Test: Moog Matriarch, Analog-Synthesizer semi-modular

14. Dezember 2019

Analog, Semi-Modular, Moog.

Test Moog Matriarch

Test Moog Matriarch

Es kommt, wie es kommen musste: Nach den semimodularen Analog-Synthies  „Mother 32“ (Dezember 2015) und dem „Grandmother“ (Sommer 2018) hat Moog jetzt also folgerichtig das weibliche Familienoberhaupt zum Namenspatron seines neuen Synthesizers, dem „Matriarch“, gemacht. Seit der im April 2019 auf dem Moogfest in Durham/North Carolina präsentiert worden war, gehört der  Großmutter-Nachfolger sicherlich zu den begehrtesten Synthesizern auf dem Markt, auch weil Moog den einsetzenden Hype durch spärliche Meldungen und Videos befeuerte; nicht wenige Shops melden da „Lieferung wieder in Kürze“ oder „derzeit nicht vorrätig“. Umso erfreulicher, dass wir eines der wenigen verfügbaren Testmuster für Sie ergattern konnten, um der großen Synthie-Dame auf den analogen Zahn zu fühlen.

Der Analog-Synthesizer Moog Matriarch

Der Moog Matriarch ist ein 4-stimmig paraphoner semi-modularer Synthesizer mit analoger Klangerzeugung durch vier Oszillatoren, einem 256 Step Sequencer, Arpeggiator und Patch-Option über 90 Patch-Punkte. Gespielt wird er über ein 49- Tasten-Keyboard von Fatar.

Test Moog Matriarch

Der Moog Matriarch im Testlabor

Intermezzo: Paraphonie

Der Matriarch ist ein „paraphoner“ Synthesizer. Ursprünglich bedeutete „Paraphonie“ das Parallelsingen in Quart- und Quintintervallen; in der elektronischen Musik hat es die Bedeutung von „Pseudopolyphonie“, das heißt, dass zwar mehrere Oszillatoren vorhanden sind, die sich aber dann zum Beispiel einen Filter, eine Hüllkurve oder dergleichen teilen – alle Oszillatoren durchlaufen also denselben Signalweg. Im Gegensatz dazu hat bei der Polyphonie jeder Oszillator sein eigenes Filter, eigenen VCA und so weiter.

Zu den bekannten Paraphonie-Synthesizern gehören zum Beispiel ältere Modelle wie der Korg Poly 800 oder der ARP Omni, wo die Paraphonie aus Kostengründen zum Einsatz kam, aber auch Synthesizer neueren Datums, wie etwa der Waldorf Pulse 2, der Behringer Neutron 2.0 oder der Delta CEP A von Radikal Technologies. Auch Moog hat dieses Konzept mit dem Subsequent 37 wieder aufleben lassen.

Test Moog Matriarch

In der „Paraphony“ werden Weichen gestellt

Ein erster Blick auf den Moog Matriarch

Meinen ersten Moog packte ich 1981 aus. Es war – nein, kein Minimoog (der war für mich als Student im dritten Semester da noch völlig unbezahlbar) – ein Moog Prodigy, der bei mir – trotz seiner wackligen Budget-Potis – bis heute überdauert hat und zum Einsatz kommt, auch wenn er hier und da schon etwas kratzt.

Und auch wenn das jetzt vielleicht etwas kitschig klingen mag: Für Keyboarder ist das schon ein dezent magischer Moment, so einen neuen Moog aus seiner Verpackung zu holen. Die hier dann noch im Inneren stilecht und liebevoll mit Logos und Schaltdiagrammen bedruckt ist. Enthalten sind – neben dem Matriarch selber – das 12V-Netzteil mit Kaltgerätestecker, vier Patchkabel-Pärchen in den (ca.) Längen 20/40/55 und 70 cm plus dazugehöriger Stoffbeutel, ein deutsches, gedrucktes und sehr ausführliches Benutzerhandbuch im DIN-A-4-Format  (was im Zeitalter der „PDF-druck es Dir halt selber aus-Handbücher“ schon eine Erwähnung wert ist) sowie ein „Exploration Patchbook“ mit 14 Beispiel-Sounds zum Nachbauen inklusive Poti- und Schalterstellungen und Verkabelungen, mit Namen wie „Dirty Duo“, „Instant Beat“ oder (meinem Lieblingssound in dem Heftchen) „Space Orchestra“. Das ist wunderbar für eine erste Reise durch den Matriarch, die dann auch zum gezielteren Rumprobieren ermuntert („Was passiert wohl, wenn ich drehe/das Patchkabel stattdessen hierher stecke?“) und für erste Aha-Erlebnisse sorgt – sehr gelungen. Derartiges findet sich übrigens auch in meinem Handbuch zum Prodigy (da heißen die Sounds dann „Frankenfunk“, „Pulsar“ oder „Bowed Strings“), Moog setzt damit also eine lange Tradition fort – aber das nur nebenbei.

Am Ende des Manuals finden sich dann auch einige Blanko-Patchsheets an, wo man seine Erkenntnisse einzeichnen kann; wer da nicht so gerne im Handbuch rummalt, kann sich die aber auch von der Webseite von Moog herunterladen. Warum Patchsheets? Weil der Matriarch keine Speicherplätze für die Presets hat. Da fühlt man sich doch direkt wieder jung: Ich bin in den 80ern nie ohne diese Patchsheets für den Prodigy oder den Juno 6 auf die Bühne gegangen – nur so war der schnelle Soundwechsel zwischen den Songs gesichert.

Test Moog Matriarch

Test Moog Matriarch

Haptik und Äußerlichkeiten

„Das ist doch….“, „Haben die etwa…?“ – nein, „die“ haben mir nicht das falsche Testmuster geschickt, auch wenn die Ähnlichkeit mit dem Grandmother in der ersten Schrecksekunde erst einmal nicht zu übersehen ist – was vor allem an der doch sehr prägnanten, fast einzigartigen Farbgebung liegt. „Fast einzigartig“, weil Moog bereits  1981 mit dem Moog Source schon einmal Mut zur Pastellfarbpalette bewies (von Spöttern auch als „Fisher Price Design“ bezeichnet), während die Konkurrenz meist noch in seriös-nüchternem Schwarz verharrte. Allerdings ist der Matriarch aber auch deutlich größer als der Grandmother; spätestens mit dieser Feststellung hat man die erste Schrecksekunde dann ad acta gelegt.

Der erste Eindruck – mit dem Prodigy mit seinen Holzteilen und der Metall-Oberfläche im Hinterkopf: „Hm. Etwas arg viel Kunststoff.“ Schon richtig, der Matriarch spart da nicht mit den Produkten aus dem Plaste & Elaste-Kombinat, macht aber trotzdem insgesamt mit seinen knapp 11 Kilo Gewicht doch einen recht stabilen und wertigen Eindruck. Die Knobs sind groß, griffig und sitzen vor allem bombenfest (lediglich die weiße Kennlinie wurde es schüchtern aufgebracht, was das Ablesen mitunter erschwert), die beiden 60mm-Sustain-Fader im ADSR-Modul sind mit ihrer Leichtgängigkeit der Traum eines jeden DJs, die Oktav/Waveform-Umschalter rasten deutlich hör- und spürbar ein (und sind auch besser abzulesen als die Knobs) und die insgesamt 10 Taster sind groß und gut beleuchtet – da kann man gar nichts verkehrt machen.

Das Pitch- und das Mod-Wheel sehen noch genauso aus wie bei meinem Prodigy, nur dass das Pitchwheel jetzt eine Rückholfeder hat, die schon einiges an Kraftaufwand im linken Daumen erfordert – aus Versehen betätigt man das sicher nicht, und das ist gut so. Etwas skeptisch schaue ich nur auf die sieben Mini-Schalter im ARP-, Modulation-, Filter- und Outputbereich, haben die doch ein wenig Spiel in alle Richtungen und machen – im Gegensatz zum Rest – einen etwas zerbrechlichen Eindruck. Die 49er-Tastatur von Fatar schließlich gefällt mir gut – nicht zu leichtgängig, ohne aber in den Bereich Finger-Expander abzugleiten.

Test Moog Matriarch

Das Herzstück: Die vier Oszillatoren plus Noise

Wie klingt der Moog Matriarch

Ja, ich weiß, die Sache mit den Sounds kommt ja normalerweise ganz zum Schluss. So als Belohnung für all die, die das Trommelfeuer nüchterner Fakten bis dahin durchgehalten haben. Aber mal ehrlich: Was macht man, wenn man einen Synthie auf dem Tisch hat? Richtig – dransetzen und rumprobieren. Und genau das habe ich auch getan: bevor ich auch nur einen Blick ins Handbuch geworfen hatte, habe ich mich erst einmal durch die Beispiel-Patches geschraubt und diese jeweils noch ein wenig abgeändert und gleich erste Eigenkreationen geschaffen; der erste (Hör)eindruck ist schließlich der entscheidende. Und ich konnte schon nach den Tönen erleichtert feststellen: Der Matriarch klingt, wie ein Moog klingen muss. Begleiten Sie mich also auf eine kleine musikalische Erkundungstour durch Moogs neues Flaggschiff! Wie das alles funktioniert, klären wir danach.

01 – Swirling Stereo

Schönes Beispiel für Stereo-Panning. Der linke Attenuator bestimmt dabei die LFO-Rate, der rechte das Stereo-Panning. Alle Oszillatoren laufen in 8’er Lage und mit Pulsschwingung.

02 – Robot Destruction

Hier steuert die Dreieckschwingung des LFOs das Stereo-Delay, was den spacigen Sound kreiert. Die Filter sind seriell (HP, LP) geschaltet.

03 – Dancing Bells

Voice Mode auf Unisono, Filter im Parallel-Mode. Die OSC-Regler im Mixer halten sich vornehm zurück, um keine Verzerrungen zu provozieren. Der zusätzliche Ping-Pong-Effekt verstärkt den Glocken-Effekt.

04 – Instant Beat

Der Moog Matriarch als Beatmachine. Die Filter befinden sich im Stereo-Modus, der Noise-Generator moduliert OSC 3. Der Arpeggiator wird über die Play-Funktion gestartet; dank 4-stimmiger Paraphonie lassen sich zum laufenden Betrieb auch weitere Töne hinzufügen, Änderungen am Cutoff ändern den Klang.

Test Moog Matriarch

05 – Space Orchestra

Vier gesyncte Oszillatoren, wobei OSC2 über den S/H Out des Modulation-Moduls gepatcht wird. Die Rate des LFOs wird mit jeder neuen Note vom Envelope Generator (Filter) moduliert.

06 – Dirty Duo

Das Signal VCF1 wird anstelle des Rauschsignals dem Mixer zugeführt. OSC1/OSC2 und OSC3/OSC4 sind synchronisiert, wobei OSC2 und 4 jeweils 7 Halbtöne nach oben gesetzt wurden. Daraus resultiert wegen des Sync-Buttons aber keine Tonhöhen-, sondern eine Klangveränderung – was den Sound dann etwas „dirty“ klingen lässt. Am Ende habe ich den Cutoff zurückgefahren.

07 – Wide FM Bass

Schöner Bass, bei dem die beiden Envelopes die VCAs ansteuern, was den Sound noch etwas knalliger macht. OSC1 hat eine Sägezahn-Waveform, OSC 2 bis 4 springen im Rechteck. Dank Arpeggiator im Play-Modus kann man so – trotz monophonem Modus – noch schöne Lines mit anderer Klangfarbe oben drauf packen.

08 – Free Sample

Sample /& Hold für die zufällige Bewegung plus Filter-Feedback für den charakteristischen dünnen, mittigen Sound. Waveform: 4x Puls.

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09- Rubber Bass

Dieser Sound kommt ganz ohne Verkabelung und Patch-Punkte aus. Die Oszillatoren (2x Sägezahn, 1x Rechteck, 1x Puls) stehen in der tiefsten Fußlage; wer mag, kann den Matriarch aber noch Oktavweise weiter runtersetzen – leider fehlt da dann die optische Rückmeldung, in welcher Oktave man gerade unterwegs ist. Die Änderungen des Sounds werden durch das Cutoff der Stereofilter erreicht.

10 – Bendy Organ

Netter Orgelsound, bei der Envelope Amount des Filters für den charakteristischen Klick sorgt. Im zweiten Teil habe ich den dann voll aufgedrehten Noise-Generator über den VCF2 angesteuert, was einen leicht rauchig-verzerrten Sound ergibt.

11 – Flutter Friends

Fetter ELP Sound, bei dem das Keyboard (via KB Gate Out -> MOD Sync In) die Schwingung (Modulation auf Random) bei jedem Tastaturanschlag neu startet. Die vier Oszillatoren nutzen dabei alle Fußlagen von 16‘ bis 2‘.

12 – Stereo Shred

Hier lässt der Moog Matriarch mal seine Solo-Muskeln spielen: Alle Fußlagen, OSC1 mit OSC2 und OSC3 mit OSC4 synchronisiert, wobei OSC2 und 4 verstimmt wurden, was sich – wg. Sync Enable – nur klanglich auswirkt. OSC1 und 2 liegen auf dem linken Kanal, OSC3 und 4 auf dem rechten, feines Stereo. Im Keller wird der Sound dann so richtig fett.

Test Moog Matriarch

13 – MOD & Filter

Schöne Solo-Sound-Eigenkreation mit einigen Modulations- und Filterspielereien am Ende.

14 – Moog Prodigy an Matriarch

Hier habe ich meinen Prodigy über den Instrumenteneingang des Matriarch über dessen Filter manipuliert. Die Oszillatoren des Matriarch wurden dabei stumm geschaltet.

15 – Sequencer

Ein- und mehrstimmige Spielereien am Sequencer

Der Aufbau des Matriarch (Teil 1: Basics)

Wie macht der das nur?

Am Anfang des Signalweges stehen die vier Oszillatoren (blaue Module), die weitgehend identisch aufgebaut sind und laut Moog auf denen des Moog Voyager basieren sollen, die wiederum von Moogs klassischem 921 Oszillator-Modul abgeleitet sind. Jeder Oszillator hat die Schwingungsformen Dreieck, Sägezahn, Rechteck und schmalen Puls, vier Fußlagen (16‘, 8‘, 4‘, 2‘) sowie jeweils vier identische Patch-Punkte für Frequenzmodulation, Tonhöhenmodulation und Pulsweitenmodulation plus Wave Out für die direkte Ausgabe des Audiosignals. Die Oszillatoren zwei bis vier können mittels Frequenzregler um +/-7 Halbtöne gegenüber Osc1 verstimmt werden; außerdem lassen sie sich über eigene Taster zum jeweils vorherigen Oszillator frei synchronisieren. Die Oszillatoren sind äußerst stimmstabil, wünschen sich aber nach dem Einschalten ein paar Minuten zum Warmlaufen.

Im Mixer (schwarzes Modul), der auf den Schaltungen des CP3 Moduls basiert, werden alle Signalquellen zusammengeführt und ihre Anteile gemischt. Zu den vier Oszillatoren gesellt sich noch ein Rauschgenerator, der weißes Rauschen liefert; es lässt sich aber auch ein Hochpassfilter nachschalten, der das weiße Rauschen dann in farbiges Rauschen ändert. Über die Patch-Punkte im Mixer-Modul können die eigentlich festverdrahteten Signalquellen unterbrochen und durch externe Audiosignale (wie etwa aus Eurorack-Modulen) ersetzt werden.

Test Moog Matriarch

Das Filter Modul basiert auf dem klassischen 904A-Modul

Die beiden sanft bis brachial zugreifenden Filter (4-Pol mit 24 dB Flankensteilheit, grüne Module), die auf den Schaltungen des klassischen 904A-Moduls basieren, arbeiten in den drei Modi seriell, parallel und stereo (hinter der Filtersektion ist der Signalweg stereo ausgelegt). Dabei arbeitet VCF 1 entweder als Hoch- oder Tiefpass, VCF 2 grundsätzlich nur als Tiefpass. Die Arbeitsweisen werden über einen dreistufigen Wahlschalter eingestellt; besonders interessant ist da die Stellung „LP/LP Stereo“, in der beide Filter unabhängig voneinander als Tiefpässe fungieren und dasselbe Signal vom Mixer erhalten. VCF1 gibt das dann an VCA1 weiter, VCF2 an VCA2, ein echtes Stereo-Signal also. Über einen Spacing-Knob lässt sich die Cut-Off-Frequenz von VCF1 gegen die von VCF2 verschieben, damit lassen sich dann sogar Panning-Effekte erzielen. Mit dem Keyboard-Tracking kann die Cut-Off-Frequenz auch abhängig von der Tonhöhe verändert werden. Über die Filter-Patch-Punkte eröffnen sich weitere Modulationsoptionen; so können zum Beispiel externe Audiosignale auf die Filter oder auf Cutoff, Spacing oder Envelope geschaltet werden, oder auch das Signal von VCF1 und VCF2 abgegriffen werden, um es auf andere Matriarch- oder externe Module weitergeleitet zu werden. Zum Klang der Moog-Filter muss man wohl nichts mehr sagen, die klingen einfach amtlich.

Die beiden Envelope Generatoren (ADSR, schwarze Module) – einer für die Filter, einer für die Amplitude –  die die Schaltungen des Moog 911-Moduls als Grundlage haben, besitzen ganz klassisch die Parameter Attack, Decay, Sustain und Release, wobei – etwas ungewöhnlich – Sustain über einen üppig dimensionierten 60mm-Fader gesteuert wird. Die Regelwege der Hüllkurven scheinen mir hier ein wenig indifferent und nicht ganz gleichmäßig zu sein, da müsste Moog mittels Update vielleicht noch einmal nachbessern. Die Generatoren lassen sich über Patch-Punkte auch mittels anderer Signalquellen als das Keyboard triggern, sowohl vom Matriarch als auch von externen Quellen.

Der Output (schwarzes Modul) schließlich – dem das Moog 902 Modul zugrunde liegt – besitzt zwei VCAs (zuständig für den rechten und linken Kanal). Über einen dreistufigen Kippschalter kann man wählen, ob die beiden VCAs vom Lautstärken-Envelope-Generator gesteuert werden (AMP ENV), oder ob das bei VCA1 stattdessen der Filter-Envelope-Generator übernimmt (SPLIT). Dritte Möglichkeit ist, die Generatoren ganz aus dem Spiel zu lassen und die Steuerung stattdessen der Steuerspannung anzuvertrauen, die auf die Patch Punkte VCA 1 CV IN und VCA 2 CV IN liegt. (DRONE).

Der wichtigste Schalter im Output-Modul sind aber wohl der Voice-Mode-Schalter und der Multi Trig-Taster, entscheiden die doch darüber, wie sich die Soundengine des Matriarchs verhält, wenn man mehr als nur eine Taste auf einmal spielt. Im monophonen Modus werden alle vier Oszillatoren für einen Ton genutzt, im 2-stimmig paraphonen Modus nutzt der zuerst angeschlagene Ton Oszillator 1 und 2, die darauf folgende Taste die Oszillatoren 3 und 4 und im 4-stimmig paraphonen Modus ein Oszillator für jede Taste – bei maximal vier gleichzeitig gespielten. Über den Multi Trig-Taster lässt sich zudem festlegen, ob die Envelope-Generatoren bei jeder gespielten Taste ein Trigger-Signal erhalten oder erst dann, wenn alle zuvor gespielten Tasten losgelassen wurden.

Der Aufbau des Matriarch (Teil 2: Boni)

Das war aber natürlich noch nicht alles – ein paar Extra-Module habe ich noch unterschlagen. So zum Beispiel das analoge Stereo Delay (lila Modul), das auf dem Delay-Modul der Moog 500er Serie basiert, zwischen VCAs und Main Out geschaltet ist und den Hall aus dem Grandmother ersetzt. Es besteht aus zwei getrennten BBD-(Eimerketten)-basierten Delays, die aber gemeinsame Bedienelemente besitzen, wie zum Beispiel den Time Regler. Zum Ausgleich gibt es hier – wie beim Filter auch – einen Spacing-Regler, der Delay 1 gegen Delay 2 verschiebt, was im Zusammenspiel mit der PingPong-Taste interessante Klänge generiert. Das Stereo-Delay kann mittels Sync/Tap-Funktion entweder zu einer externen oder internen Quelle synchronisiert werden (z.B. zum ARP/SEQ) oder auf ein „eingetapptes“ Tempo reagieren, was gut funktioniert. Außerdem lässt sich das Delay-Modul sogar als eigenständiges Effektgerät nutzen, wenn man es über zwei Input-Patch-Punkte mit externen Audiosignalen füttert – ganz schön vielseitig.

Um die Möglichkeiten des Moog Matriarch zu potenzieren, haben ihm seine Entwickler zwei Utility Module (schwarze Module) spendiert, das erste mit einem 4-Wege-Multi (Signalvervielfacher) und zwei Abschwächern (Attenuatoren) mit Invertierfunktion, das zweite mit nur einem Attenuator, aber dafür mit einem zusätzlichen LFO als weitere Modulationsquelle. Die Abschwächer lassen sich mittels Patch-Kabeln auch zur Ringmodulation nutzen, um zum Beispiel schöne metallische Sounds zu erzeugen.

Zentrale im Modulation – Modul ist der LFO mit sechs Schwingungsformen (inklusive Treppe und Zufall), dessen Frequenz von 0,07 Hz bis 1,3 kHz reicht. Über einen Kippschalter lassen sich wahlweise OSC 1 und 3, OSC 2 und 4 oder alle Oszillatoren vom LFO modulieren. Der LFO kann über Patch-Buchsen auch mit dem ARP/SEQ synchronisiert werden, bietet aber auch Noise Out, S/H Out und Wave Out als Spielwiese für Bastler.

Moog Matriarch

Das ARP/SEQ-Modul sorgt für Bewegung

Mein persönliches Highlight aber sind der Arpeggiator und der Sequencer, die – wie beim Grandmother auch – in einem Modul (gelb) untergebracht sind. Während bei Arpeggiator alles beim alten geblieben ist (Direction, Forward/Backward, Random, 1-3 Oktaven), wurde der Speicher des Sequencers auf 12 Speicherplätze für ebenso viele Sequenzen erweitert. Jede Sequenz kann bis zu 256 Steps enthalten, jeder Step bis zu vier Noten – es sind also dank Paraphonie auch Akkorde möglich. Das Einspielen erfolgt einfach Step-by-Step im Rec-Mode, über drei Taster werden Pausen, Ties und Repeats eingefügt; das geht in wenigen Minuten in Fleisch und Blut über. Abgeschossen werden die Sequenzen dann auf Tastendruck, wobei man über die Hold-Funktion das Ding auch alleine laufen lassen kann, um währenddessen zum Beispiel am Filter zu schrauben oder was auch immer.  Über Patch-Punkte auf der Rückseite des Moog Matriarch lassen sich Arpeggiator und Sequencer auch zu anderen analogen Instrumenten synchronisieren.

Dank der vierstimmigen Paraphonie des Moog Matriarch ist der Spaßfaktor hier noch deutlich höher als beim Grandmother. Da jeder Oszillator ja mit eigenen Schwingungsformen und Oktavlagen gefüttert werden kann und die sich im 4-stimmigen Modus nacheinander abrufen lassen, kommt man so – gerade bei „ungeraden“ Sequenzen – zu lebendigen, sich ständig ändernden Verläufen.

Die Anschlüsse des Moog Matriarch

Werfen wir noch kurz einen Blick auf die reichlich bestückte Rückseite des Moog Matriarch. Da finden sich – neben den Standards wie MIDI-Trio, MIDI-USB, Netzbuchse, Powerschalter, Main Out Left/Right, Headphone samt Mini-Volume-Regler sowie zwei Pedalanschlüssen auch diverse (recht schwer erreichbare) Patch-Buchsen, die auch nur auf der Rückseite, nicht aber oben auf der Frontplatte beschriftet sind.

Test Moog Matriarch

Das macht dann die Verkabelung an diesen Stellen etwas arg kompliziert; aber gut, woanders war dann wohl auch kein Platz mehr. Zu diesen Patch-Punkten gehören neben einigen Keyboard- und einem ModWheel-Out (zur Weitergabe an externe Geräte) auch zwei „Euro Outs“ (über die die Main Outs im Eurorack-üblichen Pegel weitergereicht werden), Ausgänge und Sync In für das Stereo-Delay sowie Clock In/Out für den Sequencer/Arpeggiator. Damit ist es dann ein Leichtes, ein vorhandenes Eurorack mit dem Moog Matriarch zu verbinden – eine tolle Sache.

Die Sache mit den Globalen Einstellungen

Da der Moog Matriarch nun mal kein Display hat (das würde auch gar nicht zu ihm passen), müssen die globalen Einstellungen von „Notenpriorität“ über „Delay Filter Helligkeit“ und MIDI-Funktionen bis hin zum „ARP/SEQ Swing-Faktor“ über die Keyboard-Tasten eingegeben werden; Rückmeldung gibt’s dann über das Blinken des Sync-Enable-Tasters. Das funktioniert zwar ganz ordentlich, ist aber schon umständlich – ohne Handbuch ist man da aufgeschmissen; niemand wird sich die 46 Parameter alle merken können. Das ist nicht schön, aber na ja – so oft muss man da ja auch nicht ran, außerdem bleiben die Einstellungen – anders als die Soundeinstellungen – nach dem Ausschalten erhalten.

Fazit

Mit dem Moog Matriarch hat die renommierte Synthie-Schmiede aus Asheville wieder einmal ein Meisterstück abgeliefert – und zudem weit mehr geschaffen als nur einen aufgebohrten Grandmother. Die Verbindung aus analogem Synthesizer und den klassischen Moog-Modulen wird mit ihren 90 Patch-Punkten zu einer Spielwiese für Soundbastler und zu einer musikalischen Erlebnisreise mit – dank unzähliger Trigger- und Schaltmöglichkeiten, Stereo-Delay und erweitertem Sequencer – immer neuen Überraschungen. Und das Beste daran: Daran kann jeder teilhaben, auch ohne tiefere Vorkenntnisse in Sachen Eurorack oder analoger Sounderzeugung; dazu tragen die überaus übersichtliche Aufteilung der Module und ihre farbliche Kennzeichnung ihren Teil bei. Neulinge auf dem Gebiet können direkt loslegen (und lernen dabei spielerisch eine Menge), während Eurorack-Profis sich über die erweiterten Verbindungsmöglichkeiten zum Matriarch freuen. Über den großartigen variantenreichen, druckvollen Klang des Matriarch muss man eigentlich kein Wort mehr verlieren: It’s a Moog, Baby!

Hinzu kommt, dass Moog mit dem Matriarch auch einige (aber nicht alle) der Minuspunkte des Grandmother ausgebügelt hat; so hat der Matriarch nicht nur eine größere Tastatur, sondern auch Pedalanschlüsse und einen CV-Ausgang für das Modwheel. So sind es dann nur noch Kleinigkeiten die etwas stören, wie die fehlende Oktavanzeige, etwas wacklig anmutende Kippschalter, die umständlichen Global-Settings oder der nicht ganz lineare Regelweg der Hüllkurven.

Wie schreibt Dr. Robert Moog doch im Vorwort des Manuals: „Was Ihr mit unseren Instrumenten macht, hilft uns ebenfalls dabei, noch mehr Mensch zu sein, und dafür möchte ich Euch allen danken.“ Bitte Bob, gern geschehen – wir haben zu danken.

Plus

  • typischer fantastischer fetter und variantenreicher Moog-Sound
  • leichte Zugänglichkeit
  • 90 Patch-Punkte
  • 4-stimmig paraphon
  • Stereo-Delay
  • erweiterter Sequencer
  • zahlreiche Verbindungsmöglichkeiten zu externen Geräten

Minus

  • Global Settings wegen fehlendem Display etwas umständlich
  • keine Anzeige der Oktavlage nach Umschalten
  • Kippschalter etwas wacklig

Preis

  • 2.229,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Erstmal danke für den Test. So hatte ich mir das auch vorgestellt. Was mich am meisten stört:
    Midi ist unbrauchbar wenn die Oszillatoren voneinander getrennt werden weil man z.B. ein voneinander getrenntes 3-fach parafaones und ein Bass-Patch bauen möchte. Das muss dann komplett über CV/Gate gemacht werden. Besonders schade weil die 4 Oszillatoren normalisiert sind und an einem beliebigen Punkt aufgetrennt werden können. 2-2, 3-1, 1-3 alles geht, nur bloß kein Midi reinschicken, dann wird immer alles getriggert. Ein Key-Split über die Midi-Tools in Cubase hat da leider auch nicht geholfen. Die VCA-Sektion muss dabei auf Split stehen um getrennte Hüllkurven für links und rechts zu haben. Dual-Mono quasi. Nach einer weiteren Patch-Orgie können dann auch die beiden EG’s die beiden Filter steuern. Die Hüllkurven sind leider immer an die VCA’s gekoppelt. Schade!
    Das Delay folgt immer fest der VCA-Gruppe und kann nicht komplett getrennt werden. Es können externe Signale zugeführt werden und hinten gibt es ein FX-Out für 100% Wet aber es kommt kein Sound aus dem Matriarch, wenn der Dry/Wet-Regler nicht mindestens auf 50% steht. Schade!
    Besonders weil man so eine autarke analoge Dual-Mono-Delays FX-Unit sich hätte bauen können.

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      p_carp  

      Das ist vielleicht auch noch mal ein Ansatz für meinen Techniker, auch wenn es sträflich ist so habe ihn midi technisch noch garnicht wirklich genutzt, lediglich mit einem sync angesteuert um den Seq, und den Arp zu triggern und das geht ohne jegliche Probleme.

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      AMAZONA Archiv

      Teil 2:
      Die Hüllkurven haben sich m.M.n. auch nicht schlüssig verhalten. Es ist schwer trotz aller Trigger und Legato-Optionen im Global-Menu, ein verläßliches langsames Attack zu bekommen, geradezu als ob der Parameter nicht existent wäre oder immer die komplette Hüllkurve zuvor durchlaufen werden muss.
      Jetzt zum Luxus den ich vermisst habe. Zwei getrennte Cutoffs für beide Filter bitte! Kann man zwar alles über Cutoff-CV unter Opfer von zwei Attenuatoren und Multiples sich selber patchen, ist aber unelegant und aufwendig.
      Mod-Sektion: 1 LFO=1 Phase auf alle Parameter von allen Modulationszielen. Warum kann ich nicht variable oder mindestens 4 unterschiedliche Phasen abgreifen? Gerade bei PWM ein Gewinn ohnegleichen. Ohne externe Module leider nicht realisierbar.
      Fazit:
      Bei rein internem Routing und ohne großes externes Patching bleibt der Matriarch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Mit ein Paar zusätzlichen Tweaks bei den Zuweisungen der Hüllkurven (Filter 1/2, VCA1/2) und den ein oder anderen Regler mehr, hätte der Standalone richtig was machen können. Da wurde leider nicht zu Ende gedacht. Bei massivem externem Patching und CV-Steuerung kommt allerdings die Sonne raus, wobei der Pferdefuß mit dem Delay leider bleibt. Ich bin gespannt was mit Firmware-Updates da noch gemacht werden kann, vieles ist ja „hardwired“. No easy synth! ;)

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        a.jungkunst  AHU

        Zu den Hüllkurven: Es gibt nur die Option für Single- oder Multitrigger, die in jedem Fall unabhängig vom Voice Mode ist. Da sollte eigentlich klar sein, wann ein Triggersignal zum Neustart der Hüllkurven führt. Einen Legato-Parameter gibt es nur im Zusammenhang mit Glide/Portamento, ansonsten ist es eine Spielweise, die sich im Single-Trigger-Modus auf den Hüllkurvenverlauf auswirkt. Die Hüllkurve startet in jedem Fall immer dort, wo sich nach zuvor losgelassener Taste die Release-Phase befindet. Willst du also eine zuverlässig lange Attack-Phase bekommen, musst du die Release-Phase auf Null oder zumindest im Bereich Null einstellen.

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          AMAZONA Archiv

          Das mit dem Release habe ich so festgestellt, kenne es aber nur beim Moog so. Meine anderen Synths fangen immer mit dem Attack und ganz unabhängig vom Release an.

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            a.jungkunst  AHU

            Welche anderen Synthesizer? Monophon oder polyphon? Der Matriarch ist, was die Hüllkurven betrifft, immer monophon. Auch wenn Marc Doty das anders sieht :-) Ich habe gerade den ARP Odyssey als Beispiel: Die Hüllkurve reagiert wie beim Matriarch. Bei polyphonen Synthesizern ist es natürlich anders. Da hat jede Stimme eigene Hüllkurven.

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              AMAZONA Archiv

              Türlich monophon! ;) Du sagst mir also tatsächlich der ARP ignoriert den nächsten Attack wenn die vorausgelöste Releasephase nicht komplett durchlaufen ist? Ich habe keinen ARP hier aber so ein Hüllkurven-Legato sollte durch ein Re-Trigger immer unterbrochen werden und bei Attack wieder beginnen. Vielleicht mißverstehen wir uns in dem Punkt oder einzelne Geräte unterscheiden sich noch bei Auslieferung. Ich hatte auch eher den Eindruck eines Bugs.

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                Dave the Butcher  AHU

                Ist doch bei keinem synth der mir bekannt ist so, dass die Attack mit dem GATE sofort bei Null beginnt, wenn der releasa noch nachklingt, sondern dort abholt, wo die Release beim gatebeginn war. Bei digitalen env. Mag das anders sein.

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                  Ashatur  AHU

                  Jep bei digitalen springt es zurück insofern es nicht anders programmiert wurde. Aber dieses Verhalten der Hüllkurven kenne ich bei allen meinen monophonen. Von Karp Odysee über Brute zu Moog. Anfangs wo ich meinen ersten Analogen hatte da dachte ich auch ups ist da was falsch aber das ist einfach analoges Verhalten.

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        a.jungkunst  AHU

        Zum LFO 1: Technisch alles richtig, was du beschreibst. Für mich geht es an dieser Stelle aber um Performance und dazu gehören Kompromisse. Das, was du beschreibst bzw. gern hättest, geht bei vielen Synthesizern nicht. Auch nicht mit extern hinzugezogenen Geräten, da es keine Anschlüsse dafür gibt. Beim Matriarch geht es, externe LFO in der von dir gewünschten Weise einzubinden und das ist für mich ein eher positiver Aspekt des semi-modularen Konzepts dieses Instruments.

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          AMAZONA Archiv

          Andere Synths haben auch keine 4 Oszis. Alles nur global zu machen für alle ist dann schon blöde. Natürlich kannst du 2 Pulse mit verschiedener Breite nehmen, kommst dann aber in einen sehr schmalen Bereich wo PWM fast nicht mehr hörbar ist. Andere Synths haben auch 2 LFO’s oder PWM über EG. Man muss sich schon sehr bewußt sein was man bekommt und ob man damit leben kann. Wie ich sagte, modular gesehen kann die Sonne aufgehen, auf sich selbst bezogen kommen viele Einschränkungen auf den User zu, zumindest konnte ich nicht alles umsetzen was ich mir beim Matriarch als normal vorgestellt hatte. Dann bin ich lieber vollmodular oder mit einem speicherbaren Monosynth unterwegs. Meiner ist jedenfalls wieder zurück gegangen weil „Modular“ bei mir nur einen kleinen Raum einnimmt und ich nicht mein kleines Rack für den Matriarch opfern wollte. Live-tauglich würde ich den auch nicht nennen weil seeehr viel feinjustiert werden muss. Bäng und ab dafür geht nicht wirklich.

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            a.jungkunst  AHU

            Als eingeschränkt würde ich den Matriarch eher nicht bezeichnen :-) Schon mit Hilfe der Spezifikation ist zu erkennen, was damit machbar ist und was nicht, verkabelt oder nicht. Funktional gesehen hättest du ihn dafür nicht kaufen müssen, um das zu erkennen. Es ist nun einmal nicht Jedermanns Synthesizer, das ist auch von den Moog-Leuten garantiert nicht beabsichtigt gewesen.

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              AMAZONA Archiv

              Das muss eben jeder für sich rausfinden. In meiner „Basiskonfig“ konntest du mit dem Kabelnetz am Moog fischen gehen. Dafür braucht es keine Tastatur, Midi und bunte Sektionen. Meiner Meinung nach wäre ein vordefinierter und mächtigerer Signalweg mit weniger Patchpunkten besser gewesen. Das Delay per Blindpatch komplett aus der Signalkette entfernen zu können wäre das mindeste gewesen. Du bist halt ein Fan den sowas nicht stört. Vielleicht kommt ja noch ein richtiger vierstimmiger Moog TeenSpirit in voll-Stereo. ;)

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      a.jungkunst  AHU

      Aus reiner Neugierde (ich bin bei weitem nicht allwissend) interessiert es mich, bei welchem parafonischen Instrument das von dir beschriebene MIDI-Szenario so wie von dir gewünscht funktioniert. Deine Beschreibung mit Bass und 3-fach parafon klingt für mich nach einem Split-Modus, den der Matriarch nun wirklich nicht hat. Irgendwie habe ich gerade keine Vorstellung, was du dem Instrument da abverlangst. Ist nicht böse gemeint, ich will es nur ganz genau wissen.

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        Bei so viel Patchpunkten sollte man sich schon einen Moog Dual-Synth basteln können, was ich mit full CV/Gate auch machen konnte. Das war Reiz und Ziel! So gesehen habe ich dem M da nix unmögliches abverlangt. Das der keinen offiziellen Split hat war mir bekannt. Am Ende ist eine Eurorack Erweiterung und ein echter Polysynth der für mich bessere Weg. Es war einen Versuch Wert. ;)

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          a.jungkunst  AHU

          Dein Einstieg war, dass MIDI am Matriarch völlig unbrauchbar sei, weil das von dir beschriebene Dual Synth-Verfahren über eben MIDI nicht geht. Von CV/Gate war erst später die Rede und das ist auch eine andere Schnittstelle. Also ist meine Frage nach wie vor unbeantwortet.

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            AMAZONA Archiv

            Mit dir kann man diskutieren bis die Welt untergeht. Falls es bis 2019 keinen parafonen Analogsynthie mit Midi-Split gegeben haben sollte würde ich das für immer so lassen. Scherz beiseite, ich warte ein Jahr und sehe dann wie es aussieht. Die Dual-Option ist mein persönliches Kaufargument.

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              a.jungkunst  AHU

              Dann würde ich mich an deiner Stelle sofort vom Erwerb eines Matriarch verabschieden. Das wird es bei diesem Instrument im Bereich MIDI nicht geben.

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      a.jungkunst  AHU

      Zum Delay: Natürlich kann man das Stereo Analog Delay aus dem Signalweg nehmen, vorausgesetzt, man belegt beide Delays über Delay 1 In und Delay 2 In mit einem externen Audiosignal. Dreht man den Volume-Regler des Matriarch auf 0, ist von der internen Klangerzeugung über die Main Outs nichts mehr zu hören. Erhöht man das Volume dann, hört man das externe Signal mit Effekt und das interne Signal trocken. Bewegt man den Mix-Regler von Dry auf Wet, nimmt das Lautstärke der internen Klangerzeugung bis hin zu 0 ab, das externe Signal bleibt unverändert, soll heißen, der Dry-/Wet-Regler hat dann keinen Einfluß. Natürlich ist es auch möglich, nur den Delay 1 In-Patchpoint zu verwenden, was zur Folge hat, dass am Delay 2 In weiterhin das intern erzeugte Signal anliegt. Allerdings kann das Delay 2 durch die Verwendung eines toten Kabels von diesem Signalpfad entkoppelt werden. Es ist richtig, dass der Mix-Regler keinen Einfluß bei Verwendung externer Signale, nicht richtig ist die Aussage, dass erst ab 50 % Dry-/Wet ein Signal ausgegeben wird. Es wird immer ein Signal ausgegeben. Der Mix Extern-Original und Delay-Ausgabe Matriarch hat also immer extern zu erfolgen. Es ist nun einmal nicht die oft zitierte eierlegende Wollmilchsau.

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    p_carp  

    Ein wirklich schöner Bericht, dem ich mich eben so anschließen kann,
    habe den Matriarch jetzt auch schon ca. 4 Wochen und muss Sagen er begeistert mich täglich auf`s neue.

    Nur eines,
    es wurde im Artikel erwähnt das der Gute aus Kuststoff sei, dies ist definitiv nicht so.
    Er hat Kunstoff-Seitenteile und ein Metallgehäuse mit einer matten Strukturpulverbeschichtung, und ja diese wirkt erst wie Kunststoff ist jedoch keines hatte ich auch erst vermutet.
    Zu den kleinen Kippschaltern kann ich auch nur sagen, diese sind sehr filigran ausgefallen.

    Zum Thema der Globalen Einstellungen,
    dies ist mir ziemlich aufgestoßen da man die eingestellten zustände einfach nicht nachvollziehen kann.
    Hier habe ich schon mit dem Techniker meines Vertrauens drüber siniert und wollen eine lösung entwickeln die zu dem kleinen Passt dies wird wohl dann auch für jedermann der Interesse daran hat, zugänglich gemacht. Ich werde berichten sofern es fertig ist, leider kann es noch dauern da er ziemlich ausgelastet ist um kurzfristig solch eine Lösung zu entwickeln.

    Im Allgemeinen jedoch einfach ein sehr hochwertiges gerät, wo im vergleich zum One kein Poti wackelt :-(, und alles so fest sitzt wie man es auch schon vom Voyager oder dem D kennt.

    Danke für diesen Bericht

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      a.jungkunst  AHU

      Darf ich fragen, was damit gemeint ist, die globalen Einstellungen nicht nachvollziehen zu können? Ich vermute, dass dir eine Übersicht fehlt, was gerade eingestellt ist!? Hören und/oder merken kann man das doch, wie die aktuelle Parametrisierung einzelner Funktionen ist, sofern man weiß, was parametrisierbar ist.

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        p_carp  

        Ja du hast recht man merkt in der Regel was eingestellt ist, jedoch fehlt mir hier einfach die Übersicht sozusagen eine Status anzeige und zusätzlich der schnelle weg diese zu ändern ohne eine Bedienungsanleitung auspacken zu müssen.

        Da ich nicht jeden Synth jeden tag nutze so muss ich erstmal alles suchen und testen das ich wider weis was eingestellt ist. Manchmal denkt man einfach nicht mehr daran was eingestellt ist und wundert sich und geht auf mal auf Fehler suche wo keiner ist, dieses habe ich öfter beim Prophet 6 jedoch ist es hier sehr einfach gelöst.

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        AMAZONA Archiv

        Ich weiß was er meint. Die Gruppenwahl, Parameter und den Wert einzustellen, rein über die Tastatur ist schon hardcore und ein definitiver Minuspunkt. Klar hört man was verstellt wurde aber es ist nicht leicht zugänglich. Eine Editor-Software sollte dafür noch nachkommen.
        Wenn die Katze über die Tasten gelaufen ist während man im Global-Menu war, da kann man schon graue Haare kriegen. :) Da wäre wenigstens ein Factory-Reset angebracht. Den habe ich bisher nicht gefunden! Tip?

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          a.jungkunst  AHU

          Das mit der Katze erinnert mich an die Phrase „Ich frage für einen Freund“ :-) . Ernsthaft: Die Sache mit den globalen Einstellungen erfordert schon etwas Muße und Konzentration, da gibt es keine zwei Meinungen, aber unterschiedliche Akzeptanz. Ich habe mir für die wichtigen und damit erreichbaren Parameter in Cubase eine MIDI Device gebaut, wie für viele andere Geräte auch. Ist nicht allumfassend, aber schon eine große Hilfe, wenn ich z.B. ein anderes Rauschen haben möchte oder eine andere Art von Glide. Für einen Factory Reset habe ich keinen Tipp. Vielleicht kommt da noch was von Moog.

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      m.steinwachs  RED

      Das mit dem beschichteten Metall ist mir tatsächlich dann durchgegangen – danke für den Hinweis!

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        p_carp  

        Gerne ?
        Ich fand es doch sehr erwähnenswert und wichtig zumal der Matriach auch seinen Preis hat.

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    herw  RED

    ein sehr schöner unterhaltsamer Test – gerade die vielen gut ausgewählten und sehr unterschiedlichen Klangbeispiele lassen Lust auf mehr aufkommen :)

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      a.jungkunst  AHU

      Ich fand die Idee, die Klänge des Patchbooks zu präsentieren, auch sehr gut, zumal sie vom Butter-und-Brot-Gedöns weiten Abstand nehmen. Da wird schon einiges an Ideen geboten.

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        AMAZONA Archiv

        Aber noch weit von einer „Revolution“ entfernt. Das Brot schmeckt immer noch stark durch. :) Moog bleibt sich treu, positiv aber auch negativ.

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          a.jungkunst  AHU

          Von welcher Revolution träumst du? Wenn man sich heutzutage für sein sauer verdientes Geld einen Moog kauft, möchte man Moog haben, sowohl bei Butter-und-Brot- als auch bei Kaviar-, Pastete- und Lachsschnittchen-Klängen. Niemand, auch nicht die Moog-Leute, sprechen von einer Revolution. Performance und Klang war hier wohl eher der Mittelpunkt der Entwicklung, und dass es dabei auch kritische Aspekte gibt, ist nicht von der Hand zu weisen. Jeder hat eine gewisse Art, an ein Instrument heranzugehen, und das passt halt nicht immer. Man kann aber auch im Negativen übertreiben.

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    zeitlos  

    Ich war noch nie ein unbedingter Fan der Moogs, habe den Arp- und Rolandklang vorgezogen. Aber diese Klangbeispiele beeindrucken mich sehr, was wohl nicht zuletzt auch am guten Soundprogramming des Autors (?) liegt.

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    Findus  

    Ein toll klingendes, bedien- und- spielbares (Performance-)Instrument. 5 Stars für Moog Matriarch. Eindrücklich: Lisa Bella Donnas 25-minütige solo live Performance im Brooklyn Center (übrigens ohne Verwendung auch nur eines einzigen Patchkabels).

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    acid basztard

    ich stelle amüsiert fest: der autor kann sich noch nicht 100 % mit dem matriarch anfreunden und schlingert noch etwas hin und her zwischen matriarch und patriarch ;-)

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        hejasa  AHU

        Das Problem mit der automatischen Korrektur kenne ich zur Genüge, einmal nicht aufgepasst, schon ist es passiert:-)
        Lesenswerter Artikel, danke!

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    Anthony Rother  

    Toller ausführlicher Artikel mit sehr schönen Soundbeispielen. Der Matriarch gefällt mir sehr gut. Durch das Semimodulare Konzept sind Spiel und Spaß garantiert…

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      Maxi  

      Und das Beste: Endlich mal kein Moog-Teaserbild und dann ein Behringer-Clone-Testbericht … WYSIWYG. ;-)

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    Dave the Butcher  AHU

    Ach, wenn sie doch nur schon da wäre! Am 27. Ist es dann so weit! Ein Traumsynth, ist schon klar dass man mit ein paar lfos noch einiges rausholen kann (4 osc modulieren), aber man kanns wenigstens! Einfach ein kleines Rack mit Maths, dem doepfer quad vclfo oder was auch immer daneben, ventris dahintergehängt und ab geht die post. Für mich das überzeugendste Konzept seit langem, gefällt mir besser als der one.

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    AMAZONA Archiv

    Dann nimm doch gleich den Doepfer Quad VCO und ein Stereo Filter dazu. ;)

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    muki

    ich lese da im unteren teil, als zwischen-ueberschrift gross:
    „Die Anschlüsse des Moog Patriarch“

    ist das ironisch gemeint oder nur ein freudscher vertipper ?

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      m.steinwachs  RED

      Weder – noch. Vermutlich der Fluch der automatischen Rechtschreibkontrolle, die uns in der Hektik der Schlussredaktion für diesen Artikel einfach durchgegangen ist. Aber als Eyecatcher doch irgendwie gar nicht schlecht :-)

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    heimannrudolf  

    Den Test an sich finde ich super gemacht, da macht das Lesen und Hören wirklich Spaß! Der grundlegend fette, aber eher monostruktuierte (haha) Klangcharakter wird gut herausgestellt. Sie ist eben kein Polysynth für Flächen und Pads.

    Interessant, dass der Fakt „nur parafon“ in den Kommentaren hier stillschweigend akzeptiert wird, während beim Behringer Poly selbiger als klarer Abneigungsfaktor in den Kommentaren angeführt wird. Noch seltsamer erscheint mir, dass in beiden Testberichten „4-stimmig paraphon“ im Fazit ausdrücklich als Pluspunkt genannt wird.

    Schwenkt man mal rüber zur Roland Boutique Serie, wird dort selbst 4-stimmige,“richtige“ Polyphonie als unzureichend bemäkelt. Hmmm….

    Abgesehen von historischen Kontexten und Jugenderinnerungen – es wäre m. E. schön, wenn jeder Tester vor dem Testbericht zunächst sein persönliches Anforderungsprofil an den Synthesizer klar formulieren könnte.

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      Dirk Walter

      Der Grund das mit „nur parafon“ ausschliesslich ein Behringer „Poly“ kritisiert wird liegt einfach daran das dieser eben kein Poly ist, diese Bezeichnung ist einfach falsch und irreführend und jedwede Kritik daran berechtigt – Es ist einfach kein Poly. Würde der Moog ähnlich bezeichnet oder vermarktet werden wäre die Kritik hier nicht anders.

      Bei Moog wie auch bei dem Behringer Modell gilt es gegenüber der Stimmenanzahl der Boutiques zu relativieren. Zum einen sind die Boutique-Modelle neue Versionen die im Original mehr Stimmen haben d.h.: sie haben im Vergleich zum Original das objektive Minus der geringeren Stimmenanzahl. Zum anderen (gehe ich davon aus) das eine erhöhte Anzahl der Stimmen in puncto Platzbedarf und Preis bei den DSP basierten Boutiques besser zu realisieren wäre.

      Als jemanden der die Überlegung hatte eine Grandmother anzuschaffen und nach der Ankündigung des Matriarch tendenziell sogar diesen kaufen könnte / würde ist die Verfügbarkeit ein echter Downer. Hier läuft Moog wirklich Gefahr abgehängt zu werden. Andererseits hält mich die Eskalation von Model D zu dem Poly vom Kauf der B. Geräte ab. Schliesslich ist es damit denkbar das in ca. einem Jahr ein echt-polyphoner Moog Clone auf den Markt kommt und gleichzeitig die aktuellen Modelle wie z.b. der Pro 1 in einer aufgebohrten Para-Variante auf den Markt kommen… etc.

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        Numitron  AHU

        Interessant, dass sich keiner über die modellbezeichnungen poly moog oder korg mono/poly aufregt. Sind ja auch nur paraphone synths.

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        heimannrudolf  

        Dirk Walter, alle anderen großen Anbieter machen es seit Jahrzehnten genau andersherum: Erst das Flagschiff (Yamaha DX 7, Motif, Korg Triton, Roland D50, Juno XYZ usw.) präsentieren, dann nach und nach die kleineren abgespeckten Versionen zum Kampfpreis raushauen. Das finde ich weder kundenfeundlicher noch attraktiv.

        Grundsätzlich gilt aber auch beim Synthesizer-Neukauf das Gleichnis vom Weinberg: Wenn der Kaufpreis für Dich okay war, dann war es doch ein fairer Deal. Was andere später kaufen oder bezahlen, ist nicht relevant.

        Oder anders formuliert: Gedud hilft nur beim Sparen, gekaufte Geräte helfen beim Musizieren.

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      m.steinwachs  RED

      „4-stimmig paraphon“ hatte ich als Pluspunkt aufgeführt in Hinsicht auf einen Vergleich zum Grandmother – dass der Matriarch da eben stimmlich mehr zu bieten hat. Was dann auch meine Erwartung vor dem Test war: Dass der Matriarch deutlich mehr zu bieten hat als nur ein größerer Grandmother zu sein.

  12. Profilbild
    dilux  AHU

    also ich hör da nichts, was mir über 2000,- € wert wäre…da würde mich der matrixbrute oder ein vintage analoger (mono/poly zum bleistift) deutlich mehr reizen…bin natürlich auch noch nie so wirklich auf moog abgefahren…einzige ausnahmen: prodigy, source und die festfilterbank aus der ihrem modularsystem (die mit den spulen)

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    Findus  

    Zwei magere Sterne in der Leser-Bewertung? Hände auf, wer von Euch besitzt bzw. bespielt den Matriarch (SN 662, Lieferdatum 04.10.2019). Ein Witz – wie so vieles.

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    olduser  

    Summit oder Matriarch, da liegen doch Welten dazwischen, natürlich darf ,an dem Matriarch pekuniär und klangmässig den Vortritt lassen, aber wenn man den Summit dazu kauft ist es sicher eine sinnvolle Sache;-) nur eben doppelt so teuer…

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