Test: Roland MC-707 Groovebox & Music-Workstation

4. Dezember 2019

Die Krönung der Roland MC-Serie?

Roland MC-707 Groovebox

Roland MC-707 Groovebox

Update zur Roland MC-707

Kurz nach Erscheinen dieses Testberichts hat Roland mit Version 1.20 eine neue Firmware vorgestellt. Diese erweitert die Funktionen der MC-707 um einige interessante Features. Den Update Test 1.20 findet ihr hier. Nun aber zum eigentlichen Test der MC-707:

Vorstellung der Roland MC-707 im Abbey Road Studio

Am 29. August 2019 hatte Roland in die Abbey Road Studios nach London eingeladen und präsentierte exklusiv spannende Produkte, deren Gemeinsamkeit die neue Klangerzeugung ZEN-Core ist. Neben aktualisierten Fantom-Workstations und Jupiter-Synthesizern waren auch zwei Grooveboxen mit am Start, unser Test zur MC-101 von meinem Kollegen Vincent Rohr ist hier zu lesen und aufgrund der Ähnlichkeit beider Geräte zu empfehlen. Die Unterschiede findet man nicht in der Klangerzeugung, die über 3.000 Sounds mit 128-stimmiger Polyphonie ist beiden gemein. Dafür bietet die MC-101 weniger Bedienelemente, nur vier statt acht Spuren, kein direktes Sampling, keine Einzelausgänge, kein Effekt Send/Return und dafür Batteriebetrieb im handlichen Format zum halben Preis. Die Überraschung war groß und die MC-707 hat meinen weißen Roland JD-Xi abgelöst. Doch war das eine kluge Entscheidung? Natürlich kann reine Hardware nicht so flexibel sein wie es eine computergestützte Groovebox sein könnte.

Für mich persönlich ist die Reduktion auf das Wesentliche in doppelter Hinsicht vorteilhaft. Mit Seheinschränkungen ist ein Touchscreen für mich eher mühsam, zu viele Features verwirren mich und ich verliere die Lust, mich damit zu beschäftigen. Daher finde ich es erfreulich, dass Roland diesen Schritt gewagt hat und es neben dem Analog-Trend auch digitale Alternativen gibt.

Roland MC-707 Groovebox

Roland MC-707, die Vorgeschichte

Das Prinzip dieser All-in-Ones hat mich schon immer begeistert und ich fragte mich stets, ob man nicht absichtlich das P vergessen hat. Im Jahre 1997 stellte Roland die MC-303 vor, darauf folgten MC-505 und MC-307. Mit der MC-909 wurde der vorläufige Höhepunkt markiert, 2003 waren USB und erweiterbarer Sampling-Speicher mit von der Partie. Kleiner Fun Fact am Rande, die eigentlich erste Groovebox wurde bereits 1983 als MicroComposer MC-202 vorgestellt, basierend auf der TB-303 und dem SH-101 mit 2-Spur-Sequencer und ohne Rhythmus-Sektion. Wen die Geschichte der MC-Serie interessiert, möge daher einen Blick in unsere Black Box werfen:

Ist sie eine Nachfolgerin der Roland MC-909? – Eigentlich nicht. Die MC-707 kann in Teilen weniger, siehe Sampling-Speicher, Kunststoff- statt Metallgehäuse, acht statt 16 Spuren, kein internes Netzteil, keine Digitalausgänge und ein kleineres Display, wartet dafür aber mit Rolands modernster Klangerzeugung ZEN-Core auf. Diese soll durch neue DSP-Algorithmen der ACB-Synthese überlegen sein und das will ich einfach mal glauben, denn einen direkten Vergleich habe ich nicht machen können. Somit folgt die MC-707 einerseits den Traditionen, geht andererseits aber auch moderne Wege. Während sie die Ein-Kilo-Euromarke knackt, kann man eine MC-909 schon für um 600 Euro gebraucht erstehen. Und wie klingt das Teil? Hier zwei live manipulierte Werks-Demos.

Was kann die MC-707 und was kann sie nicht?

Als All-in-One-Lösung könnte man die MC-707 am besten beschreiben, eine Mischung aus Drumcomputer mit Sequencer, Synthesizer, integrierten Effekten und Sampling-Funktion für alle Arten von tanzbarer Musik, über MIDI auch als Steuerzentrale nutz- oder synchronisierbar. Im Prinzip ist die MC-707 ein umfassendes Performance-Tool, das gleichermaßen live und zur Produktion eingesetzt werden kann. Es lassen sich mit ihr auch melodische Pattern bauen, jedoch gibt es zur Music-Workstation à la Fantom neben der fehlenden Tastatur auch im Workflow Unterschiede. Die MC-707 ist kein Backing-Expander und daher weniger etwas für Live-Keyboarder, sie fühlt sich gleichermaßen im Studio oder auf der DJ-Kanzel wohl und könnte notfalls als reine Preset-Schleuder oder Rhythmusmaschine herhalten. Selbst als vollwertiger Digitalsynthesizer kann sie taugen, eben die eierlegende Wollmilchsau.

Verabschieden muss man sich hingegen vom Pattern- und Song-Gedanken, waren vorher noch inspirierende Vorlagen mannigfaltig im Speicher, gibt es das nicht mehr. Projekte enthalten alle Daten und müssen neu geladen werden, ohne die Demo-Projekte würde gähnende Leere vorherrschen. Demnach ist es mit der MC-707 nicht möglich, automatisierte Songs ablaufen zu lassen, das war früher für Orgelspieler eine wichtige Funktion bei Drumcomputern. Dafür lassen sich bis zu 128 Takte je Spur eingeben und dies sogar unabhängig, so dass sich die MC-707 etwas an den Circuit und NI Maschine anlehnt. Wer dennoch Pattern bevorzugt, muss diese dann eben als Clips ablegen – aber für jede Spur einzeln. Alles was passiert, spielt sich daher live ab, wie in den obigen Demos zu hören.

Roland MC-707 Groovebox

Alles funkelt wie ein Weihnachtsbaum.

Mit von der Partie sind wie üblich die alten Roland-Klassiker, sämtliche Drum-Maschinen von CR-78 über TR-707, TR-727 und TR-808 bis TR-909, Synthesizer von Juno 106 über Jupiter-8 und sogar Sounds des D-50 wurden als Samples integriert. Man mag dem durchaus kritisch gegenüberstehen, so bewirbt Roland schließlich auch in den anderen Neuheiten die Reinkarnation alter Klassiker, aber schließlich weiß der geneigte Käufer, auf was er sich einlässt. Darüber hinaus lässt sich unter den über 3.000 Sounds genug modernes Futter finden, vieles kenne ich allerdings schon aus dem JD-Xi. So etwas kann man übrigens in fünf bis 15 Minuten zaubern.

Ein Rundblick auf die Roland MC-707

Als Henkelmann kommt die Verpackung zu mir, nur mit MC-707, passendem Steckernetzteil und Anleitung befüllt. Kein USB-Kabel, was aufgrund der Nutzbarkeit als Audio-Interface sinnvoll wäre. Die Ähnlichkeit zur TR-8S ist offensichtlich und nicht nur am Netzteil und Bedienfeld erkennbar. Die MC-707 ist genauso wertig verarbeitet und mit 2,1 kg ebenso schwer. Das Chassis besteht aus solidem Kunststoff und verjüngt sich unten im vorderen Teil, was das Anheben erleichtert, und hat eine metallene Deckplatte. Die Drehregler haben allerdings geringen Spiel und scheinen nicht mit dem Gehäuse verschraubt zu sein, Fader, Regler und sämtliche Tasten bis auf den Start-Button sind aus zum Teil transparentem Gummi gefertigt und allesamt beleuchtet. Die Abmessungen betragen 42,6 cm Breite, 26,3 cm Tiefe und 6 cm Höhe – die TR-8S ist nur 40,9 cm breit und gleich schwer. Die optionale Tasche CB-BTRMX dürfte für die MC-707 daher zu schmal sein, Innenmaße ließen sich leider nicht ermitteln.

Roland MC-707 Groovebox

Anschlüsse der MC-707

Betrachten wir zunächst die Rückseite und das sich über fast die gesamte Breite erstreckende Anschlussfeld. Von Vorne aus gesehen beginnt es links mit Kensington- und Kopfhörerbuchse als große Klinke, den Main-Ausgängen, zwei zuweisbaren Outputs und Stereobuchsen für Send und Return, um externe Effekte in den Signalweg einzuschleifen. Daneben befindet sich der Umschalter, um das Eingangssignal von Line- auf Mikrofonpegel zu wechseln sowie die zugehörigen Klinkeneingänge, die alle bis auf die Kopfhörerbuchse symmetrisch ausgeführt sind. Die SD-Karte mit 8 GB Speicher ist eingelegt und befindet sich hinter der mit zwei Schrauben gesicherten Abdeckung, danach folgen drei MIDI-Buchsen als In, Out 1 und 2, wobei MIDI-Out 2 auch als Thru genutzt werden kann. USB-B-Buchse, Netzschalter und Netzteilanschluss mit daneben liegender Kabelsicherung schließen die Rückseite ab. Das Netzteil hat einen Winkelstecker und die Nähe zur Kabelsicherung ist etwas eng, das Handbuch zeigt aber, wie es geht. Den Schalter und die Kopfhörerbuchse auf die Rückseite zu platzieren war vielleicht nicht die beste Idee, bei angeschlossenem Netzteil und USB-Kabel kann das Einschalten fummelig sein. Dieser Schalter arbeitet softwareseitig, so dass man ihn gut und gerne auch auf der Oberseite hätte platzieren können.

Roland MC-707 Rückseite

Roland MC-707 Rückseite

USB und SD

Über USB lässt sich die MC-707 als Audio-/MIDI-Gerät nutzen, die SD-Karte scheint offenbar nicht ohne Weiteres erreichbar zu sein. Dies gelang beim JD-Xi durch Drücken und Halten einer Taste beim Einschalten, das Handbuch der MC-707 war diesbezüglich nicht auskunftsfreudig. Neben dem Stereo-Mix, dessen Pegel von der Hauptlautstärke abhängt, gibt es Einzelspuren für die DAW, auch für den Effektweg und intern lässt sich auch über den USB-Port samplen. Die zugehörigen Treiber für Windows 10 werden automatisch installiert, für ältere Windows-Versionen und für macOS muss man diese bei Roland laden. Die maximale Abtastrate liegt bei 44,1 kHz und 24 Bit, mehr geht nicht. Im Setup-Menü lässt sich einstellen, ob die Einzelspuren vor oder nach dem Effektweg an die DAW übergeben werden sollen. Zwei MIDI-Out-Buchsen sind sehr sinnvoll, allerdings sucht man CV-/Gate-Anschlüsse vergebens. Via USB ist auch der Betrieb am Roland MX-1 möglich, die MC-707 lässt sich mit diesem synchronisieren.

Roland MC-707 Groovebox

Mixer und Drumpads

Die Oberseite wird mittig von der Mixer-Sektion dominiert, acht mehrfarbig leuchtende Fader mit geringem Regelwiderstand und 45 mm Weg, sowie je Kanal drei darüber liegende Drehregler mit Endanschlag, beides haptisch gut zu greifen. Die Drehregler sind zwar mit Filter, Mod und FX beschriftet, die Belegung lässt sich mit der Assign-Taste schnell zuweisen. Oben finden sich je vier LEDs, die den jeweiligen Takt der Spur anzeigen. Unter den Fadern befinden sich die Tasten zum Aktivieren des zugehörigen Kanals. Direkt darunter ist die Lauflicht-Leiste mit 16 mehrfarbigen Step-Tastern zur schnellen Programmierung verortet, das kennt man von vielen TR-Maschinen. Hält man eine der Steps gedrückt, können Zwischenschritte editiert werden, beispielsweise Flams. Ganz vorne befinden sich wie üblich die anschlagsempfindlichen Pads mit RGB-Beleuchtung. Sie sind gefühlt ein Viertel so groß als bei der MPC, haben einen harten Anschlag und sind mit Symbolen für die Klaviatur bedruckt. Das Spielgefühl ist für meine Begriffe sehr gut und nuanciert, die Anschlagskurve lässt sich auf Wunsch verändern. Für tonale Eingaben werden nur die 25 Notentaster beleuchtet, die obere linke und rechte Taste dient zur Oktavierung und zeigt den Wert entsprechend farblich an. Beide gleichzeitig gedrückt bringen die Oktave wieder in Nullstellung.

Roland MC-707 Groovebox

Im linken Teil gibt es starke Ähnlichkeit zur TR-8S, oben geht es mit zwei Volume-Reglern los, jeweils für Kopfhörer und Main-Out. Leider hat man die Drehregler entgegen der Anschlüsse ausgerichtet, die Kopfhörerlautstärke ist somit rechts platziert. Von den darunter liegenden Tasten ist die linke Shift und aktiviert die Doppelfunktion, Clear zum Löschen von Eingaben befindet sich rechts daneben. Darunter sind drei größere Tasten für Project zum Laden oder Sichern, zur Quantisierung und optisch abgesetzt die Rec-Taste. Mit den zwei Tasten darunter lassen sich Motion-Sequences (Reglerbewegungen) aufzeichnen. Die vier Szenen-Tasten und die Transportsektion mit Measure zum Auswählen des Takts und Play/Pause schließen unten ab. Das erinnert etwas an einen DJ-Turntable, Shift und Play setzt alle Spuren auf Takt 1 zurück – gut für das Beatmatching.

Roland MC-707 Groovebox

Effektsektion und OLED-Display

Im rechten Teil beginnt es mit der Effektsektion, vier Taster und zwei Drehregler zur Einstellung der Master-Effekte einschließlich Filter, 5-Band-EQ mit drei parametrischen Mittenbändern und Kompressor. Darunter ist das LC-Display mit einer Auflösung von 250 x 80 Pixeln eingebaut. Das ist vergleichsweise wenig und normalsichtige Menschen werden sich fragen, warum der Platz oberhalb nicht ausgenutzt wurde. Für mich als sehbehinderter Anwender ist das allerdings ein Vorteil, so passt die gesamte Anzeige in die Lupe und erleichtert es mir, wichtige Funktionen abzulesen. Allerdings ist die Schrift dafür in Teilen schon recht klein und der vertikale Blickwinkel etwas eng bemessen, man hätte es etwas anschrägen oder auf OLED setzen sollen. Für die Dateneingabe stehen vier rastende und drückbare Endlosdrehregler C1 bis C4 zur Verfügung, sowie Pfeiltasten und ein Data-Rad, das ebenfalls gerastert ist. Acht Funktionstasten zum Auswählen von Sounds und Zuweisung des großen Drehreglers für Tempo oder Lautstärke des externen Eingangs befinden sich dazwischen. Mit Shift gedrückt werden die jeweiligen Funktionsmenüs aufgerufen, beispielsweise zur Soundprogrammierung. Unten rechts in der Gruppe sorgen Exit und Enter dafür, dass man auch mit den Pfeiltasten und Data-Rad Eingaben machen kann, das gelingt alternativ auch mit den vier Drehreglern.

Roland MC-707 Groovebox

Die fünf Tasten in der unteren Reihe dienen zur Wahl des Pad-Modus: Mute, Clip, Note, Chord und Scatter. Hier lassen sich die typischen DJ-Effekte abrufen, beispielsweise Backspin oder Stutter. Im Mute-Modus werden Pads in der unteren Reihe spontan stummgeschaltet, in der oberen Reihe wird der jeweilige Clip pro Track zum Taktende angehalten. Shift und Mute aktiviert den Cue-Modus, dann können die Clips auf dem Kopfhörerausgang vorgehört werden.

Im Ergebnis hat man auf dem dezent leuchtenden Panel alles im Griff und vor Allem vieles im Direktzugriff. Optisch dominierend neben den Pads und Display ist auch das Data-Rad, dessen Umrandung in blauem Licht erstrahlt. Ob und wie stark die Intensität der Beleuchtung ist, lässt sich auch in den Einstellungen verändern, jedem Kanal kann zur besseren Orientierung eine Farbe zugewiesen werden. Die deutsche Kurzanleitung geht zwar nicht in die Tiefe, bringt einem den logischen Aufbau jedoch sehr nahe. Das Referenzhandbuch ist aktuell nicht in Deutsch erhältlich.

Systematik und Aufbau der MC-707

Zunächst sei angemerkt, dass auf meinem Exemplar zum Testzeitpunkt Version 1.02 installiert ist. Es ist daher gut möglich, dass Roland im Laufe der Zeit noch einige Änderungen vornehmen wird, vielleicht auch mehr Automationen oder einen Song-Modus. Hierarchisch hat die MC-707 eine feste Struktur und unterscheidet sich wie erwähnt vom bekannten Song-Pattern-Prinzip. Während man früher bei der TR- und wohl auch bei der MC-Serie zwischen Patterns wählen konnte, ist die oberste Ebene nun ein Project. Es enthält alle Songdaten, Samples, Scenes und die individuellen Einstellungen wie Tempo und Beleuchtung. Standardmäßig wird nach dem Einschalten das zuletzt im Speicher befindliche Project geladen, wer das Speichern vergisst, wird quasi brutal nach dem Ausschalten daran erinnert. Im Menü kann alternativ auf ein leeres Project nach dem Einschalten erzeugt werden, dabei sind die ersten beiden Spuren stets als Drum und Tone belegt. Gewünscht hätte ich mir einen Auto-Save-Mode, der den letzten Zustand nach dem Ausschalten speichert.

Die nächste Ebene sind Scenes, die in Echtzeit aufgerufen werden und im Prinzip eine Anordnung von Clips sind. Vier Tasten stehen dafür bereit, mit Shift gedrückt gibt es insgesamt acht davon, langes Drücken speichert eine Anordnung von Clips als Scene, je 16 Clips pro Track bilden mit insgesamt 128 Clips eine Matrix. Dabei kann man wählen, ob alle Clips je Track denselben oder unterschiedliche Sounds oder Looper enthalten sollen.

Roland MC-707 Clip-Ansicht

Roland MC-707 Clip-Ansicht

Das kennen Nutzer von Ableton Live und schaut man sich die 16 Tasten an, wirkt das etwas gedrungen. Da sind aber noch die 16 Step-Tasten, mit denen man schnell eine Ebene wechseln kann. Das gelingt auch mit den Pfeiltasten, das Display gibt Auskunft über die jeweiligen Clips. Der Launch erfolgt immer am nächsten Taktanfang, dabei kann jeder Clip bzw. Spur im Takt frei laufen. Bei der NI Maschine und MPC ist dies ähnlich, so dass Clips auch versetzt ablaufen und somit mehr Dynamik ins Projekt bringen können. Wechselt man eine Scene, erfolgt dies auch zum nächsten Taktanfang und man muss etwas aufpassen, dass man nicht zu früh drückt. Songs lassen sich auf diese Weise frei aufbauen, für Übergänge müsste man eigene Clips programmieren. Aufgrund der fehlenden Song-Struktur lässt sich mit der MC-707 allerdings nur live performen oder man muss das Werk dann mit einem Rekorder aufzeichnen oder in der DAW fertigstellen.

Die optionalen Motion Sequences werden über die zugehörigen Taster aufgezeichnet und abgerufen. Kleine Besonderheit, die ablaufenden Reglerbewegungen können unabhängig vom Track aktiviert und deaktiviert werden, mit Shift lässt sich eine Aufzeichnung auch löschen. Allerdings bezieht sich die Motion Sequence nur auf den Regler und nicht die Funktion. Ändert man die Zuweisung, verändert sich entsprechend auch das Ergebnis. Je Track können eigene Effekte zugeteilt werden, ein Multiband-Kompressor, EQ und natürlich auch das Panorama lässt sich anpassen.

Sounds und Samples

Roland MC-707 Sound-Display

Roland MC-707 Sound-Display

Die unterste Ebene ist der jeweilige Track, der drei Betriebsmodi einnehmen kann. Drum Track, Tone und Looper lassen sich wählen, wobei mit Ausnahme von Synth je 16 Sounds oder Clips auf eine Spur gelegt werden können. Dabei ist es auch möglich, Sounds aus anderen Projekten zu übernehmen und aus den Drum-Kits frei zu kombinieren. Schön ist, dass die Sounds der meisten Kits gleich belegt sind, so dass man nach der Programmierung eines Drum-Tracks durch die Kits blättern und Änderungen vornehmen kann. Weniger schön ist, dass zwar WAV-Dateien erkannt werden, aber keine Multi-Samples. Auch müssen sich diese im entsprechenden Samples-Ordner befinden, was eine Organisation wie bei NI oder Akai unmöglich macht. Deshalb habe ich direkt von einer größeren SD-Karte Abstand genommen, weil man eine kopierte Library eh nicht vernünftig verwalten könnte.

Roland MC-707 Groovebox

Die Sortierung der Sounds ist dafür schön gelöst, so lassen sie sich wahlweise komplett alphabetisch, nach Programmspeicher oder Kategorie auswählen. Sortiert sind sie in Bänken im Format A-001, mit Shift und Drehen an C4 geht das Blättern auch ziemlich schnell vonstatten. Natürlich wiederholt sich einiges oder klingt ähnlich, so dass der integrierte Vorrat an Samples mehrfach zum Tragen kommt. Die Kits und Sounds lassen sich direkt beim Drehen vorhören und müssen explizit durch Drücken von Enter oder C4 bestätigt werden. Vergisst man das, bleibt der vorige Sound oder das Kit bestehen. Hören wir uns doch einmal durch die Sounds.

Ist die Roland MC-707 auch ein Sampler?

Als Sampler-Ersatz kann die MC-707 daher nur eingeschränkt dienen. Wer wie ich wenig mit eigenen Sounds arbeitet, kommt damit zurecht. Allerdings ist der Speicher für heutige Verhältnisse und erst recht mit einem Seitenblick auf die Akai Force doch ziemlich begrenzt. Gerne hätte ich meine Library an Drum-Sounds in die MC-707 kopiert, aber alle Files in einem Ordner ist auch nicht wirklich ein Spaß. Warum man nicht wenigstens einen Modus hat, dass man meinetwegen 16 Sounds nummeriert in Unterordnern vorhalten kann, die man in einem Rutsch als Kit lädt, verstehe ich nicht. Da wäre sicherlich mit wenig Programmieraufwand einiges drin gewesen und wer mit Samples arbeitet, wird zu Recht nicht alternativlos auf die MC-707 schauen. In diesem Beispiel hört man die Artefakte beim Time Stretching, die allerdings erst bei großen Tempounterschieden hörbar sind.

Roland MC-707 Sound-Programmierung

Roland MC-707 Sound-Programmierung

Umfangreicher Synthesizer integriert

Mit den Synthesefähigkeiten sieht das jedoch anders aus, denn eine Stärke der MC-707 ist der vielfältig programmierbare Synthesizer. Dabei stehen die PCM-Basis-Samples und typischen Wellenformen Sinus, Pulsmodulation, Rechteck und Sägezahn ebenso zur Verfügung, wie auch die Roland-typische Super SAW. Vier VCOs lassen sich mischen und subtraktiv bearbeiten. Die Parameter alle zu erfassen würde Wochen dauern, denn man verliert sich regelrecht in den Menütiefen. Im Gegensatz zum JD-Xi allerdings, der mit seinem zweizeiligen Display etwas beschränkt ist, wird die Handhabung durch das Grafikdisplay und Drehregler deutlich erleichtert. Mit einer externen Tastatur wird auch Aftertouch über Midi ausgewertet, was einigen Sounds positiv entgegen kommt und sich melodische Parts auf diese Weise deutlich einfacher erstellen lassen. Zum Schluss noch ein kleiner Querschnitt durch die Drum Kits.

Roland MC-707 Groovebox

Die Schwächen der MC-707

Manches finde ich persönlich etwas unglücklich gelöst. Dazu gehört das erwähnte initiale Ausschalten, das zum Verlust aller Änderungen führt. Will man live etwas performen, wirkt das Umschalten zwischen den Ebenen etwas hektisch. Muten und Clips launchen kann mehrere Tastendrücke erfordern, wenn man auf die Clip-Ansicht wechselt und schnell noch die Ebene umschalten muss. Daher sollte man sich im Vorfeld mit Knob-Assign und Effektparametern befassen, die man bei seiner Darbietung benötigt. Ein Projekt automatisieren zu können, beispielsweise ein Master-Track zum partiellen Akkordwechsel, wäre wünschenswert und für mich ist es unverständlich, warum Roland darauf verzichtet hat. Zwischen zwei Projekten muss man etwas Zeit einplanen, auch werden diese nur in einer Liste dargestellt. Für jeden Track muss man schlichtweg ein anderes Projekt laden und darauf achten, dass man versehentliche Änderungen nicht abspeichert. Der SD-Kartenzugriff vom Computer aus wäre nützlich und sei es über einen speziell dafür vorgesehenen Modus. Alternativ muss man die Kartensicherung weglassen, ständiges An- und Abschrauben wird irgendwann zum Problem.

So folgt die MC-707 und somit auch die MC-101 nicht dem klassischen Konzept und orientiert sich neu. Das sehe ich nicht als Nachteil, dennoch sollte man dies berücksichtigen und überlegen, ob die eigene Arbeitsweise zum Gerät passt. Offene Architekturen, wie die NI Maschine, Akai MPC Studio oder Force, haben es in diesem Punkt einfacher, denn sie sind wandlungsfähiger. Eine Hardware mit dedizierten Bedienelementen ist zunächst so, wie sie ist. Allerdings habe ich beim JD-Xi Rolands Bemühungen erfahren und man darf gespannt sein, ob man bei der MC-707 auch noch einiges nacharbeitet. So jedenfalls bereue ich den Umstieg vom JD-Xi schon mal nicht, zumal ich viele der Sounds wieder bekommen habe.

Die Roland MC-707 on YouTube

Update 2.0 der Roland MC-707

Kurz nach Redaktionsschluss erreichte uns die News, dass soeben eine Version 2.0 Software für die Roland MC-707 ausgeliefert wurde. Diese enthält:

• Sampling Function Added
• Chord Designer Function Added
• Scale Performance Function Added
• Sample Browser Function Added
• Clip Line Load Function Added
• Looper Track Functions Added
• MIDI Input/Output Functions Added
• Pad Sensitivity Adjustment Function Added
• Metronome Sound Output Destination Selection Function Added
• Added Shortcuts
• Quantize Timing Adjustment Function Added

Mehr Infos zum Up-Date hier.

Fazit

Die Roland MC-707 ist eine Groovebox, die alte Zöpfe abschneidet. Keine Patterns und Songs mehr, dafür Clips, Scenes und Projekte. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, vermag jeder für sich entscheiden. Wer aber das bewährte Groovebox-Konzept erwartet, wird sich umstellen müssen. Haptik, Optik, Bedienung und Synthesizer-Funktionen, alles passt. Der Sampler ist wie bei den Vorgängern und erst recht im Vergleich zu offenen Systemen etwas eingeschränkt. Wen das nicht stört, bekommt ein All-in-One-Gerät mit aktuellen und traditionellen Sounds, mit dem viel machbar ist.

Plus

  • guter Sound
  • solide Verarbeitung
  • übersichtliche Handhabung
  • flexible PC-Integration

Minus

  • offenbar kein SD-Zugriff über USB
  • geändertes Konzept ohne Songspeicher
  • als Sampler eingeschränkt nutzbar

Preis

  • 944,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Atarkid  AHU

    Wieder ein toller Testbericht von Dir! Vielleicht ist es ja den Kompressionsverfahren geschuldet, aber weder auf YouTube, noch die Soundbeispiele hier locken mich. Irgendwie undynamisch und künstlich. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein?
    Für eine Steuerzentrale ist mir die 707 zu unflexibel, zu unhandlich. Du hast es ja selbst angesprochen, diverse Schwächen im Konzept. Es hat von allem ein bißchen, aber irgenwie nichts richtig. Als Notizbuch für musikalische Ideen ist die kleine Variante besser, weil mobil. Natürlich blendet die Funktionsvielfalt, eine Eigenart der Grooveboxen, allerdings geht es in dem meisten Bereichen nicht weit genug. Sampler? Nein, Speicher für Samples? Zu klein. Synthesizer? Hm, naja, kein Spaß Sounds selbst zu kreiern, weil viel Menübedienung erforderlich. Tastenkombis, grauenhafte Sampleverwaltung, Umgang mit den Sequenzen usw… Wer mag denn mit sowas Musik machen?? Vielleicht hätte sich Roland mehr an ihrem neuen Workstation-Flagschiff orientieren sollen…
    P.S. Ich wollte nicht ungenügend bewerten, hab mich verklickt. Ändern kann man das nicht mehr, oder?

    • Profilbild
      Stephan Merk  RED

      Moin und Danke erstmal, habe Deine Frage wegen der Bewertung mal an die Redaktion gegeben. Ich kann Dir in vielen Punkten zustimmen, wobei ich klanglich jetzt nicht so viel auszusetzen habe. Das Ding komprimiert natürlich, das ist, auch wenn ich das auch nicht mag, der Puls der Zeit. Wer sich Musik damit zusammen klicken will, bekommt zumindest was raus, das quasi sendefähig ist. Das Problem bei All-in-One ist ja immer, dass die Dinger alles können, aber nichts richtig, Kompromisse liegen da irgendwo in der Natur. Wenn ich mich selbst aber als Anwendungsbeispiel nehme, ist das, was die Kiste kann, nicht weniger, als ich brauche. Der JD-Xi war mir vergleichsweise viel zu eingeschränkt, noch dusseliger in der Bedienung und aufgrund der fehlenden Master-Effekte noch flacher im Grundsound. Wenn ich beispielsweise für einen Podcast mal schnell eine thematische Übergangsmusik zaubern muss, ist die MC-707 absolut dafür ausreichend. Das würde ich niemals mit Software oder einer Workstation so schnell hinkriegen. Vielleicht muss man auch etwas anders denken, vermutlich ist die MC-707 im Gegensatz zur Fantom-Serie eben nicht für reine Musikschaffende gedacht. Das Konzept sieht entsprechend ja auch so aus und ich kann Deiner Kritik auch absolut nicht widersprechen. Trotzdem, die MC-101 wäre mir zu fummelig und auch zu klein, irgendwie auch etwas zu teuer.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo ATR,

      ich hadere auch etwas mit der MC-707, im Moment kann ich die MC-909 noch nicht in Rente schicken. Weil einige Sachen an der MC-707 anders oder unkomfortabler gelöst sind. So richtig entfaltet sie ihr Potential mit der iOS App, was ich persönlich für den falschen Weg halte. Alleine der fehlende Songmodus ist dumm, jetzt stelle ich wieder einen HW Sequencer ab der dies kann. Klanglich gibts nichts zu meckern. Aber die Bedienung. Das Roland sowas kann zeigen sie mit dem Jupiter XM. damit kann man kann man zwar auch nur Scenes switchen, hat aber die volle Kontrolle auf der ersten Ebene. Somit kann recht flott mit einer Hand eine Scene laden und mit der anderen einen Übergang spielen.

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        Stephan Merk  RED

        Was mich eigentlich beim Jupiter-XM stört, ist das ständige „und mehr“ in den Daten. Er kann was, aber was wird er können? Prinzipiell glaube ich abgesehen vom Bedienkonzept nicht, dass der in irgendeiner Weise etwas anders kann, als die MC-707. Im Gegenteil, vernachlässigt man mal das Gehäuse und die Bedienung, dürfte er von den Sounds im Ergebnis zwar mehr Synthesizer sein, aber reduziert auf die Klassiker, was Roland auch immer mit „und mehr“ meint. D-50 wird er beispielsweise wohl nicht können, dummerweise habe ich zu lange überlegt und nun gibt’s keine D-05 mehr.

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          TobyB  RED

          Ich noch mal Stephan, Roland verfolgte ja immer schon zwei Konzepte hier die Groovebox, dort die Kiste mit Tasten untendran. Das der XM mit 4 Synth Modellen daher kommt, ist wohl die Strategie die man mit S8 einführte. Da müsste man mal die Gemeinde fragen, wie sie das annimmt. Das dir der D05 abgeht kann ich verstehen ;-) Ich hab beide D50 und D05.

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    Tascany

    Mmmh, ich weis nicht so recht. Es ist wieder eines dieser Geräte die man sich kauft und 2-3 Monate Spass daran hat, aber danach geht der Spassfaktor rapide nach unten und man macht wieder vermehrt am Rechner, da man sich dort Musikmäsig viel mehr entfalten kann. Vielleicht verwendet man es im Studio noch als Presetschleuder, aber mehr nicht.
    Ist zumindest bei mir immer so der Fall gewesen, darum kauf ich mir mittlerweile sowas auch nicht mehr.

    Und mal ne Frage an die Live-Menschen: Verwendet man sowas tatsächlich im Liveeinsatz oder wird es nur als Livetauglich deklariert, aber verwenden tut es dann eh kein Mensch?

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      Stephan Merk  RED

      Für Live spricht die Redundanz, wobei mich diese Frage auch interessiert. Was Du aber zum Rechner schreibst, so unterschiedlich sind die Ansichten. Bei mir ist das umgekehrt, was habe ich schon für Geld in Software versenkt, sinnlose Zeit mit Aktivierungs-Zirkus verschwendet, manche Programme nach Updates nicht mehr bedienen können, weil sie plötzlich nicht mehr zugänglich waren oder die gut gemeinten Anpassungen nicht mehr zum Workflow passten. Die MPC Renaissance als Beispiel habe ich verkauft, weil mir das alles too much war, hier und da neue Tastenkombinationen, Veränderungen, Abstürze und genau diese endlosen Möglichkeiten haben mich überfordert, das ist Psychologie: Stelle ein Kind in ein Spielzimmer mit 50.000 Spielsachen, ihm wird garantiert nach wenigen Tagen langweilig werden. Bei der MC-707 weiß ich, die wird nach Jahren noch so funktionieren wie heute und ich kann sie mehr und mehr kennen lernen. Ich muss mich nicht mit Mausschupserei abmühen, kann Bedienschritte auswendig lernen und weiß, wo ich was finde. Kontrastprogramm Nektar Panorama P1, von dem hätte ich mir das alles auch gewünscht, aber unter Reaper habe ich kaum das gefunden, was ich gesucht habe. Tascam DP-32 SD, alles zu finden, wo ich es suche.

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        lightman  AHU

        Du hast viele Punkte angeführt, die ich aus eigener Erfahrung voll unterschreiben kann. Vielfalt ist nicht immer gut, manchmal führt sie zu Überforderung. Das Beispiel mit dem Kinderzimmer funktioniert auch mit dem überbestücktem Musikzimmer oder der DAW mit einer Million Möglichkeiten und noch mehr Millionen Sounds, da endet man dann nicht selten mit den paar wenigen Sachen, die man kennt und mag, weil man sich schlichtweg nicht entscheiden kann.

        Das neue Konzept der MC-707 finde ich nicht verkehrt, man muß sich halt einarbeiten, aber das ist bei allen komplexen Systemen so. Ich persönlich bin mit Grooveboxen durch, sehe aber durchaus ihren Nutzwert, und der scheint mir bei der MC-707 recht hoch zu sein, wenn man bedenkt, was sie alles mitbringt. Sobald man genügend Erfahrung gesammelt hat, erreicht man wie du schon angedeutet hast den Status, alles ohne langes Nachdenken machen zu können und das Gerät voll zu beherrschen. Das ist meiner Meinung nach viel wichtiger als ein(e) vollgepackte(s) Studio oder DAW, da man dann seine Musik viel direkter und organischer umsetzen kann.

        Ich werde die MC-707 auf alle Fälle mal ausprobieren, vielleicht springt der Funke ja über.

        • Profilbild
          Tascany

          Da geb ich euch natürlich vollkommen recht. das man am Rechner wahrlich erschlagen wird an Möglichkeiten, mittlerweile viel zu viel, aber was wir da zuviel haben, haben solche Geräte wie die 707er einfach zu wenig. Da fehlen mir grundlegende Dinge, damit ich damit für meine Ansprüche von produzieren sprechen könnte.
          Klar, will ich nur mal schnell „just for fun“ nen Beat basteln, dann geht das natürlich mit so einem Gerät, aber mehr sehe ich da ehrlichgesagt nicht. Und das langweilt mich dann einfach schnell.

          • Profilbild
            lightman  AHU

            Jau, es gibt einerseits persönliche Ansprüche und andererseits Sachzwänge durch bestimmte Musikstile, die man mit Grooveboxen oder anderen Hardwaresystemen nicht so einfach hinkriegt. Andere Stilrichtungen sind da schon geeigneter, vor allem repetitive oder minimalistische Sachen, kleine Einspieler, Jingles, etc., das nützt der Musik, weil man sich auf geschlossenen Hardwaresystemen weniger schnell verzettelt, als mit funktionsgeladener Software.

            Am Ende ist das wie immer Geschmacksache und eine Frage der Gewohnheit, ich arbeite lieber mit Hardware (wobei mein Sequenzer auch Software ist, allerdings auf einem Atari ST), andere schwören auf Cubase, Ableton & Co., da hat jeder sein Ding. Schlußendlich ist wichtig, was hinten rauskommt, dem Hörer ist es hinterher ziemlich schnurz, wenn der Track paßt.

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              Stephan Merk  RED

              Ich würde philosophisch anders denken: Für Musiktheoretiker, die ihre Ideen im Kopf erschaffen und Werkzeuge suchen, das Gedankenkonstrukt hörbar zu machen, ist eine MC-707 das vermutlich falsche Werkzeug. Sicher kann man auch den Anspruch an persönliche Minimalanforderungen haben, die das Gerät nicht erfüllt. Was ist aber beispielsweise mit mir? – Ich setze mich auch ans Pa1000 und habe eine Melodie im Kopf oder will irgendwas realisieren. Wollte ich mit der MPC Renaissance machen, habe aber wegen der Bedienbarrieren nach hartem Durchbeißen immer kürzere Zeit damit verbracht, weil die Überforderung linear einher mit der Lustlosigkeit ging. Die MC-707 habe ich ausgepackt, erinnerte mich an die TR-505 und JD-Xi, habe ein neues Projekt geladen und innerhalb von fünf Minuten einige Spuren eingeklopft. Das kann ich mit der Maus überhaupt nicht und die Geduld dafür will ich auch nicht mehr aufbringen. Fahre ich in den Urlaub, nehme ich ein Rucksack, pack das Ding ein und brauche nur eine Steckdose, weil ich selbst das MacBook Air nicht mitnehmen muss. Klar lässt sich mit dem Teil keine Filmmusik komponieren, aber ein Cellist kauft sich schließlich auch keine Posaune, nur weil er sein Cello vergessen hat. Entscheiden konnte ich mich kurzfristig nicht zwischen Jupiter-XM und MC-707, sind ja intern alle gleich, übrigens auch der Fantom.

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    Emmbot  AHU

    Danke für den schönen und auch kritischen Testbericht.

    Ich suche noch die 25 Notentaster. Da war bestimmt die 16 Pads gemeint.

    Das mit den weggefallenen Songmodus finde ich bei so einem Gerät jetzt nicht so dramatisch. Da werden doch eh mehr Pattern laufen und live editiert.

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      Stephan Merk  RED

      Ich meinte natürlich die Beschriftungen auf den Pads. Wobei, im Tone Track leuchten dann auch nur diese Tasten auf und das sieht entsprechend dann schon so aus.

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    TobyB  RED

    Sehr gut Stephan, deckt sich mit meinem Eindruck und den ersten Versuchen mit der MC707. Noch ein Nachtrag, Roland hat mit der MC 707 die iOS App ZEN Beats eingeführt. Hier gibts neben dem Songmodus, allerdings ohne Playlist noch eine Reihe anderer IAPs. Zen Beats geht allerdings schon fast den Weg einer DAW nur eben perfekt auf Roland Produkte abgestimmt. Dennoch würde ich es bevorzugen Roland nimmt sich der Baustellen auf dem Gerät an. Stellt sich ja keiner auf die Bühne und haut ans Publikum raus, ich muss erstmal den nächsten Song laden. ;-)

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      Stephan Merk  RED

      Danke, das scheint aber nachgeliefert worden zu sein, auf der Produktseite und im Handbuch stand dazu nichts. Ist die Frage, ob die App bedienbar ist und das iPhone muss bestimmt an den USB-Port. Aber immerhin geht jetzt wohl die Ordnernavigation, dann haue ich meine ganzen Drum-Samples von kb6.de wohl doch mal auf die Kiste.

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        TobyB  RED

        Hallo Stephan,

        du warst vermutlich noch mit V1.02 am Start. FW Version ist derzeit 1.20. Zen Beats füriPhone/iPad setzt iOS 13 voraus und du kannst ja mit einem Lighting USB CCK verbinden. Da ich grade nicht daheim bin, kann ich zu den Neuerungen nicht viel sagen. Es wurden aber Sample Browser Function Added, Clip Line Load Function Added, Looper Track Functions Added. Was ich jetzt gerne noch hätte, wäre der on the fly Modus vom Pioneer Toraiz SQIUD Sequenzer, womit ich ein MIDI File einfach auf das Gerät ziehe und dann bin ist schon fast fertig mit der Arbeit. Genause eine Performance vom Gerät holen und dann weiterbearbeiten.

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          Stephan Merk  RED

          Genau, die 1.20 kam ja erst jetzt und ist inzwischen bei mir auch drauf. Testhalber habe ich übrigens mal eine SD-Karte mit 128 GB eingesteckt, wird nicht erkannt, beim Formatieren heißt es „No SD-Card“. Geht eigentlich in der Preisklasse gar nicht.

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            TobyB  RED

            Hallo Stephan,

            im Manual und der Spec steht ja nur SD und SDHC aber nix von Gigabyte oder Gigabit :-D mach einen Negativ-Test. So hab ich bei der GAIA auch den passenden USB Stick gefunden. Ebenso steht ja auch nicht das Dateisystem. FAT32 wäre jetzt echt ein Hammer ;-)

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              Stephan Merk  RED

              Es gibt da schon eine Definition, SD SecureDigital-= Speicherkarten mit 3,3 Volt und FAT16/FAT32-System bis 2 GB, gibt es vereinzelt aber auch mit 4 GB und ist zu MMC kompatibel. SDHC mit 5 Volt Spannung und FAT32-Dateisystem bis 32 GB und SDXC mit über 32 GB bis zur Speichergrenze von ExFAT. Weil bei SDXC Microsoft mitverdient und hier das ExFAT-Dateisystem (wahlweise NTFS) möglich ist, erhalten nur die Geräte ein SDXC-Logo, die dafür auch bezahlen. Bei SD-Karten wird eigentlich beim Formatieren das Dateisystem vorgegeben, allerdings lässt sich das mit Drittprogrammen wie h2format überschreiben. Auf diese Weise war es mir vor Jahren möglich, in älteren Symbian-Smartphones MicroSD-Karten mit 128 GB Speicher zum Laufen zu kriegen. Allerdings müssen die Geräte natürlich auch die Daten komplett einlesen können, nicht geklappt hat das beispielsweise bei der Olympus LSP- und DM-Serie.

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                TobyB  RED

                Hallo Stephan, Roland scheint hier einen eigenen Weg zu gehen. Wenn man die Definition/Spezifikation für SD und SDHC wortwörtlich nimmt sollte bei 32 GB in der MC707 Schluss sein. Ich werde das mal testen.

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                  Stephan Merk  RED

                  Die SanDisk Extreme Pro mit 128 GB läuft mit ExFAT jedenfalls nicht. Das ist aber schon richtig so, denn SDXC erfordert ja ExFAT als lesbares Dateisystem, SDHC nur FAT32. Kann das ein Hersteller nicht oder will nicht dafür abdrücken, muss er SDHC-Kompatibilität schreiben. Im Umkehrschluss kannst Du eben mit Windows und Co. SDXC-Karten nicht mit FAT32 formatieren, es sei denn, Du nutzt Programme wie h2format und umgehst die Sperre, geht vermutlich auch mit Diskpart. Eine Ausnahme kenne ich, ein Blinden-Navigations- und DAISY-Gerät hat tatsächlich eine SDXC-Karte mit 512 GB stur in FAT32 formatiert und somit nutzbar gemacht. Ich habe diesen Weg jetzt nicht probiert, weil ich mit 32 GB locker auskomme. In älteren Geräten hat dieser Weg fast immer geklappt, nur internes Formatieren sollte man vermeiden, weil diese Beschränkung oft nicht umgangen wird und dann muss man neu partitionieren.

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    mfk

    Elektron macht es vor, wie man robuste Geräte baut.
    Fast 1000 Euro sind einfach zu viel für das Material und die Verarbeitung.
    Wenn Behringer drauf stehen würde und der Preis läge bei 450 Euro, dann würde es Sinn machen.
    (Ich habe das Ding schon in der Hand gehabt, allerdings gleich wieder weggelegt, weil ich etwas schockiert war.)

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      Kybernaughty  

      Einspruch, Euer Ehren,
      Elektron macht vor, wie man den Anschein von Robustheit erzeugt: ich habe eine Monomachine, Machinedrum und Den Octatrack und die Taster und v.a. Encoder sind Murks. Wackeln, biegen sich und klappern. Bei der Aira Serie (ich habe TR8, System 1m, VT-3) könnt ich nicht meckern – Plastik ja, aber sitzt straff & fest. Die neuen MCs sind Hardwaremässig ja ähnlich konstruiert.
      LG

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        mfk

        „Ultra durable back-lit buttons rated for 50 million presses“
        Damit kann Roland nicht mithalten.

        Wenn man sich die Platinen anschaut:
        http://www.....-aira-tr8/
        und Digitakt:
        (Red: Bitte Link Shortener einsetzen)
        dann sieht man auch schnell Unterschiede.
        Das Klappern ist übrigens bauartbedingt, nicht lauter als eine Computer-Tastatur und auch kein technischer Mangel.
        Nachvollziebar, dass das einige stört. Mir ist es noch nie negativ aufgefallen.

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          Stephan Merk  RED

          Bitte Marketing immer von Praxis trennen. Wenn da ultra durable und 50 Mio. Betätigungen drauf steht, hat man das vom Teilehersteller abgeschrieben. Ob das in Summe bei der Endfertigung noch so stimmt, je nachdem, ob die Taster händisch oder maschinell angebracht werden und was da noch so alles passiert, kann nur ein Dauertest wirklich bestätigen. Unabhängig davon weiß ich gar nicht, was dieses ewige Schwarz-Weiß-Denken unter Musikern eigentlich soll: Electron geil, Roland Mist oder umgekehrt. Keine der Firmen ist insolvent und der Kram verkauft sich doch und von beiden Herstellern tauchen bei Thomann immer wieder Geräte im B-Stock auf. Ich wiederhole mich, aber derartige Instrumente sind weder gut oder schlecht, sondern sie passen zu einem oder passen eben nicht. Es gibt natürlich Rausreißer in beide Richtungen, wenn ein Hersteller vorschnell den Markt befüllt, aber ein Blick in die Historie der TB-303 genügt. Hätte ich das alles damals gewusst, hätte ich mir in den 80ern einfach mal 50 Stück auf Halde gelegt, da hätte mich jeder ausgelacht, Detroit sei Dank wäre das Geschäft in den 90ern aufgegangen. Ich finde die MC-707 klasse und freue mich wie ein kleines Kind, wenn ich mit wenigen Bedienschritten irgendwas brauchbares aus der Kiste bekomme. Die DAW ist leer und bis ich weiß, was ich machen will, habe ich die Lust verloren.

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    JensBee

    Hi,
    über das Utility Menü kann man bei ausgesteckten USB Kabel den Storage Mode aktivieren. Das Gerät ist dabei nicht Bedienbar. Nachdem man das Laufwerk im OS abgemeldet hat muss man einmal das USB Kabel ziehen und die 707 steht einem wieder zur Verfügung.

    Die Verarbeitung ist völlig OK. Eine robuste Plastik Basis mit einem Metall top das die Benutzeroberfläche schützt.

    Wenn jemand die MC-707 weglegt weils sie so leicht ist, dann hat ja elektron alles richtig gemacht. Ein billiges Blechgehäuse und ein paar hundert Euro Aufschlag nehmen. (bezieht sich konkret auf den Digitakt)

    Wobei mir klar ist das man bei diesen Geräten die Softwareentwicklung und nicht das Gehäuse bezahlt.

    Ich komme mit dem Gerät super zurecht und finde das Clip Konzept gut.

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    zeitlos  

    Ich habe mit allen Roland MCs gearbeitet, von der 303 bis zur 909 und bin bei der 808 hängen geblieben, in erster Linie wg. der ( leider recht lauten) Motorfader. Die zeigen halt an, wo die Parameter stehen, was mir insbesondere live sehr gut gefällt.
    Nun habe ich die 707 bestellt und einige Tage damit rumexperimentiert. Der hier als gut bewertete Sound gefällt mir nicht so. Er hat keinen eigenen Charme, er klingt so, wie es heute wohl klingen „muss“. Ausgewogen, aber mir zu glatt. Ich weiß, Geschmacksache . . .
    Das neuartige Bedienungskonzept gefällt mir nicht und macht keinen Spaß. Bin ja seit knapp 23 Jahren die Bedienung der „alten“ MCs gewohnt.
    Habe die 770 wieder zurückgeschickt. Werde bei der MC 808 bleiben.

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      Stephan Merk  RED

      Was den Sound betrifft habe ich mich auch schwer damit getan, das Produkt eher mit dem Zeitgeist oder Retro-Charme zu betrachten. Natürlich klingen aktuelle Digitalinstrumente nicht wie damals, das lassen die fortschrittliche Wandlertechnik und weniger Analogbauteile schon nicht zu. Was wäre aber, wenn Roland sagen würde: Okay, neue MC, aber wir verbauen Retro-Wandler der alten MC-303. Akai hat das mit der MPC Renaissance gemacht, da gab es einen Taster und man konnte auf MPC-3000 und MPC-60 umschalten. Gerade letzteres habe ich nicht genutzt, weil ich es einfach nicht brauche und der dreckigen Digitaltechnik nicht nachhänge. Klar, wer das mag, findet entsprechendes Equipment und das kann ich auch verstehen. Aber die MC-707 ist vermutlich nicht für diese Zielgruppe entwickelt worden und soll eben modern, klinisch klingen. Das würde jede DAW mit einem Audio-Interface genauso und wer das nicht mag, der schickt das Signal eben raus und über einen externen Effekt wieder rein oder bearbeitet es digital in der DAW nach. Von daher finde ich das mit dem Sound nicht problematisch und ihn als schlecht zu bezeichnen fände ich jetzt auch falsch. Ganz unabhängig davon, dass alle Beispiele per USB in den Rechner gelangten und somit auch die analogen Operationsverstärker nicht passierten. Ich denke, der Erfindergeist wollte eben kein Retro.

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        Maxi  

        Ich mag den Sound und hab mir deshalb die MC-101 geholt. Nutze sie eigentlich nur als Expander, vier Stereosignale via USB in die DAW. Wer den klassischen Roland-Sound sucht, bekommt ihn hier clean. Habe natürlich auch darüber nachgedacht, ob es das ist, was DJs oder Electro-Performer (Groovebox-Zielgruppe?) heute suchen. Da bin ich mir nicht so sicher …

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    zeitlos  

    Die MC 303 klang in meinen Ohren immer nach „Plastik“ und hatte keinen Druck. Sie verwischte auch im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten den Gesamtsound. Deswegen stand sie nur sehr kurz bei mir. Das wurde aber deutlich besser mit der 307 / 505 und der 909. Meine MC 808 klingt mir viel zu clean. Ich würde fast sagen steril-clean. Deshalb habe ich immer einen extra Filter dahinter geschaltet. Einen klanglichen “ Retro-Charme“ hat keine von den Kisten. Aber die 707 hat in meinen Ohren auch keinen „Charming-Sound“. Der Hauptgrund meines Zurückschickens war jedoch die für mich schlechtere Bedienung, bezogen auf meine Arbeitsweise.

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      Hectorpascal  AHU

      Irgendwie habe ich das Gefühl die Demos hätte man auch mit einem JV-1080 und einer Audiospur machen können. Klanglich kommt bei der MC-707 Mittelklasse-Workstation Feeling rüber und auf der Samplerseite gibt es bessere Alternativen. Wer wirklich Live-Performance macht, hat dieser Tage wohl auch andere Sachen am Start oder irre ich mich da? Wäre ich Roland-Fan, die Combo TR-8S und MC-101 fände ich interessanter.

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        Stephan Merk  RED

        Das würde ich gerne nachvollziehen und habe schnell den Test der TR-8S überflogen: 600 Sekunden Sampling-Speicher, äquivalent also zur MC-707. Sample-basierte Sounds, ebenfalls gleich und preislich käme man bei zwei Geräten bei Thomann auf 1.097 Euro vs. 949 Euro für die MC-707. Man hat vier Spuren plus eine weitere für Drums oder Samples, also fünf. Sound ist gleich, sprich ZEN und ACB, glaubt man dem Marketing, wäre ACB sogar die Vorgängertechnik. Bleibt also nur der Workflow der TR-8S und zwei vollkommen unterschiedlich große Geräte. MC-707: Acht Spuren, ein Workflow, eine Kiste, weniger Kosten. Klar hat jeder seinen Workflow und nicht jedes Instrument muss zum eigenen Profil passen. Auch dass Roland immer und überall gleich klingt, muss nicht gefallen. Ich trenne da gerne zwischen dem Markt und meinen Anforderungen und schaue ich mir den Novation Circuit an, was wurde das Teil zu Anfang verrissen. Dann gab es ein paar Updates und plötzlich hatte er seine Lieblinge. Zoom hat das mit dem ARQ48 nicht geschafft, der übrigens fast so viel wie die MC-707 gekostet hat. Ich mag die Kiste und wenn man nicht mit Einzelkomponenten arbeitet, wäre die TR-8S für mich nur ein Klopfgeist, könnte ich gar nichts mit anfangen oder kaufe mir wie in den 80ern eine Heimorgel dazu.

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            Stephan Merk  RED

            Wieso ist das kein Vergleich, vielleicht sollte man hier den Marktpreis von damals 450 Euro und nicht die Resterampe berücksichtigen. Ich hatte einen Circuit und ihn aufgrund der Einschränkungen zurückgegeben: Kein Digitalausgang auch nicht über USB, drei Spuren, davon zwei Synth-Spuren mit je 64 festgelegten Sounds, die man nur komplett austauschen kann, keine Speichererweiterung, kaum Effekte oder Edit-Features am Gerät, anfänglicher Facebook- und Community-Zwang und nur wenige MIDI-fähige Browser, die man nutzen konnte, also kein wirklich eigenständiges Gerät. Beliebt war er damals, als er 450 Euro gekostet hat und eine MC-101 nicht in Sicht war. Wäre sie das gewesen, hätte das für Novation ganz anders ausgehen können: MC-101 für 499 Euro mit echten vier Spuren mit 3.600 Sounds und 64 Stimmen, weitreichende Edit-Features und ladbare Samples und das wie beim Circuit nicht auf Umwegen. Wo bietet also der Circuit auf der Resterampe viel, zumal er eigenständig auch deutlich weniger leistet?

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    itsme

    Es ist schon immer wieder prächtig hier. Da wird im Bericht zurecht einiges kritisiert an diesem armseligen 1.000 Euro Kistchen und trotzdem gibt es dann doch gleich mal wieder 3 Sterne? Wenn aber ein neues VST raus kommt, dass locker 10 mal so viel bietet, dann ist man hier regelmäßig überfordert und checkt teilweise nicht mal 30 % von dem, was da alles mehr geboten wird. Weiter geht’s dann in den Kommentaren, in denen dann erzählt wird, dass selbst Plugins unter 200 Euro zu teuer seien und man von Software „gesättigt“ ist. Aber knapp 1.000 Euro für sowas trauriges hier ist dann also „sehr gut“?

    Man kann ja gerne auf „wir hypen alles, was Hardware ist“ machen, aber das Ding hier bietet nicht mal ansatzweise das, was bereits in den 90ern zum Standard gehört hat.

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        itsme

        Na ja, das fängt beim Song Mode an, geht weiter bei einem lumpigen Arpeggiator etc. Ich hab mit ner MC303 meinen ersten „Track“ gemacht, als die neu raus kam, hab dann mit 2 MC505 sogar live die Welt gequält und noch die MC909 mit dazu genommen, bei der man leider nicht alle Bugs entfernt hat, aber das kennt man ja leider von Roland immer wieder mal. Aber selbst die bietet zig mal mehr, als dieser maßlos überteuerte Kasten. Und wir können uns auch gerne noch über die RM1x oder RS7000 von Yamaha unterhalten, wenn selbst die Vergleiche noch nicht ausreichen! ;)

        Die rufen mittlerweile Preise auf, die absolut zu hoch sind, das war beim Integra schon so, ist aktuell beim neuen Fantom so und hier erst recht, fast 1.000 Euro für das und auch noch 3 Sterne Sehr gut, wie soll man so Testberichte noch ernst nehmen können?? :D

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          Stephan Merk  RED

          Schaue ich mir Gitarren von Lakewood für 6.000 Euro an, wenn ich mit einer Freundin auf der Musikmesse unterwegs bin und sie glänzende Augen kriegt, gucke ich immer in Richtung China. Habe zwei Gitarren für 70 Euro mitgenommen, die klinen auch stimmig und gut. Was will ich damit ausdrücken? – Du schreibst überteuert. Okay, ist Deine Meinung, meine sind drei Sterne und dazu stehe ich. Warum? – Weil das Gerät aus meiner Sicht intuitiv zu nutzen ist und der fehlende Song-Mode sicher keinen Stern Abzug rechtfertigt und die MC-707 wahrscheinlich zehnmal so viel Sounds hat, als alle Deine Kisten damals zusammen mit ihren starren Samples (siehe Effekte) und, das finde ich eigentlich das Wichtigste, dass ich kein Gerät wüsste, das zu diesem Preis mehr oder ähnlich viel bietet. Ich lasse mich gerne belehren, es wird ja auch niemand verpflichtet, die MC-707 zu kaufen oder gut zu finden. Ich finde aber auch, dass dies jedoch keine despektierliche Haltung rechtfertigt. Mal eben nachgeschaut, die MC-303 kostete 1996 rund 699 Dollar. Ich habe hier noch Audiobeispiele von der Keys-CD, das Teil wäre beispielsweise gar nichts für mich, viel zu reduziert (24 Stimmen polyphon, acht Spuren, 448 Sounds, ein paar Effekte). Überteuert ist sie ganz sicher nicht, vielleicht etwas teuer. Aber jeder muss für sich entscheiden, was er braucht und wäre schlimm, wenn alle die gleichen Kisten wollten.

  10. Profilbild
    xaez  

    @Stephan Merk, Gerade das Thema Erstellung von Ideen und das dazugehörige Werkzeug, abgesehen von Rechner, Glasplatte – iPad etc. interessiert mich z. Zt. vorrangig.

    Was z.B. der jd-xi leider nicht versteht: mit Klängen aus dem Bereich Orchester, Kammermusik geschweige Orch.-Perkussion als Basis zu arbeiten (die vorgesehene Arbeitsweise soll vorr. für den Bereich Neuer u. Exp. Musik verwendet werden).

    Es (das Werkzeug) soll so handlich u. etwaigen Möglichkeiten wie jd-xi ausgestattet sein;
    der Einsatz von Klängen geeignet für Orch. Kammermusik etc wurde erwähnt.
    Nat. sollten Erweiterungsmöglichkeiten (Interfaces) „offene Architektur“ nicht unberücksichtigt bleiben.

    n.b: Workstations als Alternative sind nat. bekannt u. im Einsatz (Korg Microarranger) aber das Arbeiten mit Instr. wie jd-xi, u.ä. erlaubt einen anderen workflow sprich Technologie.

    VG

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      Stephan Merk  RED

      Hallo, mir ging das vorhin beim Lesen des Artikels zur elektronischen Musikgeschichte auf. Demnach scheinen sich Geräte, wie MC-Serie und JD-Xi, an elektronische Tanzmusiker zu richten. Natürlich keine Orchestermusik und keine organischen Instrumente, weil das auch nicht benötigt wird. Wenn man Musik quasi als Notation erzeugen will, sind vermutlich all diese Geräte ungeeignet, selbst ein Korg Krome. Das geht dann wohl wirklich nur mit Stift und Papier, Computer oder am Kronos oder ähnlichen Konzepten, die breit aufgestellt sind, den neuen Fantom könnte man sicher dazu zählen. Ich hatte auch kurz mal über den Krome Ex nachgedacht und mal recherchiert, ob von den Gigabytes an Sample-Speicher was organisches dabei ist. Mein Fazit, das Pa1000 kann viel besser natürlich klingen, eben für klassische Musik besser mit DNC geeignet. Auch die Samples im JD-Xi, wobei ich nichts anderes erwartet habe, klingen statisch und irgendwie nun, schreibe ich mal unaufgeregt solide.

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