AMAZONA.de

Test: Dave Smith Instruments Mopho


DSI Mopho

Nach den großen Erfolgen des Evolvers, Polyevolvers und Prophet 08, handelt es sich bei dem neusten Produkt von Dave Smith um einen echten Preisleistungshammer. Wie der Name schon verrät, ist Mopho ein monophoner Desktopsynth, der mit einer Stimme des Prophet 08 ausgestattet ist. Für rund 380 Euro bietet er neben einer modernen, digital gesteuerten analogen Klangerzeugung auch einen Stepsequenzer, Arpeggiator, eine Filterbank und eine Vielfalt an Modulationsmöglichkeiten.
Lesen Sie auch unbedingt die AMAZONA.de Tests aller bisher erschienenen DSI Produkte (siehe Verweise)!

Dave Smith Instruments Mopho

Dave Smith Instruments Mopho

Auf den ersten Blick
Kaum ist der Mopho aus seiner Verpackung befreit, beeindruckt zunächst einmal das handliche Format (19,05 cm x 12,7 cm) und das enorme Fliegengewicht von 0,7 kg.
Die beschriftete Sonnenstrahlenfolie auf dem quietschgelben Gehäuse erinnert ein bisschen an einen Flyer für einen 90er Jahre Rave und dürfte zumindest auf jeder Goa-Party ein absoluter Blickfang sein.
Aber wie so oft ist das nur eine Äußerlichkeit, denn schließlich kommt es auf die inneren Werte an.

Als Klangerzeuger dienen zwei Oszillatoren mit jeweils einem Suboszillator, die über die Wellenformen Sägezahn, Dreieck und Puls verfügen. Die Pulsweite ist einstellbar und kann somit auch als Rechteck genutzt werden. Beide Oszillatoren lassen sich synchronisieren, wobei der zweite als Master agiert. Zusätzlich besitzt der Mopho ein White Noise und einen Monoeingang für das Filter zur Bearbeitung externer Audioquellen. Sowohl die Suboszillatoren, das Noise als auch der Filtereingang haben eine eigene Volumeregelung, während die beiden Oszillatoren über einen Mixregler angepasst werden.

Das analoge Curtis LowPass Filter ist wahlweise als 2- oder 4-Pole Filter verwendbar, wobei es bei der 4-Pole-Einstellung zur Selbstoszillation fähig ist. Zusätzlich kann bei nicht verwendetem Audio In, das Ausgangssignal des Mophos via Inputregler zurück in das Filter geschickt werden, um so Rückkopplungseffekte zu erzeugen.
Gleich vier LFOs und drei Envelopes laden zu abwechslungsreichen Modulationen ein, und gerade dadurch hebt sich der Mopho deutlich von anderen Monosynths ab. Die synchronisierbaren LFOs bieten als Wellenformen einen normalen und inversen Sägezahn, Dreieck, Rechteck und eine Random Funktion.
Alle drei Envelopes verfügen über ADSR mit Delay, wobei zwei von ihnen fest dem Filter und dem VCA zugewiesen sind. Envelope Nummer 3 kann wahlweise auch geloopt werden, um quasi als fünfter Ersatz-LFO einzuspringen.

Mophos Signalweg

Mophos Signalweg

Die Bedieneroberfläche ist mit neun gerasterten Endlosreglern versehen, die zur Klanggestaltung dienen. Fünf davon steuern stets die Ottonormal-Spaßparameter Pitch, Cutoff, Resonance, Attack und eine Verknüpfung von Decay und Release. Die vier weiteren können mit allen beliebigen Parametern des Mophos belegt und in jedem der 384 Programme individuell gespeichert werden.
Die Menüführung erfolgt über ein sehr gut lesbares, zweizeiliges Display (ja, DSI hat das Gemotze am Evolver Display zur Kenntnis genommen), vier Drucktaster und einen weiteren Endlosregler. Über die Knöpfe Input Gain und Volume wird der Eingang des Audio Ins und des Masterausgangs geregelt.
„Push it!“ steht über dem einzigen roten Drucktaster, mit dem der Mopho auf die Schnelle mal getriggert werden kann.

Auf der Rückseite tummeln sich die üblichen Anschlüsse, wie ein MIDI-Duo, der bereits genannte Audio In, der Stereoausgang, da der Mopho auch Panorama Modulationen erlaubt, und ein Kopfhöreranschluss. Sämtliche Audiobuchsen sind als 6,3 mm Klinken ausgelegt. Mit Strom wird der Mopho über ein sehr kleines und leichtes Netzteil versorgt, das regelrecht auf internationale Bühnen schielt, da es gleich mit diversen Adapteraufsätzen ausgestattet ist.

1 2 3 4 >

Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Markus Schroeder RED

    Gelb war schon immer meine Farbe!
    Das Ding ist einfach sexy.

    @Chris
    Das einzige was mir nicht schmeckt is die NRPN Programmierung, wenn ich den Morpho fernsteuern möchte,
    Kannst Du vielleicht dazu noch was sagen?
    Danke :D

    • Profilbild
      Chris Pfeil RED

      @m.schroeder

      Der Mopho kann sowohl über NRPN als auch CC gesteuert werden. Für die NRPN Steuerung benötigst Du einen entsprechenden Controller. Allerdings werden nicht alle Parameter über CC angesprochen. Im Manual kannst Du in den Midi Implementation Charts nachlesen, um welche Parameter es sich handelt – falls Du es ganz genau möchtest ;-)

      Gruß Chris

      • Avatar
        homeproducer

        irgendwie fehlt bei den Beispielen der besondere Soundcharakter. Den Eindruck hatte ich auch von anderen Demos. Irgendwie sind diese Sounds so passe verdammt nochmal.

  2. Avatar
    Philipp

    Das Teil macht einen sehr interessanten Eindruck auf mich.

    Eigentlich suche ich was polyphones analoges und wollte auf den Prophet08 sparen..

    Der Prophet 08 spricht mich vom Sound zwar an, 100% entschlossen bin ich aber nicht, da er deutlich dünner als der Prophet 5 klingt, welcher für mich das Maß aller Dinge darstellt..

    Die Samples „Acid Style“ „String Layer“ des Mopho überzeugen mich dagegen mehr als die Demo-Sounds die ich bisher vom Prophet08 gehört habe.
    Ist das ein subjektiver Eindruck oder hat der Mopho einen fetteren, satteren Klang als der Prophet08?
    Lassen sich die Mophos auch kaskadieren?

    cheers Philipp

  3. Avatar
    ManuEnd

    also ich glaube kaum dass der mopho in irgend ner form fetter klingt. ist von der architektur halt 1 stimme vom prophet08. aber ich find den sound vom prophet auch ziemlich cool. wenn ich mich nicht täusche haben sie ja noch ein feedback in den signalpfad implementiert womit man bestimmt noch coole sachen machen kann. (siehe ni massive)
    ciao fieldy

    • Avatar
      Philipp

      Vielleicht ist das der Grund, die Unterschiede laut Homepage:

      The voice architecture is identical to a single voice of the Prophet ’08, but with a couple of unique twists to distinguish it from its award-winning sibling. We have added two sub-octave generators—one per oscillator—for additional girth and crushing basses.

      cheers Philipp

      • Profilbild
        Jauly

        Der Mopho klingt definitv „fetter“ als der Prophet 08, und das war für mich dann auch die Kaufentscheidung. Auf die Frage ob sich Mophos polyphon kaskadieren lassen, habe ich noch keine eindeutige Antwort gefunden. Das ging sogar mit den Single Voice Evolvern. Daher wäre es auch großartig, mit mehreren Mophos eine „poly chain“ zu erzeugen!

  4. Avatar
    ManuelEnd

    ich find des teil einfach nur megasexy…gibt`s bestimmt auch irgendwann ne mono-keyboard version.

  5. Avatar
    babo

    der test klingt irgendwie ein bischen „keys“-like,mit floskeln
    wie „mal eben“. die schreibe von Theo Bloderer find ich
    wesentlich informativer, man denkt da nicht,es soll einem ein
    synthi verkauft werden. zum thema zuverlässigkeit:
    einer meiner evolver ist schon abgeraucht, irreperabel da
    surface mounted!
    zig alte kisten haben mich noch nicht im stich gelassen,
    oder waren reperabel!

  6. Avatar
    rudolf

    Frage: macht die Kombination
    Midi-Basspedal(Fatar, Roland)
    mit dem DSI Mopho einen Sinn ?

  7. Avatar
    Steffen

    Hmm, also ich lese hier von analogen Curtis filtern und VCAs … aber hat er denn auch echte VCOs? Auf der Homepage heisst es, er hätte einen durchweg analogen Signalweg. Ich geh mal davon aus, da stecken echte VCOs drin und das wurde hier im test nur nicht erwähnt, right?

  8. Avatar
    sebastianb

    Das Ding macht soundmäßig sehr viel Spaß, auch für Anfänger wie mich. Und vor allem ist es außerordentlich tragbar und ohne Controller vielfältig zu bedienen, was ich nächste Woche in einem (auch Amateur-)Techno-DJ-Set gleich mal testen werde.

  9. Profilbild
    Jauly

    Der Mopho hat meine absolute Kaufempfehlung. Ich liebe dieses kleine Biest! Er klingt für seine Größe einfach unglaublich gut. Das einzige was mir nicht so zusagt sind die digital klingenden LFOs. Sie modulieren den Sound meiner Meinung nach zu exakt, was für meine Ohren starr klingt. Doch das ist leider bei allen modernen Analogen so! Die Hüllenkurven schnappen dafür gut, die Suboszis geben nötigen Druck (den ich beim Prophet 08 vermisst habe) und die umfangreichen Modulationsmöglichkeiten lassen viel Kreativität in der Soundgestaltung zu.

  10. Profilbild
  11. Avatar
    Resonator

    Hallo, ihr Lieben.
    Ich habe hier seit etwa 4 Wochen den Mopho Keyboard stehen. Im direkten Vergleich zu Virus, Minimoog OS und Slim Phatty kann ich nur sagen, daß der Mopho die Schnauze WEIT vorne hat. Leider sind die Presets wenig aussagekräftig und orientieren sich oftmals eher an dem momentan modernen Gekreische, bevorzugt Sync-Sounds etc. Der Synth ist sicherlich im ersten Moment weit unterschätzt. Durch die 3 Envelopes und 4 LFO (die ich nicht starr finde – ein LFO ist ein LFO, eine Sinuswelle eine Sinuswelle….) kann er unglaublich komplexe Klänge hervorbringen. Soviel Synthesizer auf so wenig Platz hatte ich zuvor noch nie. Einzig die Tastatur gibt Grund zu meckern: Sie spricht zu spät an, die Kontakte hätte man 1-2 mm höher setzen sollen. Trotzdem: Ein sehr schöner, SEHR warmer und lebendiger Synthesizer, den ich jederzeit wieder kaufen würde.
    Mir fehlt lediglich ein Hold-Schalter auf dem Panel (der Push-Button ist eher ein Witz), der sich jedoch durch einen externen Fußschalter ersetzen lässt. Das Menü ist Lichtjahre besser als das der Phattys. Meines Erachtens ein Synthesizer, der in Sachen Preis/Leistungsverhältnis ungeschlagen bleiben wird. Wie sagt Dave Smith so schön: „It runs circles around the pro one“. Er hat Recht, der Mann.
    Beste Grüße
    Martin

    • Profilbild
      polyaural ••••

      „Listen to the sounds, twiddle some knobs, have some fun!“ Dave Smith, Mopho-Manual.

      Ich habe meinen Mopho seit einer Woche, und bin vollkommen begeistert. Die Keyboardversion hat mich hingegen abgeschreckt, obwohl ich als alter ProOne-Fan die natürlich bevorzugte. Aber: Die Tastatur war dem Rest des Gerätes absolut nicht angemessen.

  12. Profilbild

Kommentar erstellen Kommentar erstellen Leser-Story erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

Über den Autor

Bewertung

Test: Dave Smith Instruments Mopho

Bewertung: 5 SterneBewertung des Autors
Leserbewertung: 5
Jetzt anmelden und dieses Produkt bewerten.

Hersteller-Report Dave Smith Instruments

AMAZONA.de Charts

Aktion