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Test: Elgato Wave XLR, Audiointerface und Mikrofonvorverstärker

25. Februar 2022

Mix aus Mic-Preamp und Audiointerface

elgato wave xlr test

Elgato Wave XLR, Audiointerface und Mikrofonvorverstärker

Das Elgato Wave XLR ergänzt die schon länger erhältlichen USB-Mikrofone WAVE:1 und WAVE:3, die ich hier getestet habe. Es basiert im Wesentlichen auf dem WAVE:3 und lässt dem Anwender die Freiheit, eigene Mikrofone zu verwenden. Ich war neugierig, was das Gadget kann, reiht es sich preislich doch zwischen unzähligen Audiointerfaces mit teilweise sogar zwei Inputs ein. Der Blick auf die Rückseite lässt zunächst symmetrische Ausgänge für Studiomonitore vermissen. Was ist also die Kernkompetenz des Elgato Wave XLR? Um dies gleich vorweg zu klären: Kernkompetenzen gibt es zweifellos und dazu auch einige Überraschungen.

Erster Eindruck: Elgato Wave XLR

Elgato hat sich inzwischen ganz auf den Bereich Content Creation fokussiert, einige Produkte wie das Elgato Stream Deck hatten wir auch schon im Test. Elgato bezeichnet sich als führender Hersteller hochwertiger Produkte für die Content-Produktion und wurde 2018 von Corsair übernommen. Die Entwicklung der Produkte erfolgt in Kalifornien und Deutschland.

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Elgato Wave XLR, Audiointerface und Mikrofonvorverstärker test

Wie auch schon bei WAVE:1 und WAVE:3 hat man sich bei der Verpackung große Mühe gegeben, die Box macht schon was her. Ein langes USB-Kabel mit Type-C-Stecker auf der Interface-Seite liegt dem Elgato Wave XLR bei, ansonsten noch eine Kurzanleitung – das war es auch schon. Die zugehörige Software Wave Link lädt man bei Elgato von der Website. Diese lag mir damals schon für das WAVE:1 und WAVE:3 vor. Man hat sie inzwischen kräftig aufgewertet, dazu komme ich später

Elgato Wave XLR im Karton

Die Verarbeitung des Elgato Wave XLR ist gemessen am Preis und Einsatzzweck tadellos. Das solide Kunststoffgehäuse mit der gummierten Unterseite steht wie eine Eins, ist für den mobilen Einsatz aber vielleicht etwas unförmig. Im Gegensatz zu den ganzen Pulten für Podcaster nimmt es entsprechend wenig Stellfläche ein, einzig die Frontseite wirkt etwas aufgesetzt.

Der großzügige, leicht rastende Endlos-Drückdrehregler wackelt leicht, lässt sich aber gut greifen. Dafür gibt es allerdings einen triftigen Grund, denn es gibt Frontplatte und Drehknopf in verschiedenen Farben zum Auswechseln, so dass man sein Wave XLR individualisieren kann, vor Allem in anderen Farben als Schwarz, Silber und Rot. Die Front ist einfach eingeklickt und beides lässt sich einfach abziehen.

Elgato Wave XLR ohne Deckel test

So sieht das Ganze mit abgenommener Front aus

Geliefert wird das Produkt mit schwarzer Platte und Drehregler. Beides gibt es nur im Set. Wer verschiedene Farben wünscht, kann mehrere Sets kombinieren. Für sehbehinderte Anwender hat das sogar noch einen kleinen Vorteil, denn die LEDs kommen ohne Frontplatte deutlich besser zur Geltung und davon gibt es Einige. Ein Leuchtkranz um den Drehregler herum gibt Aufschluss über den jeweils eingestellten Wert, unten links zeigen drei LEDs den jeweiligen Einstellmodus an. Das kenne ich schon vom WAVE:3.

Durch Drücken wählt man die Funktion des Drehrades: Mikrofon-, Kopfhörerlautstärke und Überblenden für latenzfreies Monitoring. Die Phantomspeisung lässt sich durch Drücken und kurzes Halten des Knopfes aktivieren und wird mit einer LED unten rechts angezeigt.

Wie schon beim WAVE:3 begeistert mich, dass man die Grundeinstellungen direkt und ohne Software intuitiv erreicht, wobei die Pegel mit dem Computer synchronisiert werden. Bei Stromlosigkeit bleiben die Einstellungen übrigens erhalten.

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Die Buchsen auf der Rückseite sind ausreichend stabil und aus Kunststoff, der XLR-Anschluss ist nicht verriegelbar, dafür aber mit dem Gehäuse verschraubt.

Elgato Wave XLR, Audiointerface und Mikrofonvorverstärker test

Aber halt, da war doch noch was? Richtig, der kapazitive Sensor. Diesen kenne ich auch schon vom WAVE:3. So berührt man beim Elgato Wave XLR die Oberseite des Gehäuses zum Stummschalten des Mikrofons. Diese wird durch einen rot leuchtenden Kranz um den Drehregler gekennzeichnet und auf dieselbe Weise wieder aufgehoben, das Ganze passiert völlig geräuschlos.

Das Elgato Wave XLR in der Tonstudiopraxis

Angeschlossen ist das Elgato Wave XLR mit dem USB-Kabel schnell und dies ist auch ausreichend lang, um es an der Rückseite eines Towers unter dem Schreibtisch zu verbinden. Gerätetreiber sind aufgrund der Class compliance nicht nötig und das Audiointerface wird sofort erkannt, allerdings funktionierte es im Gegensatz zum WAVE:1 und WAVE:3 am iPad mit dem Lightning-Adapter nicht ohne externe Stromzufuhr. Kein Wunder, durch die Phantomspeisung liegt der Energiebedarf über den maximalen 40 mAh.

Elgato Wave XLR Seite

Abgetastet wird mit 24 Bit bei maximal 96 kHz und ohne Wave Link Software lässt sich der Funktionsumfang des Elgato Wave XLR nicht entfalten. Dann sind nicht nur Firmware-Updates möglich, sondern es lässt sich auch der Lowcut von wahlweise 80 oder 120 Hz zuschalten und sogar die Farben der LEDs lassen sich anpassen.

Screenshot Elgato Wave XLR Settings

Darüber hinaus werden auch die virtuellen Audiotreiber installiert, die zwar kein ASIO ermöglichen, jedoch virtuelle Ein- und Ausgänge. Auf diese Weise lassen sich Musik, Games und Chat an den Mixer des Wave Link übergeben und das Summensignal kann beispielsweise in OBS Studio genutzt werden. Weiterhin lassen sich im Mixer auch VST-Plug-ins zur Klangbearbeitung nutzen.

Damit nicht genug. So lassen sich die Ein- und Ausgänge weiterer Audiogeräte ebenfalls integrieren, mit einem zweiten Wave-Gerät könnte man also auch Interviews aufzeichnen. Im Grunde genommen erhält man ein virtuelles und erweiterbares Podcast-Studio, das man ruhig noch um die Fähigkeit der Aufzeichnung erweitern könnte. Dass ASIO fehlt, empfinde ich nicht als problematisch, denn für die Zielgruppe ist WASAPI ausreichend. Elgato empfiehlt übrigens OBS Studio und Plug-ins von Cockos REAPER.

Screenshot Elgato Wave Link Mixer

Die Anwendung ist optisch aufgeräumt und lässt sich auch mit dem Elgato Stream Deck fernsteuern, auf diese Weise bekommt man auch ein haptisches Feeling. Während die erste Version von Wave Link noch nicht barrierefrei war und nur ein Wave-Mikrofon unterstützt hat, wurden die Elemente inzwischen mit Text hinterlegt, so dass Anwender von Bildschirmleseprogrammen mit der Maus und der zugehörigen Lesefunktion die Meldungen erfassen können. Das erleichtert mir persönlich die Arbeit ungemein und ist ein toller Fortschritt.

Beim Anschluss des WAVE:3 wurde mir unmittelbar ein Firmware-Update angeboten, dies würde vermutlich dem Wave XLR bei Verfügbarkeit ebenfalls passieren. Der Mixer verfügt über typische Pegelsteller und Mute-Taster, sowie einen Channelstrip für Insert-Effekte. Will man mehr Effekte nutzen, wird man auf die Hilfeseite von Elgato geleitet oder man verwendet bereits vorhandene VST-Plug-ins. Neun Kanäle stehen bereit und können mit verschiedenen Quellen belegt werden, für den Kopfhörer und zum Streaming lassen sich verschiedene Mixe erstellen.

Elgato Wave XLR, Audiointerface und Mikrofonvorverstärker test

Wie klingt das Elgato Wave XLR?

Bei einem Audiointerface der Einstiegsklasse geht es nicht ohne Kompromisse, die vermutlich beim Elgato Wave XLR in den fehlenden Line-Ausgängen zu finden sind. Der Mic-Preamp mit seinem Gain von 75 dB reicht dicke auch für das Shure SM7B, so dass eine Verstärkung mit nur geringen Verzerrungen möglich ist. Hier zunächst ein Klangbeispiel mit dem SM7B und RODE Broadcaster am Elgato Wave XLR

Während sich die Verstärkung beim Shure SM7B positiv auswirkt, liefert der Kopfhörerausgang für meinen Beyerdynamic DT 1990 Pro zu wenig Leistung, der AKG K812 ist hier deutlich lauter. Um das Rauschverhalten beim Shure SM7B besser bewerten zu können, greife ich zum RODE AI-1 und vergleiche beide Mikrofone an diesem Interface.

 

Das RODE AI-1 verhält sich geradewegs umgekehrt. Für das Shure SM7B reicht die Verstärkung gerade so aus, während der Beyerdynamic DT 1990 Pro genug Leistung bekommt und recht laut aufspielen kann. Im Vergleich dazu zeigt sich die extreme Verstärkung des Elgato Wave XLR als Vorteil, die mit ClipGuard Verzerrungen effektiv verhindert. Dabei klingt das Elgato Wave XLR durchweg gut und angenehm, wobei die Detailauflösung des RODE AI-1 nach meinem Gefühl etwas besser ist. Bei Gesang und der richtigen Raumakustik würden sich diese Unterschiede sicher deutlicher zeigen, aber für reine Sprachaufnahmen ist dies eher zu vernachlässigen. So kann das Elgato Wave XLR grundsätzlich überzeugen und mit den richtigen Plug-ins gibt es klanglich noch viel Luft nach oben.

Die Stärken liegen wahrlich in der Software Elgato Wave Link, so dass sich das Gespann in Verbindung mit dem Elgato Stream Deck durchaus als Alternative zu Podcast-Konsolen messen kann.

Elgato Wave XLR, Audiointerface und Mikrofonvorverstärker test

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Fazit

Das Elgato Wave XLR ist ein kompaktes und solides Audiointerface für Streamer – ein Mikrofon und Kopfhörer genügen. Die Stärken liegen vor allem in der Software, denn diese liefert ein virtuelles Mischpult und lässt sich mit Effekt-Plug-ins und weiteren Produkten von Elgato kombinieren. Ohne Software lassen sich die Grundfunktionen bedienen, Treiber sind nicht nötig und es gleicht im Funktionsumfang dem Elgato WAVE:3. Allerdings endet sein Leistungsumfang ab dem Moment, wenn ein Instrument ins Spiel kommt, Singer/Songwriter sind raus. Geht es allerdings um reine Sprachaufnahmen, ist das Wave XLR eine gute Wahl. Ist allerdings kein Mikrofon vorhanden, lohnt ein Blick auf das Elgato WAVE:3.

Plus

  • kompakte Bauweise
  • flexibles Design
  • einfache Handhabung
  • leistungsstarke Software
  • gute Klangeigenschaften
  • hohe Verstärkung

Minus

  • fehlende Monitorausgänge
  • Instrumenteneingang hätte die Zielgruppe vergrößert

Preis

  • 155,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    earl75  AHU

    Hallo Stephan, vielen Dank für den Test! Der Link zum vorangegangenen WAVE Test führt bei mir in‘s Leere.
    Viele Grüße.

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