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Roland wird die Jupiter-8 & TR-808 nicht in analog wiederauflegen

5. November 2019

Eine Neuauflage des Jupiter-8 & TR-808 in Analog ist Geschichte

Wer träumt nicht von einem Roland Jupiter-8 & TR-808 in seinem Studio, wohl jeder. Mit ihren neusten Synthesizern zeigte das japanische Unternehmen im September zwei neue Jupiter Synthesizer Flaggschiffen die auf den Namen Jupiter-Xm und Jupiter X hören. Wie bereits die System Modelle, basieren auch diese auf digitale Synthese Algorithmen, die auf hochauflösende DSP-Prozessoren laufen.

Die Nachricht, dass beide neuen Instrumente wieder voll digital sind sorgte für eine große Welle der Enttäuschung bei den Communitys. Obwohl die Synthesizer Landschaft laut und deutlich nach neuen polyphonen analogen Synthesizer gerufen hat, kommt Roland wieder einmal mit digitaler Technik um die Ecke. Der Wunsch nach einem Roland Jupiter-8 in Analog bleibt weiterhin nicht erfüllt.

 

Freunde von Roland Synths müssen jetzt tapfer sein, da der Wunsch leider geplatzt ist. In einem neuen Interview teilte der CEO und stellvertretender Leiter Jun-ichi-Miki mit, dass Roland keine analogen Neuauflagen des legendären Jupiter-8 oder der TR-808 Drummachine plant. Er beschreibt die Entscheidung mit dem Satz: Never chase a ghost“ oder in Deutsch: Verfolge niemals einen Geist.“

Weiter sagt er: den Geist des originalen JUPITER-8 oder TR-808 zu jagen, sei nicht sinnvoll, da wir sie niemals fangen werden und diese Bemühungen nicht mit unserer Vision für die Zukunft übereinstimmen würden. Hiermit meint er, dass man sich auf neue Synthesizer und Technologien, die das Unternehmen weiterbringen, fokusiert. So zum Beispiel Technologie, die man in der neuen Jupiter-X Reihe wiederfindet.

Jun-ichi-Miki

Somit ist ein analoger Nachbau des Roland Jupiter-8 oder der TR-808 vom originalen Hersteller vom Tisch, zum aktuellen Zeitpunkt. Ich gebe dem CEO jedoch in seiner Begründung nicht Recht. Roland jagt bereits seit einigen Jahren die Geister nicht in Analog, sondern in Digital. Gute Beispiele sind hier die System-1/8 Plug-outs, Boutique-Synthesizer oder auch die neue Jupiter-X Serie. Was haben alle diese Geräte gemeinsam, sie besitzen alle Nachbauten/Emulationen bekannter Roland Vintage-Synthesizer die auf einem DSP laufen.

Würde Roland sich entscheiden ein neuen Synthesizer zu entwickeln, der nicht auf der Vergangenheit basiert, sondern einer, der beispielsweise in der Waldorf Quantum Liga spielt, dann würde ich sagen, dass sich die Firma von ihren Geistern befreit hat. Aktuell verfolgt das Unternehmen die Geister, die sie selbst rief und es werden immer mehr.

Eines muss man aber auch bedenken. Mit solchen Statements macht man andere Firmen wie Behringer und Co hellhörig. Behringer hat ja schon erfolgreich bewiesen, dass man den SH-101 und die TR-808 in Analog wiederbeleben kann. Wundern würde mich nicht, wenn Uli in den kommenden Jahren einen analogen Nachbau des Jupiter-8 aus dem Hut zaubern würde, einen TR-808 Nachbau (RD-8) gibt es ja schon.

Und bitte sagt jetzt nicht: Das sind alles böse, unsympatische Firmen, die nur alte Roland Instrumente klonen, um viel Geld damit zu verdienen. Eine Firma ist natürlich da, um Geld zu verdienen und wie sie das macht, lassen wir sie entscheiden. Jedoch ist bekannt, dass der Markt nach analogen Neuauflagen ruft und Roland selbst diese Nachfrage nicht befriedigt. So ist es normal und logisch, dass sich eine oder mehrere Firmen diesem Bedürfnis zum Thema machen. Einer davon ist Behringer oder auch Superlative, die mit dem SB-1 den SH-101 neu erfunden haben. Plus, sind viele Schaltpläne freizugänglich und frei von Lizenzen, was das Ganze noch einfacher macht.

Ich möchte mich nicht über das R. Portfolio aufregen, aber man sollte nicht sagen, dass sie oft genug gewarnt wurden. Das Interesse der Community ist und bleibt da. Die Hoffnung, dass Roland sich umentscheidet, bleibt bestehen, jedoch zum aktuellen Zeitpunkt eher schwer zu glauben.

Forum
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    SimonChiChi  AHU

    … warum auch, die neuen Jupiter-x ersetzen die alten, anfälligen Original doch locker und kosten einen Bruchteil davon.

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      defrigge  

      Ein 2019er Rompler, der mit Samples ein bisschen mehr machen kann als einer von 1987, ersetzt „locker“ einen vollanalogen polyphonen Synth?
      Auch wenn die Rompler inzwischen auch für Synth-Sounds gut einsetzbar sind, wird nicht jeder Liebhaber von analogen Synths solche vollmundigen – aus meiner Sicht eher leicht bizarren – Ansichten teilen.

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    justme  

    Genau wie vom Autor oben beschrieben ist´s mir ergangen, als ich, spontan total geflasht, die ersten Bilder vom Jupiter X sah. Sie haben´s getan ! Ein Roland-Poly, Style Richtung Jupiter 8, klanglich vielleicht zwischen Jupiter und Juno ? Dann aber auch sofort der Skeptiker in mir, der ein Veto gegen die Begeisterung einlegte und zur Vorsicht mahnte… mit Recht. Ach ne. nicht schon wieder, der nächste digitale Aufguss der alten Geister… denen man ja angeblich nicht nachjagen soll. Ich will den X damit überhaupt nicht schlecht reden, ist sicher nicht nur von der Hardware her sehr gut gemacht. Und wer sich damit arrangiert oder gar Prio auf die Clones diverser Originale legt bekommt ein tolles Instrument. Aber wer sich eben über einen echten analogen. polyphonen Roland, mit einem guten/richtigen Mass an entsprechendem Vintage-Charakter/Roland-Sound, freuen würde, erlebte mit dieser Produktankündigung eine herbe Enttäuschung. Wirklich, wirklich schade…

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    lightman  AHU

    Da bin ich mit Jun-ichi-Miki-san einer Meinung, Geisterjagd macht keinen Sinn, die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen die Musikwelt. Wozu altem Zeug hinterherrennen, das Gute liegt so nah.

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      justme  

      Aber sie machen doch definitiv nichts anderes, als ihrem “ alten Zeug “ hinterherzurennen ? Zumindest mit den Produkten, der neue Fantom geht ja tatsächlich einen kreativen Weg…

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        lightman  AHU

        Es geht hier mehr um Technik und Wirtschaftlichkeit, weniger um Konzepte. Natürlich hat Roland über die Jahre immer wieder mal ihre x0x-Reihe oder die Jupiters und Junos in verschiedenen Formen digital neu aufgelegt, aber eben immer mit technischen Updates, das waren und sind keine Nachbauten.

        Eine Neuauflage des analogen Jupiter 8 hingegen wäre zu diesem Zeitpunkt eine problematische Entscheidung, weil einerseits die Konkurrenz auf dem Markt ziemlich groß ist und man sich mit einem solchen Boliden wohl im Hochpreisbereich platzieren würde (weit jenseits der 2000.- Euro nach meiner Schätzung) und andererseits die Ansprüche vieler Fans durch ständige Überhöhung des Legendenstatus des 8ers einfach nicht mehr realistisch zu bedienen sind. Die Gefahr wäre groß, daß Roland mit einem teuren Nachbau dastünde, der sich aus realen oder ideellen Gründen schlecht verkauft, und sowas wäre auch für eine große Firma wirtschaftlich katastrophal.

        Die Geisterjagd, von der Jun-ichi-Miki-san spricht, bezieht sich somit auf die analoge Technik, die nicht mehr richtig ins Roland-Portfolio paßt, das wird den Boutiquen/kleinen Firmen (oder dem Kopisten Behringer) überlassen, was in den letzten Jahren gut funktioniert hat, wie ich meine. Die Auswahl an hervorragenden Klangerzeugern für bezahlbare Preise ist heute so groß wie nie zuvor, wozu sich also in ein Abenteuer stürzen, das übel ausgehen kann.

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          janschneider  

          Sehe ich auch so. Eine identische 1:1 Kopie eines Jupiter 8 braucht heute kein Mensch mehr, man müsste das schon auffrischen, und dann würden mit Sicherheit die Forenexperten und YouTube-Spezialisten über sie herfallen und meckern, dass die Kopie ja so gar nicht klänge wie ihr Original… da kann Roland nur verlieren.
          Ich glaube es kann Roland auch völlig egal sein, ob irgendwelche Analogpuristen enttäuscht sind, die kennen ihre Märkte sicher ganz gut und wissen, wo sie besser Geld verdienen können. Der Markt für polyphone Schlachtschiffe, speziell in höheren Preisbereichen, ist nun auch nicht soo riesig, und mittlerweile auch sicher ganz gut gesättigt.

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            justme  

            Ich denke, die wenigsten würden eine 1:1-Kopie des Jupiter 8 erwarten, sondern schlicht ´nen analogen Poly, der die typischen Roland-Klang-Attribute ertönen lassen kann. Aber ich denke auch, klar in der Minderheit zu sein. Die Digitalfraktion, wo günstig,schnell und einfach alles parat haben wichtiger ist als die ganz besondere Klangnuance , bestimmt ganz klar den Markt. Zumindest den von Roland…

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          justme  

          “ wozu sich also in ein Abenteuer stürzen, das übel ausgehen kann. “ Zum Glück gibt´s auch heute noch einige Hersteller, die genau den Mut haben !

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              ISE500  

              @Lightman:
              Z.B. MFB bringt doch gerade einen achtstimmigen analogen.

              Ich finde es leider auch schrecklich, war Roland macht und auch irgendwie dämlich. Die leben ungerechtigterweise immer noch vom alten Nimbus – die Standardmusikläden in der Republik führen Roland sowieso immer noch im Sortiment, während sie parallel eben jetzt auch wieder neue analoge Synths verkaufen (Moog, Arturia, DSI).

              Ein analoger Roland Poly würde sich gut verkaufen.

              Warum jetzt ins andere Extrem gehen und analoge Technik als generell „rückwärtsgewandt“ verteufeln?

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                lightman  AHU

                Da sind wir wieder beim Vergleich Großfirma gegen Boutique. MFB hat sich in all den Jahren genügend auch aktuelle Techniken draufgeschafft, die sie in die Lage versetzt, einen 8-stimmigen analogen Poly zu bauen (auf den ich mich übrigens sehr freue). Roland hat in der Zeit andere Prioritäten gesetzt und müßte jetzt größere Änderungen an ihren internen Strukturen durchführen, um wieder ernsthaft in die analoge Technik einzusteigen.

                Man könnte jetzt sagen, daß das ja eigentlich kein Problem sein sollte, sowas aufzubauen, aber das ist eben nicht so einfach, wie es scheint. JD-XA und -Xi waren das Maximum, was Roland analog hingekriegt hat, für den Boutique-Mono haben sie ja externes Know How dazugekauft. Das zeigt deutlich, daß das derzeitige Management von Roland keinen Sinn darin sieht, ein paar Millionen in Projekte zu stecken, die am Ende den meisten Leuten zu teuer sind oder von den Nerds in der Luft zerrissen werden, weil sie zu 3% vom Original abweichen. Beispiele dafür gibts genug.

                Nicht falsch verstehen, ich liebe die alten Roland-Kisten und hätte nichts dagegen, wenn die Firma daran anknüpfen würde, aber das wird in der aktuellen Situation m. E. nicht so schnell passieren. Deshalb finde ich es recht sinnfrei (ums mal nett auszudrücken), wenn nach wie vor auf Roland rumgehackt wird, als gäbs keine Alternativen.

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                  ISE500  

                  Das stimmt ja auch soweit. Aber wenn Roland eisern konsequent nix analoges mehr anfasst, andere Firmen dann zu grossem Gefallen der Kunden die analogen Roland-Klassiker wieder aufleben lassen, sehe ich da auch keinen Grund dafür, diese Hersteller zu „haten“ … Klar ist es toll, dass es Roland noch gibt.
                  Ich habe einige der neu erhältlichen Roland Kisten angespielt (z.B. TR8 und System1) angespielt und der Funke ist absolut nicht übergesprungen … Die Boutique-Teile finde ich eine Zumutung aufgrund der Masse.
                  Korg ist wohl eine ganz andere Firme von der Struktur her und ich finde es Hammer, daß sie wieder analoge Geräte herstellen (z.B. Volca, Minilogue).
                  Du hast da aber ein paar gute Argumente gelistet.
                  Klar nervt es, wenn Roland immer gehatet wird (Hass macht hässlich) – mich nervt es aber genauso, wenn Leute immer wieder in Hooligan-Manier Roland verteidigen.
                  Aber das ist eine persönliche Vorliebe – mich interessieren digitale Nachbauten analoger Klassiker nur bedingt (warum nicht neue digitale). Irgendwie finde ich es halt widersprüchlich.
                  Peace

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                    lightman  AHU

                    Ich hasse weder Firmen, die alte Kisten nachbauen, noch verteidige ich Roland mit allen Mitteln, ich versuche nur aufzuzeigen, warum man von Roland keine neuen analogen Varianten ihrer Klassiker mehr erwarten kann.

                    Mir ist egal, was auf den Geräten steht, wer sie hergestellt hat oder wie sie aufgebaut sind, solange sie in meinen Ohren gut klingen, zu meinem Setup passen und für mich bezahlbar sind. Synths und Drummies sind nur Mittel zum Zweck, es geht mir um die Musik. Kultgetue, ins Kraut schießende Legendenbildung, das ermüdende „analog vs. digital“-Gerede oder neuerdings der bizarre Kampf der vermeintlich Geringvermögenden gegen die vermeinlich dekadente Edelsynth- und Nachbautenablehn-Fraktion (zu verfolgen in diversen Behringer-Themen) sind mir fremd. Das Leben ist zu kurz für solchen Unfug.

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                      ISE500  

                      Nochmal: PEACE

                      Nicht du warst als Hater gemeint.

                      Und nochmal zur Erläuterung was ich meinte:

                      ich habe nicht das Gefühl, daß Roland neue digitale Konzepte verfolgt.

                      Und nochmal: es gibt einen existierenden Subtext bei vielen:
                      analog ist over – lieber digital in die Zukunft schauen.

                      Dabei bin ich sehr froh über die Renaissance analoger Synthesizer, weil sie meinen (geschädigten) Ohren nicht so weh tun und einfach Wohlgefallen bei mir auslösen …

                      Ich habe nicht analog vs digital spielen wollen.

                      Ich besitze einen Reface DX und der klingt FANTASTISCH digital für mich – zwar auch ein Remake, aber wenn ich es richtig verstanden habe, hat man den Sound nochmal überarbeitet und das hört man auch (den DX7 kenne ich auch).
                      Nur ein Beispiel und ein Appell, nie Digital vs. Analog zu spielen/zu verallgemeinern.

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    Kari  

    Heute wurde endlich, der (von mir sehnlichst erwartete) Behringer TB-303 Klon angekündigt. Eine weitere verpasste Chance von Roland. Ob Behringer einen Jupiter-8 klont mag ich zu bezweifeln, aber wäre nicht das erste mal das sie mich überraschen…
    „Never chase a ghost“…yeah right!

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      Tyrell  RED 3

      Ich würde sagen… nach dem UB-XA kommt von Behringer auch ein Jupiter 8 Klon. Welcher polyphone den sonst? Mit dem CS-80 wäre das Trio-Infernal perfekt. Das Roland hier konsequent trotzdem bei seiner VA-Technologie bleibt, finde ich konsequent. Warten wir also mal ab, wie sich Jupiter-Xm und Jupiter-X am Ende klanglich machen.

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        defrigge  

        Ich hoffe das sehr. Meine Prophet 6 würde ich ganz sicher gegen keine einzige digitale Rompler-Gurke eintauschen, nicht mal meinen viel begrenzteren Prologue 16? Warum? Weil ihr Klangcharakter nicht statisch aus Samples besteht, die man ein bisschen durch die akustische Mangel dreht, damit es sich oberflächlich pseudo-analog anhört, sondern weil sie genau das sind: analog. Sie klingen analog und lassen sich ständig analog beeinflussen.

        Ich bin weder Purist noch Nostalgiker, benutze haufensweise digitale Klangerzeuger neben analogen, und finde auch so was wie einen Jupiter Xm einsetzbar. Aber ich würde nie auf die vertrottelte Idee kommen, das eine mit dem anderen zu verwechseln. Roland’s Weigerung, Klassiker neu aufzulegen oder mit neuen Konzepten aufzupeppen, ist einfach nur eins: schwach und verpennt – eine komplett vergeigte Gelegenheit!

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    calvato  

    …joa… wenn Roland es nicht macht…. dann wird sich sicher jemand anderes finden. B. z.B.

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    Viertelnote  AHU

    Roland hat sich für den digitalen (Poly)weg entschieden und das respektiere ich.
    Lieber digital richtig gut klingen, als bescheiden analog.
    Behringer muss hier, denke ich, gar nichts übernehmen. Solang ich nicht gehört, gesehen oder selbst getestet habe, wie ein Produkt ist, lehne ich mich erst mal zurück.

    netter Gruß

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    Larifari  

    Haben wir April !?
    Sorry, aber dieses Statement kann nicht ernst gemeint sein.
    „ alte Geister jagen machen wir nicht“ – Roland hat doch die letzten 30 Jahre fast nichts anderes gemacht. Von Mc 303, über jp8000,System8 bis Jupiter x folgt alles diesem Schema. Warum müssen die Geräte denn so heißen wie sie heißen und so aussehen wie sie aussehen. Fast jede dieser Kisten hat Presets mit dem Namen der alten „Geister“. „Jp Brass“, „Juno Pad“ eca… immer und immer wieder. Wenn man doch so frisch und mutig ist, macht doch mal eine Granular Kiste ala Gr 1. Oder einen Wavetable oder oder…

    Was mittlerweile auch total über/unterschätzt wird ( auch hier auf Amazona ) ist das Standing von Roland. Wie viele andere liebe ich persönlich die Roland Sachen.
    Fakt ist aber auch das die jüngeren Generationen aus gewissen elektr. Musikrichtungen dich blöd angucken wenn man mit den Sachen ankommt.
    Sehr interessantes Phänomen:
    Ich hatte neulich im Studio eine Unterhaltung mit ein paar jungen DubStep Produzenten.Die wissen gar nicht mehr was eine 808 mit Roland zu tun hat. „Der 808 Bass“ ist in der Branche zb einfach nur die Bezeichnung für einen Sub. Ganz losgelöst von der Marke Roland. Auch im Hip Hop kann man das beobachten.

    Wenn dieser Trend anhält, wird’s irgendwann sehr eng für Roland.

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      amyristom  

      Wunderbar treffend auf den Punkt gebracht. Was war denn das zuletzt wirklich innovative, was Roland rausgehauen hat? Das war im Rompler Bereich der JV-1080 von 1994 (!) und im Synthesizer Bereich der V-Synth von 2003 (?). Leuts, das ist 25 bzw. 16 Jahre her! Seitdem kam von Roland nur Neuaufgüsse von bestehender Technologie (bestes Beispiel ist der Integra, der nichts mehr ist als die gesamte JV- und XV-Familie zusammengepfercht in einem Gerät; und selbst der ist schon ca. 5 Jahre alt) oder besagtes Nachjagen der alten Klassiker mit aktueller DSP-Technik (Juniper, Boutiques, TRs, usw.).

      Will sagen: Roland hat doch eigentlich schon – gemessen an seiner Firmengeschichte – bereits in den 90ern bzw. spätestens in den 2000ern aufgehört, eine innovative, an neuem forschende Firma zu sein.

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        defrigge  

        Das letzte Innovative, was Roland rausgehauen hat, war die ganz ordentliche Controller-Oberfläche der neuen Fantoms. Hochwertiger Sound-Inhalt – komplette Fehlanzeige, nicht mal die firmeneigenen besseren S/N- und ACB Modelling Sounds sind dort auch nur annähernd repräsentativ vertreten. Stattdessen beansprucht aber der XV 5080 von vor knapp 20 Jahren (der wiederum ältere XV und JV sounds vereint, die noch deutlich älter sind) eine komplette Bank. DAS ist typisch für Roland der Gegenwart, im krassen Gegensatz zum innovativen Roland der Ikutarō Kakehashi und Eric Persing Ära.

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    Joerg  

    Mir kommt das so vor wie jemand, der noch nicht ganz von seiner „Ex“ los kommt
    Man will nix mehr mit zu tun haben aber innerlich kommt und will man doch nicht ganz weg….

    Ich finde es widersprüchlich, sich vom „Alten“ los zu sagen und dann die neuen Geräte wie die Alten zu benennen und die auch noch so aussehen zu lassen….irgendwie Banane, mal ganz ehrlich – ich will nicht…ne, vielleicht doch, aber dann doch nicht so ganz….
    Aber mir egal, höhere Firmenpolitik aus Fernost erschließt sich mir nicht und eigentlich will ich das auch nicht verstehen. Was soll ich meine Zeit damit vertrödeln, auf irgendwas zu hoffen, was andere beschliessen.

    So werden andere (höchstwahrscheinlich) die Lücke füllen.
    Neues machen andere (Hydrasynth, Kyra z. B.)
    Darauf bin ich gespannt

    Und erschlagt mich: aber den Jupiter 8 finde ich sowieso völlig überbewertet (hochgradig subjektiv).
    Würde 2 davon gegen einen sehr gut erhaltenen, originalen Prophet 5 tauschen.
    So unterschiedlich sind die Geschmäcker

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      psv-ddv  AHU

      Sehe ich auch so. Der Jupiter 8 ist zwar ein sehr guter Synth aber in der Tat stark überbewertet er klingt nicht zeitlos gut. Der P5 ist der eigentliche Klassiker und viel universeller einsetzbar. Würde mir jemand anbieten meinen Prophet 5 rev2 gegen einen Jupiter 8 zu tauschen müsste ich darüber nicht eine halbe Sekunde nachdenken. No way Jose!

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        Joerg  

        Tja, mein Kumpel hat beide ( in einem sehr guten Zustand ): original Prophet 5 und Jupiter 8. Ich klebe nur an dem Prophet … und das nur aus dem „Gefühl“ heraus. Und das ist das, was für mich entscheidend ist.
        Deswegen habe ich ja auch meine Frau geheiratet: aus dem Gefühl heraus :-)

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    SynthUndMetal  

    Der Boss (CEO) gibt dort im streng hierarchischem Japan wahrscheinlich die Marschrichtung vor und alle (müssen) folgen. Was wir hier sehen ist dann lediglich genau die Vorstellung die Jun-ichi-Miki für Roland hat, so eigenartig dies uns auch erscheinen mag. Daher glaube ich nicht, dass sich bei Roland in den nächsten Jahren viel verändern wird.

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    Gerd Lange  

    Die neuen Modelle, die ROLAND im Herbst vorgestellt hat, finde ich alle sehr interessant. Vom Preis her und was er bietet am interessantesten finde ich den Jupiter Xm. Hat genügend Polyphonie und 5 Parts. Ein neuaufgelegter Jupiter 8 analog, 8 Stimmen und 1 Part. Da habe ich mehr vom Jupiter Xm. Behringer finde ich auch interessant, insgesamt, aber keines seiner bisher herausgebrachten Instrumente entsprechen meinen Vorgaben: oft nur monophon und nur 1 Part. Gut wäre es, wenn Behringer mal in Sachen Musik-Workstation etwas machen würde. Das wäre was.

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      Moogfeld  

      Geht mir auch ein bisschen so, der DM12 war und ist wirklich eine tolle Kiste, aber das, was dann an „Monohupen“ von Behringer so alles nachgekommen ist, fixt mich auch nicht sonderlich an…..ja, ich bin da tatsächlich auch mehr der polyphone Typ mit dem Hang zum Layern. Die ganze Analog Hysterie an sich finde ich inzwischen eh schon „überkippend“. Muss denn immer alles zwangsläufig analog und archiologisch korrekt geklont sein? Schade dass man offensichtlich vergessen hat, dass es doch auch so viele Charaktertypen und Konzepte in Digital oder Hybrid gab: JD800, eine Novation Nova oder Supernova, die Waldorf Q-Serie, mein Virus B oder die alten Hybriden wie ESQ1, Korgs DW-Serie usw. usw. es gibt zig Beispiele …… naja, jede Zeit hat halt ihre Hypes, mal sehen, was morgen so alles in sein wird. Eine kleine Trendwende ist zumindest ja schon mal mit dem Agron8 und dem Hydrasynth in Sicht……und wenn der JupiterX meinen JD800 mit leichtem „red glue“ Ansatz auf der Zahnreihe ersetzen kann, dann kommt der definitiv auf die Agenda für 2020!

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    Resetknopf

    Irgendwie ist die Geschichte von Roland wie der Brexit. Tschüss sagen und bleiben. Gerade durch die Boutique Geschichte und die Roland VS Plug-ins beweisen sie doch, dass sie an den alten Dingen hängen und auch einen Markt sehen. Das wird auch genutzt, indem neue Serien trotzdem die klangvollen alten Name bekommen wie Juno oder Jupiter. Der Preis kann auch kein wirkliches Argument sein, denn ein Moog One ist jetzt auch nicht gerade das Schnäppchen der Woche und verkauft sich nach allem was ich weiss ziemlich gut. Die letzten Geräte von Roland, die ich wirklich gut fand waren der JV-1080, den ich direkt nach Erscheinen erworben habe und der JD-800. Seitdem kam da nix wirklich bewegendes. Also entweder von den alten Namen profitieren wollen, dann aber auch richtig abliefern in analog oder wirklich was Neues machen und sich in Design und Namen von den alten Sachen lösen.

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      janschneider  

      Haben die das nicht hin und wieder gemacht? VSynth? JD-XA? Das waren doch interessante Konzepte, wurden bloß vom Markt nicht so angenommen. Da haben die sicher auch draus gelernt und festgestellt, dass offensichtlich der Großteil der Kundschaft am liebsten die alten, bekannten Sachen will. Eine Retro-Welle jagt die nächste.

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    Sudad G  

    Ich sehe das inzwischen nicht mehr so eng. Wenn man am Produzieren ist und einen bestimmten Sound im Kopf hat, ist es am Ende nur wichtig, dass dieser so klingt, wie man es sich im Kopf vorgestellt hat. Ob dabei analoge Schaltkreise werkeln oder digitale Emulationen ist am Ende völlig irrelevant.
    Andererseits ist es aber im Studioalltag oft so, dass einige Instrumente oder Geräte häufig für bestimmte Klänge oder tontechnische Aufgaben bevorzugt eingesetzt werden und man sie über Jahre immer gezielter dafür einsetzt. Fällt solch ein Instrument oder Gerät plötzlich aus, kann das natürlich Probleme verursachen – vor allem zeitliche Probleme. Man könnte sicherlich das Ergebnis auch mit einem anderen Instrument durch Nachbearbeitung erreichen, aber da müsste man erstmal langwierig editieren bzw. experimentieren. Daher besteht natürlich der Wunsch nach einer exakten Kopie des Originals bzw. existiert eine gewisse Skepsis gegenüber eines Nachfolgemodells, welches sich einer anderen Klangerzeugung bedient. Schafft es aber der Hersteller den Soundwunsch bzw. den angedachten Zweck zu erfüllen, ist alles gut – egal ob analog oder digital. Die digitale Kopie JP08 der Boutique Serie war gar nicht so schlecht, aber wegen blöder Anschlüsse und reduzierter Stimmenzahl nichts für den Profibereich. Warum den nicht in größer und besser bauen? Ist doch legitim.

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    Son of MooG  AHU

    Als Roland-User seit meinem Juno-6 bin ich natürlich nicht objektiv, bin aber mit meinen Boutiques JX-03 und TR-09 sehr zufrieden. Ich würde mir wahrscheinlich lieber einen Jupiter-X als einen Jupiter-8 zulegen wollen; ich vermute, dass dessen integrierte Synth-Modelle nur den Anfang darstellen. Da kommen sicher auch noch digitale Modelle dazu, nicht nur D-50, sondern auch V-Synth und darüber hinaus…

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    Tyrell  RED 3

    Ich finde Roland macht das schon richtig. Die VAs werden immer besser und sind deutlich weniger wartungsanfällig. Mir persönlich reicht ein Jupiter-X bei weitem. Wenn der Sound am Ende überzeugt, muss für mich da kein analoger Kern in der Kiste stecken. U-He hat mich da mit seinen Modellen absolut überzeugt – die pure Analog-Domäne ist meines Erachtens Schnee von gestern. Da Roland nun beginnt seinen VAs endlich auch eine ansprechende Vintage-Oberfläche zu verpassen, bin ich absolut happy.

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      defrigge  

      Ich sehe das auch so, dass die VAs immer besser werden. Aber ein Jupiter X ist m.W. kein VA, sondern ein erweiterter Sample-Player. Und unter den bisherigen VAs, auch UHE-s, überzeugen mich trotz großem CPU-Fraß (was sie für Praxisgebrauch stark limitiert) ganz und gar ausschließlich die UHE Prophet-Emulationen. Die DIVA ist prima, hat mich aber zu keinem Zeitpunkt als Moog-Ersatz überzeugt, ganz gleich, wie viel Lobeshymnen über sie geschrieben werden – ich würde sie nie im Leben anstelle irgendeines meiner Moogs benutzen oder aufnehmen.

      Fazit: Für absehbare Zeit gäbe es eine ganze Reihe von Analogen, die ich locker ihren digitalen Abziehbildern vorziehen würde. Roland wird mich bestenfalls als Jupiter Xm-Kunden sehen (und das nicht als vollwertigen Analog-Ersatz, sondern als praktischen kleinen Synth-Sample-Player). Aber Behringer kann noch gut an mir verdienen, weil sie mein Interesse zehnmal besser verstehen als Roland.

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        Son of MooG  AHU

        „JUPITER-X combines classic Roland design and premium build quality with a powerful new synth engine.“ (Roland US)
        Der neue BMC-Prozessor im ZEN-Core ist eine Weiterentwicklung der ACB VA-Synthese; Samples werden nicht verwendet. Das Interview geht auch darauf ein; lesenswert.

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          defrigge  

          Wo findet sich denn ein Beleg von Roland, dass Zen-Processing eine Weiterentwicklung von ACB ist? In einschlägigen Foren wird es stattdessen als samplebasierte Weiterenwicklung von Rolands Uralt-PCM-Synthese-Architektur (4-Part, mit neuen Manipulationsformen) diskutiert. Daher lasse ich mich gern auf einen entsprechenden ACB Beleg verweisen. ACB modelling braucht relativ hohe CPU Leistung (siehe Plugouts), für die ich bisher weder im Fantom noch im JupiterX(m) Hinweise sehe. Und dieselbe Zen-Core Engine ist genauso für die 5080 Sounds (reine Sample-Bank) zuständig.

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    Tom Aka SYNTH ANATOMY  RED

    Das größte Problem dass ich mit Roland VA Synthesizer habe sind die verbauten Treiber. Roland benutzt ihr keine Class Compliant Treiber so müssen sie immer wieder geupdated werden. Beispielsweise hat das System 1 schon seit sehr lange keine Updates bekommen, ein Update für Catalina kommt vieleicht aber nicht sicher. Wenn nix mehr kommt, kann man ihn an einer DAW nicht mehr benutzen.

    Wenn Roland so weiter macht mit den Treiber kann man hier von geplanter Obsoleszenz reden. Zur Information: der System-1 ist aus dem Jahr 2014 und wird weiterhin bei den Händler verkauft.

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      TobyB  RED

      Hallo Tom,

      Roland hat doch sowohl als auch programmiert und verbaut. Es gibt immer noch den Schalter Vendor ON/OFF. Einstweilen meldet Roland, das die AIRA Reihe „Under Testing“ ist. Für TR8 und TR8s gibt es schon Updates für Catalina. Insofern muss man einfach Geduld haben, es steht ja kein NO ( No: No plan for compatible version ) in dem Support Dokument.

      • Profilbild
        Tom Aka SYNTH ANATOMY  RED

        Klar aber wie gesagt, irgendwann kommt der Moment wo Roland keine Updates mehr anbietet und die Reihe auslaufen lässt. Dann stehen wir da wie mit Plugins die nicht mehr geupdated werden.

        Da sind analoge Synths immer noch besser wenn sie sauber verarbeitet usw. sind. Mein Gedanke zum Thema: Zukunft ;)

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          TobyB  RED

          Ich rubbel nicht gerne an der Glaskugel. Ich hab ein Mac OS System mit Mojave eingefroren und als Backup System am Start. Darauf Spiegel der letzten Systemabilder der Airas. Bis Roland sich entschliesst die die System 1 Reihe abzukündigen wird es noch dauern. Guck dir an wie alt GAIA SH 01 werden durfte. Und ich würde die Kiste als unterschätzten jungen Klassiker bezeichnen.

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    Doc  

    Dave Smith wurstelt auch seit gefühlt 30 Jahren an einem Prophet5 Nachfolger rum.
    Kamen tolle Instrumente raus. Nur wurde und wird jedes mit nem P5 verglichen.

    Fazit… gegen nen Klassiker kanns net gewinnen.
    Das wissen auch Roland (Jupiter8), Yamaha (CS80)….

    Moog baut halt… genau… Moogs…. da weiss man was man hat.

    Yamaha CS Serie… Glaubt da echt einer hier, das die nochmals auf den Analogzug aufspringen.
    Mit dem Montage bzw ModX wurde nix anderes als der 80er DX7 mit Samples wieder belebt. Siehe SY77…etc

    Kurzweil… PC3.. jetzt PC4… nix wirklich Neues.

    Korg…Xte Workstation… Aber mit Odyssey, Prologue, Minilogues, Volcas etc. haben die ne schoene Bandbreite.

    Roland sollte einfach den JD-Xa auf 8 analoge Stimmen aufrüsten, das ganze in das Gehäuse vom Jupiter X packen, und für 1500 € anbieten.

    Wenn ich mir bei Big T nur die Hall of Fame der Synths anschau, wird mir schwindlig. Was nur Thomann an Behringer Synths verkauft.
    Und seit wann Behringer Synths baut…

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