Test: Waldorf Quantum, Hybrid-Synthesizer Teil 2

2. August 2018

Waldorfs neues Synthese-Flaggschiff

Waldorf Quantum

Waldorf Quantum

Während wir im ersten Teil des Waldorf Quantum Tests nur den Prototypen begutachten konnten, steht uns nun ein finales Seriengerät für den Test zur Verfügung. Dennoch ist Teil 1 unseres Tests hoch interessant, da er auch Hintergründe zur Entwicklung des Waldorf Quantum enthält. Außerdem empfehlen wir den Test zur Desktop-Version IRIDIUM:

Da Waldorf seit einigen Jahren seine Produktlinie dem James-Bond-Universum entnimmt, starten wir den nächsten Absatz mit selbiger Anlehnung.

Die Welt ist nicht genug

Die Umstände für den Waldorf Quantum könnten kaum komplizierter sein. Das Umfeld, in dem sich heute Hersteller von Hardware-Synthesizern behaupten müssen, darf als sehr „bewegt“ bezeichnet werden. Klone auf der einen Seite. Unglaublich vielseitige Plug-ins auf der anderen. Alles zu Preisen, die jenseits und deutlich unterhalb dessen liegen, was Entwicklungs-, Material- und Lohnkosten für die Herstellung „echter“ Hardware ausmacht. Dennoch stellen sich genug Produzenten dieser Herausforderung. Workstations von z.B. KORG oder YAMAHA sind erfolgreich am Markt etabliert. Auch analoge Synthesizer von Arturia bis Moog haben gleichwohl eine sehr große Fangemeinde. Nun tritt nach einem Zeitraum von über 2 Jahren (von der Ankündigung bis zum realen Instrument) ein weiterer klangvoller Name an, um den Klonkriegern ein zu Hardware gewordenes Statement zu liefern, das da vielleicht „mit uns nicht“ lauten möge. Waldorf.

Ihr neuester Synthesizer, der Waldorf Quantum, ist ein Manifest, das allen Käufern nur eines zu sagen scheint: „Ich bin bestimmt nicht günstig, aber wenn du mich kaufst, machst du auch keinen Fehler“. Hoch ästhetisch kommt der Quantum daher. Modern und elegant. Alleine das User-Interface ist ein Hingucker. Dennoch: Kein anderer Synthesizer hat zu einer derart kontroversen Diskussion, zu einer Aufzählung von Pros und Cons vor seiner Veröffentlichung geführt, wie gerade dieser Synthesizer. Hat Waldorf da etwas falsch gemacht? Vor wenigen Wochen durfte ich einer Preview des Waldorf Quantum beiwohnen und schon da war mir klar, dass der Waldorf Quantum emotionalisieren wird wie kein anderer Synthesizer, der aktuell um die Gunst des Publikums wirbt. Und das nicht nur wegen seines schicken Aussehens. Nun steht er also hier und ich werde mich bemühen, den Waldorf Quantum für sich sprechen zu lassen. Wie könnte man das nun Folgende sonst Test nennen …?

Waldorf Quantum

Das Herz des Waldorf Quantum

Der Waldorf Quantum hat neben seiner imposanten äußeren Erscheinung ein starkes Herz, das ihn in Bewegung hält.

Dazu kurz sein Entwickler,  Rolf Wöhrmann im O-Ton.

  • „Die sehr flexible und umfangreiche digitale Synthengine vom Quantum benötigt natürlich eine Rechenleistung, die vergleichbar der besten Software-Synthesizer auf traditionellen Rechnern ist. Hinzu kommt ein enormer Bedarf an I/O-Leistung, u.a. um die hohe Anzahl der Audiowandler für alle Voice-Filter und die Audioein- und Ausgänge mit minimaler Latenz zu bedienen. Parallel werden dazu noch verschiedene analoge Steuersignale erzeugt und der hochauflösende Touch Screen bedient. Für all dies setzen wir auf eine spezielle Mehr-Kern CPU Architektur, die sonst nur im industriellen Bereich Anwendung findet. Für die Synthengine wurde ein eigenes Betriebssystem entwickelt, das die spezielle Anforderung eines solchen Instruments wie dem Quantum optimal umsetzt“.

Gefertigt wird der Waldorf Quantum vollständig in Deutschland. Die Boards werden in Deutschland inkl. der High-End CPU-Baugruppen bestückt. Assembly, Gehäuse, Test geschieht alles in Deutschland in Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern. Das Keyboard ist von Fatar, Italien. Und man sollte natürlich nicht die designerische Meisterleistung von Axel Hartmann vergessen. Die elektronischen Komponenten, also Widerstände, Kondensatoren usw. kommen heutzutage natürlich aus verschiedensten Ländern.

  • „Da setzen wir auf den, der die geeignete Qualität liefern kann“.  Und wie sieht die Signalverarbeitung im Detail aus?

Waldorf Quantum Signal-Routing

  • „Von der technischen Seite her besteht die Waldorf Quantum Sound-Engine aus einem analogen Teil mit den 16 diskret aus OTAs (Operational Transconductance Amplifiers) aufgebauten Filtern, mehrkanaligen Eingangs- und Ausgangsstufen, CV-Steuerung sowie aus dem digitalen Teil mit einem industriellen Vierkern-Prozessor als digitales Herz, umgeben von mehreren 24 Bit Audio-Wandlern, die sowohl die Audio Ein- und Ausgänge bedienen als auch die digitalen Stimmen durch die analogen Filter schleifen. In traditionellen hybriden Designs wird nach den analogen Filtern analog nach den VCAs summiert und höchstens die Gesamtsumme in digitale Stereo-Effekte geschickt. Beim Quantum hingegen wird nach den analogen Filtern die einzelne Voice wieder digitalisiert und als „Singlevoice“ z. B. im Digital-Former weiter verarbeitet, woraus sich nicht nur ein Teil der enormen klanglichen Flexibilität des Quantums resultiert, sondern auch das individuelle Oszillator-Routing ermöglicht, bei dem jeder Oszillator an eine eigene Position innerhalb der Signalkette eingeschleift werden kann. Beim Spielen einer einzelnen Note entstehen also 3 Wandlungsvorgänge, die mit minimaler Latenz durchgeführt werden müssen.

Waldorf Quantum

  • Das setzt eine enge Verbindung von CPU und Wandlern voraus, die wir mittels einer SOC-Technologie (System-on-Chip) realisiert haben. Da mit herkömmlichen Betriebssystemen diese minimalen Latenzen nicht erreicht werden können, wurde für den Quantum ein eigenes Betriebssystem entwickelt und es wurden spezielle Audiotreiber geschrieben, die die Hardware optimal ansprechen. Dieses Betriebssystem sorgt auch dafür, dass mehrere Rechenkerne Sample- und CPU-Takt-synchron arbeiten können – etwas, was auf PC-Betriebssystemen nicht zu erreichen ist. Weiterhin ist in einem SOC eine engere Verbindung zwischen CPU und I/O-Vorgängen als bisher möglich, da diese in einem Chip über interne Bussysteme enger miteinander verbunden werden können und wir mit unseren speziellen Treibern entsprechend konfigurieren können. Neben den für die Synthengine vorgesehenen Rechenkernen bedient ein eigener Rechenkern das hochauflösende kapazitive Touch-Display, das über eine eigene GPU (Graphics Processing Unit) angesteuert wird. Auch hier kommt das eigene Betriebssystem des Quantums vorteilhaft zum Einsatz, da Audio- und UI-Rechenkerne durch spezielles Speichermanagement miteinander eng verbunden sind. Alles in allem glauben wir, dass mit dem Quantum ein Grundstein für eine neue Technologie von Synthesizer-Hardware gesetzt wurde, der die klanglichen als auch Bedienmöglichkeiten eines Keyboards weit nach vorne in neue Bereiche bringt.“

Das Waldorf Quantum Front-Panel

Das Quantum Front Panel

Elegant und sexy habe ich den Quantum einmal in einem vorausgehenden Artikel bezeichnet. Und ja, kaum ein anderer mir bekannter Synthesizer transportiert seine inneren „Werte“ auf so überzeugende Weise in das, was man gewöhnlicher Weise als User-Interface bezeichnet. So aufgeräumt und modern, wie das Panel herkommt, so erscheint auch der ganze Synthesizer in einem modernen, schlanken Gewand. Die Signalkette eines Hardware-Synthesizers ist heutzutage sicherlich nicht mehr geeignet, spontane Überraschung zu erzeugen. Auch beim Quantum beginnt die Klangerzeugung mit drei Oszillatoren, deren Ausgangssignale in einem Mixer zusammengeführt werden, die wiederum in eine Sektion aus analogen und digitalen Filtern und in eine Kette aus fünf frei wählbaren Effekten geführt werden.

Und bevor sie schließlich über einen Kompressor in die Master-Sektion geleitet werden, hat man vorher die Möglichkeit, sechs LFOs, sechs Hüllkurven und einen sog. Komplex-Modulator auf alles einwirken zulassen, um schließlich etwas ganz anderes zu bekommen, als man vielleicht ursprünglich erwartet hatte. Das nichts so sein muss, wie es zunächst scheinen mag, ist natürlich dem zentralen Touchscreen-Display zu verdanken; ist es denn nicht nur als reiner Monitor, sondern als Möglichkeit zu verstehen, diverse Parameter grafisch zu editieren. Dass es alle erwähnten Sektionen in sich haben, versteht sich von selbst und der genauere Blick darauf wird gleich folgen. Einzigartig ist schon mal die besondere optische Kennzeichnung der einzelnen Sektionen. Jeder, der absolut wackelfrei und nicht zu leicht drehbaren Regler ist mit einer Multicolor-LED ausgestattet. Das sorgt nicht nur für einen ordentlichen Hingucker. Vielmehr hilft es auch sehr schnell, sich zu orientieren. Nach dem Einschalten sind die LFOs gelb, die Oszillatoren cyan (wenn die Wavetables aktiviert sind), die Hüllkurven grün usw. Auch die wichtigsten Schalter sind mit einem Backlight versehen. Wer Probleme mit der farblichen Sortierung hat, kann jede Sektion individuell „umfärben“ (Global Settings) und alle Einstellungen als User- Settings speichern. Mehr Komfort geht kaum.

Das Waldorf Quantum Rear-Panel

Das Quantum Rear-Panel

Die Rückseite des Waldorf Quantum dient der Kommunikation mit der Außenwelt. Neben dem Ausgang für die Kopfhörer finden wir vier Audioausgänge (zwei Main- und zwei Aux-Out), zwei Audioeingänge, das MIDI-Triple, Pedal-Eingänge, einen Netzanschluss für das interne Netzteil, zwei USB-Anschlüsse (für USB-MIDI und für Computer-Connection oder den Anschluss von Apple Devices) und einen Slot für SD-Karten zum Datenaustausch.

Der Waldorf Quantum Touchscreen

Rein formal sind um dieses zentrale Bedien- und Anzeigeelement alle wichtigen Schalter und Encoder angebracht, die einen sofortigen Zugriff auf jedwede Arbeitsebene des Waldorf Quantum eröffnen. In der Reihe oberhalb des Displays sind die sog. Mode-Schalter untergebracht. Sie ermöglichen den direkten Zugriff auf die Menüs für die LFOs, die Oszillatoren, die Filter, die Hüllkurven, die Modulatoren und die Effekte. Die Anzeige des Monitors korrespondiert mit jedem Tastendruck und zeigt umgehend das entsprechende Menü an. Hier merkt man, dass ein schneller Grafikprozessor am Start ist. Alles geht blitzschnell und ohne Probleme. Ein paar Worte zur Berührungsempfindlichkeit des Monitors. Das Display ist mit 1280×800 Pixel hochauflösend und strahlt mit extra hoher Lichtstärke, um auch bei starker Beleuchtung gut sichtbar zu sein. Darüber hinaus ist es ein sog. kapazitiver MultiTouch-Monitor. Kapazitiv bedeutet, dass man den Bildschirm bloß berühren, aber keinen Druck ausüben muss. Im Prinzip ist das so wie bei einem iPad. Frühere Keyboards hatten oft einen resistiven Touch, bei dem man Druck ausüben muss. Das ist z. B. beim Einsatz von Screen-Fadern ungünstig.

Rechts und links vom Bildschirm sind jeweils drei in Stufen schaltbare Hardware-Controller angebracht. Die Rasterung ist beim Drehen zu merken und in mittlerer Auflösung. Man sieht auch an den manchen Parametern, dass die Werte nicht „stufenlos“, sondern in größeren Sprüngen geändert werden. Akustisch tut das dem Ergebnis aber keinen Abbruch. Auch diese Hardware-Controller korrespondieren mit den entsprechenden Menüinhalten und dienen der Einstellung von Parametern oder auch der Auswahl von weiteren Algorithmen, z. B. verschiedenen Filtermodellen oder Tabellen zur Auswahl von Effekten usw.

Ein entsprechender Fensterbereich auf dem Monitor zeigt an, welchen Wert man mit dem entsprechenden Regler einstellen kann. Es klingt komplizierter als es ist und erklärt sich beim Arbeiten schnell von selbst. Unterhalb des Monitors befinden die Schalter zum Laden und Speichern der erstellten Sounds, Schalter zum Anwählen des nächsten bzw. vorherigen Sounds, wobei diese dann automatisch geladen werden, ein Schalter zum Öffnen des Fensters für Global-Settings, ein Schalter zum Öffnen der Layer-Funktion, ein Perform-Schalter, der den Zugang zu Arpeggiator, Sequencer, einem X/Y-Modulations-„Pad“ und zu den Favoriten öffnet und ein ziemlich cooler Mod-Schalter, auf den wir noch zu sprechen kommen. Im Zentrum befindet sich dann noch ein großer Encoder, mit dem im Schnellzugriff die gespeicherten Patches durchgescrollt werden können. Drückt man den Encoder, wird der entsprechende Sound geladen. Dieser Encoder dient aber auch der Regelung weiterer Funktionen.

Die Oszillatoren

Die Oszillatoren des Waldorf Quantum haben es in sich. Jeder bietet 4 unterschiedliche Modelle an. So gibt kann man zwischen Wavetable-Generator, Waveform-Oszillator, Particle-Generator und Resonator wählen. Wie gesagt, geschieht das je Oszillator und der Quantum hat drei davon. Jedes Oszillator-Modell ist farblich von den anderen Modellen separiert und es enthält natürlich andere Parameter zur Steuerung. Diese sehen im Detail wie folgt aus.

Der Wavetable-Generator

Der Wavetable-Generator

Abhängig davon, welches Patch man lädt, leuchtet automatisch im Oszillator-Panel der entsprechende Button für das gewählte Oszillator-Modell. Wählt man nun einen Oszillator über die weiter oben beschriebenen Mode-Schalter an, zeigt der Monitor das entsprechende Oszillator-Modell nebst eingestellten Parametern an. Diese Parameter kann man auf unterschiedliche Weise anwählen und ändern. Entweder dreht man innerhalb des Oszillator-Panels einen entsprechenden Regler (diese zeigen ihre Aktivität durch eine leuchtende LED an) oder man arbeitet gleich auf dem Touchscreen mit den entsprechenden Hardware-Controllern. Wie man auf dem Bild erkennen kann, sind jedem Regler im Oszillator-Panel bestimmte „Kern“-Parameter, wie z. B. Semitones und Fine-Pitch zugewiesen. Dreht man diese Regler, wird automatisch auf dem Monitor der Parameter und dessen Änderung angezeigt. So weit, so gut. Die übrigen Regler bekommen aber Aufgaben zugewiesen, die vom jeweiligen Oszillator-Modell abhängig sind. Diese unterschiedlichen Parameter wurden in einer kleinen Liste neben die Regler gedruckt.

Leider sind diese „Listen“ nicht mit einem Backlight versehen worden. Arbeitet man nun im Halbdunkel, sieht man zwar viele LEDs leuchten, weiß aber nicht, welche Funktion die dazu gehörenden Regler ausüben. So bleibt einem nichts anderes übrig, als entweder mehr Licht ins Dunkel zu bringen oder man dreht wild an den Reglern herum und prüft auf dem Monitor, welcher Parameter gerade geändert wird. Das gefällt mir nicht, denn es ist nicht konsequent in Bezug auf das ansonsten stimmige Prinzip einer optischen Kommunikation mit dem Anwender. Auf der Bühne wird das bestimmt nicht gut funktionieren und auch bei der Arbeit im Studio habe ich gemerkt, dass ich die Oszillator-Panele lieber in Ruhe lassen würde, um gleich mit den Hardware-Controllern und dem Oszillator-Menü zu arbeiten. Manche Parameter, wie z. B. Position, also die Bestimmung des Startpunkts, ab dem ein Wavetable ausgelesen wird, kann man über den Touchscreen per Fingerbewegung verändern. Das macht mehr Spaß, als immer nur Regler zu drehen. Allerdings wurden einige Aufgaben außerhalb der reinen Display-Funktionalität auf die Regler des Oszillator-Panels verlegt. Fazit: Ohne Licht geht es nicht.

Touchscreen in Aktion

Beim Wavetable-Generator des Waldorf Quantum sind die Regler mit den Funktionen Fine-Pitch, Semitones, Spectrum (zur Veränderung des Klangbildes eines Wavetables), Noisy („verrauscht“ den Klang), Position (zur Einstellung der Startwelle, ab der das Wavetable durchlaufen wird), FX (zur Sättigung bzw. Anhebung des Gains) und Travel belegt. Travel ist ein Parameter, der das dynamische Durchfahren des Wavetable ermöglicht. Die Geschwindigkeit, mit der das geschieht, wird mit dem Travel-Regler im Oszillator-Panel eingestellt. Die wichtigsten Arten dieses „zyklischen Durchlaufens“, wie One-Shot und Ping-Pong werden im Travel-Mode-Untermenü eingestellt. Die maximale Rotationsfrequenz im Travel-Mode beträgt 48 Hz und ist damit beinahe im Audiobereich. Langsamere Fahren, so bei ca. 3 Hz, führen aber zu interessanteren Ergebnissen.

Alle aufgezählten Waldorf Quantum Parameter korrespondieren mit der Wavetable-Oscillator Display-Page und werden auf dem Touchscreen entsprechend angezeigt. Innerhalb dieses Displays kann man über Tabs weitere Funktionen aufrufen. Im Control-Mode-Tab sind oszillatorspezifische Parameter zum Tuning, Keytrack, Volume, Pan abgelegt. Der interessanteste Parameter heißt Osc Dest. Über ihn bekommt man Zugriff auf ein feineres Signal-Routing des Oszillators, das im einfachsten Fall Main (Full Path durch die gesamte Signalkette), VCA (direkt auf den VCA ohne Filter und diverse „gewichtete“ Signalverteilungen auf beide Filter (DF und Dual Analog Filter) sein kann. Zusätzlich gibt es noch in den Oszillatoren 2 und 3 einen Ringmodulator für Modulationen zwischen Osc 1 und Osc2 oder Osc 1 und Osc 3. Im folgenden Timbre-Mode-Tab sind Parameter für eine tiefere Bearbeitung eines Wavetables hinterlegt.

Neben den vom Oszillator-Panel bekannten Parametern gibt es hier noch Brilliance (für eine hellere Klangstruktur), Keytrack (für eine tonhöhenabhängige Veränderung von Spectrum). Der Parameter Wrap erlaubt einen weicheren Übergang vom Ende zum Anfang eines Wavetables. Unter Limit ist dieser direkt und nicht interpoliert. Mit dem Parameter Stepped kann man die Fahrt durch ein Wavetable stufenweise aufbrechen, was zu deutlich hörbaren Sprüngen führt. FX ermöglicht es einem, dem Wavetable mehr Druck durch Anhebung des Gains zu verleihen (für den Fall, dass das Ergebnis etwas zu dünn geraten ist). Schließlich gibt es noch zwei Buttons, die mit Tools und Presets bezeichnet worden sind. Unter Tools gibt es die Funktion Talk, mit der man über ein virtuelles Keyboard einen Satz eintippen kann, der dann synthetisiert und als neues Wavetable gespeichert werden kann. Somit kann der Quantum dann auch „reden“. Analyze ist eine Funktion, mit der man aus beliebigem Audiomaterial ein Wavetable erzeugen kann. Load und Save sind dann die notwendigen Funktionen zur Speicherung der Wavetables. Unter Presets bekommt man Zugriff auf eine Liste aller Wavetable Presets, die intern oder extern auf der SD-Karte abgelegt sind. Ein bestehendes Wavetable wird durch Load dann ersetzt.

Der Waveform-Oszillator

Der Waveform-Oszillator

Wie bereits erklärt, ist das Oszillator-Panel zur Regelung der wesentlichen Parameter für alle Oszillator-Modelle des Waldorf Quantum vorgesehen. Obsolet ist, dass die ersten zwei Regler auch im Waveform-Oszillator für Semitones und Fine-Pitch zuständig sind. Zunächst sollte man am Shape-Regler drehen. Über diesen gelangt man zur Auswahl für die analogen Schwingungsformen Sägezahn, Sinus, Rechteck, rosa und weißes Rauschen. Dreht man an Warp, wird die Form einer Schwingung verändert, so dass aus dem Sägezahn ein Rechteck, aus einem Sinus ein auf- oder absteigender Sägezahn, aus dem Rechteck eine in der Pulsbreite modulierbare Schwingung und aus dem rosa oder dem weißen Rauschen beinahe eine leichte modulierte Sinusschwingung wird (sehr interessant!).

Zu jeder selektierten Schwingung können über vier Felder auf dem Screen (siehe Bild) Halbtöne (von -12 bis +12) hinzugefügt werden. Dreht man nun an Count, werden bis zu acht Oszillatortöne desselben Signals erzeugt. Hiermit kann man im Prinzip „Hypersaw“-ähnliche Signale erzeugen und einem einzigen Oszillator ziemlich fette Sounds abfordern. Dreht man nun noch an Detune, werden die Teiltöne untereinander verstimmt, was zu ziemlich schrägen Ergebnissen führen kann. Zusätzlich kann man diese „multiplen“ Oszillator auch noch über Sync anteilig synchronisieren. Insgesamt gehen die Möglichkeiten dieses Oszillators weit über üblichen Möglichkeiten einer analoger Klangerzeugung hinaus. In Soundbeispiel 8 habe ich einmal die oben beschriebenen Klangmöglichkeiten anhand eines einziges Oszillators durchgespielt.

Der Particle-Generator

Hier betreten wir nun die Sample-Abteilung des Waldorf Quantum. Hier werden entweder intern oder extern geladene Samples entweder im normalen Sample-Playback oder Granular-Playback abgerufen. Als dritte Möglichkeit können Samples auch über die beiden Audioeingänge des Quantum geladen werden. In den Generator können ein oder mehrere Mono- oder Stereo-WAV- oder AIFF-Files in jedweder Frequenz und bis zu 32 Bit Wortbreite geladen werden. In der Sample-Display-Page wird das geladene Sample dargestellt und editiert. Sind mehrere Samples geladen worden, kann man diese mit dem Selected-Sample-Regler auswählen. Jedes Sample kann in der Tonhöhe angepasst und über From Note/To Note auf dem Keyboard verteilt werden. Legt man mehrere Samples „übereinander“, können diese über einzelne Velocity-Werte abgerufen werden. Die Sample-Bearbeitung (Edit) ist relativ einfach gehalten. Neben Start- und Endpunkten kann man noch zwei Marker für Loop-Beginn und Loop-Ende an die richtige Stelle „drehen“. Über Untermenüs kann man die Loop-Funktion aktivieren und das Sample über Pan und Gain noch etwas justieren. Auf diese Art und Weise bearbeitete Samples kann man über das Presets-Tab wiederum intern oder extern speichern. Drückt man den Edit-Tab ein weiteres Mal, verlässt man den Edit-Modus und gelangt in den normalen Betriebsmodus für das Sample-Playback.

Man sollte ruhig mit mehreren Samples arbeiten. Erst dann erschließen sich einige weitere Funktionen wie zum Beispiel die Automap-Funktionen im Actions-Tab. Interessanter wird es, wenn man vom Normal- in den Granular-Betrieb umschaltet. Schaltet man in diesen Modus, wird das Sample automatisch in Scheiben (also ganz kurze Samples), sog. Grains aufgeteilt. Im Granular-Mode bekommen die-Regler des Oszillator-Panels wieder ihre Rolle. Neben Semitones und Fine-Pitch hat der Travel-Regler wieder eine besondere Bedeutung. Samples werden über ihn vorwärts oder rückwärts abgespielt. Über Length und Position werden der Startpunkt und die Länge des Grains festgelegt (kurze Grains führen zu interessanten Effekten). Count/Grain Poly liest wiederum die Kernels, sprich Grain-Oszillatoren aus.

Bis zu acht können das sein (siehe auch Waveform-Oszillator). Wie schon bei der Länge eines Grains, führt auch die Reduktion von Grain Poly zu sehr ungewöhnlichen, irgendwie eindimensionalen Ergebnissen. Natürlich gibt es noch weitere Parameter zur Signalbeeinflussung, die man für sich entdecken sollte. Mir ist allerdings noch ein Feature wichtig, das dem Quantum ein besonderes Krönchen aufsetzt. Dieses heißt Live-Granular und ist eine Alternative zur reinen Granular-Synthese. Das funktioniert so. Man speist über die Audioeingange des Quantum ein beliebiges, externes Signal (Layer Mode – Input Routing = Off – Input Volume festlegen – Layer Mode verlassen) und aktiviert den Live-Granular-Mode. Nun sollte man das externe Signal hören und kann es nach Belieben im Granular-Sampler manipulieren. In Soundbeispiel 9 habe ich den Ausgang eines getriggerten ARP Odyssey mit Filtermodulation in den Quantum gegeben. Zu Beginn hört man noch den Original-Sound. Alle weiteren Manipulation; auch die Tonhöhenveränderungen geschehen im Quantum. Das hat einen hohen Spaßfaktor!

Der Resonator

Der Resonator

Ich gestehe. Der Resonator ist mein Lieblingsoszillator im Waldorf Quantum. Hier entsteht automatisch Bewegung im Klang und alles klingt irgendwie „besonders“. Auf Basis eines Trägersignals, das über eine selbstoszillierende Bandpass-Filterbank geschickt wird, werden Sinus-artige Klänge erzeugt. Unterschiedliche Timbre sorgen dafür, dass die Teiltöne dieser Klänge auf verschiedene Weise manipuliert werden können. Salopp gesprochen ist das Ding permanent am selbstoszillieren und wenn man das üblicherweise rauschartige (von einem Exciter kommende) Trägersignal z.B. durch Samples ersetzt, entstehen vollkommen neuartige Klänge. Will man den Resonator schnell kennenlernen, sollte man zwei Dinge zuerst tun. 1.) Man sollte mit einem Init-Patch beginnen und den Resonator aktivieren. 2.) Man sollte während des Spiels zuerst mit den Reglern des Oszillator-Panels arbeiten, bevor man sich der Display-Page zuwendet. Hier macht das Spiel mit den Reglern (nein, nicht Semitones und Fine Pitch) wirklich Sinn. Die Qualität der Klänge geht gleich von metallisch, Kalimba-artig bis zu Material, das mit hölzernen Schlegeln bearbeitet wird. Material ist hier ein gutes Stichwort, denn obwohl die Klänge synthetisch sind, haben sie etwas Organisches und Stoffliches an sich. Also unbedingt die Regler für Repeats (Anzahl, wie oft das Exciter-Signal wiederholt wird), Spread (für eine unterschiedliche Komprimierung der Teiltöne), Timbre, Exciter und Q (für die Resonanz) ausprobieren und hören, was passiert. Weitere Modi gibt es auf der Resonator-Display-Page. Hier hat man die Möglichkeit, über ein Untermenü verschieden Timbre- und Spread-Modi auszuwählen. Sie zu erklären, erspare ich uns an dieser Stelle. Ein Ton sagt mehr als tausend Worte. In Soundbeispiel 6 habe ich ausschließlich mit einem „trockenen“ Resonator gearbeitet. Soundbeispiel 2 ist eine kleine Waldorf Quantum Session, die auf zwei Resonatoren und einem Waveform-Oszillator (Sinus) basieren.

Die Dual-Filter-Sektion

Zunächst bietet der Quantum eine duale Analog-Filter-Sektion. Zwei Lowpass-Filter arbeiten hier mit oder gegeneinander. Je nach Bedarf. Wir finden in dieser Sektion vier Regler für je zwei Cutoff und zwei Resonance, einen Schalter für Type (Flankensteilheit) und einen Schalter für Mode (hinterlegte Modelle, durch die die Filter auf unterschiedliche Weise „aneinander“ geknüpft werden).

Waldorf Quantum

Grundsätzlich gibt es zwei Filtertypen mit 12 und 24 dB Flankensteilheit und dann noch einmal dieselben, allerdings mit „sat.“  ergänzten Filtertypen, die aus dem neutralen Klangcharakter einen mehr gesättigten machen. Mode stellt verschiedene Betriebsmodi für die beiden Filter bereit. Im einfachsten Fall kann man auf Single-Betrieb gehen und nur ein Filter einsetzen. Man kann die Filter gegeneinander laufen lassen (Opposition) oder auch unabhängig (Independent) usw. Hier gibt es mehrere verschiedene Modelle, wobei manche mehr, andere weniger effektiv arbeiten.

Das mag auch alles Geschmackssache sein. Woran aber leider kein Weg vorbeiführt, ist die Tatsache, dass es sich hier um zwei absolut identische Cutoff-Filter handelt. Warum? Ich hätte das an dieser Stelle nicht für nötig gehalten und mir vielmehr ein „echtes“ Multimode-Filter gewünscht. Sicher, dieses findet man in der Digital-Former-Sektion, die gleich beschrieben wird. Aber die Dual-Cutoff-Filter haben mich leider nicht so sehr gepackt. Auch bei 24 dB haben sie nicht wirklich „Biss“.

Die Quantum Filter Sektion

Vielleicht hätte man eine Art „Brute Faktor“ hier einbauen sollen? Erwähnen möchte ich noch, dass man dieses Filter durch den Parameter OSC-Dest (siehe oben) vollkommen umgehen kann und dass man in der Filter-Display-Page das Routing der Filter (erst Analog-Filter und dann Digital-Former auf Digital-Former und dann Analog-Filter) ändern kann. Ein Parallelbetrieb beider Filter für verschiedene Oszillatoren ist ebenfalls möglich.

Der Digital-Former

Der Digital-Former gefällt mir da schon deutlich besser. Hier kann man das tun, wonach der Quantum eigentlich verlangt. Hier kann man Signale zerstören oder zumindest deutlich merkbar bearbeiten.

Der Digital-Former ist denkbar einfach zu bedienen. Drei Regler für Type, Amount und Color reichen vollkommen aus, um den Digital-Former effektiv ins Geschehen eingreifen zu lassen. Neben Drive, BitCrusher und Comb (zwei Kammfilter-Algorithmen) finden wir hier auch diverse Lowpass-, Highpass-, Bandpass- und Notch-Filter mit 12 dB und 24 dB Flankensteilheit, die vom Nave, vom Largo und von PPG übernommen worden sind. Laut Rolf Wöhrmann sind diese Algorithmen allesamt für den Waldorf Quantum umgeschrieben und angepasst worden. Eine 1:1-Übernahme hat nicht stattgefunden. Was, wie viel nach welchem Synthesizer klingt, ist schwer zu beurteilen. Ich bin nur bedingt ein Freund derartiger Vergleiche. Ich finde es wichtiger zu beurteilen, ob ein „Modul“ in seiner aktuellen Umgebung effektiv arbeitet oder nicht. Im Fall des Digital-Former trifft das auf alle Fälle zu. Meine Lieblingsalgorithmen sind BitCrusher und die Kammfilter. In Zusammenarbeit mit dem Resonator kommen ziemlich schräge Sachen raus.

Das Routing der Filter-Sektion

Auf der Filter-Page sind die analogen Filter, der Digital-Former und ein Tab für das Routing der Filter übersichtlich untergebracht.  Hier kann man die Signalwege der einzelnen Oszillatoren über OSC1-3Dest verändern. Das geht auch aus den Oszillatoren direkt. Auf dieser Seite werden aber die geänderten Signalwege auch dargestellt. Man hat hier also einen besseren Überblick über das Geschehen. Erwähnen möchte ich noch, dass die Signalkurven aller Filter über den Touchscreen verändert werden können. Das ist spontaner, als mit den Reglern zu arbeiten.

Die Envelope-Sektion

Die Envelope-Display-Page

Insgesamt sechs ADSR-Hüllkurven stehen im Waldorf Quantum zur Verfügung. Die ersten drei sind für Amp und Filter 1 und 2 auch über die Regler des Envelope-Panels steuerbar. Über dieses Panel können jeder Hüllkurve zusätzlich Velocity und Amount (nur die Filter) zugewiesen werden. Dafür gibt es eigene Regler. Die Hüllkurven 4-6 (Free) dienen als zusätzliche Modulationsquellen und können nur über den Touchscreen editiert werden. Jede Hüllkurve kann über einen Delay-Parameter zeitverzögert getriggert werden. Interessant ist, dass die Charakteristik von Attack, Decay und Release individuell geändert werden können. Über ein Untermenü kann man festlegen, ob der jeweilige Parameter linear, exponentiell oder nach oben beschränkt exponentiell (siehe Bild) verläuft. Damit kann man eine normale ADSR-Hüllkurven extrem verändern. Darüber hinaus kann man für jede Hüllkurven einen Loop-Mode aktivieren. Alternativ gibt es einen ADSR- oder einen AD-Loop. Auch damit sind Klangveränderung dynamisch veränderbar.

Die LFO-Sektion

Die LFO-Display-Page

Was eigentlich als optischer Einstieg in die Waldorf Quantum Oberfläche ist und somit zuerst hätte beschrieben werden sollen, habe ich bewusst in die „Nähe“ der Hüllkurven-Sektion verschoben. Auch hier stellt der Quantum sechs LFOs bereit, wobei die ersten drei über die Regler des LFO-Panels gesteuert werden können. Die LFOs 4-6 werden ausschließlich über die LFO-Panel-Page eingestellt. Also alles genau so, wie bei den Envelopes. Drei Regler gibt es je LFO für Shape, Speed und Amount. Unter Shape finden wir die Standard-LFO-Schwingungsformen Sinus, Dreieck, Rechteck, auf- und absteigender Sägezahn sowie Sample&Hold. Auf der LFO-Display-Page finden wir noch ein paar weiterführende Parameter, die Einstellungen erlauben, die über Standard-LFOs hinausgehen. Neben Shape und Speed finden wir hier auch den Warp-Parameter. Ähnlich wie beim Waveform-Oszillator können auch hier die Standard-Schwingungsformen mit warp „verbogen“ werden, so dass eine Art Misch- oder Hybrid-Schwingungsform entsteht. Es gibt hier Attack- und Decay-Parameter, mit denen man Einfluss auf den Verlauf einer LFO-Schwingungsform nehmen kann. Über Sync können die LFOs z. B. mit dem Tempo des Arpeggiators synchronisiert werden. Über Mode können alle sechs LFOs synchronisiert werden (Global) oder individuell frei laufen (Poly). Slew verändert das Anstiegsverhalten einer bestimmten LFO-Schwingung. Erhöht man den Wert auf 100%, können aus bipolaren Schwingungsformen beinahe unipolare erzeugt werden. Was sehr theoretisch klingt  wird interessant, wenn es um reale Modulationen geht. Auch die LFOs können mit einem Delay versehen werden.

Der siebente LFO – der Komplex-Modulator

Der Komplex-Modulator

Der Komplex-Modulator ist auch so ein „Modul“, an dem man sich kaum abarbeiten kann. Er ist im Prinzip ein weiterer LFO. Allerdings ist man hier in der Lage, aus zwei vollkommen unterschiedlichen Signalkurven durch zunächst manuelles Morphing völlig neue – eben komplexe – Schwingungsformen für Modulationen zu erzeugen. Das Komplex-Modulator-Panel enthält 6 Regler für die Parameter Speed, Blend, Warp, Amount, Envelope und Entropy. Bislang habe ich die Betrachtungen von Panel-Reglern und den entsprechenden Display-Parameter weitestgehend getrennt. Hier breche ich die Regel, denn um den Komplex-Modulator effektiv zu beschreiben, macht es mehr Sinn, wenn man gleichzeitig einen Blick auf das Display wirft. Der Parameter Speed mag noch selbsterklärend sein.

Blend macht nur Sinn, wenn man versteht, wie das finale „Mischsignal“ aus zwei Kurven Curve A und Curve B gebildet wird. Diese Kurven können über entsprechende Tabs auf dem Touchscreen aufgerufen und individuell angepasst werden. Vorzugsweise mit dem Finger! Blend funktioniert hierbei wie ein kleiner Mischer, wobei man jeden Wert zwischen 100% A und 100% B einstellen kann. Warp ist ein Parameter, mit dem man das „Ergebnis“ falten kann. Über Envelope kann man einstellen, wie das Modulator-Signal ein- und ausgeblendet wird. Der spannendste Parameter ist allerdings Entropy. Über diesen Parameter kann man dem Modulator-Signal eine Art Rauschsignal zuführen. Bei höheren Raten scheint das Signal in sich wiederholt zu werden. Im Grunde entstehen im Komplex-Modulator Ergebnisse, die man sich nicht vorstellen kann und die kaum beschrieben werden können. Hier heißt es auszuprobieren! Schön ist, dass man eigene „Komplex“-Resultate über das Presets Tab speichern und später wieder darauf zugreifen kann.

Die Modulationsmatrix des Quantum

Jetzt haben wir sehr viel über die unterschiedlichsten Modulationsquellen des Waldorf Quantum gesprochen. Natürlich bedarf es einer Matrix, um diese „Quellen“ einem Ziel zuführen zu können. Der Quantum stellt für diese Anwendung verschiedene Methoden bereit. Zum einen kann man das Display der Modulationsmatrix direkt über den Mod-Schalter aufrufen. Hier kann man bis zu 40 Quellsignale auf bestimmte Ziele routen und in ihrer Intensität regeln (Amount). Zum Teil wird auch durch das Drehen eines Amount-Reglers (z. B. bei den LFOs) automatisch ein Modulationspfad geöffnet, den man dann ebenfalls in der Matrix anpassen kann. Das „coolste“ Feature ist diesbezüglich aber die Mod-Funktion.

Wir erinnern uns. Das ist der entsprechende Schalter unterhalb des Touchscreens. Drückt man ihn, ändert sich die gesamte Darstellung des Quantum Panels. Der Trick ist nun folgender. Nach dem Druck auf besagten Mod-Schalter beginnen alle Regler zu leuchten, die als mögliche Modulationsziele in Frage kommen. Da muss man sich nun eines aussuchen und an dem entsprechenden Regler ein wenig drehen. In Folge gehen alle andere LEDs aus und es leuchten nur noch die LEDs der Regler, die als mögliche Quellsignale in Frage kommen. Dreht man nun an einem dieser Regler, wird ein kompletter Modulationspfad in die Matrix geschrieben. Über den Regler der Modulationsquelle kann man dann auch dessen Stärke regeln. Hier spricht wieder die Farbe zu uns. Positive Werte werden in Grün und negative Werte werden in Rot dargestellt. Man arbeitet mit dieser Methode als rückwärts. Man bestimmt zuerst das Ziel und dann die Quelle. Genial!

Die Effects-Sektion

Das Quantum Effects-Display

Der Waldorf Quantum bietet uns insgesamt 5 in Reihe geschaltete Effekt-Racks mit identischen Effekten. Die wichtigsten Parameter der ersten drei „Racks“ (Effekte siehe Bild) können über das Effects-Panel gesteuert werden. Bei Reverb wären das z. B. Gain und Time. Weitere effektbezogene Parameter werden auf dem Touchscreen angezeigt und können über die zugewiesenen Regler verändert werden. Die Effekte 4 und 5 können ausschließlich über das Display verändert werden. Auch hier kann man z. B. die Kurve des Equalizers grafisch, also mit dem Finger, editieren. Wie der Autor dieser Zeilen hörte, sollen in Kürze noch weitere Effekte (zumindest ein Exciter) hinzugefügt werden. Womit wir bei der Output-Sektion angekommen wären. Diese ist schnell erklärt, denn sie besteht zum einen aus einem Compressor (ein Regler), um den Dynamikumfang des ankommenden Signals zu reduzieren und dem Master-Volume-Regler, der gelichzeitig für die Lautstärke im Kopfhörer zuständig ist.

Die Spielhilfen

Abschließend möchte ich noch einen kurzen Blick auf das Drumherum, sprich die Spielhilfen werfen. In der Wheels-Sektion finden sich natürlich auch die Oktavschalter, mit denen man die Fußlage 2 Oktaven nach oben oder nach unten verschieben kann. Ein Mono-Schalter ermöglicht echtes monophones Spiel und ist z. B. wichtig, wenn man mit der Single-Trigger-Funktion der Hüllkurven arbeiten will. Der Chord-Schalter ist eine Art Hold-Funktion für Akkorde. Ist der Schalter gedrückt, werden gespielt Akkorde so lange gehalten, bis sie durch weitere Akkorde ersetzt werden. Im Unterschied dazu kann man mit Latch sämtliche gespielten Noten halten. Das entspricht dem Druck auf das Sustain-Pedal. Allerdings kann Latch auch verwendet werden, wenn der Arpeggiator aktiviert wird. Was ein Arpeggiator grundsätzlich kann, brauche ich hier nicht zu erklären. Der Arpeggiator des Quantum läuft über drei Oktaven, bietet neben Swing 7 Spielmodi (Up, Down, Random usw.) und stellt 31 rhythmisch unterschiedliche Pattern bereit. Ganz still und leise sind wir an dieser Stelle schon in den finalen Mode übergegangen. Das ist der Perform-Mode. Aktiviere ich z.B. den Arpeggiator in der Wheel-Sektion, wird automatisch der Perform-Mode, der auch über einen dedizierten Schalter aktiviert werden kann, aufgerufen.

Der Quantum Sequencer

Hier finden wir alternativ zum Arpeggiator den Sequencer. Eine Sequenz ist maximal 32 Schritte lang und kann über das Display grafisch editiert werden. Es gibt ein Untermenü mit verschiedenen chromatischen Skalen und die üblichen Parameter für die Geschwindigkeit (in BPM), Step-Länge, Swing, Pitch, Sequenz-Länge und Art  und Weise, wie die Sequenz abgespielt wird (Sequenz). Die Sequenzen können über das Keyboard transponiert und über das Menü Presets gespeichert werden. Es geht also nichts verloren. Ganz zum Schluss bietet der Quantum noch ein freiprogrammierbares Modulationspad im Perform-Mode. Dieses wird in der Modulationsmatrix mit entsprechenden Steuerdaten gefüttert (z. B. Quelle: Mod Pad Par. X und Y).

Der Waldorf Quantum on YouTube

Bernd Koistenmacher hat für uns nach Abschluss dieses Tests, den Waldorf Quantum auch bei Musotalk TV präsentiert, die wir euch wärmstens empfehlen wollen. Viel Spaß:

Fazit

„Alles in allem glauben wir, dass mit dem Waldorf Quantum ein Grundstein für eine neue Technologie von Synthesizer-Hardware gesetzt wurde, der die klanglichen, als auch Bedienmöglichkeiten eines Keyboards weit nach vorne in neue Bereiche bringt.“ 

Kein anderes Zitat wäre besser als Einleitung geeignet als dieses. Der Waldorf Quantum ist in jeder Hinsicht ein besonderer Synthesizer und ganz persönlich gesprochen „mein Synthesizer des Jahres 2018“. Aktuell kann ich mir nicht vorstellen, dass ihn irgendein anderer Synthesizer in 2018 (wir schreiben Juli) vom Thron holen wird. Dennoch sehe ich noch Potential oder besser „Luft nach oben“. Die optische Benutzerführung ist eine Idee, die aktuell ihresgleichen sucht. An der einen oder anderen Stelle hätte man ruhig etwas konsequenter sein dürfen, aber egal wo man sucht: DEN perfekten Synthesizer wird man sowieso nie finden. Nicht so schön finde ich, dass Veränderungen eines Signals, z. B. im Wavetable-Generator, aber auch bei den Filtern durch Modulation usw. nicht konsequent sichtbar gemacht werden. Bei diesem Display will ich die Signalveränderungen und Modulationen in Echtzeit sehen. Ich will, dass das Signal mit mir „kommuniziert“. Und an dieser Stelle muss ich leider sagen, dass es durchaus Beispiele gibt, wo derartige Umsetzungen besser funktionieren. Eigentlich ist die Technologie ja auch vorhanden.

Beim Komplex-Modulator kann man die Veränderungen beim Überblenden zweier Signalkurven ja auch darstellen. Oder lasse ich Travel über ein Wavetable laufen, höre ich zwar was passiert, aber ich sehe es nicht usw. Ich denke aber, dass weitere Anpassungen eher eine Frage der Zeit und nichts mit Desinteresse seitens der Company zu tun haben. Ich habe in den vergangenen Wochen sehr intensiv mit Rolf Wöhrmann einzelne Features und auch Problemfelder diskutiert. Mit keiner anderen Firma habe ich bislang eine so intensive und auch interessante Kommunikation gehabt wie mit Waldorf. Die Zuversicht, dass dem Quantum in den kommenden Monaten und Jahren noch mehr Features und noch mehr Möglichkeiten draufgesattelt werden, ist durchaus berechtigt. Ideen und Vorschläge treffen dort auf ein offenes Ohr. Was hat der Waldorf Quantum nun wirklich drauf? Natürlich kann man ganz brav einen Klang nach dem nächsten abrufen. Mit 1000 mitgelieferter Sounds, die namhafte Kollegen erstellt haben, werden die klanglichen Qualitäten dieses Synthesizers absolut würdig präsentiert. Als ich mit dem Quantum gearbeitet habe, hatte ich aber doch mehr Lust, die „Axt“ schwingen zu lassen. Will sagen, während des Spiels sollte man wirklich an allem Drehen, was der Quantum zu bieten hat. Man sollte die Modulationsmatrix mit Zuweisungen vollpacken und das „Unmögliche“ ausprobieren. Der Quantum lädt ein, ausgetretene Klangpfade zu verlassen. Daher mein gutgemeinter Rat: Quält den Quantum und ihr werdet sehen, wie geil er wirklich ist!

Mit Dank an Rolf Wöhrmann für seinen ständig bereiten Notizzettel und für seine Geduld.

Plus

  • hervorragende Kombination verschiedenster Oszillator-Modelle
  • extrem Performance-orientierter Synthesizer
  • Import und Verabeitung eigener Samples ist problemlos möglich
  • der Komplex-Modulator ist überragend und lädt ein zum Experimentieren
  • die LFOs gehen über gewohnte Standard hinaus
  • intuitive Visualisierung des Workflows

Minus

  • Darstellung der Signalverabeitung auf dem Touchscreen ist nicht konsequent umgesetzt
  • Das Analog-Filter hat nicht genug "Biss" und sollte mehrere Modi anbieten

Preis

  • Ladenpreis: 3.995,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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      TobyB  RED

      Guten Morgen Dirk,

      die Farben sollen doch bei der Bedienung unterstützen. Dieses Gleiches mit Gleichem Konzept gibts ja auch im Nave und mir hilft das schon. Für mich ist das schon überzeugend. Und der Quantum ist ja nicht das einzige Produkt was diesem Ansatz folgt. Andere treiben es auf die Spitze und bringen dir über Farben Akkordgriffe bei. Im Prinzip ist das wie Simon says oder zu deutsch Senso.
      https://youtu.be/cPemnWIiPdI
      Wenn die Form der Funktion folgt ist das schon okay. Die Farben folgen ja einer Funktion.

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        Cyborg

        Du unterstellst, dass die Farben für die Orientierung NÖTIG sind, das sind sie definitiv nicht, sie sind nur eine Hilfe. Dann schreibst Du was von Christbaumbeleuchtung, auch das ist nicht zutreffend. Die Farbkennzeichnung ist, im Vergleich zu sehr vielen anderen Geräten, bei denen man vor lauter Blendung und Geblinke die Beschriftung auf den Frontplatten nicht lesen kann, beim Quantum dezent und ohne Blendung. Darüber hinaus kannst Du sie ja auch anpassen.
        Solche Kritik würde ich eher Richtung Roland schicken, dort kann man inzwischen Overlays kaufen um die Lichtorgel abzudecken

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        TobyB  RED

        Hallo Dirk,

        ich denke Farben machen Sinn. Nicht nur im Hinblick auf den Farbenblinden Keyboarder. Stichwort Synästhetik. https://bit.ly/2OAi16v Oder lernen mit Farben. Ich glaube das du in Verbindung mit der Farbcodierung den Quantum besser und schneller erlernst. Und es z.b. Jemanden der die Schriftzeichen nicht gut versteht mit der Bedienung leichter machst. Ich wäre ohne Textmarker in verschiedenen Farben gar nicht durchs Studium gekommen. Weil ich über die Farben strukturiert hab. Wenn du dir das Gerät anders erschliessen kannst, ist das okay. Aber für mich ist das kein Weihnachtsbaum.

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          temporubato  

          Farbenblinde können bestimmte Farbkombinationen nicht unterschieden. Daher ist für sie wichtig, dass man Farbschemata ändern kann, um bestimme Kombinationen anders anlegen zu können. Das war uns an der Stelle wichtig umzusetzen, und so war das an uns herangetragen worden. Den netten Nebeneffekt, dass man jetzt auch aus ästhetischen oder Design-Gründen die Farben anders anlegen kann, nehmen wir dabei natürlich gerne mit. Übrigens ändern sich damit auch die im Bildschirm verwendeten Farben.

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            AMAZONA Archiv

            Ja, die seltene totale Farbenblindheit bedeutet, überhaupt keine Farben sehen zu können. Aber wir sind uns doch alle bewusst darüber, dass die deutlich häufigeren Farbsehschwächen umgangssprachlich als Farbenblindheit bezeichnet werden.

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          AMAZONA Archiv

          Ich finde nur Folgendes merkwürdig: Die Drucktaster sind vorbildlich mit hinterleuchteter Beschriftung ausgestattet. Die Funktionsbeschriftungen der Potis hingegen sind nicht hinterleuchtet. In einer Bühnensituation also, wie der Autor ja auch schreibt, nicht zu erkennen. Das verstehe ich nicht.
          Man hätte die farbigen LEDs und die Funktionsbeschriftungen doch ohne grossen Aufwand so kombinieren können, das beides erkennbar bleibt. Ich habe den Verdacht, daß da irgendwo der Rotstift angesetzt wurde…

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          AMAZONA Archiv

          Ich finde die Farben auch hilfreich, aber im synästhetischen Sinn würden sie für mich als Synästhesist nur funktionieren, wenn sich die Farben mit dem Klang und dem Gespielten verändern würden – und zwar passend zu meinem persönlichen synästhetischen Empfinden. Da jeder Synästhesist ein anderes synästhetisches Empfinden hat, ein Ding der Unmöglichkeit.

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            TobyB  RED

            Hallo Ted,

            mir gings ja nur darum aufzuzeigen, dass für mich die Kombination und Zuordnung Farbe/Funktion sinnvoll erscheint. Weil du das Gerät nach kurzer Zeit intuitiver bedienst. Dirk mag das anders und als Weihnachtsbaum sehen. Ich aber nicht. Color Coding ist nun kein heisser Trend sondern wird in anderen Bereichen schon „länger“ gemacht. Und ich wette im Quantum sind Widerstände. In der Lehre gabs einen Schlag an den Hals wenn das Steuerkabel rot war. Und zwei, wenn die Masse nicht schwarz war. Das Gesundheitswesen würde ohne Color coding noch schlechter funktionieren. Und in meinen diversen Unterlagen ist auch alles mit Farben durchcodiert. Insofern wurde beim Quantum nicht viel falsch gemacht und sich an einige Prinzipien der Industriegestaltung gehalten. Wenn ich da an meinen quietschegelben Waldorf mit roten Knopf denke, ist das Design des Quantum edel und seriös. Fast schon zeitlos.

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              TobyB  RED

              Hallo Dirk,

              ich verstehe und respektiere dein Argumente. Nur ist für mich, das haben wir schon immer so gemacht, eben kein Argument. Höchstens dafür das man sich und sein tun nicht hinterfragt. Und auf der anderen Seite sind Musiker bezogen aufs Gear nun eher „konservativ“. Da mach ich bei mir keine Ausnahme. Und andersrum hilft dieses Farbenspiel hier für mich eben doch. Bei über 10 und Bildschirm Reglergruppen den Überblick nicht zu verlieren. Klar kann man auch mit nur schwarzen Patchkabeln seine Patches erzeugen. Mit Color codierten Patchkabeln wirds aber übersichtlich und unterstützt mich. Und so sehe ich das beim Quantum.

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                TobyB  RED

                Die Arbeitspsychologie meint das bei mehr als 7×8 Aufgaben bei einfacher Iteration der Eigenzeitbedarf des Individuums jeglichen zeitlichen Rahmen sprengt. Und dies hängt nicht von Alter oder Geschlecht ab. Darunter liegt die visuelle Leistung ungefähr bei 90 % und die auditive und verbale Leistung bei 10 %. Zum anderen, je schwieriger eine Einzelaufgabe ist, desto mehr Aufmerksamkeitsressourcen benötigt sie. Umso schwieriger also die Einzelaufgabe, umso schlechter ist auch die Leistung in der Mehrfachaufgabenaufgabensituation.

                Kenne deine Werkzeuge, da folge ich dir Dirk. Nur bin ich aber auch der Meinung, das man etwas das Brauchbar ist durchaus hinterfragen sollte, um es besser zu machen.

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                  Dirk Matten  RED

                  Die Aufgabe, einen Klang nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, stellt sich der Anwender selber und er wird, sofern die Oberfläche durchschaubar und die Gestaltungsmöglichkeiten einfach erfassbar sind, das nicht als Belastung, sondern als „kreativen Genuss“ empfinden. das ist der Unterschied zu einem von dir beschriebenen Arbeitsprozess. Mir ging es ja mit meinem ersten Beitrag in erster Linie um das ästhetische Konzept, das sicherlich keine untergeordnete Rolle bei einer Kaufentscheidung ist. Ist aber schnuppe, kaufe eh keine Synthesizer.

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        PeterTarantel

        Über das Design von dieser Kiste lässt sich eigentlich gar nicht streiten: Es unterschreitet JEDE GESCHMACKLICHE SCHMERZGRENZE. Etwas so Teures so billg aussehen zu lassen, das muss WALDORF erstmal jemand nachmachen!!!

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          AMAZONA Archiv

          Über das Design lässt sich sogar vortrefflich streiten, wie man in dieser Diskussion problemlos nachlesen kann. Dass Dir das Gerät nicht gefällt, ist offensichtlich, und Du scheinst Deine Ansicht für absolut zu halten, was Du augenscheinlich mit drei Ausrufezeichen zum Ausdruck bringen willst.

          Mir gefällt der Synth sehr gut, auch wenn ich ihn nicht als Design-Wunder bezeichnen würde.

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            PeterTarantel

            Na, gratuliere! Da hat ja Waldorf bei Dir genau ins Schwarze getroffen! Beim Jubiläumsmodell gibt’s bestimmt ne Runde Magnesiumfelgen dazu ;-)
            Der Sound, da muss ich Dir tatsächlich Recht geben, ist auch nicht immer prickelnd.

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          Isaac Asmotiv  

          Das man frustriert ist, weil man sich etwas nicht leisten kann, kann man auch gern direkt sagen. Das muss man nicht derart platt zum Ausdruck bringen

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        8-VOICE  AHU

        Mir gefällt das! Am liebsten den ganzen Raum voller LED’s wie in einem Raumschiff. Ehrlich ich bin grosser SciFi Fan seit Kindheit und bis ins Altersheim, garantiert!

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      temporubato  

      Hi, die LED Farben kann man in den Settings ändern und weitere Farbprofile erstellen, die man dann auch per File mit anderen austauschen kann. Das haben wir auf Anfrage eines Farbenblinden Keyboarders gemacht. Natürlich kann man sich auch ein „Schwarz-Weiss“ Profil ohne Farben erstellen, oder alles nur in einer Farbe usw.

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        temporubato  

        LEDs kann man auch komplett weg dimmen, wenn man will. Dann sind sie aus. Gilt auch für den Bildschirm. Das ist ja auch in speziellen Situationen notwendig. Den Quantum kann man ohne Einschränkungen ohne LEDs bedienen.

        Das meiste im Leben ist ein unnötiger Quatsch, der nur Geld kostet. Das gilt insbesondere für Musikinstrumente, noch mehr für Synthesizer, und erst recht für den Quantum.

        Aber unter all dem Quatsch gibt es halt ein paar nette Dinge. Have fun!

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          temporubato  

          Also unter den letzten Synthie Neuerscheinungen befindet sich der Quantum im Spektrum nicht grade unter den Buntesten. Das Gehäuse selber verwendet ja auch keine Farben, sondern eher klassische Töne und Materialien. Die LED Farben kann man ändern bzw. ganz abstellen. Denke mal, dass da einiges an Flexibilität drin steckt, was man sonst eher nicht hat. Zum generellen Designkonzept kann der Axel sicherlich noch viel mehr und besser sagen.

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          vlkr  

          Wäre schlimm wenn Synthesizer keinen Spaß machen, egal ob für 400€ oder 4000€..

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          Rookie2  

          Erstaunlich, dass Du noch nicht zur Diskussion gestellt hast,
          wie musikalisch der Quantum das Sample einer „Klospülung“ verarbeiten kann.

          Ich werde bei deinen Kommentaren den Verdacht nicht los, dass Dich eine gewisse Abneigung gegen Axel Hartmann treibt…

          Aber, dass wirst Du jetzt sicher ganz spitzfindig zurückweisen…

          Nur nebenbei: ein Synthesizer, bei dem man nur über die Farbe der LED diskutiert, scheint nicht viel falschgemacht haben.

          Beste Grüße

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            olduser  

            Christbaumfarben stimmt leider, ich habe mich recht schnell erwischt, die Farben runterzudimmen, an Weihnachtsbäumen wäre diese Beleuchtung auch Kitsch. Ohne Beleuchtung finde ich das Gerät gelungen. Es ist vielleicht ein wenig, wie bunte Farben zum Noten lernen, die man hoffentlich nach Erlernen der selben entfernen kann. Bling Bling Voygager lässt Grüßen, wer es nicht mag dreht die Beleuchtung ab. Seitliche Holzpanele hätte man auch weglassen können, war im Ursprungsdesign auch nicht vorhanden, man schaue das Prospekt an, auch die Beleuchtung ist dort eleganter gelöst.

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            AMAZONA Archiv

            Wie bei Roland wirkt das eher aufdringlich. Farben sollten einen Zustand anzeigen und nicht ganze Funktionsblöcke die bereits umrandet sind zusätzlich beleuchten. Ich glaube so teuer ist der ganze RGB-LED-Kram auch nicht, sonst hätte das nicht jede PC-Komponente für 2€. Ich finde es wirkt deswegen eher billig als edel. Früher fand ich ein schönes Logo auf dem Synth immer am coolsten. So etwas identitätstiftendes findet man heute nur noch selten. Wie wäre es mit etwas aus Schrödingers Formel-Baukasten gewesen? Ein Quantum Trost an Axel Hartmann. ;)

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            AMAZONA Archiv

            Eine Lichtorgel. Ich empfinde die Farben auch als kitschig. Ausserdem habe ich ein Problem damit. wenn bei einem Synth zuviel aggressive visuelle Informationen auf den Nutzer einstürmen. Dann schaltet das Gehirn die Audioverarbeitung auf niedrige Priorität.
            Ein Lob muss ich allerdings für das mögliche Ändern und Abschalten der Lichtorgel aussprechen. Dadurch lässt sich der Synth dann auch professionell nutzen. Die Idee zu den farbcodierten Potis stammt nicht von Axel Hartmann, sondern er hat sie hier abgeschrieben: https://www.avid.com/products/pro-tools-s6

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            Rookie2  

            Schön, dass du das klarstellst. Der Eindruck war ein anderer.

            Man liest bei Dir eben leider generell nur sehr selten etwas Positives zu neuen
            Geräten und auch hier wirkt es wieder wie „Kritik um der Kritik willen“.

            Gerade bei Deinem beruflichen Hintergrund und deiner Erfahrung hättest Du m. M. n. die häufigen textlichen Provokationen gar nicht nötig. Weniger provokative, mehr konstruktive Kritik.

            Die ausführlichen Antworten von Temporubato , dem Entwickler, nimmst Du z. B. scheinbar gar nicht zur Kenntnis bzw. diskreditierst sie sofort wieder zum „Spaßgerät“.

            Du bleibst bei „bunt=Kitsch“ und verlierst kein lobendes Wort über das Gerät.

            Daher werde ich deine Kommentare weiterhin als tendenziöse Meinungsmache lesen.

            Beste Grüße

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          moogist  

          Ästhetik von aisthesis = für die sinnliche Wahrnehmung gemacht. Ich muss gestehen, dass mich bei einem MUSIKinstrument weit mehr die akustische und die haptische Wahrnehmung interessiert als die visuelle.
          Aber natürlich war auch beim Quantum auch ein Industriedesigner am Werk, der sich ums äußere Gestaltung/ums Aussehen des Instruments gekümmert hat, und das kann man beurteilen. Geht es bei den Farben mehr ums „Aussehen“ oder um die „Funktion“ („Form follows Function“)?
          Ob es die Farben unter den Potis braucht, ob sie die Arbeit am Instrument unterstützen, kann seriös nur jemand sagen, der a. schon länger mit dem Quantum arbeitet und b. ein „farbloses Exemplar“ zum Vergleich hat…

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        AMAZONA Archiv

        Nur weil Du persönlich die LEDs nicht magst, sind sie noch lange kein Quatsch. Manche finden sie nützlich, Du offensichtlich nicht. Nur weil Du sie nicht als hilfreich empfindest, bedeutet das nicht, dass sie für Andere nicht hilfreich sind. Außerdem findet man so die Potis auf dunkleren Bühnen besser. Spielst Du nur bei Tageslicht?

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      fritz808  

      fand den quantum von fotos echt schön und wertig – dann das erste mal auf der superbooth live gesehen und ih dachte mich trifft der schlag. die reinste disco-orgel. grauenvoll. habe ihn dann doch ausprobiert, aber nur wenige minuten, weil mir auch ddas screen-design farbig viel zu überladen ist. echt schade. siewht für mich aus, wie ein ipad-spiel für 10jährige.
      aber an herrn kistenmacher gerichtet: – meine hochachtung, der test ist sehr ausführlich und sehr kompetent geschrieben!!!!!

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        AMAZONA Archiv

        Schliesse mich dem Lob an. Der Test ist spannend und liest sich gut. Trotz aller Kritik am Quantum, man kann die Begeisterung des Autors nachempfinden. Vielen Dank dafür an Herrn Kistenmacher!

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      iggy_pop  AHU

      „Alles so schön bunt hier“ war genau mein allererster Gedanke — wie heißt es so schön? „Zwei Doofe, ein Gedanke“.
      .
      Ich bin mir nicht sicher, ob ich das bunte Lampenwerk schön oder hilfreich finden soll — gerade blaue LEDs und Beleuchtung finde ich ausgesprochen unangenehm, da blaue LEDs bei mir Migräne auslösen.
      .
      Über den Klang, die Bedienung und den Nutzen erlaube ich mir ein Urteil, sobald ich das Ding mal für eine längere Zeit unter meinen Händen haben durfte (und sobald ich als Anwender nicht noch auf kostenneutrale Bugsuche gehen darf). Vielleicht sehe ich dann gelassen über die vielen bunten Lämpchen hinweg…
      .

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    AMAZONA Archiv

    Erstmal dickes Lob für den Mut sowas zu entwickeln. Das ist was für Klangforscher! :)
    Nun aber die Kritik: Zu groß, unnötiges Analogzeug, zu wenig Stimmen, keine Multitimbralität.
    Der Blofeld hätte einen Nachfolger verdient und ich hoffe das der Quantum noch einen günstigen Spinoff bekommt. Dann aber mit mehr Stimmen und komplett digital. Wer analog braucht, für den könnte man ja Inserts und CV zum Anschluß an die Eurorack-Welt anbieten. Natürlich im Multimode pro Part zuweisbar. Es wird Zeit das ich Synthdesigner werde, sonst wird das nix mehr auf dieser Welt. :) Der DSI Pro 2 mit mehr I/O, Stimmen und Samples/Wavetables/Grains wäre geil! Da soll auch noch ein Nachfolger kommen, wurde jedenfalls so angedeutet. Auf jeden Fall hat Waldorf jetzt die technische Basis so richtig mitzuspielen. Über polyphone Eurorack-Wavetables, Blofeld II oder ein quasi DSI Pro 2 mit stark erweiterten Funktionen und vor allem: MULTITIMBRALITÄT! Keine Ahnung warum sich dieses Feature 2018 versteckt. Man stelle sich ein polyphones Oszillator/Sample-Modul mit Midi und 8-facher CV/Audio-IO vor das im Eurorack steckt. Speicherbar und multitimbral!

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    TobyB  RED

    Hut ab Bernd :) Für den Text und die Soundbeispiele. Für die Schweissflecken in NonErics Musotalk gibts nächstes Jahr auf der SB ein Bierchen von mir! Das war ja dermassen warm bei euch im Studio. Eine Frage zum Quantum ist bei mir aufgekommen, wird die FX Version nur seriell arbeiten oder ist noch sowas wie eine FX Matrix angedacht?

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      Bernd Kistenmacher  RED

      Vielen Dank. Das Shirt hatte ich 5 Minuten vorher frisch angezogen, aber…keine Chance :-) Wie ich andeutete ist Waldorf offen für Ideen und Vorschläge. Ich denke, dass da noch viel passieren wird und auch passieren sollte. Ich würde solche Vorschläge einmal direkt an Waldorf richten ;-)

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    [P]-HEAD  AHU

    So etwas zu entwicklen, und bis zur Marktreife zu bringen ist ein echter Kraftakt. Allein die Programmierung ist extrem aufwendig und das dann noch mit Hardware zu verbinden ist eine Kunst und kostet auch richtig Geld. Es soll ja auch funktionieren.
    Ich finde, das man auch hier im Kommentarfeld nicht einfach so lapidar solch ein Produkt gleich mit „mir fehlt folgendes“ zu bomben sollte. Ich verbeuge mich vor den Entwicklern und vor den Leuten die damit zu tun hatten. Hier wurde sehr viel Energie reingesteckt.

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      AMAZONA Archiv

      4000€ zahlt der User für die tollen Features und da stellt sich tatsächlich die Frage wie man mit Ressourcen hätte kreativer umgehen können. Die Probleme mit der zigfachen Wandlung hätte man sich m.M.n. sparen können und auf den Marketingquatsch wie der super angepassten Quadcore-Low-Latency-Hardware fahr ich auch nicht ab. Wer die Produktpalette von Waldorf kennt, sieht hier einen Mix aus bereits bestehenden Produkten die erweitert und auf edel getrimmt wurden. Von wegen Ingenieure entwickeln in Geheimlaboren einen Quantensynth. :) Das Ganze könnte ohne Analogsektion unter IOS laufen (Quadcore, low latency blabla).
      Seht das doch auch mal kritisch! Ich stehe voll auf Innovationen aber Augenwischerei und Uber-Synth-Attitüden erkenne ich beim ersten Kontakt. Ich bestelle mir jetzt erstmal einen Hartmann 20. Die 20 steht bescheiden für 20.000€. Da ist das „Konzept“ noch konsequenter umgesetzt worden. Für die Armen unter uns gibt es ja den Sledge 2. Ein Spitzensynth. Auf dessen Basis könnte glatt ein Quantum erwachsen sein aber das wäre jetzt zu weit hergeholt. ;)

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        AMAZONA Archiv

        Na komm, die € 3.800,- mehr machen den mageren Kohl dann wohl auch nich mehr fett.

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          AMAZONA Archiv

          Genau, und deswegen ist es ja auch komplett egal wofür man die 20 grossen verballert. Ach machense gleich zwei…
          Tolle Welt, in der wir leben!

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        AMAZONA Archiv

        „Augenwischerei und Uber-Synth-Attitüden erkenne ich beim ersten Kontakt. […] Ich bestelle mir jetzt erstmal einen Hartmann 20“

        Wer heute noch 20.000 € für einen Synthesizer ausgibt, der aus reinen PR-Gründen so streng limitiert ist, erkennt Augenwischerei nicht, selbst wenn sie ihm mit einem Hammer auf den Kopf schlägt.

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    olduser  

    Tolles Design, guter Klang, wertige Hardware alles dem Preis angemessen, ein Meilenstein der Firma Waldorf. Gratulation und gute Umsätze in Zukunft kann man den Entwicklern nur wünschen.
    Dank an Berd Kistenmacher für den Test. Ich habe die Kiste schon gekauft und vermisse da erstmal gar nichts, im Gegenteil es gibt genug zu entdecken in der nächsten Zeit.

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    lightman  AHU

    Danke für den umfangreichen Test. Die Soundbeispiele sind sehr vielfältig, man merkt, daß die Kiste zum Schrauben einläd. Stellenweise klingt es brutal digital, inklusive des für manche Beispiele verwendeten Filters, dann gibts Phasen, die mich an den Korg Z1 erinnern, aber auch immer wieder weichere, rundere Klänge. Sehr interessant.

    Digitale Härte und Schärfe kann hier als Stilmittel eingesetzt werden, was ich sehr gut finde, „sahnig“ gibts schon genug, obwohl ich sicher bin, daß der Quantum auch das kann.

    Das Teil hat mächtig Potential für Neues und Ungehörtes, das läßt hoffen.

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      AMAZONA Archiv

      Den Eindruck kann ich nur teilen, hab den Z1 ebenfalls hier und ich denke wenn man ihn mit einem iPad mit nave für 22€ drauf kombiniert dann ist man ähnlich glücklich. Der Quantum ist was für Verrückte, und hier stehen 10 Kommentare bei der es um die LED Beleuchtung geht! Ehrlich gesagt wird das dem Wunderwerk Quantum nicht gerecht!

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      Violator  

      Sehe ich auch so. Klanglich bin ich leider etwas entäuscht und mit einem Solaris, Z1, FS1-R und einem V-Synth XT im Setup, bin ich mir nicht so sicher, ob ein Quantum noch so viel Ungehörtes im Chip hat.
      .
      Der Quantum ist zweifelsfrei ein toller Synthesizer. Ein Vergleich mit dem Solaris drängt sich auf – meiner Meinung nach kann der Quantum dem Solaris nicht das Wasser reichen.
      Ich sehe beim Quantum aber auch Potential nach oben.
      .
      Die bunte Beleuchtung ist Geschmackssache, mir gefällt das nicht. Um ehrlich zu sein, ich finde die bunten LEDs grauenhaft. Ein etwas edler Look würde dem Quantum besser stehen.

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        olduser  

        Der Quantum hat sicher nichts im Gepäck, was Dein Setup schlagartig verändern würde.

        Ich kenn den Solaris leider nicht, aber Du musst dann den XT noch drüberpacken, um einen echten Vergleich zu ziehen;-) funktional betrachtet. Aber Du meinst sicher die identische Funktionalität der beiden Geräte.

        Die bunten LEDs lassen sich stromsparend abschalten und dann kann vom edlen Design her, der Solaris einpacken, meine Sichtweise.

        Aber das ist Geschmacksache, der Solaris ist im VA Sektor sicher ein Meilenstein, der Quantum ist vielleicht eher etwas für Leute die gerade den Solaris nicht wollen.

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        lightman  AHU

        Ich könnte mit meinem Equipment sicher auch die eine oder andere Sequenz aus den hier gehörten Demos erstellen, aber nur mit mehreren Klangerzeugern und externen FX-Kisten. Das Ganze jedoch mit nur einem Synth zu machen, ist eine ganz andere Geschichte, besonders wenn selbst radikale Klangänderungen nur ein paar Reglerbewegungen entfernt liegen. Daher finde ich den Quantum sehr interessant, auch wenn er preislich außerhalb meiner Komfortzone liegt.

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    SimonChiChi  AHU

    Ganz tolles Gerät, toller Test… aber zu teuer für mich :-(. Ich kenne da aber die Strecke die jeden Tag der Geldtransporter von……

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    Anthony Rother  AHU

    Man muss den Quantum selbst mal gespielt haben um seine großen Potenziale zu erkennen. Ein Synthesizer mit Blick in die Zukunft. Ich bin begeistert.

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    mdesign  

    tolles gerät, spannende ideen drin. wer rumspielen und experimentieren möchte, findet alles, was er braucht. die sounds überzeugen.
    farben helfen bei der übersicht, das haben schon jupiter 8 oder CS 80 so gemacht. allerdings hätte ich mir für die grafische gestaltung der menüs etwas mehr design (dh reduktion und klarheit) gewünscht.
    der preis ist der liga angemessen, in der dieser synthesizer spielt.

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    justme  

    Für mich klanglich die absolute Enttäuschung.
    Ich freue mich für alle, die aus den bisherigen (und auch in diesem Test verwendeten) Klangbeispielen etwas anderes heraushören als ein besseres VST.
    Wenn ein Synth Schlachtschiff in diesem Preisbereich sein will, auch begründet durch den Aufwand eines analogen Filters, und dieses dann letztendlich so lapidar unter Minus erscheint ist da, finde ich, ziemlich viel falsch gelaufen.
    Bitte nicht falsch verstehen, bin absoluter Fan der Marke Waldorf und ihrer Autoren/Gründer mit ihren tollen Produkten in der Vergangenheit und wünsche wirklich den allergrößten Erfolg mit diesem Synthesizer. Mit einer tollen Oberfläche, Hardware, Konzept.
    Aber diese Klangkette, mit ´ner Filtersektion die nicht mal soviel Charakter einbringt wie ein 800,00-Euro-Behringer (liegts am Insert-Weg?) finde ich einfach schwach.
    Hätte übrigens nicht lesen mögen, wie man einen Moog/DSI whateverAnalog/Hybridpoly dieser Preiskategorie zerrissen hätte, wenn das charakterlich so entscheidende Bauteil Filter dann so gehaltlos im Minus gelandet wäre…

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      Tyrell  RED 112

      Ich denke, Tests sind immer eine sehr subjektive Sache – und das ist gut so. Mein Briefing an die Autoren lautet immer „stell dir vor es wäre dein Geld – würdest du dieses Produkt kaufen, oder wäre es doch ein anderes“. Ich persönlich mag keine Tests an denen am Ende steht. „jeder muss am Ende selbst entscheiden….“ . ich bevorzuge klare und subjektive Meinungen. Wenn Bernd der Meinung ist, dass das ein großartiges Gerät ist, trotz der Einschränkung des Analogfilters, dann ist das eben so. Da er noch dazu eine anerkannte Koryphäe in Sachen Synthesizer ist, sind wir auch seiner Empfehlung gefolgt und haben in der Sparte „Hybrid“ den Waldorf Quantum zum BEST BUY erkoren. Übrigens, wir hatten kürzlich je einen Test zum Minibrute 2 und 2S, mit zwei vollkommen unterschiedlichen Ergebnissen und Kritikpuknen. Deshalb gibt es auch die Kommentafunktion, damit du nun deine subjektive Sicht der Dinge Kund tun kannst ;-)

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        olduser  

        Eben, das analoge Filter ist ja nur ein Aspekt in den zahlreichen Möglichkeiten und man kann die digitale Filter-Fraktion vor oder hiner das analoge Filter schalten und einen gesampelten Filterklang vom Lieblingsvintagemodell an den Filtern vorbei direkt zum VCA und Wawetable, was bitte soll da noch kommen? Was daran enttäuscht ist mir schleierhaft. Der Vergleich mit günstiger HW oder gar VST bringt mir gar nichts, ich möchte hochwertig Hardware mit vielen Möglichkeiten.

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          justme  

          “ Was daran enttäuscht ist mir schleierhaft. “

          Der Klang !
          Ist für mich ein nicht völlig unwichtiges Kriterium bei einem Synthesizer…

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            olduser  

            Ach ja, der Klang ist mir völlig Schnuppe hauptsache blinkt ;-)
            Meinen Geschmack trifft das Gerät, Deinen halt nicht.

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            Tyrell  RED 112

            Hi justme, das ist eben ein subjektives empfinden. Und da scheiden sich die Geister. Der Bernd ist richtig begeistert – und so manch anderer auch. Dazu ein kleiner Erfahrungsschatz eines alten Synth-Redakteurs: Ich hatte beim Release des Andromeda die Möglichkeit, ihn auf einer Messe ausführlich anzuspielen – über Kopfhörer. ich war ziemlich enttäuscht – und wenn mich jemand nach meiner Meinung fragte, übte ich harte Kritik am Andromeda. Jahre später hatte ich einen Andromeda zu Hause im Studio und widmete mich erneut dem Teil – trotz stärkster Vorbehalte. Und siehe da – ich hatte das Gefühl ich könne meinen eigenen Erinnerungen nicht mehr trauen. Der Andromeda beamte mich vollkommen weg.
            Vielleicht gibst du dem Quantum eines Tages einfach eine zweite Chance. ;-) Viele Grüße, Peter
            PS: Ich selbst habe den Quantum übrigens noch nicht angespielt und erlaube mir so lange auch noch kein Urteil.

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              justme  

              Damit hast Du zu 100% recht, denn selbst ausgiebig getestet habe ich ihn auch noch nicht. Ich schrieb ja, nach allem bisher Gehörtem.
              Aber, trotz aller schlechten Auflösungen von Soundstripes, Youtubes usw. macht man sich ja schon ein Bild.
              Finde die Diskussion hier aber schon interessant, sie zeigt, wie unterschiedlich die Leute so ticken. Daß das analoge Filter dieses Instrument kein Highlight ist, ist wohl anerkannt klar, stört aber offensichtlich nicht. Für mich, da es sich um ein Instrument/KLANG!!!) handelt, essenziell wichtig, gerade hier, denn ohne dem wäre ein solcher Preis in keinem Fall gerechtfertigt!
              Auf der anderen Seite polarisieren die (für MICH wieder sowas von unerheblichen…) LED´s (die man verändern oder gar abschalten kann…) , als gäb´s kein Morgen…
              Es bleibt spannend…

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        justme  

        Natürlich sind Tests subjektiv.
        Ich schrieb auch, denke ich, sehr deutlich, daß mein Empfinden rein subjektiv ist.
        Jedoch bleibt bei mir, sorry, aber der Eindruck ist einfach da, daß die Marke Waldorf
        hier mit einem riesen Sympathievorsprung startet, den man anderen Herstellern so nicht gönnt.
        Ich denke nur an z.B. den Klangvergleich DCO/VCO / Filtertype bei Euren DSI P08 und P6 -Vergleichen. Würde man die dort auseinanderdividierten, mikroskopischen Klangnuancen
        hier als Maßstab anlegen, müßte ein Urteil zu diesem Aspekt dieses Synths anders ausfallen.
        Ich bleibe dabei : Das in diesem Konzept so essentielle ( außer für den, dem das analoge Filter nicht wichtig ist…) Filter, einst gar ein klangcharakterliches Markenzeichen der PPG/Waldorf-Erdenker, kann man in dieser Form klanglich nur als Entäuschung für einen so hochwertigen Synthesizer betrachten.
        Und das finde ich eben sehr, sehr schade (sonst würde ich hier nicht schreiben…) , denn ansonsten finde ich diesen Synth wirklich toll…

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      Anthony Rother  AHU

      Also ich finde hier gibt es ein Missverständnis.
      Das Analog Dual Filter ist mit den verschiedenen Modes in der Lage tolle Sounds zu generieren. So etwas habe ich in der Form noch nie gehört. Wenn das Analog Filter auf SINGLE steht dann ist es schon gut aber mit den verschiedenen MODES wird es unglaublich.

      Wenn man dann noch das DIGITALE FILTER (DF Digital Former) dazu schaltet dann wird es noch unglaublicher.

      Ich habe einige Tage gebraucht den Sound des Filters zu erkunden und bis jetzt nur an der Oberfläche gekratzt.

      Ich kann nur empfehlen diesen Synth persönlich intensiv zu Testen/Spielen. Ich denke die meisten negativen Kommentare (Sound) erledigen sich wenn man das Gerät selbst gespielt und programmiert hat.

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        AMAZONA Archiv

        Das gehörte der AD + D Filter war bisher auch das was mich am meisten beeindruckt hat! Der aufgerufene Preis ist Profis sicherlich zweitrangiger wie Non Profis … mir persönlich ist das zu teuer.

        Aber damit ist Waldorf gefühlt für mich zurück … Streichfett, Rocket … nee!

        Viel Glück!!!

        p.s. cool hrn kistenmacher im video mal persönlich zu sehen!
        (was ne hitze momentan ;)

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    Waldorf Music

    Vielen Dank an Bernd Kistenmacher für dieses gute Review!

    Ein paar Anmerkungen dazu:
    Die Rasterung der numerischen Werte, die von Encodern gesteuert werden, lässt sich für jeden Parameter mit einem Handgriff fein und superfein einstellen. Somit kann man auch zwischen den Stufen Werte einstellen.

    Wir haben bisher davon abgesehen, die Modulationsauswirkungen bei den entsprechenden Parametern zu visualisieren, also z. B. das Bewegen von Wavetable Position mit einem LFO. Wenn man den LFO auf 100Hz hochdreht, kann man mit dem Auge nicht mehr wirklich die Bewegung erfassen und das Bild würde zu sehr vom Arbeiten ablenken. Da wir aber immer mehr Anfragen danach erhalten, werden wir uns noch einmal darüber beratschlagen.

    Solltet ihr Fragen zum Quantum haben, so sprecht uns an – direkt hier, auf Facebook, Twitter oder über das Supportformular auf unserer Webseite https://waldorfmusic.com Wir sind für Euch da und werden Eure Anfragen beantworten.

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      digidisiggi

      Ok, dann bin ich der Erste: Ich mag meinen Quantum sehr. Zwei Dinge haben mich aber irritiert:

      1) Warum ist der Sequenzer monophonic? DSI, Korg etc. können auch polyphonic. Sollte doch heutzutage selbstverständlich sein. Sache der Firmware?

      2) Das es keine Stereofilter hat, stört mich auch. Bei 4GB Sample RAM und der Import von Stereo Samples, ist es schade dass, das Ergebnis nach dem Filter mono ist. Da hilft die Pseudo Stereo Schaltung die im Angebot ist, leider nicht viel.

      Ansonsten tolle Kiste. Das Bunte stört mich überhaupt nicht, zumal die Farben der Funktion folgen, wie Eingangs schon erwähnt. Chapeau!

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        Waldorf Music

        Freut uns, dass dir der Quantum so gut gefällt. Wie schon gesagt, man kann das auch dimmen oder abschalten und den Quantum ohne die LEDs noch sehr gut bedienen, aber sie tragen schon einiges zur Funktionalität bei. Die Mehrheit der User, mit denen wir gesprochen haben, finden die Umsetzung sehr gelungen, nur wenige empfanden es als unangebracht.

        1.) Quantum ist 8-stimmig polyphon und 2-fach multitimbral. Man kann die Layerfunktion nehmen, um das Keyboard zu splitten oder zwei Sounds übereinander zu legen.
        Zusätzlich kann man bis zu 128 verschiedene Samples pro Patch benutzen und denen auch jeweils eine Zone zuweisen, sodass man damit noch mehr verschiedene Timbres bedienen kann.

        2.) Sorry, dass das Stereobild nicht deinen Vorstellungen entspricht. Die Analogfilter sind fest parallel angeordnet, sodass man hier leider nicht umschalten kann. Versuche mal eine Modulation Rand Trigger -> Osc Pan, am besten pro Oszillator einmal. Das dürfte dein Stereobild nochmals deutlich aufweiten.

    • Profilbild
      Anthony Rother  AHU

      Hallo liebes Waldorf Team,
      ich würde es gut finden wenn als Option die LEDs die Parameter Werte in Helligkeit anzeigen würden und eine der LFO LEDs in der Schwingungsfrequenz pulsieren würde.

  11. Profilbild
    anttimaatteri  

    Super Synthesizer. Geiler Klang.

    Sieht auch noch ordentlich aus (Ordnung muss sein).

    Und für die ganz besonders Deutschen ist er auch noch ein ganz besonders deutsches Produkt.

  12. Profilbild
    dilux  AHU

    völlig überraschend hat der berliner bernd kistenmacher auf der musiker-plattform amazona.de ein neues album vorgestellt. das konzeptalbum mit dem pragmatischen titel „Klangbeispiele“ ist für freunde elektronischer musik kaum zu ignorieren und präsentiert 9 eher minimalistische titel. der minimalismus ist ausdruck des konzepts, in jedem track nur einen sound eines – jüngst vorgestellten – synthesizers der firma waldorf zu verwenden….

    klanglich kann der quantum mich schon überzeugen, anscheinend wurde hier auch die qualität der wandler im auge behalten, ein nicht zu unterschätzender faktor bei digital/hybrid-synthesizern. der quantum hat einen vollen, tiefen sound, kann kratzig, glatt und weich und bleibt stets lebendig in der klangästhetik. toller sound.

    die oberflächendiskussion finde ich überflüssig, da nicht zielführend. ich denke aber schon, das der quantum ein zeitgemässes design hat. wahrscheinlich auch so ein generationenproblem.

    mein grösste sorge gilt aber der firma waldorf; offentsichtlich wurde hier viel, oder besser sehr viel investiert und ich bin mir nicht sicher, ob der quantum die stückzahlen erreicht, die diese investitionen auszahlt. könnte gut sein das der quantum – ähnlich wie der wave – waldorf in den abgrund reisst. und so ein wichtiges unternehmen in uli’s bunter firmentasche wiederzufinden, fände ich schon schade.

  13. Profilbild
    greekotronic  

    Mooooment mal. Hab ich das richtig verstanden? Man kann jedes Audiosignal live reinschicken und über das Keyboard tonal spielen, quasi wie ein Harmonizer bzw. Pitch Shifter? Wie ist da die Qualität bei großen Sprüngen? Gibt es digitale Artefakte? Wie klingt das mit Vocals?

    Ich bin schwer begeistert von dem Quantum. Die Kritik am analogen Filter kann ich nicht wirklich nachvollziehen. In einigen youtube Demos gab es sehr schöne saftig schmatzende Filtersounds, die etwas an SSM erinnern. Bei so vielen Möglichkeiten entstehen sicher viele Sounds, die gar keine analogen Filter benötigen bzw. dadurch schlechter klingen.

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      temporubato  

      Die beiden Audioeingänge können in die „Particle“ Granular Oszillatoren live geroutet werden. Die benutzen dann anstelle eines Sample Set eben das live Signal, welches ähnlich in einer Delay Tonbandschleife zur Verfügung steht. Die Grains können dann in verschiedenen Modi innerhalb des Oszillators gepitched werden und dann noch übergreifend polyphon gespielt werden. Das ist jetzt nicht als klassischen Pitch Shifter oder Harmonizer zu verstehen, die ja im Vergleich zu einem Granular Osc mit dem Material eher konservativ umgehen, oder soll diese FX gar ersetzen. Es ging uns darum die Granularsynthese nochmal um den live Aspekt zu erweitern. Das haben wir auch nicht erfunden, ist aber in so einem Keyboard Formfaktor eher ungewöhnlich und gehört zu den Features im Quantum, die zum Experimentieren einladen sollen.

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      Bernd Kistenmacher  RED

      Mit echter Stimme habe ich nicht arbeiten können. Das gibt aber sicherlich interessante Ergebnisse. Aber es gibt zu Live Granular das Soundbeispiel no. 9. Wie gesagt, habe ich einen ARP Odyssey eingespeist. Du hörst ihn nur in den ersten Sekunden. Den Rest hat dann Quantum gemacht. Das Ergebnis finde ich schon recht bemerkenswert.

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        AMAZONA Archiv

        Hand aufs Herz lieber Bernd. Ich kenne sowas von Patches mit Pitchshift und Feedback aus dem Ensoniq DP4+. Die großen Eventides machen das bestimmt auch seit 30 Jahren. Ein Eurorack mit halbwegs geeignteten Modulen ist klanglich ebenfalls nah dran. Was ist jetzt genau bemerkenswert? Ich könnte das Grundrauschen vom Mixer verstärken und in o.g. Geräte reinschicken. Das Ergebnis wäre ähnlich wie dieser „Enterpreis durchbricht die 4000€-Marke“-Sound

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          Bernd Kistenmacher  RED

          Was soll ich sagen? Ich fand es bemerkenswert oder beachtlich. Weil spontan. Du schickst irgendwas rein und verwurstest es nach Lust und Laune. Das macht Spaß. Es mag sein, das Ensoniq das schon vor 30 Jahren gemacht hat. VCO, VCF und VCA wurden schon vor 50 jahren gemacht. Und? Der Quantum vereint vielleicht nicht best of all worlds, aber sicherlich best of many worlds. Und die Entscheidung, das alles mit einem tollen Design zu verbinden, dass sehr wohl über reines Show-Off geht und sehr wohl praktikabel ist, lässt mich Waldorf zutiefst dafür danken. So ist das. Wie sieht es aus? Würden die LEDs weniger stören, wenn Quantum 1000 Euro kosten würde? Worüber regt ihr Euch hier eigentlich wirklich auf? Für mich ist der Quantum ein respektabler Tritt in den Hintern aller Jubler für Boutique und Hardware aus China Liebhaber. Bravo und Danke.

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    AMAZONA Archiv

    Trotz aller Kritik an der Hartman Gestaltung, die mir aus verschiedenen Gründen nicht zusagt, möchte Waldorf bzw. Entwicklern dafür danken, daß sie mit dem Quantum den Synthesizermarkt um ein wirklich spannendes Instrument bereichern.
    Es gibt hier doch eine ganze Menge Neuland, wie das vielfältige Buffet an Syntheseengines und die tiefe Einbindung von analogen Klangbausteinen in die digitale Signalverarbeitung.
    Ich glaube aus diesem Grund, daß es eine ganze Weile dauern wird bis man das musikalische und klangliche Potential des Quantum wirklich beurteilen und einordnen kann. Ich habe den eher mittelmäßigen Eindruck, den der Quantum auf der 2017er Superbooth gemacht hat jetzt erstmal wieder genullt und werde mich mehr mit dem Teil beschäftigen bevor ich mir eine Meinung zum Klang bilde. Auf jeden Fall schon jetzt, auch ohne es zu besitzen, ein inspirierendes Instrument. Vielen Dank also für euren Mut!!

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    network-909  

    Schade, dass jetzt nur noch einzelne LEDs unter den Potis zum Einsatz kommen. In den gerenderten Bildern (z.B. noch zu sehen auf den Produktbildern beim großen T) waren das noch leuchtende Ringe um die Potis herum. Ich denke, das war am Ende dann doch zu aufwendig.

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      network-909  

      Ich denke, die meisten stehen heute auf diese RGB-Spielereien und deswegen hat das Marketing diese eingebaut, auch wenn das in dieser Preisklasse wahrscheinlich eh nicht der entscheidende Faktor beim Kauf ist. Ich verstehe aber nicht, warum sich hier jetzt so viele in dieses Thema reinsteigern. RGB-Beleuchtung gibts mittlerweile auch im Interieur im Auto oder in jeder zweiten Wohnung. Wie schon erwähnt wurde, kann man die LEDs ja anscheinend komplett monochrom betreiben oder gar ausschalten. Vom Hardware-Aufwand bleiben dann also die 100 RGB-LEDs, die irgendwie über einem Multiplexer an der CPU hängen. Gut, ohne dieses Feature hätte man die Kiste für 100€ weniger anbieten können. Macht den Braten bei der UVP jetzt auch nicht viel magerer..

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      temporubato  

      Die Farbkodierung der Regler wird durchaus Regler-individuell für Modulationszuweisungen benutzt. Es gibt verschiedene Modi, wie die LEDs geschaltet und je nach Editierzustand gefärbt werden.

      Aber von der Tonalität der Diskussion geht das für mich in eine Richtung, wo ich nichts mehr sinnvoll beitragen kann.

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        Bernd Kistenmacher  RED

        Ja, das hier ist nur noch pure Polemik. Tut mir leid für Euch. Dem Quantum tut das keinen Abbruch. Es ist ein absolut toller Synthesizer.

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    Farbfalter  

    Habe mich vor einem halben Jahr trotz heftigsten GAS dazu entschieden, mein Geld nicht länger zu sparen und mir stattdessen ein Eurorack case zu kaufen. Der Plan war ein monophones Modular System, angelehnt an den features des Quantum. Ich habe mittlerweile drei Reihen a 84te voll, die 4000€ Marke längst überschritten, und mir fehl noch der granular Bereich. (Ich warte auf die Neuauflage von „Clouds“). Das Rack hat über 100 Drehregler und leuchtet wie Tokio bei Nacht, was ich persönlich sehr schön finde.
    Der Preis des Quantum ist sicherlich gerecht, alleine die Programmierung eines eigenen Betriebssystems kostet bereits Unsummen. Wenn man dann noch die Komponenten zusammenrechnet, 16 analoge Filter, Fatar Keyboard, Wandler, CPUs, Gehäuse etc, ist es fast schon ein Wunder, dass die Waldorf Mitarbeiter überhaupt was verdienen.
    Ich frage mich nur, ob der Einsatz von analogen Filter wirklich so viel Sinn macht. Wäre alles Digital würde man einiges an Kosten sparen, wäre noch flexibler und Klanglich würde es wahrscheinlich nicht so sehr ins Gewicht Fallen, da der Quantum ja kein klassischer Analog Synth. Bleibt zu hoffen das Waldorf noch eine expander/Desktop Version rausbringt oder wenigstens eigenen Nachfolger für denn Blofeld.

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      Tolayon  

      Also ich bewundere immer wieder die Geduld und Leidenschaft, die so viele für den Aufbau, die Pflege und den Einsatz ihres Modular-Systems aufbringen.
      Du hast aber selbst schon einen bei aller Freiheit entscheidenen stukturellen Nachteil der Eurorack-Variante erwähnt:

      Sie ist bei insgesamt höherem Preis nur monophon, im Vergleich zur achtfachen Polyphonie des Quantums. Für mich persönlich wäre das einfach zu wenig, wobei selbst der Quantum mein Budget weit übersteigt.

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    PeterTarantel

    Klingt leider auch in diesen Beispielen immer noch zu flach und im schlechten Sinne digital — besonders, wenn man den Aufwand (die Bit-Tiefe, die vielen Oszillatoren und Modulatoren und FX) bedenkt, der hinter den Sounds steckt, klingt es für mich immer noch wie Kanonen, die für Spatzengezwitscher aufgefahren werden.

  18. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Guter Synthesizer, der aber haptisch, optisch (Hartmann hin oder her) und klanglich (den Klangbeispielen zu urteilen) nicht in mein Beuteschema passen würde. Nichtsdestotrotz Waldorf und Ralf Wöhrmann (der da mit Sicherheit eine Menge Herzblut reinsteckte und ein Meisterwerk hingelegt hat) viel Erfolg.

  19. Profilbild
    Maxi  

    Gratulation Waldorf! Super, dass es ein paar Firmen in Deutschland gibt, die den unternehmerischen Mut aufbringen, den Markt für elektronische Musikinstrumente auch im Hochpreissegment zu bereichern. Das Teil hat genug Ecken und Kanten, um zu polarisieren und seinen Platz im internationalen Markt zu besetzen. Alleine die Menge der Kommentare zeigt, dass die Kiste nicht kalt lässt. Ich freue mich sehr darauf, jenseits der Diskussion über technische Details bzw. Oberflächlichkeiten mal irgendwo testweise eine Stunde abgefahrene Sounds zu schrauben …

  20. Profilbild
    Flying C  

    Guter Testbericht Bernd Kistenmacher, danke dafür!
    Die Klangbeispiele sind zwar nicht besonders melodiös, geben aber -wie ich finde- ein wenig Aufschluss über das Klangpotential das im Quantum steckt. Man kann erahnen das da noch einiges mehr möglich ist, auch wenn ich zuerst den Eindruck von irgendwas zwischen DX7 und Virus hatte, das ist jedoch weit gefehlt.

    Ein Synthi des 21. Jahrhunderts, da ist die Poti-Beleuchtung inklusive. Höre ich da „Schlumpfbordell“? ;)
    Es gab durch die Dekaden ja schon einige Synthesizer bei denen das Konzept der Farblichen Abgrenzung aufgegriffen wurde, EMS hatten das beim Synthi A und vom Jen SX 1000 gibt es auch eine Baureihe bei der eben dieses Konzept aufgegriffen wurde. Schön übersichtlich IMHO.

    Den Quantum könnte man auf Tour auch im Verwatztesten Kohlenkeller-Club im Vollrausch mit Sonnenbrille bedienen. [Achtung, Ironie]

    Wie dem auch sei, die Kiste sieht leider nicht nur teuer aus sondern ist es auch. Und damit fängt es an aufzuhören. Für mich zumindest.

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    Sokrates  

    Ich hatte mir vor einigen Jahren den Blofeld gekauft. Es gab nicht einen Sound, den ich in der Band verwenden konnte. Denselben Eindruck habe ich beim Durchhören der Beispiele vom Quantum.
    Die Kiste produziert Geräusche, die am ehesten ein Game-Programmierer verwenden kann.
    Vielleicht sollte Waldorf auch mal einen Musiker einstellen, der die Sounds auf Verwendbarkeit überprüft.

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      Mick  AHU

      Eventuell wäre die Rezession über den Korg microKorg etwas für Dich, aber hier will bestimmt keiner das hören was sowieso jeder Synth kann!;-)

      M.p.M ist aber auch, dass dieser Sound eher im Studio und dann in bestimmten Genren gebraucht wird, und das dann auch wohl eher durch SoftwareSynth besser, schneller und günstiger erledigt werden kann.
      Wenn ich so an Absynth, Nave, Serum, PPG Phonem, WaveMapper, etc. denke, habe ich das Alles irgendwo schon einmal gehört.

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      Farbfalter  

      Es ist ein Synthesizer. Du kannst dir damit deinen eigenen Klang erschaffen. Gerade der Blofeld erlaubt ein sehr breites Spektrum an möglichen sounds. Wenn du nur presets verwendest oder Imitationen echter Instrumente benötigst, wird dir ein Keyboard wahrscheinlich mehr Zusagen.
      Mich haben die presets des Blofeld auch nicht vom Hocker gerissen, dennoch gehört er zu meinen absoluten Lieblings synths, gerade weil ich damit jeden erdenklichen Klang erschaffen kann, sogar die Wavetables und samples können durch eigene Kreationen ersetzt werden.

  22. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    @Waldorf:
    1. Welche Updates sind denn in Planung? Erweiterte Oszillatormodelle, Multimode, weitere Komplexe Generatoren, interner Mixer mit EQ, erweiteter Sampler Mode etc.

    2. Sollten die Pedal-Eingänge nicht auch Trigger/Gate und CV können? Meine das im Vorfeld gelesen zu haben.

    3. Wie ist die Aussicht auf TI (totale Integration in die DAW)?

  23. Profilbild
    Codeman1965  

    Erst einmal: Danke an Bernd für den ausführlichen Test…! :-)
    Ich möchte dann auch noch mal auf dem Design herumreiten:
    Beleuchtung ist seit einiger Zeit immer wieder mal Thema, das ist ja auch nicht verkehrt.
    Dirk galoppiert ordentlich nach vorne und liegt (meiner Meinung nach) so verkehrt nicht.
    Die Beleuchtung sollte immer der Zweckmäßigkeit folgen, und das sehe ich in diesem Fall auch nicht wirklich gegeben. Da sind für mich Andere schon wesentlich näher dran gewesen, wie z.B. seinerzeit der Nord Modular G2.
    Auch ein Touchscreen, wenn es denn für die Bedienung hilfreich ist, könnte man sicherlich im Monochrome-Modus betreiben. Aber wer es mag, soll sich freuen, daß es so ist, wie es ist.
    Wäre der Quantum ein Kandidat für mich, würde mich die Lichtorgel nicht abhalten, aktivieren würde ich sie aber wahrscheinlich nicht.
    Was mir mehr Bauchschmerzen bereitet, sind andere selbsverliebte Design-Macken, deren Grund sich nicht erschließt, wie in diesem Fall z.B. die Querstrebe unter dem Rear Panel: Im Studio wohl ein Staubfänger, unterwegs vielleicht eher eine Sollbruchstelle… (?)
    Gutes Aussehen ist nicht Alles, wenn es nicht in der Vitrine stehen soll…

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      Anthony Rother  AHU

      …“die Querstrebe unter dem Rear Panel“ …ist ein Prima Henkel zum Tragen oder wenn es nicht klingt dann halt zum Wegschmeißen. ;-)

  24. Profilbild
    Kingfisher  

    Toller Test und auch das Muso-Video war gut, nur zu kurz. Hätte gerne 45-60 min. über den WQ gesehen. Mir gefällt das Teil immer besser. Bei manchen Kritiken habe ich aber das Gefühl, dass sie auf Teufel komm heraus Negatives finden wollen, damit sie Gründe finden diesen nicht zu kaufen bzw. nicht haben zu wollen. 4 Scheinchen sind nicht wenig aber bei diesem Teil gerechtfertigt.
    Letztendlich sollte man in nem Musikladen fahren und den ausgiebig testen und dann entscheiden bzw. kritisieren.

  25. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    (kopiert von weiter oben)

    Also ich finde hier gibt es ein Missverständnis.
    Das Analog Dual Filter ist mit den verschiedenen Modes in der Lage tolle Sounds zu generieren. So etwas habe ich in der Form noch nie gehört. Wenn das Analog Filter auf SINGLE steht dann ist es schon gut aber mit den verschiedenen MODES wird es unglaublich.

    Wenn man dann noch das DIGITALE FILTER (DF Digital Former) dazu schaltet dann wird es noch unglaublicher.

    Ich habe einige Tage gebraucht den Sound des Filters zu erkunden und bis jetzt nur an der Oberfläche gekratzt.

    Ich kann nur empfehlen diesen Synth persönlich intensiv zu Testen/Spielen. Ich denke die meisten negativen Kommentare (Sound) erledigen sich wenn man das Gerät selbst gespielt und programmiert hat.

  26. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Hallo Bernd,
    .
    Zunächst einmal Danke für den interessanten Testbericht, auf den ich schon lange gewartet habe.
    .
    Zu den Audiobeispielen habe ich ein paar Fragen. Hast Du im ersten Beispiel einen Kompressor verwendet? Falls ja, welchen? Falls nein, von wo kommt dieses (unregelmässige) Pumpen? Hast Du einen HP für die Aufnahmen verwendet? Ich frage, weil mir nämlich generell etwas die Transparenz in den Beispielen fehlt.
    .
    Ich vermute, dass Du in Beispiel 8, die Stimmen zufällig im Panorama verteilt hast. Im neunten Beispiel clipt es, ab z.B. t=59s oder z.B. @ t=2m06s. Wenn ich mich recht entsinne, war das auch im Video der Fall. Weisst Du von wo das kommt? Der Abspielpegel ist es gemäss der Anzeige hier nicht.
    .
    Danke

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      Tyrell  RED 112

      Nur zur Info Peter, der Bernd ist gestern Abend in seinen Sommerurlaub gedüst. Ich weiß nicht, ob er die nächsten Wochen seine Nachrichten liest.
      Und ganz nebenbei, Du hast exakt den 100. Kommentar zu diesem Beitrag verfasst. :-) Liebe Grüße, Peter

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Danke Peter. Den hat er sich redlich verdient. Ich weiss ihn zu erreichen. :-)

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        Dirk Matten  RED

        Vielleicht gibt es ja mal ein Interview mit einem Waldorf-Mitarbeiter, Thema „Für wen ist der Waldorf Quantum das Richtige?“ Die werden sich doch reichlich Gedanken gemacht haben, wen sie mit diesem Super-Synthesizer ansprechen wollen. Ich fände das mindestens so interesant zu lesen wie Facts & Figures.

  27. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Mir gefällt der Quantum allein schon wegen seiner Wavetables und Granular Samples. Trotz seiner Komplexität scheint er einfach genug in der Bedienung zu sein, und wem die Beleuchtung nicht gefällt, kann sie ja abschalten. Die ganze Polemik drumherum kann ich nicht nachvollziehen. Allerdings hätte ich die erweiterten EGs des Blofelds auch gerne im Quantum gesehen, das ist aber schon fast nitpicking…

  28. Profilbild
    Coin  AHU

    Mal ne Frage: woher kommen denn die Störgeräusche in Soundbeispiel 3 ?
    Dieses „Kratzen“ klingt nicht angenehm, eher übersteuert.

    PS: ich finde den Quantum technisch wie klanglich top.
    Nur optisch treibt er es mir zu bunt.

    • Profilbild
      Bernd Kistenmacher  RED

      Ganze kurze Antwort. Es scheint, dass ich den Quantum pegelmäßig an seine Grenze gebracht habe. Das schaue ich mir nochmal an, wenn ich zurück bin. Ich melde mich ;-)

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Dann sind sie über den Jordan, das Soundbeispiel kratzt eindeutig.

  29. Profilbild
    cosmolab  

    Lieber Dirk,
    es sei Dir zur Beruhigung geschrieben, dass es natürlich auch Leute da draußen gibt, die genau wissen, was Du *eigentlich* meinst. Also bitte nicht allzu zornig sein! ;-)

    Ich hab das Ding neulich mal angetestet und glaube schon, wir haben mit dem Quantum nach längerer Zeit des Ideen- Stillstands wieder einen ernsthaften Versuch für einen neuen Ansatz bei der „griffigen“ Bedienbarkeit komplexer Synthies. Oder wenigstens den Versuch auszuloten, „was derzeit geht“ mit aktuellem Stand der Technik.

    Jemand hat weiter oben den Vergleich zum JB Solaris gebracht. Da ist was dran. Der Solaris hat meiner Ansicht nach genau dasselbe versucht – mit den Mitteln „seiner Zeit“ – also von vor 10-12 Jahren. Und die haben auch Jahre gebraucht – sind eigentlich immer noch dabei.

    Ich glaube, hoffe – wünsche mir- dass die Kiste soundmäßig noch nicht ausgereizt ist. Und zwar eben NICHT nur bei abgedrehtem Zeugs (sowas hat ne kurze Halbwertzeit) – sondern gerade auch bei „Brot-und Butter- Sounds“! Wenn die „knallen“ – dann geht das Ding von allein.

    PS:
    Etwas schmunzeln lässt mich die Einlassung, man könne die Christbaumbeleuchtung durchaus anpassen oder abschalten. Sehen wir das doch positiv – da hatte sich irgend jemand vielleicht DOCH nicht ganz wohl gefühlt – Du siehst: es ist nicht alles verloren! ;-)

  30. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    (kopiert von oben / Antwort an Waldorfmusic)

    Hallo liebes Waldorf Team,
    ich würde es gut finden wenn als Option die LEDs die Parameter Werte in Helligkeit anzeigen würden und eine der LFO LEDs in der Schwingungsfrequenz pulsieren würde.

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      tonvibration  

      Fände ich auch gut. Aber natürlich als Option, die man abschalten kann…damit Kunden die es nicht mögen sich – zu Recht – nicht gestört / irritiert fühlen.
      Ich finde es aus ergonomischer Sicht schon sinnvoll, bei einem so komplexen Bedienpanel auch Farbkodierungen zur Gruppierung der Elemente einzusetzen. Dass Waldorf dabei den User entscheiden lässt ob/welche Farbe welcher Bereich hat ist vorbildlich, bei einem premiumprodukt aber auch zu erwarten (siehe anpassbare Displays im Automobilbereich). Was ich Waldorf aber dringend empfehlen würde, ist einige Bilder mit anderer/dezenterer bzw. gar keiner Farbgebung ins Netz zu stellen. Denn ich kann die Kritiker durchaus verstehen – das bunte Christbaumkugeldesign irritiert! Wenn die Leute aber sehen (und nicht nur hören), dass das auch in komplett weiß oder in [hier Wunschfarbe einfüllen] geht, sollte es eigentlich eher ein zusätzlicher Kaufanreiz sein, als ein Hindernisgrund.
      Neben der Farbe als Funktionsbereich auch die Helligkeit der LEDs zur Kodierung der Value zu nehmen, fände ich super. Aber andere würde das Geblinke dann wahrscheinlich stören. Deswegen: Customize! Bei einem solchen premiumprodukt erwarte ich, dass ich solche Kleinigkeiten über ein Submenue regeln kann. (Sollte ja wohl kein großer Aufwand sein.)

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        temporubato  

        Helligkeit für Werte und Blinken für LFOs hatten wir uns überlegt aber entschieden, dass nicht zu machen, da der Screen schon viele Infos darstellt.

        Die LED Farbe bei den Osc zeigt die ausgewählte Syntheseart an (Wavetable, Waveform, Particle, Resonator). Der Mehrwert der LEDs ist im Bereich der Modulations-Erstellung. Neben der Mod-Matrix via Display oder durch Auswahl-Menus bei den Display Encodern, haben wir nach einem intuitiven Weg gesucht, wie man Modulationen schnell erstellen kann. Dazu gibt es die MOD Taste mit der man in den Modulations-Modus kommt. Hier wird z.B. die LED Farbgebung so eingesetzt dass bei der Modulations-Ziel-Auswahl alle möglichen Ziele beleuchtet, wobei die, die schon mit Quellen belegt sind, eine andere Farbvariante haben. So hat man einen schnellen Überblick. Durch Auswahl des Ziel-Potis legt man dann das zu bearbeitende Ziel fest. Bei der Quellen-Definition werden dann alle Quellen beleuchtet und farblich die Modulations-Polarität angezeigt. Man kann so ohne Display Modulationen zuweisen und durch die Potis den Amount festlegen. Dazu wird auf dem Display der entsprechende Ausschnitt der Matrix angezeigt. Bei Bedarf kann man dann dort tiefer einsteigen. Das Feedback ist, dass manche das als sehr intuitiv empfinden, andere lieber in die Matrix einsteigen, oder in die Auswahl-Menüs der Encoder. Der Quantum bietet da verschiedene Weg an.

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          Anthony Rother  AHU

          Hallo Rolf, vielen dank für die schnelle Antwort. Das Display zeigt auf jeden Fall genug Infos.

          Beim Soundschrauben ist mir persönlich aufgefallen das ich oft das Display umschalten muss um einen Wert zu sehen. Als Beispiel die Lautstärke der Oszillatoren oder die Schwingungsfrequenz vom LFO. Das würde man sich sehr oft sparen können, gerade wenn man in Action etwas jammed.

          Die gefühlsmäßige Bedienung durch visualisierte Werte oder das Umschalten und dann Lesen des Displays macht für mich in vielen Momenten einen qualitativen Unterschied in der Bedienung.

          • Profilbild
            temporubato  

            Hi Anthony, es gibt in den Settings eine Einstellung, die bestimmt, ob beim drehen eine Pots etc. auf die entsprechende Seite im Display gesprungen wird oder nicht:

            Global->Settings->Edit->Switch Screens

            Schau einfach mal. Die Osc Mix Pots sind allerdings davon ausgenommen, weil wir denken, dass das beim Auspegeln stören könnte. LFO Speed sollte aber wie alle anderen auch über das Setting funktionieren. Aber auch hier gilt: Wir hören gerne Feedback aus der Praxis. Viele Elemente in der Benutzerführung sind ja neu und wir versuchen das über die Zeit zu optimieren.

            • Profilbild
              Anthony Rother  AHU

              Hallo Rolf, die Funktion nutze ich. Allerdings in der Praxis dreht man oft an mehreren Stellen gleichzeitig und da würden die Visuellen Hilfen der LEDs und eine schnelle Display Lock Funktionstaste z. B. die Drückfunktion einer der 6 Displaytasten den Workflow erleichtern. Je weniger man Pages schalten muss um so besser das Gefühl beim Soundschrauben.

              Ich möchte kurz anmerken das ich vom QUANTUM extrem begeistert bin und das was ich hier anspreche nur Optimierungswünsche sind die mir in der Praxis beim spielen und schrauben mit dem Quantum langsam auffallen. Es soll keine Kritik sein.

              Durch den QUANTUM habe ich zu dem auch meinen Waldorf WAVE wieder neu entdeckt :-)

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                temporubato  

                Gute Idee. Ein schneller Display Lock über Encoder Push oder irgendwo im Display als Button würde mir auch gefallen. Ich schau mal.

                • Profilbild
                  olduser  

                  Lieber Rolf,

                  meine Hochachtung vor Deiner Leistung dieses Traumschiff (mit)erschaffen zu haben, in einer Zeit wo fast nur noch kopiert wird,,ob man sich Selbst kopiert oder Andere spielt da kaum eine Rolle,wird billig gerne bejubelt und euphorisiert. Der Quantum ist in vieler Hinsicht neu und ich traue Dir noch Einiges an Innovation zu. Danke, 4000 € zahlt man gerne für so viel Liebe en Detail.

  31. Profilbild
    Tolayon  

    Also für den Preis ist der Quantum sicherlich ein akzeptabler Kompromiss, wenn man bedenkt, dass er wohl eine auf ein Viertel eingeschrumpfte Spar-Version des ursprünglich angedachten Wave 2 ist.
    Dieser hätte mit seinen wie schon beim ersten Wave ganzen 32 Stimmen locker an die 15.000 Euro gekostet, und dieser Aufschlag müsste es einem auch Wert sein.

    In der Studio-Praxis kann man dagegen mit dem Quantum eine Spur nach der anderen in die DAW einspielen, so dass „eingeschränkte“ Polyphonie und Multitimbralität keine Rolle spielen.

    Und Live mit einem Wave aufzutreten, das trauen sich wahrscheinlich auch nur sehr wenige beziehungsweise haben es überhaupt nötig.

  32. Profilbild
    L. Lammfromm  

    Zum Design:
    ——————
    Dem renitenten Rentner in mir dreht es im Magen, zu bunt, die LED-Beleuchtung löst bei mir spontane Schwindelgefühle aus. Das übrige Design gefällt indes. Zugleich steckt in mir ein neugieriger Fan von Neuland („Smartphonekid“) und aller Dinge, die frisch sind, und das Smartphonekid ist da doch erfreut. Dazu kommt, dass man die ganze Sache ganz an den eigenen Geschmack anpassen kann, und so söhnt sich im Laufe der Benutzung das Smartphonekid mit dem renitenten Rentner wieder aus.
    .
    Ganz sicher.
    .
    Farben können bei der Ordnung helfen, und ich würde sie vermutlich etwas abdimmen. Ist doch toll, dass das geht!
    .
    Zum Klang:
    —————–
    Oja!
    .
    Mein Eindruck ist es, dass die Hüllkurven hier auch ganz ordentlich schnappen – doch dafür würde an evtl. andere Klangbeispiele benötigen, um das genauer heraus zu finden. Auf alle Fälle ist das ein Synthesizer, der neugierig macht – und meines Erachtens mit den Schlachtschiffen anderer Hersteller mithält – oder diesen sogar eine Buglänge voraus ist.
    .
    Die Klang gestaltenen Möglichkeiten sind zweifellos gegeben, und nach meinen subjektiven Höreindrücken sind die Filter gar nicht so übel. Da geht was!
    .
    Also, wenn ich das Geld hätte…

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Also, ich habe das Geld und bin zum Entschluß gekommen das Nave, Serum und besonders Halion bessere Alternativen sind. Für etwaige analoge Klangverdrehung kann ich per Expert Sleepers ES3/6 alles ins Eurorack schicken und mir aussuchen wie der Klang verwurstet wird. So monolithische Hybride wie der Quantum und PX sind mir von den Möglichkeiten gesehen dann doch zu eng gestrickt. Schade eigentlich. Mit Multimode und Inserts bei den analogen Komponenten wäre das ein Gamechanger gewesen. Adat, TI oder mehr Einzelausgänge inklusive. Mann stelle sich vor, es gäbe einen Multimode mit 8 unterschiedlich konfigurierten 3fach-Oszis, die ich auf beliebigen Midikanälen ansprechen und quer durch ein Modularsystem jagen könnte. Das wäre der Missing Link gewesen um heutige Heimstudios mit all seinen unterschiedlichen Komponenten zu vereinen. Kommt noch, da bin ich mir sicher. ;)

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Wenn es 2 kompetente Mitarbeiter braucht, um EINEN inkompetenten Mitarbeiter zu ersetzen, dann kann der ja eigentlich gar nicht so schlecht gewesen sein, oder?

  33. Profilbild
    llIIllIlIIIlllIIllI  

    Nach dem zweiten Satz habe ich schon aufgehört zu lesen – da ich bisher nicht mit „echter“ Hardware gearbeitet habe kann ich den Quantum wohl nicht erfassen.

  34. Profilbild
    olduser  

    Lieber Rolf,

    meine Hochachtung vor Deiner Leistung dieses Traumschiff (mit)erschaffen zu haben, in einer Zeit wo fast nur noch kopiert wird,,ob man sich Selbst kopiert oder Andere spielt da kaum eine Rolle,wird billig gerne bejubelt und euphorisiert. Der Quantum ist in vieler Hinsicht neu und ich traue Dir noch Einiges an Innovation zu. Danke, 4000 € zahlt man gerne für so viel Liebe en Detail.

    Weiter so!!!

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Läge meine Obergrenze für den Kauf eines neuen Instrumentes nicht deutlich unterhalb 4000 € und hätte ich diese nicht gerade, dank eines unerwarteten Bonus meines Brötchengebers überschritten, wäre der Quantum sicherlich ein Instrument, dass in meine engere Wahl fiele.

  35. Profilbild
    earthcon

    Die Christbaum-Diskussion erinnert mich an „Per Anhalter ins All“:
    Marketingleute aus der Steinzeit haben es geschafft das Rad zu erfinden.
    Die erste Frage lautete nicht etwa, was man damit anfangen kann, sondern
    welche Farbe es haben sollte…
    Im Ernst: es gibt deutlich unerotischere Synths. Der Jupiter 8 war m. E. die Augen-
    krebsmaschine schlechthin. Dennoch mit einiger Toleranz zu ertragen und – man
    staune – für Musikproduktionen einsetzbar.
    Natürlich keine Rechtfertigung dafür es zu „bunt zu treiben“.

    Ich arbeite u. a. mit dem KORG Kronos: ich hasse diese schwarzen Boliden, mit
    ihren schwarzen Tastern und kaum lesbaren Beschriftungen. Dafür funktioniert
    es als ROMpler, FM-Maschine, Phys.Mod.-Synth ganz gut.

    Beim Quantum stört mich bisher eher der glockig-glasige Grundklang, den ich bei
    fast allen Sounds durchhöre.
    Ich hoffe mal, dass dies nicht der GRUNDsound der Maschine ist und man
    sich deutlich klanglich davon entfernen kann (?).

    Da werde ich mich wohl – mit Sonnenbrille bewaffnet – an diese Lichtorgel
    ranmachen müssen ;-)

  36. Profilbild
    Maycus  

    So dann melde ich mich auch mal zu Wort. Kurz zum meinem Synth Repertoir. Ich bin grosser Fan von DSI weil sie sich einfach zu schrauben lassen. Deswegen besitze ich auch den P12, Rev2, Polyevolver, OB6, P6. Ein paar weitere Waffen A6, Jupiter 8, Solaris, Modal 002/008, Virus etc. Jetzt aber zurück zum Quantum. Ich hatte mir bei meinem Dealer des Vertrauens den Quatum anliefern lassen und ich muss sagen ich war VON KEINER online Demo überzeugt. Er klang mir einfach zu einseitig (Glassy, ppg). Deswegen bin ich auch bargeldlos hingefahren. Trotzdem war das Gerät extrem interessant für mich. Ausgepackt, angeschaut und rangesetzt. Ich kann nur sagen mich hat der Sound über die günstigen Kopfhörer so weggeblasen, was auch an dem tollen internen Compressor liegt. Und ich hatte noch nie so viel Spaß beim schrauben. Aus eigentlichen 20 Minuten wurden 1 1/2 Stunde. Ich wusste, ich muss das Teil mitnehmen. Irgendwie haben wir es dann auch über PayPal und Umwege hinbekommen. Zuhause angekommen und weitergeschraubt. Für mich sind zum Beispiel Presets sehr wichtig. Da ich oft diese als Grundlage zum weitermodulieren nehme. Ich baue also selten eigenständig patches.

    • Profilbild
      Maycus  

      Beim Walforf Quantum ist etwas passiert was noch nie passiert ist. Ich habe innerhalb von einem Tag ca. 30 eigene Presets gebaut. Das Gerät ist unglaublich intuitiv, einfach auch OHNE Handbuch zu verstehen und völlig selbsterklärend. Man kommt sehr schnell ans Ziel. Ich habe mit dem Gerät jetzt schon Klänge geschraubt die ich so auf keinem anderen anderen Gerät hinbekommen habe, aber auch EDM Bässe oder klassische Brot und Butter Sounds die genauso Fett wie meine Analogen klingen. Die Presets sind tatsächlich nur OK (nicht ansatzweise so schlimm wie beim Solaris aber auch weit entfernt von DSI), die Software ist flüssig, hier und da mal ein Absturz beim Booten aber nichts was nicht mit kommenden Updates behoben werden kann. Ich kann wirklich reinen Gewissen sagen dass keine Online Demo zeigt was der Quantum wirklich kann. Eben nicht nur nach Wavetable klingen sondern auch fett und warm. Ich bin wirklich begeistert.

      • Profilbild
        Llisa  

        Mir geht es genauso. Außer daß ich eine Reihe der Presets gar nicht soooo schlecht fand ;-)
        Aber was für Merkwürdige Diskussionspunkte an denen sich manche festbeißen in diesem Thread… (vor allem ohne viel Erfahrung mit dem Quantum zu haben).
        In seinem ganzen Entwurf ist er wirklich inspirierend.

  37. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Wäre schön immer mal wieder etwas neues aus den Welten vom Quantum Synthesizer zu lesen. Ich bin mir sicher der Synth bietet genug um immer mal wieder darüber zu Berichten.

  38. Profilbild
    Maycus  

    So ein Jahr später muss ich sagen habe ich den Quantum wieder abgegeben. Ich weiß nicht ob ich es irgendwann bereuen werde. Aber Ich muss sagen der Sound kam mir im vergleich zum zum bespiel dem Solaris etwas dumpfer und unlebendiger vor. Auch beherrscht der Solaris den Waldorf Wavetable Sound besser…Trotzdem ein tolles Interface. Und ein toller Synth.

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