Workshop: Auflegen wie Richie Hawtin & Co

11. Februar 2018

Wie baut man ein Hybrid-Set?

Richie Hawtin

„Auflegen wie Richie Hawtin“… Allein schon der Titel dieses Workshops könnte bei einigen Lesern zu großen Fragezeichen in den Augen führen. Warum sollte ich wie Richie Hawtin auflegen wollen?

Dieser Workshop soll natürlich nicht als eins zu eins Anleitung verstanden werden, um dann mit genau dem gleichen Setup wie Richie Hawtin aufzulegen, vielmehr soll er euch ermutigen, selbst mit eurem Setup und euren Laptops oder auch externen Audio-Gerätschaften aller Art herum zu probieren und euer Setup möglicherweise zu erweitern. Und wenn euch dabei der ein oder andere Trick weiterhilft, umso besser!

Eines muss man Richie Hawtin lassen: Er versteht es wie kein anderer Dj unserer Zeit, mit den enormen kreativen Möglichkeiten, die uns allen immer leistungsstärkere Technik bietet, die Grenzen des „Dj-ings“ aufzuweichen.

Ich möchte euch in diesem Workshop also zeigen, wie Richie Hawtin, aber auch zum Beispiel Dubfire mit Traktor, Ableton Live und Effekt-Plug-ins ein hoch kreatives Setup zusammenstellen, welches sich aber auch bei ihnen immer weiterentwickelt.

Technik

Fangen wir also ganz von vorne an, nämlich welche technischen Gerätschaften ihr für ein solches Setup braucht. Wer keine dieser Geräte sein Eigen nennt, sollte sich klar sein, dass diese ein nicht unerhebliches Loch in die Portokasse reißen können.

Essentiell ist ganz am Anfang der Kette ein Laptop, der von seiner Leistung her mit 4 Decks Traktor, Ableton Live und VST-Effekt-Plug-ins gleichzeitig locker klar kommen sollte. Ein Mehrkern-Prozessor und mindestens 8 GB RAM sind also ein Muss.

Das nächste, wichtige Stück Technik ist eine externe Soundkarte, die mindestens 12 Ausgangs- und 4 Eingangskanäle und dabei eine geringe Latenz haben sollte. Wer jetzt direkt eine Internet-Suche startet, wird schnell dahinter kommen, dass es solche Soundkarten nicht gerade wie Sand am Meer gibt und diese außerdem nicht gerade für ein Taschengeld zu haben sind.

Ich habe für diesen Workshop drei Geräte testen dürfen.

Nachfolgend eine kurze Übersicht mit den für diesen Workshop relevanten Spezifikationen:

1. Allen & Heath ICE16, welches eigentlich als Mehrspur-Aufnahmegerät gedacht ist, aber über eine Audiointerface-Funktion verfügt. USB2-Anschluss, 16 Ausgänge als Cinch und 16 Eingänge als 6,3 Klinke. Straßenpreis 815,- Euro

Allen & Heath ICE-16

Allen & Heath ICE-16 – Ein Mehrspur-Recorder mit Soundkarten-Funktion

Allen & Heath ICE-16

Allen & Heath ICE-16 – Übersichtlich, die Ein- und Ausgänge

2. MOTU 1248 AVB. Thunderbolt- und USB2/3-Anschluss, 8 analoge Eingänge und 12 analoge Ausgänge, jeweils als 6,3 Klinke. Straßenpreis 1.549,- Euro

MOTU 1248 AVB

MOTU 1248 AVB – Eine Soundkarte der neuesten Generation

MOTU 1248 AVB

MOTU 1248 AVB – Alle Anschlüsse, die man braucht

3. RME Fireface UFX. Firewire 400 und USB2-Anschluss, 12 analoge Eingänge als 6,3 Klinke, 6 analoge Ausgänge als 6,3 Klinke, 2 analoge Ausgänge als XLR, 2 analoge Ausgänge als 6,3 Stereo-Klinke (Kopfhörerausgänge). Straßenpreis 1.949,- Euro

RME Fireface UFX

RME Fireface UFX – Sehr warmer Klang, nicht umsonst die Wahl vieler Top-DJs

Wenn nicht anders aufgeführt, verstehen sich alle Kanäle als Monokanäle.

Ein kleiner „Geheimtipp“ meinerseits ist die MOTU Ultralite MK3 Hybrid, welche ich mein Eigen nenne und über einen Firewire 400 Anschluss, 12 analoge Ausgänge als 6,3 Klinke, 2 analoge Ausgänge als 6,3 Stereoklinke (Kopfhöreranschluss) und 8 analoge Eingänge als 6,3 Klinke verfügt. Außerdem kommt sie entgegen den oben genannten Geräten, die alle als 19 Zoll Rack-Geräte ausgeführt sind, in einem handlichen 9,5 Zoll Gehäuse daher. Man kann sie also noch super im Dj-Case transportieren. Der Straßenpreis hält sich aktuell mit um und bei 600,- Euro auch noch einigermaßen im Rahmen.

Das nächste Glied in der Kette ist der Mixer. Wenn man mit 4 Decks aus Traktor, einem Live-Elemente-Kanal aus Ableton Live und einem Effekt-Return aus Ableton Live spielen möchte, braucht man nach Adam Riese 6 Stereo-Mixer-Kanäle. Das verringert die Anzahl der brauchbaren Dj-Mixer auf eine Hand voll. Der wohl beliebteste Mixer, der alle Voraussetzungen erfüllt, ist derzeit der Allen & Heath Xone:92. Er besitzt 4 vollwertige Kanäle und 2 Mikrofon- bzw. Return-Kanäle. Alle 6 Kanäle verfügen jeweils über 2 Sends, mit denen man die Signale zu externen oder wie in unserem Fall in Ableton Live integrierte Effekt-Einheiten schicken kann.

Der jüngst von Richie Hawtin persönlich vorgestellte Mixer Model-1 ist mit seinen 6 Kanälen plus 2 Return-Kanälen sogar direkt für solch eine „Dj-Live-Hybrid-Spielweise“ entwickelt worden. Wir berichteten hier kurz nach der Vorstellung.

Technisch bekommen wir jetzt theoretisch schon Musik aus unserem Rechner über die Soundkarte in den Mixer und somit auf eine PA-Anlage im Club oder auf dem Festival. Aber wir wollen unsere Musik ja auch „anfassen“ und steuern können, wir brauchen also noch MIDI-Controller, die wir nach unseren Wünschen für verschiedene Aufgaben selber mappen können. Nicht ohne Grund sind hierfür die Allen & Heath Xone:K2 und Xone:K1 bei vielen großen Djs sehr beliebt, denn sie bieten Endlos-Encoder, Potentiometer, Fader und viele Knöpfe und sind dabei aber relativ klein und damit gut von Gig zu Gig zu transportieren. Für die Steuerung von Drum-Racks und Clips in Ableton Live bietet sich praktisch der hauseigene Controller Push(2) an.

DJ Hybrid Setup

Ableton Live Push und 2x Allen & Heath K2

Natürlich kann man aber auch jegliche andere MIDI-Controller seiner Wahl nutzen und für Traktor und Ableton Live mappen; wie das funktioniert, setze ich als Wissen für diesen Workshop voraus. Auch werde ich nicht im Detail auf das MIDI-Mapping eingehen, denn welches Poti was steuert, das sollte jeder für sich selbst entscheiden.

Doch möchte ich euch als kleine Denkhilfe folgende Parameter ans Herz legen, die ihr super in eurem Mapping berücksichtigen könnt:

Lautstärke, Stummschaltung, Tonhöhe von Percussion-Sounds, Effekt-Send, aber auch die LEDs eures MIDI-Controllers lassen sich aus Ableton Live und Traktor ansteuern.

Allen Heath K2

Allen Heath K2 – LED-Rückmeldungen aus Ableton Live und Traktor

Software

Neben den schon erwähnten Programmen Traktor und Ableton Live 9 benutze ich, so wie Richie Hawtin auch, zwei Effekt-VST-Plug-ins als Send-Effekte in Ableton Live. Das Lexicon PSP42 Delay und das Standard Ableton Reverb. Das Lexicon Delay kann man sich auf der Website von PSP-Audio als 14 Tage voll funktionsfähige Demoversion herunterladen und testen.

Link: PSP-Audio Demo Downloads

Mit 149,00 US$ ist es definitiv eines der teureren Lexicon-Emulationen, es ist seinen Preis aber auf jeden Fall wert, denn es ist leicht zu bedienen, bietet klasse Funktionen und klingt einfach extrem gut.

PSP42 & Ableton Live Reverb

Lexicon PSP 42 & Ableton Live Reverb

Vor allem die Band-Delay typische Pitch-Shift-Funktion des PSP42 benutzt Richie Hawtin sehr gerne und ist Teil seines „persönlichen Sounds“ geworden. Und das zu Recht, denn mit ein wenig Übung hört sich dieser Effekt einfach klasse an und macht einem als DJ, aber auch dem Publikum Spaß – wenn man es mit dem Einsatz – wie mit allen Effekten – nicht übertreibt.

Verbindung

Wir haben nun eine ganze Menge Technik und Software vor uns, aber wie bringt man nun all diese Einzelteile zu einem großen Ganzen zusammen und behält dabei noch den Überblick?

Das erkläre ich euch am besten anhand der nachfolgenden Grafik:

Dj Hybrid Verbindungen

Dj Hybrid Setup – Der Signalfluss als Grafik

Jedes Deck in Traktor wird jeweils einem Stereo-Paar der Soundkarte zugewiesen und mit dem Mixer wie gewohnt mit Audiokabeln verbunden. Ähnlich verhält es sich mit den Kanälen in Ableton Live, jedoch benutzen wir für die beiden Effekte nur einen Ausgang an der Soundkarte, um diesen mit einem Return-Kanal am Mixer zu verbinden, denn der zweite Return-Kanal wird für ein Drum-Rack und gegebenenfalls für vorgefertigte Loops benutzt. So kann man die Effekte und Sound-Quellen getrennt von einander mit dem Equalizer bearbeiten und zum Beispiel auch das Drum-Rack mit den Send-Effekten „verschönern“.

In Ableton Live sollte darauf geachtet werden, dass jeder Kanal direkt an einen physikalischen Ausgang an der Soundkarte gesendet wird und nicht über den Master-Kanal in Live läuft. So kann die Latenz so gering wie möglich gehalten werden.

Ableton Live Kanalrouting

Ableton Live Kanalrouting – alle Kanäle direkt an die Soundkarte geroutet

Um Fehler oder Doppelbelegungen in den Kanalzuweisungen von Ableton Live und Traktor zu vermeiden, bietet Live die Möglichkeit, in den Audio-Einstellungen einzelne, aber auch Kanal-Paare von der Auswahl als Quelle oder Ziel in den Kanalzuweisungen auszuschließen.

Wie bekommt man nun aber Traktor und Ableton Live dazu, synchron zu laufen, ohne dass man immer wieder manuell eingreifen muss? Hier kommt der sogenannte „Virtual MIDI Port“ von Traktor ins Spiel, den es leider nur unter Mac gibt. Bei Windows muss man auf Drittanbieter-Lösungen zurückgreifen. Dieser wird von Traktor automatisch zur Verfügung gestellt, wenn das Senden der MIDI-Clock in den Einstellung aktiviert ist und kann dann in Ableton Live als MIDI-Clock-Quelle ausgewählt werden. Entgegen sonstigen physikalischen MIDI-Verbindungen braucht man hier auch nur einmal den Latenzausgleich einstellen und beide Programme laufen dann bei jedem Start perfekt synchron.

Traktor Virtual Midi Port

MIDI-Clock aus Traktor – Traktor Virtual Output in Ableton Live

In Ableton Live ist darauf zu achten, dass das Empfangen eines externen MIDI-Clock-Signals mit einem Klick auf den „EXT“-Button ganz oben Links im Programm aktiviert wird, so startet Live mit der Wiedergabe, sobald es ein Start-Signal der MIDI-Clock aus Traktor empfängt.

Solltet ihr mit externen Geräten oder zwei Laptops, wie zum Beispiel Chris Liebing aus Sicherheitsgründen arbeiten wollen, kommt ihr leider nicht drum herum, nach jedem Aufbau zu testen, ob alle Geräte synchron laufen und den MIDI-Clock-Versatz anzupassen. Ich habe es schon gehabt, dass selbst bei unangetastetem Aufbau nach dem Neustart des Laptops externe Geräte nicht mehr synchron liefen. Ich rate euch daher zu erwähnter Software-Lösung über die virtuelle MIDI-Verbindung.

An dieser Stelle möchte ich auch ein kurzes Wort zu Audiokabeln verlieren: Wer mit einem Setup im Wert von mehreren Tausend Euro bei einem Gig auftaucht, wird von allen Tontechnikern zu Recht komisch angeguckt, wenn man diese Geräte dann mit den billigsten Cinch-Kabeln aus dem Elektronik-Laden um die Ecke verbindet. Denn eine Kette ist nur so stark, wie das schwächste Glied.

Benutzung

Alle Geräte sind mit (guten) Kabeln verbunden, die relevanten Software-Einstellungen sind gemacht, die MIDI-Controller sind gemappt, die Top-10 der aktuellen Minimal-Charts sind von YouTube gerippt; es kann also losgehen…

Ja genau, ihr habt die Fehler bemerkt. Erstens kaufen wir unsere Musik natürlich legal auf einem der zahlreichen Portale und achten zweitens auf eine gute Qualität der Musik-Dateien, die wir kaufen. 320 kb/s MP3 sind dabei wirklich das Minimum! Wer sich selber, dem Publikum, der Anlage des Clubs oder des Festivals, dem Tontechniker und allen anderen beteiligten Personen eine Freude machen möchte, der kauft besser WAVs oder die etwas Speicherplatz freundlicheren sogenannten „Lossless“-Formate wie AIFF oder OGG. Warum? Auch dazu gibt es eine Antwort von uns.

Nun kann es aber wirklich losgehen.

Puristen und Sync-Button-Hasser können sich nun angewidert wieder ihren Plattenspielern und dem Pitchfader zuwenden, denn aufmerksame Leser haben schon lange verstanden, dass mit solch einem komplexen Setup ohne die Master-MIDI-Clock hier kaum etwas geht.

Wir laden also nun am besten gleich mehrere Tracks in die Decks in Traktor, drücken den Sync-Button und auf Play, der Kanal-Fader wird in seine offene Postion gebracht und die Musik schallt aus unserer PA-Anlage. Man kann also wie gewohnt, ganz normal mit mehreren Decks aus Traktor spielen.

Der Spaß beginnt aber erst richtig, wenn man nun in Traktor die MIDI-Clock startet und mit einem vorbereiteten Drumrack aus Ableton Live Percussion-Elemente oder auch eigene vorproduzierte Loops über die laufenden Tracks laufen lassen kann. Über die Send-Regler der Kanäle am Mixer kann man die Tracks oder Live-Elemente in die Effekt-Einheiten schicken, um so mehr Dramatik oder eigene Breaks in die Tracks einzubauen.

So merkt man auch schnell, dass man mit ein wenig Übung nicht unbedingt jeden Track so spielen muss, wie er produziert wurde, sondern die Tracks quasi live remixen und bis zur Unkenntlichkeit verfremden kann. Das ist auch der Grund, warum Richie Hawtin und Co. extrem viel mit Loops von fertigen, aber auch von unfertigen Tracks oder sogar nur einzelnen Elementen von zugesandtem Promo-Material arbeiten.

Der eigenen Kreativität sind mit solch einem Setup wirklich kaum noch Grenzen gesetzt, jedoch sollte man unbedingt darauf achten, dass man in der Freude über die vielen Möglichkeiten nicht alles auf einmal benutzt und abspielt und so grausamen „Sound-Matsch“ fabriziert. Gerade mit solch einem Setup ist Weniger mehr.

Auch hier macht Übung den Meister! Denn wann man welchen Effekt, welchen Bass-Loop oder welchen Drum-Sound mit dem Drum-Rack live über den gerade laufenden Track spielen kann, will gelernt sein.

Hat man das Prinzip aber einmal verstanden, öffnen sich ungeahnte Klangwelten, die einen sogar oft selber überraschen und einfach extrem viel Spaß machen. Und wenn einem das eigene Spielen mit Musik Spaß macht, kommt dieser Spaß meist auch beim Publikum an und man kann sich gemeinsam auf eine spannende Reise durch einen Club-Abend oder einen Openair-Festival-Tag begeben.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die von mir getesteten Soundkarten zurück kommen, denn diese haben selbst auf meinen kleinen 3 Zoll Abhören plus 5 Zoll Subwoofer einen für mich doch sehr überraschend individuellen Klang an den Tag gelegt. Die MOTU-Geräte weisen einen sehr sauberen, klaren Klang über alle Frequenzbereiche auf, wohingegen die RME-UFX einen unglaublich runden und warmen Klang, vor allem in den Tiefen besitzt. Der Klang der Allen & Heath ICE-16 ist da eher sehr zurückhaltend und unaufdringlich. Es hängt also ganz vom persönlichen Geschmack und auch ein wenig vom Geldbeutel ab, für welche Soundkarte man sich entscheidet. Ich für meinen Teil bin durch diesen Workshop und den damit zusammenhängenden Test der verschiedenen Geräte einmal mehr Fan des MOTU-Klanges geworden.

Wenn man die technischen Hürden genommen und verstanden hat, schreit dieses Setup schon fast danach, ständig erweitert und verändert zu werden um weiter am Ball zu bleiben oder neue technische Geräte mit in sein Auflegen zu integrieren. Es ist also ein Beginn einer Reise, bei der sich das Transportmittel ständig verändert. Somit bleibt es immer spannend und wird einem einerseits viel Arbeit bringen, Nerven kosten, aber sobald es wieder funktioniert, viel Spaß bringen.

Richie Hawtin und Dubfire beim Boiler Room 2016 in Berlin

Richie Hawtin und Dubfire beim Boiler Room 2016 in Berlin

Forum
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    xhanibalx  

    Schönes Beispiel für ein solches Setup ist Florian Meindl der sein Döpfer System einbindet. Dasscheont mir sogar noch Konsequenter zu sein.

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    DanielT  

    Tut mir leid, wenn ich es mal so drastisch sage. Aber wenn man sich die Sets anhört von Hawtin usw., dann eröffnet sich da lediglich der Eindruck, dass mangelnde Kreativität und Handwerk durch Technik ersetzt werden soll. Teilweise dient es zudem auch der Bequemlichkeit des DJs.

    Wenn man sich im Vergleich dazu die Set von wirklichen Könnern aus den 80er und und 90er anhört (z.B. Bad Boy Bill, Terence Parker usw.), dann hört man wirklich was Handwerk und Kreativität ausmachen. Da wird mit Scratch mit Cuts usw. gearbeitet und es geht auch mal was daneben. Kurz das Set lebt.

    Ich habe mir viel Sets von Hawtin angehört und die Sets hören sich von Anfang bis Ende homogen an, wie eine deutsche Autobahn.

    Ich glaube, dass mit Technik viel machbar ist und bin grundsätzlich auch nicht dagegen, aber man sollte doch bitte Produzieren und Auflegen nicht durcheinanderwerfen. Letztendlich kommt dann beim Auflegen eine Mischung raus, die keiner will. Das Auflegen hat da eben natürliche Grenzen und mir ist ein DJ lieber der eine gute Soundauswahl trifft und einen guten Spannungsbogen hinbringt, als irgendwelchen halbgaren Live-Remix-Versuche.

    Und wenn schon viel Technik, dann sollte man sie auch wirklich beherrschen, dann kann man vielleicht mit der Technik wirklich Grenzen sprengen. Momentan ist eher das Gegenteil der Fall.

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      Max Neumann  RED

      Wie ich schon eingangs des Workshops sagte, geht es in diesem nicht darum, ob man die Sets von jenem oder anderem DJ persönlich gut findet oder nicht.
      Es soll rein um die technischen Möglichkeiten gehen. Ob man diese am Ende dann komplett, nur zu einem Teil, oder gar nicht nutzt bleibt dann natürlich jedem selbst überlassen.

      Ausprobieren ist hier die Devise! ;-)

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    Renton

    Hallo Max,

    zunächst einmal vielen Dank für den sehr informativen Artikel. Vielleicht könntet ihr beim nächsten Artikel dieser Art noch etwas detaillierter auf die Verbindungen der Geräte untereinander eingehen. Gerade die Verkabelung/Synchronisierung stellt für viele User die grösste Hürde da. Hier würde ich mir noch mehr Infos, Tipps und Anregungen wünschen.

    Gruss

    Renton

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    chain  AHU

    Muss das eigentlich so teuer sein? 3k Grundausstattung? Was ist das preiswerteste Setup, für den Normalo = 1, 2k€ per Monat netto? Leben ja nicht alle in FFM

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      Max Neumann  RED

      Ich denke kaum, dass man sich ein solches Setup auf einen Schlag kauft.
      Wie auch bei mir, entwickelt sich ein Setup wie dieses über die Zeit. Denn auch das technische Wissen und das Können mit dem Setup umzugehen, wollen gelernt und trainiert sein. ;-)

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        chain  AHU

        Warum sieht man eigentlich nie solch Hybriden wie Pionier DJ-SB oder Novation Twitch und Native Instruments S4 usw,
        d.h. modern DJ Controller, bei den Hyper Acts?
        Das Ritchie auch einen auf Paul Kalkbrenner macht, Hauptsache eine AD-Wandlung, war mir durchaus neu, aber sein eigener Mixer deutet es schon an, das DVS vor 10 Jahren mal innovativ war.
        Das analoge Filter, ist und war, ja eines der Hauptargumente, zum Kauf von Allen & Heath DJ Stuff.

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          Max Neumann  RED

          Das sind aber einige Fragen, die nichts mit dem Workshop zu tun haben… Ich versuche aie trotzdem zu beantworten:

          1. Die „großen“ spielen meist nicht mit all-in-one Controllern, da sie zwar alles können, aber alles nicht richtig. Die Controller haben weniger Funktionen, die Soundkarte ist schlecht und vom eingebauten Mixer fang ich gar nicht erst an. Außerdem ist die Größe solcher Dj-Hammond-Orgeln, wie ich sie liebevoll getauft habe, einfach extrem unpraktisch, wenn man viel unterwegs ist.

          2. Was du mit deiner Aussage über Richie Hawtin in Zusammenhang mit seinem Mixer, einer AD-Wandlung, Paul Kalkbrenner und einem Digital-Vinyl-System sagen möchtest, ist mir ein Rätsel!?

          3.Das analoge Filter der A&H-Mixer klingt einfach butterweich und schön. In Kombination mit dem 4-Band-EQ des Xone:92 ist dieser, meiner Meinung nach für den Bereich elektronisch Musik mit langen Übergängen perfekt geeignet, ja.

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    el_dani

    AIFF ist aber kein komprimiertes Format sondern nur das Mac-Gegenstück zu WAV, FLAC ist normalerweise Lossless-Standard

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      Max Neumann  RED

      Recht hast du. Aiff ist ein unkomprimiertes Container-Format.

      Der Sinn der Aussage, um die es eigentlich geht, bleibt aber der Selbe.

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      Coin  AHU

      Max4Live war mir zu instabil, hat es mir doch oft
      das Ableton Projekt zerschossen und/oder
      Parameterwerte wurden vergessen.
      Vielleicht ist das ja mit der Version 7 besser geworden, wer weiss.
      Z.B. der Envelope Follower war sehr nützlich.

        • Profilbild
          Coin  AHU

          32 GB Ram ? oO…
          Joa, weiss nicht was die aktuelle Version ist.
          Wo ich mit gearbeitet hatte war die 6er aktuell.
          Hab zwar Max7 installiert, aber die Lust ist mir vergangen.
          Vielleicht sollte ich es mal wieder raus kramen.
          Notebook mit i7 – 4×2,6 und 8 GB Ram.

  6. Profilbild
    giules

    Ich benutze das gleiche Setup, allerdings mit der Maschine Softare.
    Mit Live habe ich immer das Problem gehabt, dass Live, sobald Traktor im Vordergrund war, gehakt hat, bzw. sich die Push 2 nicht mehr richtig bedienen ließ.
    Sobald Live wieder Nr1 war, lief alles problemlos.
    Und das auf einem großen MacBook mit i7, 16GB Ram und SSD und Motu 828x.

    Hatte hier jemand das gleiche Prob und ne Lösung??

    ✌️

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