Blue Box: Die Oberheim Matrix-Familie im Vergleich

26. Januar 2019

Matrix-12, 6 , 1000 oder Xpander?

Für all jene, die dachten, wir hätten den Vintage-Samstag versäumt, hier nun wegen der NAMM-Reportagen bewusst verspätet, ein hoch interessanter Zweiteiler aus unserem BLUE BOX-Artikel-Archiv. Beide Artikel wurden umfangreich überarbeitet und mit neuem Bildmaterial versehen.

Vorwort

Dieser Artikel wird sich vor allem mit dem Vergleich der Matritzen beschäftigen. Ist der Oberheim Matrix-12 seinen hohen Gebrauchtmarktpreis wert oder tut es etwa doch ein Matrix-1000 oder ein Matrix-6 für einen Bruchteil der Investition?

Wer sich gerne ausführlicher mit dem Oberheim Matrix-12 beschäftigen möchte, dem empfehlen wir unseren ersten BLUE BOX Report zum Matrix-12 von Mic Irmer – BITTE HIER KLICKEN. Ein Großteil der Matrix-12 Bilder stammt übrigens wieder von RLmusic. Dafür nochmals herzlichen Dank.

Was ist die Matrix?

Die Lobhudelei bezüglich des Klanges kann nicht laut genug sein, die Filter sind so dermaßen gut und hochwertig, dass man hier nicht an einen „Trick“ glauben kann bezüglich der Innereien – denn es gibt ja keine anderen als Tiefpass-Filter in den ICs. Aber nicht nur der Oberheim hat durch solche Tricks seine Multimode-Filtertypen erhalten. Damit ist der Crew oberheimlich einer der bestklingenden polyphonen Synthesizer gelungen, die es gibt, was auch heute noch seinen Preis hat. Die VCOs klingen auch noch ein wenig „sahniger“ als die späteren DCOs im Matrix-6 oder gar die im 1000er. Die Resonanz färbt schon früh ein, man kann bis auf den letzten Sprung bei der (Selbst)resonanz nur von einer gelungenen Skalierung des Filters sprechen.

Er klingt immer gut, was man nicht von allen Klassikern sagen kann. Wie immer bleibt aber eins nicht aus. Die LFOs sind nicht schneller als die eines Andromeda. Damit haben es die Hersteller von polyphonen Analogsynthesizern nur selten geschafft, über die 25 Hz hinaus zu wachsen. Es wäre schön gewesen, wenn sie Jupiter-6 Geschwindigkeit ohne Tricks erreichen würden und damit fließend für besondere Klangtexturen sorgen könnten. Bei den Hüllkurven sieht es ähnlich aus. Sie ermöglichen viele tolle Klänge, Bässe oder Bassdrums. Sie schnappen auch ausreichend zu, um spannende Klänge zu ermöglichen, aber sie sind nicht in der Lage, IDM/Glitch-artig zu „klicken“. Der Verlauf selbst klingt jedoch angenehm. Wer den superagilen Verlauf eines Minimoogs oder Jupiter-4 vermisst, sollte sich dann eher nach einem Prophet-5 oder Jupiter umsehen. Übrigens ist die riffelige Folien-Oberfläche schwierig zu reinigen.

Oberheim Xpander

Übersicht: Unterschiede der Oberheim Matrix-Familie

Die 1984 und 1985 erschienen Synthesizer Xpander und Matrix-12 sind technisch sehr ähnlich und haben die gleichen Eckdaten. Ganz offensichtlich sind zunächst die reinen technischen Daten. Um eine Übersicht zu behalten, folgen nun in Listenform die wichtigen Stichpunkte zu den einzelnen Serien, danach die Gedanken dazu.

Die Unterschiede der beiden Spitzenmodelle Matrix-12 und Xpander sind:

  • Die Tastatur im Matrix-12
  • 6 Stimmen im Xpander gegenüber 12 im Matrix-12
  • Der Xpander hat 6 Einzelausgänge und CV/Gate-Eingänge zusätzlich zu MIDI, der Matrix-12 kann aufgerüstet werden mit Einzelausgängen
  • Der Xpander hat keine Matrix-Listendarstellung, aber die gleichen Funktionen und Modulationsmöglichkeit
  • 6 Zonen für MIDI-Steuerung mit eigener Zuweisung von Abspielmodus, Tastenbereich und Transposition beim Matrix-12 – der Xpander hat 3 Zonen
  • 2 Oszillatoren mit FM-Möglichkeit und harter Synchronisierung echter VCOs, alle Schwingungsformen gleichzeitig nutzbar, Pulsbreitenmodulation
  • Filter mit 15 verschieden geschalteten Filtertypen, ebenfalls FM-fähig
  • 20-fache Modulationsmatrix und Namensgeber derselben
  • 5 Hüllkurven, DADSR
  • 5 LFOs, zusätzlicher Hauptvibrato LFO
  • 4 Ramps (einfache Decay-Hüllkurven)
  • 3 Tracking Generatoren
  • Stimmen-Zuweisungsmodi: Reassign, Rotate und Reset sowie Unisono mit Priorität auf dem letzten, höchsten bzw. dem tiefsten gespielten Ton für alle (zugewiesenen) Stimmen

Oberheim Matrix 6

Matrix 6 / 6R und Matrix 1000 –Unterschiede

Ein Jahr nach dem großen Matrix-12 kamen der Matrix-6 und die Rack-Version Matrix-6R. Sie waren deutlich günstiger, aber auch abgespeckt. Es gibt nun weniger Modulationsquellen und auch andere Einsparungen, denn 1986 sind viele Synthesizer deutlich günstiger als noch zwei Jahre zuvor. Außerdem dauert die Entwicklung eines neuen Synthesizers lang genug, weshalb man sicher davon ausgehen darf, dass schon 1983 die Ideen und Entwicklungen für den Xpander stattfanden und man mit dem DX7 sicher kalt erwischt wurde. Die 6 Stimmen blieben erhalten, jedoch sind nun etwas stärker integrierte Curtis Chips im Einsatz. Nun gibt es diese Möglichkeiten:

  • Die Modulationsmatrix ersetzt das bisherige Eingabesystem am jeweiligen Zielparameter, dafür gibt es nur ein kleineres Display und die zu ändernden Werte werden über eine Liste von Zahlenadressen angesprungen. Die Matrix ist nicht schlecht, nur jetzt absolut tonangebend und nicht mehr alternativ. Sie fasst 10 Einträge, weshalb es für Standards feste Verschaltungen gibt (Filter, Lautstärke durch Hüllkurven 1 und 2 etc.)
  • 2 Oszillatoren mit überblendbaren Schwingungsformen Dreieck – Sägezahn bzw. Puls mit Pulsbreitenmodulation, in mehreren Stufen von hart bis weich synchronisierbar – auch gemeinsam
  • 2 LFOs und ein Haupt-Vibrato LFO
  • 3 DADSR Hüllkurven
  • 2 Ramps (einfache Decay-Hüllkurven)
  • 1 Tracking Generator (5 Punkte)
  • Splitmodus für je 2 und 4 Stimmen statt eines freien Multimodes bei der 6er Serie, beim 1000er nicht splitbar
  • Filter fest als 24 dB pro Oktave Tiefpass ausgelegt (mit Selbstresonanz), FM-fähig

Rein technisch sind nun digital gesteuerte analoge Oszillatoren statt rein spannungsgesteuerte im Einsatz (DCOs statt VCOs). Die kleinen Matrix-Synths erlauben keine Frequenzmodulation mehr, diese bleibt der Filterabteilung vorbehalten. Dabei moduliert ein DCO das Filter und erzeugt besonders bei höheren Resonanzen metallische Klänge.

Oberheim Matrix 1000

Besonderheiten des Matrix-1000

Am Matrix-1000 kann man weder einen Klang editieren, noch den Split-Mode benutzen. Für ersteres muss ein Editor verwendet werden.
Dafür hat er statt 100 Klangprogrammen wie alle anderen 200 speicherbare Plätze und 800 weitere Presets (daher der Name Matrix-1000).

Außerdem gibt es einen sonderbaren Bug des Matrix-1000. Wegen eines falschen Bytes im EPROM ist der Sustain Level der ersten Hüllkurve nicht zugänglich. Dazu hat es schon gepatchte EPROMS gegeben, die man sich heute brennen lassen kann. Offenbar werden auch 2 weitere Probleme damit behoben, nämlich die Cutoff-Frequenz schneller steuerbar sowie das Patch aufgrund des Umstandes nicht komplett neu geschickt werden, damit alles korrekt funktioniert. Die Lösungen dazu findet man im Sequencer.de Forum. Das BIN-File gibt es auf Anfrage (bisher verbunden mit einer kleinen Spende ans Forum).

Wer das nicht tun will, muss sich einige Patches bauen, die diverse Sustain-Pegel vorgeben, um den Bug indirekt zu umgehen und den Rest „drum herum“ per MIDI-Dump verschicken.

Feine Ohren hören auch einen kleinen Unterschied zwischen dem Matrix-1000 und der 6er Serie. Er ist ein wenig „steriler“. Dieser Unterschied ist insgesamt jedoch kleiner als der zwischen der kleinen Serie und der großen (M6/1000 und Xpanders/Matrix-12)!

Für den 1000er spricht seine Einbauhöhe von nur 1 HE gegenüber 3 HE des Matrix-6R und es ist auch günstiger zu bekommen. Es gibt den Matrix-1000 in Weiß und Schwarz.

Matrix-1000 und Tom Oberheims Fortgang

Er wurde bereits in der Zeit gebaut, in der Oberheim selbst keine Kontrolle mehr über seine Firma hatte – sie wurde an Gibson veräußert. Diese kauften auch den damals wichtigen MIDI-Interface-Hersteller Opcode. Deren Chef entwickelte übrigens später für Apple das Core-MIDI System für OS X und ist daher wesentlich dafür verantwortlich, dass auf dem Mac das MIDI-Handling vereinheitlicht systemnah zentralisiert und einfach läuft. Aber zum Abschluss sei noch gesagt, dass alle Oberheims Release-Velocity beherrschen. Sie messen nicht nur die Anschlagsgeschwindigkeit, sondern auch die Loslassgeschwindigkeit. Nur wenige nutzen diese, aber sie ist vorhanden und relativ selten zu finden.

Der Klang –Return of Unterschiede II

Hier soll es nun darum gehen, wie Umsteiger mit einem anderen Matrix-Modell zurecht kämen und was sie vermissen würden und was nur schwer ersetzbar ist. Nicht zuletzt geht es um den Sound selbst.
Sicher ist offensichtlich, dass ein Synthesizer mit 3 Hüllkurven oder 2 LFOs statt 5 keine 5 ersetzen kann, wenn diese essentiell eingesetzt wurden. Die kleine Serie ist jedoch auch nicht so spartanisch, dass damit gar keine Möglichkeiten mehr vorhanden wären.

Die Schlüsselfrage heißt daher:

Würde man Xpander/Matrix-12 Patches mit den reduzierten Modulationsquellen der kleineren Modelle unbemerkt auf einem Matrix-6/1000 herstellen können?

Dazu gibt es zwei Fragestellungen vor dem Kauf: Stellenwert von Bedienung und Sound

Vorbildliche Bedienung: Oberheim Xpander

Wer hat die bessere Bedienung?

Die ist eindeutig in mehreren Punkten an die Großen zu verteilen. Man braucht keinen Editor, es ist intuitiv genug, da man nur unterscheiden muss, ob man ein Filter oder eine Hüllkurve ändern möchte und ist dort und kann drehen und bequem schauen, was wodurch moduliert wird. Dazu schaut man in eine angenehme grüne Leuchtschrift, nicht in grelle blaue LEDs. Alles hat Namen und man braucht keine langen Wege zum Ziel, sofern man Synthese grundsätzlich kennt.

Anders ist der bei der 6er Serie, hier muss man anfangs nachsehen, wo der Parameter ist. Man hangelt sich von Baugruppe zu Baugruppe (10er Schritte) und dann in einfachen Schritten zum gesuchten Ziel. Alternativ kann man auf einer Liste nachsehen. Mit Übung und der Geduld der Achtziger (die Software-Oberflächengewöhnte ggf. nicht kannten) lernt man schon, wo man etwa hin muss, aber es dauert schon ein wenig länger und ist wegen der Modulationsverbindungen weniger intuitiv als das teurer umgesetzte Prinzip mit 3 großen Displays und erstaunlich wenigen Tastern und 6 Drehreglern. Endlos-Drehregler sind das übrigens! Der Bedienaspekt ist eine Bequemlichkeits-Sache. Man kann mit dem 6er aber auch innerhalb der Lebenszeit ans Ziel kommen. Der 1000er ist freilich ohne Software-Editor eine Preset-Schleuder. Es gibt die Möglichkeit, mit dem iPad oder dem alten Access Programmer hier Abhilfe zu schaffen oder mit Editoren wie MIDIquest oder dem alten Sounddiver sowie einigen Einzeleditoren von unterstützenswerten Einzelkämpfern.

Echtzeitdrehen und Spaß ist jedoch deutlich mehr bei den Großen – aber dies ist auch ein 10-fach teureres Vergnügen. SysEx-Aufzeichnung sind schlicht und einfach mit dem kleinen Interface nicht wirklich möglich und wird sich auf die Standard-Controller beschränken. Es reicht ein Blick auf die obige und diese Oberfläche …

Sound / Austauschbarkeit?

Was können die Großen nicht?
Dieser Punkt ist entscheidend. Zunächst gibt es sogar Dinge, die die Großen nicht können. Das wäre die weiche Synchronisation zwischen den Oszillatoren. Davon gibt es sogar zwei Abstufungen, bevor die normale harte Sync-Säge beginnt, ihren Dienst zu tun. Die andere Option ist das stufenlose Verbiegen des Sägezahns in einen Dreieck. Das hat eine Art Filterwirkung.
Außerdem kann man das Panorama frei zwischen linkem und rechtem Ausgang modulieren lassen.

Gravierend dürfte wohl nur die Soft-Sync-Funktion sein. Es ist recht schwierig, diesen leicht indifferenten Klang anders nachzustellen. Hier enden aber auch die Vorteile. Es gibt einige mehr feste Verbindungen, um Matrix-Verbindungen zu sparen. Das erleichtert bei einfachen Sounds durchaus, dürfte aber fast mehr ein Aspekt zu Punkt 1, der intuitiven und schnelleren Bedienung sein.

Der Oberheim Matrix-12, ein Soundmonster

Was können die Großen besser?

Die Phasen-Filter vermisst man doch sehr, aber diese sind ja in den Kleinen nicht enthalten, selbst wenn man kein ausgesprochener Ambient-Flächen-Mensch ist. Aber sowohl die Oszillatoren als auch die Filter klingen anders. Sie sind deutlich sahniger, weicher und angenehmer und klingen stets teuer. Beide strotzen nicht vor Obertonstrahlung, aber wie stark ist dieses besser?

Nun, es ist deutlich zu hören. Auch unbedarfte Testhörer scheinen das zu erkennen, können es lediglich nicht so gut benennen.

Was ist, wenn man doch einmal umsteigen muss, weil der Kühlschrank leer ist? Ist es nicht doch nur ein Flohhusten entfernt? Klingt ein Xpander über 1.000,- Euro teurer? Hole ich das alles wieder raus? Nun, wer so finanziell denkt, wird wohl auch mit dem Kleineren leben können. Die Frage ist in der Tat eine der Details. Es geht fast immer um den schlicht schöneren, weicheren Grundsound. Damit ist gemeint, dass auch Leute, die nicht primär weich, sondern schlicht das Beste haben wollen, von Wert. Ja, gute 90 % der Xpander Sounds eines mittelmäßig experimentell denkenden Musikers lassen sich übertragen (immer noch unter der Voraussetzung, dass man die vielen Modulationsquellen und Multimode-Filter nicht zwingend dafür braucht). Es klingt ein wenig kühler und steriler. Der berühmte Mix, in dem man das alles nicht mehr hört, kann einige Praktiker hier vielleicht beruhigen. Wer Sound liebt, wird diesen Schritt machen wollen. Und zwar ohne nachzudenken.

Und wie gut kann man auf die Zusatzfeatures verzichten?

Sicher ist der 5. LFO oder Hüllkurve oder gar Tracking Generator nicht, weshalb ein Synthesizer stark an Wert verliert. Die kleine Matrix-Serie ist in der Praxis wirklich so gut reduziert, dass man in vielen Fällen damit gut klar kommt. LFOs für unabhängige Pulsbreitenmodulation, eine dritte Hüllkurve für Sync- oder FM-Verläufe – das hat auch die preisgünstigere Reihe zu bieten. Die Nerd-Funktionen wie das Retriggern durch LFOs oder die eingebaute Sample & Hold Funktion der LFOs entfällt. Jedoch nicht ganz. LFO1 kann die Hüllkurven anstoßen und selbst der Tracking-Generator ist noch mit freien Modulationsquellen bestückt. Es ist schlicht und einfach eine Sparversion, die jedoch trotzdem mehr bietet als ein Durchschnitts-Analoger seiner Zeit. Krankes, Experimentelles und auch Bewegliches ist da. Aber es ist sehr angenehm, wenn man sich „leisten“ kann, für einen klassischen Bläsersound eine eigene Anblashüllkurve für FM-Modulation anzulegen, um es in einer sehr konservativen Soundwelt auszudrücken. Für die Träume aus der Gedankenwelt von Björk, Depeche Mode, The Knife oder Dir ist hier sehr viel Platz. Aber eines ist wirklich schwer – auf diese Filter zu verzichten zugunsten von lediglich 4pol-Tiefpass. Hier entfalten sich so viel mehr an möglichen exzellenten Sound über die Kombinationen diverser Filtertypen als auch durch den puren Sound selbst. Es ist absolut nicht typisch, dies so zu schreiben, aber jeder Besucher, der den Matrix-12 oder Xpander gehört hat, ging beeindruckt nach Hause.

Eprom Updates für den Matrix 1000

Das letzte offizielle Betriebssystem des Matrix 1000 hatte die Versionsnummer 1.11. Inzwischen gibt es verschiedene Anbieter, die in Eigeninitiative neue Updates programmiert haben und die man per Eprom bestellen kann. Der Austausch der Eproms ist relativ unkompliziert. Zu nennen wären da u.a. eine Version 1.2. die wir bei untergeek.de entdeckt haben. Auf der Seite jacobkorn.de wird von selbigem sogar eine Version 1.16 angeboten. Jacob Korn verspricht mit seiner Version folgende Verbesserungen:

  • Bug fixes made by Nordcore.
  • MIDI NRPN parameters editing fix.
  • Faster processing of parameter changes that need a modulation matrix rebuild, there’s still a small lag but it’s much better than before.
  • Unison detune, controlled by MIDI CC #94 (Celeste Level), value from 0 (no detune) to 127 (strongly out of tune). It is always active, even in poly mode. Values around 2-6 add a slow VCO-like detune that helps liven up the sound and keeps poly mode sounding in tune.

Dazu haben wir auch ein Video gefunden und im eingebunden. Beide Updates konnten wir bislang aber ncoh nicht testen.

Das wohl umfangreichste Update bietet derzeit wohl Kiwi Technics an. Entsprechend blumig fällt auch die Upgrade-Bewerbung von Kiwi aus:

„This  is  an  upgrade  for  the  Oberheim  M1000  rack  mount  synth  module.  This  will  transform  the  M1000  from  a  difficult  to  edit  preset  module  with  a  poor midi  interface  into  a  full  featured  synth  with  some  excellent  features.“

Auch hier haben wir leider gar keine Erfahrungswerte. Wer also dazu etwas sagen kann, bitte am besten gleich als Leserbeitrag bei uns veröffentlichen.

Controller für Oberheim Matrix 1000

Bereits bekannt sein sollte der Access Matrix Controller, mit dem Christoph Kemper einst den Grundstein legte für sein Unternehmen Access, dass später durch den Access Virus zu weltweitem Ansehen gelangte. Leider ist dieser Programmer zwischenzeitlich ein begehrtes Sammlerobjekt und nicht einfach zu bekommen.

In jüngerer Vergangenheit kam der Universal-Controller von KIWI hinzu, der allerdings nicht ganz günstig zu haben ist (hier gehts zum AMAZONA.de Test), sowie die preiswerten Controller von Stereoping, die es auch als DIY-Bausatz gibt. Den test findet Ihr hier.

Stereoping Controller für Matrix 1000 und Matrix 6/6R

Abschlussgedanken

Vielleicht sollte man lieber etwas anderes weglassen. Überlegenswert ist in Zeiten von DAW und gutem Recording die Notwendigkeit zwischen 6 und 12 Stimmen. Der Xpander scheint für Klangverwöhnte der beste Kompromiss zu sein und man muss sich nicht beizeiten um eine für diese Synthesizerklasse öfter geforderte bessere Tastatur bemühen. Diese bekommt man, aber das wird nicht billig. Im Schwesterbericht zum Matrix-12 ist dies nachzulesen. Der Umbau ist durch Anbieter wie Synthtaste.de möglich. Wer generell etwas einfachere Synthesizer bevorzugt, sich bei Polysix, Juno oder SH101 eher zuhause fühlt als mit Andromeda, G2 oder Modularsystem, könnte sparen. Nur wer finanziell absolut nicht anders kann, sollte es mit den Kleineren versuchen oder wenn die Komplexität nicht zu hoch wird. Ein Matrix-6 ist wirklich gut, ein Xpander ist nur einfach noch besser.

Matrix vs Matrix auf YouTube

Fazit

Der Matrix-12 ist innerhalb seiner Familie ganz sicher der König und das Top-Modell. Vergleiche lohnen sich aber dennoch. Wer mehr Stimmen braucht, sollte und kann nur zum Matrix-12 greifen. Außerdem spricht vor allem der Klang für die „große Serie“, bestehend aus dem Xpander und dem Matrix-12. Sie können zwar an die kleine Serie erinnern, jedoch sind es mehr als Details, die sich lohnen, abgesehen von den deutlich besseren Modulationsmöglichkeiten spielt die Filtervielfalt und die VCOs zusammen mit diesen Filtern eine Klasse weiter oben. Wer keine Kompromisse will, kommt nicht drum herum.

Wer allerdings mit den Kompromissen leben kann, der bekommt nahezu den Matrix-12/Xpander Sound auch nahezu schon für einen Bruchteil des Geldes mit dem Matrix-1000, Matrix-6R und der Keyboardvariante Matrix-6. Die klangliche Verwandtschaft ist unbestritten. Besonders durch die Filter lassen sich natürlich im direkten AB-Vergleich Unterschiede hören, wer aber seinen Outboard-Vintage-Sammlung um den klassischen Oberheim-Matrix-Sound kostengünstig aufbohren möchte, dem sei die „kleine“ Serie unbedingt empfohlen!

Plus

  • (gilt für die ganze Familie:)
  • sehr guter Klang
  • große Menge an Modulationsmöglichkeiten
  • vollkommen eigenen Charakter

Preis

  • Syntacheles-Liste, Stand Januar 2019
  • Oberheim Matrix-12: 5.500,- Euro
  • Oberheim Xpander: 3.500,- Euro
  • Oberheim Matrix-6: 900,- Euro
  • Oberheim Matrix-6R: 600,- Euro
  • Oberheim Matrix-1000: 500,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Marko Ettlich  AHU

    Super Bericht! danke Mic.
    Kleiner Tip: Wer bereits einen Matrix-1000 im Rack hat und mit einem Xpander/M12 liebäugelt, der sollte mal nach einem zweiten M1000 Ausschau halten. Parallel über Midi angesteuert und die Ausgänge links und rechts im Stereopanorana verteilt und die Großen können einpacken. ;) Natürlich minus dem Direktzugriff und der Schönheit der großen Brüder.

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      danke, aber ich finde den Unterschied schon noch deutlich genug für den M12, insbesondere für Filter und „Sahnigkeit“ (auch wenn das Wort echt doof klingt) ..
      PAN-Zeugs macht der 6er auch und ist besser zu „bedienen“.

      Aber gut und hochwertig und das meiste fürs Geld.. ja. Da geb ich dir Recht.

      • Profilbild
        Marko Ettlich  AHU

        Na klar gibt`s einen klanglichen Unterschied zu den Kleinen. M12/Xpander klingen noch voller und einen Tick schöner. War `ne kleine Provokation. ;) Ich finde aber die kleine Matrix-Serie wird nach wie vor extrem unterschätzt für das was sie zu leisten vermag. Es sind echte Oberheimis, und gut klingen sie alle.

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          Auch wenn es nicht gerne gehört wird, finde ich die ganzen Oberheims (sogar die kleinen) interessanter als die meisten Moog’s. Ein Matrix 12-Clone/Plug-In wäre auch sehr interessant. Allerdings muss ich fairerweise auch sagen, dass der Moog Source für mich auch sehr interessant ist. Nicht das jeder denkt, dass ich Moog per se hasse :D Aber speziell das Filter im Matrix-12 ist doch etwas besonderes, was leider viel zu selten emuliert wird! Und ob es z.B. in einem Solaris genau so toll klingt, konnte mir immer noch keiner sagen :(

    • Profilbild
      Klaus Joter  

      …. und beide ganz leicht zueinander verstimmen – nicht zu vergessen.

      Ich kann dem Test voll und ganz zustimmen, nur im Fazit nicht. Wenn überhaupt, dann würde ich den Xpander in´s Auge fassen. Der M12 hat neben dem Memorymoog, Jupiter 8 etc. derartig abnorme Preise erreicht, dass ich angesichts des Alters, der dadurch bedingten Anfälligkeit und der inakzeptablen, da schlechten Tastaturen nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Ich bin Musiker und kein Sammler, ich liebe analoge Synthies, aber ohne digitale Synthies, ohne meine Hammond C3 oder ohne Sampler könnte ich meine Soundvorstellungen nicht erreichen. Daher muss ich abwägen, was mir was wert ist und da spielt die Größe und der Preis des M1000 eine überzeugende Rolle. Und wenn ich dann auf der Bühne bin, stellt sich die Sache doch ähnlich wie auf Platte dar. Wann werden die besagten 10% Soundvorteile wirklich hörbar? Vielleicht auf irgendwelchen New Age – Platten, in denen ein M12 als einziges Instrument minutenlange Filterverläufe durchfahren kann. Oder auch mit Sicherheit zu Hause, wenn man alleine dahinter sitzt. Aber im Verbund mit anderen Instrumenten innerhalb einer Band ist dieser Unterschied leider nicht mehr relevant.

  2. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    im Preis/Leistungsverhältnis: ganz klar der 1000er

    +platzsparend
    +sehr gute Presetauswahl
    +analog Expansion
    +echter Oberheim
    +super Klang
    +zeitlos

    mfG

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Viertelnote,

      wo ausser Ebay bekommt man denn ein solches Schätzchen? Bis dato habe einige Oberheim Sound nur auf einer Sample CD Sammlung. Und die bei Ebay angebotenen 1000er gehen so schnell weg, das man gar nicht bieten kann.

      Grüße

  3. Profilbild
    volcarock  

    Liebe Redaktion, dafür, dass der Bericht ein Update ist vom 26.01.2019
    vermisse ich schon einiges:

    Stellvertretend für den Matrix 1000:

    Softwareseitig wurde nur Norcore’s Update erwähnt.
    Doch mit Gigli 1.16, und Rob Grieb/Tauntek 1.20 hat sich einiges mehr getan im Vergleich zur originalen Firmware.

    Seit dem Gigli update klingt der Matrix 1000 gegenüber dem Matrix 6/6R nicht mehr steriler, dank globalem Detune.
    Und insgesamt soll der 1000er mit neuer Firmware sogar noch flüssiger laufen als der 6/6R mit neuer Firmware.

    Und wem das noch nicht reicht, es gibt noch das KIWI Upgrade mit neuem Prozessor.

    Eine Verknüpfung(Hinweis zum Stereoping Controller und Programmer, sowie Alpes Machines fehlen.

    Und ein 1zu1 Video/Audiovergleich mit der Billigheimerserie gegen die grossen bei gleichen/ähnlichen Patches wäre cool gewesen. So dass man das Geschriebene auch hören kann!

    Ansonsten ist es natürlich ein super Vergleich, nur nicht softwareseitig uptodate!

    • Profilbild
      Tyrell  RED

      Vollkommen korrekt, hab mal zwei Kapitel nachgetragen. Danke für den Hinweis.

  4. Profilbild
    costello  RED

    Der Matrix 1000 ist mit einem Stern (befriedigend) weit unter Wert verkauft. Ein phantastisch klingender Synthesizer mit Original-Oberheimsound. Dafür würde ich jeden OB-6 stehenlassen. Die großen Matrix-Schiffe (12 und Expander) haben zwar Modulationsmöglichkeiten ohne Ende. Klanglich mag ich OB-Xa und OB-8 aber sehr viel lieber.

    • Profilbild
      JohnDrum  

      Jeder Stern weniger reduziert vielleicht den Gebrauchtpreis! Ich mache auch keine Werbung für den MKS70 ;-)

    • Profilbild
      Tyrell  RED

      Das mus man natürlich als Vergleich zu der Bedienbarkeit eines Xpanders und Matrix 12 sehen. Die Sterne bewerten nicht den Klang, sondern das Gesamtpaket. Ich besitze Xpander und einen Matrix 1000. Tatsächlich ist da im Klangverhalten, bei identischen Sounds, ein deutlicher Untercshied zu Gunsten des Xpander. Auf der anderen Seite bietet der Matrix 1000 einen umwerfenden, analogen Klang mit CHarakter, der (außer durch die Matrix-Familie) durch keinen anderen mir bekannten Analogsynth wiedergegeben werden kann. Das soll jetzt auch wiederum nicht heißen besser oder schlechter, nur eben eigen. Die Matrix-Familie polarisiert daher ungemein, wärhrend einige meiner Freunde den Klang überhaupt nciht mögen, ist für mich der Xpander das Maß aller Dinge.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Mr. C,

      ein Stern ohne Gigli, Kiwi und Controller. Der M1000 ist ohne alles gut klingende Presetschleuder. Das muss man immer im Kopf haben. CTRLR hat zwar ein Panel, setzt aber Grieg oder Gigli voraus. Damit kannst dann auch deinen Matrix vom iPad aus controllern. :-)

  5. Profilbild
    lightman  AHU

    Ich saß mal etliche Stunden vor einem Matrix 12, das ist physisch wie klanglich ein beeindruckendes Instrument. Es hat mir großen Spaß gemacht, die wildesten Klänge zu erzeugen, wobei „wild“ sich hier eher auf die Komplexität der Modulationen bezieht, weniger auf den Sound, der bleibt im grün-gelben Bereich, fast wie ein klassisches Orchester, das zwar zu allerlei Scherzen aufgelegt ist, aber stets professionell und edel klingt.

    Das muß man mögen, für die härtere Gangart sind die Matrizen nicht so kooperativ, das jedenfalls war mein Eindruck nach der Matrix 12-Session und dem Einsatz eines Matrix 1000 für diverse Gigs in Chillout-Räumen. Wenns elegisch und flächig wird, brillieren diese Synths wie fast keine anderen, da kann der große Matrix dann auch seine Stärken ausspielen.

  6. Profilbild
    monopuls  

    Bei vielen Sounds im M1000 denkst du dir ‚Naja – spektakulär ist anders‘ – hört man den Sound dann im Mix, dann denkst du dir ‚Der gehört da ge-nau-so hin!!!‘. Das ist das unspektakulär Spektakuläre am M1000.

  7. Profilbild
    JohnDrum  

    Ich konnte mal bei einem Miles Davis Konzert den Xpander genießen. Seit dem liebe ich ihn! Wobei der Keyboarder den Sound kaum geändert hatte :-(

  8. Profilbild
    cubemusic

    Vielleicht hilft es dem ein oder anderen, mal den 1000er einfach von den anderen Oberheims loszulösen. Versucht es mal. Und plötzlich steht dieses Teil in einem ganz anderen Licht da, zumal die anderen ggf. auch nicht so lange ‚technisch bereitstehen‘ wie der 1000er. Mir geht es schon auch um Zuverlässigkeit und Preis- Leistungsverhältnis, und da ist der 1000er schon eine sehr amtliche Nummer. Er ist – ganz unabhängig von Vergleichen mit seinen ‚größeren Brüdern und Schwestern‘ – aus meiner Sicht total ‚in your face‘. Was will ich mehr… Nix.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.