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iOS Special #15: Alles über Audiobus 3 für iPad und iPhone


„The Cloud is a lie‟

iOS 11 kommt im September und der Tod aller bis dahin verbleibenden 32 Bit Apps ist sicher. Was also tun, wenn man liebgewonnene und vor allem bezahlte Apps nicht verlieren will?

Nun die erste Vorbedingung ist natürlich, dass man ein iOS-Gerät nicht auf iOS 11 updatet.
Die zweite Vorbedingung ist, dass man seine Apps über das iTunes Programm auf dem Desktop komplett herunterlädt. Die .IPA-Dateien werden dann im iTunes Media-Ordner abgelegt. Wo der zu finden ist, lässt sich in den iTunes-Voreinstellungen herausfinden. Bei macOS ist im üblicherweise „~/Musik/ iTunes/‟ oder bei Windows „~/Meine Musik/iTunes/‟.
Weitere Infos gibt die Apple Hilfsseiten.

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Die alten Versionen der Apps, die über die iTunes-Update-Option ersetzt werden, müssen dann wieder aus dem digitalen Mülleimer herausgefischt werden und in einem Backup-Verzeichnis abgelegt werden. Es sollten auch mehrere Versionen einer Apps gesichert werden, denn je älter das iOS-Gerät wird, desto drastischer kann die Kompatibilität mit den Versionsnummer schwanken.

Wie inzwischen bekannt sein dürfte, entfernt Apple auch seit geraumer Zeit ungefragt Apps aus dem Apple-Benutzerkonto, die sie als „veraltet‟ betrachtet. Sie können dann nicht mehr von Apple heruntergeladen werden. Hat man seine Apps also nicht schon vorab per iTunes in der Bibliothek auf der lokalen Festplatte gesichert, gibt es keinen Weg mehr, an diese Apps heranzukommen. Sie sind weg für immer.

Hat man nun seine Apps alle auf dem Desktop, stellt sich natürlich die Frage, wie bekommt man diese wieder auf seinen iTouch drauf?

Das hängt davon auch ab, ob die iTunes Version „September 2017“ noch 32 Bit unterstützt oder nicht. Wenn ja, kann man seine iTunes Bibliothek wie bisher beibehalten.

Möchte man ältere App-Versionen, die nicht mehr bei im AppStore erhältlich sind, wieder auf einen iTouch aufspielen, kann man ganz einfach die entsprechende neuere App per Finder/Explorer aus dem iTunes-Verzeichnis woanders hin verschieben und die ältere App per „Datei > Zu Bibliothek hinzufügen‟ wieder in die iTunes -Bibliothek hinzufügen. Bei macOS funktioniert das Hinzufügen auch per Drag & Drop auf das iTunes-Icon. Danach die ältere App wie gewohnt per Synchronisation auf den iTouch aufspielen.

Wenn iTunes Version „September 2017“ keine 32 Bit App mehr mag, dann ändert sich an der Vorgehensweise prinzipiell nichts. Vielleicht hat man die Wahl, die 32 Bit-kompatible iTunes Version nicht abzudaten oder parallel zu betreiben. Im schlimmsten Fall liegt dazwischen aber eine separate Neuinstallation des Betriebsystem auf einer separaten Festplatte oder Partition, also eine sogenannte Zeitkapsel zu erstellen und seinen 32-Bit iTouch nur noch darüber zu synchronisieren.
Aufwändig, aber sicher.

Es gibt auch noch ein dritte Möglichkeit. Es gibt inzwischen etliche iOS-Helfer-Programme für macOS und Windows. Darunter auch solche, die auf das Dateisystem von iOS zugreifen können, ohne einen Jailbreak durchführen zu müssen.

Das Programm, das ich benutze, ist iMazing und bietet eine Reihe and Funktionen zur Wartung eines iTouches, ohne ihn über iTunes synchronisieren zu müssen. Darunter z.B. Backup und Wiederherstellung sowie Zugriff auf weite Teile des iOS-Dateisystems und natürlich App-Installation. Einfach seine .IPA-Datei ins App-Verzeichnis von iOS ziehen und die App wird installiert. Fertig.

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Es eignet sich durch den fast freien Zugriff auf das iOS-Datei-System auch hervorragend, Daten von Apps, also Presets, Projektdaten oder Samples zu sichern, die vom iTunes Backup nicht erfasst werden und das sind fast alle persönlich erstellten Daten.

Das Programm ist nicht ganz billig, dafür ist es aber für Windows und macOS verfügbar und wird permanent gepflegt und unterstützt auch Apples neues Dateisystem APFS, das mit iOS 10.3 mitten im sonstigen jährlichen Update-Zyklus eingeführt wurde. Ich hatte das Programm schon in der Weihnachtsausgabe vom Einbinden des iTouches in die Studioumgebung vorgestellt. Wenn unsere Leser eine bessere Alternative kennen, lasst es uns wissen.

Quantum VJ HD
Von Alexander Zolotov
2,29 Euro, iTunes

Der Quantum VJ ist eine Hardware, die Mastermind Alexander Zoltov (SunVox, Virtual ANS) entwickelte und im Winter 2017 vertrieb.
Es handelt sich dabei um einen Glitch-Style 8 Bit Audiovisualisierer mit neun Darstellungsarten sowie Audioein- und -ausgang, um es in einen Audiokanal einzuschleifen. Das 128×64 Pixel große, blaue OLED ist mit einer Bildschirmdiagonale von etwa 2 cm aber nur für ganz persönliche VJ-Bedürfnisse brauchbar. Die Empfindlichkeit des Quantum ist dabei hoch genug, dass er auch auf das körpereigene elektromagnetische Feld reagieren kann.

Jedenfalls war die Hardware für 27 Euro schnell ausverkauft und Alexander brachte das Konzept als Kommandozeileninterpreter in PixLang für Mac, Linux und Windows kostenlos heraus. Mit den Desktop-Versionen bin ich allerdings nicht klar gekommen, die kostenpflichtigen Apps für iOS und Android sind da wesentlich anwenderfreundlicher. Die Software-Versionen können noch um einiges mehr als die Hardware.
So kann z.B. die Kamera des iTouches geglitcht werden, die Display-Farbe, die Auflösung der Darstellung und die Reaktionsgeschwindigkeit, mit der die App auf eingehende Signale vom Mikrofon oder von Line-Eingang des iTouches anspringt, können alle angepasst werden. Außerdem können mit bis zu vier Fingergesten die Parameter verändert werden und über iTunes File Sharing und Wi-Fi können auch eigene Code-Set-Vorlagen für die Darstellung eingebunden werden.

Die Desktop-Version unterstützen zwar Videoauszeichnung, aber keine evtl. vorhandene Kamera, hingegen können die Apps zwar mit der Kamera, aber bieten (derzeit) kein Screen-Recording oder gar Videoausgabe. Aber immerhin gehen Bildschirmfotos.

Die App bleibt damit eher ein Instrument zur persönlichen Unterhaltung als für großformatiges VJing, bietet dafür aber mindestens einen perfekten Fix für akute Video-Glitch-Bedürfnisse.

K Machine
Von Dominique Baillot
5,49 Euro, iTunes

Mit Version 1.0 vom 5. Mai hat Monsieur Baillot ein sehr einfaches, aber potentiell vielversprechendes Debut zur Visualisierung von Audioloops hingelegt. Am 12. Mai reichte er das 2.0 Update nach und alle Erwartungen wurden weit übertroffen.
Die App bietet einen Videoeffekt-Track, der mit einer Masteraudiospur und drei Sampler-Player-Spuren, bestehend aus jeweils acht Samples, synchronisiert werden kann.
Dabei ist die Darstellung der Video-Engine keine direkte Repräsentation des Audioinhalts, sondern die Spuren und Samples werden Bildschirmabschnitten zugeteilt, welche die Darstellung-Presets, genannt Shader, beeinflussen. Per Touch-Gesten oder automatisiert per Step-Sequencer kann bestimmt werden, welche Zuordnung aktiv ist. Die Samples, wie auch die Shader, können vom Nutzer frei ausgetauscht werden.

Das Novum an dieser App ist die Video-Engine, die auf Vertex-Shadern basiert. Ein Shader ist ein Programm zu Darstellung von 3D-Formen, wie z.B. aus modernen Videospielen bekannt ist. Die Formen liegen dabei als mathematische Daten vor und können beliebig und ohne Qualitätsverlust verformt werden, im Gegensatz zu einer 2D-Pixelgrafik (Photoshop) mit diskreter Auflösung und fixierter Form.
Ein Vertex-Shader ist Teil der OpenGL Programmierschnittstelle und dient dazu anhand von Vertex-Attributen, die Position und Orientierung eines Punktes im 3D-Raum zu bestimmen. Dieser Punkt kann dann z.B. Teil eines 3D-Models sein. Der Vertex-Shader sorgt grob gesagt also dafür, dass in einem 3D-Raum die Objekte perspektivisch wie gewünscht dargestellt werden.
Das allein ist aber noch nicht abendfüllend. Das große Hallo bei K Machine ist die Möglichkeit, über die GLSL-Sprache eigene Vertex-Shader-Prozeduren zu programmieren. Damit steigen die Möglichkeiten der graphischen Darstellung ins Unendliche, sofern man sich damit auseinandersetzt.

Im Netz gibt es genügend Tutorien für GLSL. Wer sich nicht mit GLSL auseinandersetzen will, der kann auf der Website Vertexshaderart.com weitere Shader-Modelle herunterladen.

Eine ausführliche englische Bedienungsanleitung ist in der App integriert und sollte zumindest einmal durchgesehen werden, denn das Interface von K Machine ist recht komplex und nicht immer intuitiv verständlich, auch wenn Dominique Baillot versprochen hat, daran zu arbeiten.
Doch auch ohne GLSL bietet die App so viele Möglichkeiten, dass man leicht etwas übersieht und das wäre bei dieser App sehr schade. Deshalb: Handbuch ansehen.

Mit diesem Video sollte man sich aber auch eine Vorstellungen davon machen können, was K Machine zu leisten vermag.

Vimeo

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Welche Kritik man gegenüber K Machine auch vorbringen mag, es ist eines, wenn nicht die absolut interessanteste Video-Performance-App, die es für derzeit für iOS gibt. Screen-Recording und Videoausgabe machen es zum professionellen, viduellen Performance-Werkzeug.

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    Tyrell  RED 13

    Wow – habe gerade die neue Ausgabe komplett gelesen – was für ein Monster!!! Lieben Dank. Vielleicht fange ich doch noch mal irgendwann an auf iOS zu produzieren ;-)

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