Test: Waldorf Music Nave, Music APP und VST

4. März 2018

Der Vorbote des Quantum

Vorwort der Redaktion

Ihr werdet Euch wahrscheinlich wundern, warum wir Tablet- und Smartphone APPs, die bereits einige Jahre auf dem Markt sind, plötzlich aus unserer Archiv-Kiste kramen und erneut vorstellen. Markus Schröder, unser teils in Tokyo lebender iOS-Spezialist und APP-Nerd, hat es ja schon immer gewusst, die Music-APPs werden irgendwann vollkommen auf Augenhöhe mit sehr viel kostspieligeren VST-Plug-ins sein. Er hat dies in vielen, vielen Artikeln seiner umfangreichen Serie CURiOS wirklich eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Wir, die Redaktion, haben nur nie richtig zugehört und wirklich unzählige tolle App-Artikel immer nur in der CURiOS-Serie zusammengefasst. Für Interessierte, aber auch für Google, war es so fast unmöglich, diesen spannenden Content zu finden und zu listen.

Damit ist nun Schluss. Warum der Sinneswandel? Zum einen sind die CURiOS-Quoten in den letzten 12 Monaten geradezu explodiert, zum anderen hat auch ein Chefredakteur dazugelernt und als solcher gebe ich heute gerne zu, dass mich einige der APPs einfach umgehauen haben.

Im Zuge des bald erscheinenden Waldorf QUANTUMS, der zum Teil auch auf der Synthese des Waldorf APPs NAVE basiert, ist es unseres Erachtens dringend notwenig, sich nochmals diesem sensationellen Synthesizer zu widmen. Vor allem zieht man den Preis von ca. 22,- Euro in Betracht.

Da es mittlerweile den WALDORF MUSIC NAVE auch als VST Version gibt, gilt dieser Test zum Teil auch für die Plug-in-Version des NAVE, der allerdings mit 156,-Euro deutlich teurer ist als sein wirklich überzeugender APP-Kollege.

Euer Peter Grandl

Waldforf Music Nave

Main Screen des Waldorf Music Nave

 

WALDORF MUSIC  NAVE

Lange haben sie gebastelt und es ist fantastisch geworden. PPG zum Mitnehmen und Anfassen. Außerdem gibt es ein sehr gut geschriebenes deutschsprachiges PDF-Handbuch zum Herunterladen in Waldorf-Qualität. Besser geht’s nicht, oder?
Nave besteht aus den Programmseiten „Wavetable-Bearbeitung‟, „Filter und Hüllkurven‟, „Modulation und Klaviatur‟, „Effekte und Arpeggiator‟ sowie „Aufnahme, Einstellungen und Recorder‟ und hat fast keine Untermenüs.
Die Startansicht ist die Wavetable-Seite. Nave verfügt zu Klangerzeugung über zwei Wellenformenoszillatoren und einen normalen Oszillator mit Dreieck-, Puls- und Sägezahnschwingungen sowie zwei Rauschfarben. Für den „analogen‟ Osc gibt es als Besonderheit noch die „Überwave“-Funktion. Damit werden bis zu acht Sub-Oscs erzeugt, welche das Spektrum ordentlich andicken und auch gegeneinander verstimmt werden können.
Das Besondere an den Wavetable-Oscs ist der Wave-Parameter, mit dem die einzelnen Samples der gerade mit eingestellten Wellenform durchfahren und wie sich das für einen Waldorf gehört, dieser auch mit einer der auswählbaren 20 Quellen moduliert werden kann. Die Oszillatoren können direkt im Mixer ringmoduliert werden.

Nave-Welleformen-Edit-Play

Möchte man sich eine Wavetable genau ansehen, kann diese per Pinch vergrößert und mit einem Finger in ihrer 3D-Perspektive ausgerichtet werden. Es gibt auch verschiedene Darstellungsarten. Möchte man eine andere Wellenform auswählen, tippt man auf deren Namen am unteren Rand der Wellenformdarstellung und bewegt den Finger in vertikaler Richtung zum Durchfahren der Preset-Liste oder man öffnet den Wellenformen-Browser. Auch Nave benutzt die Thor-Methode zur Bedienung der Parameter. Solange der Finger auf dem Bildschirm ist (kann sein wo er will), der zuletzt angetippte Parameter bleibt ausgewählt und mit steigendem Abstand wird die Regulierung feiner. Möchte man die Wellenform bearbeiten, wird über den winzigen „full‟-Schalter auf die Vollansicht umgeschaltet. Hier lassen sich auch über „tools‟ eigene Samples aus dem iTunes File-Exchange-Ordner und aus den Pasteboard-Schnittstellen zur Analyse laden. Natürlich ist auch das Editieren möglich.

Forum
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    phil_dr110  

    Fantastischer Synth, vor allem für Darkambient und eher Experimentell- Klingendes. Standards kann er auch, aber das ist für mich weniger interessant.
    Ein schöner Begleiter auf der Bühne, egal ob auf dem Touchscreen oder mit angeschlossenem Keyboard gespielt.

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    Kari  

    Die APP ist jeden Cent wert. Leider lassen sich die Hüllkurfen nicht als modulations quelle oder ziel setzen. Das ist schade, denn die Hüllkurfen lassen sich sehr einfach multiplizieren, X-fach wiederholen. Etwas das ich schwer vermisse bei Hardware Synthesizer. Auch besteht leider keine Möglichkeit zur FM. Dafür ist der Synth vollgepackt mit hilfreichen tools, welche durchaus sehr nützlich sind.

  3. Profilbild
    division  

    Eure Entscheidung die iOS Apps im „normalen“ Kontext zu präsentieren finde ich sehr gut. Ich bin Android Nutzer seit der ersten Stunde sowohl Telefon als auch Tablett mäßig und war immer neidisch auf die Applefraktion, wegen der tollen Audioapps. Allerdings habe ich auch sehr viele analoge und digitale Hardwaresynthies und bevorzuge intuitive „one knob per function“ Interfaces ohne Menüdiving. Ende Oktober 2017 habe ich mir dann doch mal ein iPad Pro 12,9“ gegönnt und bin hin und weg wie gut das Look&Feel der Oberflächen ist. Ebenso die MIDI-Controller-Anbindung ist oftmals einfach nur genial. Ich werde mein iPad jedenfalls nicht mehr hergeben und kann nur jedem der sich bisher dagegen gewehrt hat dazu raten über seinen Schatten zu springen und sich ein 12,9“ iPad zu besorgen!

    Also, ich freue mich auf weitere iOS App Ankündigungen, Tests und Berichte!

  4. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Da bin ich dem Titel-Foto doch auf den Leim gegangen, dachte ich doch im ersten Moment, das wäre ein Hardware-Synth. Na ja, ich werd‘ ja auch nicht jünger. Das Teil hat mich dann aber ziemlich beeindruckt, nachdem ich mir noch einige YT-Clips angesehen hatte. Als Desktop/Rack-Gerät in Blofeld-Größe für 500,-€ würde ich kaum zögern…

  5. Profilbild
    gaffer  AHU

    Hey Son of Moog, kein Problem: 350 für das neue iPad, 22 für die App und für die 130 mal richtig essen gehn oder 4-10 gute Synth Apps kaufen und die 500 sind weg.

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