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Interview: Robert Schroeder, EM-Musiker der ersten Stunde – Teil 2


EM-Musiker mit Herz und Seele

robert-schroeder

Robert Schroeder 2016 in seinem Studio

Seit den Siebzigern produziert und komponiert Robert Schroeder mittlerweile EM-Musik. Wir haben den frischen 60-Jährigen anlässlich seines neuen Albums AMBIENT OCCLUSION zum Interview gebeten. Teil 1 des ausführlichen Interviews finden Sie HIER. Nun folgt der zweite Teil.

Peter:
Ende der 80er hat ein Wechsel in der digitalen Soundwelt stattgefunden. Auch deinen Scheiben hört man aus dieser Zeit den Wandel an – und sogar deine aktuelle CD AMBIENT OCCLUSION klingt mitunter sehr digital. Bist du ein Digitalo-Fan geworden?

Robert:
Die digitale Welt hat der Musik, genau wie das Internet, Gutes und weniger Gutes beschert.
Vorteil der digitalen Technik in der Musik-Erzeugung und in der Musik-Aufzeichnung ist zweifellos die Geschwindigkeit und die „Einfachheit“ des Handlings bei der Arbeit. Aber auch die Kosten für Geräte und Produktionsaufwand konnten durch Digital-Technik extrem reduziert werden. Ebenso erfordert Digital-Technik wesentlich weniger Platzbedarf.
Die Nachteile liegen da eher im Empfinden des Hörers. Natürlich klingen analoge Aufnahmen mit analogen Geräten wesentlich wärmer, weicher und angenehmer als die als „kalt“ oder „kühl“ bezeichneten Digitalsounds. Diesen Unterschied stellen wir ja heute auch fest im Unterschied zwischen Vinyl-Schallplatte und CD. Zur Feststellung des Unterschiedes zwischen LP und CD bedurfte es aber auch zunächst eine gewisse Zeit der Erkenntnis und der Entscheidung seitens des Nutzers, damit er danach sagen und entscheiden konnte, welches er bevorzugt. Darum lebt die Schallplatte heute wieder.

So ist es auch mit der analog oder digital erzeugten und produzierten Musik. Die einen mögen es, die anderen eher nicht. Ich selbst war damals als Musiker von der Einführung der CD begeistert, weil da endlich kein Rauschen, Knistern oder Knacksen mehr zu hören war.
Heute empfinde ich die Nebengeräusche des Vinyls als Konsument sogar wieder angenehm, es vermittelt eben das Gefühl einer Schallplatte und gehört zur Atmosphäre dazu.

Roberts Mixing-Table im heutigen Studio

Roberts Mixing-Table im heutigen Studio

Peter:
Dann hast du den Wandel von analog zu digital ebenso vollzogen wie die meisten deiner Zeitgenossen?

Robert:
Wir Menschen, wir Musiker und auch die Nutzer/Hörer sind doch von Fortschritt und Technik begeistert. Gibt es etwas Neues, müssen wir es haben. Und so hat die Digitaltechnik unaufhaltsam ihren Weg genommen und hätte fast die analoge Welt verdrängt. Wenn es da nicht den Menschen gäbe, der heute erst zur Besinnung und zur Selbstentscheidung gefunden hat, was ihm besser gefällt. Und da sitzen wir Musiker auch zwischen zwei Stühlen. Nutzt du nicht die modernste Technik, bist du out. Nutzt du die moderne Technik, gefällt den Hörern der moderne Sound nicht. Eben, wir Musiker müssen uns entscheiden und müssen dabei auch immer ein Auge auf den Markt haben. Was bevorzugt der Hörer.

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        digital-synthologie ••••

        SIehst du, so kannst du dich irren. Bei einer Webseite geht es darum, den Besucher anzusprechen. Wenn man sich mit einer Webseite der Welt präsentiert, sollte es kein Problem sein, diese alle 5 Jahre mal auf den aktuellen Stand zu bringen. Zumal man dazu schon seit langem weder Programmier- noch Grafikkenntnisse braucht.
        Scharfe Augen haben übrigens den Smiley am Ende meines Kommentar entdeckt.

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          Julia

          Auch mit Smiley: Ich kannte den Künstler gar nicht, obwohl Schulze und TD Fan ich bin. Also alles gelesen, nicht restlos begeistert von seiner Attitüde. Dann die Website angeklickt, ui, ist tatsächlich nicht so dolle. Hinterher youtube Channel Clips angehört. Jetzt weiß ich, warum ich den gar nicht kannte :)

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          Thomas Columbo •••

          Also finde die Webseite ganz ok, vor allem ist sie übersichtlich und führt schnell zu den gewünschten Informationen, was bei den wenigsten (!) der sog. „modernen“ www´s der Fall ist. Und ein komplett neuer optischer Relaunch ist schon sehr aufwendig…

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    Kyotonic AHU

    Viel wahres in dem Interview. Es stimmt das es ein Überangebot an Musik gibt aber das sind eben diese heutigen Zeiten. Viel Angebot, wenig Genuß und leider auch Moral. Wer sich dessen bewußt ist, kann versuchen sein Boot entgegenzusteuern. Hier gibt es offenbar einen der es macht. Ich bin zwar kein Fan von klassischer EM, das Interview finde ich aber sehr persönlich und ehrlich. Mal schaun ob ich nicht mal reinhöre. ;)

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    vssmnn ••••

    Ich dachte, die EM-Szene hat ihren Zenit überschritten?
    Für mich ist das ungefähr so eine Kunst wie Blümchen- oder Landschaftsfotografie.
    Technisch anspruchsvoll, jedoch vom künstlerischen Gehalt eher flach und nach der 20. Pusteblume oder Erdumrundung auf Space Night reichts dann auch mal.
    EM-Musikern beim „live“ Klimpern zuzusehen, bringt einen auch nicht weiter.

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      A.Vogel AHU

      Relativier das „Technisch anspruchsvoll“ mal und ersetze dann „EM-Szene“ durch jede beliebige Musikgemeinde.
      Passt immer.
      Acid
      Techno
      House
      Prog-Rock
      Jazz
      Punk
      Metal
      etc.
      Ist doch schön, wenn jeder Stil seine Community hat und diese auch leidlich lebendig ist. Ob man dazu gehört / gehören will mal außen vor gelassen….

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    amazonaman AHU

    Also ich finde es ein knaller, dass hier Kommentare geposetet werden, über das Aussehen der Internetseite. Okay auch wenn diese nicht soooo schön ist. NEIN das kann nicht jeder gerade mal so aus dem Ärmel schütteln, so eine Webseite kann eine üble Sache sein und viel Geld verschlingen. Aber egal, hier meine Meinung zum Interview:
    Klasse, 1a, danke Amazona. Normalerweise liest man täglich über neue Produkte mit denen die Menschheit konfrontiert wird, dieser Materialismus geht mir schon lange auf den Keks, wenn die 10tausendse angebliche endgültig beste Gitarren distortion oder analoge Effekt oder Synti vorgestellt wird. Find ich doch ein Interview wesentlich interessanter. So offen und einfach mal aus dem Nähkästchen geplaudert, das gibt es nicht immer so.

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