Test: Solid State Logic SSL 2+ USB-Audiointerface

21. Februar 2020

Wird es dem großen SSL-Namen gerecht?

Test: Solid State Logic SSL 2+ USB-Audiointerface

Im Test Solid State Logic SSL 2+, USB-Audiointerface

Eines der NAMM 2020 Highlights war die Ankündigung, dass das Traditionsunternehmen Solid State Logic weiter in den Consumer-Bereich vordringt. Vor einigen Monaten durfte ich bereits das SiX Mischpult testen, nun folgt das neue USB-Audiointerface namens SSL 2+. Optisch lehnt sich das Interface an die berühmten Konsolen von SSL und als Käufer erhofft man sich, ein Stück Klangkuchen der Legenden abzubekommen. Tatsächlich hat sich SSL auch einige Mühe gegeben, das Interface schmackhaft zu präsentieren und die Website spart auch nicht mit Superlativen und Vergleichen mit den siegreichen Ahnen. Schauen wir einmal, was SSL dieses Mal auf dem Kasten hat.

Solid State Logic SSL 2+: Die Hardware

Test: Solid State Logic SSL 2+ USB-Audiointerface

In der attraktiven Verpackung des Interfaces befindet sich ein etwa 800 Gramm leichtes Gerät inklusive Quickstart Guide und zwei USB-Kabel: USB-A/USB-C und USB-C/USB-C. Die Frontplatte scheint aus Aluminium zu sein, das restliche Gehäuse besteht aus Kunststoff.

Die Farbgebung der Bedienelemente ist ganz klar in Richtung SSL 4000 abgestimmt. Ein baby-blauer Monitor-Level-Regler und zwei minimalistische „Channelstrips“ mit der bekannten Auswahl 48V Phantompower, Line und HI-Z, dem rot gefärbten Gain-Regler, einer 5-stelligen LED-Peak-Anzeige und jeweils einem 4K Schalter – dazu später mehr.

Test: Solid State Logic SSL 2+ USB-Audiointerface

Die Druckschalter passen leider nicht zu 100 %

Rechts daneben befinden sich drei Drehregler: der Monitor Mix, bei dem man zwischen den Eingängen und dem USB-Signal überblenden kann (inklusive Stereoschalter) und die beiden Pegelregler für die zwei Kopfhörereingänge.

Mit dem mit 3&4 beschrifteten Schalter können man ändern, welche Quelle den Kopfhörerausgang von PHONES B speist. Wenn 3&4 nicht aktiviert ist, wird PHONES B von den identischen Signalen gespeist, die auch PHONES A speisen. Dies ist wünschenswert, wenn man mit einer anderen Person aufnehmen und beide dasselbe Material hören wollen. Durch Drücken von 3&4 wird dies umgangen und die USB-Wiedergabe 3-4 (statt 1-2) wird aus dem Kopfhörerausgang PHONES B ausgegeben. Dies kann nützlich sein, wenn man eine andere Person aufnehmen und diese während der Aufnahme einen anderen Kopfhörermix hören möchte.

Haptik, Qualität und Anschlüsse

Um es gleich vorwegzunehmen: Nur die fünf kleinen Encoder sind für meinen Geschmack qualitativ hochwertig, denn sie sind mit gutem Drehwiderstand ausgestattet und stabil ausgeführt.

Der Kunststoff des Gehäuses wirkt dagegen haptisch nicht gerade hochwertig und mein Testexemplar wackelt sogar ein klein wenig. Alle Schalter auf der Oberseite bestehen ebenfalls aus Kunststoff und fühlen sich wabbelig an, haben viel Spiel und einen schlechten Druckpunkt. Dazu ist der Monitor-Level-Regler sehr leichtgängig.

Schauen wir uns die Rückseite an, hier macht das Interface einen deutlich erfreulicheren Eindruck: Die beiden Eingänge des SSL 2+ sind als Kombibuchsen (XLR/Klinke) ausgeführt. Daneben der Main-Out als Klinkenbuchse (symmetrisch) und auch als Cinch (unsymmetrisch). Dazu gibt es beim Plus-Modell zusätzlich noch ein Pärchen Stereo-Cinch-Buchsen (Output 3&4), beispielsweise um ein DJ-Pult anzuschließen.

Test: Solid State Logic SSL 2+ USB-Audiointerface

Dann haben wir noch die beiden Kopfhörerausgänge, den Kensington Slot und ein USB-C Port. Technisch handelt es sich beim SSL aber um ein USB 2 Interface. Positiv zu bewerten sind die vollwertigen DIN MIDI In & Out Buchsen. Die Buchsen sind von guter Qualität, aber jetzt auch nicht so, dass Focusrite und Co. deswegen zittern müssten.

SSL 2+ Front low

Solid State Logic SSL 2+ in der Praxis

Die wenigen Bedienelemente des USB-Interfaces geben keine Rätsel auf. Hier wird man schnell durchsteigen und die ersten Aufnahmen durchführen können.

Test: Solid State Logic SSL 2+ USB-Audiointerface

Allerdings sollte sich der Interessent fragen, ob man für das ausgegebene Geld nicht ein wenig mehr Ausstattung erwarten dürfte. Wie wäre es mit einem Highpass-Filter? Einer DIM-Funktion? Digitalen Ein-/Ausgängen? Einem Ein/Aus-Schalter? Ohne einen direkten Vergleich ziehen zu wollen, hier ein paar potenzielle Mitbewerber, die zumeist über eine Softwaresuite noch weiterführende Funktionen anbieten und über eine „echte“ Stromversorgung über ein Netzteil verfügen:

Das Steinberg UR RT2 für 299,- Euro

Das Focusrite Scarlett 8i6 für 265,- Euro

Das Presonus Studio 68c für 279,- Euro

SSL 4K-Sound

Ein paar Worte zu den „4K“ Knöpfen. Hiermit soll der jeweilige Preamp klanglich den legendären Konsolen der SSL 4000 E/G Modellen ähneln (4K ist die Kurzform von 4000). Dabei werden die Höhen leicht angehoben und es wird dem Signal eine entsprechende harmonische Verzerrung hinzugefügt. Je nach Eingangssignal klingt das dann einfach nur heller oder obertonreicher. Aber hier ist das nur ein Effekt, ähnlich zur  „Air“ Funktion bei den Focusrite Scarlett Audiointerfaces.

Wenn man das klangliche Resultat des SSL 2+ beispielsweise mit dem SSL 4000 Plugin von Universal Audio vergleicht, dann ist das Ergebnis leider ziemlich enttäuschend. Ein SSL 4000 macht eben nicht nur heller, sondern er fügt dem Signal einen besonderen Charakter zu.

Solid State Logic Klang

Bei den technischen Werten hat sich Solid State Logic nicht lumpen lassen:

  • Die Mikrofon Preamps sind laut SSL nämlich die „best sounding mic pres in town“, was wir später beim KIangtest nachvollziehen werden. Ein Rauschabstand von über 130 dB klingt schon mal vielversprechend.
  • Des Weiteren wurden AKM-Wandler verbaut, die in der Audioszene einen guten Ruf genießen und mit 24 Bit/192 kHz in Sachen Auflösung auf Höhe der Zeit sind.
  • Das Software-Paket ist im Vergleich zu den Mitbewerbern von Focusrite & Co. etwas knapper ausgefallen, aber immerhin sind Ableton Live Lite, Pro Tools in der „First“ Edition im Paket enthalten, dazu freie Loopcloud Samples, Native Instruments Hybrid Keys & Komplete Start und SSL Native Vocalstrip 2 und Drumstrip als Vollversionen. Dafür muss das Gerät auf der SSL Website registriert werden.
  • Als Class Compliant Gerät benötigt es für den Mac keine weitere Software, während es für Windows auf der SSL Seite einen passenden Treiber gibt.
  • Und nicht zuletzt möchte das wirklich gut geschriebene deutschsprachigen Benutzerhandbuch (als PDF auf der Website zum Download) erwähnen, das viele Anschlussszenarien und Beispiele zeigt, wie z. B. das SSL 2+ in Ableton eingebunden wird.

Genug der Theorie, hören wir uns das SSL 2+ an. Ich habe das Interface an einen USB-Slot meines 2019er Apple iMac mit Catalina und über den Ausgang 1&2 an meine KS Digital C88 Reference angeschlossen. Der Mic Preamp wurde mit einem Shure SM58 und einem einfachen Kondensatormikrofon von Superlux getestet (aus dem VOX AC15 C1) und DI/HI-Z mit der Mittelposition der Burstbucker Pro Pickups einer Les Paul Standard. Die Synthesizer-Aufnahmen kommen vom Korg Kronos in Stereo.

1. Aufnahme: Gibson, SM58, VOX AC15, erst ohne, dann mit 4K-Schalter

Für ein 300,- Euro Audiointerface ist die Klangqualität zufriedenstellend.

2. Aufnahme: Gibson, über DI, erst ohne, dann mit 4K-Schalter

Im Vergleich zur Aufnahme mit Mikrofon erscheint der DI-Input (HI-Z) eher lustlos und flach.

3. Aufnahme: Gibson, SM58 und Superlux Kondensator Mic am VOX AC15

Hier wurde zusätzlich noch ein Kopfhörer mit Maximalpegel angeschlossen (Philips X2). Durch die hohe Last ist die Aufnahme komprimiert und wirkt angestrengt. Obwohl an den Gain-Levels nichts verstellt wurde, beginnt das Interface bei den harten Transienten zu verzerren.

4. Korg Kronos, Stereo mit 4K über das SSL 2+

Durch den aktivierten 4K-Schalter klingt die Aufnahme eher grell und vordergründig. Dazu auch schlank und flach in der räumlichen Aufteilung.

5. Korg Kronos, Stereo über Apollo TWIN X

Zum Vergleich habe ich dieselbe Kombination des Kronos mit dem Universal Apollo TWIN X aufgenommen, das ab 899,- Euro zu haben ist. Es wurden keinerlei Plugins oder Effekte verwendet. Obwohl die Aufnahme etwas leiser ist, ist der Unterschied sehr groß. Der Apollo wirkt wesentlich gelassener, bassstärker und mit viel mehr Übersicht im Raum.

SSL 2_Apollo

Technik-Special: USB-Bus-powered Audiointerfaces

Die Stromversorgung über den USB-Port ist ein sehr kontrovers diskutiertes Thema, in das ich etwas Licht bringen möchte. Und bevor ich „in medias res“ gehe, ist es wichtig, Folgendes einmal ganz klar zu schreiben. Es gibt genau zwei Gründe, ein Audiointerface „USB-Bus-powered“ auszulegen:

  1. Das Audiointerface soll bevorzugt mobil eingesetzt werden
  2. Man möchte Kosten sparen

USB-Bus-powered bedeutet, dass das angeschlossene Gerät im besten Fall 5 V und 900 mA (USB 3) oder 500 mA (USB 2) zur Verfügung gestellt bekommt. Externe Netzteile, selbst die von einfachen Effektpedalen, haben in der Regel 9 V und 1 A oder mehr in petto.

Machen wir mal eine kleine Rechnung: Wir haben am SSL 2+ einen USB 2 (!) Anschluss, d. h. 5 V bei max. 500 mA = 2,5 Watt.

Neben der anstehenden Spannung von 5 Volt ist das Entscheidende die Stromstärke (also Ampere). Und hier kann es bei 500 mA schnell eng werden. Wussten Sie, dass LEDs, wie sie im SSL 2(+) verbaut sind, pro Stück zwischen 5 und 20 mA benötigen, um zu leuchten? Es sind 13 LEDs im Gerät verbaut, wenn man die beleuchteten 4K -chalter mitzählt. Der AD/DA-Wandler braucht je nach Modell zwischen 100 und 250 mA für den Betrieb. Dann haben wir noch diverse Spannungswandler (Spannungswandlung ist verlustbehaftet) und „Rechenknechte“, die die Encoder-Werte abnehmen, etc. Wenn wir mal Mittelwerte annehmen, dann haben wir alleine für diese Funktionen einen „Verbrauch“ von etwa 300 mA.

SSL 2 Top

Die verbleibenden 200 mA sind dann noch für die Kopfhörerverstärker und die 48 V Phantomspeisung übrig. Und dann sieht man schon, wo die Reise hingeht. Und bevor wird es vergessen: Das Gerät hat übrigens noch die Funktion, die schwachen Signale von Mikrofonen und Gitarren auf Line-Level zu verstärken. Kurzum: 5 V bei max. 500 mA sind wirklich recht eng bemessen.

Wenn man das Interface vorwiegend nur für die Wiedergabe von iTunes & YouTube verwendet, dann gibt es da kaum Probleme, aber wenn dann noch gleichzeitig ein Kondensatormikrofon, eine E-Gitarre über HI-Z und zwei 600 Ohm Kopfhörer befeuert werden sollen, dann geht hier schlicht und ergreifend der Ofen aus. Meist zeichnen sich deswegen USB-Bus-powered Geräte durch einen Mangel an Headroom aus. Sie wirken dynamisch eher flach und bassarm.

Wenn Sie jetzt wutentbrannt in die Tastatur hauen und dem Hoffmann mitteilen möchten, dass ihr USB-powered-Audiointerface bei Ihnen aber toll klingt, dann vergleichen (!) Sie es bitte mit einem Gerät mit „anständigem“ Netzteil und spielen dynamikreiche und „energiefressende“ Töne, wie eine laute Bassfläche oder bei harten Kickdrums. Sie werden den Unterschied hören!

Ich habe mal den ultimativen Test gemacht und mir extra ein USB-Multimeter besorgt, das zwischen das Audiointerface und den Mac angeschlossen wird. Dann musste das SSL 2+ Folgendes über sich ergehen lassen:

  • 1x Shure SM 58, dynamisches Mikrofon
  • 1x Elektrolux ECM 999, Kondensator-Messmikrofon
  • 1x Philips Fidelio X2 Kopfhörer (30 Ohm)
  • 1x AKG K312P Inear-Kopfhörer (17 Ohm)

Wiedergabe von dynamischer Musik (z. B. Yello, House etc.). Erste Beobachtung: Sowohl an den Monitoren als auch an den Kopfhörern ist die Musik laut, aber nicht sehr laut – selbst bei voll aufgedrehten Reglern.

1. Wandler (Monitorregler auf USB)

Das Ergebnis: Ohne anliegendes Signal liegt der Stromverbrauch bei 400 mA. Sobald ich die Musik starte und die Wandler arbeiten, stehen etwa 420 mA an bei 1/4 Monitor-Level. Erhöhe ich den Pegel auf 1/2 Monitor-Level oder darüber, komprimiert das Signal bereits und der SSL 2+ zieht bis zu 440 mA.

2. Mic Preamps (Monitorregler auf Input)

Sobald ich beim Kondensator-Messmikrofon die Phantomspeisung zuschalte, haben wir (trotz Gain = 0) sofort einen Sprung auf 470 mA. Dann Gain auf 5 (von 10) erhöhen: ein leichtes Klopfen auf das Mikrofon = 480-500 mA. Die Kopfhörer sind dabei auf Stufe 0 (kein Ton).

SSL 2 No Load

Zwei Mikrofone sind angeschlossen, ohne Eingangssignal

3. Mic Preamps plus Kopfhörer

Kopfhörer auf 5 von 10, Klopfen auf das Kondensatormikro = Multimeter zeigt 490 mA

4. Mic Preamps und Musik (Monitorregler zwischen USB und Input)

Kopfhörer beide auf 5, Gain der Mikros auf 5, Lautstärke auf 1/2 (Monitor-Level): Musik komprimiert, beide Kopfhörer verzerren stark. Multimeter dauerhaft auf 500 mA.

SSL 2 Full load

Beide Mikrofone angeschlossen, inkl. Eingangssignal

Interpretation der Ergebnisse

Das Gerät hat einen „Arbeitsspielraum“ von etwa 100 mA, der schnell aufgebraucht ist. Der Wandler „zieht“ sehr viel Strom und zwar abhängig von den Impulsen. Man kann am Multimeter deutlich sehen, dass jeder Bassimpuls etwa 20 – 30 mA zusätzlich benötigt.

Die Kopfhörerverstärker verzerren sehr früh, obwohl hier nur 17 bzw. 30 Ohm Kopfhörer im Einsatz waren. An einen Einsatz von hochohmigen Kopfhörern (bis 600 Ohm) ist nicht zu denken.

Die Mikrofon-Preamps sind recht genügsam, aber vom Einsatz von Mikrofonen, die eine 48 V Phantomspeisung benötigen, kann ich nur vehement abraten.

Übrigens scheint man sich bei SSL der Problematik auch bewusst, denn man findet auf der SSL Website den folgenden Passus:

„Many USB-powered audio interfaces use standard IC circuits in their mic amp designs. We prefer to use a different approach. Our 2-stage design uses a mixture of specially chosen discrete low-noise transistors in combination with ICs. This enables us to design mic preamps with exceptional noise performance and a superior gain range.”

Ganz wichtig: Das Thema „Strom über USB“ ist nicht ein Problem des Solid State Logic SSL 2(+). Alle USB-Bus-üowered Interfaces zeigen dieses Verhalten. Leider packen die Hersteller aber immer mehr Funktionen in die Geräte, obwohl eigentlich nicht mal für die Basisfunktionen genug Saft zur Verfügung steht.

Fazit

Solid State Logic hat mit den neuen Modellen SSL 2 und SSL 2+ leider die Chance vertan, den berühmten Namen in den Consumer-Bereich zu transportieren. Zugegeben, die Geräte zeigen gute Ansätze und klingen für den gewählten Aufbau wirklich gut, aber man hätte durchaus 100 oder sogar 200,- Euro mehr verlangen dürfen, um dafür ein Gerät anzubieten, das nicht nur für Markenfans eine echte Alternative darstellt.

Mit dem Kleinmixer „SiX“ hat Solid State Logic doch schon gezeigt, dass man auch in unteren Preisregionen abliefern kann. Ich träume also weiterhin von einem Audiointerface mit echten SSL 4000 Preamps, dem Single Knob G Kompressor aus dem SiX und einer hochwertigen Verarbeitung inklusive vernünftiger Stromversorgung für ca. 500 – 600,- Euro. Das sollte doch eigentlich machbar sein?

Plus

  • guter Klang
  • MIDI In & Out
  • gutes Softwarepaket

Minus

  • durchschnittliche Verarbeitung
  • vergleichsweise geringe Ausstattung

Preis

  • SSL 2: 229,- Euro
  • SSL 2+: 299,- Euro
Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      Jörg Hoffmann  RED

      Hallo,
      nein, bei mir hat das nicht funktioniert. Offensichtlich benötigt das Gerät zum Betrieb gleichzeitig die Stromversorgung über USB UND auch eine Datenverbindung. Ich habe das mit diversen ausreichend stark dimensionierten USB Netzteilen versucht, aber die grüne USB LED am Gerät hat dann immer nur geblinkt.

  1. Profilbild
    Hectorpascal  AHU

    Ui, war der Tester da nicht sehr gnädig in der Bewertung? Wenn das guter Klang sein soll, was hat dann ein Motu M2? Überragend? Und das Apollo X4 ist dann reality-outperforming? Focusrite und Konsorten brauchen nicht nur nicht zittern, sondern können sich ganz entspannt zurücklehnen oder übersehe ich da was? Leider ist keine Vergleichsaufnahme der Gitarre vorhanden aber der Kronos sagt schon viel aus. Wahrscheinlich haben die Preamps kein Bypass oder der SSL ist nicht gut für Line-Signale geeignet. Ein Nischenprodukt für Singer-Songwriter wenn man so will?

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      Jörg Hoffmann  RED

      Ein typischer Hectorpascal Kommentar :-).
      Warum dennoch gut? Weil man die Kirche im Dorf lassen muss. Das Gerät klingt gut, das kann man sicher sagen. Man muss hier immer auch den Bezug zum Preis und zum Einsatzgebiet ziehen. Als Audiointerface am Notebook im mobilen Einsatz, dafür ist die Lösung wirklich OK. Ich glaube, das habe ich schon entsprechend herausgearbeitet.

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        Markus Galla  RED

        Vorab: Ich finde Deinen Testbericht sehr gut und vor allem der Part zum Thema Strom und USB ist herausragend.

        Dennoch hätte auch ich eine andere Schlussbewertung erwartet. Ich habe mich erst gefragt, ob hier aus Versehen eine alte Bewertungsbox stehen geblieben ist. Natürlich muss man die Kirche im Dorf lassen, aber: Du selbst hast die Konkurrenz angeführt und die klingt teilweise besser. Außerdem hauen SSL hier vollmundig Werbeversprechen raus, die einfach nicht den Tatsachen entsprechen. Tatsache ist, dass man eigentlich besser auf den Markennamen verzichten sollte und das Geld lieber anderweitig investiert, denn hier bekommt man ein drittklassiges Interface, das aufgrund der Werbung und des Namens nur ein Blender ist. Mehr als ein „befriedigend“ beim Klang sollte es aufgrund Deines Tests nicht geben, denn genau das hast Du schön herausgearbeitet.

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    bluebell  

    Vieles richtig gemacht (Class Compliant, Nutzung ohne Steuersoftware möglich) und dann beim Gehäuse, den Buchsen (wieso nicht auch Kombibuchsen am Output?) und der Stromversorgung gepatzt.

    Kann man nicht durch Einsatz eines kräftigen powered USB-Hubs die Sache mit der Stromversorgung in den Griff kriegen? Es heißt zwar, man solle USB-Interfaces wegen der Latenz möglichst direkt an den PC anschließen, aber meine Erfahrungen mit Scarletts und auch dem MOTU UltraLite AVB am USB-Hub sind gut.

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      Jörg Hoffmann  RED

      Ich finde, es wäre schon ein Schritt, wenn man das Gerät von Grund auf für USB 3 geplant hätte. Ja, dann fallen einige Käufer weg, das mag sein. Aber im Jahr 2020 darf man ruhig auch mal die etwas modernere Technik einsetzen, wenn es denn dem Klang dient.

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        Hectorpascal  AHU

        Jupp! Auf jeden Fall ist es schade daß bei USB-C so viel an Möglichkeiten liegen gelassen wird. Mögliche 5V bei 3A werden bisher von kaum einen Hersteller ausgenutzt, nur Steinberg hat das bei den URXXC implementiert, glaube ich. Dabei haben neuere Laptops oft nur noch USB-C, teilweise sogar mit Thunderbolt 3 kombiniert. Ein rein mobiler Ansatz sollte natürlich sparsam sein aber das regelt der Verbraucher je nach Nutzung i.d.R. von alleine. Ein Steinberg UR22C für 150€ wäre ein guter Vergleichskandidat gewesen. Wenn nur nicht der große Name SSL wäre, das verbietet sich quasi.

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      Green Dino  AHU

      „Kann man nicht durch Einsatz eines kräftigen powered USB-Hubs die Sache mit der Stromversorgung in den Griff kriegen?“

      USB 2 stellt soweit ich weiß pro Port max 500mA zur Verfügung. Auch über aktiven Hub.
      Oder sind da Reserrven?

      • Profilbild
        Stephan Merk  RED

        Die Maximal- ist prinzipiell auch eine Minimalanforderung. Ansonsten müsste man Strombegrenzer einbauen, das macht ja auch keinen Sinn. Ich weiß das von Hilfsmitteltechnik, Braillezeilen mit 80 Modulen und Piezo-Elemente für insgesamt 8 x 80 = 640 Stifte ziehen auch deutlich mehr Energie aus dem Port, das funktioniert in der Praxis auch. Ich hatte einmal einen Rechner bei einem Kunden, der schaffte über das Mainboard nicht mal die 500 mAh. Ansonsten ist ein Hub immer ein guter Weg für zusätzliche Energie. Unabhängig von der Frage nach Latenz und Energiereserven darf man aber auch einen Faktor nicht vernachlässigen, das ist die Netzteilqualität und mitunter entstehende Potentialunterschiede, die ganz andere Effekte mitbringen. Das ist für hochpreisige Geräte natürlich kein Problem, aber ob SSL mit einem vielleicht sogar halbgaren Netzteil im Plastikgehäuse mehr überzeugt hätte, wo man manches besser isolieren müsste, weiß ich nicht. Praktisches Beispiel, der Zoom LiveTrak L-8, ein tolles Gerät im Übrigen, dass wenn auch minimale Störgeräusche über das Netzteil produziert (Erdungsbrummen).

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    Ian Son

    Komisch, bei Delamar kam das Ding deutlich besser weg.
    Wenn das Stromzufuhr-Problem bei allen USB-gepowerten Interfaces relevant ist, warum kamen dann hier die grundsätzlich ähnlich aufgebauten Motu-Interfaces so gut weg?

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        Hectorpascal  AHU

        Kann man so sehen. :) Es ist eben ein schwieriger Spagat zwischen Kunde, Konsument und Anspruch. Letzteren darf man nie aufgeben. Es fließt so viel Geld und man schafft es nicht einheitliche und vergleichbare Testbedingungen zu schaffen, dabei braucht es nur einen Koffer mit drei oder vier Repräsentanten einer Preisklasse, zwei bis drei populäre Mikros, Laptop und eine Checkliste. Die Messungen und Aufnahmen könnten sogar auf feste Personen verteilt werden, zusammenfassen und schreiben machen wiederum andere, je nach Voraussetzung und Begabung. Ich kann mich dunkel daran erinnern, daß es sogar Aufnahmeräume in den Redaktionen gab, wo heute wahrscheinlich nur noch Fotoshootings gemacht werden. Die Qualität des Content hat nachgelassen und wir sind alle Schuld dran. Gut aussehen tut es immerhin. :)

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          Jörg Hoffmann  RED

          Es wäre schön, wenn es so leicht wäre, Hectorpascal. Leider ist die Realität anders. Beispiel: Wie bewerte ich beim SSL 2+ die 4K Funktion im Vergleich. Genau genommen verfälscht diese den Klang. Wie kann ich direkt einen Effektkompressor mit einem neutralen Kompressor vergleichen?
          Test ist viel mehr, als nur besser oder schlechter. Es gibt immer verschiedene Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Zumindest kann ich Dir eines sagen: Bei einem Amazona.de Test haben echte Autoren die getesteten Gerät in den Händen und geben ihre ehrliche Meinung ab. Und die darf sowohl euphorisch, als auch kritisch sein. Ein Test ist und bleibt für den Konsumenten ein Anhaltspunkt, eine Orientierungshilfe.

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    harrymudd  

    04 SSL_2_Kronos_Stereo und 4K ist Mono
    05 SSL_2_Apollo_Kronos_Stereo_x ist Stereo
    Das das anders klingt ist logisch:)

    Die Gitarrenbeipiele sind wenig aussagekäftig da nicht identisch.

    Das Buspowered USB geht, zeigt RME beim Babyface(Pro) auch wenn die USB Specs hier leicht überschritten werden. Moderne USB-Chipsätze können durchaus mehr Strom liefern.
    Ein viel größeres Problem sind die verwendeten USB-Kabel: Was die Hersteller einem da manchmal für Strippen mit in den Karton packen, ist häfig äußerst zweifelhaft.

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    AppleUser2015  

    Sry, aber das Teil ist Müll und SSL hätte sich das gleich sparen können…
    Wenn dann sogar Focusrite mit ihren low budget interfaces besser klingen,zeigt sich nur eins…
    Hier wird schlechte Hardware verkauft, die zwar günstig erscheint, aber noch schlechter klingt, als andere Billigheimer… Naja SSL hat zuviel gewagt und wird gegen die große Konkurrenz verlieren…
    Ich kauf mir doch kein Interface nur weil SSL draufsteht…

    Dennoch SSL bleibt für mich nr.1, wenn es um Konsolen geht… Ich hab viel mit der Matrix gearbeitet und eine Duality live zu erleben ist fantastisch…SSL sollte nicht in den Billgmarkt vordringen. Das können andere meiner Meinung nach besser… Schön wäre mal ein komplettes Interface im Preisrahmen von 4 bis 10k, welches den SSL Mix Workflow mitbringt. Die Nucleus können sie sich spraren, da die Matrix das viel besser kann…Ansonsnten macht SSL alles richtig…preisgünstige Channelstrips, ein Mixer für kleine Aufgaben, der günstig ist… Sie sollten nicht im Billigpreis Segment wildern, sondern mal etwas für die Midrange rausbringen. Apogee, Avid (mit dem neuen MTRX Studio) UAD usw schaffen das ja auch und die funktionieren gut in der Audiowelt… Ich brauch keine Duality und steh auch nicht auf das modulare XL-Desk… Übernehmt das Konzept des Six und baut eine Konsole für 10 bis 20k und alle sind happy…Ich wär dabei…

  6. Profilbild
    justme  

    Wieso ist das Klangbeispiel vom Kronos beim SSL mono und beim Apollo Stereo ?
    Mit ´nem Delay, welches ausschließlich in den Sides spielt ist das nicht mal mehr der Ansatz eines Vergleiches ! Auffallend negativ dieser Test, motiviert mich, mal andere Tests zu dem Gerät zu vergleichen und das bin ich bei Euch sonst eher nicht gewöhnt.
    Übrigens ist, wenn dann schon Vergleiche herangezogen werden, das SPL Crimson wohl eindeutig das Interface, was hier in Summe der direkteste Wettbewerber wäre…

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann  RED

      Bei der Aufnahme mit dem Kronos war der Synthesizer Stereo angeschlossen und die Funktion Stereo war beim SSL auch aktiviert. Das „auffallend negativ“ nennt man kritisch und das darf und muss man als Autor auch sein. Am Besten wäre, Du holst Dir das Gerät zum Testen nach Hause und machst. Deine eigenen Erfahrungen.

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        harrymudd  

        mein Korrelationsmesser ist neben meinen Ohren da anderer Meinung…
        Wenn das außer mir hier kaum einer hört, dass das eine Mono ist und das andere Stereo, bin ich entsetzt:() – Denn dann können wir uns hier Diskussionen über Klang sparen…

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          Jörg Hoffmann  RED

          Nochmal: die Aufnahme wurde wie beschrieben erstellt. Stereosignal, jeder Kanal an einen Input des SSL, Stereofunktion aktiviert. Aus meiner Sicht liefert das Gerät auch kein sehr schönes Stereosignal aus den Eingängen. Ich habe mir gerade die Aufnahme nochmal rausgeholt. Wenn man die Spuren dann nach links und rechts „panned“, dann wird es besser, aber immer noch Welten vom Apollo entfernt. Aus aufnahmetechnischer Sicht wurden keine Fehler gemacht.

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            harrymudd  

            aber warum ist beim SSL ein senkrechter Strich auf dem Korrelationsmesser und beim Apollo nicht? Das sieht mir nach einem heimlichen Monomaker aus:)

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                Dimension D  

                Klangbeispiel 4. Korg Kronos, Stereo mit 4K über das SSL 2+

                Ich habs auch gerade mal getestet…die Aufnahme ist definitv mono. Da ist was falsch gelaufen so wenig stereo nimmt kein Gerät auf.

                Zum Test..auch wenn das Interface nicht für mich interessant ist sehr informativ geschrieben. Vielen Dank dafür.

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            Stephan Merk  RED

            Hallo Jörg, ich höre das auch. Das dritte Beispiel ist klar in der Phase, da ist für mich auch kein leichtes Übersprechen der Kanäle herauszuhören. Übersprechen wäre auch der einzig technische Grund, warum ein Signal an Stereobreite verliert und ich würde behaupten, dass kein aktuelles Interface elektrisch so schlecht aufgebaut wäre. Was auch immer da passiert ist, vielleicht auch ein Konversionsfehler der Aufnahme, es ist Mono.

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              Jörg Hoffmann  RED

              Hallo Zusammen, ich bin der Sache noch einmal nachgegangen. Bei der Aufnahme mit aktivierter „Stereo“ Funktion wurden zwei Mono Files erstellt. Wenn man diese nun nach links und rechts panned und daraus zusammen ein Audiofile erstellt, dann ergibt das dann das korrekte Ergebnis. Bei anderen Audiointerfaces bin ich es gewöhnt, dass gelinkte Channels gleich eine Stereospur erzeugen.
              Sorry für die Konfusion und mit dem Audiobeispiel Nummer 6 kann man nun die Qualität von Apollo und SSL gut vergleichen.

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                justme  

                Danke für die Ergänzung !
                So läßt sich das sehr gut vergleichen…was aber in der Tat nicht gerade vorteilhaft für das SSL ist ! So einen Klangunterschied, zum Nachteil des SSL, hätte ich nicht erwartet…

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        justme  

        Ich bin schon der Meinung, daß es bei einem „kritischen“ Test unbedingt notwendig gewesen wäre, bei den beiden Klangbeispielen darauf einzugehen, daß es hier ein Stereoproblem gibt und das explizit herauszuarbeiten anstatt die zwei Beispiele dahingehend unkommentiert nur als Vergleich einzustellen !
        Wobei mir, wenn ich dann noch die Antwort lese, daß das Gerät „kein schönes Stereosignal an den Eingängen liefert“ ,komplett schleierhaft ist, wie man dann noch ein Plus für den Klang vergeben kann !
        Aber Du hast natürlich Recht, statt Eure Beiträge, Vorstellungen und Tests zu lesen und mir zu erlauben, auch daran mal Kritik zu üben, könnte ich einfach jedes Gerät nach Hause kommen lassen, selbst ausprobieren und dann per Widerruf zu einer B-Ware machen – danke für den Hinweis !

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          ISE500  

          Volle Zustimmung. So eine zickige Antwort wie „am besten holst du es dir selber und machst deine eigene Erfahrungen“ gibt einem doch den Rest.
          Schade, fand Jörgs Tests sonst immer gut.

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    MidiDino  AHU

    Vielen Dank für den aufschlussreichen Test: der Vergleich mit dem Apollon ist vielsagend.
    Im Zuge des Umstiegs auf Win 10 hab ich mich kürzlich für das ‚Presonus Studio68c‘ entschieden …

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    Enno Jesse

    mal ne Frage. Wie schlägt sich denn das Audient ID14 dazu im Vergleich? Wäre das ein Alternative?

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    Der Thoralf

    Soweit ich weiß, liefert nur der alte USB 2.0 Port lediglich 500mA an 5V, also gerade mal 2,5W an Leistung.. wenn man aber einen USB 3.0 Port „verschwendet“, um ein USB 2.0 Audiointerface daran anzuschließen, kommt man immerhin schon in den Genuß von 900mA = 4,5W Leistung.. das dürfte einiges ausmachen. Man kann auch ein powered Hub zwischen PC und Audiointerface klemmen, 2A Netzteil dran und dann noch mal horchen, wie’s klingt. 😉

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      Jörg Hoffmann  RED

      Nein, leider nicht. Der SSL ist mit USB 2.0 spezifiziert. Ich hatte den an einem USB 3 Port und er hat trotzdem nicht mehr als 500mA gezogen. Würde man mit 900mA in den SSL reingehen (was nicht geht), dann würde er in Rauch aufgehen.

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