Test: MFB SYNTH PRO, polyphoner Analogsynthesizer

14. März 2020

8 Stimmen für ein Halleluja

Ein neuer Streich des Berliners Manfred Fricke. Sieht toll aus – und soviel vorweg: So klingt er auch. Was kann er denn grundsätzlich der MFB Synth Pro?

  • Er verfügt über 8 Stimmen analoger, subtraktiver Synthese.
  • Er verfügt pro Stimme über drei Oszillatoren, zwei Filter, zwei LFOs und drei Hüllkurven.
  • Er kann seine Klänge auf 240 Plätzen speichern.
  • Er hat einen kleinen Sequencer mit ebenfalls 240 Speicherplätzen.

Und er kann auch etwas Stereo – es sind aber nicht die Stimmen im Panorama verteilt. Hier kommt das Stereoerlebnis über Effekte vor dem Ausgang zustande oder auch über die zwei Filter. die dann links bzw. rechts erklingen.

Ein Meer von Reglern

Die Basis des MFB Synth Pro

Der MFB Synth Pro kommt in einem schmucklosen Karton ohne überflüssigen Schnickschnack wie Hochglanzdruck oder ähnlichem daher. Erfreulicherweise liegt, wie bei MFB üblich, auch hier ein gedrucktes Handbuch im DIN A5 Format bei. Das Handbuch beschränkt sich auf das Nötigste, es ist aber gut, eines zu haben und bei Unklarheiten nicht ins Netz zu müssen. Außerdem gibt’s noch ein Steckernetzteil der schmaleren Sorte, um das Gerät mit Strom zu versorgen. Die Spannung beträgt hier eher ungewöhnliche 6 Volt, wenn das Netzteil vor dem Gig zu Hause vergessen wurde, wird’s hier womöglich eng.

Der Synth selbst ist erstaunlich klein (er ist nur wenig breiter als eine DIN A4 Seite, dafür aber nicht so tief) und macht einen wertigen Eindruck: Das Gehäuse besteht aus Stahlblech, die dunklen Holzseitenteile strahlen ein angenehmes 70er Jahre HiFi-Gefühl aus. Erfreulicherweise verfügt das Gerät über einen Netzschalter.

Nach dem Anschalten fallen die angenehmen Pastelltöne des OLED-Displays ins Auge. Mich machen OLED-Displays aufgrund des bei früheren Modellen betriebsunabhängigen Haltbarkeitsdatums grundsätzlich etwas nervös, aber inzwischen sind sie ohnehin allerorten zu finden, halten schon viel länger als noch vor ein paar Jahren und die Vorteile überwiegen die Nachteile.

Das Display ist aus jedem Winkel wunderbar ablesbar und schön groß. Es kann bei Bedarf auch die ausgehende Schwingungsform anzeigen.

Schwingungsformdarstellung des Displays

Die Bedienung erfolgt natürlich hauptsächlich über die üppig vorhandenen Drehregler und die Taster. Die Potis sitzen fest und haben beim Drehen einen angenehmen Widerstand. Trotz der vielen Bedienelemente auf relativ wenig Raum sind alle Funktionen gut erreichbar, ohne dass man sich die Finger einklemmt. Für mich hat der MFB Synth Pro die perfekte Größe: Alles ist gut erreichbar und trotzdem klein genug, um zum Auftritt mitgenommen zu werden.

Die Taster kommen stets in Begleitung einer LED daher: Diese zeigt den Staus an/aus, bei Funktionen mit mehr als zwei Möglichkeiten auch mehrere Farben an.

Der aktuelle eingestellte Wert des zuletzt veränderten Parameters wird auch immer im Display angezeigt. Das ist besonders praktisch bei den Tastern, z. B. Filterparameter LP/BP/HP. Hier gibt es zwar auch die eben erwähnte mehrfarbige LED, die ihre Farbe mit dem Filtertyp wechselt, durch  das Display weiß man dann aber auch, welche Farbe welchen Filtertyp repräsentiert.

Anschlussseitig gibt es außer der DC-Netzbuchse das klassische MIDI Trio In/Out/Thru im 5-poligen Format. Und noch eine USB-B-Buchse für den Austausch von Presets und Sequenzen sowie für Firmware-Updates.

Als besonderes Schmankerl hat der Synth Pro eine USB-A-Buchse, die den direkten Anschluss von USB-MIDI-Keyboards ermöglicht. So kann man auch Nicht-DIN-MIDI-Keyboard anschließen und es wird vom MFB Synth Pro dann gleich mit Strom versorgt – wunderbar! Eine Buchse, die ich gern öfter an Synthesizern sehen würde.

An die USB-A-Buchse kann direkt ein USB-MIDI-Keyboard angeschlossen werden

Audioseitig gibt es zwei Stereoausgänge: eine große Stereoklinke für das Line-Signal, eine kleine Stereoklinke für den Kopfhörer. Beide Ausgänge führen grundsätzlich das gleiche Signal, links und rechts sind aber vertauscht. Als Line-Ausgang hätte ich lieber zwei getrennte Monoklinken gesehen; im Live- und Studioalltag kommen mir doch eher selten großklinkige Stereoeingänge unter und ein Y-Kabel ist nicht immer zur Hand. Platz genug für eine weitere große Klinkenbuchse wäre auf der Rückseite noch gewesen.

Klangstruktur und Menü des polyphonen Synthesizers

Die Klangarchitektur des MFB Synth Pro ist klassische subtraktive Synthese:

Drei VCOs werden gemischt und das Signal dann gefiltert. Am Ende folgen dann noch VCAs für die Lautstärke. Im Falle des Synth Pro kommt vor dem Ausgang noch eine gut klingende Effektsektion dazu.

Die meisten Parameter und z. B. auch die Modulationsintensitäten haben einen eigenen Regler spendiert bekommen, so dass diese sich schnell schrauben lassen. Einige Funktionen des MFB Synth Pro haben aber keinen eigenen Regler, sondern werden über das jeweilige Menü eingestellt. So z. B. die Modulationsquellen für Filter-Cutoff im VCF-Menü oder die FM-Intensität im VCO-Menü. Die „versteckten“ Parameter sind gut gewählt und die Einstellungen lassen sich schnell vornehmen.

Das Menü des Synth Pro erlaubt den Zugriff auf die versteckten Parameter

Die Menüführung ist simpel, die meisten Parameter findet man auch ohne Handbuch. Das Laden und Speichern von Klängen und Presets erforderte in meinem Fall dann aber doch einen Blick ins Handbuch, um das Grundprinzip zu verstehen.

Modulationsmäßig ist der MFB Synth Pro eher klassisch gehalten. Hier ist bei den Oszillatoren oder den Filtern einiges möglich, aber beispielsweise die Hüllkurvenzeiten zu modulieren, geht nicht. Er lädt dafür Aufgrund seiner Oberfläche zum direkten Rumschrauben ein, was wirklich Spaß macht – Selbermachen statt machen lassen ist die Devise!

Die Klangbausteine des MFB Synth Pro

Die drei Oszillatoren sind identisch aufgebaut. Sie ermöglichen die stufenlose Überblendung der Schwingungsformen, was auch ohne Filter spannende Klangfarbenverläufe ermöglicht – wunderbar vor allem, da die Modulation der Klangfarbe über einen eigenen Regler für die Intensität verfügt. Als Modulationsquellen stehen Velocity, die LFOs und die 3 Hüllkurven  zur Verfügung.

Eine Sinusschwingungsform gibt es nicht (aber braucht man die bei einem subtraktiven Synth denn wirklich?), dafür eine „SUB“-Schwingungsform, die eine Oktave tiefer als die anderen Schwingungsformen ein Rechteck ausgibt. Ansonsten sind Dreieck, Sägezahn und Rechteck verfügbar. Spannend ist die „Extra“-Schwingungsform: Ist hier Nadelimpuls gewählt, kann durch Blenden von Rechteck auf „Extra“-Pulsbreitenmodulation stattfinden. Alternativ kann hier aber auch Rauschen oder das Ausgangssignal eines Ringmodulators anliegen. Toll für glockige Klänge.

Die Oszillatorsektion des MFB Synth Pro

Über den Tune-Regler von Oszillator 1 kann in einem Bereich von +/-4 Halbtönen die  Gesamtstimmung für alle Oszillatoren eingestellt werden. Für die Oszillatoren 2 und 3 lässt sich die Tonhöhe jeweils im Bereich von +/-1 Oktave in Bezug auf Oszillator 1 einstellen. Außerdem kann pro Oszillator die Oktavlage über zusätzliche Taster in drei Schritten verstellt werden. Die Feineinstellung der Tonhöhe erfolgt nicht direkt, sondern über den Value-Regler neben dem Display und muss für den jeweiligen Oszillator per Tastendruck aktiviert werden. Das geht schnell, aber parallel zwei Oszillatoren durch gleichzeitiges Drehen des Finetune-Reglers gegeneinander verstimmen, geht so leider nicht.

Jeder Oszillator verfügt über einen eigenen Regler für die Intensität der Tonhöhenmodulation. Der Modulator wird jeweils im Menü VCO 1/2/3 gewählt. Es stehen Aftertouch, die LFOs und die 3 Hüllkurven als Quellen zur Verfügung.

Die Oszillatoren können im DCO- oder VCO-Modus laufen. Der DCO-Modus ist stimmstabiler und ich finde ihn dem VCO-Modus klanglich nicht unterlegen. In beiden Modi klingen die Oszillatoren wirklich gut. Ich habe ein paar vergleichende Klangbeispiele erstellt, damit sich jeder ein Bild machen kann. Auch im VCO-Modus ist der Synth Pro stimmstabil, wenn man ihn erstmal warmlaufen lässt. Es gibt auch eine Autotune-Funktion, die man aber erst nach dem Warmlaufen des Synthies bemühen sollte, damit im VCO-Modus alles „stimmt“.

FM ist leider nur im VCO-Modus möglich. Es kann jeweils VCO3 die beiden anderen Oszillatoren modulieren. Die FM lässt sich zwar für OSC1 und OSC2 getrennt aktivieren; die Intensität wird aber über einen gemeinsamen Regler eingestellt. Außerdem kann die Intensität über einen der LFOs oder eine der Hüllkurven moduliert werden. Die Präzision eines digitalen FM-Synthesizers gibt’s hier natürlich nicht, so dass die Ergebnisse naturgemäß anders ausfallen. Zur Erzeugung spannender Texturen ist FM aber auch bei kleinen Stimmungsschwankungen immer gern gesehen.

Oszillator-Sync (VCO 2 und VCO3 jeweils zu VCO 1) gibt es auch noch, auch hier sollten sich die Oszillatoren im VCO-Modus befinden.

Die Oszillatoren basieren übrigens nicht auf einem bestehenden VCO-Chip, sondern sind eine Eigenentwicklung von MFB. Hier ein Foto von einer Platine des Synth Pro, die 4 Stimmen beinhaltet.

Vier Stimmen des SYNTH PRO

Die Filtersektion ist sehr üppig ausgestattet. Der Synth Pro verfügt über zwei Filter pro Stimme:

VCF 1 ist ein 12 dB Multimodefilter und lässt sich zwischen Lowpass, Bandpass und Highpass umschalten. Schaltungstechnisch verwendet das Filter OTAs zur Steuerung der Cutoff-Frequenz.

VCF 2 ist 24 dB Lowpassfilter und basiert auf dem SSI 2144 Filterchip. Dieser ist eine Weiterentwicklung des SSM2044 Filterchips, der unter anderem im PPG Wave 2.2, Korg Mono/Poly und E-MU SP1200 seinen Dienst verrichtete.

Die beiden Filter lassen sich stufenlos überblenden

Beide Filter klingen, jedes auf seine eigene Art, sehr überzeugend und ergänzen sich klanglich.

Wirklich besonders ist es, dass zwischen den beiden Filtern stufenlos überblendet werden kann. Endlich muss man nicht mehr die qualvolle Wahl treffen, ob man dem bissigen Bandpassfilter oder dem runden Lowpassfilter das Feld überlässt – hier geht beides! Die Filter lassen sich zudem noch seriell (also hintereinander) oder parallel schalten.

Des Weiteren gibt es einen Stereomode: Es kann via Taster in vier Stufen zwischen „beide Filter auf Mitte“ und „ein Filter hart links, das andere hart rechts“ umgeschaltet werden. Vor allem die Zwischenwerte sind hier interessant.

Grundsätzlich haben beide Filter eigene Einstellmöglichkeiten für Cutoff, Resonanz, LFO Modulationsintensität (MOD VCF) und Hüllkurvenintensität (CONTOUR). Die Cutoff-Frequenz kann aber auch mit einem Regler für beide Filter gemeinsam gesteuert werden:„Global Cutoff“ aktivieren und schon regelt der VCF2- Cutoff-Regler die VCF1-Cutoff mit – sehr praktisch für klassische Filterfahrten.

Das Filtertracking, also wie stark die Filterfrequenz der gespielten Tonhöhe folgt, lässt sich in vier Stufen via Taster umschalten: kein Tracking, 25 %, 50 % 100 %. Die Filter können beide in die Selbstoszillation getrieben werden und so wunderbar als Sinusgeneratoren herhalten. Da sie relativ sauber tracken, lassen sich auf dem Weg schon ohne die Verwendung der Oszillatoren Interessante zweistimmige Klänge produzieren. Allerdings tracken die Filter zwar in sich ganz gut, zwischen den 8 Stimmen können die Filtergrundfrequenzen aber um +/- 1 bis 2 Halbtöne voneinander abweichen. Das ist etwas schade – polyphon spielen mit dem oszillierenden Filter geht also nur bedingt und kann auch stark atonal werden. Im monophonen Modus fällt das dann aber nicht ins Gewicht. Hier spielt VCF 1 in Selbstoszillation eine Tonleiter, erst im LP-, dann BP-, dann HP-Modus:

Im Filtermenü lassen sich die Modulationsquellen für MOD VCF und Contour einstellen:

MOD VCF -> LFOs, invertierte LFOs Modwheel, Velocity und Contour -> welche Hüllkurve und ob invertiert oder nicht.

Außerdem gibt’s einen Offset für die beiden Filter zueinander bezüglich des Filtertrackings und die Möglichkeit, stufenlos auf eine evtl. Lautstärkeänderung bei zunehmender Resonanz einzuwirken: Wenn’s stark resoniert, soll’s dann lauter werden oder nicht?

Die beiden auf der Eigenschaftenseite des Gerätes zuweilen erwähnten VCAs sind nicht separat ansteuerbar. Sie sind jeweils fest hinter einem der Filter geschaltet und werden immer gemeinsam gesteuert (z. B. von der VCA-Hüllkurve).

Die Effektsektion stellt vier Effekte bereit, die sich via Taster auswählen lassen. Die Effekte klingen wirklich gut und verpassen besonders flächigen Klängen ein Sahnehäubchen. Vom Klang und den Parametern her vermute ich hier einen FV-1 Chip als Prozessor. Es gibt zwei Hallräume, eine Kombination aus Pitchshifter und Delay und eine Kombination aus Chorus und Hall. Pro Effekt lassen sich drei Parameter verändern. Obendrein lässt sich der Effektanteil regeln. Modulierbar ist keiner der Parameter, aber sämtliche Einstellungen werden mit den Presets gespeichert.

Die Hüllkurven und die Multifunktionstaster

Die Modulatoren des MFB Synth Pro

Die drei ADSR Hüllkurven können in kurzen Einstellungen wunderbar perkussiv zupackend sein, aber auch lange Verläufe gelingen gut. Außerdem verfügen sie über eine Loop-Funktion. Im Loop sind nur die Attack- und Decay-Phase aktiv. So wird aus der ADSR-Hüllkurve per Knopfdruck ein LFO mit variablen Flanken, der auch schnell schwingen kann. Leider kann immer nur eine der Hüllkurven im Loop-Modus laufen – schade.

Die beiden ersten Hüllkurven haben für jeden Parameter einen eigenen Regler. Die dritte Hüllkurve hingegen hat nur einen Regler für Attack und einen weiteren Regler, der die Zeiten für Decay und Release gemeinsam einstellt. Der Sustain-Parameter befindet sich im Additional-Menü. Ich empfinde das nicht als Nachteil: Oft reicht auch eine perkussive Hüllkurve, zumal da für die beiden anderen Hüllkurven stets alle 4 Parametern voll zugänglich sind. Wenn man die Hüllkurve loopt, fällt der versteckte Parameter gar nicht ins Gewicht.

Ansonsten macht die Hüllkurvensektion genau das, was eingestellt ist – es gibt keinerlei Möglichkeit, die Parameter z. B. via LFO zu modulieren. Aufgrund der direkten Zugänglichkeit ist das aber kein Problem: Selber drehen ist die Devise!

Die feste exponentielle Charakteristik der Hüllkurven ist meist eine wirklich gute Sache. Nur wenn eine der Hüllkurven die Intensität der FM -Modulation steuert, würde ich mir eine lineare Einstellung wünschen. Hier kann man sich aber mit einem der LFOs im One-Shot-Modus behelfen.

Die beiden LFOs lassen sich zwischen fallendem Sägezahn, Dreieck und steigendem Sägezahn stufenlos überblenden. Außerdem gibt es noch eine Rechteck- und eine Zufallsschwingungsform. Die LFOs lassen sich bei Bedarf auf jede gespielte Note resetten und in Werten von 1/16 bis zu einem Takt zur Clock synchronisieren. Längere Verläufe wären auch schön gewesen. Besonders im Zusammenspiel mit der Random-Funktion ist Reset hilfreich: So wird bei jeder neu gespielten Note ein anderer Wert ausgegeben.

LFO 2 kann bei Bedarf auch LFO 1 im Tempo steuern. Dieser Parameter ist im Menü zu finden. Die Möglichkeit, hier eine der Hüllkurven als Modulationsquelle anzuwählen, wäre toll. Allerdings lassen sich die LFOs auch im One-Shot-Modus, also als primitive Hüllkurve betreiben, damit geht’s dann auch.

Die LFOs können auch im One-Shot-Modus betrieben werden

Der Sequencer des MFB Synth Pro

Der Sequencer ist eine nette Dreingabe. Die Sequenzen können bis zu 16 Schritte haben, lassen sich separat von den Klängen abspeichern und temposynchron umschalten.

Erfreulicherweise ist der Sequencer polyphon. Die Eingabe von Noten erfolgt ausschließlich im Step-Modus über ein angeschlossenes Keyboard: Aufnahme starten, einzelne Note oder Akkord spielen, ggf. eine Pause einfügen und wenn’s reicht, die Aufnahme beenden – das war’s. Wenn das schon nach 8 Schritten ist, ist die Sequenz dann auch nur acht Schritte lang. Gebundene Noten sind leider nicht möglich, es sind also immer Stakkato-Sequenzen.

Die verschiedenen Voicingmodi (z. B. Unisono) sind im Sequencermode inaktiv – der Sequencer steuert den Synth Pro unabhängig vom Voicemode immer polyphon an. Im Display wird bei laufendem Sequencer immer der aktuell gespielte Schritt angezeigt, was einen Nachteil mit sich bringt: Wenn eine Sequenz läuft, ist die Bankanzeige der ausgewählten Sequenz nicht mehr sichtbar. Evtl. könnte via Firmware-Update die Step-Anzeige einen anderen Teil des Displays belegen, damit die Anzeigen sich nicht in die Quere kommen?

Alternativ zum Sequencer verfügt der Synth Pro auch über einen Arpeggiator. Dieser ist simpel gehalten und kann die gespielten Noten hoch, runter und hoch/runter im Wechsel spielen.

Voicemodi und der Rest

Der Synth Pro bietet verschiedene Modi zur Verteilung seiner 8 Stimmen.

Zum einen sind da der Monomode mit nur einer Stimme, wie auch der Polymode, in dem sich alle 8 Stimmen polyphon spielen lassen. Außerdem gibt es einen monophonen Modus, bei dem beim Tastenanschlag eine Synthesizerstimme nach der anderen spielt.

Im Unisono-Modus können alle 8 Stimmen gegeneinander verstimmt werden. Es lässt sich frei wählen, wie viele und wie stark sie gegeneinander verstimmt sind.

Einen echten Multimode gibt es nicht. Dankenswerterweise gibt es aber zwei Möglichkeiten, gleichzeitig zwei verschiedene Klänge aus dem Gerät herauszuholen. Einer davon ist der 1+7 Modus: Es lassen sich ein monophoner Klang und ein 7-stimmiger Klang auf zwei verschiedenen MIDI-Kanälen ansteuern. Das ist toll, so erklingt beispielsweise ein monophoner Bass gemeinsam mit einem Flächenleger. Eine anderer Pseudo-Multimode ist der Chord + 4 Modus: Auf einem MIDI-Kanal wird mit einem Klang ein Akkord gespielt. Auf dem anderen Kanal kann ein anderer Klang 4-stimmig gespielt werden.

Leider lässt sich in beiden Modi der Effektanteil nur für beide Klänge gemeinsam regeln – entweder sind im oben genannten Beispiel Bass und Fläche gemeinsam verhallt oder nicht. Trockener Bass und hallige Fläche wäre also nicht möglich. Da beide Klänge auch gleichermaßen am Stereoausgang anliegen, lassen sie sich nicht ohne Weiteres separat abnehmen.

Ein Trick wäre hier, einen der Klänge nur auf VCF1 zu routen und den anderen auf VCF2.Wenn die Filtersektion dann auf Stereo geschaltet wird, würden die Klänge separat am linken und rechten Ausgang erscheinen. Nachteil in dem Fall: kein Effekt und nur einen der beiden Filter pro Klang.

Die MIDI-Implementation des Synth Pro ist gut – jeder Regler sendet MIDI-CC und der entsprechende Parameter kann auch via MIDI ferngesteuert werden.

Der Klang

Ich habe es hier im Test schon anklingen lassen: Der MFB Synth Pro macht eine extrem gute Figur. Er klingt einfach gut. Der Klang ist  (Achtung abgedroschene Klangworte) druckvoll und cremig! Sämtliche Klangkategorien gelingen einfach: fette Bässe, klassische  Synth-Bläser, Flächen, perkussive Sequencer-Sounds. Die Klänge sind so gut, dass sie die Effekte nicht bräuchten, aber die Effektsektion kann den Klängen noch ein Sahnhäubchen aufsetzen und zum Auftritt eine Effektkiste weniger mitnehmen zu müssen, ist immer gut. Das einzige klangliche Manko, das mir im Test beim vorliegenden Gerät auffiel, sind zuweilen auftretende Störklänge beim Regeln der Lautstärke. Diese treten jedoch anscheinend nur auf, wenn gerade kein Klang anliegt. Wird in einem stillen Moment der Regler bewegt, hört man eine Art Ton (es klingt wie eine Reihe digitaler Artefakte). Sobald man bei spielendem Synth die Lautstärke ändert, ist aber alles so, wie man es von einem Lautstärkeregler erwartet.

Fazit

Der MFB Synth Pro lädt zum Anfassen ein – selbst modulieren macht Spaß! Die Unmittelbarkeit der Klangbeeinflussung macht die nicht vorhandenen Modulationsmöglichkeiten der Hüllkurvensektion mehr als wett. Der Formfaktor ermöglicht einen bequemen Zugriff auf die meisten Parameter bei gleichzeitig bei rucksacktauglicher Größe.

Alles Klangrelevante ist leicht und unmittelbar zu erschließen. Und auch das Speichern von Presets, Save Sequenzen geht gut von der Hand, wenn man nach kurzer Einarbeitung weiß, wie’s geht.

Die Möglichkeit, mit zwei unterschiedlichen Filtern zu arbeiten und zwischen den beiden Filtern stufenlos zu überblenden, eröffnet tolle klangliche Möglichkeiten. Und irgendwie klingt der Synth Pro immer richtig.  Flächen werden durch die drei Oszillatoren bei Bedarf schön breit und die ohnehin schon gut klingenden Klänge gewinnen zusätzlich durch die Effektsektion. Aufgrund der bei Bedarf schnellen Hüllkurven sind perkussive Synthdrum-Klänge genauso möglich wie fette zupackende Bässe – der MFB SYNTH PRO ist ein Allrounder.

Plus

  • sehr guter Klang
  • wählbarer DCO-Modus ermöglicht stimmstabiles Arbeiten in der Aufwärmphase
  • flexible Filtersektion
  • schnelle Hüllkurven
  • gelungene Bedienoberfläche
  • solide Verarbeitung
  • Transportabilität
  • USB-A-Buchse ermöglicht direkten Anschluss von USB-MIDI-Keyboards

Minus

  • Störgeräusche bei Betätigung des Lautstärkereglers, wenn der Synth keinen Ton ausgibt
  • Filter sind zwischen den Stimmen in der Grundfreqenz nur rudimentär aufeinander abgestimmt
  • Stereoausgang als eine Klinkenbuchse ausgelegt (statt zwei Monoklinken)

Preis

  • 1079,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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      herw  RED

      Für ein Desktop-Gerät, das nicht in vorderster Front steht, ist es vielleicht nicht mal so falsch.

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      Leo Solter  RED

      Hallo Swift, ist sie tatsächlich gemessen am „oben und/oder mittig“- Standard. Beim Arbeiten mit dem Gerät ist mir das aber überhaupt nicht negativ aufgefallen. Die Bedienelemnte schienen mir in der Anordnung genau richig zu sein. Abgesehen davon braucht man das Display auch nicht wirklich oft.

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    Dave the Butcher  AHU

    Top. Der ist definitiv in der Auswahl. So schwer wärs noch nie, sich für einen poly zu entscheiden, zumal mich auch die hybride interessieren. Andererseits der ob-6, derda, ach was soll man bloß tun ;)

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    filterfunk  

    Interessantes Gerät!
    Wir leben offensichtlich in guten Zeiten: Polyphonie und Speicherbarkeit waren vor wenigen Jahren eher die Aussnahme – geht doch! :-)

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    Moogfeld  

    Chapeau! Zum einen an den Tester und zum anderen an die Fa. Fricke.
    In Anbetracht des Gebotenen finde ich auch den ausgerufenen Preis als äußerst moderat.
    Aktuell fühle ich mich ein bisschen wie Anfang der 80er……..Analoge (Poly und Mono) so weit das Auge reicht!
    Jedenfalls kommt der Pro gleich mal auf meine engere Auswahlliste…..na wo liegen denn schon wieder die beiden DIN A4 Seiten ?? :-)

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    Quantenakustiker

    Aufgrund seiner fantastischen Kompaktheit böte sich der MFB Synth Pro natürlich für Live-Auftritte an. Aber habe ich das richtig verstanden, nach Auswahl eines Presets lassen sich mit den Drehreglern die gespeicherten Werte nicht sanft abholen, sondern es kommt bei deren Betätigung zu Parametersprüngen?
    Hallo MFB, ist das ggf. noch mit einem Firmware Update bitte behebbar? Bei einem Monosynth fällt dieses Reglerverhalten ja nicht ganz so negativ auf, aber wenn acht Stimmen wild umherspringen, dann ist das für mich nicht wünschenswert und kann 2020 n. Chr. auch mal als Minuspunkt Erwähnung finden.

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      Leo Solter  RED

      Hallo Quantenakustiker, danke für den Hinweis. Tatsächlich gibt es beim Synth Pro keinen Abholmodus. Das ist mir während des Test leider nicht negativ aufgefallen, da ich hauptsächlich für die Klangbeispiele direkt dran geschraubt habe und diese dann abgespeichert und später zwar gespielt habe, aber offensichtlich dabei keine „kritischen“ Parameter erwischte. Du hast natürlich recht, wenn ich live einen Klang aufrufe und mal eben an der CutOff drehe, ist ein Sprung doof. Würde ich eigentlich auch in die Minusecke packen, bei meinem Gotharman Xmini Test habe ich genau das getan. Ich habe Mafred Fricke dazu befragt -er schrieb, daß es zumindest denkbar sei eine entsprechende Änderung vorzunehmen, wie aufwendig dies sei könne er im Moment aber nicht sagen.

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        Larifari  AHU

        Danke für die Aufklärung…wird denn im Display angezeigt wenn beim drehen der Originalwert erreicht wird ?

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          Leo Solter  RED

          Hallo Larifari,
          das Display zeigt ja immer die aktuelle Position des gedrehten Reglers an. Da es keinen Abholmodus gibt, springt die Anzeige in dem Moment in dem ich zum Bespiel CutOff drehe auf genau den Wert, den der Regler gerade hat. Eine weitere Zeile die den Originalwert (vor dem Sprung) anzeigt oder einen Vergleich zwischem aktuellem und dem originalen Wert darstellt gibt es nicht…

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        Quantenakustiker

        Klasse Leo, danke! Hoffentlich kommt der Abholmodus noch. Er würde den schon jetzt sehr interessanten Synth Pro bestimmt nochmal richtig nach vorne bringen.

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    #n3rd4l3r7  AHU

    Puh ich hab mit der Firma MFB so meine Probleme. Liegt vielleicht auch daran, dass ich immer wieder Pech mit Geräten der Berliner hatte. Zwei Modularmodule waren DOA, ein Drummodul nach 6 Monaten tot und irgendwie hab ich immer das Gefühl die Produkte sind unfertig. Auch hier beim Synth Pro wenn ich mir den so ansehe.

    Ich weiß, die Firma hat hier eine große Community aber sorry, bei einem Ü1K Gerät erwarte ich ordentliche Anschlüsse, sauber getunde Filter und keinen Noise oder sonstwas. In der Preisklasse gibt es sicherlich besseres (man lege noch 300 EUR drauf und hat den tadellosen Vermona Perfourmer). Speichermöglichkeit hin oder her. Und der Sound ist jetzt auch nichts den man mit anderen Konkurrenzprodukten nicht auch hinbekommt.

    Daher verstehe ich auch die 3 Sterne nicht wirklich.

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      swift  

      Der Perfourmer ist klasse, fairerweise muss man aber auch sagen, dass er mit seinen 4 Stimmen nur bedingt vergleichbar ist.

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    storyplay

    Wie schade, dass wieder Hall bei vielen Beispielen dabei ist.
    Auch wenn der Hall eingefadet wird, es lenkt, zumindest mich, sehr stark ab.
    Ich kann mir so kaum einen wirklichen Klangeindruck machen.

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      Leo Solter  RED

      Hallo Storyplay, ich kenne das und hatte eigentlich versucht mich zurückzuhallten ;-) Aber jetzt wo ichs nur daraufhin durchhöre ist er doch etwas omnipräsent. Das ist natürlich das Fatale, wenn er mit an Board ist und auch ganz gut klingt- am Ende dreht man ihn dann doch etwas drauf. Der Synth Pro klingt aber tatsächlich auch schon ohne sehr gut. Andererseits ist der Effekt ja mit an Board und auch Teil des Gerätes. Wie Du schon bemerkt hast, hab ich versucht dem „Bestklingendes-Beispiel-mit-allen-Möglichkeiten-des-Synths“ vs. „so-klingts-ohne-Schönmacher-Effekt“ teilweise durch Einblenden zu begegnen. Beim nächsten Mal sollte ich mit dem Einblenden wahrscheinlich etwas länger warten.

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    Larifari  AHU

    Schöner Synth. Warte ich schon lange drauf…scheint sich gelohnt zu haben.
    Interessant das er wirklich so klein ist.

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    Son of MooG  AHU

    Den MFB-Synth Pro hätte ich für teurer gehalten; wo sonst gibt es noch einen Polyphonen mit 3 Oszillatoren pro Stimme? Seine Modulations-Features sind zwar sparsamer als beim Deepmind 12, aber immer noch ausreichend. Hilfreich ist dabei, dass der 3. EG auch als LFO missbraucht werden kann wie auch ein LFO zum Spar-EG mutieren kann.
    Bisher haben fast alle meine MFBs einwandfrei funktioniert (der MFB-Synth Lite II seit 2004), nur der Nanozwerg hat am Audio-Output einen Wackler gekriegt.

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      Leo Solter  RED

      Das mit den multiplen Einsatzmöglichkeiten von Hüllkurve 3 und den LFOs habe ich auch so empfunden. Und durch die angenehme Haptik, hab ich dann einfach selbst am Decay-Regler gedreht, statt das wie sonst gerne zu automatisieren.

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      lightman  AHU

      Wenn ich mir ansehe, welch vielfältige Klänge ich bisher aus meinem Nanozwerg geholt habe, seit ich ihn habe (das sind auch schon wieder acht Jahre) und ich trotzdem immer noch neue „Sweetspots“ entdecke, bin ich mir sicher, daß die vorhandenen Möglichkeiten des Synth Pro mehr als genug sind, praktisch unendlich viele geniale Sounds zu erzeugen.

      Ecken, Kanten und gefühlte oder tatsächliche Unzulänglichkeiten finde ich als Herausforderung gut, wenn die Basis (der Sound) paßt, und da ich MFB sowieso mag, wäre der Synth was für mich, der Preis ist auch sehr fair.

      Mal guggn…

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          Everpure  

          Ja… und? Ich gehe davon aus, dass du implizit sagen willst, dass drei digitale Oszillatoren „natürlich“ doofer sind als drei analoge Oszillatoren? Oder willst du uns aufklären, was du eigentlich meinst? Denn falls es dir um die analog/digital Nummer geht, bitte erspare uns diese Diskussion und höre dir den Peak nochmal selbst ganz in Ruhe an…

  9. Profilbild
    phyl0x1  

    Die Klangbeispiele klingen extrem gut. Wirkt auf mich etwas spritziger/sportlicher/moderner als der Dominion 1. Weiß jemand ob die beiden Geräte irgendwelche Gemeinsamkeiten haben?

  10. Profilbild
    Henrik Fisch  

    Vielen Dank für die kleine Übersicht der Fähigkeiten des Synths am Anfang des Artikels. Mir ist klar, dass man so etwas – zum Glück! – nicht schematisieren kann. Aber so eine klitzekleine Info-Zusammenfassung der technischen Gegebenheiten – nicht des Test-Fazits wohlgemerkt – am Anfang wäre schon schick. Ich wollte bei anderen Tests oft schon schreiben, dass mir das dringend fehlt. So musste ich meistens den ganzen Test durchlesen um zu erfahren, was das für ein Synthesizer ist: Analog, Digital, Anzahl der Stimmen und/oder Paraphon, Anzahl der Oszillatoren pro Stimme, Filtermodelle, etc. Ich hab’s dann immer sein lassen, weil meinem Gefühl nach doch alle Amazona-Redakteure viel Herzblut in die Artikel stecken – an dieser Stelle auch noch einmal ein dickes Lob an Amazona – und ich in allen Artikel gut informiert werde. Hier drehe ich den Spieß mal um und Lobe die kleine Zusammenfassung. 🙂

  11. Profilbild
    Henrik Fisch  

    [ Kleiner Nachtrag ]
    Ich habe mir jetzt erst die Soundbeispiele angehört. Boa … dickes Lob. Nicht nur, dass die die Fähigkeiten des Synthes gut demonstrieren und einen guten Querschnitt durch sie gibt, nein, die finde ich auch noch sehr kreativ.

    Mein Lieblinge:

    9. erst ein OSC, dann 2ter dazu …
    Wie geil ist das denn? Ein einzelner stehender Ton, dafür viel Modulation … schööööön! 🥰

    11. Oszillatorwellenformen moduliert …
    Alien-Trafo kurz vorm Durchbrennen oder so. Sorry, aber ich habe vor kurzem mal wieder das Videospiel »Alien Isolation« gespielt, da kommt man auf solche Assoziationen.

    16. Werkssound mit Hall
    Ui … 👍

    18. Werkssound Chor
    Noch einmal ui … 👍👍

    Insgesamt scheint der Synth extrem gut zu klingen. Für mich als Ambient/Glitch-Fanatiker ist das ein gefundenes Fressen bzw. ein Fest für die Ohren.

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      Leo Solter  RED

      Hallo Henrik Fisch,
      vielen Dank für die Blumen, sowohl bezüglich der Zusammenfassung, als auch der Klangbeispiele :-) Bei der 11 wollte ich einfach nur zeigen was auch ohne Filter schon möglich ist- und genau so eine Stromassoziation kommt mir da auch… Die Werkssounds finden sich so wahrscheinlich in jedem SynthPro (ich gehe mal davon aus, daß meiner standarmässig bestückt war). Ich fand besonders den Chorsound für einen subtraktiven Synthie mit „normalen“ Wellenformen (also ohne Wavetable oder so) ziemlich beeindruckend. Und die 16 hatte mich stark an einen meiner Lieblingswerksounds aus dem TX81z erinnert…

  12. Profilbild
    repete

    Endlich das Review ist da Amazona! Danke 🙏. Der Synth Pro steht seit Stimmings review auf meiner Liste. Nicht dass es ein in Depth review war wie dieses, allerdings der Sound kam dort schon zur Geltung. Einfach Wow! In dieser Preisklasse mit 8 Stimmen und rein analog, ohne Menüdiving. Das ist doch ein Synth wie ich mirs vorstelle. Ich kenn da keiner in dieser Klasse, auch der Deepmind passt da nicht rein. Schade dass gewisse Komponente etwas liederlich erscheinen. Aber das kann die Freude nicht gross schmälern. Dank an Fricke und Co und das review ist Top inkl. Bsp.

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    greekotronic  

    Der Klang ist tatsächlich sehr lecker. Stimmt es denn, dass man weder Anschlagdynamik hat noch Standards wie Vibrato auf’s Modwheel legen kann?

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      Leo Solter  RED

      Velocity kann für die Lautstärke (VCA) an oder augeschaltet werden. Für den Filter kann sie als Modulationsquelle für MOD VCF ausgewählt werden. Filtermodulation eines Filters mit LFO und Velocity geht also nicht, nur enweder oder. Man kann aber z.B. VCF 1 mit dem LFO steuern und VCF2 mit Velocity.
      Das Modwheel lässt sich zwar an ein paar Punkten als Modulationsquelle auswählen, die LFO Intensität steuern (was für die Vibratosteuerung ja nötig wäre), lässt sich aber leider nicht. Das müsste dann händisch pro VCO über die ModPitch-Regler auf der Oberfläche passieren.

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        greekotronic  

        Das find ich ziemlich schade. Ist doch für viele sicher wichtig, traditionelles Vibrato spielen zu können. Vielleicht wird’s ja per Update nachgereicht. Würd’s mir auf jeden Fall wünschen. Vielen Dank für die Infos

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    fmq75  

    „Eine Sinusschwingungsform gibt es nicht (aber braucht man die bei einem subtraktiven Synth denn wirklich?)“

    Na aber sicher,Stichwort:FM
    Zumal sich die Intensität ja noch per Hüllkurve regeln lässt.Macht aber nur wirklich Sinn wenn lineare FM angeboten wird (dazu noch eine Info wäre schön).

    Toller Synth zu einem sehr guten Preis.Wünsche den Berlinern alles Gute dafür.

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      Leo Solter  RED

      Hallo,

      Du hast natürlich Recht für FM schon, oder wenn die Sinuswelle am Filter vorbei noch zugemischt werden kann. Für FM finde ich im subtraktiven Kontext durchaus auch Dreieck ok, da ich das Ergebnis dann eher als Basismaterial für eine weitere Filterung sehe. Die FM Intensität ist zwar modulierbar, jedoch nur für VCO3->OSC1 und OSC3->OSC2 gemeinsam. Es gibt also nur einen Träger und zwei Modulatoren deren Intensität gleichzeitig moduliert oder fest eingestellt wird. Oder es ist nur einer der beiden FM Stränge aktiv. Die FM ist linear…

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      Leo Solter  RED

      einen Träger und zwei Modulatoren ist falsch- ich meinte natürlich zwei Träger die vom selben Modulator moduliert werden können…

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    Son of MooG  AHU

    Dass MFB gutklingende Synthesizer bauen kann weiß ich seit 2004, als der MFB-Synth Lite II in mein Studio kam. Mit ihm kam der erste Moog-Flair in meine Musik, denn er kann sehr gut wie ein Rogue klingen.
    Als (für mich) weitaus bessere Alternative zum Korg MS-20 dient seit 2013 mein Microzwerg Mk.II; er klingt besser, hat flexiblere Filter und V/Oct-Charakteristik. So ist er auch gut in meinem Eurorack System integriert, wo sein größter Minus-Punkt (nur ein ADSR) voll kompensiert werden kann. Mit einem zweiten VCA ist er dann sogar Stereo-tauglich…

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    Tomstone  

    Hi! Nach den ersten Klangbeispielen wollte ich schon aufhören zu lesen. Gähn! Das kann jedes UKW Radio. Aber dann wurde es erheblich besser. Auch wenn ein bisschen viel Hall in der Soße war.
    Geschmeckt hat das Menü dann doch. Interessanter kleiner Synth. Etwas abseits von Korgoland gibt es also auch schöne Töchter.

    gruß
    Tom

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    Autarkus

    Wollte mal fragen, wegen der Verarbeitung von MIDI-Signalen. Mein Synth II hatte da von Anfang an Probleme, wenn man sehr schnell spielt. Ich habe damals mit Herrn Fricke Kontakt aufgenommen, der mir aber nicht weitergeholfen hat. So verwende ich den Synth II nur noch im Studio.
    Ist das beim Synth Pro oder Dominion noch ein Thema oder funktioniert die MIDI-Verarbeitung wie sie soll?

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      Leo Solter  RED

      Hallo Autarkus, ich habe ihn wärend des Tests hauptächlich über MIDI via Keyboard mal schnell und mal langsam gespielt (sowohl über DIN-input als auch über den USB Host Anschluß). Die Sequenzen hab vom internen Sequenzer kommen lassen. In beiden Fällen habe ich keine Aussetzer oder Notenhänger beim Synth Pro gehabt. Leider habe ich ihn nicht mehr da, um ihn mal einem einem externen 32tel Dauer- MIDI-Noten-Beschuss auszusetzen… Zum Dominion kann ich leider nichts sagen.

  18. Profilbild
    phyl0x1  

    Bin seit kurzem Besitzer von diesem feinen Instrument.

    > Modulierbar ist keiner der [Effekt-]Parameter, aber sämtliche Einstellungen werden mit den Presets gespeichert.

    Das stimmt zwar. Glücklicherweise sind sämtliche Effektparameter aber über CC steuerbar. Im Studio kann man dann in der DAW die gewünschten Hüllkurven oder LFOs zeihnen.

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