Test: Arturia DrumBrute Impact, Drumsynthesizer

14. September 2018

Kleiner Schlagwerker ganz groß

arturia drumbrute impact

Klein aber fein, der Arturia DrumBrute Impact

Nach der Generalüberholung des Arturia MiniBrute in Form des Arturia MiniBrute 2 sowie des Arturia MiniBrute 2S kündigte Arturia im Sommer den DrumBrute Impact an. Äußerlich der kleine Bruder des DrumBrute, ist der Arturia DrumBrute Impact jedoch nicht einfach nur eine günstigere und abgespeckte Version von Arturias erstem analogen Drum Synthesizer. Auch in Sachen Klang und Features haben einige Modifikationen stattgefunden.

Die Hardware des Arturia DrumBrute Impact

Geliefert wird der Arturia DrumBrute Impact zusammen mit einem passenden Netzteil sowie einer Registrierkarte. Zwar erfüllen die Abmessungen alle rucksackkompatiblen Voraussetzungen, doch beim Auspacken überrascht die Größe dann doch ein wenig: Sehr geschrumpft ist dieser DrumBrute nicht, was natürlich für die Live-Bedienung von erheblichem Vorteil ist, da um sämtliche Regler herum genügend Platz geboten wird. Das Risiko, beim Schrauben aus Versehen einen anderen Parameter zu verändern, ist also nicht gegeben. Die Verarbeitungsqualität ist durchgängig robust. Nichts wackelt und die anschlagdynamischen Pads vermitteln ein gutes Spielgefühl. Neue Bestandteile des Designs sind die orangefarbenen Kunststoffstreifen aus dem Hause Hartmann. Sie zieren beide Seitenteile und stehen im farblichen Einklang mit dem Streifen unterhalb der Pads, der auf das neue Color-Feature verweist – mehr dazu später.

Arturia DrumBrute Impact

In Sachen funktionaler Aufteilung hat sich auf dem Bedienpanel gegenüber dem DrumBrute nichts geändert. Oben befindet sich der Sequenzer-Bereich inklusive Step-Taster, unten die einzelnen Instrumente samt Regler und Pads. Auf der Rückseite lässt sich der DrumBrute Impact ein- und ausschalten und mit Strom versorgen. Neben einem MIDI-Ein- und Ausgang verfügt der DrumBrute Impact über einen USB-Anschluss, durch den die bidirektionale Kommunikation mit einem Computer gewährleistet wird. Via USB wird das Instrument als class-kompatibles Gerät erkannt und im Zusammenspiel mit Arturias instrumentenübergreifender Software MIDI Control Center lassen sich Updates und gerätespezifische Konfigurationen durchführen. Mit dem MIDI Control Center können überdies Patterns erstellt, gespeichert und verwaltet werden.

Daneben verfügt der Arturia DrumBrute Impact auch noch über einen Clock Ein- und Ausgang. In summa lässt er sich damit auf dreifache Weise zu einem externen Clock-Signal synchronisieren: via USB, MIDI oder analogem Eingang. Der Clock Ein- und Ausgang kann überdies mit Hilfe des MIDI Control Centers so konfiguriert werden, dass er mit verschiedenen älteren Clock-Typen kompatibel ist, wie beispielsweise 24, 48 oder 2 ppqn oder nur einem einzelnen Impuls pro Viertelnote.

Arturia DrumBrute Impact

Der Monoausgang (Klinke) für den Gesamtmix wird durch vier Einzelausgänge im Miniklinkenformat ergänzt. Sie sind für die Kickdrum, beide Snares, beide Hi Hats und die FM Drum reserviert. Sobald hier ein Kabel angelegt wird, wird das entsprechende Instrumentensignal vom Gesamtmix abgezogen. Überdies lässt sich mithilfe der Einzelausgänge und eines Mixers die Tatsache kompensieren, dass es sich beim Gesamtmix nur um ein Monosignal handelt. Schließlich gibt es – ebenfalls im Miniklinkenformat – noch einen Kopfhörerausgang.

Die Klangparameter des Arturia DrumBrute Impact

Insgesamt stehen im Arturia DrumBrute Impact 10 Instrumente zur Verfügung, die sich über 8 Pads ansteuern lassen: eine Kickdrum, zwei Snare Drums, Hi und Low Tom, die sich ein Pad teilen, Cymbal und Cowbell, die sich ebenfalls ein Pad teilen, Closed Hat und Open Hat, die beide durch dieselbe analoge Schaltung erzeugt werden, und schließlich die FM Drum.

arturia drumbrute impact

Jedes Klangmodul verfügt über instrumentenspezifische Parameter. Allen gemeinsam ist jeweils ein Lautstärkeregler und die Option „Color“, die wiederum Einfluss auf ein instrumentenspezifisches Klangcharakteristikum hat. Sämtliche Instrumente können überdies auf 4 verschiedene Arten getriggert werden können, die – unabhängig von den einzelnen Parametern – Einfluss auf deren Klangverhalten haben. So können die Drums normal, mit Akzent, mit der Color-Option und schließlich mit der Color-Option und Akzent angesteuert werden. Jede Variante führt zur einer weiteren Klangveränderung.

Die einzige Ausnahme bildet hier nur die Cowbell, die sich weder durch einen Parameter noch durch die Option „Color“ klanglich verändern lässt. Darüber hinaus lässt sich nicht nur die Gesamtlautstärke separat regeln, sondern man kann den Gesamtmix noch mithilfe eines Distortion-Effekts sättigen oder aber völlig verzerren.

Arturia DrumBrute Impact

Für die Kickdrum lassen sich die Abklingzeit (Decay) und die Tonhöhe (Pitch) regeln. Beide Parameter decken hier das ganze praxisrelevante Spektrum ab. Im ersten Klangbeispiel ertönt die Kickdrum bei voller Lautstärke. Zunächst wird die Tonhöhe variiert, dann die Abklingzeit. Anschließend werden der Distortion-Effekt hinzugedreht und die Color-Option aktiviert, die hier noch zusätzlich Drive erzeugt.

Auch mit nur 2 Parametern bleiben hier nicht viele Wünsche offen. Von unauffällig bis hart lässt sich die Kickdrum zu allen Zwecken nutzen.

Das erste Snare-Modul verfügt ebenfalls über einen Parameter für die Abklingzeit und über einen so genannten Tone/Snap-Parameter, mit dem sich das Verhältnis zwischen dem perkussiven Akzent und dem Rauschanteil regeln lässt. Für das Klangbeispiel wurden zwei Akzente gesetzt. Zunächst wird der Tone/Snap-Parameter bedient, dann das Decay gesteuert. Anschließend werden auch hier Gebrauch vom Distortion und der Color-Option gemacht. Letztere übernimmt hier die Funktion, den Klang „bauchiger“ zu machen.

Auch die Snare ist flexibel einsetzbar und kann ohne Rauschanteil auch als hohe Tom genutzt werden.

Die Parameter für die zweite Snare sind beinahe identisch. Hier steuert der Tone-Parameter jedoch die Filterfrequenz und die Color-Option aktiviert einen Clap-Effekt. Im folgenden Beispiel werden zunächst Tone, dann Decay variiert. Anschließend kommen wieder Distortion und Color zum Einsatz. Auch Akzente wurden erneut verwendet.

Die zweite Snare steht einem klassischen Clap von vornhinein deutlich näher. Mithilfe von Color und Distortion sind auch sehr schneidige Sounds möglich.

Beide Toms, die sich jeweils mittels einer Wahltaste auswählen lassen, verfügen einzig über einen Parameter zur Tonhöhensteuerung, der sich auf die hohe und tiefe Tom gleichzeitig auswirkt. Das bedeutet letztlich, dass sich das Intervall zwischen beiden Toms leider nicht frei variieren lässt. Die Color-Option fügt hier beiden Toms eine längere Abklingzeit hinzu. In den Klangbeispielen wird zunächst die Tonhöhe der verschieden akzentuierten Toms geändert. Schließlich wird erneut – Sie haben es erraten – von Distortion und Color Gebrauch gemacht.

Man hat es also mit ganz soliden Toms zu tun, die sehr gut auf den Distortion-Effekt ansprechen.

Klangbeispiele
Forum
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    richard  AHU

    Nette kleine Kiste, zu dem Preis kann man eigentlich nicht viel falsch machen damit. Was mich bei den Arturia Geräten generell ein wenig nervt ist das die Lauflichtschaltung nicht ganz unten angeordnet ist. Man kann sich mit der Zeit an alles gewöhnen, aber mich stört es immer wieder im Workflow.

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    Emmbot  

    Ist schon ein schönes Gerät aber ich habe genug Klopfgeister.

    Der Preis geht voll in Ordnung.

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    Atarkid  AHU

    Ich hab den „großen“ Drumbrute, und ich muss sagen, dass der Impact insgesamt einfach besser klingt, homogener. Irgendwie ist der Klang auch crisper. Eine echt tolle Maschine. Ich überlege mir ernsthaft, ob ich mir den auch noch holen soll…. Da wird der große Bruder wahrscheinlich im Schrank verstauben. Eigentlich eine Schande.

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      Maxim

      Ist wie beim Minibrute. Erstmal kompletten Müll entwicklen und in den Markt schmeissen, dann aus den Fehlern lernen, wodurch erst der Nachfolger nach irgendwas klingt. Ich hab leider auch den Drumbrute, mehr wegen dem tollen Sequencer.

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    syntach  

    Bei allem Guten, das die IMPACT liefert: wer hat diese grottigen sub DIY Snares erlaubt?
    Ich musste beim Ausprobieren im Laden nach 30 Sekunden abschalten, dann war das Klangspektrum auch erforscht.

    Wären die Hihats flexibler und eine ausgefallene druckvolle Snare drin, dann wäre das eine tolle Drummachine.

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      Coin  AHU

      Moin syntach, was meinst Du mit „sub DIY Snare“ ?
      Snare 1 geht bis ca. 170 Hz runter (der Noiseteppich),
      nur der „Percussion“ Teil geht teilweise bis 80 Hz runter.
      Snare 2 geht bis ca. 150 Hz tief.
      Aber von subbig keine Spur.
      Wenn, dann könnte man auch einen Low-cut machen.
      Ist aber nicht nötig, wie gesagt.

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        syntach  

        sub DIY = schlechter als DIY. Im Laden war ich echt win bisschen sprachlos wie die klingt. Eben weil der Rest ja ganz ok ist.

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    Coin  AHU

    Was die Drumbrutes machen, finde ich ganz gut.
    Aber sie können eben nicht viel.
    Bzw. haben die nur begrenzten Spielraum.
    Mehr als eine Volca, aber eben nicht viel.
    Man könnte damit schon 3 – 4 Tracks bauen.
    Danach kennt man leider schon alles, was aus den Drumbrutes kommt.
    Samplebasierte Drumcomputer sind da viel flexibler (Digitakt z.B.)

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      Atarkid  AHU

      Naja, das Problem hatte man ja in den 80ern auch. Da muss man eben mit Outboard nachhelfen. War doch schon immer so. Samples sind natürlich immer flexibler, haben aber wieder andere Nachteile. Und was den Digitakt angeht: An sich ein tolles Maschinchen, aber mit nem Stereoausgang einfach unterdimensioniert, schließlich will man ja seine, oft qualitativ hochwertigeren Effekte, zum Veredeln nutzen.
      Grundsätzlich hast Du recht, konventionelle Analog-Drummies haben ihre Grenzen, da sind VA-Geräte eigentlich immer noch die beste Wahl, wenn es sie denn gäbe: Waldorf Rack-Attack hat nie ein Upgrade bekommen, Nord ignoriert konsequent die „Nicht-Drummer“, dabei wäre deren Engine momentan eine der Besten. Sonic Charges Microtonic lässt seine Engine in einem KInderspielzeug werkeln, anstatt diesen tollen Ansatz in „richtiger“ Hardware realisieren zu lassen. Oh Gott, was würde ich für die drei genannten VA-Drumsynths in Verbindung mit dem Drumbrute-Sequenzer geben….

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        kupsu  

        Genau so isses und deswegen wird sich demnächst der Drumbrute Impact zu meiner Nord Drum 3p gesellen. Das wird ein Fest.

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            kupsu  

            ja das ding wurde konsequent nur für drummer designt glaube ich. sehr viel potential verschenkt. ich hab sie bisher nicht vermisst. hätte aber auch nichts dagegen gehabt.

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        Coin  AHU

        @ Atarkid,
        Man kann doch die Samples processed auf das Gerät schicken.
        Also im Rechner effektieren, wie man das haben will.
        Dann braucht man auch keine Einzelausgänge.
        Bei nem DrumSynth geht das ja nicht, da ergeben Einzelouts eher Sinn.

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          Atarkid  AHU

          Stimmt, aber ich nutze die Effekte oft und gerne spontan. Das ist mir dann zuviel Planung im Vorfeld. Sound mit Delay, ohne Delay, mit wenig Delay usw… :).. Wobei Delay jetzt ein schlechtes Beispiel ist, das bringen die meisten Sampler und Grooveboxen eh mit ^^… Aber du weißt was ich meine :)

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    Son of MooG  AHU

    Wie schon der MicroBrute seinen großen Bruder durch den Sequencer und die kleine Patch-Bay überflügelt, tut es der Impact gleich und bietet Colour-Funktion und FM-Drum. Features wie Länge, Swing- & Propability-Optionen pro Track sowie die flexiblen Sync-Optionen machen den Impact eine harte Herausforderung an meinen RhythmWolf, den ich trotz seines schlechten Rufes sehr zu schätzen gelernt habe. Mit dem Impact kann er jedoch nicht mithalten und so werde ich ihn wohl demnächst ersetzen…

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    vlkr  

    Ich hatte mir einen bestellt und dann nach 3 Tagen wieder zurück geschickt.
    Der Sequencer macht zwar Spaß aber am Sound hatte ich mich da schon satt gehört.
    Die Toms sind für mich komplett unbrauchbar gewesen. Snare hat nur einigermassen funktioniert wenn man beide kombiniert hat. Hi Hats waren ganz nett aber mit einem sehr kleinen Sweetspot und ohne Pitch auch nicht wirklich sinnvoll.
    FM ohne Parameter Lock, da dreht man dann die ganze Zeit dran um Bewegung reinzubringen und verdreht sich auch schnell. Ich möchte Live ja nicht die ganze Zeit nur an den FM Reglern drehen müssen.

    Schon klar das man für 299,- keine eierlegende Wollmilchsau erwarten kann aber im Endeffekt hätte ich es besser gefunden wenn es weniger gegeben hätte was kaum bis gar nicht brauchbar ist und dafür die anderen Sachen ein paar mehr Parameter bekommen hätten.

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    Coin  AHU

    Kleiner Tipp: Drum Sampler z.B. Digitakt und ein Fieldrecorder z.B. Zoom H4n.
    Dann nimmt man selbst Drums auf (z.B. Schneeball –> Fensterscheibe = Kick)
    von denen ein Drumsynth nur träumen kann.
    Kostet zwar das doppelte, aber man kann sich dafür unbegrenzte,
    eigene Klangwelten schaffen.

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      vlkr  

      Drumsynths haben Ihre Berechtigung und es spricht ja nichts dagegen beides zu benutzen (gerne auch gleichzeitig)
      Die GrundsatzDiskussion Synth vs. Sampler muss an dieser Stelle nicht unbedingt ausgetragen werden weil hat ja nicht so viel mit dem Impact zu tun

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      kupsu  

      woohoo…da greift jemand ganz tief in die trickkiste. sorry äpfel mit birnen zu vergleichen ergibt in diesem kontext keinen sinn. aber ich esse gerne äpfel und birnen und stell dir vor ich sample und hab nen drumsynth. ist glaub ich auch nichts besonderes. kann mir vorstellen, dass das sehr viele machen.

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