Test: FMR Audio RNLA7239, Stereo-Kompressor

15. Juni 2020

Fehlt da nicht eine Dezimalstelle im Preis?

fmr audio rnla7239 test

FMR Audio RNLA7239, Stereo-Kompressor

Hardware-Outgear hat es schwer in diesen Tagen. Je nach Musikrichtung wird die überwiegende Mehrheit aller Signalprozessoren als Plugin der jeweiligen DAW nebst den mannigfaltigen Presets für die Signalverarbeitung verwendet. Preset passt nicht? Egal, einfach nächstes nehmen, irgendeins wird schon passen. Die Argumentationskette ist stets dieselbe: schnell, einfach, speicherbar und natürlich das beliebteste Totschlagargument: „Der Musikkonsument hört ohnehin keinen Unterschied.“

Zweifelsohne für den regulären Studiobetrieb handfeste Argumente, aber genauso wie sich z. B. im Gitarrensektor eine stabile Gruppe an Usern der „Hört-keinen-Unterschied-Kemper-IR“ Bewegung mit ihren Vollröhrenverstärkern entgegenstemmt, sitzen auch in den Regieräumen dieser Welt immer noch einige „Schrauber“, denen nichts über die haptische Erfahrung eines Reglers und die damit verbundene Klangänderung geht. Eben diese Klientel spricht die texanische Firma FMR Audio an, die mit ihrem FMR Audio RNLA7239 einige witzige, bisweilen ironische Detaillösungen am Start haben.

Die Konstruktion des FMR Audio RNLA7239

Die Texaner haben in der Tat einen Sinn für Humor. Die vier Buchstaben RNLA stehen für „Really Nice Leveling Amplifier“, eine hübsche Beschreibung für einen Kompressor und von der Beschreibung ungefähr auf dem gleichen Niveau wie das Schwestermodell „RNC“, das mit „Really Nice Compressor“ umschrieben wird. Dem witzigen Ansatz folgt jedoch ein klares Prinzip. Klein, handlich, preiswert und von hoher Audioqualität sollen die FMR Audioprodukte sein, was wohl nicht nur bei Budget Studios auf große Aufmerksamkeit stoßen sollte.

fmr audio rnla 7239 test 4

Die Tatsache, dass der FMR Audio RNLA7239 in einem Drittel Rackspace bei 1 HE auf den Markt kommt und auf vier kräftigen Gummifüßen ruht, macht das Produkt nicht nur für den Studiobetrieb interessant, sondern könnte seinen Platz auch auf dem einen oder anderen Bassamp finden. Theoretisch auch im Bereich Gitarre, aber Gitarristen lieben es, mittels Fußschalter ihre Pedale deaktivieren zu können und welcher Gitarrist spielt schon ein komplettes Set mit einem aktivierten Kompressor. Das Gewicht von 490 Gramm ist für sich genommen nicht viel, zeigt aber bei den kleinen Abmessungen, wie stabil das Metallgehäuse angelegt wurde. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der mobile Betrieb, bei dem man auf die Schnelle einen wahlweise mono oder stereo zu betreibenden Kompressor an der Hand hat.

FMR Audio weist zwar ausdrücklich auf die „Rack-mountable“ Features hin, wie das Produkt allerdings mangels Rack-Flügel o. ä. im Rack platziert werden soll, bleibt der persönlichen Kreativität des Engineers überlassen. Ich sehe schon angebohrte Bodenplatten vor meinem geistigen Auge. Eventuell könnte man sich noch eine 1 HE Badewanne besorgen und den FMR Audio RNLA7239 beidseitig fest pressen. Wie dem auch sein, der „Really Nice Leveling Amplifier“ ist nicht das erste Outgear, was sich vom Werk aus nicht in einem 19 Zoll Rack platzieren lässt.

FMR Audio RNLA7239 Test

FMR Audio RNLA7239 Rückseite

Durchsucht man das Netz nach dem FMR Audio RNLA7239, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass wenn es die kleine Kiste erst einmal in ein Studio geschafft hat, es sich dort gerne mit den größeren Brüdern, insbesondere was den Ladenpreis angeht, ordentlich anlegt. Optisch zieht der kleine Kerl nun wahrlich keine Scheibe Tofu vom Teller, aber die Lobpreisungen, die man in verschiedenen Fachforen lesen kann, zeugen beileibe nicht von Welpenschutz. Gerade einmal 259,- Euro rufen die Texaner für den Winzling auf und das bei (Achtung!) „Made In USA“! Kann man bei einem solchen Preis wirklich mit den großen Brüdern klanglich mithalten?

Im Gegensatz zu den ersten Modellen des FMR Audio RNLA7239, bei denen das Gehäuse wohl noch aus Kunststoff gefertigt wurde, besitzt die aktuelle Version ein Metallgehäuse aus zwei gespiegelten Schalen, die auf der Vorder- und Rückseite mit einer entsprechenden Blende versehen wurden und das einen vergleichsweise robusten Eindruck hinterlässt. Auf der Unterseite befindet sich ein kleines Gewinde, mit dem man das Gehäuse zumindest theoretisch mit einer entsprechenden Verschraubung an der Fortbewegung hindern kann.

Ein kurzer Blick auf die Rückseite des Gehäuses offenbart einen einfachen, aber sehr praxisnahen Kniff. Die Input-Buchsen sind als TRS-Buchsen ausgelegt, die man bei Bedarf als FX-Loop benutzen kann. Der Sinn hinter dieser Schaltung ist die Vermeidung der deutlich teureren Insert-Split-Kabel, die im regulären Konsolenbetrieb sonst benötigt würden. Der Nachteil bei dieser Schaltung liegt allerdings in der unsymmetrischen Signalführung. Will man den FMR Audio RNLA7239 in Mono betreiben, so muss man den linken Kanal benutzen. Die gleiche Insert Schaltung befindet sich auch in einem Sidechain, der ebenfalls auf der Rückseite des Gehäuses verbaut wurde. Leider lässt sich der Sidechain nicht mittel eines Schalters deaktivieren.

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In dieser Leistungs- bzw. Abmessungsklasse ist mit einer Kaltgerätebuchse nicht zu rechnen, daher wird ein externes mitgeliefertes Netzteil in Anspruch genommen. 12 Volt bei 500 mA werden benötigt, das mitgelieferte Netzteil geht auf Nummer sicher und liefert 1 A.

Der FMR Audio RNLA7239 wird ohne jegliches Benutzerhandbuch ausgeliefert, das allerdings auf der FMR Audio Website heruntergeladen werden kann. Dieser Download lohnt sich allemal. Nicht nur dass man jede Menge Infos und Tipps erhält, nein, man kann sich ebenfalls an der selbst-ironischen Art der Texaner erfreuen, die nicht nur sich selbst, sondern auch alles Mögliche auf die Schippe nehmen.

In Sachen Messwerte bietet die kleine Kiste auch Erstaunliches. Das Clipping wird bei 3 % THD bei 22,5 dBu für 1 kHz angesetzt, die Eingangs- und Ausgangs-Impedanzen liegen bei 10 kΩ bzw. 100 Ω, was dem Standard entspricht. Dass der Frequenzgang hingegen zwischen 10 Hz und 100 kHz nur eine Toleranz von nur 1 dB aufweist, ist hingegen bemerkenswert.

Zum gelebten Understatement der Amerikaner trägt auch das Frontpanel bei. Die fünf einfachen Regler aus schwarzem und rotem Kunststoff hätten auch vom Effektpedal des Gitarristen stammen können. Links außen beginnt die Reihe mit dem Threshold-Regler, der von -40 bis +20 dBu reicht, gefolgt vom Ratio-Regler, der in seiner Maximalstellung von 25:1 schon im Limiter-Bereich arbeitet. Die Bereiche Attack und Release sind leider nur mit den Zahlen 1 bis 11 (Nigel Tufnel: „this one goes to eleven“) versehen und es ließen sich auch keine Millisekundenwerte im Benutzerhandbuch in Erfahrung bringen. Den Abschluss rechts außen macht der Gain-Regler, der einen Regelweg von -15 bis +15 dB bietet.

Beim Metering muss man sich zu einem großen Teil auf ihre Ohren verlassen, da auf jegliche In- und Output-Anzeigen verzichtet wurde. Lediglich die Kompressionsreduzierung wird auf einer achtstelligen LED-Kette angezeigt. Neben einem Bypass-Schalter zieht ein weiterer Druckknopf namens „Log Rel“ die Aufmerksamkeit auf sich. Dieser Schalter sorgt dafür, dass die Release-Zeit bei kurzen, großen Pegelspitzen verkürzt wird, um dem Signal mehr Druck zu verleihen.

FMR Audio RNLA7239 Test

FMR Audio RNLA7239 im Einsatz

In der Praxis

Es gibt kaum einen Bereich im Handbuch des RNLA7239, wo der Verfasser nicht darauf hinweist, dass das Produkt sich den Bereichen „Vintage“ und „Färbung des Signals“ sehr nahe fühlt. In der Tat geht der VCA-Kompressor mit dem anliegenden Signal in dem gleichen Maße um, wie es auch schon die Kompressions-Urväter vor vielen Dekaden taten. Bis heute gelten analoge Outboard-Kompressoren als die Speerspitze der Klangkultur und werden einmal mehr durch ihre digitalen DAW-Plugin-Vertreter nur aus Komfortgründen ersetzt.

Legt man das erste Mal ein Signal an den Zwerg an, mag man seinen Ohren kaum trauen. Die kleine, im Studio etwas verloren wirkende Kiste klingt, als ob jemand die versteckte Kamera installiert hätte. Der gelieferte Klang lässt bei geschlossenen Augen eher die Assoziation zu einer weiteren Null hinter dem Ladenpreis zu. Wie immer sucht der Tester auch hier nach den passen Subjekten und Adjektiven und auch hier schießen einem einmal mehr die klassischen analogen Begriffe „Wärme“, „Punch“ und „Sättigung“ durch den Kopf.

Dabei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass der FMR Audio RNLA7239 nicht nur im Studio eine äußerst runde Figur abgibt, sondern auch im Bassbereich, bei einer cleanen Gitarre oder auch im Busbetrieb z. B. für Drums eine echte Bereicherung darstellt. Auch für den mobilen Betrieb oder als „Sicherheits-Backup“ für den sicherheitsbewussten FOH.

Das aber definitiv stärkste Argument für den Kompressor ist jedoch der Ladenpreis. Auch wenn einige Punkte zuweilen etwas „preiswert“ wirken, es ist mir ein Rätsel, wie man einen Preis von gerade einmal 259,- Euro bei Made in USA aufrufen kann. Die Kiste klingt ganz hervorragend und kann es locker mit der übernächsten Leistungskategorie aufnehmen, mehr noch, der Kompressor dürfte sich bislang als der beste Stereo-Kompressor im dreistelligen Euro-Bereich herauskristallisieren.

FMR Audio RNLA7239 Test

Fazit

Mit dem FMR Audio RNLA7239 haben die Texaner das wohl heißeste Eisen im Bereich Stereo-Kompressor unter 1.000 Euro im Feuer. Die kleine Kiste ist unscheinbar, wirkt zuweilen verloren im Studio, hat als Abmessung eine bedenkliche Drittel 19-Zoll-Einheit, stellt aber klanglich alles in den Schatten, was es in dieser Klasse gibt!

Unbedingt antesten!

Plus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Sound

Minus

  • Rack-Integrität

Preis

  • 259,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    moinho

    Hinweis zum Rackeinbau: die Herstellerwebsite zeigt einen Rack Tray, in dem drei RNx nebeneinander montiert werden können (sollen), und zwar mit den Gummifüßen.
    Es geht auch mit einer Standard-1HU-Wanne ausm Musikalienhandel der Wahl.

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    A.Vogel  AHU

    Ein weiteres duftes Gerät von FMR, nur was ich mich wirklich frage:
    Wenn hier nicht „Best Buy“, wo denn dann?

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    dflt  

    dann kopiere ich doch einfach mal meinen text vom warm audio bus-comp hier rein… ;)

    vielen dank für den test! der rnla steht bei mir auch schon eine weile auf der liste. leider sind die soundbeispiele für mich persönlich ziemlich nichts-sagend. ich hab einfach kein gehör für gitarre oder funk-loops… ;)
    ich würde mir generell wünschen, dass bei tests hier die musikalische bandbreite (zumindest bei kompressoren, eqs, etc.) ein wenig offener wäre. klar, selber testen ist immer der wichtigste schritt, aber für einen ersten eindruck… hättest du z.b. einen simplen 909-loop durchgeschickt, könnte ich sofort sagen, ob mir der rnla gefällt oder nicht :)

    im netz gibts leider auch keinerlei elektronische klangbeispiele…

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      Axel Ritt  RED

      du hörst keinen Unterschied innerhalb der einzelnen Soundfiles, bei denen der Kompressor aktiviert und deaktiviert wird?

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        dflt  

        ich hab nicht gesagt, dass ich keinen unterschied höre. natürlich höre ich einen unterschied. aber ich kann anhand der beispiele eben nicht sagen, ob mir dieser unterschied gefällt. was spricht denn dagegen, noch kurz nen elektronischen drum- und/oder synthloop durch den kompressor zu schicken? ist doch in jeder daw enthalten und würde die tests (nicht nur auf den hier bezogen) auf jeden fall noch ein wenig aufwerten, wenn „für jeden“ was dabei ist.

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          Axel Ritt  RED

          Ich verstehe, d. h. du kannst den Klang eines Kompressors nur beurteilen, wenn er auf einen elektronischen Drum- oder Synthloop geschaltet wird, die fünf unterschiedlichen Instrumenten / Stile Soundfiles reichen dir nicht aus.

          OK.

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            dflt  

            sorry, aber irgendwie finde ich den sarkastischen unterton ziemlich daneben… nicht jeder ist seit 30 jahren professioneller tonmeister und kann abstrahieren, wie ein kompressor auf unterschiedliche klangquellen wirkt, mit denen man sich vorher noch nie großartig (mixtechnisch) beschäftigt hat.
            tut mir leid, dass ich als einfacher musiker eine kleine anregung geben wollte (wie ich schon öfter hier gelesen habe, bin ich zumindest nicht der einzige mit dieser meinung). vergiss es einfach…
            wieder mal alle vorurteile vom arroganten/ignoranten metal-gitarristen erfüllt. schönen abend noch.

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              Axel Ritt  RED

              es tut mir leid, aber ich habe beim besten Willen keine Ahnung, warum du dich so aufregst und hier in den Kommentaren so schlechte Stimmung verbreitest.

              Ich habe lediglich versucht, deinen Ansatz zu verstehen und nur zusammengefasst, was du geschrieben hast um heraus zu finden, warum jemand einen synthtischen Beat gegenüber „humanem“ Klangmaterial bevorzugt.

              Entspann dich, es geht doch nur um Regeltechnik, warum diese Empörung?

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              Axel Ritt  RED

              sagen wir es anders, sollte ich dich in irgendeiner Form beleidigt haben, so tut mir das leid.

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                dflt  

                tut mir leid, dann habe ich dich missverstanden. ich will absolut keine schlechte stimmung zu verbreiten, aber deine zusammenfassung klang irgendwie ziemlich sarkastisch, nach dem motto „wenn dir die beispiele nicht ausreichen, was willst du dann hier?“ vermutlich haben wir uns da etwas auf dem falschen fuß erwischt. sorry nochmal!

                an sich hab ich im ersten post alles geschrieben: ich persönlich habe kein gehör für „humanes“ klangmaterial. ich weiß nicht, wie eine gitarre oder ein bass oder ein funk-loop klingen soll, damit es „gut“ klingt. und ich kann aus den klangbeispielen tatsächlich nicht ableiten, wie der kompressor auf einem elektronischen drumloop klingt.
                ich bin mir sicher, wenn man sich lange genug mit kompressoren und studiotechnik beschäftigt reicht der einsatz auf einem triangel-loop, um zu wissen wie der kompressor auf vocals, bass oder nem techno-loop wirkt.

                ich bin allerdings „nur“ musiker. ich weiß, wie kompressoren so auf „mein“ (den begriff kann man natürlich trotzdem recht weit dehnen) material wirken, so dass es mir gefällt. ich würde mir jederzeit zutrauen, mit meinen fähigkeiten einen elektronischen song zu mischen. bei nem metal oder funk-song würde ich aber wie der ochs vorm tor stehen. wir können uns doch sicher darauf einigen, dass hier ein komplett anderes herangehen erforderlich ist, oder?

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                    fmq75  

                    Ich nutze das Teil ausschliesslich für elektronische Musik.Ist auch dafür super geeignet.

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                  costello  RED

                  Hi dflt, es lohnt sich auf alle Fälle, den Kompressor mal zu testen. Ich benutze ihn auch sehr gern für Synthesizer und Drumcomputer und finde, dass er einen sehr guten Job macht. Mir gefällt auch diese Vintagefärbung. Da ich auch gerne mit Pseudo-Bandarrangements arbeite, setze ich den RNLA7239 auch gerne auf der Summe ein. Aber wie lightman völlig richtig schreibt – für Techno zum Beispiel gibt es sicher geeignetere Kompressoren.

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                    TobyB  RED

                    Ich denke es gibt keinen Techno Kompressor. Den RNLA und RNC kann man auch dafür nehmen. Wenn ultraflinke Attack und Releasezeiten und einen Backpfeifen Sound will, kann man den DBX 166 nehmen. Für Peitschknall und Co. den Alesis 3662. Für Livejams und 2 Track Aufnahmen würde ich einen BBE Sonic Maximizer 482 und dann anschliessend Art Pro Vla II einschleifen. Den BBE maximal bis auf 1000 drehen. Die Röhren und die Kennlinien des Art Pro würzen das Ganze dann noch ab. Auf der Summe muss der Kompressor dann mit Bedacht gewählt werden. Ich würde wenn dann eher einen Multibandkompressor nehmen. Und danach einen soften Limiter schalten. Multibandkompressor hab ich noch keinen gescheiten gefunden.

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        Florian Anwander  RED

        Hallo,
        .
        als selbst Testberichte-Schreiber bin ich auch schon für meine Soundbeispiele gescholten worden. Ich weiß, dass man es nie jedem recht machen kann. Aber in diesem Fall darf doch ein bisschen Kritik kommen: Eigentlich jedes Deiner Klangbeispiele scheint mir bereits im „Original“ komprimiert zu sein. Von den Sachen von der East West „Funky Ass Loops“ bin ich mir sehr sehr sicher, und auf jeden Fall sind diese Tracks schon prima aufbereitet, so dass es nicht schwierig ist, dass ein Kompressor hintendran dann eine gute Figur macht. Da sind die Vergleiche irgendwie nicht signifikant.
        .
        Da wäre tatsächlich ein bekanntes Standard-Signal, wie eben zB ein simpler 4/4tel Beat mit 8tel Hihat aus einer Linndrum oder einer 909, deutlich aussagekräftiger. Erstens weil garantiert unkomprimiert, und zweitens, weil ihn so ziemlich jeder ungefähr einschätzen kann.
        .
        Und was es soll, jedes Beispiel in zwei mp3-Auflösungen zu bringen? Das hat doch überhaupt nichts mit dem Gerät zu tun.
        .
        Gruß
        Florian

        • Profilbild
          Axel Ritt  RED

          Hallo Florian,

          ich kann verstehen, dass einige Leser gerne ihre präferierten Soundbeispiele haben wollen, was ich zukünftig auch mit einfließen lasse.

          Bezugnehmend auf meine Präferenzen, ich selber bin sehr gut auf die beigefügten Beispiele eingehört und nehme diese gerne als Referenz. Die Naturdrums sind komplett unbehandelt, der Synthloop ebenso. Die anderen Beispiele nehme ich gerne für die jeweiligen Frequenzanalysen und kann danach sehr schön gegen hören, wo welcher Prozessor wie anspricht.

          Ich muss in erster Linie für mich persönlich meine Einschätzung im Testbericht rechtfertigen, daher lege ich wie wohl jeder Tester, den Fokus auf Dateien, die ich bis ins Detail aufschlüsseln kann. Ich habe mit meinem Bericht eine Verantwortung sowohl gegenüber dem Leser, als auch gegenüber dem Hersteller, daher konzentriere ich mich primär auf meine Vorlieben. Du als Tester wirst diesen Workflow wohl auch kennen.

          Bzgl. der Auflösungen, dies ist eine interne Anweisung, um klanglich jeweils einen Standard und eine HD Version miteinander vergleichen zu können.

          Gruß
          Axel

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            Florian Anwander  RED

            > Bzgl. der Auflösungen, dies ist eine interne Anweisung,
            > um klanglich jeweils einen Standard und eine HD
            > Version miteinander vergleichen zu können.
            Peter?

            • Profilbild
              Green Dino  AHU

              @Florian
              Na damit Leute mit langsamen Internetverbindungen die 128kbps Variante zur Verfügung haben, aber Leute mit schnellem Netz auch eine höhere Auflösung wählen können.

              Wurde öfter mal in den Kommentaren diskutiert.

  4. Profilbild
    lightman  AHU

    Solche klassisch ausgelegten Kompressoren sind stil-abhängig auch für elektronische Musik geeignet, vielleicht nicht in der Summe, aber durchaus auf dem Bus/am einzelnen Gerät. Bei Musik härterer Gangart mag das Zupacken des RNLA nicht zupackend genug sein, für etwas mehr Brett wäre der dbx 166A meine Empfehlung.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Hat dann wohl seine Berechtigung warum keine 909 im Netz zu finden ist. ;)

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      dflt  

      danke. ich suche halt nen hardware-kompressor hauptsächlich für den drumbus. bei dem preis sollte man vielleicht einfach mal zugreifen und testen. dbx166a hab ich auch schon öfter gelesen, hab aber bei den ganzen 166er varianten ein wenig den überblick verloren.

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        lightman  AHU

        Es kommt halt darauf an, was und wie du färben oder treten oder rauskitzeln willst. Ein Kompressor wie der RNLA gibt dem Signal Körper und Fülle, das passiert je nach Einstellung eher dezent, auch wenn er in höheren Reglerstellungen sicher auch knarzen kann. Das kann bei härterer Ansprache durch das Originalsignal gut klingen, muß aber nicht, bei klassischen Kompressoren kann es im Extrembereich zu Verzerrungen oder oszillierenden Phasenverschiebungen kommen. Das passiert beim 166A nicht, da allerdings wird wiederum das Brett manchmal so hart, daß jegliche Dynamik zum Teufel geht. Auch das ist ein Stilmittel, will aber bewußt eingesetzt werden, sonst klingts nicht mehr… …und so geht das endlos weiter.

        Fazit, ein Kompressor/Kompander ist reine Geschmacksache. :)

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      Axel Ritt  RED

      was auch sehr gelungen ist, ist die Färbung des Signals. Insbesondere im Bezug auf den Preis des Geräts ein echtes Schnäppchen.

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    penishead  AHU

    Die Kiste ist ja wirklich sehr interessant. Könnte man ja echt die Summe aus dem Eurorack durchlaufen lassen. Schade, das es keine elektronischen Loops oder vergleiche gibt. Das wäre schon interessant gewesen, vermischen sich doch schon seit langem die Effektgeräte für Gitarre mit der Synthzunft etc.
    Und der findige Eurorack DIYler schafft es sogar die Technik hinter einem Eurorackpanel verschwinden zu lassen.

  6. Profilbild
    herzschrittmacher

    Danke für den Test, hat sehr das Interesse geweckt.

    Was das Thema Klangbeispiele angeht, bei zigtausend Eurohardware (oder auch Software) machen „spezialisiertere“ Sounds vielleicht mehr Sinn, da das finanzstarke Zielpublikum dementsprechend in der Materie drin ist. Bei solch bezahlbaren Tools ist der Kreis der potentiellen Interessenten doch deutlich größer, entsprechend kann es ja nicht schaden die Sounds anzupassen. Klar kann man sich ne Auswahl schicken lassen und zuhause testen, aber abgesehen vom Umweltfaktor hat man mit Amazona doch schon eine super Plattform, welche kompetent hilft eine Vorauswahl zu treffen:) Und „breitere“ Soundbeispiele sind ja schnell erstellt!? Just konstruktiv:)

    • Profilbild
      Rough  

      Der RNC 1773 ist schon seit Jahren bei mir im Einsatz, bin froh, damals nicht mehr ausgegeben zu haben, da der 1773 richtig gut klingt und ein Schnäppchen ist.

    • Profilbild
      astral_body

      Ich habe beide und finde beide gut.

      RNC: transparenter, unauffällig
      RNLA: mehr charakter; verändert mehr

  7. Profilbild
    fmq75  

    Die Log Release Schaltung ist halt richtig geil.Dadurch kann man recht heftig (Subgrupoen aber auch auf dem Master darf der gern mal sitzen) komprimieren ohne dass das Signal in sich“zusammenfällt“.Nutze ich eigentlich so gut wie nie ohne.

  8. Profilbild
    Mal Uns

    Kennt jemand den Unterschied zum RNC (ist der RNC sauberer/weniger Färbung oder evtl. auch Schnelligkeit)?

    Was würdet ihr für ein Modular-Drum-Rack empfehlen? Set-Up wäre 2 mal 104 HP, ca. 8 Drum voices, alle in einen analogen Modularmixer (PM), auf der Summe im Mixer (kann eingeschlauft werden) wird ein Analog Heat liegen (aber der ist auch schnell wieder weg, wenns nicht passt) und dann dachte ich auf dem Stereo Out ein RNC oder ein RNLA… Hat jemand eine Idee von Vor- und Nachteilen der beiden?

  9. Profilbild
    astral_body

    Lustigerweise habe ich den RNLA vor zwei Woche gekauft und den RNC direkt hinterher geordert.

    Der RNLA & RNC sind beide gut und unterschiedlich:
    – RNC: verwende ich z.B. für meinen OB-6 (bei Bedarf,um ihn etwas zu fokusieren). Der Klang vom OB-6 ist so gut, dass man eigentlich nur schlechter machen kann, wenn man den färbt :-). Daher RNC

    – RNLA: verwende ich für meinen analogen Bass Mono-Synthie. Der räumt etwas auf und zähmt den Bass. Der ist dann etwas kompakter und streut nicht so stark. Der RNLA reduziert etwas den Bass und beseitigt auch die Obertöne. Wirkt irgendwie klarer und fokusierter.

  10. Profilbild
    ISE500  

    Schliess mich unbedingt dem Wunsch an, für solche Kompressoren-Klassiker/Geheimtips andere Soundbeispiele als Gitarren-Loops zu nehmen!

    In vielen elektronischen Genres ist ein Kompressor schon lange Stilmittel geworden (Stichwort Sidechain… die FMR haben ja einen Sidechain-Input).

    Ich kenne beide Geräte – während ein Dancetrack mehr Wums bekommt vor allem auf den Drums beim RNC, ist der RNLA auch gut für Techno als Coloured Compressor für eher steril klingende digitale Soundquellen.

    Fände sogar einen Vergleich zum dbx166 a und zum Alesis 3630 (oder wie das aktuelle Low Cost Modell heisst) superinteressant oder auch allgemeine Praxisfeatures zum Thema „Parallele Kompression“, „New York Methode“. Ich glaube nicht, dass es unter euren Lesern wenig bis gar keine Dance/Techno-Producers gibt.

    Danke für denTest.

        • Profilbild
          lightman  AHU

          Mein Angebot bezog sich auf deine Anregung, einen Test z. B. zwischen RNLA und 166A zu machen, damit meine ich nicht, daß du den Test durchführst, sondern eben jemand von der Redaktion.

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