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Expressive E und Haken Audio stellen Osmose vor – 3D Synthesizer und Controller

20. November 2019

3D-Synthesizer für allerlei Gesten

expressive e osmose

Expressive E und Haken Audio stellen Osmose vor – 3D Synthesizer und Controller

Der französische Hersteller Expressive E hat so eben einen 3D Synthesizer und Controllerkeyboard namens Osmose vorgestellt. 3D? Was soll das sein? Als Keyboarder ist man mit seinen zwei Händen und zehn Fingern ja eigentlich deutlich flexibler und komplexer unterwegs, als einfach nur einzelne Tasten rauf und runter zu drücken. Die vielen Fähigkeiten, die wir mit unseren Fingern umsetzen können, möchte Osmose aufnehmen und in Sounds und Klänge verwandeln. Hier zunächst das offizielle Video zum Controller:

Um mehr Gesten umzusetzen, hat Expressive E die „Augmented Keyboard Action“-Technologie, kurz A.K.A., erfunden und patentieren lassen. Hiermit lassen sich auf jeder Taste von Osmose drei Dimensionen realisieren und umsetzen. Neben dem reinen Drücken der Tasten (Initial Pressure) lässt sich mit Hilfe von Aftertouch und der seitlichen Bewegung Spaß ins Spiel bringen.

Damit das am Ende auch in passenden Sounds endet, hat sich Expressive E mit Haken Audio zusammengetan, so dass die Sounds von Osmose alle auf der „EaganMatrix“ von Haken Audio basieren. Diese modulare Klangerzeugung kombiniert verschiedene Typen der Synthese, so u. a. Physical Modeling, additive und substraktive Synthese, FM, virtuell analog und mehr.

expressive e osmose

Herausgekommen sind die unterschiedlichsten Sounds. Von rohen Synthesizern, organischen Texturen bis hin zu akustischen und elektronischen Instrumenten ist vieles dabei. Und alle Presets unterstützen natürlich die dreidimensionalen Möglichkeiten des Synthesizers/Controllers, beispielsweise um Noten legato oder mit Vibrato zu spielen oder Klänge wie auf einer Gitarre nacheinander zu zupfen. Hier weitere Beispiele dazu:

Wie viel Synthesizer letztlich drin steckt, wird man abwarten müssen. Vor allem ist natürlich interessant, wie viel und wie weit man die internen Presets editieren kann. Oder ob sie tatsächlich nur gespielt und mit Hilfe unterschiedlicher Gesten dynamisch und mit unterschiedlichen Artikulationen gespielt werden können.

Expressive E Osmose muss aber nicht ausschließlich als eigenständiges Instrument genutzt werden, auch als reiner MIDI-Controller in Kombination mit Computern oder anderen Instrumenten ist er geeignet. Dabei werden MPE und MPE+ Sounds, polyphones Aftertouch, Multichannel-MIDI-Mode und globaler Pitchbend unterstützt.

Die Features von Osmose im Überblick

  • Keybed: 49 full-size keys with A.K.A. technology for three-dimensional control
  • Polyphony: Up to 24 voices with Layered and Split modes
  • Top Panel: 8 encoders, 9 buttons, pitch slider, modulation slider, color LCD screen
  • Pedal Inputs: 2 continuous pedal inputs, assignable to sustain or synth parameters
  • MIDI: MIDI In, MIDI Out/Thru, USB Type B
  • Audio: 24-bit D/A conversion, 1/4″ stereo headphone jack, two ¼“ jacks for main stereo output
  • Software: A Mac/PC editor lets users create and edit the EaganMatrix sounds, as well as assign the three A.K.A. © key movements to multiple parameters

expressive e osmose

Die ersten Produkte sollen im Sommer 2020 ausgeliefert werden. Ab sofort nimmt Expressive E Reservierungen dafür entgegen, der Preis wird vermutlich 1.799,- Euro betragen. Wer schnell ist und bis zum 31.12.2019 bestellt, bekommt das Gerät sogar für 1.079,- Euro, muss im gleichen Atemzug aber 299,- Euro im Voraus anzahlen.

expressive e osmose

Forum
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    Ashatur  AHU

    Also hübsch ist anders… Auch die Keys welche wie eine Statue auf einem Sockel platziert sind wirken etwas seltsam. Trotz alle dem finde ich das Konzept Interressant.

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        Ashatur  AHU

        Jep aber genial finde ich es trotzdem ^^
        Das wäre ein Gerät obwohl es mir optisch nicht gefällt trotzdem kaufen würde (hätte ich die Kohle)

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    Henrik Fisch  

    Wahnsinn! Nach Sichtung des 2. Videos (Gesture Video) kann ich nur sagen: Wahnsinn!

    Das mögliche Ausdruckskraft des Dings fetzt mich genau so vom Hocker, wie damals die absolut zeitlich präzisen Noten eines Sequenzers, als diese Technik neu war (Stichwort: »Kraftwerk« und »Klaus Schulze«).

    Das muss der Hammer sein, darauf zu spielen.

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      Felix Thoma  RED

      Auf der Superbooth durften wir einen Prototypen spielen, das war schon sehr beeindruckend. Da kann man echt mega viel rausholen aus dem Teil und mit den Sounds (die waren damals auch noch nicht ganz fertig)

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        TobyB  RED

        Wobei wir da in der Raumstation schon gut überzeugt waren, Felix. Kann aber auch sein das Axel Fischer uns geflasht hat. ;)

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      TobyB  RED

      PSV-DDV, die inneren Werte machen es hier. Du kannst im EaganMatrix den 3D Tasten diverse Parameter zuweisen. Welche dann in Realtime umgesetzt werden. Damit bist du dann extrem flexibel und sehr ausdrucksstark im Spiel unterwegs. Ohne das du dich an eine neue Methodik gewöhnen musst. Bei Akkordgriffen ist das sicher von Vorteil. Ich muss das leider mal so raushauen, der Syntonovo Pan war für mich gegen den Prototypen hier klar unterlegen. Aber wie so immer, Geschmäcker sind verschieden.

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        psv-ddv  AHU

        Hi Toby, die Inneren Werte (Eagan Matrix) kenne ich als Continuum Spieler ganz gut. Mich interessiert bei dem Produkt daher eher die Tastaturhardware. Da finde ich das Design insofern als gelungen, als dass die Hände des Spielers durch das hochgelegte und freigestellte Keyboard auch auf der Bühne von allen Seiten sehr gut zu sehen sind. Wie sich das Keyboard letztendlich mechanisch spielen lässt kann ich leider (noch) nicht beurteilen. Man muss sehen, ob der unkonventionelle mechanische Aufbau nicht auch Nachteile gegenüber einer traditionellen Keyboardmechanik mit Poly-AT wie zum Beispiel der exzellenten Sequential T8/Synclavier Tastatur hat. Ich bin sehr gespannt. Der zweite Knackpunkt scheint für mich hier die Midi Auflösung zu sein. Beim Continuum merkt man den Unterschied zwischen der extrem hohen internen Controller Auflösung und Midi bei Verwendung einer externen Klangerzeugung deutlich. Eine CV Breakout Box wie beim Continuum wäre da eine Lösung. Angeblich arbeiten sie schon daran. Die Umsetzung beim Synthonovo Pan fand ich schon sehr gut, zumal das Keyboard dort, wenn ich mich richtig erinnere sogar noch eine Controller Achse mehr hatte und der Synth einfach insgesamt einen sehr stimmigen Eindruck machte.

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          Christopher Hans

          Moin, bin mir nicht ganz sicher, ob das rüberkam, aber als interne Verbindung zwischen Augmented Keyboard Action und der EaganMatrix DSP verwenden wir MPE+ Details zu den Vorteilen (14bit Implementation usw.) hier: https://www.hakenaudio.com/mpe

          Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass der CVC von HakenAudio auch an Osmose funktioniert, ansonsten klappt es auch mit anderen Convertern wie Polyend POLY 2, da dann aber eben mit den befürchteten Einschränkungen, was die optimale, detailgetreue Wiedergabe von Gesten betrifft.

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            psv-ddv  AHU

            Danke für die Infos! Von einer hochauflösenden Einbindung der internen Klangerzeugung bin ich ausgegangen. Wenn mein Haken CVC sich anschliessen liesse wäre das für mich ein starkes Kaufargument, vorausgesetzt das Spielgefühl der Tastatur gefällt mir. Gibt es denn gegenwärtig in D. oder besser Berlin irgendwo die Möglichkeit die Tastatur anzuspielen?

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              Christopher Hans

              Gern. Wir müssen zunächst die nächste Generation Prototypen herstellen. Die sind erst Anfang 2020 fertig befürchte ich. Die realistischste Möglichkeit in Deutschland wird wohl erst zur Superbooth 2020 sein.

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          TobyB  RED

          Hallo PSV-DDV,
          Christoph hat ja schon geantwortet :-) ich würde jetzt nicht mit MIDI 1.0 rummachen, dass kastriert die MPE Daten und somit den Ausdruck. Die Begrenzungen lassen sich auch nur bedingt aushebeln und schränken die Interoperabilität ein.

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    Markiman  

    Ein tolles Ding, aber von den angespielten Sounds finde ich nur die Pads, bzw. was man damit machen könnte, interessant.
    Der Rest klingt für mein Empfinden doch eher langweilig, aber das ist natürlich Geschmacksache und kann sich ja noch ändern.

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      psv-ddv  AHU

      Die interne Klangerzeugung ist extrem Leistungsfähig. Das geht in Richtung Kyma. Die Demos hie zeigen das leider nicht so gut. Wenn Du im Netz nach Eagan Matrix suchst findest Du eine ganze Reihe sehr guter Beispiele für das Potential der Klangerzeugung.

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        Markiman  

        Danke für den Hinweis!
        Meine „langweilige“ Einschätzung bezog sich tatsächlich nur auf die Videos im Artikel.
        Werde mal recherchieren, denn wenn die Klangerzeugung da noch mithält, dann wird es tatsächlich schwer für mich, mich zurückzuhalten.

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    swift  

    Die Funktionen gefallen, das Design ist mir aber zu exzentrisch und erinnert mich ein wenig an den Fiat Multipla.

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    el-folie  

    Tolle Möglichkeiten, hoffentlich eine Inspiration für die Synthie-/Tastaturenhersteller…

    Als das Erste seiner Art darf es ja auch noch ungelenk aussehen, bin auf die Evolution gespannt, 5 Oktaven – schlankes Design.

    Ansonsten wirkt es auf mich auch eher so:
    http://www.....tem/156829

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    nativeVS  

    Erinnert mich irgendwie an eine mischung der beiden Endeavour/NDVR keyboards (gut, das zweite hatte ja nie die indigogo kampagne geschafft).
    Ich find das design genial, aber persoenlich waere mir eine 61 noten masterkeyboard version lieber; obwohl, wenn man die Haken sounds aus der EagenMatrix kennt lohnt es sich diesen synth mit so einem keyboard zu haben.

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    Marcel Halbeisen  

    Coole Sache, vor allem wenn man doch noch bei einem Keyboard bleiben und nicht zu einem Seaboard wechseln will. Das Seaboard finde ich aber wesentlich fortschrittlicher, wenn auch schwerer zu spielen.

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    Bernd-Michael Land  

    ich hatte auch die Möglichkeit, noch hinter verschlossenen Türen, auf dem Superbooth dieses Wahnsinnsteil anzutesten. Man kann auf einer „normalen“ Tastatur eben deutlich besser und schneller Akkorde spielen, als das auf der Neopren-Spielfläche des Fingerboards möglich ist und hat trotzdem den direkten Eingriff auf die Parameter.
    Dafür kann man man nicht so wilde Glides machen, wie es mit dem Continuum möglich ist.
    Ich sehe das mehr als Konkurrenz zum Roli Grand und sinnvolle Ergänzung zum Fingerboard.

    Als langjähriger Continuum-User kenne ich die Sounds, da gibt es nichts zu mäkeln. Der Eagan Matrix Synthesizer ist zwar gut zu bedienen, aber durch die unendlichen Möglichkeiten recht komplex.
    Schöne Sache-

    • Profilbild
      psv-ddv  AHU

      Ich fand die Bedienung der ansonsten grossartigen Eagan Matrix eigentlich immer viel zu schwierig, zu akademisch. Vielleicht tut sich da durch den nun stark wachsenden Nutzerkreis etwas.

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    Lewis  

    … und was auch toll ist: Nach Anfrage wurde mir gerade mitgeteilt, dass man den Haken Expander oder auch günstigere Lösungen (z.B. Polyend Poly 2) zur direkten CV-Steuerung nutzen kann!

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        Christopher Hans

        Das ist nur durch das eingehende MIDI-Signal beschränkt, sofern genügend CV Ausgänge an den Expandern vorliegen, etwa per daisy-chaining bei mehreren POLY 2.
        D.h. man kann im Grunde alle 15 MPE Stimmen wandeln. Das wären dann bei vollem Ausbauen 60 CV Outs: Gate+Initialpressure+Aftertouch+Pitchbend mal 15.
        Der Transparenz halber muss ich sagen, dass wir derlei Experimente noch nicht durchgeführt haben, d.h. alle Angaben ohne Gewähr. ;)

  10. Profilbild
    beejay  

    An alle, die das Ding bzw. den Prototypen schon mal unter den Fingern hatten: Wie hat denn die Fertigungsqualität auf euch gewirkt? In den Videos wirkt’s ja doch noch etwas „uneben“ und wacklig. Fühlt es sich dann auch so an? Insgesamt finde ich das Konzept wahnsinnig interessant!

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  

      Da kann ich nichts zu sagen, denn der Prototyp war noch irgendwie handgeschnitzt in provisorischem Gehäuse, also noch weit vom heutigen Endprodukt entfernt.
      Das Keyboard ließ sich aber auch damals schon recht gut spielen, ich kam gut damit klar.

      Natürlich vermittelt es ein völlig anderes Spielgefühl, aber das ist bei allen Produkten, die vom konventionellen Keyboard abweichen, ja auch nicht anders.
      Man kommt aber sicherlich schneller damit zurecht, als mit einem Roli oder Continuum.

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