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Test: Moog, Minitaur, Bass-Synthesizer

kleiner Moog Taurus

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Es ist derzeit schon sehr spannend, was sich beim Analog-Hype so entwickelt. Auch die Firma Moog bildet hier keine Ausnahme und schickt den Moog Minitaur ins Rennen. Der Minitaur ist die Desktop-Variante des viel gerühmten Moog Taurus und wurde demnach als reiner Bass-Synthesizer konzipiert. Er beherbergt die Klangerzeugung der Taurus Modelle 1 und 3 und sollte demnach megafett klingen. Das werden wir hier in diesem Test durchleuchten.

Der Moog Minitaur

Der Moog Minitaur

Ein kurzer Überblick

Der monophone anschlagdynamisch spielbare Moog Minitaur findet in einem schwarzen solide gefertigtem Stahlgehäuse mit den Maßen 21,5cm x 13 cm Platz und passt somit wunderbar auf jeden Schreibtisch und für den Gig in den Rucksack.

Den Strom wandelt ein externes Netzteil auf 12 Volt, und auf der Rückseite findet man neben den 6,3 mm Klinken-Anschlüssen für Audio OUT, Audio IN, Pitch CV, Filter CV, Volume CV, Gate auch MIDI IN und USB. Ein Kopfhörer kann über eine 3,5 mm Klinkenbuchse angeschlossen werden.

Insgesamt stehen 17 Drehregler (Potentiometer) und 4 Taster für die Klangformung zu Verfügung – auf eine Speichermöglichkeit wurde verzichtet. Leider ist auch keine Arretierung des Netzteilsteckers vorhanden, welches beim Liveeinsatz unter Umständen zum Stromverlust führen könnte. Im Studio hingegen sehe ich da keinen Nachteil.

Die rückseitigen Anschlüsse des Moog Minitaur

Die rückseitigen Anschlüsse des Moog Minitaur

 

Klangerzeugung

Der Minitaur hat 2 analoge Oszillatoren, die sich mittels eines Tasters zwischen Saw und Pulse umschalten lassen, d.h. SAW ist aktiv, wenn der Taster nicht leuchtet. Gleichzeitig jedoch lassen sich die Schwingungsformen pro Oszillator nicht aktivieren, wobei Saw exakt der des Taurus gemäß Aussage von Moog entspricht.

Der Pegel beider Oszillatoren lässt sich im Mixer unabhängig voneinander regeln.

Leider steht eine Verstimmung nur dem VCO 2 mittels eigenem Regler im Umfang einer Oktave zur Verfügung, was aber im Grunde für den Sinn als Basserzeuger völlig ausreichend ist.

Filter, Hüllkurven, LFO und Glide

Hier kommt das Moog Ladder Filter zum Einsatz, welches über ein etwas größeres Poti für die Cutoff-Frequenz verfügt und einen Regelbereich von 20 Hz bis 20 kHz zulässt. Daneben finden sich Regler für Resonanz und EG-Amount (Einfluss der Hüllkurve auf das Filter).

Als Modulation steht ein LFO zur Verfügung, rechts daneben befinden sich die Hüllkurven für das Filter und den Amplifier. Hier befinden sich jedoch nicht erwartungsgemäß 4 Regler, sondern nur 3. Das Poti für Decay ist hier mit einer Doppelfunktion belegt, welches mittels eines Tasters die Regelung des Release freigibt.

Der LFO regelt einen Frequenzbereich von 0,01 Hz bis 100 Hz und lässt sich per MIDI in der Geschwindigkeit und im Anteil für Oszillator und Filter synchronisieren.

Eine Glidefunktion wurde dem Minitaur selbstverständlich auch mitgegeben, welche mittels eigenem Taster für ON/OFF und Regler für die Intensität ausgestattet ist.

Die Hüllkurvensektion des Moog Minitaur

Die Hüllkurvensektion des Moog Minitaur

Die Filtersektion des Moog Minitaur

Die Filtersektion des Moog Minitaur

Klangbeispiele

  1. Profile Photo
    mira

    Das/Der Filter klingt anders als bei LP oder Voyager. Hätte gerne noch ein paar Worte zu den Unterschieden in der Klangerzeugung erfahren? Allein der Regelbereich kann’s m.E. nicht sein.

    Sicherlich gibt’s auch Unterschiede bei den Oscillatoren. Alles klingt irgendwie mehr “vintage”.

    Wer weiß mehr?

    • Profile Photo
      m.heublein •••

      Das Filter ist in der Tat anders als beim LP, da es beim Minitaur “nur” ein 24dB 4-Pole Filter ist. Der LP hat ja mehrere Filtertypen im Menü abrufbar. Des weiteren bieten die Oszillatoren des LP eine stufenlose Umschaltung zwischen den 4 Wellenformen. Das kann der Minitaur nicht. Beide Geräte unterscheiden sich definitiv und zielen auf unterschiedliche Zielgruppen. Ich konnte beide Synthesizer miteinander vergleichen und man merkt dem Minitaur seinen Zweck als reiner Basssynthesizer an.

      • Profile Photo
        mira

        klar, das LP-Filder kann man verstellen, aber ich meinte eigentlich den Vergleich unter “gleichen Bedingungen”.

        Obwohl ich den Minitaur bisher nicht spielen konnte, erzeugt das 24dB Filter m.E. einen anderen Klang (mehr Obertöne) als das LP-Filter in der 24dB Einstellung. Dazu hätte ich gerne noch Informationen, wenn es diese gibt.

  2. Profile Photo
    Nesho

    soviel ich weiß, deckt das Filter des Minitaur einen größeren Frequenzbereich ab (20Hz bis 20kHz während es beim Voyager/Phatty 20Hz bis 12kHz sind)

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    Viertelnote

    Schade, dass es keine OscSync direkt am Gerät
    gibt. wäre meiner Meinung nach mehr als Pflicht gewesen.

    Ist eine Kaskadierung mehrere Minitaur möglich?

    mfG

    • Profile Photo
      m.heublein •••

      Der Sync der beiden Oszillatoren ist aber im Editor verfügbar und funktioniert auch prima. Zur Kaskadierung: Das konnte ich bisher leider noch nicht in Erfahrung bringen, aber denkbar wäre es. Beim Voyager und den Phattys geht es ja. Ich werde Amos aber diesbezüglich noch mal kontaktieren, da es mich auch interessiert. Sicher ist aber, dass in künftigen Firmwareupdates noch einige Features geplant ist.

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    Bubla

    Gestern einen Minitaur bestellt, bin gespannt darauf und hoffe er kann sich mit seinem Sound gut in meine anderen Geräte eingliedern.

  5. Profile Photo
    feelKlang

    Das kein Speicher zur Verfügung steht ist einwahrer Segen, so muss man sich entscheiden und den Klang sofort aufnehmen um den Synth für weitere Projekte zu verwenden.

    Mit Editoren habe ich sehr schlechte Erfahrung gemacht. Sofern der Editor nicht zwingend für das Editieren des Minituar’s notwendig ist, sehe ich da aber kein Problem.

    • Profile Photo
      filterfunk

      Bei aller Begeisterung für das Gerät (welche ich absolut teile): Fehlende Speicherbarkeit geht gar nicht!
      Dass wegen einen paar Euro Mehrpreis auf ein derart essenzielles Feature verzichtet wird finde ich absurd.
      Die Klangerzeugung ist zwar mitnichten kompliziert. Dennoch muss es aber möglich sein, Klänge auf Knopfdruck zu reproduzieren, und zwar ohne Editor.
      Alles Andere ist retro-anachronistisch, und positioniert das Gerät somit in Richtung Freak-Ecke.
      Vielleicht gibt es ja bald einen Bausatz zum Selberlöten, vielleicht wird’s dann noch billiger??

  6. Profile Photo
    dr_roland

    Find ich irgendwie schon ein bisschen frech. Für meinen Voyager musst ich die Software einzeln kaufen und jedes einzelne Firmwareupdate getrennt berappen.

    Ich frag mich obs des Ding irgendwie bringt für Voyager Besitzer..hmmm…

  7. Profile Photo
    siebener

    schade – da improvisation mein musikalischer schwerpunkt ist, ist wegen des fehlenden sync-schalters dieses eigentlich doch sehr interessante gerät letztlich inakzeptabel.

  8. Profile Photo
    a.jungkunst AHU

    Ich habe mir nach langem Hin und Her nun doch den kleinen Bullen gekauft, nicht zuletzt, weil ich es leid war, für einfache Bassläufe ein komplexes System nutzen zu müssen.
    Die Demos haben es schon angedeutet, der Minitaur ist ein intuitiv zu bedienendes und (nicht nur) für Freunde des Moog-Charakters ein verdammt gut klingendes Instrument. Es mag für den einen oder anderen bedauernswert sein, dass manche der Funktionen (z.B. Sync) nur per Software erreichbar sind, aber selbst mit den Hardware-Möglichkeiten ist ein großartiges Spektrum an Klängen zu erreichen.
    Als Voyager-Anwender kann ich, wie einige meiner Vorschreiber, nur bestätigen, dass das Filter etwas anders klingt, aber genau so, wie ich es mir als Gegenstück zum neuen Tom Oberheim SEM und in Ergänzung zum Voyager auch gewünscht habe.
    Die Zeit wird es zeigen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dieses handliche und praktische Gerät wie der SEM-Block zum ständigen Begleiter wird.

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