Test: Waldorf Kyra, multitimbraler VA-Synthesizer

7. Dezember 2019

Die neue VA-Hoffnung: KYRA

Waldorf Kyra: Multitimbraler Desktop-Synthesizer

Waldorf Kyra – wer die beinahe märchenhafte Story hinter dem VA-Boliden von Waldorf wissen möchte, der kann es hier noch einmal nachlesen. In diesem Test geht es um das Gerät an sich. Was liegt dem Kyra, was nicht so; hat er auch Schwachstellen?

Zunächst einmal ist das endgültige Design des Waldorf Kyra Synthesizers mit der 30 x 44 cm großen Frontplatte riesig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das Gerät nimmt gehörig Platz auf dem Schreibtisch und unterstreicht damit auch schon den Anspruch, der Hauptsynth im Setup zu sein. Gebaut wie ein Panzer kommt hier ein gebogenes Stahlblechgehäuse zum Einsatz, das von Echtholzseitenteilen abgeschlossen wird, übrigens innerhalb des Gehäuses und nicht darauf, wie so oft üblich. Einzig der DC-Stecker (wer kennt noch die grünen PS-2-Anschlüsse?) macht auf mich einen nicht ganz vertrauenswürdigen Eindruck. Zumal es auch keine Zugentlastung gibt.

Mit 128 Stimmen, 8 Stereo-Parts, die auch alle über USB direkt als 24 Bit, 96 kHz (mit 48 kHz Downsampling-Option) Audio-Stream an den Rechner gehen (Class-Compliant, nur Windows-Nutzer unterhalb von Win10 müssen den Waldorf-USB-Treiber installieren) und einem Stereo-Return, mit dem man abhören kann (Soundcard Mode), ist das durchaus auch nicht zu dick aufgetragen. Mit einem kompletten DIN-MIDI-Trio und insgesamt 8 analogen Ausgängen (32 Bit, 96 kHz), zusammengefasst zu vier Stereopaaren, fühlt sich der Waldorf Kyra auch in einem klassischen MIDI/Mischpult-Setup wohl.

Die Anschlüsse des Waldorf Kyra Synthesizers

Waldorf Kyra Synthesizer: Patches

Für Patches ist reichlich Platz: Es gibt sieben RAM-Bänke (A-G) mit je 128 Patches. Macht insgesamt 896 Bänke, die man überschreiben kann. Der Rest der insgesamt 26 Bänke (H-Z) sind reine ROM-Bänke, die zwar kopiert, aber nicht überschrieben werden können. Das macht dann 2432 ROM-Patches. Mir wäre es ja umgekehrt lieber gewesen, denn ich persönlich bin überhaupt kein Freund von ROM-Bänken und Preset-Sounds. Aber beinahe 900 Patches sind schon ganz ordentlich.

Organisiert werden die Patches, die beim Waldorf Kyra Parts heißen, in 128 Multis. Jedes Multi hat immer 8 Parts und der Multi-Mode ist auch der einzige Mode des Waldorf Kyra. Jeder Part kann von einem MIDI-Kanal angesprochen werden. Layer und Splits erreicht man durch gleiche Kanalwahl und entsprechende Einteilung der Key-Range. Wichtig ist: Ändert man einen Part in einem Multi, so klingt er dann auch in einem anderem Multi anders, nachdem man ihn abgespeichert hat; das kann schon mal zu kleinen Verwechselungen führen, sollte man das vergessen.

Das Navigieren und verwalten der Parts und Multis geschieht allesamt im oberen Drittel des Waldorf Kyra. Das 8 x 2,5 cm große OLED-Display mit 256 x 64 Pixeln passt sich dabei immer der gerade durchgeführten Operation an, wenn die Follow-Taste gedrückt ist (das gilt auch für alle Synth-Parameter). Über Exit gelangt man jederzeit wieder in den Haupt-Screen. Über die Cursor- und die Value-Taster kann man auch „händisch“ in den Menüs navigieren, wenn man das möchte. Da hier jedoch z. T. viele Klickvorgänge nötig sind, hätte ein Encoder diese Aufgabe wohl ergonomischer leisten können. Vor allem bei der Eingabe von Patch-Namen nervt das. Zum Glück haben die Taster eine Repeat-Funktion und man braucht sie für die meisten Aufgaben nicht, denn beinahe alle Synth-Parameter sind direkt über die Oberfläche zu erreichen. Nur manchmal gibt es im Bildschirm eine Option, die nur über die Taster zu erreichen sind. Im LFO-Screen z. B. die Einstellung Mode (Monophonic, Polyphonic etc.).

Die Oberfläche im Detail (zum Vergrößern bitte anklicken)

Das empfinde ich als echte Wohltat, beinahe alle Synth-Parameter im direkten Zugriff zu haben. Dabei haben viele der Potis eine Doppelfunktion, die über die Shift-Lock-Taste erreicht werden kann. Die Shift-Funktionen sind dabei so verteilt, dass man mit möglichst wenig zurückgelegter Strecke eine maximale Sound-Ausbeute erlangen kann. Die Lock-Funktion verhindert auch das gleichzeitige Drücken und Drehen. Man kann also den Waldorf Kyra stets mit einer Hand bedienen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Da es sich um Potis handelt und keine Option für einen Abhol-Modus existiert, muss man sich wohl mit dem Sprung-Modus (oder WYSIWYG) zufriedengeben. Live ein etwas riskantes Unterfangen, wenn man zwischen den Parts springt. Das Wechseln in einen anderen Part funktioniert auch nur über den Haupt-Bildschirm. Editiert man einen Parameter, hat der Patch-Sprung keine Funktion. Wäre gut gewesen, wenn man ein Multi mit mehreren Patches bedienen möchte.

Kyra Oszillatoren

Der Waldorf Kyra hat also 128 Stimmen, woraus besteht denn nun eine Stimme? Nun, faktisch aus dem kompletten Arsenal, das die Oberfläche zu bieten hat. Fangen wir mit den Oszillatorsektion an, denn die hat es schon in sich und ist der Kern des Klangs des Kyra. Es gibt zwei Oszillatorengruppen, die gleichzeitig aktiv sein können. Einziger Unterschied: Gruppe 1 hat eine Option Gruppe 2 FM zu modulieren und fungiert auch als HardSync-Master. Jede Gruppe hat vier Oszillatoren, die alle gleichzeitig (!) aktiv sein können: Saw, Wave (eine von 4096 Wavetables in 18 Bit linear PCM, eingeteilt in 73 Gruppen zur besseren Navigation, basierend auf dem AKWF Waveforms-Set), Pulse mit verstellbarer Pulsbreite sowie einen Suboszillator in den Geschmacksrichtungen Saw, Pulse 50 %, Pulse 25 % und Tri – entweder eine oder zwei Oktaven unterhalb der normalen Oszillatoren. Das macht insgesamt 8 Oszillatoren! Wer aber gehört hat, Waldorf Kyra hätte 10 Oszillatoren, dem ist nicht ganz so. Es gibt noch pro Stimme einen „Aux-Oszillator“, der entweder weißes Rauschen produziert oder eine aus beiden Gruppen abgeleitete Ringmodulation ausgibt. Allerdings kann man immer nur beide Aux-OSC gleichzeitig aktivieren und verstellen. So gibt es also entweder nur Rauschen oder nur Ringmodulation. Technisch gesehen sind es 10 Oszillatoren, verschieden einstellen kann aber die beiden AUX-OSC eben nicht.

Zu den Wavetables muss man dazu sagen, dass hier keine Wavetable-Fahrten möglich sind. Es sind einfach Single-Cycle-Waveforms, deren Herkunft (z. B. Piano) man durchaus erahnen kann, wenn man sich im richtigen Register bewegt.

Neben dem beschriebenem Wave-Mode gibt es noch zwei andere: Hypersaw inklusive Intensity und Spread (hier dürfte klar sein, was gemeint ist) und einen Dual-Mode, der die beiden Oszillatorgruppen separiert und auf den linken und rechten Kanal verteilt. Mit dem Dual-Detune im Dual-Mode, die beide Seiten gegeneinander verstimmt, kann man so richtig dicke Stereo-Flächen auftragen. Vor allem, da weiterhin auch Hard-Sync, FM und Ringmodulation und Hypersaw zur Verfügung stehen.

Also so ein Oszillatorbrett habe ich selten gesehen oder gehört, manchmal glaubt man gar nicht, dass das alles aus einer Kiste kommt… und dabei ist gerade mal ein Part aktiv. Man muss sich allerdings bei den Pegeln vorsehen. Dreht man alle Oszillatoren auf, kann man deutlich Verzerrungen hören, die seltsamerweise aber beinahe gut klingen, so in etwa wie FET-Übersteuerung. Für ein sauberes Klangbild sollte man beim Einsatz aller Oszillatoren jeden höchstens zur Hälfte aufdrehen.

Kyra Filter, die singen

Die Filter sind schnell abgefrühstückt: Es gibt zwei identische Filter, die nach dem beliebten Kaskadendesign modelliert sind. Sie bieten alle Typen: LP, BP, HP in 12 dB und 24 dB Flankensteilheit. Aktiviert man den Dual-Filter-Mode, so wird immer auch der Dual-OSC-Mode aktiviert; dann geht jede OSC-Gruppe durch ein eigenes Filter.

Das Filter des Waldorf Kyra kann dabei (beinahe) zur Eigenresonanz gebracht werden, schwingt jedoch nur bei Noten, die nahe der Cutoff-Frequenz liegen. Da kann es schon mal kreischen und den Kanal übersteuern. Dadurch hat man aber auch die Möglichkeit, genau soviel Resonanz zu wählen, dass das Filter gerade anfängt zu singen.

Design made by Axel Hartmann

Ich liebe Filter, die singen. Was meine ich damit? Bestes Beispiel ist wohl der Juno-6/60, dreht man die Resonanz recht hoch, aber eben nicht zu hoch auf, so kann man mit dem Cutoff regelrecht Melodien spielen. Etwas sehr eigentümliches erinnert mich dabei an singende Stimmen. Längst nicht jedes analoges oder digitales Filter hat diese Eigenschaft – der Waldorf Kyra hat sie aber. Beim Verstellen des Cutoff und besagter Resonanz könnte ich stundenlang herumschrauben und dem Gesang des Filters lauschen.

Kyra LFO, ENV und Modulations-Matrix

Das bringt uns auch schon zu den Modulatoren. Hier kann ja nichts schiefgehen, oder? Nun ja. Nicht ganz. Zwei Mankos gleich vornweg: Die 3 LFOs haben nur eine sehr geringe Frequenz von 12,8 Hz, gehen also bei weitem nicht in den Audiobereich. Die untere Frequenz mit 0,1 Hz ist dafür wiederum etwas schnell, um ganz langsame Verläufe zu realisieren. Zwar kann man die Frequenz eines LFOs mit einem anderem modulieren (über die ModMatrix); bei 0,1 Hz scheint aber definitiv Schluss zu sein. Zudem zeigt sich ein deutliches stufenartiges Verhalten, wenn die Frequenz des modulierenden LFOs deutlich über dem des zu modulierenden liegt.

Die ADSR-Hüllkurven sind dreifaltig und standardmäßig sind ENV1 auf den VCA und ENV2 auf das Filter geroutet, man kann sie aber auch woanders hinschicken. ENV3 (AUX) ist zunächst unbelegt. ENV1 und ENV3 werden über eine Potireihe gesteuert, der Filter-Env hat eine eigene spendiert bekommen. So weit, so gut. Problem bei allen Hüllkurven ist die Skalierung. Der für perkussive Klänge wichtige Delay-Parameter startet bei 0. Der erste Wert ist dann 1 ms, der zweite dann schon 4 ms, danach 9 ms, 16 ms, 25 ms und 36 ms. Das ist etwas grob aufgelöst, reicht aber dennoch für perkussive Klänge. Noch etwas ist mir aufgefallen: Bei Werten unter 25 ms und schneller Repetierung löst die Hüllkurve nicht immer aus und verschluckt einzelne Noten.

Überraschendes bietet die Mod-Matrix: 6 Slots sehen zunächst nicht nach viel aus. Hinter den 6 Plätzen verstecken sich aber sog. Agents, die eine Quelle gleich drei Zielen in unterschiedlicher Intensität zuordnen können. Als Ziel kommt so ziemlich alles in Frage, was die Engine zu bieten hat. Die sechs LEDs an der Seite zeigen an, wie viele Agents in Benutzung sind. Auch hier ist nicht alles, wie man sich das vorstellt, jedenfalls die Intermodulation von LFOs betreffend, wie oben beschrieben.

Effekte en Masse im Waldorf Kyra

Jeder Part hat noch seine eigene Effektsektion. Das Beste daran: Es kann eben nicht nur ein Effekt aktiv sein, sondern alle sechs Effekte gleichzeitig. Allein die Effektreihenfolge kann nicht geändert werden. Hervorzuheben sind hier das Formantfilter, die Verzerrer und das Reverb, da sie die prägnantesten sind. Das Reverb ist jetzt nichts, was ich in den Vordergrund mischen würde, dezent eingesetzt bringt es aber eine schöne Räumlichkeit, die den Sound gut in Szene setzen kann.

Es gibt fünf Verzerrertypen, von denen mir besonders der Gnasher, der eher einem leichten Overdrive erzeugt, gefällt. Die anderen sind allesamt okay, machen auf mich jedoch den Eindruck, als hätte man einem Chihuahua ein Stachelhalsband angezogen, damit er bedrohlicher wirkt – also klangtechnisch gesprochen.

Waldorf Kyra on YouTube

Fazit

Obwohl der Waldorf Kyra Hardsync, Ringmodulation und diverse Distortion bereitstellt, klingt er irgendwie nie böse. Und wenn, dann wirkt es ein bisschen aufgesetzt. Diesen Eindruck macht auf mich auch der Arpeggiator, der wirklich nur die allernötigsten Funktionen hat. Das Ungewöhnlichste ist hier noch der Chord-Mod, der eben kein Arpeggio erzeugt, sondern den gehaltenen Akkord in der gewünschten Geschwindigkeit zerhackt.

Die Domäne des Waldorf Kyra sind endlose Stacks von Flächen und interessante singende Filterverläufe. Die Räumlichkeit durch den Dualmode und das Nutzen von zwei Filtern für jede Seite des Stereobildes sind wirklich erstklassig. 10 Ozillatoren pro Stimme, jede mit ihrem eigenem Filter – wo gibt es sowas schon? Das absolut Positivste aber für mich: Die Oberfläche lädt zum ausgedehnten Schrauben und zu Klangexperimenten ein, das ist nicht zuletzt auch der Größe geschuldet. Man kann sich wirklich im Waldorf Kyra verlieren und alles um einen herum vergessen. In diesem Synth steckt genug Potential für eine ganze Lebenszeit. Er ist allerdings kein Allroundtalent, das jeden Winkel der Synthese beherrscht. Da spielen auch die angesprochenen kleinen Unzulänglichkeiten hinein. Noch nicht – denn aufgrund der genutzten FPGA-Technologie kann jeder Aspekt auch von Grund auf neu entwickelt werden – hier steckt also auch noch eine Menge Potential.

Plus

  • volle Rechneranbindung/Audio-MIDI
  • komplette klassische Anbindung mit DIN-MIDI und 8x Audio-Out
  • ausgedehnte Arbeitsfläche
  • die meisten Parameter sind im unmittelbaren Zugriff
  • bietet einen Stereo-Return-Kanal
  • Wandler in 32 Bit / 96 kHz
  • definierter Klang auch bei Zusammenspiel vieler Parts
  • klingt einfach schön

Minus

  • LFO nur bis 12,8 Hz
  • ENV-Werte zu grob im unteren Bereich
  • böse liegt ihm nicht so
  • kein Encoder für Values
  • kein Springen von Part zu Part im Synth-Edit und keine Anzeige, welcher Part gerade geändert wird
  • ENV löst nicht immer zuverlässig aus bei sehr kurzen Einstellungen

Preis

  • 2099,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    Tom 2102  

    Für mich ist zusätzlich zum Klang auch die Optik entscheidend… hier finde ich das gute Stück mit seinem harmonischen, minimalem (Zahnarztpraxis-)Design sehr ansprechend.
    Wenn etwas böse klingen soll, kann man es ja immer noch dementsprechend aufmotzen.

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    Joerg  

    Klingt alles ziemlich interessant – und ehrlich gesagt: mehr auch nicht.

    Habe ich das korrekt verstanden: es sind keine Wavetable-Fahrten durch ein Wavetable möglich ? Also z. B. kein (sehr oft beliebtes) Durchfahren eines Wavetables durch seine „Wellenformen“ mittels LFO ?
    Wenn dem so sein sollte, dann k.o. Argument und somit Kyra für mich uninteressant.
    …denn das können selbst mein Billig-Uralt-Blofeld für derzeit 440,- Euro und (fast in Perfektion) mein Icarus Plugin-Synth.
    Ich hoffe ja mal, dass ich das falsch verstanden habe bei einem Synthesizer für 2.100,- Euro !

    Und nehme ich die Soundbeispiele hier, dann ist da irgendwas am Klang, was mir irgendwie gar nicht gefällt. Kann es derzeit nicht so richtig beschreiben. Steril ? Kalt ? hmm….will mich da nicht festlegen und nur aufgrund dessen über den Klang urteilen, ohne die Kiste mal persönlich unter meinen Fingern und an den Ohren gehabt zu haben.

    Nehme ich jetzt nur den Test hier als Basisinformation, dann bleibt da, bis auf eine klasse Bedienoberfläche (ohne Abhol-Modus an den Potis !), ein Multimode (endlich wieder Multimode !) und eine mächtige Effektsektion nicht viel.

    Sehe ich die Liste mit Minuspunkten, dann macht sich das Gefühl eines „unfertigen“ Produktes bei mir breit. Beta-Tester Generation halt….

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    Joerg  

    …ok ok…die Oszillator-Sektion ist schon mächtig. Und die Mod-Matrix, und der coole Look der Kiste und die Bedienbarkeit für Soundtüftler (wie ich einer bin), der breite Stereo-Sound, und der „Wall of Sound“ der in meinem Kopf stattfindet, wenn ich die Parts im Multimode auch noch zu einem Layer zusammen lege… :-)
    Einzelausgänge – Jawoll !
    Built like a tank – nochmehr Jawoll !

    Ich will die Kiste hier, nur aufgrund des Tests, auf keinen Fall nieder machen !

    Aber mein Gefühl,…..findet nicht statt derzeit. Kein Funke der überspringt (außer ein wenig bei dem Sound in dem YT Video bei 4:39 Min.)

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    index  

    ..hm…LFO der zu langsam ist, Hüllkurven die nicht gut aufgelöst sind und Wavetables die nicht durchfahren werden können….für mich im Moment eine mächtige Spassbremse…
    da muss Waldorf nacharbeiten, gerade das mit den Wavetables, das ist doch eigentlich eine Waldorf Domäne…

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    paulilein   3

    Wavetables die man nicht „durchfahren“ kann? Vielleicht sollte man sich mal die Waldorfsche Definition von Wavetables zu Gemüte führen.
    Sobald von einem Wavetable gesprochen wird sind mindestens mal zwei Wellenformen verfügbar zwischen denen dann interpoliert wird. Ein Synth mit vielen Wellenformen ist viel hat aber sowas von garnichts mit einem Wavetablesynth zutun. Wenn ich z.B. dem Electra2 von Tone2 diese AKWF Wellenformen zu „futtern“ geb wird in hundert Jahren kein Wavetablesynth daraus. Herr Palm hätte sich den Begriff Wavetable schützen lassen sollen.

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    Soundreverend  AHU

    Ich finde schon das der Kyra einen eigenständigen Klang hat. Eine Menge Stimmen und die Möglichkeit Audio auch über USB zu nutzen.

    Die Frage ist ob die Käufer im Moment Lust auf VA haben. Ich würde es dem Entwickler Manuel Caballero wünschen, denn was er da anfänglich auf die Beine gestellt hat ist schon enorm. „Mal eben“ so einen FPGA Synth bauen.

    Waldorf müsste für diesen Synth einen Ausblick geben, damit man das Gefühl bekommt etwas mit Lebensdauer zu kaufen. Z.B. „Ja, wir werden noch weitere Modelle hinzufügen“ oder „Wir arbeiten an den LFOs und Filtern“. Vielleicht sogar Einblick in die Entwicklung. Transparenz. Auch könnte man Manuel etwas in den Vordergrund stellen, es kommt mir so vor als ob er nicht mehr an der Entwicklung beteiligt ist.

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    Kari  

    „Zu den Wavetables muss man dazu sagen, dass hier keine Wavetable-Fahrten möglich sind.“
    Waldorfs neuster Wavetablesynth…was zur Hölle?!

    Wie wäre es mit einer Version mit „nur“ 64 Stimmen, dafür mit LFOs welche ein breiteres Spektrum abdecken, butterweiche Wavetable fahrten und ein Encoder zur Navigation und Benennung von patches?
    Das ganze in schwarz mit roten LEDs und verchromten knobs?

    Jetzt wünsche ich mir erst recht einen VirusTi3! XD
    Dennoch danke für den Test! Über ein „alle Stimmen im Unison“ Beispiel hätte ich mich sehr gefreut ;)

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    Langsuan

    Da muss ich euch zustimmen, mir gefällt der Klang auch gar nicht.

    Hatte mich echt gefreut, der Kyra sieht optisch umwerfend aus, die Features lesen sich wie ein Gedicht, aber der Sound… kein Funke.

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    Hectorpascal  AHU

    Bei so viel negativen Anmerkungen muss der ja fast gelungen sein. :) Mich erinnert der Sound an biosphärischem Ambient und ein bischen Richtung Alchemy gehend. Wer diesen Charakter mag wird damit bestimmt glücklich. Der Phaser klingt schon mal geil! Mir hätte übrigens auch die hälfte an Stimmen gereicht. Bei so vielem Analogzeug zuletzt jedenfalls eine erfrischende Abwechslung. :)

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      ARIMUSIK

      Wobei der Alchemy ja im Prinzip lediglich oder hauptsächlich ein Sample-Player ist. Klar macht der phantastische Flächen und atemberaubende Pads. Aber von diesen grandiosen Sounds stammt kein einziger von eigenen internen Oscillatoren. Also das Lob verdient eigentlich nicht Alchemy, sondern deren Sounddesigner, die das von anderen Synthesizern aufgenommen, gemischt und weiter vermorphed haben.

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    index  

    Egal wie, ich denke alle Kritikpunkte lassen sich durch Programmierung anpassen. Die Hardware ist jedenfalls super. Und gegen edel klingt das Teil auch….das Potential zum Knaller ist da, finde ich…

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    BÄM  

    Hm, ich weiß nicht, für das Geld bekomme ich einen PC und DIVA und das klingt dann schon besser oder von mir aus auch HIVE 2 oder DUNE 3. Der Kyra klingt eher wie ein aufgehübschter Billigsynth, ein paar Filterfahrten, ein paar Effekte, möglichst viel Bewegung, alles Klänge die man in einem Song so nicht verwenden würde, irgendwie wie Süßkram, zwar nett aber danach will man was richtiges essen :) Schade.

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    SynergyMan  

    Also ich finde diesen Synthesizer durchaus gelungen, die Effekte sind nicht aufdringlich (sofern man das mit den Audioproben beurteilen kann), der Klangcharakter teamfähig. Ausserdem gibt es wenige Synths, die mit zwei getrennten Filtern pro Stereokanal aufwarten können, von 10 Osc mal ganz abgesehen. Die paar Ungereimtheiten werden in zukünftigen Updates auch behoben. Die Software des Blofeld war in seinen ersten Versionen auch hart zu ertragen aber inzwischen ist die ausgereift. Waldorf lässt seine Produkte nicht fallen, dass macht die ja teilweise aus. Und ganz wichtig: der ist vom Output sehr anschlussfreudig … die Studioszene ruft.

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        SynergyMan  

        Was soll uns das selbst verliebte Gedudel untermalt mit einem Filter nahe der Selbstoszillation einer Korg Billigschachtel denn zum Thema Kyra sagen ?

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          Hectorpascal  AHU

          Kraft, Ausdruck und was mit ein bischen detune, Filter und 3 Oszillatoren in Mono möglich ist. Ich höre da so viel mehr als in vielen Übersynth Demos. Muss ja nicht dein Geschmack sein. Was selbstverliebt hier soll musst du mir näher erklären. :)
          Ich finde übrigens auch das der Kyra einen Preis für schlechte Presets bekommen sollte. Der könnte bestimmt auch Omnisphere wenn Mr. P. dem sich annehmen würde.

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            SynergyMan  

            Ständige Iteration mit geringfügiger Abweichung ist entweder Philip Glass oder selbstverliebtes Gedudel. Nein Du hast recht ich sollte gnädiger sein. Was in der Tat fehlt, ist eine Demo, was der Kyra auch interaktiv zu bieten hat. Macht er das smooth wie der Korg oder hakt es dann wegen der Auflösung oder CPU Zeit ? Ist ein guter Punkt, den ich aber jetzt erst geblickt habe ;)

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              Langsuan

              Das Volca-Video in den Vergleich zum Kyra zu setzen verstehe ich nicht. Klanglich. Was gespielt wird ist ja unerheblich, Audiobeispiele können melodisch gefallen, müssen sie aber nicht.

              Rein klanglich war der Q damals wegweisend. Was ich bisher vom Kyra gehört habe ist Sackgasse. Nicht schlecht, aber vielfach reproduzierbar.

              „Was in der Tat fehlt, ist eine Demo, was der Kyra auch interaktiv zu bieten hat.“

              Das würde ich das Marketingteam auch fragen.

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                Hectorpascal  AHU

                Also……., der Kyra ist ein stark Virus ähnlicher Synth, sagt der Entwickler. Der Virus ist wiederum die Trancehupe schlechthin gewesen und deswegen der Volca mit dem Beispiel aus dem Genre. Der Volca zeigt mit nur kleinen Änderungen fast alle gängigen und gefeierten Trance-Leads, die sonst mit JP-8000, Sylenth und Virus gemacht werden und das sogar richtig beeindruckend. Warum man seitens Waldorf da nicht anknüpft und die große EDM-Käuferschaft von den Qualitäten überzeugt ist mir schleierhaft. Anscheinend braucht Waldorf kein Geld oder die Gründe erschließen sich mir nicht. So bleibt nur kaufen, testen und zurückschicken. Derzeit denke ich, der UDO wird besser obwohl er weniger kann aber das eben richtig gut. Specs alleine sind kein Kaufgrund, da fehlt Würze und bitte mit weniger Effekten. Die sind in der Masse kaum zu ertragen. ;)

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                  Coin  AHU

                  Waldorf kann nichts anknüpfen,
                  weil der Volca von Korg ist.
                  Einen belieben Synth zu nehmen,
                  weil er Trance kann und dann mit dem Kyra zu vergleichen ist einfach ein schlechter Vergleich.
                  Man vergleich auch kein Schnitzel mit ner Banane, nur weil man beides essen kann.

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                    Hectorpascal  AHU

                    Willst du mir nun sagen ich hätte besser eine Virus-Demo nehmen sollen? Sorry dafür! ;) Klar könnte Waldorf am Ruf des Virus anknüpfen und der ist nun mal EDM/Trance. Der Volca ist nur ein 130€ Analog-Synth der klanglich und beim richtigen Einsatz beide bei den Eiern hat, deswegen das Video. Nun zu Kyra/Valkyrie: Unison, Dual, 10 Oszis, das schreit doch nach Powerleads für Trance und Co., oder? Der Virus kommt ja auch nicht in einer ELP Revival-Band zum Einsatz.
                    Und nun nochmal zum mitschreiben: Virus=Kyra/Valkyrie, auch wenn der „Erfinder“ das gerne als rein zufällig bezeichnet. Was sollte er Herrn Kemper auch sonst sagen. Ich denke deswegen wollte man auch ganz bewußt nicht gleich die ganze Library vom Virus kopieren. Guck ma, jetzt haben wir sogar den Grund für die schlechten und überzüchteten Presets. Ganze inflationäre 4096 sollen das sogar sein. Kann man aber noch retten, schnell! :)

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                      Coin  AHU

                      Habe nur auf die Email von deinem Post gewartet…
                      Aber Du musst Dir einen anderen Diskussionspartner suchen.
                      Ich habe mein Argument gebracht und bin raus.

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                      AppleUser2015  

                      Vieleicht will der Kyra eben gar keine Trance/Edm Hupe sein, sondern sucht seinen Schwerpunkt in anderen Bereichen.
                      Wenn du Trance/Edm willst, dann gibt es unzählige Alternativen.
                      Eben auch die von Dir genannten. Warum sollte ich mir einen Kyra kaufen, wenn ein Virus mir diesbezüglich viel mehr bietet…
                      Das schöne am Kyra; Er ist ein eigenständiger Synth und versucht keine Kopie der Kopie der Kopie zu sein. Und wenn ich jetzt tolle Flächen brauche und der Kyra das perfekt beherrscht, dann ists doch gut…

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            demonkoryu

            Jetzt habe ich mich extra angemeldet um zu sagen: Mir gefällt das „Gedudel „sehr gut, wusste gar nicht dass der Volca so viel kann. Nice!

  13. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Bei meinem Blofeld wünsche ich mir hin und wieder ein größeres Bedienfeld, das bietet der Kyra ja. Dafür ist er aber auch fast 5mal so teuer. Ansonsten schließe ich mich der allgemeinen Kritik an, abgesehen beim Sound, der mir recht gut gefällt. Die Kritik-Punkte sollten sich relativ leicht ausbessern lassen; die CPU bietet ja genug Leistung…

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      calvato  

      ….dann nimm den studiologic sledge. der mact wirklich spaß zu bedienen/schrauben und hat ja die gleiche engine wie der blofeld wenn ich mich nicht irre

  14. Profilbild
    Henrik Fisch  

    Der Klang des neuen »Waldis« gefällt mir gut und dass er nicht so richtig böse kann, stört mich jetzt nicht so. Mit den eingebauten Möglichkeiten erscheint er mir als der ideale Teppichleger (»Pads«, »Strings«, etc.) mit äußerst komplexen Klangverläufen.

    Das mit den »Wavetables« hat mich auch verwundert. Allerdings habe ich eben auf der Waldorf-Seite mal nachgelesen: Da ist mit keinem Wort die Rede von »Wavetables«, sondern nur von »Waves«, also auf deutsch »Wellenformen«. Dafür gibt es davon 4096. Das man die »Wavetables« nicht durchfahren kann, ist also logisch, wenn es gar keine gibt. Vermutlich sind die einzelnen »Waves« vom ursprünglichen Design her nie dafür gedacht, diese zu durchfahren. Im Test fehlt also der Satz:

    …, weil es gar keine gibt.

    Natürlich kann man sich darüber wundern, dass ein Waldorf-Synthesizer »nur« einzelne Wellenformen anstelle von echten modulierbaren »Wavetables« bietet. Ja, mei, ist halt so.

    Hat Waldorf hier am Markt vorbei entwickelt? Ich finde nicht. Ist halt mal ein Synthesizer ohne Wavetables. Dafür mit richtig vielen Waves und mit richtig vielen – ich meine so hammermäßig vielen – Stimmen gleichzeitig. Das sollte man auch mal im Kopf behalten. Da finde ich die niedrige Geschwindigkeit der LFOs und die unzuverlässig auslösenden ENVs dramatischer. Beides kann man aber sicherlich mit einem OS-Update in den Griff bekommen.

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      swellkoerper  AHU

      Wenn ich mich recht erinnere, war von dem Moment an, wo Waldorf das Projekt übernommen hat, sonnenklar: Kyra = VA, Quantum = Wavetables. Die beiden ergänzen sich bestens in Waldorfs Portfolio, und ich kann mir auch sonst nicht vorstellen, dass die Synthese-Engine per FPGA-Update so verändert wird, dass das eigene Topmodell konkurriert wird.

  15. Profilbild
    Marco Korda  AHU

    Ich denke, man hat sich verbraucherseitig Wavetables gewünscht, wenn ich die Kommentare richtig deute. Das ist so beim neuen Waldi nicht der Fall.
    Die genannten Einschränkungen finde ich auch etwas seltsam. Der Reverb klingt leider relativ unbrauchbar (für’s Studio). Die Distortion ist in keinem der vorgestellten Varianten so mein Geschmack. Entwicklungszeit, Erfahrung und Know-How ließen mich etwas anderes erwarten.

    Aber: da kann Waldorf nachlegen. Updates werden das sicher bereinigen. Trotzdem schade, dass man wieder zum Beta-Testen genötigt wird.

    Zum Klang: ich hoffe, da kann man noch viel mehr rausholen. Es klang für mich noch etwas einseitig. Ich bin sicher, dass da mehr geht. Man kann dem Autor nicht verübeln, dass er sich einschränken muss und nicht 2000 Presets vorstellen kann. Aber wozu gibt es YT… da wird noch viel kommen. Das Waldorf-Video zeigt ja schon die Richtung an, auch wenn die Soundbeispiele nicht sonderlich „neu“ und aufregend klangen. Man darf halt nicht vergessen: es ist und bleibt VA.

  16. Profilbild
    8 Bit Fighter  

    Die Sound-Beispiele sind nicht gerade das Gelbe vom Ei. King Korg und Novation Ultranova klingen runder und organischer.

  17. Profilbild
    SynthUndMetal  

    Der Kyra klingt mir irgendwie sehr indirekt und wie in Watte gepackt. Anscheinend wird da jenseits der 22 kHz spürbar abgeregelt? Vielleicht liegt das aber auch nur an den Soundbeispielen. Ich will den Synth damit aber nicht generell verdammen.

    • Profilbild
      heimannrudolf  

      „jenseits der 22 kHz spürbar abgeregelt? “
      Und das kannst Du anhand der komprimierten Audiodateien aus dem Internet heraushören? Respekt.

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    Lewis  

    Den Kyra mit dem Volca zu vergleichen wäre mir auch nicht eingefallen, obwohl ich als Analog-Fan den Kyra auch zu kalt und flach finde … aber wenn schon digital: passenderweise gibt es ja gerade den Greenbox- Artikel zum Yamaha DX7 Centennial. Wenn ich die Sound-Demos dort mit denen des Kyra vergleiche, würde ich ganz klar einen Yamaha DX7 bevorzugen – in meinen Ohren deutlich druckvoller und charismatischer. Da kommt es auf weniger Oszillatoren bzw. Operatoren und Modulations-Möglichkeiten für mich nicht an. Ein DX7 im Kyra-Gehäuse wäre nicht schlecht …

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      Joerg  

      Oh je, ja, ich tendiere in die gleiche Richtung bei dem, was ich bisher so gehört habe.
      Leider, muss ich sagen. Denn ich mag die Waldorf-Sachen eigentlich.

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    charley2020

    Spricht mich weder optisch noch klanglich an. Da ein Summit das gleiche kostet ist für mich die Entscheidung gefallen. Wobei es mir fern liegt diese Synth zu vergleichen. Sind ja grundverschieden. Aber irgendwie reizt mich der Kyra weit weniger.

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    hejasa  AHU

    Ich dachte der Kyra sei Nachfolger eines Virus. Bin wirklich enttäuscht vom Sound in den Beispielen.
    Mag sein dass das Potential der Engine nicht ausreichend in den Beispielen ausgenutzt wurde und die Soundbeispiele nicht dass wiedergeben, was der Synth leisten kann. Beurteile ich nur die Beispiele komme ich mit meinem Virus und Micro Q im Verbund jedenfalls zu besseren im Sinne von druckvollen Ergebnissen.
    Der Kyra klingt mir einfach zu glasig glatt. Schade!

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    Tyrell  RED 12

    sehe ich genau anders. Ich finde die Demos großartig. Eben nicht die tausendste VA-Copy sondern in meinen Ohren eine Ergänzung. Digital as its best. Bin schon sehr gespannt einen Kyra in die Hände zu bekommen.

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      Joerg  

      Wenn Du ihn in die Hände bekommen und in die Mangel genommen hast, dann lass mal was von dir hören.
      So ganz abgeschrieben habe ich die Kiste nur aufgrund dessen, was derzeit so zu hören ist, ja nicht.

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      SynergyMan  

      Mir geht es ähnlich. Und wenn die mit der Software noch das ADSR Problem bei kurzen Zeiten in den Griff bekommen, wird der auch für perkussive Sachen zu gebrauchen sein. Die Werkspresets unterschlagen die Vielseitigkeit, das war schon immer so bei Waldorf.

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      defrigge  

      Digital at it’s best? Das wäre schön: eine Art Serum in Hardware, mit haufenweise Sounds quer durch aktuelle Musikstile.
      Was ich stattdessen in den Demos höre, ist erschreckend belanglos: Bässe, die schlapper kaum gehen, seltsam flach klingende Flächen, die nur dank Effekten in Bewegung geraten, leads ohne jeden Punch.
      Ich hatte mich auf den Synth gefreut und wollte ihn gut finden. Aber Teile der Specs und erst recht die Patch-Programmierung zeigen mir keinen Grund, diesen Synth einzusetzen. Mein Bedarf an effektwabernden gläsernen Flächen liegt nahe bei Null. Und ich habe bisher noch kein Demo gehört, das mir auch deutlich macht, wie man diesen Synth sinnvoll und kraftvoll musiklaisch einsetzen könnte: Vintage oder VA ohnehin nicht (da haben wir ja auch genug Analoge), EDM-, Dubstep-, Future Pop- etc. Tauglichkeit aber auch nicht erkennbar, cineastische Fülle für Fimmusik auch nicht wirklich. Unterm Strich bieten die bisher gehörten Presets eigentlich nur Spielereien ohne großen musikalischen Nährwert. Und für gelegentliche digitale Flächenergänzungen kauft man nicht so einen Synth für 2000€, oder?
      Wenn die Entwickler nicht sehr schnell durch viele besser einsetzbare Presets und Demos zeigen, was soundtechnisch sinnvoll möglich ist, und auch die Specs an manchen Stellen nacharbeiten, könnte das leider (!) ein Flop werden.

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        Joerg  

        So langsam stellt sich bei mir die Befürchtung ein, dass der Kyra unter dem „es muß unbedingt bis Weihnachten fertig sein“ Syndrom gelitten hat.
        Siehe die Mankos im System und die (schnell hingeschmissene ?) Soundprogrammierung.
        Bleibt also abzuwarten, was die ersten Musiker (ich sage jetzt bewußt nicht „user“) aus der Kiste so heraus holen und was Waldorf an Updates nachreicht.

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      SynthUndMetal  

      Eine 128-stimmiger Synthesizer sollte schon ein Soundchamäleon oder Soundmonster sein und nicht nur eine „Ergänzung“ zu anderen VA’s. Der Kyra klingt speziell, ohne Frage, aber damit einen ganzen Song zu basteln würde ich nicht. In Kombination mit anderen Synths ist er sicher eine Bereicherung. Vielleicht hätten es ja auch 64 Stimmen getan zu einem Preis um 1200,- Euro

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    arnimhandschlag  

    DWGS fällt mir da ein. Kann der Microkorg und ms-2000 auch und haben sogar dabei nen eigenen Charakter. Finde den kyra nicht schlecht, aber die Quantität macht imho die langweilige soundqualität nicht wett. Im Studio lädt man halt n paar vst Instanzen. Und für live scheint er ja auch nicht gedacht. Schade, die Story dahinter ist charmant

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    AMAZONA Archiv

    Ein Wavetable Synth bei dem man nicht die Wavetable durchfahren kann?

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      Coin  AHU

      Justchris – lies dir am besten die Waldorf Seite vom Kyra durch.
      Denn der Kyra wird nicht mit Wavetable beworben.

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        paulilein   3

        hier gehts um den Testbericht und da wird von 4096 Wavetables geschrieben und das ist schlicht und ergreifend verkehrt

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          Coin  AHU

          Ja ok, dann frage ich mich woher diese Info stammt,
          wenn Waldorf selbst von Wave´s spricht,
          und nicht von Wavetables.
          Delamar sagt auch Wavetables.
          Thomann sagt Wave´s.
          Vielleicht kann der Autor t.goldschmitz was dazu sagen.

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    lightman  AHU

    Ich habe mir jetzt nochmal etwa eine Stunde lang verschiedene Kyra-Demos über Kopfhörer angehört, mein Fazit hat sich dadurch nicht wesentlich verändert. Der Sound ist positiv betrachtet edel und high-end, negativ gesehen steril und langweilig, wozu auch die für mich unschön klingende Filtersektion beiträgt, alles ziemlich mulmig-mittig, die Höhen glitzern nicht.

    Dieser Track hier, nahezu komplett mit dem Kyra erstellt, zeigt recht gut, was er kann und wofür er gedacht ist, eben EDM/Trance: http://bit.ly/kyratrance. Im Bassbereich und bei Drums/Percs kann er punkten, man hört geradezu die Gewichtigkeit des Sounds. Die Flächen und kürzeren Sequenzen gehen mir aber nicht gut rein, da rührt sich trotz reichlicher Verwendung der Effekte nicht viel.

    Man könnte jetzt sagen, daß die Presets nix taugen, die Kiste aber doch sicher mehr kann. Nun, auch dazu gibts ein Video: http://bit.ly/kyracustom. Hier werden 11 eigene Patches vorgeführt, zwei oder drei gefallen mir ganz gut, aber da ist auch immer mal wieder dieser Mummelsound dabei.

    Wer auf supercleanen Sound steht, wird hier gut bedient, ich für meinen Teil ziehe mich dezent zurück und wünsche Waldorf viel Glück beim Verkauf.

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      Joerg  

      Jepp, ich kann mir den (derzeit) auch nicht schön reden.
      Ich trete ebenso den Rückzug an

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    heimannrudolf  

    Nach einiger Rumdaddelei mit meinen JP-8000, Make Pro Dinopark und Audiothingies P6 habe ich nichts mehr hören können, was der/die Kyra besser machen würde – abgesehen vom Dualfilter, sehr schön!

    Der Preis ist dennoch für das hier gebotene völligst in Ordnung, da gibt es m. E. keinerlei Diskussionsbedarf. Klang, Haptik und Optik sind Champions League, keine Frage!

    Es drängt sich mir angesichts des geführten Diskurses der Verdacht auf, dass die hier gern schreibenden „Low-Budget-Synth-ablehnenden“ Kollegen dennoch gerne den durch Behringer initiierten Preisverfall auf alle Synthesizer herstellerseitig angewendet bekommen möchten. Das kann natürlich nicht funktionieren.

    Spaß kostet nunmal. Bei dem gebotenen Spaß ist Kyra preiswert.

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      lightman  AHU

      Ich persönlich mag den Sound des Kyra bisher nicht sonderlich. Seinen Preis finde ich angesichts der Tatsache, daß er für mich nach Softwaresynths klingt, nicht gerechtfertigt, was aber nicht heißt, daß er grundsätzlich zu teuer ist, er mag durchaus preiswert sein für das, was er bietet, aber genau das brauche ich halt nicht.

      Was hat das nun mit Behringer und seinen Preisen zu tun? Ich bin nicht dem Niedrigpreiswahn verfallen, sondern beurteile ein neues Produkt nach seiner Eignung für meine Zwecke, und da paßt die Kiste halt nicht dazu, das gilt für den Waldorf Kyra für 2000+ Euro und würde auch für einen Behringer Kyra für 200 Euro gelten.

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        Joerg  

        Ich seh das genauso.

        Bin bereit, für einen Synthesizer und was auch immer, den entsprechenden Preis zu zahlen, wenn ich damit was anfangen kann.
        Und da ich mit keinem Gerät der Firma B. bislang was anfangen kann, steht auch keines bei mir herum. Und wenn die Zweimarkfünfzig kosten würden…..
        Nicht umsonst stehe ich zur Zeit vor der Entscheidung, ob ich Kohle für einen Waldorf Quantum sparen soll. Das ist ein Waldorf-Synthi, der genau in mein Beuteschema passt.

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        Ashatur  AHU

        Genau,

        Ich fand den Blofeld schon recht Steril.
        Dafür fand ich die Q Reihe recht fett.
        Was für mich das größte Manko am Kyra wäre ist das man die Wavetables nicht durchfahren kann.

        Dafür finde ich den Argon 8 recht spannend und finde das er für diesen Preis sogar recht Edel klingt.

        https://youtu.be/VZvZqDPCT8c

  26. Profilbild
    Wellenbad  

    Wenn ich auf dem Virus C das Laura Palmer Theme von Twin Peaks spiele (was Moby ja für GO! verwendete) und das dann durch ein QuadraVerb schicke, klingt das fetter, dichter und atmosphärischer als alles, was ich bis jetzt vom Kyra gehört habe. Höher, weiter und besser ist eben nicht immer von Vorteil. Waldorf hätte auch noch 700 OSCs reinhauen können., es würde immer noch nicht besser klingen als das eben genannte Beispiel. Die Kiste klingt wie die Musik in einer Space-Bar auf einem Planeten, der uns technologisch weit überlegen ist. Kühl, „einsam“ und steril. Ohne die kleinen „Fehler“ und Eigenheiten, die einen besonderen Sound eben auszeichnen. Also für mich persönlich. Gibt Leute die stehen eben einfach auf genau diesen typischen Waldorf-Sound und das muss man einfach akzeptieren und fertig. ;)

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      ISE500  

      NE, das Palmer Theme klingt doch nochmal anders von den verwendeten Tönen und der Phrasierung.

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        Wellenbad  

        Eine Freundin von mir kaufte sich nach vielen Jahren eine neue Violine, die mit neuen innovativen Features ausgestattet ist und egal was sie darauf spielte, es klang einfach nicht wie ihre alte Violine. Sie zupfte sogar „Alle meine Entchen“, spielte grandios den „Doug und Carrie“-Song, das komplette Star Wars-Theme und am Ende dann auch noch das unsagbar bewegende Theme von „Schindlers Liste“ von Itzhak Perlman. Aber am Ende blieb sie bei ihrer alten Violine. Du hast meinen Kommentar leider nicht verstanden.

  27. Profilbild
    am.syn

    Wann besinnt sich Waldorf wieder und geht wieder in die Richtung eigenständig klingende Synthesizer zu bauen. Ein Microwave / Wave 3 oder gar ein PPG Wave wären an der Zeit. Alle namhaften Hersteller lassen alte Klassiker wieder aufleben warum nicht auch Waldorf. Der Kyra klingt toll aber einfach zu glatt und zu sauber ebenso wie der Quantum.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich bin Waldorf User der ersten Stunde und schätze die Produkte und vor allem die Qualität der Verarbeitung sehr aber die Entwicklung scheint Sound-Technisch zu stagnieren. :( Meiner Meinung nach ist nach dem Q nichts mehr gekommen was mich inspiriert hat, kann aber auch daran liegen das nach fast 39 Jahren Synthesizer Erfahrung einen nichts mehr so leicht beeindrucken kann ;)

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      paulilein   3

      Absolut und geht mir nicht anders. Ich habs bis heute nicht verstanden das Waldorf so gar nichts mehr in die Richtung Microwave macht. Die Blofeldblechdose kanns ja nun wirklich nicht sein.

  28. Profilbild
    Maxim  

    Die Pads sind ganz nett. Aber beim „Filterschrei“ merkt man doch extrem das Digitale, klingt recht rauh. Da wundert mich die 3 Sternebewertung dann doch (insbesondere bei den Cons wie LFO Rate). Vielleicht sollte Waldorf einen Hifi-Mode anbieten mit höherer Samplerate und weitaus weniger Stimmen? Die HW läßt sich ja umprogrammieren.

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      Hectorpascal  AHU

      Ja, der Kyra steht auf der ignorieren-Liste viele User. Das liegt am Preis und am Klang. Wenn ein Jahrzehnte alter Virus besser angenommen wird liegt das nicht nur an den Factory-Patches. Auf Firmware-Updates hoffen ist definitiv die falsche Strategie. Echt schade!

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