Test: Arturia MicroFreak Hybrid Synthesizer

24. April 2019

Sexy MicroFreak Synthesizer

Test: Arturia MicroFreak Hybrid Synthesizer

Test: Arturia MicroFreak Hybrid Synthesizer

Freak out! Sorry, der musste jetzt sein. Aber ähnlich euphorisch erging es mir schon, als ich die ersten Bilder und Videos dieses Synthesizers gesehen habe. Ein „Must Test“ Gefühl kam sogleich auf. Und wenige Wochen nach der letzten NAMM Show steht er nun hier. Der erste Eindruck: Der MicroFreak kommt trotz kompakter Bauweise so amtlich daher, wie man es von den anderen Synthesizern der Firma Arturia gewohnt ist. Haptik und Optik kommen mir seit MatrixBrute Zeiten sehr bekannt vor und ich fühle mich auf diesem Synthesizer sofort „zu Hause“. Das Keyboard macht sofort neugierig und ich bin schon gespannt, was man damit alles so anstellen kann, wird es doch von Arturia als “expressive interface“ mit polyphonem Aftertouch angekündigt.

Ein erster Blick auf den MicroFreak

Arturia MicroFreak Hybrid Synthesizer

Arturia MicroFreak – Gesamtansicht

Ein digitaler Oszillator, ein analoges Filter, zwei Hüllkurven (davon eine zyklisch), ein LFO und ein wenig drum herum. Das ist im Wesentlichen der MicroFreak. Nun ja. Das gerade Genannte betrifft die Klangerzeugung. Zum Drumherum gehört neben einem vielseitigen Arpeggiator und einem Sequencer eine kompakte Modulationsmatrix, die dem MicroFreak semimodulare Fähigkeiten verleiht und natürlich das Touch-Keyboard mit 25 „Sensorflächen“. Der MicroFreak hat einen Mono-Audioausgang, einen Ausgang für Kopfhörer, MIDI In und MIDI Out (über zwei mitgelieferte Spezialadapter) und einen Standard-USB-Anschluss, über den einerseits Daten übertragen werden können und anderseits ein Betrieb ohne Netzteil möglich ist, denn die notwendige Betriebsspannung wird mit einem angeschlossenen Computer über eben diesen Anschluss geliefert. Hat man keinen Computer zur Hand, reicht zum Betrieb auch eine Powerbank oder das USB-Ladegerät für das eigene Mobiltelefon. Der MicroFreak verlangt wenig, gibt aber viel. Bahnreisende Komponisten dürfen sich also freuen. Dann hat der MicroFreak Ein- und Ausgänge für Clock-Signale, einen Anschluss für das Netzteil und drei Miniklinkenanschlüsse, über die CV-, Gate- und Pressure-Signale nach außen geführt werden. Der MicroFreak kann paraphonisch (vierstimmig) gespielt werden. Für das CV Signal bedeutet das, dass man im Unison-Mode genau eine Steuerspannung oder im Paraphonic-Mode die Steuerspannung der höchsten gespielten Note verarbeiten kann. Eine CV-Buchse liefert immer nur eine Steuerspannung und nicht mehrere gleichzeitig. Grundsätzlich ist aber die Einbindung des MicroFreaks in ein modulares Setup möglich. Interne Effekte hat der MicroFreak nicht.

Arturia MicroFreak Hybrid Synthesizer

Arturia MicroFreak – Rückansicht mit Anschlüssen

Der digitale Oszillator

DCO – VCF – VCA sowie eine Haupt-Hüllkurve. So sieht die Signalkette im MicroFreak aus. Die Hüllkurve (Attack – Dec/Rel – Sustain und Filter-Amount) steuert den VCA, wenn der Amp-Mod-Taster aktiviert worden ist. Ist Amp-Mod deaktiviert, wird der VCA über das Gate-Signal des Keyboards gesteuert. Die Haupt-Hüllkurve ist intern auch der Cutoff-Frequency des Filters zugewiesen. Dreht man am Filter-Amount-Regler, beginnt in der Modulationsmatrix der entsprechende Zuweisungspunkt (Env/Cutoff) zu blinken. Spielt man den MicroFreak im Paraphonic-Mode, werden digitale Kopien der Hüllkurve entsprechend der Anzahl der gespielten Stimmen erzeugt.

Arturia MicroFreak Hybrid Synthesizer

Arturia MicroFreak – Modulationsmatrix und digitaler Oszillator

Da kommen wir doch gleich zur stärksten Waffe, die der MicroFreak zu bieten hat, dem digitalen Oszillator. Er ist ein wahres Füllhorn an Syntheseformen. Insgesamt 12 verschiedene Modelle stellt er bereit. Und da sich Arturia erstmalig für dieses Projekt mit der Firma Mutable Instruments an einen Tisch gesetzt hat, gehört auch die Open-Source-Engine des bekannten Plaits Oszillators mit zum Oszillator-Portfolio des MicroFreaks. In den Klangbeispielen habe ich die einzelnen Modelle ohne jegliche Modulationen oder Färbungen durchgespielt. Zum Oszillator gehören vier Regler, die mit Type, Wave, Timbre und Shape bezeichnet sind und mit denen modellspezifisch weitere Parameter eines jeden Oszillatormodells verändert werden können. Dies geht übrigens auch dynamisch über die Modulationsmatrix. Der Oszillator stellt folgende Modelle bereit:

  • Basic Wave Oszillator: Wave blendet von Rechteck zu Sägezahn, Timbre erzeugt eine Art Pulsbreitenmodulation und Shape blendet einen Sub-Oszillator ein.
  • SuperWave Oszillator: Mehr als nur ein SuperSaw Oszillator. Wave ermöglicht den Zugriff auf Sägezahn, Rechteck, Dreieck und Sinus. Timbre stellt den Grad der Verstimmung der digitalen Kopien ein und mit Shape verändert man die Amplituden der verstimmten Schwingungsformen.
  • Wavetable Oszillator:  Über Wave wählt man eines von 16 Wavetables aus. Jedes Wavetable ist in 32 sog. Zyklen unterteilt, die man mit Timbre durchfahren kann. Um einen breiteren Sound zu erreichen, kann mit Shape ein Chorus-Effekt eingeblendet werden.
  • Harmonic OSC: Ein Oszillator, der harmonische Obertöne erzeugt. Mit Wave werden verschiedene Obertonamplituden durchfahren, was zu einer veränderten Obertonstruktur führt. Mit Timbre kann man die Grundschwingung von Sinus zu Dreieck überblenden. Shape fügt dem Signal einen Chorus-Effekt hinzu.
  • Karplus Strong Oszillator (auch Physical Modeling genannt):  Wave regelt das Ansprechverhalten eines Resonators, das hier Bow genannt wird und das der Nachahmung eines akustischen Instruments dienen soll. Mit Timbre stellt man ein, wie stark der Resonator angeschlagen werden kann. Shape regelt die Resonanzintensität und erzeugt ein längeres Ausschwingverhalten (Decay) des Signals.
  • Nun kommen wir zu den Oszillatormodell von Mutable Instruments. Basic Waves (Virtuell Analog) emuliert die klassischen Schwingungsformen Dreieck, Rechteck und Sägezahn. Mit Timbre wird eine variable Rechteckschwingung eingeblendet, die bis zu einem hart-gesyncten Ergebnis geregelt werden kann. Mit Shape wird eine Schwingungsform eingeblendet, die von Dreieck bis Sägezahn regelbar ist. Mit Wave wird der Verstimmungsgrad beider Schwingungsformen eingestellt.
  • Waveshaper Oszillator: Kombination aus Waveshaper und Wavefolder. Mit Wave stellt man die Schwingungsform ein. Timbre regelt die Intensität des Wavefolders und mit Shape stellt man die Symmetrie der Schwingungsform ein.
  • Zwei Operatoren FM: Etwas FM-Synthese muss sein. Wave stellt das Frequenzverhältnis der Operatoren ein. Timbre regelt den Grad der Modulation und Shape erzeugt ein Feedback in Operator Nr. 2
  • Formant Oszillator (Granular-Synthese): Aus einer Grundschwingungsform werden sog. Partikel extrahiert, die in diesem Modell zu sogenannten Formanten  umgewandelt werden. Mit Wave wird das Frequenzverhältnis der Formanten 1 und 2 eingestellt. Timbre stellt die Frequenz der Formanten ein. Mit Shape wird die Breite und Form der Formanten geregelt.
  • Chords: Der Oszillator wird hier vierstimmig und mit Akkorden hinterlegt. Über Wave kann man folgende Akkorde einstellen: • Octave• 5th• sus4• m(inor)• m(inor)7• m(inor)9• m(inor)11• 6th and 9th added• M(ajor)9• M(ajor)7. Mit Timbre wird die Umkehrung der Akkorde eingestellt. Über Shape kann man den Klangcharakter des Oszillators von String Machine bis Orgel-ähnlich einstellen.
  • Speech (Sprach-Synthese): Mit Wave fährt man durch verschiedene Vokale (Farben, Zahlen, Buchstaben und Wörter). Mit Timbre werden die Formanten verschoben. Mit Shape werden Subsets der eingestellten Vokale aufgerufen.
  • Modal (Resonator): Der modale Resonator ahmt das Verhalten eines echten Instruments nach. Das Außergewöhnliche an einem Digital-Resonator ist, dass die Form, die er emuliert, während der Erzeugung geändert werden kann – sei es durch einen Regler oder durch Modulation mit LFO, einer Hüllkurve oder einer der anderen Quellen in der Matrix. Dabei ändert sich die innere harmonische Struktur. Wave regelt die harmonische Struktur der Schwingungsform. Mit Timbre wird die „Helligkeit“ des Materials und mit Shape dessen Ausklingverhalten eingestellt.

Das Analog-Filter des MicroFreaks

Arturia MicroFreak Hybrid Synthesizer

Arturia MicroFreak – Analog-Filter – Hüllkurven und LFO

Das bislang erzeugte Klangmaterial geht nun in das Analog-Filter. Arturia hat dem MicroFreak ein State-Variable-Filter mit 12 dB/Okt. verpasst, das zwischen den Betriebsmodi Lowpass, Bandpass und Highpass umgeschaltet werden kann. Die Resonanz kann bis zur Selbstoszillation des Filters erhöht werden. Mit Cutoff wird die Grenzfrequenz des Filters eingestellt. Modulation macht Filterung lebendig. Und jeder weiß an dieser Stelle, was man mit dem LFO, den Hüllkurven und der Modulationsmatrix in diesem Zusammenhang alles anstellen kann. Das Filter verleiht dem doch ziemlich harschen Klang des digitalen Oszillators die erforderliche analoge Wärme. Mehr aber auch nicht. Als Fan des MatrixBrutes hätte ich mir an dieser Stelle doch noch etwas mehr an Möglichkeiten gewünscht. Ich spekuliere hier natürlich, aber vermutlich hätte man den Verkaufspreis dieses Synthesizers nicht halten können, hätte man ihm noch weitere Filterversionen spendiert. Eigentlich schade.

Der LFO des Arturia MicroFreaks

Der LFO des MicroFreaks stellt insgesamt 6 Schwingungsformen/Modulationsquellen bereit, die über den Shape-Taster angewählt werden können. Diese sind Sinus, Dreieck, Sägezahn, Rechteck, Random und Random Gliding. In der Modulationsmatrix können allen Zielen positive und negative Modulationswerte zugeführt werden. Die Modulationen sind bipolar. Das gilt auch für die Signale aus dem LFO. Der LFO hat eine Frequenz von 0,06 Hz bis 100 Hz. Im unsynchronisierten Modus ist die Frequenz des LFOs frei einstellbar. Um den Sync-Mode auszuschalten, muss man nur auf den Rate-Knopf drücken und gut ist es. Bleibt der Sync-Mode aktiv, läuft die Rate des LFO parallel zum internen Clock-Generator oder in Teilen davon. Die Teilungsrate läuft hierbei von 8/1 bis 1/32 der Clock. Wird der MicroFreak extern synchronisiert, läuft der LFO dann synchron zur externen Clock-Quelle (z. B. einer DAW).

Der Cycling Envelope-Generator

Neben der bereits erwähnten Haupt-Hüllkurve haben die Ingenieure von Arturia dem MicroFreak noch einen Cycling Envelope-Generator spendiert. Dieser Generator dient als zusätzliche Modulationsquelle, der in der Lage ist, ständig und automatisch neu zu starten und die eingestellte Hüllkurve immer wieder zu durchlaufen. Wie auch bei der Haupt-Hüllkurve wird der eingestellte Verlauf in dem kleinen OLED-Display sichtbar gemacht, was wir bislang noch nicht erwähnt haben, das aber dennoch ein wichtiges Informationsmedium für den Anwender ist. Der Cycling Envelope-Generator kann in drei Modi betrieben werden. Env ist der Standard-Hüllkurvenmodus, der z. B. durch Druck auf eine Keyboardtaste ausgelöst wird und einmal durchläuft. In dieser Betriebsart könnte man den Cycling-Generator also als zweite Hüllkurve einsetzen. Im Run-Modus läuft der Generator frei wie ein unsynchronisierter LFO. Ist die Hüllkurve durchlaufen, wird ein neuer Startbefehl ausgelöst usw. Im Loop-Modus wird die Hüllkurve (jetzt als LFO) zurückgesetzt, wenn ein Trigger-Signal entweder über die Tastatur, den Sequencer oder den Arpeggiator erkannt wird. Das Verhalten des Generators ist in den letzten beiden Modi anders als im En Modus. Je kürzer z. B. die Attack-Zeit ist, desto schneller wird die Hüllkurve durchlaufen usw. Das kann zu Modulationen bis in den Audiobereich hineinführen. Tipp zum Ausprobieren. In der Modulationsmatrix den Cyc Env auf Pitch routen und den Generator im Loop-Modus laufen lassen. Sobald eine Modulation zu hören ist (die in der Intensität mit dem Amount-Regler eingestellt werden kann), an den mit Rise, Fall und Hold beschriftete Reglern arbeiten. Man merkt schnell, was man mit dem Generator so anstellen kann  Auf dem Display wird der eingestellte Kurvenverlauf gut dargestellt und man erkennt sofort, was man da eigentlich eingestellt hat. Noch interessanter wird es, wenn man die Verlaufsform der Rise- und Fall-Stufe verändert. Hierzu muss man den Shift-Button drücken, über den man sozusagen in die zweite Programmierebene des MicroFreaks gelangt. Also Shift gedrückt halten und an Rise (nun Shape) und Fall (nun ebenfalls Shape) drehen. Die Kurventeile können nun von einem linearen Verlauf zu einem exponentiellen bzw. zu einem logarithmischen Verlauf eingestellt werden, was zu sehr interessanten Ergebnissen führt. In Verbindung mit dem Hold-Regler bekommt man Kurvenverläufe hin, die so mit einem LFO nicht realisierbar sind.

Das MicroFreak-Keyboard

Arturia MicroFreak Hybrid Synthesizer

Arturia MicroFreak – Icon Strip und Tastatur

Na klar, das Keyboard ist DER Eye-Catcher des MicroFreaks. Vielleicht wird man dabei weniger an alte EMS Synthesizer erinnert, aber bei Buchlas Easel wird man schon hellhörig, zumal es im gleichen Hause mit dem Buchla Easel V eine passende Emulation gibt. Ob man die dann mit dem MicroFreak Keyboard spielt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Das Keyboard ist eine sogenannte kapazitive Tastatur. Die Oberfläche besteht aus Hunderten kleiner Kontaktpunkte. Berührt man diese mit dem Finger, wird dieser Bestandteil des elektrischen Schaltkreises der Tastatur. Mit den Fingerflächen wird der geschlossene Stromkreis, aus dem die folgenden Steuersignale abgeleitet werden, verändert. Der polyphone Aftertouch funktioniert genau so. Vergrößert man die Auslagefläche des Fingers, wird eine stärkere Modulation erzeugt. Es dreht sich hier also nicht um mechanischen Druck (wie ich zuerst dachte), sondern um die Veränderung der Auflagefläche.  Schnell wird klar, dass diese Vorgehensweise eine ganz andere Spieltechnik erfordert. Oder anders gesagt: Den Umgang mit der Tastatur muss man erst mal ein wenig trainieren. Allerdings bekommt man schnell ein Gefühl dafür. Und dann fängt der Spaß erst richtig an. Auch hier ein kleiner Tipp. Den Oszillator auf Paraphonic schalten. Dann in der Modulationsmatrix (Aftertouch) Pressure auf Pitch routen und auf ca. 15 % regeln. Nun kann man polyphon spielen. Und wenn man dann mit zwei Fingern gegenläufig auf der Tatstatur den „Druck“, sprich die Fingerfläche, verändert, kann man schön hören, wie der Pitch von einem Ton nach oben geht, während der andere bei entsprechender Fingerbewegung nach unten geht. Der polyphone Aftertouch funktioniert.

Oberhalb der Tastatur befindet sich der sogenannte Icon-Strip. Dies ist ein Bereich, der aus der gleichen Kontaktfläche besteht wie das Keyboard. Allerdings sind hier konkrete Funktionen hinterlegt. Da wäre zunächst die Key-Hold-Taste. Die, wenn sie aktiviert ist (LED leuchtet), ermöglicht einen Ton oder Akkord zu halten. Im Sequencer-Modus wird diese Taste u. a. benutzt, um Pause oder Halteschritte einzufügen. Danach folgen vier Tasten, die für den Einsatz des Arpeggiators oder des Sequencers wichtig sind. Dann folgen drei weitere Tasten, die mit Spice, Dice und Bend bezeichnet sind und schließlich der Bend-Strip, der aktiviert wird, wenn die Bend-Taste aktiviert worden ist. Der Bend-Strip ist sozusagen ein flachgelegtes Pitch-Wheel. Auch die Arbeit mit dem Strip erfordert ein wenig Übung. Man gerät leicht mit dem Finger von dem Strip in den Keyboard-Bereich. Das kann zu unerwünschten Ergebnissen führen, wenn man sich vor z. B. ein schönes Arpeggio zusammengebastelt hat und dieses nun durch zufällige Berührung einer falschen Taste „zerhackt“. Nun ja, Übung macht den Meister. Spice und Dice können nur aktiviert werden, wenn der Arpeggiator oder Sequencer laufen. Was die Beiden genau machen, kann kaum erklärt werden. Auf jeden Fall kann man damit Zufallsergebnisse innerhalb der Gate- und Trigger-Impulse eines Arpeggios oder einer Sequenz auslösen. Hier kann man nichts wirklich vorprogrammieren. Hier muss man einfach ausprobieren. Im Vordergrund steht allerdings der Spaß durch Veränderung. Das funktioniert.

Arpeggiator und Sequencer

Abschließend noch einen Blick auf die wichtigsten Spielhilfen. Der Arpeggiator funktioniert hier so, wie man es erwarten darf. Der Arpeggiator wird über den entsprechenden Taster aktiviert. Gemeinhin drückt man nun einen Akkord und die Noten dieses Akkordes werden seriell abgearbeitet. Über die bereits erwähnten Keyboard-Taster kann man nun festlegen, ob die Noten von unten nach oben (Up), in der Reihenfolge ihrer Eingabe (Order) oder ob sie zufällig (Random) gespielt werden. Der Druck auf Pattern versetzt den Arpeggiator in einen sogenannten „halbzufälligen“ Betriebszustand. Aus den gedrückten Noten erzeugt der Pattern-Algorithmus eine Art rhythmisches Muster, das sich bei jedem neuen Tastendruck verändert. Das ist ein interessantes Feature. Erweitert man den Oktavbereich durch Druck auf den Oct/Mod-Taster, wird der Laufbereich des Pattern erweitert. Zudem wird die unterste Note durch den Algorithmus doppelt gespielt, was zu einer Betonung auf den Grundton führt. Hat man nun sein Traum-Arpeggio gefunden, kann man dieses durch Übertragung in den Sequencer retten. Einfach nur Shift und Up (A) oder Order (B) drücken und schon ist das Arpeggio in einem der beiden Sequencer gespeichert und ganz nebenbei dann auch transponierbar. Die Abspielgeschwindigkeit des Arpeggios wird mit dem bereits erwähnten Rate-Regler eingestellt. Dieser läuft dann frei oder im Sync-Modus. Hält man nun Shift gedrückt und dreht am Rate-Regler, kann man einen rhythmischen Versatz, auch Swing genannt, einstellen. Die Swing-Rate reicht dabei von 50 % bis 75 %. Let the Groove in! Dass sich der Arpeggiator auch als Modulationsquelle einsetzen lässt, ist beinahe selbstverständlich. Hier heißt es experimentieren. Der Arpeggiator des MicroFreaks ist wirklich klasse. Weshalb man ihm aber nur Up und Order und nicht auch Down und Up and Down mitgegeben hat, ist mir ein Rätsel. Vielleicht kommt dieses Feature ja mit einem Update.

Der MicroFreak verfügt über zwei Sequencer A und B, in die wir bereits Arpeggios geladen haben. Diese Sequencer sind natürlich auch frei programmierbar. In den Utilities kann man einstellen, wie lang die Sequenz sein soll. Üblich sind 16 Schritte. 64 sind aber maximal möglich. Um die Sequencer zu aktivieren, hält man SHIFT und drückt dann auf den Arp | Seq-Taster. Die Symbolschaltflächen oberhalb des Keyboards haben nun die Funktionen Tie/Rest, Sequenz A, Sequenz B, Stop und Start. Sequenzen können schrittweise mit Akkorden, Pausen usw. oder auch in Echtzeit aufgenommen werden. Für die genaue Vorgehensweise bitte ich um einen Blick ins Benutzerhandbuch. Hier muss man ein wenig Arbeit investieren. Schön ist, dass man mit den Sequencern nicht nur Noten und Pausenwerte, sondern auch Modulationen aufnehmen kann. Jeder Sequencer verfügt über 4 Modulationsspuren. Im Schrittaufnahme-Modus kann man mit den Modulationsspuren auch Snapshots von Reglern machen und diese zusammen mit einem Sequenzer-Schritt aufnehmen. Die Aufnahme einer Modulationsspur erfolgt in zwei Schritten: Zuerst nimmt man eine Sequenz in der Standardspur auf, anschließend „füllt“ man die Modulationsspuren. Diese werden durch kleine LEDs 1 bis 4 neben dem Rate-Regler angezeigt. Es leuchten nur die Spuren, die mit Daten belegt sind. Insgesamt lassen sich mit diesen Funktionen sehr lebendige Sequenzen erzeugen.

Schlusswort zur Arturia Entwicklung

An dieser Stelle beende ich meinen Bericht. Noch viel mehr Funktionen hält der MicroFreak bereit. Diese hier vorzustellen, würde aber den Rahmen sprengen. Performance und Spielspaß stehen beim MicroFreak im Vordergrund. Das zumindest hat Arturia versprochen und ich stimme dem gerne zu.

Fazit

Dieser kleine Synthesizer nagelt – in gewisser Hinsicht auf grausame Weise – alle derzeit existierenden Multi-Engine-Synthesizer an die Wand. So dermaßen viele Syntheseformen sind aktuell in keinem anderen Synthesizer gleichzeitig verfügbar. Bei einem Kampfpreis von 299 Euro ist die Frage danach, ob denn noch etwas fehlt, schon beinahe schamlos. Dennoch wäre es kaum auszuhalten gewesen, hätte man dem MicroFreak für ein paar Taler mehr noch das Steiner-Parker Filter aus dem MatrixBrute mitgegeben. Allerdings ist dieser Wunsch doch eher akademischer Natur. Einzig stört mich als Rechtshänder die Lage von Display und Matrix. Diese wäre leichter zu editieren, würde man nicht das Display, das z. B. die Modulationstiefe oder weitere Zuweisungsziele anzeigt, mit seiner eigenen Hand verdecken. Der digitale Oszillator bietet reichlich Synthesemodelle an. Und gerade die Plaits-Modelle aus dem Hause Mutable Instruments bereichern den MicroFreak ohnegleichen. Das kapazitive Keyboard ist äußerst interessant. Zunächst war es für mich gewöhnungsbedürftig und man muss sich eine andere Art der Spielweise angewöhnen. Das ist eben kein klassisches Keyboard. Hat man aber einmal verstanden, worum es geht, kann man damit äußerst kreativ arbeiten. Die Performance auf dem Keyboard ist Bestandteil des Sounddesigns. Insgesamt klingt der MicroFreak natürlich sehr „digital und „crisp“. Man sollte eigentlich auch gar nicht versuchen, ihn zu sehr auf analog zu trimmen. Dafür gibt es andere Synthesizer. Kurz: Der MicroFreak ist ein absoluter Hammer-Synthesizer, der auf vielen Ebenen zu überzeugen weiß und mit dem man den reinen Spaß am Spielen ausleben kann. Freak out sollte hier die Devise heißen. Man muss kein Prophet sein, wenn man behauptet, dass dieser Synthesizer schon bald in jedem Haushalt resp. Studio zu finden sein wird. Es ist schön zu wissen, dass es noch Hersteller gibt, denen der kreative Umgang mit Technologie auch heute noch wichtig ist.

Plus

  • Klang
  • hohe Anzahl von Synthesemodellen
  • flexible Modulationsmöglichkeiten
  • Cycling Envelope-Generator
  • Keyboard/Tastatur mit polyphonem Aftertouch
  • Einbindung in externes Equipment
  • Gewicht und kompakte Bauweise
  • geringer Stromverbrauch

Minus

  • nur ein Filtermodell
  • keine Effekte
  • ungünstige Anordung von Display und Modulationsmatrix

Preis

  • Ladenpreis: 299,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Mick  AHU

    Da stellt sich nur noch eine Frage: „wären wir alle noch hier, hätten Arturia und Behringer, den Platzhirschen den Markt überlassen!?“….ich glaube nicht!

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      DerGrosseDaniel

      Man könnte an der Stelle auch die Frage stellen ob wir ohne Arturia und Behriner überhaupt hier wären. Als jemand mit einem eher beschränkten Budget muss ich sagen dass mein Arturia Micro Brute und mein Behringer Neutron ein wunderbarer Einstieg in die Welt der Synthesizer waren.

      Es wird sicherlich auch weiterhin einen Markt für viele andere Marken und Geräte geben, aber die Sounds die man schafft mit so günstigen und verfügbaren Geräten zu erzeugen ist einfach wunderbar.
      Und das mindert natürlich in keinster weise das was andere bieten.

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        CloudSounds  

        Du bist definitiv nicht allein, Markus. BTW… wann gibt es denn mal wieder was Neues aus der wunderbaren Welt von iOS?

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        tomk  AHU

        Bisher haben mich einige Sounds an BOC erinnert. loopop geht auf seinem YT Kanal die Presets durch, ohne Gequatsche. Interessantes Konzept steckt in der kleinen Kiste, ein Strymon oder H9 dahinter geklemmt und …
        Rev2, in groß dann bitte!

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    Green Dino  AHU

    Das klingt echt mal nach einem großen Minisynth!^^

    Einige der OSC Modelle kennt man ja schon aus dem Mutable Instruments Shruthi – 2 OP FM ist da z.B. mein Liebling. Im Microbrute hat man ja zusätzlich einen OP Feedbackparameter. Sehr spannend!

    Neben der spannenden Klangerzeugung und den Modulationsmöglichkeiten finde ich auch besonders den Sequencer spannend, weil es endlich mal eine ordentliche Anzahl Steps gibt und man dazu A und B Variationen direkt verfügbar hat.
    Sequenzen aus dem Arp in den Sequenzer kopieren ist ja mal super!

    Klingt alles sehr durchdacht und performance-orientiert.
    …und dann hey: polyphoner AT! :)

    P.S.: Den digitalen Oszillator als DCO und die Klinke Midi Adapter „Spezialadapter“ zu nennen ist etwas vielleicht etwas ungünstig und potentiell verwirrend?!

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      freeldr77

      Arturia hat sich übrigens nicht mit Mutable Instruments (Émilie Gillet, früher Olivier) an einen Tisch gesetzt. Sie wurde lediglich informiert, dass sich Arturia an ihrer Open Source Software aus dem Modularbereich bedient hat.

      Ansonsten erinnert der Aufbau des Synths auch teilweise an MI Anushri, wenn auch sehr aufgebohrt.

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        Green Dino  AHU

        Ich fands auch nicht in Ordnung, dass damals erst von einer Kollaboration gesprochen wurde und…….naja, wurde dann ja von Arturia von der Website genommen bzw. umformuliert.
        Das hat schon einen merkwürdigen Beigeschmack…

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        tomeso  

        Deine Darstellung stimmt so leider nicht und ich denke, das wurde bereits im anderen Artikel ausführlich besprochen. Zu behaupten, Arturia hätte sich einfach bedient und (damals noch) Olivier nur im Nachhinein informiert ist einfach falsch.

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          WOK  

          Das ist richtig. Allerdings hat Arturia Werbung gemacht mit „in collaboration with Mutable Instruments“, und das war auch einfach falsch.

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            tomeso  

            Ja, das stimmt – und wie es dazu kam wurde ebenfalls bereits erklärt. Deshalb hat man sich auch zeitnah persönlich bei Émilie für diese Formulierung entschuldigt und die Abschnitte auf der Webseite entsprechend geändert.

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    Hectorpascal  AHU

    Mutable Instruments hat selber neue Module in der Mache und ein kleiner Synth steht gerüchteweise auch im Raum. Nun gut, es ist alles Open Source aber in der Art wie Arturia mit MI Werbung macht ohne das es weder geschäftlich noch sonst zu einer Mitarbeit der beiden gekommen ist, macht mir das an sich tolle Produkt madig. Olivier, der geistige Stiefvater des hier getesteten, sagt man solle doch seine Produkte kaufen, wenn man ihn unterstützen will. Nur so zum nachdenken wenn schon immer gegen B gebasht wird. ;)

  4. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Ich hatte mir den Microfreak schon im Februar vorbestellt; vorauss. Lieferung in 2-3 Wochen. Da kommt der Test nach den ganzen YT-Videos grade zur richtigen Zeit. Seit einiger Zeit ist auch das lesenswerte Manual auf der Home-Site verfügbar, dessen Lektüre meine Vorfreude schon verstärkte. Wirklich erstaunlich, was alles in diesem Synth zu dem Preis drin steckt, allerdings würde ich die ModMatrix nicht als semi-modular bezeichnen. Sie ist sehr flexibel mit den 3 zuweisbaren Zielen, hat aber keine externen Verbindungs-Möglichkeiten. Das Fehlen weiterer Filter-Arten und Effekten würde ich angesichts des Preises nicht als Minus-Punkte werten. Der Microfreak unterscheidet sich sowohl von seinen Brute-Kollegen als auch allen anderen seiner Preis-Klasse und ist somit eine optimale Ergänzung zu meinem überwiegend analogen Setup. Welche Effekte er noch brauchen könnte wird sich zeigen; ich werde schon mal mit einigen vorhandenen Tretern experimentieren…

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    Florian Anwander  RED

    Ganz kleine Korrektur: der Signalfluss ist sicher ähnlich wie bei anderen paraphonen Synths:
    Oszillator -> DCA -> VCF. Das analoge Filter ist sicher nicht als Insert im sonst digitalen Signalweg angelegt, sondern kommt am Ende nach der D/A-Wandlung.

    Das dürfte übrigens auch der Grund für die Wahl des Filters sein: das klassische State-Variable Filter hat sehr wenig „Eigengeräusch“. Das Steiner Parker Filter zusammen mit dem Brute-Faktor hingegen macht bei vielen Einstellungen doch immer recht deutliche Nebengeräusche. Das fällt nicht auf, wenn ein nachgeschaltetes VCA die Nebengeräusche wegnimmt. Aber wenn die Lautstärke modulation vor dem Filter auf digitaler Ebene passiert, dann fällt diese „Noise-Gate-Funktion“ des VCAs weg. Und das würden vermutlich die meisten Benutzer kritisieren.

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      Bernd Kistenmacher  AHU

      Hallo Florian, vielen Dank für den Hinweis. Der Hinweis auf das Steiner-Parker Filter war für mich eigentlich auch nur als „Platzhalter“ für „mehr Filter bitte“ gemeint. Gerade im MatrixBrute hatte mich dieser so begeistert. ;-)

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      Son of MooG  AHU

      Im Manual heißt es zum Thema „Signal Flow“ u.a.: „The Digital Oscillator generates a waveform, which is then sent to the Filter and an analog VCA. … In Paraphonic mode with Amp Mod ON the envelope is duplicated several times depending on the number of voices you have specified in Utilty. These envelopes control a number of internal digital VCAs that only become active in Paraphonic mode.“ Dazu gibt es noch zwei kleine Diagramme zur Veranschaulichung.

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        Florian Anwander  RED

        Aaah, Danke! Warum sie überhaupt noch einen analogen VCA dahinter gehängt haben, wenn Sie eh schon das auf der digitalen Ebene erledigen. Vielleicht, für den Fall, dass das Filter in der Selbstresonanz hängt.

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    krawallo

    für ein paar euronen mehr hätte man ruhig fx wie delay und hall wenigstens eingebaut…..

    ich denke, dass der minilogue xd bei mir das rennen machen wird……

    richtig nice finde ich besonders die 4x motion sequencing möglichkeit ,)) supi gemacht arturia ! congrats !

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    lightman  AHU

    Feine Kiste. Ich schaue mich derzeit nach einem Mono oder ähnlichen Synth um, der besonders im Bereich FX/abgefahrene Sachen gut dabei ist, aktuell sind der Monologue, die BassStation 2 (beide jeweils mit neuester Firmware) und eben der Microfreak in engerer Wahl.

    Nach Lektüre des Artikels und Anhören der Soundbeispiele tendiere ich zum Microfreak, es ist schon erstaunlich, was Arturia da alles reingepackt hat. Allerdings sagt mir der Sequencer des Monologue mit Parameter Locking mehr zu, erfahrungsgemäß vervielfacht PL die klanglichen Möglichkeiten enorm.

    Die BassStation 2 ist nach dem letzten Aphex-Update nochmal beträchtlich leistungsfähiger geworden, die neuen Features finde super. Da ich ein BassStation-Besitzer (und Fan) der ersten Stunde bin, habe ich zu Novation einen guten Draht, sind echt top, die Leutchen.

    Wie würdet ihr entscheiden?

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      tomk  AHU

      Denke das sollte von deiner Bestückung abhängen – digital vs analog. Die BS2 ist super, wenn du mit analog bedient bist dann … sind auch völlig unterschiedliche Welten. Betatester? Dann die gereifte BS 2, oder bissl sparen und nen Peak? Nimm nen Peak! ;)
      LG

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      tomeso  

      Der neue AFX Mode in der BS2 ist tatsächlich extrem gut und in dieser Preisklasse meines Wissens einzigartig.
      Zum Thema Parameter Locks: die vier Modulation Tracks des MicroFreaks können auch als Parameter Lock für vier Parameter im Step Mode verwendet werden … und das beinhaltet auch die Modulations Matrix und die Oszillator Modelle. Da ich den Sequenzer des Monologue nicht im Detail kenne, was macht der anders oder so speziell?

      • Profilbild
        lightman  AHU

        tomk,

        ich bin für meine Bedürfnisse eigentlich ganz gut bestückt, aber mein Fuhrpark könnte mal was Frisches gebrauchen, eben ein Kistchen wie den Microfreak, der mir ein paar neue Klangfarben gibt. Jau, der Peak ist super, aber für meine aktuellen Anforderungen fast schon ein bißchen Overkill. Vielleicht sollte ich ihn mir nochmal genauer anschauen…

        tomeso,

        beim Monologue kann man pro Step diverse Parameter Locks im Sequenzer aufzeichnen, und das von fast allen Funktionen/Bedienelementen. Das und die neuen Möglichkeiten seit dem letzten Update machen die Kiste sehr interessant, finde ich.

        Schätze, ich komme um einen Livetest des Microfreak nicht rum.

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          Son of MooG  AHU

          Beim MicroFreak kann man die Mod-Tracks sowohl in real-time als auch step-by-step programmieren. Einfach Step anwählen, am Poti den gewünschten Wert einstellen, fertig. Alle Parameter außer Shift-Funktionen, Amp Mod, LFO Mode und Icon buttons können dafür verwendet werden.

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            lightman  AHU

            Danke für die Info. Finde ich gut, denn anfangs hieß es mal, der Microfreak könne kein Parameter Locking, aber das trifft offenbar nicht zu.

            Mann, das Ding wird sich wie geschnitten Brot verkaufen!

            • Profilbild
              tomeso  

              Die Frage ist, was man unter Parameter Locking konkret versteht, bzw. wie eng man den Begriff fasst. Wenn man darunter versteht, dass -alle- Parameter pro Step (also quasi unbegrenzt) gesetzt werden können, dann kann der MicroFreak kein PL (macht das der Monologue?).
              Wenn man auch von PL spricht, wenn sich das auf eine begrenzte Anzahl bezieht (vier frei wählbare im Falles des MicroFreaks), dann kann er das und zwar richtig gut.

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      Bernd-Michael Land  

      Der Monologue hat mich klanglich doch ziemlich enttäuscht. Die BS2 klingt da in meinen Ohren wesentlich besser, aber gute Analoge hab ich genug.
      Fand den Microfreak sehr erfrischend, ist einfach mal was anderes und dann wären da ja noch die Touchplates ….

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        lightman  AHU

        Ich bin musikalisch recht handfest unterwegs, da würde der knarzige Sound des Monologue ganz gut passen. Ich kann mir schon vorstellen, daß der Synth nicht jedermanns Geschmack ist, für mich wäre er halt eine interessante Klangfarbe im Malkasten, das trifft aber auch auf die BS2 und den Microfreak zu.

        Nachdem ich weitere Videos angesehen und das MF-Handbuch quergelesen habe, bin ich ein bisserl verliebt, glaube ich… schon beim Lesen sind mir haufenweise Ideen gekommen, wie man die vorhanden Möglichkeiten einsetzen könnte. Schätze, mich hats erwischt. :)

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          SynthNerd  

          Beim Testen des Monologue war ich angetan und hab ihn heute noch. M.E. der ideale Einstiegs-Mono-Analog-Synth, bei dem Korg nicht an den falschen Stellen gespart hat: es gibt zwei analoge OSCs mit sync und ringmod, eine „geshrinkte“ aber brauchbare Tastatur (nicht schwammig, wie beim Mininova), 100 Plätze für Patches und ’nen Sequenzer, der sich per Keyboard transponieren lässt.

          Die BS2 ist fetter (EGs, LFOs, Filtermodi, Subosc, fs Keys, Arpeggiator), aber teurer und beim Sequenzer weniger direkt. Mir kam nie der Wunsch, den Monologue durch die BS2 zu ersetzen (zusätzlich? – ach nee, das Rack ist schon voll ;-). Neue FW hab ich leider noch nicht ausprobieren können.

          Novation Peak – Ich mag die Oberfläche – lädt sofort zum Schrauben ein. Für rein monophone Nutzung zu schade und zu teuer. Wenn schon polyphon, dann reizt mich der Prologue 16. Aber auf den Minilogue XD bin ich auch gespannt.

          Der MicroFreak bietet einige Optionen, die ich bisher nicht habe. Will ich ausprobieren.
          Den Sound „bisher nie gehört – will unbedingt haben“ oder „lange gesucht – endlich gefunden“ hab ich nicht herausgehört. Aber das kann beim direkten Kontakt mit dem Gerät noch passieren.

          Letztlich ist das Philosophieren über die Optionen immer nett, aber keine Alternative zum selber testen. Also auf zur Superbooth und/oder zum nächsten Händler… ! ;-)

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    WOK  

    Bei allen bisher gehörten Soundbeispielen des MicroFreak fällt mir immer nur das Wort „dünn“ für den Grundklang ein. Beim heutigen Stand der Technik sollte doch auch aus digitaler Klangerzeugung mehr herauszuholen sein. Vielleicht hätte man dem Filter doch wieder den „Brute“-Regler spendieren sollen?

    Zu dem obigen Testbericht: viel mehr als eine Auflistung der technischen Daten von der Arturia-Webseite und ein paar Auszügen aus dem Handbuch lese ich da eigentlich nicht. Dafür war Amazona wohl so stolz, DEN Kistenmacher dafür bekommen zu können, dass sein Name bei jedem Soundbeispiel – auch dem Durchsteppen der Presets – gelistet werden musste….  ;-) 
     

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      Bernd Kistenmacher  AHU

      Vielen Dank, dass ich Dir aufgefallen bin. Da lässt man mal ein Instrument für sich sprechen und dann ist das auch nicht richtig . Wie man es auch macht…. 😌

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    phil_dr110  

    Interessantes und schickes Teil. Eventuell was für die Bühne. Für Zuhause reicht mir der Mutable Instruments Plaits voll und ganz.

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    Emmbot  AHU

    Hammergerät sowas von außergewöhnlich. Schön daß es kreative neue Ansätze gibt. Danke Bernd für den Test und großen Dank an Arturia.

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    Bernd-Michael Land  

    Nach dem ersten Hören war mir klar, das dieses Ding ein absolutes must have ist.

    Sicher hätte man noch mehr Features mit reinpacken können, aber irgendwo muss man ja eine Grenze ziehen und preislich bekommt man da wirklich verdammt viel Synthie fürs Geld.
    Ich sehe ich den kleinen Synthie als perfekte Ergänzung in meinem Liveset.

    @Bernd
    Schön geschriebener ausführlicher Bericht, danke!

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      Florian Anwander  RED

      Sagen wir so: who.t.f. are you? Und ist es wichtig, wer da schreibt? Und woher will der asiatische Kochtopf wissen, dass die Amazona-Redaktion „stolz“ ist? Üblicherweise (und nach meiner Kenntnis auch in diesem Fall) werden die Autoren angeschrieben, und die Redaktion kann froh sein, wenn jemand Zeit hat, sich mit dem Gerät auseinanderzusetzen und einen Artikel zu schreiben. Und das war diesmal halt Bernd.

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    Swen

    Also ich bemühe mich mal nicht zu polemisch rüberzukommen, aber der Test liest sich eher wie Werbung, wirklich kritisch ist da nichts. Würden wir hier über ein Topgerät reden würde ich das vielleicht noch nachvollziehen können, doch dann wiederum reden wir über ein Gerät aus dem unteren Preissegment. Das hat mich etwas stutzig gemacht, ab der Hälfte des Textes hab ich versucht den Impuls zu unterdrücken das ich hier den Text eines Arturia Angestellten lese, ernst nehmen konnte ich das nicht mehr.
    Und dann kamen die tollen Klangbeispiele, und ich konnte nicht mal mehr lachen. Mal abgesehen vom Physical Modeling klang das alles nicht mal nach billig, sondern nach Spielzeug. Gehts nur mir so oder klingt das Ding fast immer gleich und halt mal so richtig schlecht. In meinen Ohren das übelste was ich je aus etwas gehört habe das der Hersteller als Synthsizer anpreist. Ich würde es Quäcktröte nennen und das Gefühl dabei haben etwas schön zu reden.
    Den will ich jetzt nicht mal mehr antesten

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      CloudSounds  

      Gott sei Dank sind die Geschmäcker verschieden… und je weniger Leute den hier haben wollen, desto kürzer muss unsereins auf seine Lieferung warten… und ich verstehe hier so manche Kritik am Test nicht. Ja, da stehen Specs drin, die ich auf der Website oder im Handbuch finde… überrascht mich das?! Nö, weil sowas gehört in einen Test. Zusätzlich ist ein solcher von Subjektivität geprägt. Der Tester ist von dem Gerät begeistert… wie 5 andere Leute, deren Videos ich dazu gesehen habe, ebenfalls. Punkt! Hier wird kaum Kritik am Microfreak geäußert. Woanders auch nicht. Warum? Weil er für das Geld (in den Augen vieler Tester) anscheinend ein vermeintlich rundes Produkt ist. Aber sicher sind die alle von Arturia gebrieft oder gekauft (Ironie!). Ach, Leute… Reicht da nicht ein einfaches „Ist nix für mich“?!

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        byBass

        seh ich ähnlich wie swen, klingt nach plastik, ok nicht das weiche, das wär zu analog, eher wie das harte entenplastik… ;)
        habe mir auch den unterhaltsamen test von stimming (https://youtu.be/aRTLlfDRzpU) angeschaut/gehört und mir fällt nichts ein was ich mit vorhandenem equip. nicht besser klingend machen könnte…ok, wer es mag bekommt ja auch ein süsses spielzeug und alles schick. #wennwerbungwirkt

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      arthursp

      „klang das alles nicht mal nach billig, sondern nach Spielzeug. Gehts nur mir so oder klingt das Ding fast immer gleich und halt mal so richtig schlecht. In meinen Ohren das übelste was ich je aus etwas gehört habe das der Hersteller als Synthsizer anpreist.“

      HAHAHAHHHHAHAHAHAHAHAAAAHAHAHAHAHAHA!! Der war gut! Ja, es geht definitiv nur Dir so, aber schön das Du so viel Selbstbewußtsein hast, gut für Dich. Am Superlativ quasi fast erstickt…

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    arthursp

    Danke für den Test und vorallem die aussagekräftigen Soundbeispiele. Mir macht das die Kaufentscheidung definitv leichter, das will ich von nem Test!

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    iggy_pop  AHU

    Als Kind hatte ich Fischer-Technik und konnte mir keinen Synthesiser kaufen — ich habe dann immer diese roten Schrägverbinder auf die obere Hälfte einer Montagegrundplatte geschoben und mir vorgestellt, das sei ein hypermoderner Synthesiser, der keine Tastatur braucht, sondern Sensorfelder hat (wie bei Captain Future).
    .
    38 Jahre später wird meine Kinderspinnerei Wirklichkeit.
    .
    Danke, Arturia.
    .

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        iggy_pop  AHU

        Das wußte ich als Kind doch nicht — ich kannte nur Kraftwerk, Jarre und Carlos, und die hatten keinen Easel. Oder Wasp. Und einen Synthi AKS habe ich erst in einem Musikbuch in der Schule gesehen.
        .

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    dubsetter  

    ich weiss nicht .. aber irgendwie klingt die kiste für mich „tot“

    ist natürlich nur persönlicher geschmack…
    aber sowas brauche ich nicht.

    ist sicherlich für den preis für viele eine option.

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    wunderkorg

    man kriegt beachtlich gute 70er synthesizer esotherik aus ihm herausgekitzelt
    wohingegen zb die mehrzahl der jüngsten wiederauferlegten polyphonen analog boliden immer diesen unmittelbaren 80er oder 90er touch haben und darüber auch kaum hinwegkommen. das gefällt mir sehr an diesem mini teil
    also mono synth wär er ne kröte aber dass er 4stimmig ist bringt freude

    man muß nur die hüllkurven etwas kitzeln und die sweetspots etwas suchen
    für die paar kröten ist das ein beachtliches teil

    hätte mir noch etwas mehr perkussivere wellenformen, so richtig gute perkussive sachen krieg ich aus ihm nicht raus..
    aber ich bin auch erst seit einem tag happy user…

  17. Profilbild
    Thereminchen  

    Ich habe den MF jetzt einige Tage getestet, Spaß haben kann man damit schon, haben muss man den aber nicht unbedingt.
    Für das Geld habe ich schon andere gute Geräte erworben, antesten lohnt sich aber auf jeden Fall!
    Die ANzeige schaltet sich schnell ab, ist also eher eine AUSzeige, mich nervt das, muss aber jeder selbst entscheiden.

    Einerseits Spielzeug, Spaßmaschine, Experimentkiste, je nach Equipment eine feine Erweiterung oder einfach nicht als dauerhafte Anschaffung nötig.

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      Mr.Ketoujin

      Ich warte noch auf meinen Freak. Er soll wohl morgen ankommen. Ich such was leichtes
      und unkompliziertes womit ich ohne viel rumgefummel auf der Bühne ein paar strange Sounds dazuspielen kann. Und dafür scheint die Kiste ganz gut geeignet zu sein oder?
      Da ich in der Vergangenheit auch öfter knapp an der Grenze des Gewichts bei Flügen war (Ich gebe die Geräte ungern aus der Hand seit mir mal ein ASR 10 Rack in Paris am Flughafen zerdeppert wurde), ist das Gewicht durchaus ein Pluspunkt für mich.
      Bin also sehr gespannt und vielleicht bleibt der dann auch.

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