History & Sounds: Roland Jupiter-8 Video-Doku

18. August 2018

Video: Die Geschichte des Roland Jupiter-8

Der Roland Jupiter-8 ist für viele die Krönung der polyphonen Vintage-Synthesizer. Aus diesem Grund gehört er auch zu den Synthesizer-Klassikern, deren Gebrauchtmarktpreis in den letzten Jahren mit am stärksten gestiegen ist. Ein gut restaurierter Roland Jupiter-8 kostet realistisch 10.000,- Euro. Die „Asking-Preise“ liegen aber inzwischen weit höher. Vor Kurzem wurde mir ein komplett überholter Roland Jupiter-8 für 14.000,- Euro angeboten – und auch, wenn nicht bereit war, so viel Geld für einen Roland Jupiter-8 auszugeben, so habe ich schwer das Gefühl, dass der Anbieter früher oder später einen Käufer dafür finden wird.

Das Erstaunliche dabei ist, dass vergleichbare Boliden aus derselben Epoche, wie z.B. Oberheim OB-X oder Oberheim OB-Xa, der Elka Synthex oder ein Moog Memorymoog, bei Weitem nicht diese Preise erzielen. Anfang August wurde ein sogenannter Lintronics Memorymoog (ein Memorymoog mit der Erweiterung von Rudi Linhard) in hervorragendem Zustand, für 7.550,- Euro hier in Deutschland auf eBay versteigert (ein seriöses Angebot, ich kenne den Verkäufer).

Die genannten Klassiker mögen unterschiedlich klingen, aber hat es ein Roland Jupiter-8 tatsächlich verdient, aus rationalen Gesichtspunkten sich im Wertzuwachs so stark vom Spitzenfeld abzuheben? Ich glaube nein – und ehrlich gesagt fällt mir auch keine Begründung ein, warum das so ist. Ganz im Gegenteil, seit Roland mit seinem Roland System 8 und Roland JP-08 zwei klanglich wirklich überzeugende Klone erschaffen hat, kann die Begründung auch keine Musikalische sein.

Bleibt zuletzt die Frage im Raum stehen, ist der ganze Hype um Vintage-Synthesizer evtl. nur eine große Blase, die in naher Zukunft platzt wie 2007 die Immobilienblase? Wenn ja, bin ich wahrscheinlich der Erste, der sich dann mit massenhaften original Roland Jupiter-8 für 100,- Euro das Stück eindeckt ;-)

Viel Spaß nun bei unserer neuesten Ausgabe von HISTORY & SOUNDS, die wir diesmal dem Roland Jupiter-8 gewidmet haben:

 

Forum
  1. Profilbild
    lightman  AHU

    Ich hoffe sehr, daß die Retroblase platzt, es gibt schon viel zu viele Klassiker, die als Sammlerstücke hinter Glas vergammeln und nie wieder fürs Musikmachen hergenommen werden, von den kranken Preisen für die Teile ganz zu schweigen. DIe rufen auch viele Profiteure und Betrüger auf den Plan.

    Dann ist da noch die Analog-Mode, diesbezüglich hätte ich auch nix dagegen, wenn sich in bestimmten Kreisen die Erkenntnis durchsetzen würde, daß ein guter Klang ein guter Klang ist, egal wie er erzeugt wurde. Bei mancher Lobhudelei für analoge Schaltungen kriege ich regelrecht Fremdschämen, zumal da nicht selten eine vermeintliche Expertise mitschwingt, was gut und was schlecht ist – links und rechts von klassisch analog gibts da einfach nichts. Das läßt Diskussionen oft sehr einseitig verlaufen.

    • Profilbild
      costello  RED

      Ich habe nicht den Eindruck, dass die Vintageblase bald platzen wird. Von den berühmten Polysynthesizern wurden meist nur einige tausend Stück produziert. Wieviele inzwischen den Weg zum großen Oszillator angetreten sind, kann man nur schätzen. Und für die, die noch da sind, interessieren sich Musiker und Sammler auf allen Kontinenten. Dass diese Verknappung die Preise immer weiter antreibt, liegt auf der Hand. Boutique-Geräte und Nachbauten von Korg und Behringer befeuern das eher noch, weil sie diese legendären Geräte auch ins Bewusstsein der heute jungen Synthesizer-Enthusiasten bringen, die auf Analoggeräte stehen. Wer spart und sich einen gut erhaltenen oder restaurierten Jupiter 4 für ca. 2.300 Euro kauft, einen 6er für 3.400 Euro oder Oberheim OB-Xa oder OB-8 (3.500-4000 Euro) , macht sicher nichts falsch und wird mit einem phantastischen Sound belohnt. Beim P5 ist dann die Schallgrenze für meinen Geschmack erreicht, die Preise für Memorymoog und Synthex (die mich zu meinem Glück nicht die Bohne interessieren) sind indiskutabel. Und der Jupiter 8 (den ich allerdings schon sehr begehrenswert finde) ist inzwischen leider „far out of reach“. Schön, dass man sich wenigstens hier in diesem gutgemachten Sounds & History-Beitrag an ihm erfreuen kann.

      • Profilbild
        Marko Ettlich  AHU

        ja Costello so siehts aus. Gut oder leider. ;)
        Angebot und Nachfrage. Das ist eine ganz einfache Regel. Die neuen Klone feuern zusätzlich das Ganze unfreiwillig noch weiter an. Mir egal, ich brauch nichts mehr, ich will nichts mehr und verkaufen mag ich auch nichts. Aber ich kann jeden verstehen der sich einmal den Traum erfüllen möchte, das Original unter den Händen zu haben. Es ist eben doch was anderes.

        • Profilbild
          costello  RED

          „ich brauch nichts mehr, ich will nichts mehr“ – aber an genau den Punkt, lieber Marko, muss man erstmal kommen :-)) – Siehe Peters schönen (und wahren) GAS-Artikel: https://bit.ly/2L5cpy2

            • Profilbild
              psv-ddv  AHU

              Ich dachte diesen Punkt auch schon ein zweimal erreicht zu haben. Ist nur ’ne Frage der Zeit.

              …zeig mir Dein Setup und ich zeige Dir Dein GAS ;)

                • Profilbild
                  psv-ddv  AHU

                  Geeeenau, Costello! Wenn man nach etlichen Jahren die Synths herausgefiltert hat, die einem wirklich am Herzen liegen und alle in der Sammlung hat, will man sie vielleicht auch mal wirklich hören. Dazu benötigt man eine vernünftige Abhöre und Raumakustik. Nix halbe Sachen. Vollbereich mit Wumms, denn Synths gehen weit, weit runter. Dann wären für amtliche Hardware-Synths noch amtliche Hardwareeffekte nötig, die gehören zum vintage Sound. Der blüht dann überhaupt erst richtig auf. Um die Dinger wirklich routen zu können muss ein Mischpult her. Man will sich ja nicht den ganzen Spass mit PC Roundtrip Latenz verderben. Da öffnet sich die Büchse der Pandora dann ’ne ganze Ecke weiter…
                  …enden tut das, und auch dann nur vielleicht, erst beim berühmten Studiofoto von den Chemical Brothers.

                  • Profilbild
                    costello  RED

                    So sieht das aus. Übrigens lustig: In der Diskussion zu Theo Bloderers Jupiter-8-Blue Box-Artikel von 2016 wird noch wild diskutiert, ob 6.000 Euro vertretbar oder schon kompletter Wahnsinn sind. Heute – zwei Jahre später – sind wir aber gut und gerne beim doppelten Preis angelangt. 100 Prozent mehr in zwei Jahren. Das ist sogar am Aktienmarkt schwer hinzubekommen, erinnert eher an Spekulationen mit Kryptowährungen ;-)

                    • Profilbild
                      TobyB  RED

                      Kryptowährungen, sind ja auch zutiefst unsozial und unökologisch.Für das Braten eines Bruchteils eines Bitcoins kannst du ein Jahr lang einen Haufen Eskimohütten festlich beleuchten. Der ganze Kryptoquark verpulvert derzeit 70 TW. Mich erinnert das an Tulpen aus Amsterdam, die Zwiebeln waren dann ganz schnell out. Eine Preissteigerung um 100 % innerhalb vo 2 Jahren ist rational nicht zu erklären. Ich mein im Jupiter sitzt etwas obsolete Technik drin. Nicht das was gegen diese habe, nur muss mans übertreiben? Zumal die Ersatzteilsituation für solche Kisten nicht besser wird.

                    • Profilbild
                      swellkoerper  AHU

                      Der Mechanismus von fettem Sound, Verknappung und damit Nachfrage funktioniert auch mit Nicht-Vintage-Gear. Bestes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist der Cwejman S1MK2 – der hat in den letzten paar Jahren nach Produktionsende eine Preissteigerung von 200% gegenüber dem Neupreis hingelegt (auf reverb gehen welche für mehr als 7k$ weg). Und das auf Grund der geringen Zeitspanne ohne Inflationseffekte, die man bei Vintagesynths aus den Achtzigern mit einrechnen muss.

                • Profilbild
                  AMAZONA Archiv

                  Dafür wurde z.B. von API die Lunch-Box erfunden. ;)

            • Profilbild
              Fateichel

              Hallo Marko ich verfolge deinen Youtube schon länger… Mich würde deine Liste schon interessieren. Wenn du am Ende alles behalten hast was man in deinen Videos sieht, fällt es einem ja auch schwer zu sagen“ich habe nur noch das, was ich brauche“. Weil am Ende ist das ja auch alles an guten synths 😛👌

              • Profilbild
                Marko Ettlich  AHU

                Nein ich habe nicht mehr alles was in den Videos zu sehen ist. Ich bin bei YouTube ja schon 12 Jahre und da kam und ging einiges mit der Zeit. Müsste ich mich auf ein Minimal Setup begrenzen, dann würde ich den Juno-60, den Pro-One, den Emulator 2 und die Linndrum behalten. Das würde ausreichen. Eigentlich.

    • Profilbild
      tantris  

      Ich stimme dem Text von @lightman zu. Hypes kommen und gehen. Früher musste man für antike Möbel tausende von harten DM hinblättern, heute dagegen ist sogar die entsprechende Menge an Grillholz teurer, weil die antiken Stücke keiner mehr haben will. In Zukunft werden analoge Geräte in der Musikwelt keine Bedeutung mehr haben, genauso wenig wie Musikspielgeräte mit einer Klangerzeug per Stahlkamm und Lochplatte.

      • Profilbild
        vlkr  

        Die ganzen Gitarren, Geigen und Klaviere nicht zu vergessen. Will bestimmt bald keiner mehr..

      • Profilbild
        Numitron  AHU

        Ich hab noch eine pss 470 aus meiner kindheit, die hat auch diese Sparversion von FM an bord. Und sogar eine sektion namens „digital synthesizer“ bei der man selber sounds editieren kann. Machen auch spaß diese dinger. 8-)

        • Profilbild
          Hectorpascal  

          Die Dinger haben echt mal ein Special hier verdient. 2OP und 4OP-FM hat meine Welt mehr verändert als jeder OB, JP, Synthex oder Quadrairgendwas. Habe ich eine kreative Krise, dann schmeiss ich lieber UniSynth 1.4 an (der weltbeste Editor für DX11/TX81Z und Korg DW) und editiere bis eine Patchbank voll ist. Das ist kreativer und für mich lebendiger, als die immer gleichen Zitate aus einem JP8. „Boah, klingt der fett!“, ist nach einem 6-stimmigen Akkord weitestgehend ausgelebt. Für fortgeschrittenere Klangexperimente brauche ich dann wiederum keinen Jupi mehr. Er ist halt ein durch viele Bands hyper-bekanntes 80’s Ding. Dafür hat Roland damals gesorgt. Mehr nicht! Gleiches gilt auch für den ach so dynamischen CS-80. Achtung, Blade Runner Brass-Sound die tausendste und der ballernde Ringmodulator dazu, gepackt in einen tonnenschweren Möbelstück mit Wartungskosten eines Porsche-Oldtimer. Und ehrlich, für die hier an sich wirklich tollen Synths, hätte man erheblich mehr Arbeit investieren müssen. Kommt noch der Prophet 5 oder war es das? Hier schon mal eine Vorschau von jemandem der es wirklich drauf hat! ;)
          http://gre.....iklegende/

  2. Profilbild
    klingend

    Ja in den Anfängen der 90er hat man die analogen Synthesizer regelrecht nachgeworfen bekommen. Ich habe bspw. mal einen Oberheim Four Voice für sage und schreibe 1600 DM gekauft. Im Keller eines Musikfachgeschäftes standen tonnenweise alte Schätze aus den 70er und 80ern verstaubt. Vom Synth bis zu unzähligen Orgeln von A bis Z. TB-303 von Roland für 30 DM auf dem Ramschtisch…

    So war das.

    Aber nachdem ich gesehen habe, was der Rehberg bspw. für nen EMS verlangt, da wusste ich – muss ich nicht haben! Ich zahle keine Mondpreise für sowas.

    • Profilbild
      costello  RED

      Ja, DX-7 und die ganzen digitalen Instrumente haben dem Analog-Equipment damals den Todesstoß versetzt. Als die ersten Sampler damals aufkamen und dann die Workstations waren das echte Game Changer. Später kamen dann die VA’s und PlugIns. So einen Innovationsschub habe ich jetzt aber lange nicht mehr gesehen. Irgendwie hat man das Gefühl, alles, was derzeit möglich und technisch machbar ist, wird auch mehr oder weniger angeboten. Und da zeigt sich nun, dass die alten Analoggeräte vom Klang her doch noch sehr konkurrenzfähig sind. Und manche der damaligen Game Changer inzwischen einiges an Glanz und Charisma eingebüßt haben. (Nicht alle – ein Emulator 2 ist auch heute noch ein heißes Teil, die DX7 wird gerade neu entdeckt). Jenseits des Auf und Ab der Modetrends halte ich „Vintage analogue“ für recht beständig.

  3. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Samples vom Jupiter 8 habe ich gar nicht – ganz zu schweigen vom Gerät -, aber vom JD 990. Dies reicht mir.

  4. Profilbild
    Mick  AHU

    Die Vintageblase wird platzen, weil die Geräte bald vom Markt sind und auch nicht wiederkommen!
    Ich habe gehört das die Chinesen jetzt auch flüssiger sind, und ganz geil auf die alten Schätze!
    Und wenn sie erst einmal dort sind, gibt es ca. 10000 Verkaufsportale in China, für 1 Milliarde chinesische Interessenten, für den Wiederverkauf!
    Bei aller Nostalgie und Empathie, 14000,-€ für den Jupiter?…weg damit!
    Es sei denn, jemand hat genug Kohle und braucht was zum Angeben oder Kompensieren…was auch immer;-)!!!

    • Profilbild
      Obie69  

      Ich finde, die Diskussion geht nur in die Richtung „Vintage Gear als Sammlerstücke“. Das greift meiner Meinung nach zu kurz. Es gibt auch heute viele Profimusiker, die vom Sound der Emulationen enttäuscht sind und zum Original greifen, wegen das Sounds. Als vor 4 Jahren der Prophet 6 rauskam, kostete er soviel wie eine originaler Prophet 5. Ich habe mich für den 6er wegen Sequenzer, Arpeggiator, Aftertouch uvm. entschieden. Als ich dann mal die Gelegenheit hatte, einen 5er zu spielen, war ich so gefesselt, dass ich den 6er verkauft und mit dem Geld plus dann leider Aufpreis einen 5er geholt habe. Dieselbe Erfahrung hatte ich mit dem OB6 vs OBXa und Deepmind vs Juno. Keines der neuen Geräte steht mehr bei mir. Es war vor allem der Grundsound, der mich um ein Vielfaches mehr überzeugt hat. Klar, um vernünftige Musik zu machen, wäre ich mit den modernen Kisten sogar besser bedient gewesen. Doch ging es mir vor allem um den Spass an wenigen sehr guten Sounds, die bei Soli gut zur Geltung kommen, als um einen überproduzierten Mix. Das ist persönliche Geschmacksache. Jeder muss selbst entscheiden, was für ihn gut ist. Besitzer von Vintage Gear jedoch pauschal als reiche Sammler zu stigmatisieren, finde ich sehr vorurteilhaft.

      • Profilbild
        Marko Ettlich  AHU

        Doch, das Vorurteil reich zu sein gefällt mir absolut. :D Reich hat ja nicht unbedingt immer was mit Geld zu tun. ;) Reich an Erfahrungen. Man kann auch nur mitreden, wenn man beide Welten wirklich kennengelernt hat. Dann kann man immer noch entscheiden, ob man Vintage oder Modern lieber mag. Alles andere ist nur Alibigefasel. Musik läßt sich mit allem machen, selbst wenn der Weg ein anderer ist.

      • Profilbild
        psv-ddv  AHU

        Wahr gesprochen Obie69! Wer Klang liebt verzichtet unter Umständen auf weltlichen Konsum und erspart sich seine Vintage Schätzchen oder hochwertige aktuelle Klangerzeuger. Das ist einfach eine Frage der Prioritäten. Die Klassenkampf-Keule greift da viel zu kurz.
        Es gibt umgekehrt auch reiche Musiker, die sich das Studio mit massenweise Ramsch vollstellen, weil sie das Gehör nie geschult haben oder sie einfach keinen Stil haben.

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          Wer Klang liebt, der lässt sich nicht suggerieren, wie Klang zu sein hat, sondern folgt einfach seinem Ohr. Wer glaubt, dass Klang (nur) dann gut ist, wenn er aus einem Vintage Gerät kommt, dem ist nicht mehr zu helfen.

  5. Profilbild
    TobyB  RED

    Schönes Feature. Was habt ihr denn im Video mit den Farben gemacht? Das Rot habe ich nicht so verwaschen im Kopf.

    • Profilbild
      swellkoerper  AHU

      Ich denke, das hat mit dem Chroma-Subsampling des Video-Codecs zu tun (wahrscheinlich M-JPEG mit 4:2:0). Animierte Stills aus dem Web haben dieselbe reduzierte Farbauflösung, man sieht das sehr deutlich bei 7:14, wenn der Juno-60 gezoomt wird. Bei starken Rot-Tönen gibt das dann Treppenstufen, obwohl das Material sonst sauber skaliert wird.

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Danke, ich dachte schon der Fernseher sei defekt. Weil der Rest ist ja ok. Nur die Farben, mit einem Schleier.

        • Profilbild
          swellkoerper  AHU

          Auf meinem 13″ Macbook sieht man das kaum. In Zeiten, in der jede Knipse 4k-Video aufnehmen kann, sind broadcastfähige Videoworkflows mit hoher Farbauflösung immer noch richtig teuer und aufwändig. In Audio-Sprech übersetzt, wurde hier wohl von der Aufnahme, Bearbeitung bis zum Master MP3 44kHz/16bit benutzt. Was für Webformate auch völlig OK ist.

  6. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Der Jupiter-8 war als Neuware für mich unerreichbar und ist es jetzt, Dekaden später, gebraucht, immer noch so. Da hat sich also für mich nichts geändert. In einem Laden hat mir der Verkäufer mal vom Jupiter-8 abgeraten („viel zu übertrieben, das alles“), ich sollte mir lieber einen Oberheim zulegen. Der Bonzai-JP-08 war keine echte Alternative, aber mit dem System-8 erhält man einen hochwertigen virtuellen Jupiter-8 zu einem akzeptablen Preis, denn irgendwann wird es keine alten Jupi’s mehr geben, wenn der Letzte für einen utopischen Preis in einem russischen Safe landen wird. Dann kommt Behringer mit einem DeepMind-JP8 für 898,-€…

  7. Profilbild
    olduser  

    Wie soll man sich sonst noch von der Masse abheben? Wo man mit beinahe jedem Rechner tolle Musik machen könnte? Im Grunde ist da musikalisch gar nichts mehr im Spiel, sondern nur Rennen nach dem goldenen Kalb, wenn man es findet, steht 100 m weiter rechts ein Neues ;-)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Entscheidend ist die Idee und wie diszipliniert du sie umsetzt. Mehr ist es nicht.

      • Profilbild
        Hectorpascal  

        Ich würde Disziplin durch hartnäckig ersetzen. Manchmal hat man so gute Ideen und sie im ersten Moment nicht weiterentwickeln. Irgendwann platzt dann der Knoten. Den Mut Müll auch mal direkt zu köschen braucht es natürlich auch. Der kann dann potenziell aus einem Jupi kommen. :)

  8. Profilbild
    Dirk Matten  RED

    Man kann sich von der Masse abheben, indem man gute Musik macht. Dem Hörer ist es egal, womit das gemacht wurde.

    • Profilbild
      Moogfeld  

      Definitiv, am Ende ist das Werkzeug nicht mehr wichtig, nur das Kunstwerk zählt!
      Und dass man auch ohne viel Klimbim unglaublich gute Sachen machen kann,
      hat mich spätestens dieses Projekt gelehrt:
      https://www.amazona.de/interview-die-macher-von-equinoxe-2/
      Trotzdem bekenne ich mich als Vintage-Freund…ganz ohne dass ich jetzt selbst die großen alten Schiffe im Keller habe. Die Geschichte mit den alten Kisten ist im Grunde auch um einiges komplexer als es sich hier in dieser Diskussion darstellt: Den meisten Liebhabern geht es keineswegs nur um den reinen Sound. Es schwingen auch Gefühlsmomente der Haptik, Begeisterung an der technischen Bauweise, körperliche Anmutung, optische Gestaltung etc. etc. mit….das ist nicht ganz so einfach zu erklären und vielschichtig…..ich selbst sehe jedes einzelne Teil als Zeitzeuge der Synthesizergeschichte und es gibt inzwischen einen unglaublich großen Fankreis der es offensichtlich ebenso sieht. Dies können neue Geräte so einfach nicht bieten und das erklärt dann auch die Preise. Gute Musik machen kann man mit Alt und Neu…keine Frage.. auch wenn einiges an Neu in meinem Ohr nicht immer ganz so organisch ist wie Alt….aber im Grunde macht das keinen Unterschied. Archäologen der Synthesizergeschichte erfreuen sich jedoch an originalen Artefakten…..das muss nicht jeder gut finden, es ist aber einfach so….. und dient dann wiederum im Gesamten dem substantiellen Erhalt des Erbes.

  9. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Von der Masse hebt man sich dann ab, wenn man seinen eigenen Signature Sound entwickelt. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob du Synth x oder y benutzt, oder beide. Erst mal braucht es die eigene Idee vom Klang und wohin die Reise musikalisch gehen soll.

    • Profilbild
      Piet66  RED

      Sehe ich auch so. Eine deutsche Band wurde einst mit einem Casio VL-1 berühmt…

    • Profilbild
      Ton-yb  

      „Es spielt keine Rolle welchen Synth man benutzt.“
      Warum nur immer diese ideologisch inspirierten Absolutismen?
      Beides ist nötig, eigene Ideen und gute Instrumente.
      Instrument und Idee beeinflussen sich stark gegenseitig.
      Wenn die Synths schlecht klingen entfalten auch die besten Ideen nicht ihre volle Kraft.
      Das heisst nicht, das man billige Synths nicht als Stilmittel einsetzen kann wenn der schrottige Klang zum Konzept passt.
      Das geht dann aber nur als Kontrast zu den hochwertigen Produktionen anderer Bands und verweist damit wiederum indirekt auf gut klingende Instrumente derselben Gattung.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Ideologisch inspiriert sind hier ganz andere Aussagen, die aber nicht.
        Definiere mal guten und schlechten Klang! Und dabei rede ich jetzt nicht von Aliasing, Grundrauschen oder Artefakten im Sound. So etwas findet sich generell sehr selten heutzutage.
        Bei „hochwertigen“ Produktionen spielt bei weitem noch mehr rein als der Klangerzeuger. Wenn wir von subtraktiver Synthese sprechen, ist die klangliche Bandbreite ziemlich schmal. Viel mehr kommt es darauf an, wie der Synth eingesetzt und BEARBEITET wird. In Nostalgie schwärmen ist das eine, Produktionsrealität – und das auf hohem Niveau – sieht mittlerweile anders aus. Und dafür benötigt man schon lange keine 30 Jahre alten Mottenkisten mehr.

        • Profilbild
          Ton-yb  

          Deine Antwort bewegt sich ziemlich seitwärts. Ob das Equipment nun 3 oder 30 Jahre alt ist spielt bei der Betrachtung der produktiven Qualität keine Rolle. Wenn Du Deine Aussage vom Synth auf die gesamte Produktionskette erweitern möchtest, sagst Du also: „Es spielt keine Rolle welches Equipment man benutzt“. Meine obige Antwort gilt auch dafür.
          Das Idealbild, die kreative Produktion könne sich komplett von ihren Mitteln emanzipieren, ist kunstgeschichtlich durchaus ideologisch konnotiert.

          • Profilbild
            AMAZONA Archiv

            Antworten las ich da keine.
            Du gehst ja gar nicht auf meine Aufforderung ein. Definiere mal den „guten“ Klang aus „hochwertigen“ Erzeugern! Und ist ein billiger Synth – was immer du auch unter „billig“ verstehst – ein Synth mit „schrottigem“ Klang? Wenn du nun mit einem Neutron und einem Booginger z.B.. arbeitest und kriegst damit keinen gescheiten Klang hin, dann wird es mit Sicherheit an Dir liegen und nicht an den verwendeten Billigsynths.
            Es spielt de facto keine Rolle mehr… sowohl in der Klangerzeugung selbst, als auch in der Effektkette, Editierung etc. ob du heutzutage mit teurerem Equipment arbeitest oder z.B. komplett, günstig in the Box. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich da einiges qualitativ, im positiven Sinne für Musiker und Musikproduktion, verschoben. Ob Kraftwerk, Ultravox oder andere… deren Produktionsmittel unterscheiden sich heutzutage, wenn überhaupt, nur noch marginal von dem des Hobbymusikers. Und die scheren sich nicht darum, ob irgendein Hobbynerd der Meinung ist, dass „hochwertige“ Klapperkisten ihrem Gehör nach besser klängen.
            Übrigens – musste sich auch in den letzten Jahren in Sachen „Produktionsmittelqualität“ einiges verändern. Denn seit Jahren sind die Budgets für Produktionen von Alben und Singles geschrumpft. Heute ist billig durchaus gut.

  10. Profilbild
    solartron  

    Im übrigen bin ich geneigt, Körperteile darauf zu verwetten, daß es KEINEN Juppi8-Clone vom großen/bösen B. geben wird… 😈

    • Profilbild
      costello  RED

      Was macht Dich da so sicher? Pietät? Ich finde sogar, ein Juppi 8-Clone hätte sogar näher gelegen, als etwa der Vocoder VP 330, der ja eher ein Nischengerät ist.

      • Profilbild
        solartron  

        @costello

        1) Boutique – Clone von Roland existiert schon (billig)
        2) System-8 von Roland existiert schon (relativ günstig)
        3) richtig guter Clone müsste preislich > €1500 liegen.

        kann mich auch täuschen – mal sehen… ;)

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.