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Green Box: Kawai K3, K3m Hybrid-Synthesizer


Der Digital-Analoge

Vorwort der Redaktion

Gibt es einen Budget Vintage-Synthesizer, der den Klangcharakter eines PPG Wave annähernd wiederzugeben vermag? Die Antwort lautet: ja – den KAWAI K3 bzw. seinen Rack-Kollegen KAWAI K3m.

Der PPG WAVE 2.3 war nicht nur ein Hybrid-Synthesizer, der unterschiedliche digitale Schwingungsformen zur Verfügung stellte, sondern diese auch noch mit demselben Filter formte wie der Kawai K3, dem legendären SSM2044.

Zwar verfügte der PPG Wave 2.2. und 2.3 über 64 verschiedene Schwingungsformen, also doppelt so viel wie die der KAWAI K3, wobei sich allerdings im PPG viele der Schwingungsformen ähnelten. Ein wesentlicher Unterschied war am PPG aber vor allem die Möglichkeit, diese zu durchfahren, während hingegen der Kawai K3 pro Oszillator nur eine Schwingngsform abspielen kann. Trotzdem, bei vielen Klängen, die traditionell den PPG Waves zugeschrieben werden (vor allem Glockiges und Metallisches), kann der Kawai K3 sehr überzeugend mithalten. Zieht man dann noch einen aktuellen Gebrauchtmarktpreis von ca. 500,- Euro ins Kalkül, ist die Lektüre des folgenden GREEN BOX Reports sicher lesenswert.

Hervorzuheben ist am K3 außerdem die hervorragende Verarbeitung („… built like a tank“), die gut spielbare Tastatur und der analoge Chorus. Für mich drei Argumente, die ihn persönlich sogar über den technisch und klanglich vergleichbaren Korg DW-8000 stellen. Ein Korg DW-8000 kann zwar mit einem Arpeggiator und einem digitalen Effektgerät glänzen, aber beides lässt sich heute relative leicht durch Software oder externes Equipment ersetzen. Der analoge Chorus hingegen (der zwar leider – wie auch im Juno-60 und anderen – eine deutliche Rauschfahne mit sich führt) besitzt seinen ganz eigenen Charme. Und gerade der wirklich eigenständige Klangcharakter der SSM2044-Filter stellen den Kawai K3 für mich auf eine Stufe über den DW-8000.

Übrigens befindet sich dieser Filterchip auch in etlichen Korg-Klassikern wie Polysix, MonoPoly und Trident.

Viel Spaß nun mit unserem Green-Box-Report zum Kawai K3

Euer
Peter Grandl

 

Green-Box Report K3 von Gregor Scherer

Der Kawai K3 kam im Jahr 1986 auf den Markt. Er ist sechsstimmig und vereint in seiner hybriden Klangarchitektur digitale und analoge Klangerzeugung und ist damit einer der wenigen Synthesizer dieser Zeit, der tatsächlich noch mit Analogfiltern bestückt ist. Neben der hier getesteten Tastaturversion existiert auch noch eine Rackvariante unter der Bezeichnung K3m mit identischer Klangerzeugung.

Die Rackversion entspricht in den Möglichkeiten der Tastatur-Version. Entsprechend gilt der folgende Report (bis auf die Tastatur) auch für den Kawai K3m.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    psv-ddv ••••

    Danke für den schönen Artikel.
    Den K3 hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm.
    Anmerkung zur Einleitung: Der PPGwave2.3 nutzt SSM2044 VCFs nicht SSM2040.

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      Tyrell RED

      War nur ein Tippfehler in der Einleitung. Auch der K3 verwendet den SM2044. Aber danke für den Hinweis, habs gerade korrigiert.

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    Sudad G ••

    Frage: Wenn der K3 laut Artikel vom Gregor so gut wie keine MIDI-Automationsmöglichkeiten bietet bzw. versteht, wie kann es dann sein, dass in dem zweiten Youtube Video zahlreiche Parameter in Echtzeit über einen Behringer BCR2000 Midi-Controller gesteuert und verändert werden können? Oder meinte Gregor am Gerät selbst? Irgenwie widersprüchlich.
    Ich denke mal schon, dass der MIDI-SysEx versteht – so alt ist er ja schließlich auch nicht.

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      dilux AHU

      ja, das ist mir auch aufgefallen, vielleicht ist aber auch nur der k3m midiseitig weiterentwickelt; das war damals bei vielen rack-versionen üblich.

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    Son of MooG AHU

    „Built like a tank“ – abgesehen von den Folientastern, die ja auf den Fotos ziemlich ramponiert aussehen (PARAM-Taster!). Allein deswegen schon wäre die Rack-Version vorzuziehen. Ansonsten hätte der K3(m) einen höheren Bekanntheitsgrad verdient, so wie klingen kann…

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      Tyrell RED

      Eigentlich halten die Folientasten ganz gut…wenn man sich nicht mit den Fingernägeln traktiert, wie es offenbar mein Vorbesitzer getan hat. Ich kenn ez.B. keinen einzigen DX7 bei dem die Tasten aufgerissen waren. Zum Glück funktioniert aber selbst in diesem Zustand am K3 die Funktion einwandfrei. Und klar.. lieber wären mir die Tasten des K3m. :-)

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    wrywindfall

    Na toll, jetzt musste ich einen kaufen. Immer dieses G.A.S.
    Aber das gute Stück passt irgendwie hervorragend zu meinem JX-8p!

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      amazonaman AHU

      Dieses GAS ist echt lästig, aber trotzdem freut man sich über ein echtes Original. Irgendwie kann ich mich übrigens über ein Stück Hardware freuen, über Software dagegen fehlt mir diese Art von Freude gänzlich.

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    fritz808

    feines teil. hatte einen ppg wave und einige zeit einen kawai k3. der k3 konnte wirklich bei manchen klängen wunderbar nach ppg klingen. das führte schließlich dazu, dass ich live den k3 als jpg-ersatz spielte, da der ppg nicht nur ziemlich wuchtig und schwer war, sondern auch gerne reisekrankheit hatte und nicht immer funktionierte wie er solte.

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    Coin AHU

    Oh, klingt der toll.
    Preislich auch ok, aber leider etwas alt.
    Wenn dann mit Programmer.

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    gaffer AHU

    Die Firma wusste damals nicht genau, wohin. Der nächste Synth war K5, ohne Filter, dafür aber additive Synthese bis zu 128 Obertönen. Vergammelte auch in den Läden neben D50. Erst der noch weiter abgestrippte K1 war ein Renner, kaum mehr Synthese, dafür aber Multimode für 1500 Mark. Mir hat der 3er auch immer gefallen, habe aber schon lange keinen mehr gesehen.

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    Violator

    Ich weiß nicht, warum hier so auf den DW-8000 „rumgeritten“ wird. KORG hat damals versucht in Eigenregie einen SSM Filter nachzubauen, wo ich bin der Meinung, daß ihnen das sehr gut gelungen ist. Diesen anlalogen Filter findet man z.B. im DW-8000 und im DSS-1 Sampler.

    Beide Synthesizer sind sich in vielen Punkten sehr ähnlich, doch wenn es klanglich etwas härter oder bissiger werden soll, kommt man mit dem K3 sehr schnell an seine Grenzen. Beim DW-8000 nicht.

    Fakt ist, daß beide Instrumente einen eigenständigen Klangcharakter haben, der einem natürlich gefallen muß. Während der K3 eher richtung PPG geht, geht meiner Meinung nach der DW-8000 eher etwas richtung Oberheim.

    Mehr Spaß habe ich mit dem DW-8000. Das liegt zum einen am echt fetten Unisono Modus und am (eigentlich recht einfach gestrickten) Arpeggiator.
    Für mich ist deshalb der DW-8000 das bessere Gerät.

    Achtung: den Arpeggiator gibt es bei der Rackvariante EX-8000 leider nicht.

  11. Profilbild
    intercorni

    „Zwar verfügte der PPG Wave 2.2. und 2.3 über 64 verschiedene Schwingungsformen“ – das ist leider falsch: der 2.2 als auch der 2.3 verfügen über 32 Wavetables mit je 64 Wellenformen.
    Viele Grüße, Cornel Hecht

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        Wellenstrom AHU

        Ja, isser…. wobei das mit den 2048 relativ zu betrachten ist, denn in jedem Wavetable befand sich auch immer ein Satz mit den Standardwellenformen.

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      swissdoc RED

      Der PPG hat (wie auch der Microwave) eine Anzahl Waves im ROM (beim Microwave sind das 393, beim PPG weniger), aus denen gemäss „Beschreibung“ in den Wavetables dann beim Einladen einer Wavetable die 61 Wellen ad hoc berechnet werden. Es ist somit persönlicher Geschmack, ob man mit 2048, 1955 oder 393 Wellenformen rechnet. Oder je nach Zählweise die 3 Standardwellenformen dazu, oder beim Microwave noch die Algorithmischen Tables dazu, etc, etc.
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      Die Wavetables sind i.d.R. sehr sparsam mit den Waves bestückt. Bei Carbon 111 kann man sich das im Detail ansehen.
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      http://www.....ables.html
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      K3 – find ich gut!
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      Sowohl K3 als auch K3m verstehen Realtime SysEx Parameter Changes (Master-Menü unter Parameter 44 > Wert 5). Die Parameter sind etwas doof in High/Low gesplittet. Bei universellen Programmern kann das problematisch sein.
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      Korg DW 8000 klingt sauberer, dort sind sozusagen Multisamples im Einsatz.

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Kawai K3

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