Workshop: Aufbau eines Projektstudios Teil 4: Audiointerface

9. April 2017

(Audio-) Qualität entscheidet

Beim Kauf eines Audiointerfaces sind mehr Dinge zu beachten als man zunächst denkt. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und es muss nicht immer das teuerste Interface sein, aber auch nicht das billigste. Um das für euch passende Audiointerface zu finden, muss man ein paar Faustregeln beachten, um später keine Enttäuschung zu erleben.

Hier zunächst der Verweis auf die bisherigen Workshops zum Aufbau eines Projektstudios:

Audioeingänge

Die Frage, wie viele Audioeingänge man benötigt, ist relativ schnell geklärt. Daher möchten wir hier auch nur die unterschiedlichen Ausführungen beschreiben.

Line-Ein-/Ausgänge: Können entweder symmetrisch oder unsymmetrisch ausgeführt sein und die Pegel entweder fest, schaltbar oder per Poti pegelbar haben. Sind meist als 6,3 mm Klinke ausgeführt.

Mikrofoneingänge: Können mit 48V Phantomspeisung oder ohne angeboten werden. XLR-Buchsen sind Standard, es können aber auch mechanisch manchmal recht anfällige XLR/Klinken-Kombobuchsen zum Einsatz kommen. Leider wird hier viel zu oft die Zugverriegelung eingespart. In den letzten Jahren hat sich in puncto Qualität der Vorstufen auch einiges getan und auch günstige Interfaces bieten recht gute Qualität. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dennoch nicht alle Preamps mit allen Mikrofontypen zurechtkommen. Es kann also durchaus sein, dass ein Preamp nicht zum Mikro passt.

Die Scarlett Reihe von Focusrite bietet mit den verschiedenen Interfaces eine große Auswahl

Instrumenteneingänge: Um einen Tonabnehmer, Synthesizer oder anderes Line-Equipment direkt anzuschließen, bieten die meisten Interfaces auch solche Eingänge an. Meist wird dabei einfach die Mikrofonvorstufe mit angepasstem Pegelbereich und angepasster Impedanz durch Umschalten benutzt.

Generell sind Signal- und Peak-LEDs eine willkommene Aussteuerungshilfe, auch wenn in der DAW eine hochauflösende Anzeige integriert ist. Doppelt hält, wie wir wissen, besser.

Kopfhörerausgänge: Hier spielt vor allem deren Leistung und damit auch die Verzerrungsarmut eine große Rolle. Günstige Kopfhörerverstärker gehen bei hohen Leistungen in die Knie und produzieren ein unangenehm klingendes verzerrtes Klangbild, während gut dimensionierte Köpfhörer Impulse immer noch gut wiedergeben können.

Main-Ausgänge: Für Homerecording wie auch für eine professionelle Arbeitsweise unerlässlich sind kleine Abhörsektionen, die sich glücklicherweise in vielen Audiointerfaces finden. Es steht dabei ein Main-Ausgang bereit, der in der Lautstärke regelbar ist und auch Funktionen wie Mute-, Dim- und Monoschaltung anbietet. Sind für diese Funktionen auch noch extra Bedienelemente vorgesehen oder lassen sich diese Funktionen per MIDI fernsteuern, bleiben kaum noch Wünsche offen.

Audioqualität von analogen I/Os

Während digitale I/Os (Inputs/Outputs) hinsichtlich der klanglichen Qualität neutral sind, sollte man beim Kauf vor allem auf die analogen achten. Audiointerfaces werden heute generell immer mit „24 Bit“ verkauft. Dass 24 Bit nichts anderes als die Wortbreite eines Samples ist und keinerlei Auskunft über die Audioqualität gibt, ist jedem Techniker klar.

Während die besten Analogwandler bei 122 dB(A) Rauschabstand liegen, so bewegt sich der Durchschnitt bei 105 dB(A) S/N, was auch für professionelle Aufnahmen absolut ausreichend ist. Wirklich schlecht klingende Interfaces sind heute nur noch sehr selten anzutreffen, aber auch bei bekannten Herstellern gibt es immer wieder klangliche Ausreißer, die vom Käufer ohne Vergleichsmöglichkeiten kaum auszumachen sind.

Forum
  1. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    „Daher in Ruhe Gedanken machen, was man aktuell und vielleicht in 1-2 Jahren benötigt, damit man nicht zu „klein“ anfängt. Willkommen in der Welt des Recordings.“

    Und dabei im Hinterkopf haben, wie es bei dem jeweiligen Hersteller in der Regel so mit Treiberupdates aussieht. Sonst ist man ggf. beim nächsten Betriebssystemupgrade schnell mal der Angeschissene.

  2. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Am wertbeständigten dürften »Stand alone« Geräte sein. Als Beispiel das »Metric Halo ULN8«. Altern durch Software ist sehr ärgerlich wenn man „sein Gerät“ gefunden hat. Ich mag auch mein »Tascam FireOne« Interface. Leider gibt es am Markt keinen auch nur ähnlichen Nachfolger. Das läuft mit entsprechendem Adapter auch mit neueren Rechnern.

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