Blue Box: EDP Wasp & Gnat, Analogsynthesizer

28. April 2017

Genialer Analogsound aus England

Original-Prospekt zum EDP WASP von 1978

Die meisten Menschen mögen keine Insekten. Wespen allem voran sind besonders beunruhigende Geschöpfe. Klein, unberechenbar, zuweilen aggressiv. Das trifft auch auf die hier vorgestellte Wespe zu. Besagter Synthesizer der Firma Electronic Dream Plant zählt ganz ungeniert zu den markantesten Kuriositäten der elektronischen Tastenlandschaft. Und es gab sogar eine Zeit um 1978, als unzählige Wespen aus besagtem Hause erfolgreich in die Musikwelt ausschwärmten…

EDP Wasp Synthesizer

Electronic Dream Plant

… war eine britische Firma, die von ca. 1978 bis 1981 sehr ungewöhnliche Synthesizer ins Leben rief. Markenzeichen: grelle Farben, billigste Bauweise, Instrumente mit Folientastatur und Spielzeugcharakter. Modelle gab es eine Handvoll wie folgt: Wasp, Gnat, Spider (Sequencer), Caterpillar, Hornet … Bekanntestes Gerät der Serie ist der EDP Wasp, ein 2 VCO Monosynth. Dessen abgespeckte Version, der EDP GNAT, ist nur etwa halb so groß und verfügt über lediglich einen Oszillator. Der HORNET schließlich war als nochmals reduzierte Variante des GNAT geplant (was dann noch vom Instrument hätte übrig bleiben sollen, ist nicht leicht vorstellbar) und wäre zu einem Verkaufspreis von attraktiven 25 GBP veranschlagt gewesen. Dazu kam es allerdings nicht, denn EDP wurde bereits 1981 wieder aufgelöst. Eine der Hauptfiguren rund um EDP Synth-Designer Chris Huggett sollte jedoch ein paar Jahre später mit dem legendären OSCar Synthesizer wieder die Bühne der Musikwelt betreten.

Gnat – die (Stech)Mücke

Der EDP WASP ist – wir betrachten zunächst die Äußerlichkeiten – baulich eine echte (und kaum zu übertreffende) Katastrophe. Nicht viel größer als ein aufgeklapptes Buch ist das Instrument bescheidene 7 cm hoch und ausschließlich von einem äußerst klapprigen Plastikchassis umgeben. Wer regelmäßige Trainingseinheiten in der Fitnesskammer verbringt, sollte den Wasp besser gar nicht erst anrühren: Mit etwas zu festem Druck kann man den Synthesizer nämlich gleich mal unabsichtlich zerdrücken (wie ein Insekt eben). Beim Spielen – nein: Rumdrücken – auf der sogenannten “Tastatur” biegen sich in hoher/tiefer Lage die Seiten der Keyboardplatte ins Gehäuse hinein. Die Potis des EDP WASP schrammen teilweise hart am Panel, welches mitunter beängstigende Wölbungen und eigenartige Kurven aufzuweisen hat. Natürlich wäre es naiv, von echter “Panel-Beschriftung” zu sprechen. EDP hat sich ganz dem eigenwilligen, kostengünstigen Design hingegeben und – wie auch bei der “Tastatur” – auf eine schöne Plastikfolie zurückgegriffen. Dieselbe fängt früher oder später an zu wellen und löst sich bei Gelegenheit auch mal hier und da vom Gehäuse.

Mit etwas Glück lässt sich das Instrument mit Batterien (6x 1,5 Volt) oder mit einem 9 Volt Adapter betreiben. Zumindest eine der beiden Stromversorgungsmöglichkeiten ist bei den meisten der heute erhältlichen (und durchschnittlich gut erhaltenen) WASPs nicht mehr funktionstüchtig (sei es wegen Korrosion oder anderen Kontaktproblemen). Und wenn Sie den echt großen Treffer gelandet haben, kommt der WASP überhaupt erst noch in einem ganzen Stück daher (was keinesfalls selbstverständlich ist). Sehr oft ist das Plastikchassis an mehreren Stellen gebrochen (vorzugsweise an den Ecken), manche Bruchstücke des spröden Plastiks sind zuweilen auch schon abhanden gekommen (was den WASP mit interessanten Löchern dekoriert) oder der Deckel des Batteriefaches fehlt. Wie dem auch sei, der WASP ist bautechnisch eine nicht zu leugnende Katastrophe.

Wasp mit Kenton Pro-2000 MIDI-Interface

Doch nun eine andere Story. Der EDP WASP klingt GENIAL! Folientastatur hin oder her, Batterie oder fummeliges Netzteil, Potischrammen oder deformiertes Gehäuse: Der WASP ist klanglich eine Wucht. Das ist wirklich skurril. Als ich den WASP erstmals ausprobieren wollte (vor einer Woche, um genau zu sein), mussten erst noch 6 Batterien gekauft werden (nachdem der vorhandene 9V-Anschluss am Instrument mein Netzteil auch mit gutem Zureden nicht akzeptierte). Natürlich kam selbst nach Lösung der Stromversorgungsfrage noch kein Mucks aus dem Instrument heraus. [“Auf den Müll damit!” murmelten die anderen Synthesizer mit heimlicher Schadenfreude]. Ich hatte auch zugegeben keine Ahnung, wie denn – gesetzt den Fall, dass der EDP Wasp tatsächlich funktionierte – so eine Folientastatur überhaupt zu bedienen wäre. Muss man da drücken oder einfach nur hin- und herwedeln? Irgendwann kam ich dahinter, dass der (interne) Lautsprecher meines WASP genau dann funktioniert, wenn ich mit der rechten Hand spiele (bzw. wedle), während die Linke das Instrument rund um den Lautsprecher etwas zusammendrückt (und so offensichtlich fehlenden Kontakte herstellt). Das hat schon etwas durchaus Akrobatisches an sich.

EDP Wasp

Nun, von da an wurde die Sache (im Ernst) nur noch besser. Mit dem EDP WASP hatte ich nämlich im Bundle das Kenton Pro-2000 Interface samt optionalem Wasp-Port erworben. Damit lässt sich der Synthesizer über MIDI ansteuern. Da ich der Lautsprecher-Drück-und-Gleichzeitig-Folientastatur-Auf-und-Ab-Wedel-Technik nicht viel abgewinnen konnte, wurde umgehend das Interface angeschlossen. Seitdem bin ich ein rundum sehr zufriedener und glücklicher Mensch. Der WASP klingt genial!

Besonderheiten

Ich möchte nicht lange auf den – grundsätzlich klassischen – Aufbau der Klangstruktur einzugehen. Der WASP verfügt über 2 VCOs, LFO, VCF, VCA, 2 ENVs. Die Besonderheiten sind hingegen jene Aspekte, die dem WASP das gewisse Extra und klanglich exzellente Werte verschaffen. Beginnen wir bei den VCOs, die in einem ungewöhnlich weiten Bereich von 32-16-8-4-2 Fuß verfügbar sind (das ist in Anbetracht der bescheidenen 2-Oktaven “Tastatur” auch sehr vernünftig). In puncto Schwingungsformen gibt es zwar nur Sägezahn und Puls, doch schon diese Grundbausteine machen überraschend viel Druck.

VCOs und LFO

Nun, wirklich speziell wird es am EDP Wasp eine Sektion weiter, beim LFO. Diese bietet die 6 (!) Schwingungsformen Sinus, aufsteigender Sägezahn, absteigender Sägezahn, Rechteck, Noise und Random. Moduliert werden können sowohl die Tonhöhe (Pitch) als auch das Filter. Dieses ist nun wiederum das absolute Highlight des EDP WASP. Es bietet Lowpass, Bandpass sowie Highpass und klingt bei hohen Resonanzwerten schön unsauber. Genau so ein “lebendiges” Filter ist nötig, um entsprechend interessante, ungewöhnliche Klänge zu kreieren. Die Hüllkurven schließlich können in sich getriggert werden, was klanglich einem simplen LFO-Effekt entspricht (und in diesem Fall für VCF und VCA separat verfügbar ist). Dieses sogenannte Retriggern wird über Sustain ‚eingeschaltet‘ und mittels Decay reguliert. Der Wert “0” entspricht maximaler Speed (da hier die Hüllkurve am kürzesten ist). Je weiter man Decay aufdreht, umso langsamer werden die Trigger/Wiederholungen.

Die VCF-Hüllkurve

So gesehen gibt es also folgende Modulationsmöglichkeiten am EDP WASP: Den umfangreichen LFO, der auf PITCH und auf den VCF wirken kann. Dann noch die Filter-Envelope, die als bloße Hüllkurve oder als Pseudo-LFO/Triggermodul das Filter moduliert, sowie die VCA-Envelope, welche für den Verstärker dieselben Möglichkeiten bietet (unabhängig von der Filter-ENV natürlich).

LFO Detail

Als Extra ist noch GLIDE zu nennen, das einen schönen, 303-ähnlichen Groove in WASP-Sequenzen bringen kann. Natürlich ist auch Noise als Klangquelle gegeben. Zur ausschließlichen Nutzung dessen lassen sich die VCOs übrigens einzeln abschalten.

Kleines, aber feines Extra: Glide

Klang

Der EDP WASP hat was. Es lässt sich nicht so genau beschreiben, was es ist und warum er so gut klingt. Im Moment höre ich gerade (seit über einer Stunde) ein und dieselbe Sequenz im Loop (eines der angefügten Audiobeispiele) und verspüre kein bisschen Langeweile. Da ist etwas im Klang, das den EDP WASP ungewöhnlich lebendig, animalisch, interessant macht. Sicher hat es (unter anderem) mit den drei Filtertypen zu tun. Jede Art ist eine kleine Goldgrube für sich. Auch die Hüllkurven tragen ihren positiven Teil zum Ganzen bei. Vor allem das Auto-Triggern hat stark experimentelle Züge. Die VCOs klingen, wie schon angedeutet, sehr robust und überzeugend. Das Verstimmen (und wieder Zueinanderstimmen) bringt viele Klangfarben mit sich. Dabei ist die gute Stimmstabilität des WASP ein wichtiger Aspekt, denn nur so kann man “zuverlässig” verstimmen bzw. stimmen. Es ist schon erstaunlich, wieviele klangliche Nuancen die bloße (sensible) Tonhöhenregulierung von VCOs mit sich bringen kann. Nicht zu vergessen ist der LFO, der angenehm schnell laufen und mit unterschiedlichsten Schwingungsformen (inklusive Random und Noise!) betrieben werden kann.

LFO und FILTER

So ergibt sich ein sehr leistungsfähiges Paket an Möglichkeiten, das den EDP WASP zu einem – wenn auch mit starken baulichen Einschränkungen versehenen – echten Klassiker macht. Schon seit jeher war ich darüber verwundert, warum genial ausgestattete Studios sowie Musiker mit beachtlichen Synthesizer-Anhäufungen immer irgendwo den WASP mit im Gepäck hatten. Sogar in Anbetracht großer Modularsysteme habe ich oft den Satz “… aber am liebsten ist mir der WASP!” gehört. Das mag nun eine stark persönliche Sichtweise sein, doch im Kern ist eine gewisse musikalische “Notwendigkeit” und Wahrheit rund um den WASP sicher nicht unbegründet.

Achtung, Wespen!

Von diesen warnenden Hinweisen abgesehen kann ich musikalisch gesehen – wie so oft – grundsätzlich zum Erwerb dieses Instrumentes raten. Dabei sollte man zum (hoffentlich gut erhaltenen) WASP das Kenton Pro-2000 Interface (mit Wasp Port) gedanklich im Preis gleich berücksichtigen, sofern man mehr als nur “spontane Effektsounds” oder Glissandi über die Folientastatur machen bzw. den WASP auch tatsächlich in ein MIDI-Setup integrieren möchte…

Nochmals zurück zum EDP Gnat

Klanglich sind sich Gnat und Wasp sehr ähnlich. Die gravierendsten Änderungen sind der fehlende zweite Oszillator sowie das Filter, das am EDP Gnat nur noch als Lowpass ausgelegt ist. Trotz dieser Einschränkungen bleibt aber auch der EDP Gnat ein enorm ergiebiger und sehr gut klingender Synthesizer.

3rd Party

Erwähnenswert wäre noch, dass uns derzeit kein Plug-in bekannt ist, das die beiden Klassiker emuliert hätte (Urs? Arturia? Keine Lust?). Es gibt zwar das ein oder andere „inspired by“ VSTs durch engagierte User, aber nichts, was den beiden Originalen klanglich gerecht werden würde.

Für den ein oder anderen mag aber die Filterbox von Mode-Machines von Interesse sein, bei der versucht wurde, das Filter über eine preisgünstige Hardware auszulagern.

Dazu empfehlen wir unseren Test, den ihr HIER finden.

Redaktionelle Info:

  • Der Artikel wurde auf Basis eines älteren Artikels mit neuen Bildern versehen, inhaltlich ergänzt und aktualisiert. Aktualisierung und Ergänzungen: Peter Grandl

YT-VIDEO

Wie üblich, hier hoch zwei YT-Videos mit ergänzenden Klangbeispielen.

Zunächst der EDP Gnat

Und hier ein Video von Thomas Heckmann, der hier einen modifizierten EDP Wasp mit einem vollwertigen Keyboard vorführt.

Außerdem sei noch der Hinweis gestattet, dass der WASP/GNAT-Erfinder Chris Huggett nicht nur für den Hybrid-Synthesizer OSCar verantwortlich war, sondern auch in Folge für viele Novation-Produkte und soeben mit dem NOVATION Peak einen neuen Knaller am Synthesizer-Markt gelandet hat.

Fazit

Wer die Wespe als Objekt möglicher Begierde ins Auge fasst, sollte sehr sorgfältig und auch mit etwas Geduld danach suchen. Von stark malträtierten und allzu “löchrigen” WASPs ist sicher abzuraten (also von einem Großteil der Geräte, um es kurz zu sagen), und auch die Potis sollten zumindest grundsätzlich leichtgängig und gut beweglich sein. Trotz der beinahe lächerlichen Größe und des nicht nennenswerten Gewichtes (oder eigentlich gerade deswegen!) sei auch auf eine absolut gewissenhafte Verpackung zwecks Versand eines WASP hingewiesen. Ein fester Schlag auf oder starker Druck gegen die Plastikchassis genügt, um dem Instrument ernsthaften Schaden zuzufügen.

Klanglich ist der WASP mit seinen drei Filtertypen sehr ergiebig und hat mich voll überzeugt.

Plus

  • Einzigartiger Klang

Minus

  • Nur noch selten in gutem Zustand am Gebrauchtmarkt erhältlich

Preis

  • EDP Gnat ca. 700€
  • EDP Wasp ca. 1.200 €
Klangbeispiele
Forum
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    iggy_pop  AHU

    Der Synthesiser der ersten, frühen Whitehouse-Alben — und im Prinzip der ganzen zweiten Generation britischer Industrial-Bands in den frühen 1980ern.

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    AMAZONA Archiv

    Charakter schlägt Fertigungsqualität. Meinen ersten Kontakt damit hatte ich im Musikunterricht als wir uns an Mussorgsky und Debussy abgearbeitet haben und Tomita in dem Kontext auftauchte. Da wurde ein Koffer rausgeholt um uns den „Synthesizer“ zu erklären und ein gelb-schwarzes etwas stand plötzlich vor mir. Der Wasp. Meine versierte Musiklehrerin (Danke dafür liebe Anke Haun!) tat sich schwer dem ein paar Töne zu entlocken. Da muss ich immer dran denken wenn ich dieses eigenartige Ding sehe. :) Die Bass Station MK1 ist immer mein persönlicher Ersatz für den Wasp gewesen. Ich wusste auch nicht das die Oszillatoren digital sind. Sieh mal einer guck, muss nicht unbedingt schlecht sein. ;)

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      iggy_pop  AHU

      War auch der erste Synthesiser, den ich jemals aus der Nähe gesehen habe. Muß so um 1984 gewesen sein. Stand im Musikunterricht an der Musikschule. Ein Wasp. „Ist das ein Synthesiser?“ — „Ja, aber der ist kaputt.“ Was schade war.

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          Soundreverend  

          Sieht komisch aus, ist aber – auch – richtig… Kommt drauf an auf welchem Kontinent man lebt, schau mal was rechts unten auf dem Novation Peak steht :) Ich glaube Synthesizer = American English, Synthesiser= British English…

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            iggy_pop  AHU

            So ist das.
            Ich zitiere: „Andy McCluskey: Synthesisers, Mellotron, Guitar, Bass […]“
            Wenn schon klugscheißen, dann bitte größere Haufen als meine.

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              Dirk Matten  RED

              Obwohl es sich bei dem Wasp um einen englischen Synthesizer handelt, empfielt sich hier die deutsche Schreibweise. Oder sehe ich das falsch? Bin für freundliche Hinweise immer dankbar.

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                Coin  AHU

                Synthesiser/Synthesizer – Hier gibts eine Diskussion auf Reddit:
                https://goo.gl/7Kr081
                Leider versteh ich nicht so good English um zu ein Fazit darin zu erkennen.

                Ich glaube es wurde einfach mit „s“ zu oft angewendet, so dass es wieder fast normal erscheint.
                Google jedenfalls kennt keinen SynthesiSer…
                Ich wollt dem iggy nichts böses unterstellen. ^^

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                iggy_pop  AHU

                Ich bevorzuge britische Schreibweise und britisches Englisch, generell. Ich schreibe auch „analogue“ und „colour“, und „awesome“ heißt für mich immer noch „ehrfurchtgebietend“ und nicht „geil“.
                Google ist nur so gut wie seine Benutzer — und wenn diese Benutzer Googles Übersetzungshilfe verwenden, weil sie mit Englisch nicht klarkommen, zeigt das, mit welcher Art Benutzer man es hier zu tun hat.

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                flying tomatoes

                also da der OSCar, der bekanntlich vom selben briten stammt, synthesiser draufstehen hat, kann mensch das schon gelten lassen, denk ich.

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                  flying tomatoes

                  p.s. und auf dem werbezettelchen vom wasp selbst steht auch synthesiser, seh ich auch im zusammenhang mit dieser klug……..diskussion zum erstenmal. war in den 80ern in GB wohl angesagt, thomas dolby hat auch diese schreibweise verwendet. nichts zu danken.

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              Armin Bauer  RED

              Schön, wenn der Oberklugscheißer sich mal ganz leger die Absolution zum weiteren Klugscheißen aus dem Ärmel schüttelt. Hat meinen uneingeschränkten Respekt.
              Ach ja, wieso ich hier mitlese: Finde den Sound der gelben Kiste schon seit Ewigkeiten genial, bin aber nicht so der Typ zur Erhaltung von Elektronikruinen. Wer nutzt DaHornet?
              Nun gut, die paar Euro für Donation sind kein Hinderungsgrund, aber gibt es Erfahrungsberichte?

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        AMAZONA Archiv

        Hab da lange nicht mehr dran gedacht. Komisch. Muss bei mir auch so um 85 gewesen sein. Leider musste ich mit Blockflöte anfangen obwohl ich die Tasten wollte. Das hat dann zum Abbruch der musikalischen Ausbildung meinerseits geführt. Das ein WASP mal keinen Ton von sich gibt war offensichtlich 1984/85 schon normal. :) @Coin: Das war eine Falle für Klugscheißer und du bist reingetappt. :)

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    andreas2  

    Hi Theo, wie immer ein schöner Bericht von Dir, danke dafür. Die Klänge des Wasp sind beeindruckend, daher wundert es mich, dass dieser Synth bisher nicht wieder neu produziert wurde, evtl. sogar mit wertigeren mech. Bauteilen. Urspünglich waren Wasp und Gnat ja Lowcost-Synthesizer, schaut man sich die Gebrauchtpreise an, sollte sich eine Neuauflage doch lohnen (?). Ich könnte mir das durchaus als Rack-Einsteiger-Synth von Novation vorstellen, aber vielleicht hat Chris Huggett keine Lust mehr auf den ‚ollen Krams‘ (?).
    Anbei 2 Links zum Jürgen Haible EDP Wasp VCF Clone und zum Service-Manual:

    http://mod.....0clone.pdf

    http://www.....MANUAL.pdf

    LG von Andreas

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    Neven Dayvid

    Hallo Theo Bloderer, und Peter Grandl!
    Der WASP wäre doch ein idealer Kandidat, um in China als „erschwinglicher Analoger“ à la Tyrell-Konzeptstudie geklont zu werden – und das in echter Hardware! Bei so einem Klang würde sich der doch auch verkaufen – siehe die vielen Foren (samt Modifikationen etc) zum Korg Monotron.
    Nur als Idee, beste Grüße

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    AMAZONA Archiv

    Theo, grüß Dich, ich muß sagen, dass mir Dein Test ausgesprochen gut gefällt, Respekt. Ich hab das Ding (Wasp) damals immer nur gehasst, es erinnerte outfit-mäßig an ein billiges Spielzeug und war nicht livetauglich. Ich frage mich bloß, warum später keiner auf die Idee gekommen ist, diese wahnsinnig gute Analog-Tonerzeugung (bzw. den Top-Sound) in einem professionellen Gehäuse (am besten mit Speichern und Midi) zu verbauen, das wäre ein absoluter Hit (ähnlich Minimoog , ARP oder Pro-One) geworden!!!!

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      Bloderer  RED

      Doch, da gibt es sogar jemanden, zumindest habe ich davon gelesen bzw. Bilder gesehen. Sebastian Niessen hat Wasps in ein neues Gehäuse gegeben und MIDIfiziert. Doch zuerst muß man den Wasp kaufen, und dann ist die Frage ob Sebastian Zeit hat, und was der Umbau kosten würde.

      Nicht erwähnt habe ich die Wasp DeLuxe Version, die zumindest punkto Optik an Odyssey / Pro-One herankommt. Davon gibt es aber nur 100 Stück, wogegen vom Wasp immerhin 3000 Exemplare gebaut wurden. Da wird es wohl meist der kleine Plastiksynth sein, dem man am Gebrauchtmarkt begegnet…

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    Son of MooG  AHU

    Meine erste Begegnung mit dem Wasp kam durch eine deutsche Band, deren Namen ich längst vergessen habe, Anfang der 80er zustande. Er wurde da hauptsächlich für Effekt-Sounds genutzt und nach dem Gig durfte ich noch etwas damit rumspielen. Neben dem Sound hat mir auch die Folien-Tastatur gefallen, die fast FTL-Läufe erlaubte. Als Alternative zu den hochpreisigen Gebrauchtgeräten mit den erwähnten Risiken nutze ich das Doepfer A-124 Wasp Filter in der Special Edition im typischen schwarz/gelb mit dem Analogue Systems RS-95e VCO sowie dem A-110-2 Basic VCO. Auf diese Weise kann ich mich dem Original ganz gut annähern; insbesondere das Filter-Verhalten ähnelt dem Vorbild sehr. Auf jeden Fall hat es einen hohen Wiedererkennungswert, wie beim MS-20, wobei ich den Wasp-Sound eindeutig vorziehe. Übrigens, hatte der EMS Synthi A nicht auch eine Art Folien-Tastatur auf der Innenseite des Deckels?

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    el-folie  

    Alter Schwede… Das Ding klingt aber richtig richtig richtig gut!

    Da hört man mal wieder wie ein genialer Grundsound mit subtilen Modulationen schon reicht, um völlig zu faszinieren.

    Die Oktavlagen, Filter und LFO Wellenformen sind aber natürlich üppig und erweitern das noch. Sowas in polyphon wäre klasse. Vielleicht ja interessant für Uli´s 20 Projekte?

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    Son of MooG  AHU

    Es sollte hier noch das Doepfer A-124 Wasp Filter erwähnt werden (welches in meinem System für Noises und andere Spielereien zuständig ist).Inwieweit es das Original trifft, kann ich nicht beurteilen, aber es hat definitiv Charakter und ist wesentlich günstiger.

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      swellkoerper  AHU

      Der A-124 ist sicher einer der beliebtesten Filter von Doepfer, völlig zu Recht. Damit ging auch die ganze Special Edition Geschichte los, wenn ich mich recht erinnnere.

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    costello  RED

    Schöner Bericht. Als ich den Wasp Ende der 70er Jahre im Berliner Sound & Drumland antestete, fiel mir vor allem das desolate Äußere auf. Wobei auf das Design wirklich Nina Hagens Spruch „er stach in mein Auge wie eine Hornisse“ zutrifft. Aber der Sound ist zugegebenermaßen oberfett. Das galt für die damals ebenfalls angebotenen Minimoogs und Oberheim 2-Voice-Synths freilich auch. Und die machten einen deutlich stabileren Eindruck ;-)

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    TobyB  RED

    Die Kiste ist der beste Beweis, das die inneren Wert zählen und es ratsam ist sich mit Schnittstellen auszukennen. Die Kiste ist so britisch. Mehr Understatement geht nicht.

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      iggy_pop  AHU

      Das ist sicherlich schön, aber was nutzt es, bei der MacBeth’schen künstlichen Verknappung?
      Da gibt es doch wieder nur 50 Geräte.

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