen höre ich kein Radio mehr.

    Seit ca. 5 Jahren entdecke ich nun verstärkt die Klein-, Micro- und Privatlabels, die für mich extrem spannende Musik produzieren (vor kurzem z.B. l’ocelle mare mit »Sans Chemin«, extrem experimentell und einfach nur großartig, weil anders). Und diese Musik KAUFE ich auch. Und wenn es über Bandcamp geht, dann latze ich MEHR Geld als das aufgerufene oder kaufe nach Möglichkeit sogar einen physischen Release.

    Musik ist etwas, was direkt in die Seele geht, wenn man es denn zulässt. Wenn man das Abenteuer eingeht, auch einmal etwas zu wagen. Das passiert bei diesem ausgeklügelten Industrie-FastFood-Musik-Mist nicht mehr (und denke dabei an die jüngst von Jamie Oliver gewonnene Verhandlung gegen McDondals und ihren giftigen aufbereiteten Abfall).

    Ich – gebe – dafür – gerne – Geld – aus!

    Das Problem ist, dass der Musikmarkt mit allen Marketing-Mitteln ausgepresst und vergewaltigt wurde, so dass auch die Käufer zu WEGhörenden Schnellkonsumenten erzogen wurden. Das rächt sich jetzt. Selber schuld.

    Es gibt aber auch andere. Die Musik Wert schätzen. Wenn sie es denn wert ist.

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    RainerJ45  

    Ich möchte nochmal ne andere Perspektive aufmachen, die u.U. nicht jedem hier gefallen wird.
    Wir sind hier bei Amazona …. einem sehr interessanten Portal, vornehmlich für Musiker-Equipment.
    In dem Wort Amazona steckt das Wort Amazon ….

    Amazona „gehört“ dem „Amazon“ des Musiker-Equipments …. dem großen T.

    Bei mir in Dieburg (Kreisstadt in Hessen) gibt es schon seit Jahren kein Musikalienladen mehr.
    Begründung: Die Instrumente kaufen die Kunden bei Thomann …. von Saiten kann man nicht leben.

    In Darmstadt hat vor Jahren ein großes Musikgeschäft zugemacht.
    Begründung: Die kaufen bei Thomann …. von Saiten und Wartung kann man nicht leben.

    Die Liste lässt sich beliebig verlängern.

    Ich selbst bin langjähriger Kunde bei Guitar Place in Aschaffenburg…. 25 km entfernt.
    Die gibt es zum Glück noch … der Inhaber führt den kleinen Laden mit seinen zwei Söhnen.
    Warum gibt es diesen Laden noch? Nun …. die verkaufen weltweit im Internet und vor Ort NUR im Hochpreissegment.

    Da kann ich ne Gitarre oder nen Amp auch mal zum testen mitnehmen. Wo gibt es sowas noch !!!

    Ergo: So wie es den Musikern ergeht … ergeht es auch den Händlern wenn die Goßen die Kleinen platt machen.

    Jeder, der ausschliesslich im Internet kauft, muss sich eingestehen, dass auch er einen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet.

    Wer ist schon so „bekloppt“ wie ich und bestellt einen Celestion G12H30 Heritage in dem o.g. Laden in 25km Entfernung ….?

    • Profilbild
      sebs

      Hier in Hamburg at der Musicstore auch zugemacht. Die geben sicher auch Amazon und Thomann als Grund an. Das ist definitiv nicht die ganze Geschichte. Es ist auch Unfähigkeit, ordentlich online zu verkaufen und das medium in seiner ganzen Breite zu nutzen. Das Rumgeheule über Amazon und Thomann ist nur vorgeschoben, denn sie wissen alle selber, wie viel Potential da liegen gelassen wurde.
      Um Modular Zeug zu kaufen IRL muss ich aus Hamburg nach Berlin.

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      Bernd-Michael Land  AHU

      Die Händler sind auch nicht immer ganz unschuldig an ihrer Situation.
      Da sitzen oft alte Inhaber mit angestaubten Ansichten, die nichts ändern wollen, „Das haben wir schon immer so gemacht“. Jeder weiß, Thomann war auch eine kleine Klitsche auf dem Dorf.
      Ich war schon öfter in kleinen Läden, wo null Fachkompetenz anzutreffen war. Nicht mal ein 10 Meter XLR-Kabel am Lager und die Bestellung utopisch teuer. Bei Garantieabwicklungen hat man ewig Streß, und, und, und.

    • Profilbild
      TBS   1

      Ich erinnere auch gerne an den Musikservice in Aschaffenburg, da war ich auch schon sehr oft damals gewesen und bin dort gerne auch aus dem Umkreis Hanau hingefahren aber die wurden auch von einem großen geschluckt und sind somit auch nicht mehr vorhanden. Schade sehr schade. Hier noch ein anderes Beispiel auch Musik Schmidt die in Frankfurt ansässig sind, wurden von session geschluckt.

  17. Profilbild
    edeling

    Fortsetzung: Auch daher diese unsäglich beschissene Covermusik, von ebenso frech anmaßenden Coverbands, die von den Original-Künstlern Musikstücke abkupfern, in mehr oder weniger besserer oder schlechter Interpretation. Und sich dann fühlen, wie die Bowies, die Floyds, die HeleneFischers und gottweisswer! Wer Geld fäscht, geht in´n Bau, wer Musik fälscht, auf die Bühne ;)
    Und das gilt auch für die Elektronische Musik, ein Heer von Nulpen tummelt sich da… Wie nur 3 Akkorde mit 16-Ton-Sequenzen? Stundenlang A-Moll? Vielleicht noch F und G? – Watt? Achso, det ist ja „Berliner-Schule“. Ich vergaß. Ja dann is ja gut. Stumpoide Peinlichkeit per Excelleance. Boah, neee…. Die Steigerung dazu sind Ahnungslose mit ihrer Modularsystemen, die „Musik“ machen, die sich anhört als wenn 10 besoffene Klempner ein neues Anwassersystem ausprobieren (Zitat Alfred Tetzlaff). Es gibt Aussnahmen, „Ströme“ aus München besispielsweise…
    Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben. Könnte. Schluss jetzt.
    Lasst mich abschießend bestätigen, dass der Musikalienhandel – richtig analysiert! – der Gewinner der Stunde ist. So wie früher: Nicht der Goldgräber, sondern der Hardware-Store, der den an Wohlstand Glaubenden die Schüppen verkauft hat, hat´s gemacht!
    Und trotzdem pfriemel in hoffnungsvoll weiter an meiner Musik, dieses mein Gen ist unabrückbar in mir verankert. Auch wenns so ganix bringt, moneywise…

    • Profilbild
      Henrik Fisch  AHU

      Es ist selten, dass mir ein Kommentar so ins Mark geht, dass ich noch tagelang darüber nachdenke. Normalerweise lasse ich so etwas links liegen, weil natürlich jeder seine eigene Meinung hat. In diesem Fall fühle ich mich aber bemüßigt einen anders gerichteten Gedanken zu formulieren:

      > […] Und das gilt auch für die Elektronische Musik, ein Heer von Nulpen tummelt sich da… Wie nur 3 Akkorde mit 16-Ton-Sequenzen? Stundenlang A-Moll? Vielleicht noch F und G? […]

      Genau diese Musik ist es, der seit 20 Jahren verstärkt meine Aufmerksam gilt. Nun muss es auch nicht immer nur eine Tonart sein. Aber meine Ohren stellen sich automatisch auf konzentrierten Empfang, wenn ich solche Klänge höre. Weil diese Musik den Zuhörer dazu zwingt, auch zuzuhören. Denn in guter Musik dieser Art sind es die feinen Nuancen, die man (ich) gewillt ist, heraus zu hören. Das stimuliert die Phantasie und die ist es wiederum, die mich bei dieser Musik jubilieren lässt.

      Aus diesem Grunde habe ich in den letzten 20 Jahren folgende Künstler kennen und LIEBEN gelernt:

      — Valdislav Delay (»Anima«, ein 60-Minuten-Meisterwerk in zwei Tonarten)
      — Gas (»Zauberberg«)
      — Pole (»1«)
      — Monolake (egal was, alles obergeil)
      — Martin Stürzer (Berliner Schule und Dub-Techno, alles sehr geil)
      — Deepchord Echospace (Dub-Ambient)
      — Yagya (Dub-Ambient)

      Ich kann mir mein (Musik-)Leben ohne die nicht mehr vorstellen.

  18. Profilbild
    Klang X  

    Wie intolerant hier doch viele sind, sich anzumaßen das alles was sie nicht hören möchten oder nicht mögen nur Dreck ist.

    Einfach nur widerlich…null Toleranz…und Ihr nennt Euch Musiker??? lol…

    Um mich auf Euer Niveau zu begeben…Euren Scheiß will ICH nicht hören…

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  AHU

      ich höre ja gerne auch mal alte Sachen aus den Siebzigern von bekannten Bands. Die sind manchmal sowas von grottenschlecht, die Alben würde heute Niemand mehr kaufen.

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      SynthUndMetal  

      Vollste Zustimmung! Ich finde gerade bei der Musik gibt es keinerlei Grenzen. Hier sei es jedem erlaubt sich nach Herzenslust auszutoben, zu konsumieren und dabei Spaß zu haben. Ich mag daher die Einteilung in „Gut“ und „Schlecht“ bei Musik überhaupt nicht. Für mich gilt nur ob mir etwas gefällt oder nicht.

  19. Profilbild
    dflt  

    jaja, früher war alles besser… musik verliert leider ihren wert, ja. aber nicht durch musiker oder die möglichkeit, dass jeder aufnehmen und ggf. veröffentlichen kann. sondern durch die hörer, die sich die songs gratis bei youtube oder für ein taschengeld bei spotify anhören. qualität und vor allem originalität wird sich trotzdem durchsetzen und für die entsprechenden musiker zum lebensunterhalt ausreichen (ja, es gibt immer ausnahmen). wer musik macht um sich 3 villen und 5 autos zu kaufen, hat eh den falschen ansatz.
    das publikum für die größten hits der 60-80er stirbt halt langsam aus. in ein paar jahren passiert das gleiche mit der musik der nachfolgenden jahrzehnte. in der zwischenzeit kommt vielleicht gitarrenmusik wieder (oder ganz was neues) und dann werde ich mich als rentner über diese neumodische musik beschweren, während ich im ohrensessel aphex twin lausche.
    kurz: alles etwas entspannter sehen und sich ggf. mit den neuen umständen anfreunden bzw. das beste draus machen.

    • Profilbild
      TBS   1

      Das ist ja Mal ein interessantes Kommentar, da habe ich auch schon darüber nachgedacht, es ist alles vergänglich und stelle mir auch gerade vor, wie ich als 80 jähriger Techno und Trance hören werde und sich die jüngere Generation nur den Kopf schüttelt.

      Am Ende ist es belanglos, wie die anderen mache ich ja hier auch selber Musik, wichtig ist hier, dass man sich selbst treu bleibt und das macht was man liebt, ich mache Musik weil ich Musik sehr gerne mache. Ich bin nicht der beste in diesem Fach aber darum geht es ja nicht in erster Linie, es geht hier eher darum, dass man etwas macht, was einem Spass macht und Freude bringt und nicht führ Geld aber auch das muss jeder selbst wissen und für sich selbst ausmachen am Ende.

      Klar ich mit meiner 3 Ton und 2 Akkordmusik und stundenlang Mollfolgen werde hier keine Lorbeeren ernten und sich auch nicht damit Geld machen, geschweige denn berühmt werden aber darum geht es ja nicht.

      Kurzum man sollte das alles entspannter sehen, wie du schon beschrieben hast.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Same her, der therapeutische Wert von nicht wirtschaftlich verwerteter und verwertbarer Musik kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Ich meine das wirklich ernst.
        “ 3 Ton und 2 Akkordmusik und stundenlang Mollfolgen“ ist dafür technisch völlig ausreichend (siehe Johnny Cashs „American Recordings“).
        Das ist übrigens einer der interessanteste Threads seit Jahren bei Amazona, dafür muss man Axel schon mal wirklich Respekt zollen.

  20. Profilbild
    sebs

    Sorry, aber ich finde der Artikel geht am Thema vorbei. Klar, die Produktionstechniken sind wichtig. Aber Vertragsrecht mit Labels spielt auch ne große Rolle und der schmutzige Deal mit den Streaminplattformen auch.
    Ich hab auf den ganzen Bums keinen Bock mehr und entziehe mich dem Veröffentlichen so gut wie komplett. Besonders, weil ich auf Kommentare wie sie hier unter dem Artikel gepostet werden und dem ganzen Gift in der Diskussion echt keinen Bock habe.

  21. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Mein Zugang zur Musik ist ein völlig anderer als bei den meisten Kommentatoren hier. Pop-/Rockmusik hat den Nachteil, dass sie in der Regel einfach gestrickt ist, und auch den Konsumenten kaum etwas abverlangt, zumindest keine Intelligenz ;-) Gefühlswallungen reichen aus, sei es auch nur in Form eines Gähnens.

    Ein Vorteil war von Beginn an die Ausrichtung auf Massentauglichkeit. Um Musik ging es hingegen kaum, sondern um Geld. Der Ursprung der Pop/Rockmusik wird in der Regel in die 50er/60er Jahre des 20. Jhds. gelegt, aber die war lediglich der Ursprung der vergleichsweise modernen Musikindustrie. Bereits in denn 20er/30er Jahren gab es Gassenhauer und Schlager.

    Mich interessiert eine Massentauglichkeit von Musik nicht! Mir geht es beim Musizieren auch nicht um ‚ein Geld‘, sondern um die kompositorische Entwicklung von Neuem. Was das Finanzamt dazu sagt, ist mir schlicht egal!

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      Lapin  

      Wenn Newcomer gar keine Chancen hätten gäbe es keine mehr. So ist es halt aber dann auch nicht.

      Eine Band wie zb Anorak Patch sollte es nicht geben können wenn herr Ritt mit seiner Mittlerweile schon bekannten schwarzmalerei Recht hätte

      Die wirklich Grossen talente werden nachwievor bemerkt, der Rest hofft wie auch früher auf einen Zufallshits

      Völlig ignoriert wird in dem Artikel, dass es nachwievor lokale Szenen und kollektive gibt, Die Events und oder Labels organisieren und unbekannten Talenten Chancen geben können und es auch neue Kanäle wie zb tiktok gibt wie man bekannt werden kann.

      Aber das eigentlich traurige am Pessimismus von Herrn Ritt ist, dass er vor lauter Doom scheinbar übersieht, dass sich Grad bei den ganz jungen ein _klassische Gitarrenband“ Revival ankündigt. In paar Jahren spätestens ist’s dann im deutschsprachigen Raum auch wieder soweit

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        Axel Ritt  RED

        @Lapin

        Niemand würde sich mehr über eine Fehleinschätzung dieses Artikels freuen als ich selber, von daher würde ich mich sehr freuen wenn du mir wie in deinem Kommentar beschrieben „in spätestens ein paar Jahren“ die nächste Generation künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreicher Gitarrenbands vorstellst.

        Kein Zynismus, ernst gemeint!

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          Lapin  

          Lieber Axel

          Danke für die nette Replik.

          Um ehrlich zu sein, ich verstehe deinen Zugang nicht ganz. Wieso willst du darauf warten, dass dir ein anonymer User in ein paar Jahren erfolgreiche Bands vorstellt. Das funktioniert wahrscheinlich nicht, vor allem wenn’s ein User ist der sich neben dem downtempo Techno für seine Hobby auflegerei am ehesten für Afro Klänge begeistern kann

          Stattdessen könntest du auch (so wie ich auch) abseits der eigenen Musik Bubble paar Leuten die sich beruflich mit neuer Musik beschäftigen lose folgen und dann die interessantesten Bands über die du so stolperst über die nächsten Jahre selbst beobachten und deine These so laufend überprüfen

          Lisa Schneider zb stellt wöchentlich auf FM4 neues aus dem Soundpark vor (gibt’s auch zum nachhören) und in England tut sich auch immer was

          Dann könnten wir in paar Jahren auch gut und gerne drüber diskutieren, was sich in den ersten postpandemie Jahren so getan und verändert hat.

  22. Profilbild
    Vincent  RED

    Ich als 26 jähriger musikschaffender finde diesen Artikel für den unbedarften Leser meines Alters extrem demotivierend. Das Gewicht des Artikels sollte einerseits auf der Technik liegen (hier wurde alles abgedeckt, allerdings mit durchweg negativer Konnotation) als auch auf dem, was gleich geblieben ist: Richtig gute Musiker und Teams finden Gehör – passionierte Künstler, die ihr Leben in ihre Musikstücke investieren, Zeitgeist erkennen – andere bleiben ganz bewusst im Hintergrund und wirken durch ihre Fertigkeiten am Instrument oder als Writer an den Veröffentlichungen anderer mit. Sprich – es ist eigentlich alles gleich geblieben, es gibt nur mehr graue Masse als vorher. Die Evolution der Technik ermöglicht dem Schöpfer eine größere Auswahl an kreativen Entscheidungsprozessen:
    Bandmaschine -> mich und meine Gitarre -> direkt ToTape – um die Intention, welcher hier in diesem Artikel nachgetrauert wird zu erreichen?
    Oder: 35 Takes -> ProTools -> hinterher Silbe für Silbe kompilieren?
    Beides Cool. Ergebnis > Künstler-Ego. Ich lache und weine gleichzeitig über diese Schwarzmalerei à la „früher war die Musik besser“. Warum mag man bestimmte Musik? Aufgrund persönlicher Verknüpfung, epochaler Identifikation, Erinnerungen, Geschmacksbildung. Das wird bleiben! Auch gleich geblieben: Der Konsument geht immer den Weg des geringsten Widerstands hier müssen WIR die Awareness schaffen.

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      @Vincent

      ich kann ansolut nachvollziehen, das meine dystopische Sichtweise alles andere als motivierend auf einen jungen Musiker wirken kann, aber so lange du keine wirtschaftlichen Planungen mit der Musik verbindest oder gar erwartest und einem erfülltem Hobby nachgehst, kann dir letztendlich nichts passieren, außer dass du deine finanziellen, räumlichen und zeitlichen Prioritäten gegenüber deinem Partner rechtfertigen musst ;-)

      Ich glaube aber, dass tief drinnen in jedem Musiker die Hoffnung keimt, seine Kreativität, unabhängig von Instrument, Stilistik oder Herangehensweise einem möglichst großem Publikum mit entsprechender Wertschätzung präsentieren zu können und wer es schafft, dies in Relation zu der Wahrscheinlichkeit der Umsetzung zu setzen, wird ein glückliches Leben führen können.

      Aber wehe dem, der seinen Traum als Bestätigung seiner selbst unter allen Umständen umsetzen will …

      • Profilbild
        Freudenthaler  AHU

        Und hier wurde auch endlich mal das Thema Psyche angeschnitten… Kenne einige Musiker deren Traum geplatzt ist und die jetzt mit Depressionen und mit der Frage nach Platz/Sinn im Leben kämpfen!

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        Vincent  RED

        Lieber Axel, ich bin kein großer Fisch! Aber ich lebe von Musik, zahle meine Miete, meine Steuern (übrigens jetzt im zehnten Jahr mit meinen 26) davon – eine Lebenspartnerin habe ich ebenfalls. Ich stecke mein junges Leben da komplett rein – und ich wachse – und vielleicht werd ich wegen dem damit verbundenen Stress auch nicht besonders alt – aber:
        Ich bins sowas von leid mir von Menschen der betagteren Generation deren PERSÖNLICHEN Frust über die Fortentwicklung anzuhören ohne dass sie dabei konstruktiv sind – solchen Leuten gehört meiner Meinung nach das Wort entzogen. Zeitverschwendung für die Leute, die inspiriert sind und neues erschaffen möchten. Den Artikel sollte man als Glosse kennzeichnen. Wahre Künstler bleiben smooth wie Pino Palladino, David Bowie bis zuletzt, erfinden sich immer wieder neu und finden Wege, setzen sich nicht in die Ecke und heulen rum – das machen die wenn dann heimlich oder verwerten es in Musik. Machen den Mund auf gegen die Missstände à la Spotify aber nehmen ihr persönliches Scheitern und ihr Ego aus der Affäre. Geben ihr Buch weiter an die nächsten Generationen die das Buch weiterschreiben. So wie Hancock an Jacob Collier, so wie Prince an D’Angelo, so wie Billie Holiday an José James, so wie Pino an seinen Sohn Rocco. „Tief drin in jedem“, woher nimmst du die Arroganz dermaßen von oben herab generalisieren zu können?

        • Profilbild
          Vincent  RED

          PS: Ich möchte dich wirklich nicht angreifen und hoffe du nimmst nichts hiervon persönlich, aber ich möchte dich wirklich darum bitten etwas mehr Weitsicht walten zu lassen – bin mir sicher dass auch für dich selbst perspektivische Weitsicht was dieses Thema anbelangt (oder einfach mal zu versuchen, den Sachverhalt aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten) nur ein Zugewinn sein kann! Und ich hoffe du verstehst die Entäuschung hinter meinem Kommentar. Wir Kulturschaffenden haben Verantwortung für unser kulturelles Umfeld und wir sind selber das, was wir daraus machen.

          Was ich mach mach ich für mich – Egokram und Anerkennung sind da für mich persönlich ziemlich weit hintenan. Wenn ich was veröffentliche, dann lange nicht mehr unter Klarnamen.

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          Axel Ritt  RED

          Lieber Vincent, ich wollte dir und dem überschwengenden Elan eines Mitzwanzigers nicht zu nahe treten, sollte dies der Fall gewesen sein, möchte ich mich hiermit dafür entschuldigen.

          Wenn du zu den wenigen gehörst, welche sich selbst und ihre Familie allein von den Einnahmen aus selbstständiger Arbeit, in diesem Fall Musik ernähren können, kann ich nur den Hut vor dir ziehen. Ja, ich bin im Vergleich zu dir sehr alt und besitze das große Privileg, so viel Geld mit der Musik verdient zu haben und auch noch zu verdienen, dass ich für den Rest meines Lebens ausgesorgt habe, von daher wirst du bei mir keinen Frust, Neid, Missgunst oder sontiges finden, warum auch.

          Dieser Artikel bezieht sich auf die allgemeine Wertentwicklung der Musik und meine persönliche Sichtweise darauf. Wäre ich in deinem Alter und ein alter Sack hätte mir gesagt, mein Beruf hätte keine Zukunft, hätte ich mir auch meinen Teil gedacht. Ob ich ihn verbal persönlich angegangen hätte (Wort entziehen …) weiß ich nicht, aber ich gebe zu dass meine Wortwahl in deinem Alter auch eine andere war, von daher schwamm drüber.

          Wer aus meinem Artkel etwas ziehen kann, freue ich mich, wer den Artikel für Müll hält, ist sein gutes Recht. Jedem das Seine.

          • Profilbild
            Vincent  RED

            Ich finds super schade dass du jetzt selber die Alterskarte spielst im Bezug auf einen Artikel in dem Du Generalisierungen über die allgemeine Entwicklung der Musikindustrie und des Musikerdaseins bis zum heutigen Zeitpunkt aufstellst – das passt für mich hinten und vorne nicht und fühlt sich jetzt danach an als würdest Du Dich persönlich aus der Affäre ziehen wollen. Es geht nicht um mich oder Dich, nicht um mein Geld oder dein Geld, sondern um die Verantwortung allen gegenüber die das hier lesen. Das hat nix mit meinem Elan zutun oder gar mit mir als Person.

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              Freudenthaler  AHU

              Lieber Vincent,

              Um Axel mal eben zur Seite zu springen…
              „Ich bins sowas von leid mir von Menschen der betagteren Generation deren PERSÖNLICHEN Frust über die Fortentwicklung anzuhören“
              …das war Deine erste Ansage.

              Ihm jetzt nach Deinem ziehen der „Alterskarte“ selbiges vorzuwerfen empfinde ich als nicht sehr fair!

              Du hast hier doch schon einige gute Artikel auf Amazona verfasst, warum schreibst Du nicht selber mal etwas „persönliches, konstruktives, positives & motivierendes“, so als frischer Gegenpol zu Axels betagter Sicht der Dinge.

              Würde mich sehr drauf freuen, …echt!

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    just4me

    Musik macht man immer und in erster Linie für sich selbst. Man hat etwas zu sagen oder will sich ausdrücken und macht dies durch Musik. Ein Song ist deine Sicht auf deine Welt, so wie du sie siehst. Man kann dies einfach aus Liebe zur Musik machen oder aus einem Kalkül. Sobald man Musik macht um damit Geld zu verdienen, zäumt man das Pferd schon von hinten auf. Ich würde jede Wette eingehen, dass kein namhafter Künstler der letzten 1000 Jahre auf die Frage „Warum macht du das?“ antworten würde „um reich und berühmt zu werden“. Das ist für mich schon einmal die grundsätzliche Erkenntnis, warum viel von dem was wir auf Streaming-Plattformen finden, niemanden interessiert und auch niemand interessieren muss. Damit eine Musikerkarriere auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann, müssen viele glückliche Umstände zusammen kommen. Das zu forcieren ist die Jagd nach einem Traum, der einem die Freude an der Musik verderben wird. Es passiert, oder es passiert eben nicht. Oder man ist halt realistisch und siehst sich also Content-Lieferanten, der eben das raushaut was gerade der Mode entspricht. Es gibt ja verschiedene Wege. Aber es ist sicher nicht einfacher geworden, mit „seiner“ Musik Geld zu verdienen. Wenn einem allerdings egal ist, welche Art von Klangereignis man produziert, so wie es einem Bäcker vielleicht egal ist ob er Brötchen oder Brot backt, dann gibts sicherlich Wege…

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      Dirk Matten  RED

      In ihrer Anfangszeit reisten die Beatles von einem schlecht bezahlten Gig in einem Provinznest zum nächsten. Sie hockten auf dem Rücksitz eines kleinen, ungeheizten Vans. Wann immer sie wegen ihrer scheinbar hoffnungslosen Situation den Mut verloren, baute John Lennon sie mit der Frage auf: „Where are we going, lads?“ Woraufhin sie mit einem brüllenden: „To the top, Johnny! To the toppermost of the poppermost!“

      Quelle: Geoff Emerick, Howard Massey – “Du machst die Beatles!” Wie ich den Sound der Band neu erfand

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        dAS hEIKO  AHU

        Schöne Anekdote. Man vergißt allzuleicht, dass in den 60ern denen kein Medienkonzern den Erfolg in den Allerwertesten geschaufelt hat. Da die 4 außerordentlich talentiert und motiviert waren, hatten sie am Ende auch den verdienten Erfolg. Aber eben am Ende!

        Hab gerade die Erste Hälfte von Peter Jacksons
        Netflix-Doku
        eher widerwillig angefangen. Hälfte, weil mitten in der Nacht und widerwillig weil „oooch, schon wieder DIE! Doku. Aber ich wurde positiv enttäuscht.
        Vieles von dem, was wir hier gerade diskutieren, war auch damals schon Thema. Die BBC sollte für ein „Livealbum“ ein 4- …nein, ein 8Spur Aufnahmemaschine anliefern. Und während man noch diskutierte, ob das nicht to much wäre (kein Mensch hatte damals eine 8Spurmaschine) spielten die 4 Songideen ein, die dann später quasi live vor kleinem Publikum aufgenommen werden sollten. Als Fan unbedingt anschauen. Ich war tief beeindruckt.

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          dAS hEIKO  AHU

          Ich hab ne Idee. Ich schau es nochmal ganz von vorne und schau, dass ich mal nen Communitybeitrag dazu schreib. so.

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    Freudenthaler  AHU

    Seit ich von „The Shaggs“ und deren Story erleuchtet wurde (danke Frank), habe ich wieder ein gesundes Verhältnis zu mir und meiner Musik in diesem Business…

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    exitLaub

    An Musik zu verdienen interessiert mich nicht, genausowenig wie Ruhm.
    Wenn ich allerdings daran denke, daß irgendjemand mal irgendwann was rauskramt und anhört, das ich mit Hingabe und Herz und vor allem viel Spaß gemacht habe, und der daran auch noch etwas Freude findet, dann hat hat es sich für mich definitiv gelohnt.

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      dAS hEIKO  AHU

      Genau darum geht es! <3

      Noch eine kleine Geschichte die das Leben schrieb:
      Ich saß in den 80ern öfter vor meinem kleinen schwarzweiss Fernseher und schaute Live-Konzerte, während die Familie Wetter dass kuckte. Dabei 2 der größten Liveevent aller Zeiten, LiveAid und das Freddy Mercury Tribute Concert for AIDS Awareness. Dazwischen, 1988, feierte man Nelson Mandelas 70. geburtstag (der da immer noch im Gefängnis saß). Es spielte das who-is-who der Musikwelt. (Joe Cocker, Little Steven van Zandt, Paul Young, Harry Belafonte, Simple Minds, Sting, Dire Straits, Whitney Housten, Brian Adams, Eurythmics, Miriam Makeba, George Michael, Youssou N’Dour, UB40, Phil Collins..etc.). Als dann Stevie Wonder auftreten sollte, stellte dieser fest, dass die Datenträger mit Keyboardsounds gestohlen wurden. Die über 70.000 im Wembleystadion sangen derweil lauthals Lieder und Parolen. Bis man sich entschloss, eine völlig unbekannte afroamerikanische Sängerin mit ihrer ungeputzen Akustikgitarre durch den riesigen Vorhang zu schieben. Nach dem Motto: unterhalt die mal kurz. Die kleine Frau stand da und sang 2 ihrer Songs nur mit Gitarre. Nach der Ersten Zeile verstummte das Publikum und lausche den Songs "Fast Car" und "Talkin' 'bout a revolution", um Tracy Chapman mit einem riesigen Applaus zu verabschieden.
      Der Rest ist Geschichte.

      Ich denke, das ist die Art Wertschätzung, die du meinst.

  26. Profilbild
    edeling

    Dialog:

    „Du machst Musik?“
    „Ja…“
    „Und was hast Du gelernt?“
    „äh… 10 Jahre Gitarrenunterricht, Hochschule, studiert“
    „ich mein jetzt was Richtiges, jetzt nicht sowas…“
    „äh…“
    „ach so, jaja, nun gut – und mit Deinem Gedudel willst Du bei UNS spielen? Und dafür auch noch GELD?“
    „äh…“
    „spiel doch mal lieber was von Marius! Oder kannste das nicht? Biste etwa doch kein Musiker?“

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      Axel Ritt  RED

      So einen habe ich auch auf Lager, ist wirklich so passiert, aber schon über 20 Jahre her. Ich bin in einem Restaurant mit dem Produzenten eines weltweit erfolgreichen Euro-Dance Projektes verabredet, aber nur auf privater Ebene. Er hat noch einen Produzenten Kollegen mitgebracht.

      Produzent: Hallo das ist Axel
      Produzenten Kollege: Hallo, was machst du so?
      Ich: Ich bin Musiker
      Produzenten Kollege: Wie, so richtig mit Mucke?
      Ich: Ich verstehe nicht …
      Produzenten Kollege: Nun, ob du so richtig mit Mucke machst …
      Ich: „Verwirrt drein schauend…“
      Produzenten Kollege: Mucke?

      Das Gespräch ging noch ein paar mal hin und her, bis ich verstanden habe, dass mein Gegenüber sich überhaupt nicht mehr vorstellen konnte, dass man Musik mit akustischen Instrumenten (E-Gitarre ist auch ein akustisches Instrument) innerhalb einer Band (Mucke) macht.

      Schon vor über 20 jahren konnten sich bestimmte Personen nicht mehr vorstellen, warum man eine Bandkonstellation noch am Laufen halten sollte …

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        Bernd-Michael Land  AHU

        es wird auch immer schwieriger, 4-5 Leute unter einen Hut zu bekommen. Das fängt bei den gemeinsamen Terminen an und reicht bis zur Anmietung eines Übungsraumes.

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          [aˈtoːm] [aːl] [ˈa(ː)tonaːl]  AHU

          das verwundert auch nicht mehr. die technologie und der vertrieb (youtube) machen es möglich, daß man komplette stücke mit ein und demselben musiker produzieren und veröffentlichen kann – falls der in der lage ist 3 basisinstrumente, drums bass und lead/chords, plus gesang selber einzuspielen. zur not korrigiert man/frau es sich digital^^.
          solche videos gibt es auch schon lange auf youtube et al.

          der nachteil ist offensichtlich, aber auch nur noch für uns alte eisen sichtbar: der charme, daß andere menschen ganz andere vorstellungen und skills haben und musik anders interpretieren und entsprechend ihre instrumente bedienen mit allen macken und unzulänglichkeiten und allen professionellen skills in einer melange. viele empfinden genau das schon als unangenehm.
          man stelle sich vor keith richards würde quantisiert und korrigiert :D
          dazu noch die verqueren nelolib-vorstellungen, daß man alles möglichst effektiv zu profit verwursten muss, am besten schon rein theoretisch, sonst fängt man gleich garnich an…zeit is geld..blablabla. das ganze ichstudierbwl gequatsche halt

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        AMAZONA Archiv

        Das ist aber auch Teil des Problems. Ich habe mir gerade mal ein paar Videos der Bands angesehen, in denen du (Axel) mitspielst. Die folgen alle mehr oder weniger dem gleichen ästhetischen Metalcodes, inklusive brennender Mülltonnen, dicker Chopper, Sänger mit Sonnenbrille und vermeintlich sexy Goth-Bitches. Das ist eine kulturelle Bubble, die seit zig Jahren immer kleiner wird und deren Kundschaft nicht nachwächst, sondern im Gegenteil wegen Leberzirrhose und Fehlbremsungen auf der Landsstraße immer weiter schrumpft.
        Ich halte es auch für legitim (wenn auch nicht für höflich), das als „Mucke“ zu bezeichnen, weil es halt handgemachtes Entertainment ist, das generische Erwartungen bedient. Als Gegenbeispiel möchte ich hier mal Radiohead anführen, die seit ihres Bestehens immer mal sehr viel verändert haben (auch wenn sie jetzt müder werden) oder auch Nick Cave, der im Alter immer experimenteller wird und trotzdem davon leben kann. Die weiter oben angeführten Beatles sind auch ein erklassiges Beispiel.
        Man darf als Musiker nicht erwarten, dass man über mehrere Jahrzehnte das gleiche unveränderte Produkt abliefern kann und die Nachfrage immer gleich bleibt. Das ist nur bei den ehemals ganz Großen so, bei denen der Kult in selbstreferentieller Weise dann ohne Imageschaden weiter ausgeschlachtet werden kann (ein Freundin von mir war gerade auf einer Kiss Cruize…).

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          Axel Ritt  RED

          @Hein Schlau

          die Metal Gemeinde verfolgt im Gegensatz zu vielen anderen Formen der Musik, welche stark der Mode unterworfen sind, einen strikten Codex. Wir haben mehrfach versucht, etwas mehr rechts oder links vom eingeschlagenen Pfad Zustimmung zu finden, es ist jedes Mal gescheitert. In unserer Größenordnung gehen musikalische Experimente leider fast immer wirtschaftlich nach hinten los.

          Wir haben gelernt, dass in unserem Genre „Give The People What They Want“ an oberster Stelle steht und so lange es weiterhin so gut angenommen wird wie im Moment, werden wir unsere Stilistik nicht mehr ändern.

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            dflt  

            der kommentar klingt, als hätte musik für dich gar keinen wert außer dem wirtschaftlichen… und das finde ich echt traurig. dann aber in so einem artikel hier gegen die liberalisierung des musikmarkts (jeder hat die möglichkeit zum aufnehmen und veröffentlichen) zu wettern ist einfach nur absurd, sorry. im prinzip machst du doch für den metal-markt nichts anderes als Justin bieber (oder seine produzenten) für den pop-markt and capital bra für den hiphop-markt: „give the people what they want“.

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              Axel Ritt  RED

              @dfit

              nichts für ungut, vielleicht ist es ja auch deine ganz normale Art mit anderen Menschen umzugehen, aber ich gebe zu, dass ich deine Vergleiche und deine Wortwahl recht anmaßend finde.

              Ich weiß nicht, was du beruflich machst, aber ich für meinen Teil halte mich mit Polemik bei anderen Berufszweigen gerne etwas zurück.

              Ich kann auch den Reifen an meinem Auto wechseln, würde aber nicht auf die Idee kommen, einem KFZ-Mechaniker zu sagen, wie er seinen Beruf auszuüben hat.

              Der Ton macht die Musik, denk mal drüber nach …

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                dflt  

                @axei:
                gut, vielleicht war es etwas überspitzt, aber ich finde den beitrag wirklich daneben. ich wollte dich aber nicht persönlich angreifen. wenn es so rüberkam, möchte ich mich hierfür entschuldigen!
                ich sehe allerdings nicht, wo ich dir deinen job erkläre. dein job ist scheinbar „give the people what they want“. und wenn es deine hörer glücklich macht und du davon leben kannst, ist das doch super. allerdings verstehe ich dann nicht, und das ist mein hauptproblem an dem beitrag, wieso du anderen dies absprichst. die breite masse will halt schnelllebige pop- und hiphop-produktionen (ist beides musikalisch auch nicht meins) und es gibt halt künstler und produzenten, die das bedienen. die machen auch nur ihren job… es steht doch jedem frei, sich den job zu suchen und für den er geeignet und mit dem er glücklich ist. ob er damit erfolgreich ist hängt dann von glück und vielen äußeren einflüssen ab. falls beides fehlt, muss man sich oft leider alternativen suchen.
                ich bin übrigens business analyst, kann also besser mit zahlen als mit menschen.
                vor 10 jahren hab ich’s auch mal mit der musikkarriere versucht. hat im endeffekt leider nicht zum leben gereicht, also musste eine alternative her. ist aber ok so. das war auch in den jahrzenten davor nicht anders, also im endeffekt keine überraschung.

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              Bernd-Michael Land  AHU

              „give the people what they want“ -sind das nicht Entscheidungen, über die jeder Musiker nachdenken muss, wenn er damit sein Geld verdienen möchte? Man bedient den Markt.

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          dflt  

          nach deinem kommentar heute morgen warst du bei mir eigentlich unten durch, aber bei radiohead besteht vielleicht noch hoffnung auf eine annäherung ;)

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            AMAZONA Archiv

            @dflt
            Du bist nicht kritikfähig, noch dazu arrogant und deshalb in jedem Fall bei mir unten durch. EDM ist tot seit 94 und das sage ich dir als ehemaliger Berliner Techno-Head.

            @Axel
            „Give the people what they want“ ist eine rein wirtschaftliche Entscheidung, die ich im Übrigen dermaßen nackt bisher nur von dem Sänger er schrecklichen Band Pur gehört habe. Ich verstehe dann alerdings dein Lamento jetzt nicht mehr so ganz, beschwerst du dich tatsächlich, dass nachfolgende Bands und Musiker mangels Rendite jetzt nicht mehr die gleiche Entscheidung treffen können?
            Im Übrigen kann man meines Erachtens wirklich immer hören, ob Musik aus wirtschaftlichem Kalkül gemacht wird oder aus innerem Antrieb oder sogar Not.
            Mir sind übrigens spontan zwei Metal-Band eingefallen, die sich den musikalischen Metal-Klischees verweigert haben, aber gleichzeitig anschlussfähig geblieben sind: Voivod (80er/früher 90er) und aus der Jetzzeit Cult of Luna, die sich mit der Kooperation mit Julie Christmas wirklich was getraut haben. Als COL jung waren, sind die in bunten Hemden, mit Popperhaarschnitt und sehr tiefhängenden Gitarren/Bässen aufgetreten. Ich gehe allerdings bei beiden Bands davon aus, dass die von ihrer Musik zwar gut leben wollten, aber dafür keine künstlerischen Kompromisse eingehen wollten. Verlorengegangene Fans können eben auch neue Fans bedeuten. Die Musik von Voivod ist extrem gut gealtert, das klingt immer noch frisch.

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              dflt  

              @hein schlau: du scheinst mich echt gut zu kennen… ich dachte, wir haben uns heute morgen vielleicht einfach auf dem falschen fuß erwischt und immerhin beide ein faible für radiohead. deswegen das augenzwinkernde „annähern“. mir deshalb vorzuwerfen, ich sei arrogant und nicht kritikfähig? ich lag heute morgen wohl doch richtig… arrogant und unsachlich. schön für dich, dass edm seit 1994 tot ist. metal ist seit 1986 tot. schlager seit 1978. hiphop seit 2015. jetzt hab ich auch mal ein paar „schlaue“ behauptungen aufgestellt (und nein, ich bin absolut nicht auf elektronische musik festgelegt, was du ja scheinbar mit diesem schwachsinnigen kommentar andeuten wolltest).
              und ich bin übrigens durchaus fähig sachliche(!) kritik anzunehmen…

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              Axel Ritt  RED

              @hein schlau

              „beschwerst du dich tatsächlich, dass nachfolgende Bands und Musiker mangels Rendite jetzt nicht mehr die gleiche Entscheidung treffen können?“

              Genauso ist es. Ich bedaure es zutiefst, dass neue Talente und außergewöhnliche Künstler, die es heute genause gab wie vor 60 Jahren, heutzutage keine Chance mehr haben, ihre Fähigkeiten „an den Fan zu bringen“ und ein angemessenes Laben davon zu führen.

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                Bernd-Michael Land  AHU

                Das es junge Talente heute so schwer haben, liegt hauptsächlich an der Sättigung des Marktes und nicht an Qualität der Musik.
                In den 15 Häusern in meiner kleinen Strasse wohnen geschätzt 5 Music Producer.

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      LeSarrois  

      Was unterscheidet den guten von einem schlechten Song? Im Grunde das Gleiche wie in allen Formen künstlerischen Ausdrucks: Die Emotion. Hat es der Künstler geschafft eine Emotion so in sein Produkt zu transportieren, dass ein Außenstehender sie fühlen kann, dann ist der Grundstein zum Erfolg gelegt. Und hier treffen wir auf den Punkt der emotionalen Konditionierung. Die Mitglieder der GenX (zu der ich ebenfalls zähle) wurde in einer Zeit analogen Konsums konditioniert. Ich ertappe mich immer wieder, dass ich auch bei bisher unbekannten Songs genau auf diese Konditionierung anspringe. Das können Songs aus den 60ern, 70er oder auch ganz aktuelle Titel sein. Allerdings bemerke ich persönlich, dass es bei neueren Titeln stetig weniger wurden bis quasi aktuell kaum noch ein Titel hinzukommt, der mich anspricht. Ich glaube, dass das jedoch normal ist. Die junge Generation wurde und wird einfach anders konditioniert als die Masse der hier Anwesenden und kann sich (hoffentlich) in dem wiederfinden, was aktuell produziert wird. Solange also ein Künstler es schafft, die Emotion der Zielgruppe anzusprechen, so wird er auch momentan Erfolg haben können. Vielleicht schaffen es jedoch kaum noch Künstler, in dem überschnellen Komsumzeitalter ausreichend Emotion in Ihre Produkte zu transportieren und erreichen daher immer weniger nachhaltige Hörer. Für mich fühlt es sich jedenfalls so an.

  27. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich denke unter den Musikern gibt es immer den „Schlagersänger“ (für Geld mach ich alles), und den Barden (Nein, meine Seele verkauf ich NICHT ).
    Jeder sollte sich Selbst fragen zu welcher Kategorie er gehört,
    und es sieht ganz so aus als ob die Stunden der „Schagersänger“ gezält sind.

  28. Profilbild
    Joerg  

    by the way 2 „philosopische“ Fragen bzw. Anmerkungen:

    Ist das Ganze Umkehrbar?

    War die Entwicklung abwendbar?
    (auf „vorhersehbar“ verzichte ich, da sich bei negativer Abwendbarkeit die Voraussicht erübrigt)

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      Freudenthaler  AHU

      Ganz unphilosophisch…

      Vielleicht (Wenn ein Sonnensturm und dessen ESP alle Mikrochips grillt)
      &
      Vielleicht (Wenn die Menschen in den Neunzigern bei Napster&Co. ein Unrechtsbewusstsein gehabt hätten!)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Karl Marx und Schumpeter, https://bit.ly/3fzdQqo , den Begriff der kreativen Zerstörung kennt die Makroökonomie seit dem Kommunistischen Manifest, Schumpeter hat dies präzisiert. In jüngerer Zeit wird auch der Begriff disruptive Technologien(Christensen) verwendet. Auf Arte gibts dazu eine Reihe.

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  AHU

      Die Entwicklung war schon lange vorhersehbar.
      Schon Adorno hat den Begriff der Massenkultur durch „Kulturindustrie“ ersetzt, welche aus wirtschaftlichen Interessen von oben her gesteuert wird.
      Mit der Bezeichnung „Kulturindustrie“ bezog er sich dabei auf die Inhalte, die sich an der breiten Masse orientiert und nur nach Profit ausgerichtet ist.
      Er sah darin die Spaltung in eine niedere und eine hohe Kunst, wobei die hohe Kunst ihre Ernsthaftigkeit verliert. Nach Adorno ist diese Kulturindustrie nur scheinbar neu und innovativ, sie bietet aber nichts Neues an.
      Ich denke, das man das auch auf Musik übertragen kann.

      • Profilbild
        Freudenthaler  AHU

        Wow… Beeindruckende Aussage, sehr passend.

        Jetzt stellt sich mir nur noch die Frage wie man der von oben her steuernden „Kulturindustrie“ (Sony/Warner/Universal/TikTok/Spotify&Co.) durch eine industrielle Revolution, die Verantwortung für Kultur entreißen kann, um den Massen beizubringen das wahre Kultur etwas ist, das einen Wert hat und braucht!?!

        Junge, ich kann vielleicht Fragen stellen…

        • Profilbild
          Bernd-Michael Land  AHU

          Sind es nicht auch die Instrumentenhersteller und großen Musikalienhändler, die dir immer wieder suggerieren, das du unbedingt noch dies oder das haben musst, um reich und berühmt zu werden?
          Viele sind doch schon zum reinen Sammler mutiert und können wegen ihren GAS Anfällen tagelang nicht schlafen.

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            Freudenthaler  AHU

            …oder Musikerseiten im Internet, die sich mit Affiliate Marketing durch eben solche Hersteller/Händler finanzieren?
            …oder Musiker/Produzenten die in ihren „How to…“ Videos Plugin X&Y hochjubeln? (Hi Dave Pensado) Eine wahrlich nicht zu unterschätzende Falle.
            Ich nenne D.A.S., Schneidersladen & Co. nicht ohne Grund „Pusher“ da sie (m)eine Sucht nach Knöpfen, Slider und Schalter bedienen…

            GAS kann wirklich zum psychologischen Problem werden (finanziell natürlich auch), die Frage ist, woher rührt das?
            Gab mal ´nen klasse Artikel mit Urban Elsässer in der Professional Audio (3.März 2016) zu dem Thema… Hat mir den Spiegel vorgehalten und die Augen geöffnet!
            Ich kann und mag hier nicht alles vom Artikel wiedergeben aber Wörter die dort häufig vorkamen waren „Angst“, Ersatzhandlung und Vermeidung“!

            Anyway: Ich habe immer noch zu viele Monosynths im Studio (es ist ein laaaaangsamer Trennungsprozess) nur meine persönliche Fragestellung zu Neuanschaffungen hat sich doch kritisch geändert..: Bringt mich das wirklich musikalisch (!) nach vorne oder schreit hier nur die (Sammler)Sucht nach neuen Knöpfen?
            Hilfreich gegen das Sammeln sind z.B. kleine Studioräume und ´ne Frau die sagt: „Du hast Dich schon wieder im ganzen Haus ausgebreitet!“.

          • Profilbild
            Joerg  

            Natürlich ist das Marketing. Die wollen verdienen und dich NICHT glücklich machen.
            Stell dir doch mal vor, was aus denen werden würde, wenn alle mit ihrem derzeitigen Instrumenten-Bestand für den Rest del Lebens zufrieden wären. Dann gibts nur noch Ersatzteile und Verbrauchsmaterial zu verkaufen.. Armer Hersteller / Händler / Angestellte (in allen Bereichen) ;-)

  29. Profilbild
    teofilo  

    Erstmalig, dass ich kommentiere ohne zu lesen.
    Die Frage „Welchen Wert hat Musik?“ liest sich für mich ganz doll falsch.

  30. Profilbild
    zirkuskind  

    Es gibt einen Unterschied zwischen „Preis“ und „Wert“. Ich denke, der Artikel meint eher „Preis“. Interessante Debatte.
    Im Spätkapitalismus plus Vnernetzung sieht es logischwerweise eben so aus. Dennoch wird gute Kunst immer zeitlos bleiben, und gute Kunst gibt es immer. Zu allen Zeiten gabs viel Müll, man musste schon immer nach dem Guten suchen. Heute ist es nur nach oben skaliert, die Dimensionen sind zwar anders, das Prinzip bleibt aber das gleiche.

  31. Profilbild
    MFA

    Oh mein Gott. Wenn dieser Artikel ausschließlich seine Berechtigung darin hat, möglichst viele Kommentare zu erzeugen, okay. Wenn er ernst gemeint sein sollte, dann bitte löschen.

    Die Musikindustrie ist von den Umsatzzahlen traditionell ein sehr schwer zu erfassender Markt; denn was soll alles zählen. Trotzdem ist ja ein klare Tendenz zu erkennen: Bulle. Es geht gut nach oben. 54 Mrd. USD in 2021? Das ist ein absoluter Spitzenwert. 1985 waren es nach Bereinigung der Inflation eher so 20 Mrd. USD.

    Wenn viele „Musiker“ es nicht schaffen, von diesem Kuchen ein Stück abzubekommen, sollten sie vielleicht mal darüber nachdenken, ob sie vielleicht den falschen Ansatz haben. Ich sehe eher einige Künstler, die hervorragend leben können, ein paar mehr, die damit immerhin ihren Lebensunterhalt bestreiten, und besonders viele am Existenzminimum lebende. Das hat sich aber NICHT verändert in den letzten 30, 50, 100, 1000 Jahren. So what.

  32. Profilbild
    0gravity  

    Nach dem Motto es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem, hier nun mein Senf.

    Im Wesentlichen sehe ich es ähnlich wie Axel. Die Musik hat an Wert verloren, mehr jedoch noch an Bedeutung. In meiner Jugendzeit in den 70ern war Musik neben dem Sport DAS Medium für die Sozialisierung oder Peer-Group-Bildung. Da war es wichtig eine gute Anlage zu haben oder als erster die neueste Deep Purple Scheibe. So verhielten sich auch Viele, denen Musik im Grunde nicht viel bedeutete, die aber „dabei“ sein wollten. „Wollt Ihr heute mal vorbeikommen um „Stormbringer“ zu hören? (oder wahlweise „Gone to Earth“ wenn man auch Mädels dabei haben wollte)“.
    In den 80ern waren „Popper“, „Rocker“ und „Punker“ gängige, prägende Begriffe um eine Zugehörigkeit zu vermitteln.
    Seit der Jahrtausendwende hat die Musik imho als identitätsstiftendes Element mehr und mehr an Bedeutung verloren, es gibt wegen der Digitalisierung viele andere Kanäle die den gleichen Zweck erfüllen und möglicherweise sogar besser.
    Trotzdem halte ich das Erlernen eines Instruments immer noch für den erfolgversprechendsten Weg (vor Corona) um mit der Musik seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, nämlich über Live-Auftritte oder den Unterricht. Das hat aber nach wie vor hauptsächlich mit Arbeit und Selbstdisziplin zu tun.

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      mtotheb  

      Würde ich widersprechen wollen die Musik bzw. Genres haben immer noch ihren identitätsstiftendes Element, bester Beweis sind bestens besuchte Festivals, Konzerte, Clubs. Wie schnell ist Wacken oder das Fusion ausverkauft.
      Das ist mir einfach zu viel Kulturpessimismus gepaart mit der üblichen Verklärung der Vergangenheit.

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        0gravity  

        Natürlich hat Musik immer noch eine identitätsstiftende Wirkung und es gibt sogar noch mehr Genres als früher. Trotzdem ist die Wertigkeit und Bedeutung der Musik eine andere, geminderte.
        Wir haben z.B. privat und im Unterricht lange über Pink Floyds „The Wall“ diskutiert, nächtelang über den Text von Hotel California sinniert. Die sozialkritische Bedeutung von Text und Musik vieler Interpreten war alltäglicher Gesprächsstoff.
        Das ist heute imho nur noch in Ansätzen vorhanden.
        Meine Kinder sind durchaus an Musik interessiert und spielen sogar ein Instrument. Aber auf eine LP der Lieblingsband sparen? Wieso denn, gibts doch alles umsonst im Netz.
        Und obwohl sie gerne auf Konzerte gehen und wenn der Vater das Thema anschneidet gerne mitdiskutieren, kreisen die Gedanken um ganz andere Dinge.
        Ich möchte das aber gar nicht werten. Vielleicht hätten sich meine Interessen mit den heutigen Möglichkeiten auch anders entwickelt, wer weiß.
        Für mich persönlich sind das wunderbare Zeiten, es gibt imho mehr gute Musik als früher, man muss sie nur finden. Hängt aber vielleicht auch damit zusammen, dass ich elektronische Klänge schon immer spannender fand als Gitarre und Gesang.
        Und ich habe fast meine komplette Musiksammlung immer dabei und wenn mir das nicht reicht, sind ganze musikalische Universen nur ein paar Klicks entfernt….

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          Codeman1965  AHU

          < "Wieso denn, gibts doch alles umsonst im Netz. >

          Dann hoffen wir mal, daß Deine Kinder Berufe ergreifen, in denen ihnen ihre Leistung nicht geklaut oder bestenfalls für Nüsse abgenommen wird, sonst wohnen sie vllt. mit vierzig noch zu Hause… ;-)

          Es dauert nicht mehr lange, und der letzte Profi schmeisst hin und fährt Taxi, weil der Lohn nicht mehr bei ihm landet, sondern auf Konten großer Unternehmen, die damit dann sich selbst und ihre Aktionäre reich machen.

          Der Kuchen ist noch der selbe, vielleicht ist er auch größer geworden.
          Aber er wird inzwischen ganz komisch verteilt.
          Und auch der langmütigste/leidenschaftlichste/blödeste Bäcker wird irgendwann keinen Teig mehr rühren, wenn ihm selbst nur noch der Magen knurrt.

          So what, der gute Mann kann ja umschulen. Und Kuchen gibt es schliesslich an jeder Ecke. Hauptsache, es macht satt…

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            0gravity  

            Das ist ja das was Axel letztendlich beschrieben hat und ich genauso sehe, für Berufsmusiker sieht es eher düster aus, s.u.

            Und ja, das Internet hat eine „alles für lau“-Kultur hervorgebracht, die im Übrigen nicht nur die Musik betrifft. Und gegen den Urheberschutz im Netz sind vor ein paar Jahren Tausende, vorwiegend jüngere Menschen auf die Straße gegangen….
            Aber die lernen vielleicht auch dazu. Sohnemann kauft sich inzwischen Vinyl Sonderausgaben von den Sachen die ihn begeistern.

            Trotzdem finde ich die Musiklandschaft heute viel interessanter und vielfältiger als in den 70ern und 80ern, auch wenn damals viele Sachen „erfunden“ wurden. Dafür gebe ich heute auch gerne wesentlich mehr Geld aus als früher.

            Außerdem muss ich nicht mehr Radio hören oder stundenlang den Verkäufer im Plattenladen nerven, damit er mir was auflegt ;-)

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        0gravity  

        …Kulturpessimismus? Wie man es nimmt, paradiesische Zeiten für Hobbyisten und Konsumenten, für Berufsmusiker eher weniger.

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    RE.S  

    (Teil 1) Das ist alles recht negativ einsortiert, finde ich. In Teilen schließe ich mich an, vieles kann ich nicht beurteilen, aber manche der beklagten Entwicklungen sind im Kern durchaus Verbesserungen. Die Gesellschaft braucht nur Zeit, sich daran anzupassen. Wenn z.B. Hürden niedriger werden, ist das prinzipiell eine gute Sache. Auf jeden Fall für den, der nur zum eigenen Vergnügen Musik macht. Vielleicht wichtiger: Als Hörer kann man sich interessantere Kompositionen erhoffen, weil der Komponist weniger doppeltalentiert sein muss, z.B. nicht gleichzeitig auch ein begnadeter Instrumentalist sein muss. Das Problem, diese interessanten Arbeiten dann auch aus der wachsenden Flut heraus zu fischen, könnte ja irgendwie lösbar sein. Wenn zweitens KI irgendwann besser komponieren kann als der Mensch, und zwar wirklich, nicht nur als lahmer Abklatsch, dann wäre das fantastisch. Falls das noch zu meinen Lebzeiten passieren sollte, freu ich mich drauf. Wenn drittens Millionen von musikfernen Kids jetzt für billig Geld das bekommen, womit sie eigentlich schon immer zufrieden gewesen wären, nämlich billige Musik, dann ist auch das nicht falsch. Aufwändigere Musik verschwindet dadurch nicht zwangsläufig.

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      RE.S  

      (Teil 2) Was leider noch fehlt, sind Mechanismen, die die irrsinnigen Mengen an Veröffentlichungen intelligent erschlagen und in die richtigen Bahnen lenken können. Die Masse wird nicht verarbeitet. Die Empfehlungsalgorithmen der Streaming-Dienste interessieren sich nicht für das Audiomaterial. Sie werten nur das Verhalten der anderen User aus. Er herrscht das Prinzip Google: Als gut gilt, was beliebt ist. Was nicht eine gewisse Basispopularität hat, zu der es ohne Hilfe der Empfehlungsalgorithmen gelangen muss, wird für eine Empfehlung erst gar nicht berücksichtigt. Verkehrte Welt: Menschen wühlen sich durch Datenmassen, und Algorithmen nehmen dankend das Ergebnis entgegen. Durch das Google-Prinzip konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf Wenige („Matthäus-Prinzip“), und das ist für fast alle ein Nachteil, die Künstler ebenso wie die Hörer. Die Künstler finden ihr Publikum nicht und die Hörer nicht die (für sie) beste Kunst. Sollte sich dieser Knoten irgendwann lösen, vielleicht wiederum dank KI, kann die Welt schon viel freundlicher aussehen, für beide Seiten. Wie viele Fans braucht ein Musiker? Sagen wir, ein echter Fan ist bereit, 20€ zu löhnen. Davon genügen vielleicht 50.000 (weltweit!) für ein Auskommen.

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        Freudenthaler  AHU

        Hi RE.S,

        In vielem gebe ich Dir recht ABER wenn Du heutzutage (!) 50.000 Fans (weltweit) wirklich dazu bringen willst 20€ für Dich auszugeben und nicht nur 0,002€, dann ist das verdammt harte Arbeit und schwer allein zu schaffen (…es sei denn, Du bist Workaholic ohne Day-Job oder steht’s auf Hörstürze)!
        Wer das erkannt hat und sich einem Label und dessen Reichweite zuwendet, muß erstmal durch den Massenfilter ins Ohr des A&R´s gelangen (…und ich rede hier nicht vom Major oder Noname sondern einem Label das einen gewissen Sound vertritt und eine Fanbase hat)… Das lässt die 20€ schon extrem schrumpfen!
        Die nächste Frage: Wann gibt der Fan die 20€ aus? Am Tag, in der Woche, im Monat, im Jahr? Wieviel gibt’s Du für Deine Lieblingsband im Schnitt aus? Wieviele Lieblingsbands hast Du?
        P.s. Empfehlungsalgorithmen der Streaming-Dienste sind sowas von gekauft. Früher haben sich die Majorlabel noch die Mühe gemacht und sind in die an MediaControl angebundenen Plattenläden gefahren um ihre eigenen Platten wegzukaufen. Den Stress haben die jetzt nicht mehr, 1-2 Emails reichen!
        Selbst wenn Du deine Lieblings-Indieband 1000x anklickst, die Kohle aus dem großen Pott landet dennoch beim Bieber in Form eines neuen Lambo in der Garage. Hier wäre eine Sortierung-K.I. von Vorteil aber wer kontrolliert diese K.I. und wäre das dann nicht wieder sowas wie Empfehlungsalgorithmen?

  34. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Sehr schöner Artikel,

    der leider die Sache auf den Punkt bringt.

    Der Wert der Musik ist nicht allein vom Werteverfall betroffen, ähnlich geht es den Special FX in Filmen und Videos. Da kann so ein „Bedroom Producer“ auch schon viele hollywoodreife Sachen selbst machen. Auch in der Softwareentwicklung gibt es einen ähnlichen Trend, dort werden teilweise nur noch Frameworks zusammen gekloppt ohne jemals was von der Materie verstanden zu haben.

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    Analog Twin  

    Der Wert der Musik liegt für mich im emotionalen Bereich. Klar konsumiert man Musik auch nebenbei, die gesellschaftlichen Ursachen dafür sind vielfältig und auch seit Walter Benjamin und Siegfried Krakauer von allen möglichen Seiten theoretisch abgehandelt.
    Wenn Musik bei mir starke Emotionen auslöst, dann kaufe ich einen Tonträger und gehe auch ins Konzert.
    Es ist nur schwer das riesige Angebot zu überblicken.

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      Drahtzieher  

      Davon kann aber kein Musiker/in leben, dass DU es so machst ;-)

      Nehme es bitte nicht persönlich, sonder nur exemplarisch: Viele Kommentare hier haben eine Tendenz zu proklamieren “ Ich mache es aber anders, für mich zählt Qualität etc.“ nur dieses ICH ist nicht der Markt und damit irrelevant.

      Ich finde es auch unanständig, einem Menschen der in seinem Beruf Geld verdienen möchte vorzuwerfen, er sei kommerziell, nehme die Kunst nicht ernst etc. wie es einige tun. Der Zweck eines Berufes ist es, Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Wer in einem Unternehmen dem Arbeitgeber sagt, ich erfülle deine Erwartungen nicht, weil ich authentisch bleiben will, darf dann ganz schnell die Erwartungen eines bestimmten Amtes erfüllen und zwar authentisch, sonst gibts im Kühlschrank ein Vakuum.

      Und wer meint, dass Kompetenz sich immer durchsetzt, dem sei (wenn ein Link denn erlaubt ist) folgendes Video empfohlen: https://www.youtube.com/watch?v=4V0NNZzNrx4
      und darin 0:30 bis 2:30 und noch einmal ab 19:30 / den Rest für Interessierte. Noch frappierender kann diese Ansicht nicht widerlegt werden.
      Die Kernaussage des Videos ist: Entscheident ist nicht rein tatsächliche Kompetenz, sondern die wahrgenommene in Kombination mit der tatsächlichen. Und die Wahrnehmung in einem extrem übersättigtem Markt ist ja das Problem, was Axel Ritt beschreibt.

  36. Profilbild
    Codeman1965  AHU

    < "Wenn Musik bei mir starke Emotionen auslöst, dann kaufe ich einen Tonträger und gehe auch ins Konzert. Es ist nur schwer das riesige Angebot zu überblicken." >

    Genau DAS sehe ich auch als das große Dilemma…!
    Die Musiker, die etwas drauf haben, ihr Handwerk beherrschen und sich für einen Song wochen- und monatelang den Arsch aufreissen, gibt es immer noch. Die sind allerdings die Nadel und werden nicht gefunden, weil ein riesiger Heuhaufen aus akustischer Belanglosigkeit es schier unmöglich macht, sie zu sehen (oder besser hören!)…
    Selbst das gute alte Radio ist hier keine Hilfe mehr. Von zehn beliebigen Sendern spielen gefühlte zwölf den immer gleichen Stuss, in Endlos-Schleife. Schlechte Covers von ehemals guten Sachen, Hauptsache laut und ja nicht zu kompliziert. Der Quintenzirkel kann weg, Begriffe wie mixolydisch oder phrygische Kadenz können ja Mediziner oder Archäologen haben, wir haben doch Autotune und Sidechain, das ist zehnmal geiler und funktioniert mit einem Mausklick…

    Ich habe Verständnis für Axels Gedanken.
    Und ich bin unheimlich froh, daß ich (früher „leider“, heute „Gott sei Dank“) nie ernsthaft vor der Wahl stand, mit Musik meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
    Allen, die den anderen Weg gegangen sind und noch gehen werden, gehört mein Mitgefühl und mein allergrösster Respekt (ernst gemeint!)…

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    Phoenix  

    „Welchen Wert hat die Musik heute noch…?“ Wenn man sich in der Medienwelt einmal umschaut, kann man diese Frage bei vielem stellen – Auch in der Fotografie fragt man sich heutzutage nach dem Wert. Konnte der Berufsfotograf damals mit seiner Canon oder Nikon nebst super Objektiv auftrumpfen, so stöhnten dann schon die ersten, als die digitalen Spiegelreflex-Kameras für unter 1000€ unters Volk kamen und plötzlich eine riesige Gemeinde aus Hobbyfotografen da war und ihnen nicht selten die Butter vom Brot nahmen. Und weil die Kameras immer günstiger wurden, gab es auch immer mehr Laien, die damit tatsächlich auch gute Fotos machen konnten – ganz umsonst oder für 1/10 des Preises des Profis. Der Berufszweig stöhnte und fluchte und merkte nicht, das längst ein ganz anderer neuer Trend einzug erhielt: SocialMedia und Smartphones! Spiegelreflex? Fotograf? – brauch ich nicht! Mach ich alles mit Smartphone selbst!
    Was ich damit sagen will – Wir leben im Medienzeitalter. Wir werden überflutet mit Informationen, Bilder und Musik. Plötzlich ist jeder dritte ein Künstler, ein Schaffender, ein Model, Influenzer etc… Die Selbstdarstellung wird bis aufs äußerste gebracht – einhergehend mit einem Sättigungsgefühl (och ne – nicht noch einer, der malt, singt oder rumzappelt!). Und irgeneiner machts für noch weniger Geld oder ganz umsonst – Hauptsache er bekommt damit Aufmerksamkeit.

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      Codeman1965  AHU

      < "Konnte der Berufsfotograf damals... " >

      Da bringst Du ein gutes Beispiel dafür, wie es sich entwickelt.
      Der professionelle Fotograf wird heute immer seltener gebucht, weil die Ansprüche der Kunden einfach um ein Vielfaches geringer sind als früher. Jeder hat ein Smartphone, Blurr-Filter, HDR-Funktion und lustige Katzenohren-Apps gibt’s für lau dazu. Fotos von der Taufe? Macht der Vater. Hochzeit? Lass mal die Kinder machen, die kennen sich mit der Technik besser aus.Für die heutigen Ansprüche langt es wohl.
      Ich habe mal aufgeschnappt, daß am Tag etwa 300 mio (!) Bilder im Social Media dazukommen.
      Wer meint, er finde da 100 gute Fotos drunter, der muss aber viel Zeit zum Suchen mitbringen…

      Freischaffende verdienen Geld, wenn sie Bilder veröffentlichen, in Büchern, Vernissagen, wasauchimmer. Da ist man noch ganz gut aufgestellt.
      Aber einen 2-Meter-Kunstdruck mit Alurahmen, den man sich ins Wohnzimmer hängen möchte, kann man ja auch nicht einfach mal klauen gehen. Mit Musik und Filmen geht das besser.

      Die Wegwerf-Gesellschaft macht auch vor der Musik nicht halt, und wer hier mitmachen will, der muss sich immer deutlicher unter Wert verkaufen.
      Wer morgens aufsteht, um anderen Menschen das Leben zu bereichern, sollte so nicht behandelt werden. Das muss auch mal was kosten dürfen…

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        Bernd-Michael Land  AHU

        Niemand wird gezwungen, sich unter Wert zu verkaufen, diese Entscheidung liegt doch an jedem einzelnen Musiker selbst,
        Wer seine Arbeit im Internet verschenkt, der sollte danach nicht herumnöhlen, das er nix mehr damit verdient.

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          TBS   1

          Das ist auch ein interessantes Kommentar von dir. Klar kann man sich unter Wert verkaufen oder auch nichts für die gemachte Musik verlangen, ich veröffentliche meine Musik als Hobbymusiker auf Jamendo.com und dafür verlange ich keinen einzigen Cent, ich mache es weil es mir Spass macht. Meine Intention ist nicht das Geld sondern das erschaffen der Kunst.

          Aber wenn an sich dann dafür entscheidet Geld mit der Kunst zu verdienen, dann hat man entweder Glück in der Nische in der man ist und mit der man Geld verdienen kann. Oder man macht sich die Mühe und sucht sich eine neue Nische in der man sein Geld verdienen kann. Klar man nicht immer etwas finden aber wer nicht sucht der wird auch nicht finden, so einfach gesagt, der Markt wird sich immer ändern und Herausforderungen bringen, wie in jeder anderen Branche auch. Wenn man dann natürlich alte Hasen hat, die schon länger im Business sind, dann muss man entweder weiterkämpfen oder man lässt es und wendet sich anderen Dingen zu.

          Das neue Zauberwort ist doch heute die Informationsbranche, also aktuelle Nachrichten und Reportagen Auftragsarbeiten für Kunden die gerne Jingles, kleine Musikstücke oder Sprecher sogar das ganze Bearbeiten eines Filmes oder Reportage brauchen.

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            Codeman1965  AHU

            < "Auftragsarbeiten für Kunden die gerne..." >

            Halte ich aber auch für schwierig.
            Ich bin hauptberuflich Landschaftsgärtner. Das ist ein ziemlich interessanter und auch abwechslungsreicher Beruf.
            Ich (persönlich) würde mich ungern darauf beschränken, drei mal die Woche den Rasen zu mähen oder die Rhododendren kugelförmig zu schneiden, weil der Kunde es gerne so hätte… ;-)

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          Codeman1965  AHU

          Es geht aber eigentlich nicht um Verschenken und auch nicht um Herumnöhlen.
          Musik machen ist ein großer materieller und ungemein riesiger zeitlicher/kreativer Aufwand.
          Heutzutage sind die Möglichkeiten, damit sein täglich Brot zu verdienen, wesentlich eingeschränkter, als sie es mal waren.
          Das ist doch (m.M.n.) der springende Punkt.
          JEDER braucht eine Profession, mir der er seinen Kühlschrank füllt. Wenn es die Musik nicht mehr sein kann, dann wird es über kurz oder lang nur noch „nebenbei“ Produziertes geben.
          Für Viele mag das ausreichend sein, Andere legen Wert auf Leute, die sich noch einen Wolf üben/spielen/komponieren, und sich da richtig ‚reinsteigern können.
          Aber das muss man sich auch leisten können.
          Und da denke ich, daß die Luft immer dünner wird…

  38. Profilbild
    Eisenberg  

    Wenn ich mal drüber nachdenke – so ganz oberflächlich, ohne Zahlen und ohne Belege… Wann war es denn „gut“? Wann hatte Musik einen höheren Wert?
    Bevor Tonträger in größerem Maße verkauft wurden, wie viele Musiker konnten denn da von ihrer Musik gut leben? Wie viele gab es überhaupt? Welchen Wert hatte Musik in welchen Bevölkerungsgruppen? Wieviel hat der Durchschnittsmensch für Musik ausgegeben?
    Dann gab es sicherlich eine Zeit, wo einige Musiker ein vernünftiges Einkommen hatten (so 30 – 40 Jahre vielleicht?), allerdings, wie viele waren das wohl absolut?

    Heute gibt es halt so viel Überangebot, dass ich z. B. gar keine Lust mehr habe, mich damit zu beschäftigen.
    Aber viel Geld scheint ja weiterhin umgesetzt zu werden. Allerdings eher von irgendwelchen „Rappern“ und gecasteten Retorten- Schnitten.
    Aber man geht ja auch lieber zu McDreck als ins Gourmet-Restaurant. Ungebildet zu sein ist cool, und wer sich anstrengt oder was leistet, ist verdächtig. Außer natürlich beim Schminken, Poppen oder in der Muckibude. Aber das ist ein anderes Thema 😂

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    TBS   1

    Habe da ein anderes Beispiel, kommt auch aus der Youtubewelt, ich werde aber jetzt nicht den Kanal bezeichnen, sonst werde ich noch wegen übler Nachrede angeprangert.

    Ich hatte da leider festgestellt, dass sich die alten Hasen und die neuen Hüpfer immer wieder in Frage stellen, so lange man sich akzeptiert, finde ich das auch ok aber das ganze zu verteufeln, finde ich dann schon wieder abwegig aber das ist auch nur meine Meinung dazu. Ich muss ja nicht der Meinung anderer Leute sein aber was ich wenigstens, wenn man fair bleiben möchte machen muss, dann muss man oder ich tolerant bleiben, wie gesagt nur meine Sichtweise auf fas Ganze.

    Das Thema war hier Hardware und Software, leider hat man bei diesem Video gesehen, dass dieser Protagonist die neuen Möglichkeiten der Softwareplugins und Apps schlecht gemacht hat aber dies ist aus der Sichtweise einer Person entstanden, die sich noch mit Hardware identifiziert und auch dies der heilige Gral ist. Aber man konnte hier auch erkennen, das eine gewisse Angst vorhanden war, die Angst das die neue Technik den Rang ablaufen wird. Generell ist es doch so, das die technische Entwicklung immer weitergehen wird und sich Dinge ändern. Würde dieser Protagonist sich damit ein bisschen wenigsten beschäftigen, dann hätte er vielleicht auch Vorteile aus dem Ganzen aber so wird ihm am Ende der Rang abgelaufen. Schade, Schade und nochmals Schade

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        TBS   1

        Jetzt fülle ich mich geehrt, muss ich sagen. Weil wenn man deine Internetseite gesehen hat und dann sieht was du damals in deinen Dachbodenstudio untergebracht hast, übrigens dein neues Kellerstudio ist natürlich auch nicht schlecht, muss man doch sagen, für jemand der als Hobby oder vielleicht doch als Semiprofi macht, ist dass nur mehr als eine Leidenschaft die nur für die Musik gilt sondern auch für die Technik ;).

        Ich gebe dir aber völlig recht, wie man dann seine Musik produziert und welche Technik man verwendet, bleibt am Ende sowieso im Hintergrund, weil das was am Ende herauskommt, die Musik ist nur das was zählt.

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          Bernd-Michael Land  AHU

          Mein „neues“ Kellerstudio habe ich 2013 eingerichtet und wird seit mittlerweile 9 Jahren genutzt. Ich arbeite professionell als Musiker, es ist mein Hauptberuf.

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            TBS   1

            Da habe ich mir doch mal dein Hinweis auf die Arbeit als professioneller Musiker zu Herzen genommen und das ist dann wenn ich mich mal mit dir vergleiche eine wunderbare Sache, du machst deine Musik und kannst diese auch noch so verkaufen, besser kann es nicht gehen.

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              Bernd-Michael Land  AHU

              Nur mit den Einnahmen von meiner Musik alleine käme ich allerdings nicht klar, auch wenn das eigentlich recht gut läuft. Da muss ich auch andere Aufträge annehmen, die nicht immer so viel Freude machen.

  40. Profilbild
    V2

    Ich arbeite als Musiker / selbstständiger Künstler in eher speziellen Nischen: historische Musik und experimentelle Musik.
    Ersteres funktioniert (abgesehen vom leidigen Coronathema und seinen Kindern) noch halbwegs, da ich (wir) Exoten mit interessanten Instrumenten sind und den meisten Zuhörern wenig geläufige Musik darbringen – womit nicht historisierende Musik gemeint ist, die es mittlerweile durchaus in den Mainstream geschafft hat. Seit wann? Fast 30 Jahre sind es jetzt.
    Kann ich davon leben? Ohne höhere Gewalt, wie zur Zeit, ja. Bin ich reich? Weit davon entfernt. Ohne zusätzliche Arbeit als Schauspieler und Historik – Guide, wäre es knapp. Die experimentelle Musik habe ich während des ersten Lockdowns wiedergefunden – und sie vom Gedanken des Gelderwerbes entkoppelt. Ich mache das für mich – wenn jemand auf die Reise mitkommen will, ist das fein, aber ich erwarte mir nichts, was sehr wohltuend ist.
    Ich tue was ich tue, weil das einfach ich bin. Natürlich hat dieser Beruf Situationen, die nicht freuen – aber grundlegend möchte ich nichts anderes machen.
    Wie lange das noch so geht? Ich weiß es wirklich nicht, stimme dem Artikel aber in vielen Punkten zu.
    Leider hat die Mischung aus Nivellierung, Verfügbarkeit, Austauschbarkeit und anderen Faktoren die Zuhörer (und Ausführenden) geprägt.

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    CCRIDER

    Nichts, wirklich gar nichts, kann das Gefühl von handgemachter Musik mit Herz und Seele ersetzen. Ob auf Platte oder besser und emotionaler natürlich live! Wie früher wird es nicht mehr werden, jeder Depp kann sein Gemischtes Elektrozeug auf YouTube werfen, mit und ohne Erfolg! Aber nicht nur für die Zuhörer, auch für die richtigen Musiker ist doch das Gefühl, in die begeisterten Gesichter der Zuschauer und -hörer zu sehen, lachende und tanzende, dankbare Menschen vor sich zu erleben, ein Gefühl, dass man gar nicht beschreiben kann.
    Natürlich musst du als Profi auch davon leben können, aber Geld ist in diesem Sinne nicht alles! Der Artikel ist zu negativ, dem Autor fehlt das feeling, hat wahrscheinlich noch keine richtige Mugge gespielt oder gehört!
    Musik hat vielleicht nicht mehr den wirtschaftlichen Wert, aber emotional mit den grössten, den ein Mensch erleben darf. Traurig, wer es weder kennt, noch kann! Für mich ist das, das schlimmste an Corona. Alles andere verkrafte ich gut und verzichte gerne, doppelt noch als ungeimpfter…
    Ich bin geduldig, und besuche dann wieder Konzerte, blühe dann wieder auf! Musik hat sooo viel Wert, viele kennen ihn einfach nicht!
    Liebe Grüße…(Dirk Bayer)

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      Bernd-Michael Land  AHU

      Was heißt da „Geld ist nicht alles???“
      Wenn du nicht weißt, ob du morgen auf der Straße sitzt, weil dir die Kohle für die Miete fehlt, dann ist es schwer auf andere Gedanken zu kommen und wirklich frei Musik zu machen.
      Klar, man ist nicht Musiker wegen des Geldes geworden, aber man sollte schon seine Arbeit entsprechend honoriert bekommen.
      Ich möchte dein Gesicht mal sehen, wenn dir morgen der Chef freundlich auf die Schulter klopft und sagt: „Ist doch schön hier bei uns und ich sehe das dir die Arbeit Freude macht. ,Nächsten Monat kannst du ja mal umsonst arbeiten“.

      Ich verzichte ja schon auf Vieles und habe mich durch Corona sehr eingeschränkt.
      Aber ich arbeite auch über 50 Stunden in der Woche für relativ kleines Geld in meinem Studio und damit möchte ich auch als Musiker halbwegs sorgenfrei über die Runden kommen.

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        Axel Ritt  RED

        In der Tat, Geld is alles, wenn auch nicht unmittelbar, aber mittelbar.

        Ob du es nun von deinem Beruf, durch eine Erbschaft oder vom Staat bekommst, ohne Geld kannst weder du, noch die Menschen für die du Verantwortung hast, existieren.

        Es ist schön, wenn man Musik neben seinem Beruf als Hobby betreibt, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ein Berufsmusiker nicht einmal ansatzweise die gleichen Absicherungen erfährt wie der überwiegende Teil der Bevölkerung.

        Von daher kann ich Bernd-Michael Land nur Recht geben, man möge seinen Beruf einmal ohne Bezahlung ausüben, nur so bekommt man das „echte“ Gefühl, was es heisst, ein Musiker zu sein.

        • Profilbild
          m-ex  

          Ohne jetzt allzu klugscheißerisch um die Ecke kommen zu wollen (dafür ist dieses Thema zu ernst).

          … man möge seinen Beruf einmal ohne Bezahlung ausüben, nur so bekommt man das „echte“ Gefühl, was es heisst, ein Musiker zu sein …

          Das hat wohl weniger mit „Musiker vs. Nicht-Musiker“ zu tun als vielmehr mit „Selbständiger vs. Angestellter“

          a) Nicht jeder Tüftler schafft es aus der berühmten Garage heraus
          b) Wenn ich mich nicht falsch informiert habe, so gibt es doch den ein oder anderen angestellten Musiker

          Ansonsten kenne ich mich mit dem Thema Berufsmusiker viel zu wenig aus um tatsächlich mitreden zu können (bei mir war der Grund für das Musikmachen ursprünglich eine Art Therapie)

          Beste Grüße
          m-ex

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            Axel Ritt  RED

            Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber außerhalb des stark subventionierten Klassik Bereichs sind mir keine Vertragsverhältnisse bekannt, die in Sachen Kündigungsschutz oder Laufzeit mit einem „regulären“ Arbeitsverhältnis mit halten können.

          • Profilbild
            Bernd-Michael Land  AHU

            Der kontinuierliche Geldmangel und die damit verbundene Existenzangst
            machen es oft schwer, den Kopf richtig frei zu bekommen.
            Hat man ständig diese Probleme im Kopf, bleibt nicht nur die Kreativität auf der Strecke, das kann sogar bis zu tiefen Depressionen führen.

            • Profilbild
              m-ex  

              Hallo Bernd-Michael,

              (bin mir gerade nicht so sicher, ob das „Bernie“ aus alten Forums-Tagen und der ein oder anderen private Mail noch in Ordnung geht)

              die von Dir genannten Auswirkungen will ich doch überhaupt nicht in Abrede stellen und der Herr Ritt hat bestimmt auch Recht mit seiner Aussage über Klassik und Subventionierung (natürlich kann ich ihm im Bereich Musik nicht belehren).

              Mir ging es einzig und allein darum, dass man nicht nur erfährt was es heisst ein MUSIKER zu sein, wenn man seinen Beruf einmal ohne Bezahlung ausübt, sondern dass diese Aussage für etliche Selbständige zutrifft.

              Vielleicht habe ich mich aber einfach zu unverständlich ausgedrückt.

              Beste Grüße
              m-ex

              • Profilbild
                Bernd-Michael Land  AHU

                jo, ich bins.
                Natürlich strifft das auf viele Selbstständige zu, da stimme ich dir natürlich zu.
                Aber besonders die kreativen Berufe stehen, mehr als Selbstständige in Handel oder Handwerk, in der Abhängikeit von Anderen.
                Ich kann kein Schild vor meine Studiotür stellen und meine CDs oder Auftrittsgagen für die Hälfte anbieten, es würde an der finanziellen Situation doch nichts ändern.
                Was Musikern noch bleibt sind andere Bereiche, wie Unterricht, Workshops, etc. als zusätzliche kleine Einnahmequelle zu nutzen.

    • Profilbild
      m-ex  

      Der Autor hat definitiv eines der ausführlicheren Profile innerhalb dieser Runde (ich wünschte, mehrere Kollegen würden diesem Beispiel folgen). Es hätte eigentlich keine 5 Minuten benötigt, um den musikalischen Hintergrund zu erfassen.
      Ich bin zwar kein Heavy-Metal-Fanboy, würde es aber schon als „richtige Mugge“ einordnen wollen.

  42. Profilbild
    mi87  

    Leicht seltsame Diskussion ( habe nicht alles gelesen ) ;)
    Dass ein *Berufs* musiker auch Geld verdienen will bzw. natürlich muss, das ist doch klar.

    Bsp. : ein Profi – Geiger, der kann das nur als Beruf machen, wenn er a) entweder einen (festen) Job in einem Orchester bekommt oder b) mit Konzerten weltweit entsprechend viel Geld verdient.

    Für Gitarristen*innen, Bassisten, Schlagzeuger und auch Sänger*innen ist es heute eben das genau Gleiche. Man kann per Mausklick im Internet von ein WAV File kaufen ( wie gut das dann ist, seit immer dahingestellt, vielleicht kauft man da 10x und 9x taugt es nichts ). Nichts anderes beschreibt denke ich Axel Ritt.

    Wieso verdienen große Labels Geld? Sie geben 10000de oder auch 100000€ für Werbung aus wie andere Branchen auch, um möglichst viele Konsumenten dazu zu bringen ein Produkt zu kaufen. Im Radio, TV und in allen Charts sind daher hauptsächlich Titel für die viel Werbung gemacht wird. Schafft es ein anderer Titel doch, was immer wieder vorkommt, dann ist der Künstler sehr schnell Teil des Katalogs der großen Labels.

    Da ist nichts schlechtes daran, Musik verkaufen ist nichts anderes als Waschmittel verkaufen. Und Konsumenten geben nicht mehr als paar Euro dafür aus. Dass 100€ und mehr für Konzerte ausgegeben werden, ist eher eine Überraschung, denn an der Musik liegt das nicht, es wird für das Event bezahlt für die Insta Fotos.

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    Dayflight

    Gute und schlechte Musik gab es schon immer, sebst zu Mozart´s Zeiten.
    Heute zu Spotify Zeiten sind die ersten 10 sec. entscheidend, ob weitergezappt wird oder ob man das Stück laufen lässt. Der direkt Auto-Tunes bestimmte Gesang muss bereits nach 5 sec. einsetzten.
    Die deutschen Betroffenheits HipHoper/Rapper/Sänger langweilen nur, da lobe ich mir den Herbert, Udo & Co. Die können selbst mit nur z.B. einem Volka Beat oder Kochtopf einen Welthit produzieren.

    Wir mit unserem Großarsenal an DAW, Plug-Ins, Drum-/Bass/Sampler,….. sitzten oft davor und wenig gutes kommt zustande.

    Es stimmt also schon, dass die Persönlichkeit, das Herzblut und das Können eines Musikers über allem steht. Die setzen sich immer durch. Zu Mozarts und auch zu Spotify Zeiten.

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