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Test: Korg MW-2408, MW-1608, Hybridmixer

10. Januar 2022

The Power of Hybrid

korg mw1608 mw2408 test

Korg MW-2408, MW-1608, Hybridmixer

HYBRID – in riesigen Buchstaben steht es auf der Umverpackung des Korg SoundLink MW-2408 Mixers. „The convenience of analog, the power of digital“ steht auf den Seiten des großen Kartons. Da haut Korg aber richtig einen raus, denke ich mir und bin natürlich neugierig, ob das Gerät das Beste aus beiden Welten vereint. Dazu haben die beiden bekannten Designer Greg Mackie und Peter Watts Hand an das Design des Gerätes gelegt, um optimalen Klang mit intuitiver Bedienung zu vereinen. Ich habe hier das größere Modell, den MW-2408 vor mir, der über 24 Kanäle verfügt – das kleinere Modell mit Namen MW-1608 hat derer 16. Also, ich wäre bereit, wenn Sie es sind!

Korg_MW-2408_ test

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Korg SoundLink MW-2408: Was bedeutet Hybrid?

Diese Frage stand für mich am Anfang der Recherche, denn man kennt das klassische analoge Design, wie es beispielsweise der SSL SiX mit sich bringt, oder wir sprechen von einem Digital-Mischpult, wie man es bei Presonus oder Allen & Heath findet.

Korg_MW-2408_Karton

Nun im Falle des Korg hat der Live-Einsatz im Vordergrund der Entwicklung gestanden. Aber was bedeutet das?

Korg_MW-2408_encoder

„Live-Einsatz“ heißt für mich: Genug Kanäle mit EQs für die Instrumente, gute Preamps für die Mikrofone, eine übersichtliche und schnelle Bedienung und die Möglichkeit, die Live-Darbietung auch digital zu speichern. Idealerweise hat man noch ein paar Effekte und verfügt über entsprechende Inserts, Cue- oder Aux-Optionen.

Korg_MW-2408_Family

Korg SoundLink MW-2408: Der analoge Mix-Bereich

Bei Korg bedeutet Hybrid: Eine umfangreiche Kanalbestückung, für deren Qualität Greg Mackie Pate stand. Jeder der 8 Monokanäle und 8 Stereokanäle verfügt über einen Gain-Regler, einen Equalizer, 4x Aux-Sends (zwei davon mit optional Prefader-Funktion), einen Effekt-Regler, Panning und Mute. Jeder dieser Channels hat einen klassischen 60 mm Fader mit je zwei LEDs zum Abgleich der Pegel: Bei Grün ist alles ok und bei Rot sollte man auf die Pegelbremse treten. Dazu noch die Schalter für die Sub-Gruppen und die Pre-Fader-Option. Als besonderes Extra hat Peter Watts den ersten acht Kanälen noch einen 1-Knopf-Kompressor spendiert, der seine Funktion mit einer gelben LED kundtut. Und bevor ich es vergesse: Ein Highpass-Filter findet man bei den Monokanälen auch.

Korg_MW-2408_MOno

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Die Stereokanäle sind zwischen Mic und Line umschaltbar und dazu ist hier die EQ-Sektion anders aufgeteilt: Haben die Mono-Channels ein High-Band (12,5 kHz), ein Low-Band (100 Hz) und eine parametrische Mitte (250 Hz – 5 kHz), so haben die Stereokanäle vier Bänder bei 100, 250, 2.500 und 12.500 Hz.

Korg_MW-2408_Stereo

Rechts in der Mitte dann die Aux-Master-Sektion (mit AFL-Schalter), die Regler für zwei Kopfhörer, die 12 LED starke Peak-Anzeige und die Talkback-Option. Selten in dieser Klasse zu finden: Korg hat dem SoundLink eine Mute-Group Funktion verpasst, die sehr einfach zu bedienen ist. Schalter gedrückt halten und die zu gruppierenden Kanäle auswählen – fertig. Gut gelöst. Das kenne ich von diversen Digitalmixern komplizierter.

Korg_MW-2408_Master

Dann der Bereich der Subgruppen (bei dem je zwei Kanäle zusammengefasst sind) und die FX-Mute-Funktion, die mit einer roten LED auf sich aufmerksam macht. Als „Not aus“ haben wir dann noch den Break-Knopf: Ein Druck und das ganze System ist stummgeschaltet! Klasse, denn gerade unerfahrene Mixer aktivieren versehentlich Pre-Fader (bedeutet u. U. volle Lotte aus den Main-Out/Monitoren) oder verursachen eine Rückkopplung. Ein kleines, aber schönes Feature für den Live-Einsatz.

Unten rechts dann der FX-Return Regler, die vier Subgruppenregler und der Main-Mix-Fader.

Korg_MW-2408_Subgroup

Schön: Die meisten Schalter am MW-2408 sind mit einer Kontroll-LED ausgestattet. Aber: Da, wo keine LED den Betriebszustand dokumentiert, da ist die Schalterposition schlecht erkennbar, wie beispielsweise die Subgruppenschalter bei den Kanal-Fadern, der HPF- oder PRE-Schalter der AUX 3 und 4.

Übrigens findet man ganz oben rechts am Gehäuse neben der Kopfhörerbuchse noch eine 3,5 mm Klinkenbuchse als Stereo-In, beispielsweise für den analogen Anschluss eines MP3-Players etc.

Zusammenfassung analoger Mixer-Bereich

Hier fehlt erst mal nichts! Alle Channel-Strips sind vollständig und gut ausgestattet. Die vier AUX-Wege, die Subgruppen und die Mute-Group-Funktion geben einem im Studio oder besonders in einer Live-Situation alle nötigen Funktionen und vor allem: Man findet sich auch sehr schnell zurecht. Die Kanäle sind sehr schön klassisch aufgebaut und wer schon einmal vor einem Mixer stand, der wird sich auch beim Korg SoundLink MW-2408 sehr schnell wohlfühlen.

Korg SoundLink MW-2408: Die digitale Mixer-Sektion

Auf der rechten Seite finden wir oben ein Display für die digitalen Effekte und Einstellungen mit einer Armada von kleinen und mittelgroßen Schaltern und einem Dreh-Drück-Schalter im Zentrum. Dieses Display ermöglicht Zugriff auf diverse digitale Effekte.

Korg_MW-2408_Display

Main, AUX 1 und AUX 2 können mit dynamischen Effekten (Kompressor, Limiter) und Equalizer versehen werden. Dazu noch den DFX-Bereich, der über 20 Effekte, wie Hall, Echo, Flanger, Chorus, Exciter zur Verfügung stellt. Alle Effekte lassen sich zudem Editieren und individuell abspeichern. Der Equalizer verfügt über 9 Bänder, die sich über die kleinen Tasten unter dem Display auswählen lassen – eingestellt wird dann mit Tasten oder dem Dreh-Drück-Regler.

Desweiteren finden wir einen Feedback-Unterdrücker und einen Analyzer, der am Display grafisch dargestellt wird. Wichtig: Diese digitalen Effekte sind unabhängig vom Kompressor und den EQs am Channelstrip.

Korg_MW-2408_Digital

Die Bedienung ist ok. Allerdings fühlt man sich ein wenig in die frühen 1990er versetzt. Display und die Knopfbedienung ist meilenweit von modernen GUI-Oberflächen entfernt (Graphical User Interface). Man findet alles, aber junge, aufstrebende Toningenieure werden sich vielleicht ein „klicki-bunti Touchdisplay“ wünschen. Doch wenn wir die Kirche im Dorf lassen, dann sind hier viele Funktionen recht gut erreichbar versammelt.

Weitere Features des Korg Hybrid Mixers!

Denn das Korg SoundLink MW-2408 hat auch ein integriertes „Audiointerface“. Warum ich das in Anführungszeichen schreibe? Nun, weil es nur das Stereo-Summensignal rein und rauslässt. Somit kann ich zwar – wie von einem Live-Mixer erwünscht – die Bandperformance in einer DAW aufnehmen – aber damit hat es sich dann auch schon. Bei 24 Bit/48 kHz ist auch schon das technologische Ende des Interfaces erreicht.

Korg_MW-2408_frontsidfe

Immerhin kann ich so auch meine digital gespeicherte Musik und YouTube Videos über das SoundLink laufen lassen. Mehr Ambitionen sollte man hier aber nicht haben. Positiv: Das System ist class-compliant und kann ohne Treiber am Mac angeschlossen werden. Für Windows gibt es auf der Korg Seite den entsprechenden Treiber.

Wer also hier eine Aufnahme pro Kanal haben möchte, der muss mindestens in ein Audiointerface mit entsprechend vielen Kanälen investieren. Hier geht es bei etwa 500,- Euro los (Presonus, Focusrite, Steinberg etc.). Übrigens liegt dem MW-2408 auch eine Lizenz von iZotope RX Elements bei.

Korg SoundLink MW-2408: Anschlüsse und Verarbeitung

Auf der Rückseite befinden sich eine Vielzahl von Anschlüssen – XLR und Klinke, soweit das Auge reicht. Sie verstehen, dass ich hier nicht jeden Ein- und Ausgang beschreibe. Grundsätzlich lässt sich hier sagen, dass es für alle Eventualitäten genügend Anschlüsse gibt. Mir sind nur zwei Dinge aufgefallen: Eine Klinkenbuchse für einen Fußschalter (Stummschalten der digitalen Effekte) und ein Kippschalter für die 48 Volt Speisung. Kippschalter? Ja, denn das SoundLink bietet nur die Alles-oder-Nix-Variante. Selektive Phantomspeisung ist nicht vorgesehen. Schade.

Korg_MW-2408_Back_Mono

Außerdem habe ich Insert-Kanäle für das Einschleifen von Hardware-Effekten vermisst. Hier ist man voll und ganz auf die interne Effektsektion angewiesen oder man muss über AUX einschleifen, was technisch gesehen aber nicht identisch ist.

Korg_MW-2408_Back_Stereo

Die Verarbeitung hat mir gut gefallen. Das Mischpult ist nicht zu schwer (9,3 kg) und alle Bedienelemente sind von guter Qualität. Alle Regler sollen sogar vom Spezialisten Alps kommen – nicht schlecht. Dazu lässt sich das Gerät in einen 19“-Schrank einbauen (480x 87×530 mm, BxHxT), wenn man die hölzernen Seitenteile entfernt.

Korg_MW-2408 test

Korg SoundLink MW-2408: In der Tonstudio- und Live-Praxis

Als erstes: Es macht Spaß, mit dem Korg SoundLink MW-2408 zu arbeiten. Wie schon erwähnt, findet man alle Funktionen schnell und die Bedienung gibt keine größeren Rätsel auf. Die Equalizer in den Channelstrips sind praxisgerecht und ohne charakterlichen Einfluss auf den Klang. Der One-Knob-Kompressor ist ein sanfter Geselle und arbeitet ebenfalls sehr unauffällig. Leider kann man den Kompressor nicht isolieren und so geht dessen Eingriff immer auf die Monitorwege.

Allerdings spürt man das Bemühen von Korg, viele Funktionen in das 19“-Format zu pressen. Die Regler stehen innerhalb eines Strips recht nah beieinander, so dass man gerne die darüber oder darunterliegenden Drehregler im Weg hat. Vielleicht liegt das aber auch nur an meinen Wurstfingern.

Insgesamt gefällt mir der Klang der Mic-Preamps sehr gut: tendenziell eher auf der warmen Seite, voll und dynamisch. Obenrum eher zurückhaltend, aber nicht dumpf. Gerade bei vielen aktuellen PAs ist das sicher eine Abstimmung auf der sicheren Seite.

Korg_MW-2408_Preamp

Der AD/DA-Wandler (von Velvet) ist gut, auch wenn ich hier schon bessere Qualität gehört habe. Es ist natürlich alles da, aber es fehlen mir die Luftigkeit und die Feindynamik. Zum High-End-Musikhören gibt es da bessere Wandler.

Bitte aber nicht vergessen: Beim Aufnehmen einer Live-Combo geht es nicht um das letzte Detail. Wer so etwas in hoher Qualität haben möchte, der muss ganz anders in die Geldbörse greifen. Immerhin ist das gesamte System sehr rauscharm. Die Kopfhörerbuchsen liefern je 100 mW an 32 Ohm und sind somit ebenfalls sehr praxisgerecht ausgelegt.

Die digitalen Effekte des Korg Hybrid Mixers

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Die 32 Bit Effekte von Korg sind grundsätzlich von guter Qualität und sind in ausreichendem Maße editierbar. Sie haben mich sehr an die Effektsektion meiner (ehemaligen) Korg Kronos Workstation erinnert. Unauffällig und ohne Schnitzer sind alle Effektmöglichkeiten auf einem Oberklasseniveau. Natürlich kann man sie nicht mit Vintage- oder High-End-Effektgeräten vergleichen, aber – ich wiederhole mich: Für den Sinn und Zweck des SoundLink Mixers ist das eine optimale Lösung.

Korg_MW-2408_Fader

Korg SoundLink MW-2408: Kritik

Wir haben hier einen sehr gut ausgestatteten 24 Kanal Mixer zu einem sehr attraktiven Preis. Der Fokus auf den Live-Einsatz ist unumstritten und hier kann der MW-2408 auch punkten: Bedienung, Funktionen und guter Klang.

Negativ sind mir folgende Faktoren aufgefallen – und jetzt bitte nicht erschrecken, denn die Liste ist lang:

  • Nur 2 LEDs zum Aussteuern sind zu wenig
  • Schalterposition neben Fadern schlecht erkennbar
  • Eng beieinander stehende Regler im Channelstrip
  • „Old School Display“ mit entsprechender Bedienung
  • Wandlerklang
  • Phantomspeisung nur global

Aber – und das ist ganz wichtig: Vieles hiervon ist systembedingt und trifft auf viele Mitbewerber zu. Wenn man eine bestimmte Raumvorgabe hat und dazu noch ein prall gefülltes Lastenheft, dann wird es bei 24 Kanälen eben mal eng – und so ist hier wirklich kein Platz mehr für die Regler oder eine schöne Peak-Anzeige pro Kanal. Der Klang ist ok, also im Durchschnitt liegend – für einen Live-Mixer aber völlig in Ordnung. Dazu noch das Bonbon mit den digitalen Effekten und schon ist der Korg SoundLink ein wirklich attraktives Angebot. Nur die Phantomspeisung – die wäre selektiv (also für jeden Kanal separat schaltbar) schon schön gewesen.

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Fazit

Wahnsinn, was Korg hier auf engstem Raum realisiert hat: Sehr viele Funktionen, 24 komplett ausgestattete Channelstrips, eine digitale Effektsektion und einige Features, die man nur bei teureren Mitbewerbern findet. Auf der Sollseite sind ein einfach gehaltenes Audiointerface und ein paar Einschränkungen in der Flexibilität (48 Volt nur global). Für das aufgerufene Geld mag ich das Korg Hybridmischpult aber gerne empfehlen.

Plus

  • viel Ausstattung fürs Geld
  • gute Preamps
  • intuitive Bedienung
  • tolle Anschlussvielfalt

Minus

  • viele Funktionen ins Format gepresst – da wird es eng
  • Old-School-Display in der Digitalsektion mit entsprechender Bedienung
  • Wandlerklang nur Durchschnitt
  • keine selektive 48 Volt Schaltung

Preis

  • MW-2408: 1.369,- Euro
  • MW-1608: 1.199,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    TobyB RED

    Ich hatte mich mit dem Pult näher beschäftigt und hab ihm dann einen Korb gegeben. Ich bin mir auch nicht sicher ober der avisierte Zweck, Live Pult, der richtige ist. Ich vermisse da ein paar Sachen. Felxibles Einschleifen von Hardware FX in die Mastersektion/Gruppensektion. Das externe Hardware nur über AUX3 in den Master eingeschleift werden kann, macht keinen Sinn. Der Formfaktor spricht eher für einen 19 Zoll Rackmixer. Am Ende des Tages, hab ich dann mein AH ZED 420 gegen ein AH ZED 428 getauscht. Nimmt zwar wesentlich mehr Fläche ein, es arbeitet sich aber besser damit. Die internen USB Wandler sind nett, wenn man schnell mal ein Demo machen möchte. An der Stelle hatte Korg die Nase vorn. Die Velvet Wandler sind besser aber das reisst das Ruder nicht rum.

    • Profilbild
      Doc

      Hallo TobyB,

      Das Problem haste bei fast allen Digitalen Mixern. Hab mich auch lang umgesehn.

      Fast alle heben zuwenig Auxxe nach Extern. Returns haben die Digiteile teilweise garnix oder zuwenig.

      Zumal die Effekt Quali die hier Extern rumliegt, ich in kaum einen der DigiMixer antreff. Vom Haendling gar nicht zu reden.

      Hab mir nachm Mackie 1202 den 1642 gegönnt. 3x Hall und n Delay eingeschleift.
      Die restlichen Effekte werden einfach hinter die Synthz gestoepselt.

      Analog im Klang und Haendling…. Des passt.

      • Profilbild
        TobyB RED

        Hallo Doc,

        ich weiss das ich da auf hohem Niveau jammere. Nur habe ich vier feste Signal und Effektwege, die ich ohne grosses Stöpseln bedienen möchte. Und selbst wenn ich nur ein zwei Spur Live-Recording machen möchte, müsste ich Kompromisse machen und umstecken. Und ich bin noch nicht mal so tief eingestiegen, dass ZED 428 hat beispielsweise Direkt Outs. Aux-Wege lassen sich Post/Pre schalten und ich habe in den Gruppen Insert.

        Klanglich das MW 2408/1608 gut, solange man die Effekte und den USB Wandler als Zugabe betrachtet. Weniger aber besser hätte den beiden Korg Pulten gut getan. Ich habe z.B. zwei MX-1 von Roland als Performance Mixer. Die sind gut. Auch wenn Roland langsam einen erweiterten und aufgewerteten MX-2 bringen könnte. Die internen Effekte sind Klasse und die Mastering Sektion, kommt mit Stereo Imager, Broadcast Limiter, EQ, Enhancer, 3 Band-Compressor, in 10 verschiedenen Presets. Ich weiss man kann es nur bedingt vergleichen.

        Und selbst wenn ich die Mackies 1202 und 1642 nehme, bin ich flexibler.

        • Profilbild
          Doc

          Hy TobyB,

          wir jammern doch net… ;o))

          Der Mixermarkt ist so vielseitig, da ist doch fuer jeden was dabei.

          Diese immense Auswahl ringt einem bei der Sichtung und Findung allerdings einiges ab.
          „Oifach mool soo a Mischerle kaufa, wia friher, dees good heit nemme.“

          Sagt da Schwoob in mir.

  2. Profilbild
    mdesign AHU

    ‚hybrid‘ finde ich etwas zu vollmundig – auch wenn da ein paar digitale effekte und ein einfaches USB-interface drin sind, bleibt der eigentliche mischer doch größtenteils analog. nach dieser logik wäre jedes auto hybrid, das elektrische fensterheber hat.

    • Profilbild
      calvato

      Genau das hab ich auch gedacht…. ist einfach nur ein stinknormalerweise analoger Mixer mit Audiointerface und Effekten, Das hat mit „Hybrid“ echt nix zu tun…..

    • Profilbild
      ctrotzkowski

      Dass da die Massen-Kommerz-Spezialisten vom Großen „B“ nicht schon von 20 Jahren darauf gekommen sind, ihre Analog Rackmixer „Hybrid Mischpult“ zu nennen, nur weil sie digitale Effekte einbauten. :-)

      Ich frage mich auch in der Tat, warum Korg hier quasi Etikettenschwindel betreibt. „Hybrid“ hätte ich hier gelten lassen, wenn es wenigstens fernbedienbare Motorfader gegeben hätte – ich denke, das wird wohl DAS Feature von Digitalpulten sein, das von den meisten „zum Besten der Digitalmixer“ gezählt wird. Oder wenigstens ein 24 Channel Audio-Interface, das Einzelspuren mitschneiden läßt.

      Auch seltsam für ein 24CH Live-Pult: Die starre Aufteilung 8x mono / 8x Stereo dürfte kaum zur Übersichtlichkeit / Flexibilität beitragen. Sobald man ein Drumset voll mikrofoniert, sind die Monokanäle schon derart dezimiert, daß man schnell ins Kanibalisieren der Stereo-Kanäle für Mono Zwecke kommen dürfte.

      In der Preisklasse frage ich mich zudem, wie man mit kastriertem 3 Band EQ, schlappen 4 Auxen im Zeitalter des In-Ear-Monitorings und kurzen 60mm Fadern gegen die Konkurrenz bestehen will.

      Naja, frei nach einer unserer aktuellen Regierungsparteien: „Der Markt wird’s regeln“. ;-)

      • Profilbild
        gaffer AHU

        Es funktioniert nur in einem einzigen Szenario: der Alleinkämpfer in seinem Studio, der seine eigene Performance damit aufnimmt, Dann stimmt der Mix auch. Oder einzelne Spuren nacheinander aufnimmt, aber dafür gibt es Besseres für Lau.

        Im Proberaum finde ich auch das Mobiltelefon die richtige Wahl. Live habe ich dann zu viel Raumanteil, aber wenigstens stimmt der Mix.

        • Profilbild
          ctrotzkowski

          Ja, aber eben auch nur prinzipiell.

          Ein Alleinkämpfer im Studio, der nicht eine der Alternativen nutzt, indem er
          a) entweder in seiner DAW über ein mit schnellen (ASIO) Treibern gesegnetes Interface aufnimmt
          b) oder auf ein auf Aufnahme spezialisiertes Gadget aufnimmt (z.B. Zoom oder Tascam Multitracking Pult)
          c) oder auf sein seit 50 Jahren bewährtes analoges Revox Tape….
          sondern mit genau DIESER Funktion, ist halt schlecht beraten oder stammt vom fernen Planeten Korg aus der Kato-Galaxie.

          • Profilbild
            Wolfram Draht

            Es gibt im Studio auch noch Produkte wie die Fireface-Serie von RME, die haben einen Digitalmixer drin und können auch auf viele Inputs aufgebohrt werden. Das kostet dann auch doppelt so viel wie das Pseudo-Hybrid-Dingsda von Korg, liefert dafür aber gleich richtig in der oberen Liga ab.

            Wer vor Tetris keine Angst hat, kann sich ein gebrauchtes Yamaha 01v96i kaufen. Grausige Bedienung, für live eher nix, aber fürs kleine Studio gleich mit 16-Kanal 96khz USB-Interface und soliden Effekten.

            Letztendlich verrät laut Fotos der EQ vom Korg-„Hybrid“-Pult wohin die Reise geht: Hier ist eben der Amateur das Ziel, der sich eines Tages mal durchgerungen hatte, ein Analogpult zu bedienen und digitale Pulte nun im Alter halt nicht mehr anfassen möchte. Für einen 31band EQ, was ja eigentlich das einzig sinnvolle auf den Summen ist, hat es aber nicht gereicht, denn das wäre was für Profis.

            Wer weder mehr Geld noch Angst noch Skrupel hat und Profi ist, kauft sich halt fürs gleiche Geld das Behringer X32 Producer.

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      Lt. Wikipedia: Allgemein versteht man in der Technik unter Hybrid ein System, bei welchem zwei Technologien miteinander kombiniert werden.
      Korg macht keinen Etikettenschwindel. Es sind zwei in der Audiotechnik unterschiedlich behandelte Technologien. Dazu sind die EQs sehr praxisgerecht. Und – wie erwähnt – wollte man im 19″ Format bleiben: somit mussten Kompromisse eingegangen werden. Für aktuell 1.379 Euro bekommt man wirklich ein sehr gutes Gerät. Knallharten Profiansprüchen soll das MW-2408 nicht genügen. Aus meiner Sicht bekommt man hier schon eine Menge fürs Geld geboten (wenn man mal von den Geräten des großen „B“ absieht).

  3. Profilbild
    gaffer AHU

    „Somit kann ich zwar – wie von einem Live-Mixer erwünscht – die Bandperformance in einer DAW aufnehmen“

    Genau das wird mit einem Stereomix nicht erfüllt. Fast jedesmal, wenn ich eine Liveaufnahme für ein Video z.B. bekomme, ist das Stereosignal nicht zu gebrauchen. Der Bassist kann sich nicht vorstellen, mal seinen eigenen Amp runterzudrehen oder mal ganz wegzulassen. Die Folge, der FOH dreht das Basssignal im Mix runter, es ist ja schon reichlich Bass zu hören. Allein das reicht aus, diese Funktion einfach zu vergessen. Stimmen sind im Mix dann natürlich immer zu laut, Bläser, je nach Raumgröße zu leise, etc. Da hilft nur die Mehrspuraufnahme, dann kann ich nachträglich noch mal eingreifen

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      Hallo Gaffer,
      …auch das kommt auf den Anspruch an. Für die Untermalung des Livemitschnitts bei YouTube ist der Stereomix ausreichend. Wer nachträglich Mixen oder gar Mastern möchte, der braucht natürlich mehr. Dann könnte man aber auch ein Audiointerface an die Ausgänge anschließen und so weiter arbeiten (was die Investition ins Korgmischpult aber wieder ad absurdum führt).

      • Profilbild
        gaffer AHU

        Ja, da wären wir wieder bei dem Fazit, dieses USB Interface ist sinnlos, oder der Mixer insgesamt das falsche Konzept.

    • Profilbild
      ctrotzkowski

      Hi gaffer,

      ich bin da ganz bei Dir. Habe noch nie einen Pult-Summenmix Mitschnitt gehört, der auch nur ansatzweise brauchbar war, da er immer sowohl die teils massiven Anpassungen zur PA Raumakustik enthält, als auch die von Dir beschriebene Balance zum Lärm, der direkt von der Bühne schallt. Dies gilt im Proberaum umso mehr, wenn z.B. die Drums gar nicht ins Pult gehen.
      Nachdem seit einiger Zeit genügend Handys im Umlauf sind, die auch Band-Lautstärken gut aufnehmen können, klingen letztere wesentlich praxisgerechter als die Pult-Summe.
      So gesehen ist das 2CH Interface zwar ein „funktionierendes“ Feature, aber unter dem Werbeschild „Hybrid-Mixer“ schon ein deutlicher Anachronismus.

      Wer heutzutage einen Mixer mit „Digitalfunktionen“ kauft, und „live Mitschnitt aus dem Pult“ in seinem Pflichtenheft stehen hat, der wird in der Preisklasse schnell Möglichkeiten zum Mitschnitt aller Spuren finden – womit man seine Bandkollegen und Follower dann wirklich begeistern kann.

  4. Profilbild
    Jörg Hoffmann RED

    Ich war auch ein bisschen zwiegespalten. Einerseits ein guter analoger Mixer aber – ganz ehrlich – ich konnte mich mit der digitalen Sektion nicht so richtig anfreunden. Aber man muss da die Kirche im Dorf lassen. Wirklich bessere Qualität, wie ein SSL SiX und ein Apollo Audiointerface sind deutlich teurer – von den Preisen für die weiteren Plugins mal abgesehen.
    So gesehen ist das Korg ein guter Allrounder.

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