Test: Korg SDD-3000 Pedal, Effektgerät

Sound & Praxis mit dem Korg SDD-3000 Pedal 

Schon beim ersten Durchhören der Werkspresets wird schnell klar, dass es sich beim SDD-3000 Pedal um ein Delay der absoluten Oberklasse handelt. Der Grundsound ist geprägt von einer fantastischen Auflösung, die selbst die zwanzigste Echo-Wiederholung noch unglaublich klar und differenziert durch die Speaker drückt. Das ist auch ganz wichtig, denn wie sollte man sonst die vielen Modulationen hören, die sich in die Echos einpflanzen lassen?

Und dabei sind dem Benutzer wirklich keine Grenzen gesetzt, das Filter-Modul und die fünf Schwingungsformen (die zudem in den Zwischenstellungen des Waveform-Potis ineinander geblendet werden) eröffnen eine riesige Spielwiese nicht nur für Delay-Freaks, sondern erlauben den Einsatz des Pedals auch locker als Chorus, Flanger, Phaser oder „irgendetwas“ dazwischen. Der Begriff „irgendetwas“ passt in diesem Zusammenhang ganz gut, denn richtig einschätzen lässt sich manch ein Klang nicht, den man beim Ausprobieren meist zufällig entdeckt. Und am liebsten nicht mehr hergeben würde – aber dafür gibt es ja massig Speicher für Eigenkreationen an Bord des Pedals.

Besonders beeindruckend agiert das Gerät natürlich im Stereo-Betrieb, für die Soundbeispiele wurde das Pedal daher an einen Mixer angeschlossen, was zusammen mit einer in die Input-Buchse eingesteckten E-Gitarre (mit Piezo-Pickup) bereits zu beeindruckenden Ergebnissen führte. Aber auch im Effektweg eines Amps, also im Mono-Betrieb, macht das SDD-3000 Pedal eine außerordentlich gute Figur und glänzt dabei vornehmlich mit einem extrem niedrigen Rauschpegel und einer beeindruckenden Dynamik und Detailtreue.

Weitere, praxisgerechte Punkte die es zu erwähnen gilt, sind zum einen, dass die erzeugten Delays über einen Programmwechsel hinaus klingen und zum anderen, dass diese Programmwechsel ohne jegliche Verzögerung oder gar Nebengeräusche vonstattengehen.

Korg SDD-3000 Pedal Side left

— Absolut gelungene Wiedergeburt eines Klassikers —

Bei so viel Begeisterung fällt das Finden eines Minuspunktes gar nicht mal so einfach. Einzig und allein die Abwesenheit eines Netzschalters wäre eine Sache, die man bemängeln könnte, denn das Einschalten per Klinkenkabel einstecken passt so gar nicht zu einem ansonsten beeindruckenden Comeback!

Fazit

Die Wiedergeburt ist mehr als gelungen! Über drei Jahrzehnte nach Erscheinen des 19″-Rackprozessors SDD-3000 füllt das Korg SDD-3000 Pedal die Fußstapfen des Vorgängers mehr als aus und kann im Amazona-Test absolut überzeugen! Die Punkte dafür sind kurz und knapp erläutert: Konstruktion und Sound spielen auf einem sehr hohen Niveau, zudem ist die Bedienung um einiges leichter als beim manchmal zickigen Original.

Darüber hinaus birgt das Korg SDD-3000 Pedal ein unheimliches Kreativitäts- und Suchtpotenzial – wer einmal anfängt an den Knöpfen zu drehen, kann nur schwer davon lassen! Angesichts dieses Knallers ist auch der Preis von knapp 400,- Euro absolut angemessen. Ganz heißer Anspieltipp für den Herbst!

Soundbeispiele: SDD-3000 Pedal, PRS E-Gitarre mit Piezo im Input des Pedals, Stereo-Out in Logic Audio ohne weitere Bearbeitung.

Plus

  • Sound
  • Bedienung
  • Kreativitätsfaktor
  • Verarbeitung
  • Anschlüsse

Minus

  • kein Netzschalter

Preis

  • Ladenpreis: 399,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    Hi Stephan,
    kannst Du etwas zur Klangqualität des SDD-3000 im Vergleich zum Eventide H9 (Delay) sagen?

    Das würde mich doch mal interssieren.

    LG :)

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      Stephan Güte  RED

      Hi Markus,

      auf JEDEN FALL die gleiche, hohe Liga der Effektkunst :)

      Im Ernst, der Grundsound ist absolut ebenbürtig, allerdings kann das H9 ja noch deutlich mehr. Den größeren Spaßfaktor besitzt aber das SDD-3000, wegen der schönen vielen Knöpfe :)

      Lg,

      Stephan

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        mhagen1  

        Das erste Beispiel hat mich wegen der bestechenden Klangqualität schon an das Eventide H9 erinnert. Die Knöpfe am Korg sind wirklich verlockend, allerdings kann man das H9 ja über iOS-Geräte per Bluetooth fernsteuern. Das kommt schon nah dran an echte Potis.

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        Markus Schroeder  RED

        Ja, sowas hab ich mir schon gedacht.
        Mal wieder das alte Lied: Knöpfe oder Vielseitigkeit.

        Anyway, Delays kann man nie genug haben.
        :)

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    boboter

    Danke für den Test. Hast du Erfahrung mit dem Strymon Timeline Delay und kannst ggf. beide Pedals vergleichen?

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        boboter

        Super. Ich bin gespannt. Das Timeline ist bisher mein liebstes Multi-Delay Pedal. Vielleicht kannst du ja in dem Testbericht einen kleinen Vergleich zum Korg einbauen.

  3. Profilbild
    timewindx

    Leider ist im Test vergessen worden zu erwähnen, dass zwar eine Midi-Schnittstelle vorhanden ist, diese aber keine Clock-Signale synchronisieren kann. Ein schweres Manko, wie ich finde. Für Gitarristen sicherlich nicht bedeutsam. Für Synth+DAW Anwendungen katastrophal.
    Das alles macht das Eventide TimeFactor spielend aus der Hüfte.

  4. Profilbild
    angie303

    Leider wird das Pedal ja nicht mehr produziert. Der Music-Store hat jetzt aber noch mal (scheinbar aus England) 80 Stück bekommen. Die sind inzwischen nach kürzester Zeit aber so gut wie vergriffen. Ich dachte eigentlich, ich hätte keinen Bedarf, habe von Strymon das Timeline, El Capistan, Dig, TC Alter Ego, Flashback 2, Malekko Ekko, Boss RE20. Ich war dann aber neugierig. Ich fand das Pedal optisch schon immer sehr schön und habe mir in einer vorweihnachtlichen „Jetzt oder nie-Laune“ doch mal ein Exemplar bestellt. Und jetzt das: Alles klingt einfach so wie es soll. Es fängt an zu rollen. Es inspiriert. Der Preamp ist der Hammer und hat eine unglaubliche Dynamik. Sogar mein kleiner Marshall MG15! Übungsamp ist nicht mehr wiederzuerkennen. Die Größe des Pedals finde ich genau passend, die Verarbeitung deutlich besser als bei z.B. Strymon. Zugegeben: Ich kenne das Original nicht persönlich. Aber dieses Delay ist das Beste, das ich habe. Ich bin definitiv begeistert.

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