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Test: Sonicware Liven LoFi-12, Sampling-Groovebox

LoFi-Sampling en masse, bitte!

13. Januar 2023
sonicware lofi 12 liven test

Sonicware Liven LoFi-12, Sampling-Groovebox

Es geht ja wirklich Schlag auf Schlag, aber nicht drunter und drüber bei Sonicware aus Japan. Im Halbjahrestakt bringt die kleine, rührige Firma aus Tokio Grooveboxen und Beat-Maschinen zu erschwinglichen Preisen an den Start, neuerdings mit Sample-Funktionen. Die beiden jüngsten Produkte sind der SmplTrek und der LoFi-12. Beide mit Sample-Engine. Wir nehmen heute den kostengünstigeren LoFi-12 in den Fokus und testen die Groovebox mit 12-Bit-Flair, deswegen die Namensgebung, und deren Sampling-Funktionen auf Herz und Nieren.

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sonicware-liven-lofi-12-sampling-groovebox-manga

Was ist die Liven LoFi-12?

Wir haben hier eine portable Groovebox mit 12-Bit Sampling-Funktion vor uns, die stilistisch betrachtet sich im HipHop, Laidback, Lounge, Funk und die 70s vom internen Soundspektrum ansiedelt. Jedoch können die werksseitigen Loops und Sounds vollständig überschrieben werden. Da die Sample-Engine (auch) mit 12 Bit arbeiten kann, hat die Klangästhetik einen eigenen Lo-Fi Charme, so wie es seinerzeit der Akai S950 hatte. Ein 4-Track-Sequencer, umfangreiche Sample- und Klangbearbeitungsfunktionen, zahlreiche Audioeffekte pro Spur und weitere Features laden zum Jammen und zur Song-Produktion ein.

Überblick Liven-Serie

Sonicware_liven_lofi-12_frontpanel

Irgendwie erinnert mich das Design an Akai Sampler, hier ohne Overlay

Die Sonicware Liven LoFi-12 hat exakt das gleiche Erscheinungsbild wie die anderen Liven Geräte, nur die Farben und die Beschriftungen sind dem neuen Konzept angepasst. Die interne Hardware ist prinzipiell auch exakt gleich, nur das Betriebssystem und der Klanginhalt haben Anpassungen erfahren. Ein schlaues Konzept! Das spart Kosten, was sich in einem moderaten Preis ausdrückt, und Entwicklungszeit und das kommt dem Musiker entgegen, da der Verkaufspreis niedrig gehalten werden kann, um genau die richtige Zielgruppe anzusprechen. Da ich die Gelegenheit hatte, die Liven Bass&Beats und die Liven 8-bit Warps für AMAZONA.de zu testen, im Zuge dessen auch die eine oder andere Kritik geäußert habe, bin ich gespannt, ob das Echo aus Deutschland bis nach Japan gedrungen ist.

Sonicware_liven_lofi-12_chassis

Welchen Lieferumfang bietet die Liven LoFi-12?

Um es kurz zu machen: Viel ist nicht im Karton, der fast genau die gleichen Maße hat wie das Gerät selbst, außer einer dünnen Polsterung, einer Visitenkarte (immerhin Anime) und einem Faltblatt zu Sicherheitshinweisen. Kein Netzteil, kein Kabel – nichts! Das reine Gerät kommt mit einer Schablone (Overlay) für die Sample-Funktionen. Und jetzt? Tja, wer kein 9 V Netzteil mit mindestens 1 A hat, schaut erstmal in die Röhre. Wer auch das nicht einfach so rumliegen hat, kann auf 6 AA-Batterien ausweichen, die in der Unterseite untergebracht werden können. Wer die auch nicht parat hat, dem geht die Vorfreude flöten, denn erst einmal heißt es: „Auf zum Discounter um die Ecke!“

Sonicware_liven_lofi-12_Batteriefach test

Wer kein passendes Netzteil hat, muss auf Batterien ausweichen

Ein kleiner Trost: Das fehlende Netzteil ist auch bei den anderen Liven Geräten nicht Bestandteil des Lieferumfangs. Das ist wohl dem Kostendruck zum Opfer gefallen. Und sind wir doch mal ehrlich: Das Hinzufügen eines Netzteils würde auch einen größeren Karton nach sich ziehen. Mehr Volumen bedeutet auch weniger Platz im Container usw. Ihr wisst, wo das hinführt. Da es sich jedoch um ein Standard-Netzteil handelt, ist es vielleicht gar nicht mal so verkehrt, darauf zu verzichten. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass man eines doch zu Hause hat und nicht ständig benutzt. Also, Rohstoffe sparen ist kein negativer Punkt.

Übersicht der Features

Genug aufgewärmt! Kommen wir zu den technischen Fakten in einer Kurzübersicht. Ich fasse mal die wichtigsten Fakten zusammen:

  • 16 Bit – 12 kHz/24 kHz (umschaltbar) PCM Sampling (mono)
  • 12 Bit LoFi-Sampler-Modus
  • 4 Sekunden Sample-Speicher 12 kHz / 2 Sekunden bei 24 kHz pro Sample-Slot (128)
  • insgesamt über 8 Minuten Sample-Speicher (12 kHz)
  • Auto-Start-Sampling
  • Sample-Bearbeitungs-Funktionen
  • 10-fache Polyphonie
  • 128 Sample-Slots (16x 8 Bänke)
  • Sample-Import und Export über MIDI
  • Filter: LP/HP/BP
  • LFO pro Track
  • 11 Spureffekte
  • 8 Mastereffekte
  • 4 Sequencer Spuren mit bis zu 64 Steps
  • Parameter- und Soundlocking
  • chromatisches Spielen der Samples
  • Laidback-Knopf für verzögerte Beats und den „Flow“
  • 80 sorgfältig ausgewählte Preset-Sounds
Sonicware_lofi-12_architektur

Diagramm über den Aufbau des Samplers

Da haben wir doch schon mal ordentlich was unter der Haube. Was darf nicht fehlen? Richtig, der kleine eingebaute Lautsprecher, der nur zur Sound-Orientierung dienen darf. Er ist übrigens abschaltbar, was ich absolut empfehle!

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Welche Anschlüsse bietet die Liven Groovebox?

Alle Anschlüsse befinden sich auf der Frontplatte. Links, rechts, hinten und vorne ist nichts zu sehen. Auch gut, kann man die Sonicware Liven Geräte direkt nebeneinander stellen. Für die Synchronisation haben wir SYNC IN und OUT, MIDI IN und OUT in Originalgröße, dann einen LINE IN (Stereo-) Eingang zum Sampeln, einen Stereo-OUT und einen Kopfhöreranschluss. Alles in Miniklinke ausgeführt! Einen USB-Anschluss oder einen Micro-SD Kartenanschluss sucht man vergeblich. Die Sicherung von Samples geht einzig und allein über den MIDI-Port an einen angeschlossen Computer. Das ist sicherlich nicht bequem und technisch veraltet, aber passt zum Konzept eines Gerätes zum Jammen und Probieren.

Sonicware_liven_lofi-12_Anschlüsse

Alle Anschlüsse sind oben rechts zu finden

Sonicware Liven LoFi-12: Hardware

Bevor wir nun zu dem musikalischen Test übergehen, noch ein paar Worte zur Hardware als solche. Mir kam gerade die Idee, das Gerät einfach mal aufzuschrauben, da ich noch nirgends etwas über die technischen Innereien der Sonicware Liven Geräte gesehen oder gelesen habe. Da sind wir auf AMAZONA.de doch genau richtig! Hier werden keine halben Sachen gemacht. Also schauen wir mal rein. Zack!

Sonicware_liven_lofi-12_motherboard

Mach dich nackig du LoFi-12. Man beachte den Lautsprecher oben links.

Wie schon vermutet, ist es ein- und dasselbe Mainboard für alle Liven Geräte. Die Jahreszahl 2020 steht auf dem Bord. Als Hauptprozessor entdecke ich einen Texas Instruments Low Power DSP Core mit 200 MHz. Alles ist beschriftet, perfekt aufgebaut und durchgängig mit hochwertigen Bauteilen bestückt. Die Platinen sind fest mit der Frontplatte verbaut und sind mechanisch so fest miteinander verschraubt, dass selbst bei rauer Behandlung die Elektronik keinen Schaden nimmt. Das Gehäuse selbst besteht aus aus hartem Kunststoff und aufgrund der runden Ecken sollte auch hier nicht so schnell etwas abplatzen. Gummiert ist nur die Reihe der kleinsten Menü-Drucktaster.

Sonicware_liven_lofi-12_prozessor

Alle anderen Regler, Druckknöpfe und das Keyboard bestehen ebenfalls aus robustem Kunststoff. Es drückt und dreht sich übrigens genauso präzise wie bei den anderen Liven Geräten. Ein fester Druckpunkt aller Taster einschließlich des „Keyboards“ ist nicht zu vernehmen, es fühlt sich aber trotzdem genau an. Man kann auch durch Streichen mit dem Finger mehrere Steps aktivieren oder in den Sequencer eingeben. Die kleinen Regler sind leider nicht mit dem Gehäuse verschraubt, sitzen aber sehr fest auf den Potiachsen und berühren fast die Frontplatte. Das Drehen ist nicht leichtgängig – gut griffig, würde ich sagen. Einzig der Value- (DATA) Regler verfügt über eine Rasterung, dadurch fällt das Parametisieren leichter. Die Bedruckung der Frontplatte ist übrigens hochwertig und langlebig ausgeführt und bei dieser Farbkombination sehr gut zu lesen. Gerade fällt mir auf, dass die Farbgebung von einem Akai Sampler sein könnte. Wäre mir fast nicht aufgefallen vor lauter testen.

Sonicware_liven_lofi-12_keyboard

Die Beschriftung der Sekundärfunktionen ist gut zu lesen

Von der Fläche her etwas kleiner als ein A4-Blatt und mit einer Höhe von nur 4,8 cm kann man das LoFi-12, auch was das Gewicht von nur 790 g angeht, als transportabel bezeichnen. Alles in allem ein bereits erprobtes Konzept! Hier gibt es keine Abweichungen in der Ausführung und auch nichts zu bemängeln.

Sonicware_liven_lofi-12_optokopplerFür Interessierte: Der H11L1, H11L2 ist ein optisch gekoppelter Isolator. Er besteht aus einer Infrarotlicht emittierenden Gallium-Arsenid-Diode und einem mikroprozessorkompatiblen Schmitt-Trigger. Er ist in einem standardmäßigen 6-poligen Dual-Inline-Gehäuse untergebracht.

Sampling und Bearbeitungsmöglichkeiten

Das Sampling geht recht flott vonstatten. Man legt die rote Schablone auf den LoFi-12, legt ein Audiosignal an den LINE IN an, wählt die Sample-Bank und den Sample-Slot, schaltet das Sampling scharf, so dass man den Audiopegel anhand der Step LEDs von links nach rechts sehen kann und  nimmt auf. Das Ganze geht auch mit einem einstellbaren Schwellenwert. Und schon kann man das Aufgenommene über das „Keyboard“ chromatisch spielen, so wie zu Vaters Zeiten. Vorher kann man natürlich noch die Sample-Qualität und den Pegel einstellen, egal, ob man Mono oder Stereo aufnehmen möchte. Wichtig dabei ist auch zu wissen, dass man direkt angeschlossene Mikrofone und Gitarrensignale nicht sampeln kann. Hierfür braucht man ein dazwischen eschaltetes Mischpult oder ein Gerät, welches einen Line-Pegel liefert.

Sonicware_liven_lofi-12_fronpanel2

Jetzt mit dem aufgelegten rotem Overlay nur für die Samplebearbeitung

Immerhin das Wichtigste wird angeboten: Attack, Release, Startpunkt, Endpunkt, Pitch und Level. Sogar einen Loop kann man definieren, das Rückwärtsabspielen des Samples ist ebenfalls möglich.

Ein Slicing, also das Unterteilen des Samples in Bruchstücke, ist nicht vorhanden. Auch das automatische Anpassen eines Loops an den internen Takt ist nicht möglich (Timestretching). Da bedeutet im Umkehrschluss, dass der aufgenommen Loop nur über die Veränderung der Tonhöhe an die BPM-Zahl angepasst werden kann. So hat man das ganz früher gemacht – und jetzt eben wieder. Oldschool eben! Ich habe mich wie zu Akai S2800 Zeiten gefühlt, wobei es damals schon ein brauchbares Timestretching gab. Genau durch diese eingeschränkten Möglichkeiten entstehen unvorhersehbare Ergebnisse. Wichtig zu wissen: Man hat pro Sample-Slot vier Sekunden Speicher in 12 kHz oder zwei Sekunden in 24 kHz für eigene Samples zur Verfügung. 128 Sample-Slots stehen bereit und somit kommen wir auf einen Sampling-Speicher von 512 Sekunden, sprich etwa achteinhalb Minuten. Das ist ok! Damit kann man arbeiten.

Tipp: Jedes interne Werks-Sample kann mit neuem Material überschrieben werden. Ein Factory-Reset, um die Werkseinstellungen wieder herzustellen, ist ebenfalls möglich.

Sequencer

Die Sonicware Liven Lofi-12 hat zwar nur vier Sequencer-Tracks (Spuren), aber diese lassen nichts vermissen. Die maximale Länge eines Patterns beträgt 64 Steps. Das Programmieren geht sowohl im Live- als auch im Step Modus. Das geht Hand in Hand, also ziemlich intuitiv. Überhaupt ist man sich dem Sequencer Konzept der vorherigen Grooveboxen treu geblieben, hat hier und da etwas entschlackt, wobei dann vieles wirklich einfacher geworden ist.

Sonicware_liven_lofi-12_sequenzer

Zufallsfunktionen und Shutter-Effekte auf Audio sind praktikabel und gerade bei Samples gut verwendbar. Das Parameter-Locking, also das Aufnehmen von Reglerbewegungen, ist pro Step programmierbar. Alternativ dreht man beim Spielen einfach an dem gewünschten Parameter und die Bewegung wird aufgezeichnet. Ich konnte keine Begrenzung in der gleichzeitigen Nutzung feststellen. Jeder Parameter lässt sich im Sequencer aufzeichnen. Das kann in einem Pattern pro Step zu gehörigen Klangunterschieden führen und macht das Konzept noch interessanter. Man kann sicher sein, keine Sequencer-Funktion zu vermissen. Auch die LoFi-12 ist vollgepackt mit Features, so wie die Brüder und Schwester aus gleichem Hause. Hier spielt man die Karte des Bewährten und bewegt sich auf sicherem Boden. Neu ist die Laid-Back-Funktion, die den Start des Samples etwas im Takt verschiebt, was dann in einem etwas groovigeren Zusammenspiel ausartet. Das ist vordergründig tatsächlich dem Hiphop entliehen, bringt aber etwas Natürlichkeit bei einem hart getakteten Groove zurück. Das klappt sogar und ist für mein Empfinden ziemlich sinnvoll. Es klingt nicht komisch. Was die Synchronisation des LoFi-12 mit externen Gerät angeht, gibt es hier überhaupt keine Einschränkungen. An alles wurde wieder mal gedacht!

Sonicware_liven_lofi-12_header

Hier noch ein Tipp: Beim Triggern von Loops unbedingt das interne Metronom einschalten und in der Lautstärke anpassen. Es ist werksseitig auf Null eingestellt. Das ist aber gerade beim Anpassen von Loops enorm hilfreich. Hierfür ist der interne Lautsprecher ganz sinnvoll.

Klangqualität und interne Audioeffekte & Sounds

Was die Klangqualität im Allgemeinen angeht, ist sie bei Verwendung von 24 kHz Samples exakt, wie die Sonicware Liven Bass & Beats oder die Sonicware Liven XFM. Es handelt sich ja um die gleiche Hardware. Man lässt sich leicht von dem Erscheinungsbild des Kunststoffgehäuses beeinflussen und empfindet manchmal den Klang als pappig, aber das liegt bei der LoFi-12 durchaus an so manchem Werks-Sample und speziell der 12 kHz Funktion. Das ist bei den internen Sounds schon stark vertreten. Ist ja logisch, das ist ja das Konzept. Insofern ist das Geschmacksache und muss jeder es selbst beurteilen. Die Klangqualität für diese Preisklasse ist nach wie vor in Ordnung. Man darf eben keine kristallig-seidenen Höhen erwarten. Das ist eine Maschine zum Jammen. Wer entsprechendes Material aufnimmt, der bekommt schon seinen Druck in den Beats und alle vier Spuren fügen sich detailliert zusammen. Hier kann man auch nichts bemängeln. Die internen Sounds sind eher im Hiphop oder im jazzigen Lounge-Bereich anzusiedeln. Auch hier und da gibt es Disco oder 70er-Klänge, die dann eher plakativ als natürlich klingen, aber zum Einstieg in das Gerät und zum Probieren ist das sinnvoll. Jeder interne Sound ist austauschbar, somit gibt es keine Genre-Beschränkung. Wir haben hier einen 4-Spur-Sampler! Leider ist keine der vier Spuren in der Lage, als eine Art Drumspur mehrere Samples zu verwalten, um dann innerhalb einer Spur allein einen Drumbeat zu basteln.

Sonicware_liven_lofi-12_effektprogramme

Sonicware_Liven_LoFi12_reverb_chartKommen wir noch zu den internen Audioeffekten, die jeder Spur individuell zugeordnet werden können. Es gibt eine Multi-Effekt-Engine und einen extra Reverb-Prozessor. Zur Verfügung stehen Chorus, Flanger, Delay, Crush, Distortion, Lowpass-Filter, Highpass-Filter, Isolator, Tilt-EQ, Tremolo und ein Kompressor. Der Reverb-Effekt hat ebenfalls mehrere Varianten: Hall, Room, Arena, Plate, Tunnel, Infinity, Tape- und Vinyl-Simulator. Wobei ich mich gerade frage, warum dieser bei den Hallprogrammen eingefügt wurde. Die Effekte klingen allesamt brauchbar und der Preisklasse angemessen. Der Sound der Reverbs ist ganz gut gelungen und klingt wirklich ganz ordentlich. Damit lässt sich schon ordentlich etwas anfangen. Zum Konzept passt die Tape-Simulation mit Noise und Wow+Flutter und auch das Vinylknistern ist von dezent bis überbordend einstellbar. Ich weiß, es hat etwas von Spielzeug, aber hier ist es stimmig. Hey, das muss so sein! Die Effekte lassen sich auch auf die Gesamtsumme dazumischen, sollte das gewünscht sein. Fettes Vinylknistern auf die Stereo-Summe macht doch Freude. Dann noch den Laidback-Regler dazu und dann wird gechillt. Hardware kann so schön sein. Zurück zum Thema! 

Sonicware LIVEN Lofi-12

Sonicware LIVEN Lofi-12

Kundenbewertung:
(2)

Bedienung der Sonicware Liven LoFi-12

So viele Funktionen gehen einher mit Doppelbelegungen, so auch hier. Die SHIFT-Taste wird hauptsächlich für die unteren Funktionen der Drehregler verwendet und die FUNCT-Taste ist für alle anderen Tasten zuständig. Daran gewöhnt man sich schnell, jedoch benötigt man das eigentlich immer. Das Display gibt Abkürzungen aus, die nach kurzer Zeit schon keine Hieroglyphen mehr sind. Dank der vielen beleuchteten Taster und LEDs ist die Orientierung gut gelöst. Die Drehregler sind zwar klein, haben aber einen guten Widerstand beim Bewegen. Der Value-Regler ist ja gerastert und somit kann man gut feinfühlige Parameter editieren. Man findet sich allgemein bei diesem Konzept schnell zurecht, insofern man ein einige Vorkenntnisse bezüglich des Samplings hat. Besonders toll ist der LED-Streifen, der beim Sampling den Pegel anzeigt, so wie er auf der roten Schablone gekennzeichnet ist. So hat man optisch den Lautstärkepegel des eingehenden Audiomaterials gut vor Augen.

Sonicware_liven_lofi-12_filter

Die meistgenutzten Taster auf dem Gerät: SHIFT und FUNC

Ausführliches Handbuch

War bei den Anleitungen der anderen Sonicware Geräte der Inhalt zu funktionell und technisch, aber wenig anschaulich, kann man hier von einem Update des Handbuchstils sprechen. Es ist zwar nach wie vor nur in Englisch verfügbar, aber eine gute Gliederung der Kapitel nebst Unterpunkten findet in der über 80-seitigen Anleitung Einzug. Ansprechende Bebilderung, ausführliche Tabellen und farbliche Symbole bringen den Inhalt direkt ins Hirn. Auch die Reihenfolge von entsprechenden Schritten ist bildlich durchnummeriert gekennzeichnet. Damit schafft auch ein motivierter Anfänger, die teils komplizierten Vorgänge zu erlernen. Ein großer Sprung an die Spitze, was das Handbuch angeht. Danke Sonicware! Die Kritiken der Vergangenheit wurden also erhört.

Zwischenfazit

Was soll man nur von der Sonicware Liven LoFi-12 halten? Im Prinzip wurden die Tapete (Design) gewechselt, die Inhalte verändert und Verbesserungen eingefügt. Nicht ganz! Das ist der erste Sampler von Sonicware, der auch einen ausgewachsenen Sequencer aufs Einfachste integriert und miteinander verschmilzt. Als Sahne nebst Kirsche kommen noch all die Features obendrauf, die es schon immer bei Sonicware gab und die auch funktionieren. Und das gibt ein fettes Paket. Klar, kann das auch eine iPad-App, aber nicht mit diesem Look & Feel. Die Hardware in ihrer Größe und ihrer Qualität geht völlig in Ordnung und bringt in ihrer Einfachheit alles auf den Punkt. Sowohl ein Einsteiger als auch ein Profi kann mit dem Gerät was anstellen, denn die Feature-Liste ist lang und man nutzt das, wonach einem ist. Natürlich sind vier Spuren etwas wenig für uns unendliche-Spuren-immer-zur-Verfügung-habenden Musiker. Aber wir wissen auch, dass weniger meist mehr ist. Ein Beat, ein Bass und ein paar andere Samples reichen doch aus, oder?

Ach ja, und ganz vergessen habe ich die süße Dankeskarte, die einem direkt ins Gesicht springt, wenn man die Packung öffnet! Ist das nicht schön bzw. eine Beeinflussung des Testers Meinung?

Sonicware_liven_lofi-12_thankyou

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Software Update 2.0 Neue Features

Resampling
Pattern und Tracks können nun resampled werden. Ebenso das Aufnehmen, während man spielt ist nun möglich.

Chopping
Die beiden neuen Modelle „Drum“ und „Chop“ wurde ergänzt. Nun können Drumbeat automatisch auf der Tastatur verteilt und einzeln gespielt werden.

Remix Effect
Ein Remix Effekt wurde den internen Effekten spendiert. Ein Beat Repeater macht real-time playing noch abwechslungsreicher.

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Fazit

Für 319,- Euro bekommt man eine sehr umfangreich ausgestattete Groovebox mit Schwerpunkt Sampling. Der ausgereifte Sequencer, der mit allen Schikanen ausgestattet ist, macht die Begrenzung der „nur“ vier Sample-Tracks wieder wett. Garniert mit vielen bewährten und ausgereiften Funktionen der Sonicware Liven-Serie, begeistern auch die Audioeffekte in diesem Preisbereich. Dadurch dass die Sonicware Liven LoFi-12 komplett mit eigenen Samples versehen werden kann, ist sie keinem Genre zuzuordnen und bietet portablen Sampling-Spaß zur Grundsteinlegung neuer Songideen. Aufgrund des Updates mit den nachgereichten sinnvollen Funktionen gibt es als Bewertung ein „Sehr Gut“.

Plus

  • erfrischendes Setting
  • flacher Einstieg in das Thema Sampling
  • relativ großer Sampling-Speicher
  • vorbildliches Handbuch
  • schnelles Erstellen von Song-Ideen
  • pro Spur 1 LFO mit 8 Schwingungsformen
  • Parameter-Locking

Minus

  • Overlay wird zum Samplen benötigt
  • leider kein SD-Kartenslot (nur als Hinweis)

Preis

  • 319,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    SynthUndMetal

    Ein sehr schöner Testbericht. Vielen Dank. Interessant wäre sicher auch ein direkter Vergleich mit dem Elektron Model:Samples, der ja preislich auf fast gleichem Niveau liegt.

  2. Profilbild
    D-Joe

    Feiner Testbericht!!!
    Coole Sound Beispiele!!!
    Die Anschlüsse sind auch nach meinem Geschmack => große 5pol Midi Buchsen :-)

    eine interessante Sache!!

    Danke!

  3. Profilbild
    Shimanski Beats

    Danke für den schönen Test! Hab mir ein paar Videos angeschaut und bin ziemlich angetan von der Maschine. Offenbar kann man über MIDI-Sysex auch eigene Samples reinladen. In der Tabelle steht es auch, im Test aber nichts hierzu. Hast Du das auch probiert, und wenn ja, was war Deine Erfahrung hierzu?

    • Profilbild
      [P]-HEAD (S.Bernhardt) RED

      Bei der Übersicht der Features steht es mit dem Im- und Export über MIDI.
      MIDI Protokoll für Samples ist immer langsam. Da hat sich in den letzten 30 Jahren auch nichts geändert.

  4. Profilbild
    mcclaneonfire

    Hallo an die community,
    hat jemand Tipps für reine Hardware-Sequencer, die man dann mit einem Synthesizer über CV verwenden kann? Ich bin da noch Neuling und finde bisher nur Sequencer, die diverse Zusatzfunktionen an Bord haben, die ich nicht unbedingt brauche (wie der hier vorgestellte LoFi-12). Ich hab auf amazona den Torso T-1 entdeckt: sowas zum Beispiel – aufgeräumt, laut Beschreibungen zum Auspriobieren und kreativ sein, inspirierend.
    So was wie Arturia Beatstep (Pro) wirkt irgendwie so nach Plastik und da ist mir der Micro-USB Anschluss auch zu alt inzwischen (jaja mäkel) :D
    Wer hat Ideen?

    • Profilbild
      komabot

      Hardware Sequencer gibt es inzwischen in jeder Preisklasse und mit vielen verschiedenen Konzepten.
      Aufgrund deiner Beschreibung könnte auch der „Korg SQ-1“ passen.
      Der vorgestellte LoFi-12 ist aber in erster Linie ein Sampler, kein Sequencer.
      Also ein Sampler der auch sequencen kann.

    • Profilbild
      mcclaneonfire

      Dank euch für die Tipps und Infos!
      Sowas wie der Korg SQ-1 / Korg SQ-64 passt glaube gut – gibt es sowas in -hüstel- modern mit USB-C und mmh sagen wir einen Hauch in die Richtung Torso Electronics T-1 ?
      DASSS wäre der Knaller. Also kompakt (keine große Workstation) und kreativ. Ich hab zB den Maschine Mikro MK3 – leider ist das Teil glaube nicht direkt als standalone an einem Hardware Synth wie Hydrasynth betreibbar
      -> ooooooder? Weiß da wer mehr?

      • Profilbild
        VMNN 1

        Also ich bin ein großer Fan des Torso-Electronics T1. Damit kannst du nichts falsch machen. Der T1 kann im Gegensatz zu vielen anderen Sequenzern 16 Spuren und diese jeweils polyphon. Und mit den aktuellen Updates auch viele Einstellung auf per Step Basis. Dazu noch einstellbare Skalen, Randomization, MIDI CC und MIDI Effekte. Anschlusseitig ist er mit USB-C, MIDI-Trio und CV/Gate auch für alles gewappnet. Einzig die mittlerweile über 260 Seiten starke Anleitung aufgrund der vielen neuen Funktionen ist doch etwas umfangreich 😀 aber dafür auch sehr detailliert…

        • Profilbild
          mcclaneonfire

          Ich hab den T-1 heute gebraucht ergattert und bin schon an der Anleitung dran. Sehr gut visuell umgesetzt und detailliert mit Beispielen!
          Hab es denke kommende Woche in den Händen.
          Ich bin sowas von gespannt 🚀

  5. Profilbild
    komabot

    „Irgendwie erinnert mich das Design an Akai Sampler, hier ohne Overlay“
    …wie kommst du auf das schmale Brett? 😉

  6. Profilbild
    moinho AHU

    Ein (gewohnt) schöner Bericht zu einem lustigen Gerät (sage ich als ein Selbstweihnachtsbeschenker).

    Zwei Anmerkungen habe ich zu zwei der drei notierten Minuspunkte:
    „keine Drumspur mit mehreren Samples“
    Jede Spur kann mehrere Samples (im Sinn von „ein anderes Sample pro Step“ via Parameterautomatisierung) abspielen. Was nicht geht, ist, auf einem Step mehrere unterschiedliche Samples zu spielen.
    „Overlay wird zum Samplen benötigt“
    Vielleicht steh ich da aufm Schlauch, aber ich hab‘ einige Samples gemacht, ohne das Overlay zu verwenden. Freilich wird die Bearbeitung der Samples schwierig, bis man den Inhalt des Overlays auswendig gelernt hat…

    Für mich persönlich ist auch die Bewertung eine Notenstufe höher, aber das mag damit zusammenhängen, daß ich mich als Mensch der jetzt spontan sagt „kost‘ ja nix, her damit“ riesig freu‘ über was, wovon ich in den Achtzigern träumte.

    • Profilbild
      [P]-HEAD (S.Bernhardt) RED

      Ok, klar wenn Du die Automatisierung zum durchlaufen von samples nutzt, ist das eher eine Zufallslösung, als das Spielen von einem Drumkit auf verschiedenen Keys.
      Bei den meisten Samplern oder Grooveboxen, oder Sequenzern gibt es meist eine Spur die nur für Drums vorenthalten ist. Daher ist das ein Minuspunkt.
      Zum Overlay: Portables Gerät -> immer Overlay mitnehmen! verlieren, geht kaputt, etc. kleine rote Schrift zusätzlich auf dem Display wäre noch ein Möglichkeit gewesen.
      Es ist zwar cool und sieht gut aus, aber das auswendig lernen der Funktionen ist dann doch ein bißchen viel verlangt.
      Wie ich geschrieben habe, ist die Tendenz zu sehr gut. Aber da man viele Dinge berücksichtigen muss, blieb die Bewertung bei einem „Gut“.

  7. Profilbild
    edibra

    Boah echt guter Testbericht!!!
    Ich bin gespannt ob sicher der Sampler über die Jahre durchsetzen kann. Vielleicht ist er ja ein Geheimtipp fürs „Samples durchschleifen lassen“ (Samples auf 12 Bit reduzieren)

    Ich habe ein altes Casio SK1 für diesen Zweck, aber dieser Sampler scheint doch etwas praktischer zu sein.
    Vielleicht habe ich ja mal das Glück einen gebrauchten günstig zu erwerben :-D

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