ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Blue Box: Korg DW-6000 Hybrid Synthesizer (1985)

13. August 2021

Digitale Wellen mit analoger Verarbeitung

Unterschätzte Alternative – der Korg DW-6000

Da wir erst kürzlich den Korg DW-8000 vorgestellt hatten, folgt nun der kleine Bruder Korg DW-6000. Beide erschienen 1985.

Korg stellte den DW-8000 als Nachfolger des Korg Poly-61 einen Hybrid-Synthesizer im mittleren Preissegment vor, der die Vorteile der digitalen Klangerzeugung mit denen von analogen Filtern verbinden sollte. Man wollte Yamahas Marktführerposition etwas entgegensetzen können und schickte den DW-6000 als kleinen Bruder des Korg DW-8000 gegen den Yamaha DX7 ins Rennen.

ANZEIGE

Recht schick sieht er aus, Korgs Hybrid-Synthie

Auffällig ist in erster Linie, dass der DW-6000 keine Drehregler für das direkte Verändern von Sounds besitzt, wie man es von einem (halb-) analogen Synthesizer erwarten könnte. Stattdessen geschieht dies über das Eintippen der aufgedruckten Parameter-Nummern und die Eingabe über den Value-Schieber bzw. den Up/Down-Tasten in einer einfachen, logisch angeordneten Matrix. Neben dem für Korg typischen X/Y-Joystick, mit dem sich auch das analoge Filter modulieren lässt, fallen als weitere Besonderheiten die aufgedruckten sogenannten „DWGS“-Schwingungsformen der digitalen Oszillatoren auf, die die Schwinungsform-Struktur klassischer Instrumente nachbilden sollte.

Um den Überblick zu bewahren, gibt es noch zweistellige Ziffern-Anzeigen für die Programm- und Parameternummer sowie für den Parameterwert. Ein wirklich aussagekräftiges Display sucht man vergeblich, dennoch kann man sich gut an der aufgedruckten Parameter-Matrix orientieren.

61 ungewichtete Tasten fügen sich in das anthrazitfarbene Gehäuse ein. Leider sind diese weder anschlagdynamisch noch Aftertouch-fähig. Auf der Rückseite befinden sich neben dem obligatorischen MIDI-Trio (nicht unwichtig für sie Einbindung in ein modernes Setup) zwei Klinkenausgänge (mono oder stereo), eine Kopfhörerbuchse sowie diverse Anschlüsse für Pedale. Nicht zu vergessen wäre das Kassetten-Interface zum Abspeichern der Klänge, das seinerzeit zum guten Ton (dieser Scherz sei mir bei einem reinen Speicher-Medium verziehen) gehörte, aus heutiger Sicht aber eher ein Schattendasein führt. So weit also alles vorhanden: Das Einzige, was man noch bemängeln könnte, wären die fehlenden Einzelausgänge. Hier sollte man jedoch den für damalige Verhältnisse relativ günstigen Preis nicht aus den Augen verlieren.

Die Anschlüsse des Korg DW-6000

Was wäre der Korg DW-6000 ohne seine Synthese?

Die sechs Stimmen des DW verfügen jeweils über zwei digitale Oszillatoren, die in ihrer Intensität (Lautstärke) gesteuert werden können und lassen sich leicht gegeneinander verstimmen, um interessante Schwebungen zu erhalten. Ferner lässt sich der zweite Oszillator sowohl in Oktav- als auch in Intervall-Abständen (+/- 5 Halbtöne) gegenüber dem ersten verstimmen. Zusätzlich gibt es noch einen Rauschgenerator, der in 31 Lautstärkeschritten hinzugemischt werden kann und die Klangmöglichkeiten nochmals deutlich aufwertet.

Die acht Schwingungsformen sind Zyklen, die additiv erzeugt werden und typische Obertonspektren von (Natur-) Instrumenten, wie z. B. (elektrischem) Klavier, Bläser, Geige und Glocken beinhalten. Authentisch klingen diese jedoch, vor allem heute, im Zeitalter von Disc-Streaming und Elastic-Audio sicher nicht. Damit, so wurde argumentiert, wäre man deutlich flexibler als bei den „klassischen“ analogen Oszillatoren. Hier wurde bestimmt auch auf die überaus erfolgreiche FM-Konkurrenz von Yamaha sowie diverse Konkurrenzprodukte geschielt. Gerade in dieser Zeit kam es in Mode, Naturinstrumente besonders gut reproduzieren zu wollen.

Das kraftvolle resonanzfähige analoge Tiefpassfilter mit wahlweise inversem Hüllkurvenverlauf und Möglichkeit der Rückkopplung bis zur Eigenschwingung, die analoge Verstärkersektion und der LFO ergänzen die Klangsektion. Außerdem kann man das Filter über Keytracking steuern und über den Joystick modulieren. Dem DW-6000 wurden sowohl eine Verstärkerhüllkurve als auch eine regelbare Filterhüllkurve spendiert, die eine Besonderheit aufweisen: Neben der ADSR-Kurve wurde noch zwischen Decay und Sustain ein im Pegel regelbarer Break-Point und eine zeitlich einstellbare Slope-Zeit hinzugefügt, sodass der Klang noch etwas nuancierter eingestellt werden kann. Zudem gibt es eine mehrstimmige Portamento-Funktion, die von kurzen Glide-Effekten bis hin zu langen Tonbeugungsorgien alles erlaubt.

Cool – die DWGS-Schwingungsformen in Verbindung mit dem analogen Filter

Nun kann neben der Tonhöhe (Vibrato) und dem Zeitpunkt, an dem das Vibrato einsetzt, über den LFO (hier MG = Modulationsgenerator genannt) auch das Filter moduliert werden. Dieses wird hier in dem für Korg eigenen Jargon „Wah-Wah Tiefe“ genannt.

Wichtig ist in der Praxis die stufenlose Filter-Cutoff-Modulation über den LFO (MG), da diese in der direkten Parametersektion leider nur in 64 Schritten aufgelöst wird, was trotz Schiebereglers zu hörbaren Sprüngen führt. Allerdings steht der DW-6000 nicht alleine da. Auch andere Modelle der Konkurrenz kämpfen mit diesem Problem.

Ein Ringmodulator ist leider nicht an Bord. Der DW lässt sich für Lead-Sounds auch „unisono“ schalten, was durch Drücken einer Taste satte 12 Oszillatoren freisetzt und sie gegeneinander verstimmt. Gelungen ist außerdem noch der eingebaute Stereo-Chorus, der den Sounds etwas „Wärme“ hinzufügt, auch wenn er hörbar rauscht.

So richtig „Moog-ish“ möchte der DW-6000 aber trotz analogen Filtern und Verstärkersektionen nicht klingen. Eines sei vorweg genommen: Wer ultratiefe, richtig dicke Bässe sucht, sollte sich eher woanders umschauen, dennoch sollte man das Bass-Potential nicht unterschätzen. Dazu aber später mehr.

Die MIDI-Implementation ist beim Korg DW-6000 recht umfangreich ausgefallen. So kann man über ein Parameter-Menü neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Tonhöhe und Note-on/off auch weitere Parameter übertragen lassen. Außerdem – und das war zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich – können alle Parameter über SysEx gesteuert werden.

Die Bedienung dieses Synthesizers gestaltet sich trotz fehlender Echtzeit-Drehregler überaus praktisch. Einfach die Edit-Taste drücken, die logisch angeordneten Parameter verändern, Write-Taste drücken – fertig! Vor versehentlichem Überschreiben sorgt ein Schreibschutz-Schalter an der Rückseite des Geräts.

Unterschiede zum großen Bruder Korg DW-8000

Mit seinen 8 statt 6 Stimmen kann der DW-8000 (bzw. der Expander EX-8000) vor allem mit seiner Anschlagdynamik punkten, die man beim 6000er schmerzlich vermisst. Damit könnte man beispielsweise statt der Volume-Hüllkurve das Filter steuern. Ferner gibt es auch noch Aftertouch, mit dem man die Funktionen des Joysticks (z. B. die Tonhöhenmodulation) steuern könnte. Zusätzliche durchaus angenehme Features sind der Arpeggiator, der auch über MIDI-Clock steuerbar ist, das digitale Delay und der doppelte DWGS-Vorrat.

Das sind schon starke Argumente, weshalb man sich bei einigermaßen vergleichbaren Gebrauchtmarktpreis auch beim großen Bruder umschauen sollte.

ANZEIGE

Nun zur wichtigsten Frage

Wie klingt er denn? Typisch analoge Sounds, also fette, schmatzige Bässe und ultra-warme Streicher à la Oberheim gelingen ihm wie gesagt nicht hundertprozentig, auch wenn sich das analoge Filter positiv bemerkbar macht. Seine wahren Stärken liegen in kühlen, durchsetzungsfähigen und überaus eigenständigen Klängen, die man wunderbar für Arpeggios nutzen kann. Auch glockenartige, nasale und extrem modulierte, kranke Sounds stehen ihm durchaus gut.

Digitale Alternativen

Natürlich ist der Korg DW-8000 die naheliegendste Alternative, aber auch andere Korg Synthesizer kommen in Frage, wie zum Beispiel die VA-Synthesizer der MicroKorg-Familie oder der Korg MS-2000 , welche die DWGS-Schwingungsformen enthalten und die erzeugten Klänge durch ein klassisches, modelliertes Analogfilter schicken.

Ebenfalls mit DWGS-Schwingungsformen ausgestattet sind übrigens die Korg Wavestations sowie die Korg M3.

Wer allerdings dem Sound der DW-Serie am nahesten kommt, ist der Kawai K3, der zwar keine DWGS-Schwingungsformen enthält, ebenfalls aber einen Vorrate digitaler Schwingungsformen besitzt und das Ganze mit einer analogen Nachbearbeitung veredelt.

Der Korg DW-6000 on YouTube

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

ANZEIGE
Fazit

Einsteiger auf der Suche nach einem bezahlbaren polyphonen Synthesizer mit analogem Filter sollten sich auf dem Gebrauchtmarkt auch nach einem Korg DW-6000 umsehen. Wie schon beschrieben, bietet dieser nicht den fetten Sound à la Oberheim oder Moog, dafür trumpft er mit einem eigenständigen Klang, einfachster Bedienung und umfangreicher MIDI-Steuerbarkeit auf.

Nun sollte aber auch nicht vergessen werden, dass man nicht unbedingt immer auf der Suche nach einem fetten Bass- oder Brass-Sound ist, der alle anderen Sounds in einem Arrangement durch seine schiere analoge Power „wegdrückt“.

Diesem auf erster Sicht recht unscheinbaren Synthesizer lässt sich der eine oder andere Sound herauslocken, den man ihm auf Anhieb nicht zugetraut hätte. Heraus kommt dabei der eine oder andere Bass-Sound, der durchaus gut „drückt“. Da macht sich für das Low-End dann doch das kraftvolle analoge Filter bemerkbar, das man bei den virtuell-analogen Pendants nicht so ohne Weiteres hinbekommt.

Mit einem externen Controller, wie z. B. dem auf AMAZONA.de getesteten KIWI Patch-Editor (siehe Link), kommt man vielleicht noch einen Tick schneller ans Sound-Ziel, ob das aber jetzt unbedingt für diesen einen Synthesizer nötig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Meinen möchte ich – trotz fehlendem Slider und Aufkleber (ein Relikt der 90er-Techno-Vergangenheit) nicht missen. Ob das nun daran liegt, dass es mein erster war (1986 zu meinem 16. Geburtstag zusammengespart) oder an seinem einfachen Konzept, kann ich nicht mehr objektiv beurteilen, möchte aber dieser unterschätzten Kiste seine verdiente Ehre erweisen.

Mir hat sie geholfen, das Konzept eines Synthesizers zu verstehen und hat mich bis heute kein einziges Mal im Stich gelassen (und das bei originaler Speicherbatterie).

Auf dem Gebrauchtmarkt befinden sich einige attraktive Alternativen, wie z. B. der sehr interessante „große Bruder“ DW-8000 (bzw. dessen tastaturlose Version EX-8000). Hybride Vintage-Klassiker wären außerdem der Prophet VS, der Waldorf Microwave oder der Kawai K3.

Nun ist es an euch, euch ein (Klang-) Bild zu machen.

Plus

  • eigenständiger Klangcharakter
  • einfache Bedienung
  • Gebrauchtmarktpreis
  • umfangreiche MIDI-Implemetierung
  • Speicherplätze
  • X/Y-Joystick
  • keine analog-typischen "Zicken"

Minus

  • keine Anschlagdynamik
  • wenige Echtzeit-Controller
  • nicht der "Fetteste"
  • keine Extras, wie z. B. Ring- oder Pulsbreiten-Modulation

Preis

  • ca. 200,- bis 250,- Euro. (Stand August 2021)
ANZEIGE
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Br  

    Ich frage mich oft, warum da kein Sync vorhanden ist. Kann man digitale Oszillatoren nicht dazu bringen sich gegenseitig zu resetten? Weis jemand, ob es da eine eprom Version mit solch einem tweak gibt auf dem Markt?
    Ich mag die Artikel über die alten Synthesizer übrigens sehr gerne!

    • Profilbild
      Tavin

      Man kann digitale Oszillatoren reseten, aber bei sync musste man, um es korrekt zu gestalten, nochmals die Startposition „umrechnen“ da der Master kaum an der Position 0 in jedem Zyklus anfangen wurde da die Abtastfrequenz und die Frequenz des Oszillators kaum eine gemeinsame Vielfache haben können. So ist eine einmal eine Rechnung wie weit der erste Schritt des Masters von 0 entfernt ist zu tätigen und dann nochmals die Umrechnung wo der Slave zu diesem Zeitpunkt stehen sollte, notwendig. Mach man es nicht, so ist der Slave in jedem Zyklus anders phasenverschoben, was meines Wissens nach einem zufälligem comb Filter ergeben musste. Je höher die Note, desto höher die Varianz dieser Verschiebung. Je nach dem verwendeten Algorithmus, Ist die Frequenzumrechnung für dem Startpunkt recht zeitaufwendig da an dieser Stelle eine sehr hohe Genauigkeit der Rechnung notwendig ist. Ich habe das mal umgesetzt und um ca. 0.5 Cent Genauigkeit bei 440 Herz zu erreichen braucht es eigentlich eine 64 Bit Rechnung (man kann hier sicher noch etwas auf weniger Bits optimieren) für einem 8 Bitter eine gewaltige Aufgabe. Zu bedenken auch noch ist, das diese Genauigkeit pro Oktave im eine 2er Potenz sinkt, also ist hier etwas reserve für die hohen Töne notwendig (deswegen die vielen Bits).

      • Profilbild
        Br  

        Master Counter 0 reset Slave Counter 0. Die waveform ist ja in einem eprom oder ROM Register

        • Profilbild
          Tavin

          Das geht leider nicht, da die Frequenzen hier keine vielfachen sind:

          Schauen wir uns mal wir das bei einem System mit 44100 (CD Qualität) Aussieht

          So ist die ideale Periode für 440 Hz (A4):
          44100 KHz / 440 Hz = 100,227 Samples
          Damit ist der Anfang der Lesetabelle im EPROM um 0,227 bei dem zweitem Zyklus verschoben!

          Somit stunden ohne „Tricks“ folgende Frequenzen für eine Periode zu Verfügung:
          44100 KHz/ 100 Periode = 441 Hz
          oder
          44100 KHz / 101 Periode = 436,63 Hz

          Bei 493 Hz sind es (B4):
          44100 KHz / 493 Hz = 89,49 Samples

          44100 KHz / 89 Periode = 495,5 Hz
          oder
          44100 KHz/ 90 Periode = 490 Hz

          Das macht bestenfalls „nur“ 101 – 89 = 12 Samples Unterschied in der Periode der Wellenform für 2 Noten. Somit machen 12 Samples an dieser Stelle 200 Cent unterschied. Also ist der Abstand 16 Cent pro Sample (nicht linear auch noch dazu).

          bei den alten Systemen mit 32Khz wird die Abweichung in der Regel größer:

          32000 KHz / 440 Hz = 72,72 Samples

          32000 KHz / 72 Periode = 444,44 Hz

          32000 KHz /73 Periode = 438,35 Hz

          Da dies bereits recht hohe Abweichungen sind, sollte jetzt klar sein warum das so nicht funktioniert das der Lesezeiger für die Wellenform immer um 1 erhöht wird. Das geht nicht mal korrekt für die gegebene Frequenz, aber als Musiker will man ja vielleicht die Frequenz noch um ein paar Cents verstimmen

          • Profilbild
            swissdoc  RED

            Ensoniq hat beim SQ-80/ESQ-1 Sync Implementiert. Es muss also doch irgendwie gehen. Ist aber bei Hybriden aus der Zeit die Ausnahme.

            • Profilbild
              Tavin

              Die beiden Geräte haben ganz verschiedene CPUs der ESQ-1 hat eine hoch optimierte Motorolla 6809 CPU, der DW 6000 nur zwei recht langsame UPD 7811 CPU, die zwar einem höheren Externen Takt hat, aber für dem Internen Takt wird dieser noch durch 3 dividiert (sog T-state). So das der interne Takt nur noch 4MHz beträgt. Des Weiteren braucht die UDP deutlich mehr (interne) Taktzyklen für die Ausführung der Befehle. Die 6809 hat so weit ich es gesehen habe, und mich auch erinnern kann, keinem internen Takt Vorteiler.

              Die Meisten Befehle brauchen bei der 6809 3..4 Taktzyklen. Die UPD hingegen braucht für gewöhnlich mindestens 7 T-states für ein Befehl (wird ein Befehl Übersprungen so braucht es in manchen Fällen „nur noch“ 4 T-states )

              6809 = 8 000 000 Hz / 3 = 2 666 666 Befehle pro Sekunde (max)
              UPD 7811 = 4 000 000 Hz /7 = 571 428 Befehle pro Sekunde (max)

              Der unterschied wird bei der Multiplikation besonders ersichtlich

              ESQ -1
              6809 CPU
              Multiplikation – 11 Zyklen bei 8 Mhz => 8 000 000 / 11 = 727 272 Multiplikationen Pro Sekunde

              DW6000
              UPD 7811 CPU:
              32 T States a 0.25 us = 4 000 000 / 33 = 121 212 Multiplikationen Pro Sekunde

              das macht Faktor 6. Somit kann man mit der 6809 viel mehr realisieren als mit der UPD.

              • Profilbild
                swissdoc  RED

                Die CPU steuert die Tonerzeugung. Die Tonerzeung selber läuft in Hardware ohne die CPU ab. An der CPU liegt es also nicht.

                • Profilbild
                  Tavin

                  Stimmt hab vergessen das da noch der 5503DOC eingebaut ist der ja die Wellenform Erzeugung generiert. Die verfügbaren Schaltpläne sind kaum lesbar. Da ist hier nicht nur die CPU sondern auch der 5503DOC besser als der DSWG Chip. Auf jedem Fall habe die sich beim KORG irgendwo Silizium Gatter für dem Sync gespart.

                  • Profilbild
                    Tavin

                    Der DWSG Chip – wohl ein ASIC und eine KORG Eigenentwicklung (HB62H133 oder HB64H129 im Schaltplan) dient als die Oszilatoren. Die CPU berechnet wohl die Cents der Noten + Verstimmung und wandelt es in die „Frequenzen“ für dem DEGS Chip um sowie gibt dem Chip die zu verwendete Wellenform vor. Aus dieser Informationen generiert der DWSG Chip die Zeiger auf die entsprechenden Samples im (ROM) Speicher ,die er wohl auch selbständig aus dem Speicher zieht und an den D/A Wandler weitergibt. Dieser arbeitet in Multiplex Verfahren mit anscheinend 50KHz pro Oszillator. Also werden die Oszillatoren Spannungen nacheinander Ausgegeben und durch Halteglieder (S/H) gehalten bis sie wieder dran sind. Danach kommt der Analoge „Rest“ mit 6 * VCF & VCA je in einem NJM2069A – der für jede Stimme (also 2 Oszillatoren) zuständig ist. Die CPU berechnet wohl noch einige Parameter (MG sowie deren Modulationen z.b. EG→ VCF & EG→VCA). Der EG wird wohl auch (im unterschied zu dem Poly was dafür einem Analogen Baustein verwendet) digital berechnet, zumindest habe ich einem entsprechenden Chip in dem Schaltplan nicht finden können.
                    Der DWSG Chip selbst ist wohl ein Gatte Array – ähnlich einem heutigen FPGA nur das dieser ab Werk Masken programmiert ist und somit nicht mehr veränderbar ist. (FPGA lädt seine Konfiguration bei jedem Start aus einem Flash Baustein oder Ähnlich)

                    • Profilbild
                      Br  

                      Okay. Und der Zeiger lässt sich nicht auf Adresse Null setzen bzw. es gibt wohl keine Info nach extern wann die Adresse des Phasendurchgangs erreicht ist.

                  • Profilbild
                    Tavin

                    Mit der vorhandenen Hardware nicht. Aber unmöglich ist es auch nicht.
                    Man könnte den Chip mit VHDL in einem FPGA nachbauen und die Funktion nachrüsten. Oh, bei der Gelegenheit kann man auch die Wellenformen im Speicher spiegelnd auslesen (so wie im Wave) so das dann 32 in den Speicher rein passen (warum haben die das nicht gleich gemacht? die Wellenformen sind ja symmetrisch). Ach was, gleich noch extra Speicher für noch mehr Wellenformen einbauen. Den neue Chip kann das. Ups.. die Firmware in dem Mikrocontroller muss man ja für dem/die neuen Parameter anpassen – der zu lahm – tauschen wir den mal gleich gegen einem Modernen aus der kann dann noch mehr – zweites, Drittes MG, EG implementieren? die CPU Langweilt sich ja eh. Mehr Presets? die neue CPU hat 4 MB Flash, geht ja auch noch. Ups, die neuen Parameter müssen irgendwie noch rein, da wird auch noch die zweite CPU (die für die UI zuständig ist) durch neue ersetzen..hmm.. will jemand ein Grafisches Display? die neue CPU kann das… Nur mit Multimode und mehr als sechs Stimmen wird schwierig da dort die Analoge Hardware ein limitiertes Faktor darstellt.
                    Aber wer hat Zeit dafür?
                    Was möglich und was Sinnvoll ist das sind oft zwei vollkommen verschiedene Dinge. Wenn jemand die Zeit dafür findet (Stichwort prophet 600 gligli, Tubbutec) ist immer viel machbar.

            • Profilbild
              Tavin

              Das Problem mit dem Sync ist, das der DW6000 zu Erzeugung der Wellenformen einem externen Chip (DWGS) verwendet. Dieser ist an sich nichts anderes als ein 20Bit Phasenzähler für jede DCO sowie pro DCO ein dazugehörender Frequenzregister. So liest der DWSG Chip selbständig die Werte aus Wellenformentabelle und gibt diese an dem DAC Weiter. So wie ich die Funktion dieses Chips verstanden habe, musste hier die Umrechnung von Aktueller Mastreposition zu der Aktuellen Slave Position bei einem SYNC Ereignis stattfinden. Wozu wiederum die Anfangsstellen Skaliert werden mussten. Sind die beiden Oszillatoren nicht um genau eine Oktave (oder vielfaches davon) verstimmt, dann ist eine log2 Rechnung fällig (Cent/Frequenz Verhältnis ist durch log2 definiert). Für den Preis nicht zu haben.
              Die CPU selbst kann das nicht übernehmen da der Chip nur beschrieben wird und die CPU nicht weißt wo sich die beiden Zeiger befinden. Anderseits hat die CPU wohl auch keine Möglichkeit die Phase des Phasenregisters zu verschieben – sie kann nur die Frequenz sowie die Wellenform vorgeben, mehr nicht.

              Im übrigen sind sich der Poly 61 und der DW6000 im logischem Aufbau ähnlich. Der DCO wurde durch DSWG ersetzt und die I/O Chips mit Widerstandsnetzwerken durch einem echten 8 Bit DA Wandler mit einem Multiplexer. Der Joystick & MG manipulieren immer noch direkt die externe Taktfrequenz.

              • Profilbild
                swissdoc  RED

                Die Korgs haben Sync einfach nicht implementiert. Möglich wäre es. Sogar der SID (MOS Technology 6581/8580) kann es.

                • Profilbild
                  Tavin

                  Ich hab nie gesagt das es nicht möglich wäre, sondern das das in der Entwicklung bewusst eingespart wurde. Natürlich hätte man dem DSWG Chip die Möglichkeit zum Sync geben können. Aber das wurde dann auch mehr Aufwand bei der Entwicklung des DSWG Chips bedeuten. Das hat man wohl nicht für den Entscheidenden Verkaufsargument gehalten und es halt ausgelassen. Nicht alles was aus Sicht eines Ingenieur (oder noch schlimmer Kunden) möglich ist kann auch sinnvoll und preiswert umgesetzt werden. Zum Schluss muss das Produkt ja von dem Kunden bezahlt werden und jedes Extra erhöht den Entwicklungspreis, der wiederum aus dem Verkauf der Geräte bezahlt wird. Anderseits je höher der preis desto weniger Kunden können Sich das Gerät ja auch leisten. Die große Kunst ist hier die richtige Balance zu finden. Wie viele große Musikfirmen sind Pleite gegangen weil sie an dieser Stelle falsch kalkuliert haben ?
                  Wenn man sich die Produkte aus den 80gern anschaut, dann sieht man fest wie Kreativität die Entwickler damals waren um mit den verfügbaren Mitten halbwegs bezahlbare Geräte Herzustellen. Bei betrachten der alten Schaltplänen stellt man immer wieder fest wie genial manche der dort enthaltenen Ideen sind sei es die Korgs Frequenzsteuerung über dem Clock, Rolands ROM + Zählerchip + Widerstände = Sampleplayer, oder der WASP. Sind letztendlich immer nur Kompromisse.

                • Profilbild
                  Tavin

                  An die Programmierung des SIDs kann ich mich nur noch ganz Dunkel erinnern, das letzte mal habe ich das wohl 1990 oder 1991 gemacht…

    • Profilbild
      bluebell  AHU

      Warum sollte man einen Sync wollen? Der macht aus N Oszillatoren einen einzigen mit einer addierten Wellenform.

      Da bringt ein Satz unterschiedlicher Wellenformen mehr.

      • Profilbild
        Br  

        Weil Sync glitzert und sägt. Außerdem sind tweaks in der Firmware interessant.

  2. Profilbild
    spielereins

    Warum werden zu Beginn bei einem monotimbralen Synth fehlende Einzelausgänge bemängelt?

    Was bei dem Synth (und vielen anderen Modellen aus der Zeit mit digitalen Parametereingaben per Nummer) heutzutage nervt sind die meist viel zu wenigen Werte für Filter, Attack etc – bei meinem Poly61 waren es für den Filter nicht mal 10 – was die Zahl der möglichen erzeugbaren Sound dann doch relativ überschaubar macht. Andererseits: Dann langen auch 64 Programmplätze, mehr Interessantes wird man damit eh nicht hinbekommen. (Aber vielleicht reicht das ja auch?)

    Der Synth war für mich damals schon ein schlichter Budget-Langweiler, den ich heute nicht mal geschenkt haben möchte, denn dazu kann er einfach viel zu wenig. Nicht alles, was damals mal gebaut wurde ist heute Kult.

    • Profilbild
      Tavin

      Korg hat sich bei Poly 61 viel zu einfach gemacht und „zu wenig“ Seriel to Paralell (I/O) Bausteine eingebaut. Diese Bausteinen dienen zu Digital/Analog Wandlung der Parameter über mehrere Wiederstandnetzwerke. Somit stehen für manche Parameter leider nur 3 Bit (Werte 0..7) oder 4 Bits zur Verfügung (Werte 0..15). War wohl billiger als (wie z.B. bei dem Juno) einem Echten D/A Wandler mit Multiplexer einzubauen. Dafür war der halt damals sehr günstig. Mit heutiger Technik wäre zwar möglich eine neue Firmware zu schreiben die bessere Parameter Auflösung und z.b. zusätzliche LFO/EG beinhaltet, die Engstelle bleiben aber die I/O Bausteine, um bessere Auflösung zu erreichen mussten auch diese Ausgetauscht werden so wie die Widerstandsnetzwerke. Viel zu viel Arbeit für einen eher mittelmäßigen Synth.

  3. Profilbild
    dilux  AHU

    daumen hoch für die wertigen klangbeispiele abseits der ausgetrampelten pad/string/bass/lead-pfade.

    ansonsten spricht tatsächlich nicht viel für den DW-6000; wer diesen klang sucht greift am besten tatsächlich gleich zum DW-8000 oder, noch besser, zum Dss-1, da gibts dann noch mehr fürs geld…

    • Profilbild
      Soundreverend  AHU

      Ja stimmt, DSS.1 hat auf jeder Disk meine ich immer auch 32 „Synth“ Sounds drauf gehabt, mit den digitalen Waveforms. Klingt Ähnlich. Ist aber auch ein Monster von Synthesizer (Größe und Gewicht) Ich habe da einen Disk Emulator drin und hatte es irgendwie geschafft, meine Disks mit einer Software in Images zu verwandeln. Irgendwas mit CopyCM? Im DOS?!?!? Ein EX 8000 ist ebenfalls eine Überlegung, da die Tastatur des DW 8000 und leider auch des DSS-1 sehr laut und clacky ist… Editoren gibt es für DW und EX auch noch. Und kein andere Synth klingt wie diese Serie…

    • Profilbild
      c.hatvani  AHU

      Nicht ganz, der DW-6000 klingt vom Grundsound anders als der DW-8000, für meine Ohren deutlich besser. Schnellere Hüllkurven und wärmerer, analogerer Sound. Würde ihn jederzeit einem DW-8000 vorziehen.

  4. Profilbild
    egmmond

    Vielen Dank für diesen Bericht,

    ich hatte damals den DW6000 und war mit ihm sehr zufrieden:
    – er war eine gute Ergänzung zum Rhodes
    – sehr zuverlässig (das wird heute oft vergessen war aber in den 80ern nicht selbstverständlich)
    – in der Band setzte er sich gut durch

    Mehr konnte ich mir damals, als Student nicht leisten, und der Gebrauchtmarkt war praktisch nicht existent.

  5. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Einen DW-6000 hatte ich mal für 30,-€ erworben, bei dem allerdings das MIDI nicht mehr funktionierte. Abgesehen von den erweiterten EGs hat mich das Potential nicht so sehr beeindruckt, daher habe ich ihn nach wenigen Monaten verschenkt.
    Der MicroKorg hat zwar alle DWGS-Waveforms, die jedoch leider nur für einen Oszillator verwendet werden können. Außerdem begnügt er sich mit den Standard ADSR-EGs und hat nur 4 Voices…

  6. Profilbild
    gaffer  RED

    Ich fand den damals ganz schnuckelig. Aber ich habe auch kein Moog Surrogat erwartet. Im Gegensatz zu DS-8, Poly 800 und was die sonst noch so Mitte 80er gebaut haben. DSS auch nicht. Und ja, als PlugIn hätte ich den gerne. Wenn der genau so gut umgesetzt würde wie deren Odyssey.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 111

      Mein Fehler, der Preis ist auf Grund einer umkorrigierten Stelle aus der alten Fassung im Fazit durchgerutscht. Hab die Stelle nun aber korrigiert.

  7. Profilbild
    Moogfeld  

    Was im Bericht nicht ganz so korrekt dargestellt ist: der DW6000 war damals eigentlich nicht als der kleine Bruder des 8000er gedacht, sondern war genau gesehen sein Vorgänger. Der DW8000 kam zeitlich erst später auf den Markt und stellte im Grunde eine überarbeitete und um viele Features erweiterte Version auf Basis des DW6000 dar. Als der 8000er dann auf den Markt kam, hat Korg den DW6000 auch schon mehr oder weniger wieder auslaufen lassen. Problem dabei war, dass der Zeitraum zwischen dem Erscheinen von DW6000 und DW8000 relativ kurz gewesen ist und sich so einige DW6000 Käufer der ersten Stunde angesichts der nur kleinen Preisdifferenz zum 8000er und der doch deutlich erweiterten Feature-Liste des 8ers damals dann doch etwas vor den Kopf gestoßen sahen, zumal der 8000er eigentlich auch ohne große Vorankündigung wie aus dem Himmel viel.
    Insgesamt ist für mich der DW6000 heute trotzdem eine (noch) preiswerte und lohnenswerte Vintage Perle und z.B. deutlich spannender und ergiebiger als der preislich inzwischen viel höher angesiedelte und unzuverlässige Poly 61.
    Die schönen Klangreisen zwischen der Analogen und Digitalen Welt sind es für mich immer mal wieder wert den Powerknopf des 6000er zu betätigen.
    Aussagen wie „den würde ich nicht mal geschenkt haben wollen“ degradieren den Synth völlig zu unrecht und kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 111

      Wir unterscheiden immer zwischen Versteigerungen und Sofort-Kauf-Angeboten. Bei einer Versteigerung würde der DW-6000 aktuell um die 200,-€ erziehen, vielleicht auch 250,-€. Die Soroftkaufpreise sind immer deutlich höher, vor allem wenn sie durch Vintage-Händler angeboten werden.
      Das bedeutet_ Wer Geduld hat wird belohnt.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE